Tm INE | | RENTE ER AU T 9 AIC MEM E E SE W E TE ^ Xn DIDI € 3 p e 7 -= pe t A mr A í Cz FE AH LES 3 RT. ALP ca RE £ 3 FA DE BEFRUCHTUNG DER BLUMEN DURCH INSEKTEN 5) UND DIE GEGENSEITIGEN ANPASSUNGEN BEIDER. EIN BEITRAG | ZUR ERKENNTNISS DES URSÄCHLICHEN ZUSAMMENHANGES IN DER ORGANISCHEN NATUR. VON D* HERMANN MÜLLER, n N OBERLEHRER AN DER REALSCHULE ERSTER ORDNUNG ZU LIPPSTADT." MIT 152 ABBILDUNGEN IN HOLZSCHNITT. LEIPZIG, VERLAG VON WILHELM ENGELMANN. A i 4. ES x $. da ^4 TEA. C eain BEFRUCHTUNG DER BLUMEN a DURCH INSEKTEN UND DIE GEGENSEITIGEN ANPASSUNGEN BEIDER. EIN BEITRAG ZUR ERKENNTNISS DES URSÄCHLICHEN ZUSAMMENHANGES IN DER ORGANISCHEN NATUR. VON DE. HERMANN MÜLLER, OBERLEHRER AN DER REALSCHULE ERSTER ORDNUNG ZU LIPPSTADT. LEIPZIG, VERLAG VON WILHELM ENGELMANN. 1873. Das Uebersetzungsrecht haben sich Verfasser und Verleger vorbehalten. d i “ Vorwort. ES e Seit DaRwiN durch sein klassisches Orchideenwerk*) die schon im vorigen Jahrhunderte von SPRENGEL entdeckten, aber seitdem in Vergessen- heit begrabenen Anpassungen der Blumen an die ihrer Befruchtung dienen- den Insekten von Neuem an das Licht gezogen und durch seine Selections- theorie dem Verständnisse zugänglich gemacht hat, sind in deutscher, ita- lienischer, englischer und schwedischer Sprache, in den mannichfachsten Schriften zerstreut, sehr zahlreiche Untersuchungen über diesen Gegenstand veröffentlicht worden. Aber obgleich für das volle Verständniss dieser An- passungen die eingehende Betrachtung der Thätigkeit derjenigen Insekten, welchen die Blumen sich angepasst haben, natürlich eben so unerlässlich ist, als die Betrachtung derjenigen Blumeneigenthümlichkeiten, welche als Anpassungen an die Insektenthätigkeit zu deuten sind, so ist doch in allen bisherigen Untersuchungen über den genannten Gegenstand, da sie von Botanikern ausgingen, welche sich mit dem Studium der Insekten nicht oder. nur wenig eingehend beschäftigt hatten, die botanische Seite des vor- liegenden Themas fast ausschliesslich ins Auge gefasst worden. In welcher Ausdehnung die vorausgesetzte Einwirkung der Insekten auf die Blumen thatsächlich stattfindet, ist daher in den meisten Fällen unberücksichtigt geblieben, und die ersten und einfachsten Fragen nach der Wirkung be- stimmter Blütheneigenthümlichkeiten auf den Insektenbesuch und die Be- fruchtung der Blumen durch denselben haben daher bis jetzt nicht oder nur * . .. vermuthungsweise beantwortet werden können. Durch langjährige Thätigkeit als naturgeschichtlicher Lehrer an einer Realschule sowohl mit den einheimischen Insekten als mit der Blumenwelt cmügermassen vertraut und durch eigene Neigung zu eingehenderer Beob- achtung der Lebensthätigkeit einheimischer Insekten besonders hingezogen, x Siehe Seite 7, Anmerkung 4. IV h | Vorwo rt. betrachtete ich es desshalb seit langer Zeit als eine ebenso angenehme als lohnende Aufgabe für meine Spaziergánge und weiteren Ausflüge, die an- gedeutete Lücke in den Beobachtungen nach besten Kräften auszufüllen, und nachdem ich fünf Sommer hindurch (1867 —1871) Beobachtungen über die Thätigkeit der Insekten auf den Blumen gesammelt und Anpassungen der Blumen an die beobachtete Insektenthätigkeit untersucht hatte, fühlte ich nicht nur für mich selbst das Bedürfniss, die immer massenhafter an- < schwellende Summe meiner Einzelbeobachtungen vorlüufig abzuschliessen und zu einem klaren Gesammtergebnisse zu verarbeiten, sondern glaubte durch, Veröffentlichung meiner Arbeit auch die wissenschaftliche Erkennt- niss des ursüchlichen Zusammenhanges in der organischen Natur einen Schritt weiter führen und allen denjenigen, welche sich mit dem Studium von Blumen und Insekten beschüftigen, eine willkommene Gabe darbieten zu kónnen. Als Leserkreis schwebten mir bei der Ausarbeitung des vorliegenden Werkes in erster Linie meine Fachgenossen, die naturgeschichtlichen Lehrer an höheren Lehranstalten, vor; ich will desshalb zunächst angeben, in ‚ welcher Weise ich diesen durch dasselbe nützen zu können glaube. Es ist eine pädagogische Erfahrung, die wohl von allen meinen Fach- genossen getheilt wird, dass. das Interesse gerade der befähigtsten Schüler für rein beschreibende Botanik erlischt, sobald der physikalische oder che- mische Unterricht sie zu eigenem Erkennen des ursüchlichen Zusammen- hanges: selbstbeobachteter Naturerscheinungen anleitet. Diese Erfahrung erklärt sich auch in sehr einfacher Weise; denn jeder denkende Mensch muss ja natürlich eine Beschäftigung, welche seiner Beobachtung und seinem Nachdenken gleichzeitig Stoff zur Bethätigung darbietet, einer blossen Auffassung gegebener Formen vorziehen. Beschränkt sich daher der botanische Unterricht auch in den oberen Klassen auf Uebung im Bestimmen und Beschreiben einheimischer Pflanzen und in der Charak- teristik der wichtigsten Gattungen oder Familien, so stösst er lebendigere jugendliche Geister fast unvermeidlich von dem immer langweiliger wer- denden Fache zurück. Dagegen kann er auch auf dieser Stufe der geistigen Entwicklung lebendig anregend wirken, wehn er, an den chemischen Unter- richt sich anschliessend und auf mikroskopische Demonstration gestützt, die Schüler mit den Lebensthätigkeiten der Pflanze bekannt macht, oder wenn er ihnen den Enivrioklugeskupiniauf einzelner Repräsentanten, nament- lich auch der Cryptogamenfamilien , vorführt, oder endlich, und zwar in besonders wirksamer Weise, wenn er sie zu eigenem Erkennen der ursäch- lichen Bedingtheit selbst beobachteter Erscheinungen, namentlich der fast unerschópflich mannichfaltigen Blumeneigenthümlichkeiten, anleitet. Zur Betretung der beiden ersten Wege bieten die vorhandenen bota- nischen Lehrbücher, namentlich das vortreffliche Lehrbuch der Botanik von Sachs, oder auch das kürzer gefasste, aber ganz zweckmässig zusammen- gestellte von "THowÉ, mehr als ausreichendes Material. Den dritten Weg, welcher nicht statt der beiden ersten, sondern neben denselben einge- Vorwort, v schlagen werden soll, hoffe ich durch das vorliegende Werk jedem eifrigen Fachgenossen hinreichend gangbar gemacht zu haben. Denn die nament- lich von DARWIN ausgeführten Versuche, welche die günstigen Wirkungen der Fremdbestäubung beweisen (siehe Seite S—10 des vorliegenden Wer- kes), bieten der Auffassung der Schüler oberer Klassen, welche mit den Einzelheiten des Befruchtungsvorganges vertraut sind, nicht die mindeste Schwierigkeit dar. Ebenso ist es leicht, ihnen an Beispielen ihres eigenen Anschauungskreises die Grundzüge der Selectionstheorie geläufig zu machen. Auf dieser Grundlage aber lassen sich, mit Benutzung des vorliegenden Werkes, die Eigenthümlichkeiten bestimmter, einzelner Blumenformen, als durch den Vortheil der Fremdbestäubung bedingt, auch Schülern leicht verständlich machen, namentlich wenn dieselben durch den zoologischen Unterricht der mittleren Klassen bereits mit den Anpassungen der einhei- mischen Insekten an die Gewinnung der Blumennahrung vertraut gemacht und an eigne Beobachtung der Thätigkeit der Insekten auf den Blumen ‚während der Excursionen gewöhnt worden sind. Sobald die besuchenden Insekten. von den Schülern selbst beobachtet, oder auch nur ihnen bekannt und genannt sind, gelingt es, wie ich aus sechsjähriger Erfah- rung versichern kann, in den meisten Füllen ohne Mühe, die Erklä- rung der Eigenthümlichkeiten einer bestimmten , durch das Nachdenken der Schüler selbst finden zu die Betrachtung derselben Blumen, vorliegenden Blumenart lassen, und indem dann welche in früheren Klassen von den Schülern nur nach ihrer äusseren Erscheinung aufgefasst worden sind, ihr eigenes Nachdenken lebhaft anregt, weckt ihnen der botanische Unterricht ein tiefgreifendes Interesse für die Erkenntniss des ursächlichen Zusammenhanges in der lebenden Natur überhaupt und eröffnet ihnen damit, zum Schlusse des botanischen Unterrichtes, eine unversiegbare Quelle reinsten Gemusses. Als einen anderen Leserkreis, welchem das vorlegende Werk will- kommen sein müsste, glaube ich alle diejenigen den verschiedensten Lebens- stellungen angehórigen Personen betrachten zu dürfen, welche sich aus Liebhaberei mit Blumen oder Insekten beschäftigen. Auch ihnen allen kann, wie ich glaube, die Anregung zur Aufsuchung und ursächlichen Erkenntniss der Wechselbeziehungen zwischen Blumen und Insekten ihre Lieblingsbeschüftigung nur anziehender und genussreicher machen. Ueber- diess bietet das vorliegende Werk, indem es ausser den neu mitgetheilten | Beobachtungen auch die bereits bekannten; aber in den verschiedensten Zeitschriften zerstreuten Mittheilungen über. denselben Gegenstand, kurz angedeutet und mit dem nóthigen Litteraturnachweise versehen, der syste- matischen Ordnung einreiht und durch ein alphabetisches Register leicht auffindbar macht, einem jeden Beobachtungslustigen bequeme Gelegenheit, durch eigene Beobachtungen die Kenntniss der Wechselbeziehungen zwischen Blumen und Insekten zu bereichern. Endlich hoffe ich auch den Botanikern von Fach, welche an der Er- forschung des in den Erscheinungen der Pflanzenwelt obwaltenden und die Gestalten derselben bedingenden ursächlichen Zusammenhanges arbeiten, in VI Vorwort. dem vorliegenden Werke eine erwünschte Gabe zu bieten. Denn in dem- selben findet sich zum ersten Male der thatsüchlich stattfindende Insekten- besuch mehrerer Hundert einheimischer Blumen verzeichnet; zum ersten Male ist hier der bestimmte Nachweis geliefert, dass der Insektenbesuch der Blumen durch ihre Augenfälligkeit, ihren Geruch, die von ihnen dar- gebotenen Genussmittel und die offenere oder geborgenere Lage derselben ursüchlich bedingt ist und dass die Sicherung der Fremdbestáubung in ge- radem Verhältnisse mit der Sicherung des Insektenbesuches, die Móglichkeit der Sichselbstbestiubung in geradem Verhältnisse mit der Unwahrschein- lichkeit des Insektenbesuches sich steigert; an manchen einzelnen Blumen- formen ist endlich hier der mittelbare ursächliche Zusammenhang zwischen Grösse, Gestalt und Zusammenstellung der Blüthentheile und Grösse, Ge- stalt und Bewegungsweise der besuchenden Insekten, wie ich glaube, ein- gehender als in einer früheren Arbeit, nachgewiesen. So lange uns aber. eine unmittelbare Erkenntniss derjenigen Ursachen, durch welche die orga- nischen Gestalten bedingt sind, noch in dem Grade mangelt, als es bis jetzt der Fall ist, muss auch jeder bestimmte Nachweis indirecter Causal- verbindung organischer Gestalten als ein Schritt, der uns der Lösung des Rüthsels der organischen Natur, wenn auch auf Umwegen, ein Stück näher führt, mit Freuden. begrüsst werden. Diejenigen Entomologen, welche mich in der Bestimmung der von mir an Blumen beobachteten und eingesammelten Insekten freundlichst unter- stützt und dadurch zu einer vollständigeren und sichereren Aufzählung der Blumenbesucher befühigt haben, halte ich mich verpflichtet, hier namhaft zu machen, sowohl um den wesentlichen Antheil, welchen sie an dem vor-. liegenden Werke haben, ausdrücklich dankend anzuerkennen, als auch um . für die Zuverlüssigkeit meiner Bestimmungen mit ihren allen Entoniologen bekannten Namen einen Massstab der Beurtheilung zu geben. Prof. SCHENCK | in Weilburg hat den grössten Theil meiner Bienen-, Wespen- und Grab- wespenbestimmungen revidirt, FREDERICK SwrrH in London meine sämmt- lichen Bienen-, Wespen- und Grabwespenarten mit der Sammlung des British Museum (welches z. B. die Kırzy’schen Originalexemplare enthält) verglichen, Dr. SPEvER in Rhoden meine Schmetterlingsbestimmungen ausser Zweifel gesetzt, Herr WixNERTZ in Crefeld die mir zweifelhaft gebliebenen Dipteren bestimmt. Auch Herrn Apotheker BoncsrETTE jun. in Teklenburg, welcher in der Nähe seines Wohnortes zahlreiche auf Blüthen beobachtete Insekten ein- gesammelt und nebst genauer Angabe der Blumenart, auf welcher jedes Exemplar gefunden wurde, mir zugesandt hat, kann ich nicht unterlassen, auch an dieser Stelle meinen Dank auszusprechen. Obgleich der Name des Verlegers genügende Gewähr für die äussere Ausstattung des Buches gibt, so fühle ich mich doch veranlasst, demselben noch ausdrücklich meine Anerkennung auszusprechen für die Mühe und Sorgfalt, welche er auf die Abbildungen verwendet hat. Lippstadt, November 1872. _ H. Müller. Inhaltsübersicht. TS SISSE Erster Abschnitt. Einleitung. A. Geschichtliche Einleitung. Neue Untersuchungsrichtungen, von DARWIN eróffnet HILDEBRAND DELPINO B. Bezeichnung der vorliegenden Aufgabe. . C. Anmerkungen zur geschichtlichen Einleitung. . Zweiter Abschnttt. Blumenbesuchende Insekten und Anpassungen derselben an die Blumen. . Orthoptera und Neuroptera . Hemiptera . . . Coleoptera. . . . . ). Diptera und Thysanopt . Hymenoptera, Apidae F. Lepidoptera Dritter Abschnitt, Von Insekten besuchte Blumen und Anpassungen derselben an die Insekten. Zweck und Ausführung dieses Abschnitts Abkürzungen, welche in demselben gebraucht sind I. Klasse : Gymnospermae. . II. Klasse: Monocotyleae. A. Coronariae, Artorhizae, Ensatae und i - Musaceae und ihre Abkómmlinge . . C. Sonstige Monocotyleae III. Klasse: Dicotyleae. I. Unterklasse : Eleutheropetalae. A. Urticinae, Amentaceae, Saxifraginae Umbelliflorae (Corneae, Araliaceae, Umbelliferae) Nymphaeinae (Nymphaeaceae) ) ` Inhaltsübersicht. ` C. Parietales (Droseraceae, Violaceae, Cistaceae) Peponiferae (Cucurbitaceae) $53 Guttiferae (Saliceae, Hypericaceae) Rhamni (Frangulaceae, Celastraceae) Aesculinae (Hippocastaneae, Polygaleae) . Terebinthinae (Anacardiaceae, Rutaceae) Gruinales (Geraniaceae, Lineae, Oxalideae) Columniferae (Tiliaceae, Malvaceae) Centrospermae (Polygoneae) Caryophyllinae (Caryophylleae) Myrtiflorae (Lythraceae, Onagraceae, EE ETAR ` Rosiflorae (Pomaceae, Rosaceae mappa i Leguminosae (Papilionaceae) DH i Il. Unterklasse: Sympetalae. ; A Tubiflorae (Convolvulaceae, Boragineae, aaa ENEI 2 be De Labiatiflorae (Scrophulariaceae, Labiatae) à : Contortae (Gentianeae, Asclepiadeae, Apocyneae, "Oleaceae) , B. Primulinae (Plantagineae, Primulaceae) Bicornes (Ericaceae) . . . Lonicerinae (Rubiaceae, Caprifoliaceae, Dipsaceae) ER Campanulinae (Campanulaceae, Compositae, Valerianeae) . . Vierter Abschnitt. Allgemeiner Rückblick. A. Allgemeine Begründung g der Auffassung gewisser Eigenthümlichkeiten der Blumen und der sie besuchenden Insekten als durch natürliche Auslese erworbner Anpassungen. Anwendung der Selectionstheorie . Gründe gegen die teleologische Auffassung : B. Allgemeiner Rückblick auf die —Á—ÓÀ der Blumen und ihre Wirkung. 1. Eigenthümlichkeiten der Blumen, welche Insektenbesuch bewirken. a. Allgemeine Anlockung blumenbesuchender Insekten. Wirkung der Augenfälligkeit der Blumen . Wirkung des Duftes. . . . : Wirkung dargebotener Genussmittel b. Ausschluss gewisser, verstürkte Anlockung anderer blumenbesuchender. Insekten. a. Beschränkung des allgemeinen Insektenzutrittes durch Farbe und Geruch. 8: Durch Beschränkung und Bergung der Genussmittel Wirkung der Beschránkung der Blumennahrung auf blossen Blüthenstaub . Wirkung der Bergung des Honigs s . . «ccc Wirkung der Bergung des Blüthenstaubes s . 4. Beschränkung des allgemeinen Insektenzutrittes durch Blüthezeit und Standort . 2. Eigenthümlichkeiten der Blumen, welche Befruchtung bewirken. a) Passende Beschaffenheit des Blüthenstaubes und der Narbe . b) Sicherung der Fremdbestáubung bei eintretendem, der Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche . . IRRE RER tex TP ORTE Nachträgliche Bemerkung Systematisch - alphabetisches Verzeichniss blumenbesuchender Insekten nebst Andeu- tung der von jeder Art besuchten Blumen . "appa Alphabetisches Verzeichniss der Pflanzennamen Erster Abschnitt: Einleitung, A. Geschichtliche Einleitung. E. liegt in der Natur des menschlichen Geistes begründet, dass er sich nur allmählich und in stufenweiser Entwicklung von subjectiver zu objectiver Natur- ‚anschauung erheben kann. Wie jeder Einzelne als Kind die Gegenstände seiner Umgebung als Wesen seines Gleichen betrachtet, so hat auch die gesammte Mensch- . heit in der Kindheitsperiode ihrer Geistesentwicklung in allen N aturerscheinungen Baer nächst nur die Aeusserungen vieler oder eines einzigen menschlich denkenden und handelnden Wesens erblickt. In dem Grade jedoch, als wachsende Erfahrung und geschürfte Auffassung stetige Verknüpfungen zwischen bestimmten Voraussetzungen und bestimmten Folgen erkennen liess, trat die Vorstellung mit Nothwendigkeit waltender Naturgesetze an die Stelle des in den Erscheinungen erblickten mensch- lichen Spiegelbildes, in jedem einzelnen Zweige der menschlichen Erkenntniss natür- lich um so später, je verwickelter und mannichfaltiger seine Erscheinungen sind. Astronomie und Physik hatten daher längst ihren Weltenraddreher und ihren Blitz- schleuderer als entbehrliche Hülfsfiguren bei Seite gelegt, als in der Betrachtung der organischen Natur die Vorstellung eines menschlichen Urhebers noch in ungeschmä- lerter Geltung blieb: doch musste diese Vorstellung auch in diesem Gebiete natur- nothwendig mit zunehmender Erkenntniss sich stufenweise umgestalten und ihrem endlichen Ueberflüssigwerden und Verschwinden entgegenreifen. Wenn es anfangs möglich war, den menschenähnlichen Urheber der organischen Erscheinungen sich als mit unbedingter Freiheit des Willens schaltend vorzustellen oder in Selbstvergöt- terung das Vorhandensein der Thiere und Pflanzen auf den Menschen als Endzweck zu beziehen, so drängte die zunehmende Erkenntniss constanter Verknüpfungen von Function und Gestalt (die Möglichkeit der Willkür in immer engere Grenzen zurück, machte eine auf den Menschen als Endzweck bezogene Zweckmässigkeitstheorie un- möglich, liess dagegen die im Zusammenhange mit ihren Lebensbedingungen unter- suchten Or Diese Erk Bezug au ganismen als für ihre eigene Erhaltung zweckmässig eingerichtet erscheinen. enntnissstufe wurde in Bezug auf die Thiere weit früher erreicht, als in f die Pflanzen, lediglich weil die Lebensbedingungen, mit welchen Bau und Function der Organe in Einklange stehen, bei den Thieren zum grossen Theile weit unmittelbarer der Beobachtung zugänglich sind als bei den Pflanzen, keineswegs aber, Weil die Untersuchung der letzteren vernachlässigt worden wäre. Müller ; Blumen und Insekten. 1 I. A. Geschichtliche Einleitung. Die Blumen *) namentlich, mit ihrem Reichthum an lebhaften Farben, welche sich simmtlich vom Grün der Blätter auffallend abheben, mit ihrer Mannichfaltigkeit an strahligen und symmetrischen Formen , mit ihren die Luft durchwürzenden Ge- rüchen, konnten nie verfehlen, die besondere Aufmerksamkeit des Menschen auf sich zu ziehen und ihn zu näherer Betrachtung zu veranlassen; aber Jahrtausende hin- durch standen sie ihm als unlósbare Räthsel gegenüber; selbst als die Zergliederung der Thiere bereits längst zu der zuletzt erwähnten Zweckmässigkeitstheorie geführt hatte, blieb es bei der Betrachtung der Blumen noch ein tiefes Geheimniss, inwiefern die bunten Farben, die Wohlgerüche, die eigenthümlichen Gestaltungen und Zusam- menstellungen der Blüthentheile den Pflanzen selbst von Nutzen sein könnten. Erst gegen Ende des vorigen Jahrhunderts gelang es einem denkenden Beobachter, CHRISTIAN CoNRAD SPRENGEL, zum ersten Male diesen Schleier etwas zu lüften **), und der Titel seines bahnbrechenden Werkes »Das entdeckte Geheimniss der Natur im Baue und der Befruchtung der Blumen« (Berlin 1793) liefert den Beweis, dass er sich der Tragweite seiner Entdeckungen in vollem Masse bewusst war. Es ist zu anziehend und lehrreich zu sehen, wie SPRENGEL, ausgehend von der Vorstellung eines »weisen Urhebers der Natur, der auch nicht ein einziges Härchen ohne eine gewisse Absicht hervorgebracht hat«, durch Nachdenken über die scheinbar unbedeu- tendsten Thatsachen dazu gelangte, über die umfassendsten Gruppen von Erschei- nungen der Blumenwelt Licht zu verbreiten, als dass wir die Entwicklungsgeschichte seines Werkes, über die er selbst in der Einleitung zu demselben ausführlich be- richtet, hier ganz mit Stillschweigen übergehen dürften. Die unscheinbaren Hürchen, mit welchen der unterste Theil der Blumen- blätter des Waldstorchschnabels (Geranium silvaticum) besetzt. ist und unter welchen Honigtrópfchen versteckt liegen , führten SPRENGEL im Jahre 1787 zu der Entdeckung, dass die meisten Blumen, welche Saft enthalten, so eingerichtet sind, dass zwar Insekten sehr leicht zu demselben gelangen kónnen, der Regen aber ihn nicht verderben kann und damit zu dem Schlusse , »dass der Saft dieser Blumen zu- nüchst um der Insekten willen abgesondert werde und, damit sie denselben rein und unverdorben geniessen kónnen, gegen den Regen gesichert sei«. Als er von dieser Vorstellung ausgehend im nächsten Sommer bei der Untersuchung des Vergissmein- nichts (Myosotis palustris) über die Bedeutung des gelben Ringes nachdachte, welcher die Oeffnung der Kronenróhre umgibt und gegen die himmelblaue Farbe des Kronen- saumes so schón absticht, kam ihm die Vermuthung, dass derselbe wohl dazu dienen kónne, den Insekten den Weg zum Safthalter zu zeigen. Die Betrachtung anderer Blumen ergab in der That, dass besonders gefärbte Flecken, Linien und Figuren der Blumenkrone immer am Eingange zum Safthalter sich befinden oder nach demselben hin zusammenlaufen und somit der vermutheten Erklärung sehr wohl entsprechen. Die Bestätigung dieser Erklärung durch die Beobachtung konnte aber für SPRENGEL kaum einen Zweifel übrig lassen, dass, wie die besondere Farbe eines Theils der Krone dazu diene, dem bereits auf der Blume befindlichen Insekt den Weg zum Safte zu zeigen, so die bunte Farbe der ganzen Blume dazu diene, dieselbe den ihrer and *) Ich gebrauche das Wort B lumen im Titel dieses Werks und im ganzen Ver- laufe desselben in dem Sinne von Blüthen, welche durch bunte Farbe, Wohl- geruch oder beides uns und ihren Besuchern unmittelbar in die Sinne fallen. Die Blüthen der Cryptogamen, Binsen, Gräser etc. sind also keine Blumen. Morphologisch ist dieser Begrift unhaltbar, biologisch dagegen wohl begründet. ‚**%) Ueber die geschichtliche Entwicklung der Erkenntniss der Geschlechtlichkeit der Pflanzen bis zu SPRENGEL siehe Anmerkung 1. am Schlusse der Einleitung. - SPRENGEL’s Blumentheorie. 3. Nahrung wegen in der Luft umherschwärmenden Insekten als ein Saftbehältniss schon von weitem bemerkbar zu machen. : Wenn bis dahin SPRENGEL die Blumen nur als zum Nutzen der Insekten eingerichtet betrachtet hatte, so führte ihn im Sommer 1789 die Betrachtung einiger Schwertlilienarten (Iris) zu der weiteren Entdeckung, dass viele Blumen schlechter- dings nicht anders befruchtet werden können als durch Insekten und damit zu dem Schlusse, dass die Absonderung von Honig in den Blumen und die Verwahrung des- selben gegen Regen, welche die Ernährung der Insekten mit Blumenhonig .ermög- lichen, dass ebenso auch die Farben der ganzen Blumenkronen und besonderer Theile derselben, welche die Blumen den Insekten von weitem bemerkbar machen und ihnen, wenn sie auf dieselben geflogen sind, den Weg zum Safthalter zeigen, zugleich den Blumen selbst nützliche Einrichtungen sind, indem sie die Befruchtung der Blumen durch die besuchenden Insekten veranlassen. Hiermit waren die Grundsätze einer Theorie der honigführenden Blumen gewonnen, die SPRENGEL selbst in folgenden Worten ausspricht: 1) diese Blumen sollen durch diese oder jene Art von Insekten oder durch mehrere Arten derselben befruchtet werden; 2) dieses soll also geschehen, dass die Insekten, indem sie dem Safte der Blumen nachgehen, mit ihrem mehren- | theils haarichten Körper den Staub der Antheren abstreifen und denselben auf das j Stigma bringen. Die Anwendung dieser Theorie auf die einzelnen der Beobachtung SrRENGEL'S ‚sich darbietenden Blumen führte zur Entstehung seines obengenannten, durch eine Fülle sorgfältiger Beobachtungen und scharfsinniger Deutungen ausgezeichneten Werkes, in welchem an mehreren hundert theils einheimischen theils in den Gärten gezogenen Blumenarten, als Beweis der Richtigkeit jener Theorie, folgende fünf Stücke nachgewiesen sind : 1) eine Saftdrüse d.h. ein Theil, welcher Saft bereitet und absondert ; 2) ein Safthalter d. h. ein Theil, welcher den von der Saftdrüse abgesonderten Saft empfängt und enthält ; 3) eine Saftdecke d. h. eine Vorrichtung , welche den Saft vor Regen schützt ; 4) Veranstaltungen, welche bewirken, dass die Insekten den Saft der Blume leicht finden können : bunte Farbe und Ausdehnung der Blumen- krone, Geruch, besonders gefürbte Flecken am Eingange in den Safthalter (Saft- mal); 5) die Unmöglichkeit einer mechanischen Befruchtungsart, d. h. einer Sich- selbstbestäubung *) oder einer Bestiubung durch den Wind und in vielen Füllen die wirklich stattfindende Befruchtung durch Insekten nach Natur. Indem Sprenger diese fünf Stücke Blumen nachwies, gelang es ihm, die meisten E den Zweck der Befruchtung durch directer Beobachtung in freier; bei zahlreichen Honig absondernden igenthümlichkeiten derselben als durch Insekten bestimmt zu erklären ; seine Theorie würde daher, obgleich sie der erste Erklärungsversuch in diesem weiten Gebiete war, sogleich den zur Lösung der zunächst sich aufdrängenden Räthsel der Blumenwelt ausreichenden Schlüssel dargeboten haben lichen Mangel behaftet gewesen wäre, dessen SPRENGEL selbst sich nicht bewusst wurde und den er daher ausser Stande war zu beseitigen. F > wenn sie nicht mit einem sehr wesent- olgerichtig hätte man Sich nemlich , da das Uebertragen von Blüthenstaub auf die Narben den Insekten selbst offenbar nutzlos ist, schon von SPRENGEL’S teleologischem Standpunkte aus dieselbe Frage vorlegen müssen, die sich uns heute, wenn wir vom Standpunkte der Selectionstheorie aus die SPRENGEr sche Hypothese betrachten , zunüchst aufdrüngt : "Welchen Vortheil kann es für die Pflanzen haben, dass ihr Blüthenstaub durch ‚Insekten auf ihre Narben übergeführt wird?« Denn ebenso wie nach unserer heu- EE S S v n. *) Siehe S. 12. Anm. 1* * ` EN ; I. A. Geschichtliche Einleitung. tigen Auni nur dem Besitzer vortheilhafte Abänderungen durch natürliche Auslese erhalten und ausgeprägt worden sein können, ebenso können vom teleologi- schen Standpunkte aus nur nützliche Einrichtungen dem allweisen Schöpfer zu- ‚geschrieben werden. Wenn daher die Uebertragung des Blüthenstaubes auf die Narben durch Insekten nichts Anderes bewirkt, als die Vereinigung beider Ge- schlechter derselben Blüthe durch unmittelbare Berührung bewirken würde, so er- scheint die dem Blumenschöpfer untergelegte Absicht, diese einfachste und sicherste Art der Vereinigung zu verhindern und statt dessen jenen oft nicht zum Ziel führen- den Umweg einzuschlagen, völlig unmotivirt und launenhaft und die ganze auf die Annahme dieser Absicht gegründete Erklärung unhaltbar. T Es ist merkwürdig, in wie zahlreichen Fällen SPRENGEL richtig erkannte, dass durch die besuchenden Insekten der Blüthenstaub mit Nothwendigkeit auf die Narben anderer Blüthen: derselben Art übertragen wird, ohne auf die Vermuthung zu kommen, dass in dieser ne der Nutzen des Jot Asics für die Pflan- zen selbst gesucht werden müsse:^ Bei sehr vielen Pflanzen hatte SPRENGEL die un- gléichzeitigé Entwicklung der beiden Geschlechter derselben Blüthe (von ihm Dicho- gamie genannt) beobachtet und S. 43 seiner Einleitung sagt er ausdrücklich: »Da sehr viele Blumen getrennten Geschlechts und wahrscheinlich ebenso viele Zwitter- . 7 blumen Dichogamisten sind, so scheint die Natur es nicht haben zu wollen, dass \ irgend eine Blume durch ihren eignen Staub befruchtet werden solle« und führt als | Beleg dieser Ansicht einen von ihm angestellten Befruchtungsversuch mit Hemero- callis fulva an, welcher ihn diese Pflanze als mit eigenem Blüthenstaub unfruchtbar erkennen liess! So nahe war SPRENGEL der bestimmten Erkenntniss, dass Selbst- bestäubung weit schlechtere Resultate der Befruchtung liefert als Fremdbestäubung und dass alle den Insektenbesuch begünstigenden Blütheneinrichtungen eben dadurch der Pflanze selbst vortheilhaft sind, dass die besuchenden Insekten Fremdbestäubung bewirken! Nur seine Befangenheit in der Vorstellung eines menschlich denkenden und mit menschlichen Schwächen behafteten Blumenschöpfers, die sich an vielen Stellen seines Werks unzweideutig ausspricht"), liess ihn bei einer dem Blumen- schöpfer untergelegten launenhaften Absicht sich beruhigen und die richtige Spur, auf welche ihn seine aus dieser Annahme selbst hervorgehenden EIER führten, nicht weiter verfolgen. Diese Unterlassung wurde aber für die ganze Wirkung des SPRENGEL'schen Werkes, welches sonst wohl geeignet gewesen wäre, zur weiteren Erforschung der Blumenwelt sofort einen mächtigen Anstoss zu geben, auf mehrere Menschenalter hinaus verhängnissvoll. Denn gleichzeitige und spätere Botaniker fühlten vor Allem die Schwäche seiner Blumentheorie heraus und legten, mehr oder weniger sich bewusst, dass sie in ihrem letzten Grunde doch unhaltbar sei, mit dem mangelhaften Grund- gedanken SPRENGEL’s auch den reichen Schatz seiner sorgfältigen und scharfsinnigen Beobachtungen und seine weitgreifenden richtigen Deutungen unbeachtet bei Seite.**) Statt der Wechselbeziehungen der lebenden Organismen , die SPRENGEL mit so glücklichem Erfolge zum Gegenstande seiner Beobachtungen und seines Nachden- kens gemacht hatte, nahmen daher erst eine trockne Systematik, dann Anatomie und Entwicklungsgeschichte die Thätigkeit der Forscher so ausschliesslich in Anspruch, dass Niemand daran dachte, die schönen Beobachtungen SPRENGEL's weiter fortzu- setzen oder auch nur auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Sein Werk blieb in Vergessen- heit versunken, bis die gesammte Anschauung der organischen Natur im weiteren *) Vgl. Anm. 2. **) Vgl. Anm. 3 at KNiGHT's Lehre. 5 Fortschritte des Erkennens a von Grund aus umgestaltet hatte und bis der von SPRENGEL nur dunkel geahnte Vortheil der Fremdbestäubung durch unabhängig von den seinen gemachte Erfahrungen von neuem und klarer erkannt worden war. . Die Umgestaltung der zu SeRENGEL's Zeit herrschenden und in dem SPRENGEL - schen Werke mit vollster Ueberzeugung ausgesprochenen Vorstellung eines mensch- lichen Urhebers der organischen Natur nahm unvermerkt in drei verschiedenen Zweigen der Forschung, in der Systematik, der Entwicklungsgeschichte und der Ver- steinerungskunde ihren Ursprung und führte in allen dreien übereinstimmend immer zwingender zu der Vorstellung, dass die heutigen Thier- und Pflanzenarten sich aus einfacheren Organismen entwickelt haben müssen. Mit dem von DARWIN in seiner »Entstehung der Arten« gelieferten klaren und umfassenden Nachweise, dass in der That die Wirkung noch unter unseren Augen thätiger Kräfte zur Erklärung der Ent- stehung der Thiere und Pflanzen aus einfachsten Organismen ausreicht, war der. Vorstellung eines menschlichen Urhebers auch für die Betrachtung der Erscheinungen der organischen Natur die letzte Stütze entzogen; das ausschliessliche Walten von den Stoffen untrennbarer Kräfte musste nun als die alleinige Ursache aller Erschei- "nungen anerkannt werden, wenn auch die thatsächliche Erkenntniss des ursüchlichen. Zusammenhanges in Bezug auf die meisten Erscheinungen der organischen Natur, namentlich auch in Beziehung auf die Entstehung der einfachsten Urorganismen, noch die gewaltigsten Lücken liess. Die gesammte Naturauffassung war damit eine einheitliche, von menschlichen Spiegelbildern befreite, eine objective geworden. Noch früher als diese Umwandlung der gesammten Naturanschauung hatte sich die andere oben bezeichnete Vorbedingugg der Wirkungsfähigkeit der SPRENGET schen Blumentheorie, die erweiterte und klarere Erkenntniss des Vortheils der Fremd- bestäubung, erfüllt; für sich allein aber war sie wirkungslos geblieben. Schon wenige Jahre nach dem Erscheinen des SPRENGEL schen Werkes hatte ANDREW Knicht, auf vergleichende Selbstbestäubungs- und Kreuzungsversuche an Pisum gestützt, den Satz aufgestellt, dass keine Pflanze eine unbegrenzte Zahl von Generationen hindurch sich selbst befruchte *), aber seine Lehre hatte keine weitere Beachtung gefunden; Niemand war es eingefallen, durch Benutzung derselben die SPRENGEL sche Blumen- theorie in sich haltbar zu machen. Ebenso war es HERBERT**) ergangen, welcher das Endergebniss seiner zahlreichen Befruchtungsversuche in dem »Ich bin geneigt zu glauben, dass ich ein besseres Resultat erlangte, wenn ich die Blüthe, von der ich Samen zu erlangen wünschte , Individuum derselben Varietät oder wenigstens von ei ich sie mit ihrem eigenen Pollen befruchtete«, ebenso C. F. GAERTNER ***). der bei seinen Befruchtungsversuchen mit Passiflora, Lobelia und Fuchsiaarten noch entschie- dener zu demselben Ergebniss gelangt war. Selbst als Darwın in den Jahren 1857 und 58 neue an Papilionaceen gemachte Beobachtungen mitgetheilt hatte, aus welchen her- vorging, dass Mitwirkung von Insekten oder künstliche Nachahmung ihrer Thätigkeit zur vollen Fruchtbarkeit derselben unerlässlich sei, und dass Kreuzung getrennter Stöcke durch die Insekten thatsächlich in grosser Ausdehnung bewirkt werde), war *) Siehe Anmerkung 4. ‘ **) HERBERT, Amaryllidaceae, London 1837. p. 371: »I am inclined to think that l have derived advantage from impregnating the flower from which I wished to obtain Sed with pollen from another individual of the same variety, or at least from another ower rather than with its own.« "**) C. F. GÄRTNER, Beiträge zur Kenntniss der Befruchtung. Stuttgart 1844. S. 366. +) Ch. DARWIN »On the agency of bees in the fertilisation of Papilionaceous flowers« E ied and Mag. of Nat. Hist. 3 Series. Vol. 2 (1858) p. 461. Vgl. im dritten Abschnitte leses Buches Phaseolus vulg., Trifolium repens, Medicago lupulina. Satze zusammenfasste : mit Pollen von einem anderen : ner anderen Blüthe, als wenn 6 I. A. Geschichtliche Einleitung. seine Erinnerung an die von Kwienrr aufgestellte Lehre wirkungslos geblieben. Erst als ein Jahr später DARWIN sein eine neue Epoche der Erforschung der organischen Welt eröffnendes Werk »Ueber die Entstehung der Arten. durch natürliche Auslese»*) veröffentlichte und in demselben die Kwreur'sche Lehre, erweitert, tiefer begründet und aufs engste mit seiner Selectionstheorie verknüpft, als ein vermuthlich allgemeines Naturgesetz von neuem hervorhob**), war der Bann, welcher das SP&RENGEL'sche Werk so lange wirkungslos gehalten hatte, gebrochen; dieselbe Selectionstheorie, welche der den SPRENGEL'schen Entdeckungen zu Grunde liegenden Vorstellung eines menschenähnlichen Blumenschópfers den letzten Halt nahm, brachte diese Ent- deckungen selbst zum ersten Male zur vollen Geltung und bewirkte, dass das SenENGEL sche Werk, nach 70jáhriger Verkanntheit und Vergessenheit, endlich mächtig fördernd und anregend in die Erforschung der ursächlichen Bedingtheit der Blumenformen eingriff. Zur Begründung des als vermuthlich allgemeines Naturgesetz hingestellten Satzes, »dass kein organisches Wesen sich eine unbegrenzte Zahl von Generatiohen hindurch durch Selbstbefruchtung zu erhalten vermag, sondern dass gelegentliche wenn auch oft erst nach sehr langen Zeiträumen erfolgende Kreuzung mit getrennten Indivi- duen unerlássliche Bedingung für dauernde Forterhaltung ist«***), wies DARwın zunächst nur darauf hin, dass alle höheren und die grosse Mehrzahl der niederen Thiere getrennten Geschlechtes sind und die meisten Zwitterthiere sich regelmässig paaren, dass nach der Erfahrung der Thier- und Pflanzenzüchter, die durch eine grosse Zahl von ihm selbst gesammelter, aber zunächst noch nicht ver- öffentlichter Thatsachen bestätigt werde, enge Inzucht Kräftigkeit und Fruchtbarkeit der Nachkommenschaft vermindert, Kreuzung mit einer anderen Rasse oder einem anderen Stamm derselben Rasse beides erhöht, dass nach dem oben angegebenen Er- gebnisse der künstlichen Befruchtungsversuche mehrerer Botaniker der Blüthenstaub derselben Blüthe eine schwächer befruchtende Wirkung auf das Pistill ausübt, als der Blüthenstaub getrennter Individuen, dass die der Witterung und damit häufig dem Verderben ausgesetzte Lage der Geschlechtstheile sehr zahlreicher Pflanzen sich in einfachster Weise durch die Annahme der Nothwendigkeit gelegentlicher Kreuzung erklären lässt, dass, nach den von ihm selbst an Schmetterlingsblumen angestellten Versuchen, bei vielen Blüthen Abschluss des Insektenbesuches:die Fruchtbarkeit er- heblich vermindert oder ganz aufhebt, dass, wie SPRENGEL in zahlreichen Fällen nachgewiesen und Darwın bestätigt gefunden, in vielen Blüthen Selbstbestäubung durch die gegenseitige Stellung oder durch die ungleichzeitige Entwicklung der bei- derlei Geschlechtstheile verhindert, Fremdbestüubung durch Insekten oder Wind da- gegen allein möglich ist, dass endlich bei keinem einzigen organischen Wesen durch - den Bau und die Lage der Geschlechtstheile eine gelegentliche Kreuzung mit anderen Individuen derselben Art unmóglich gemacht ist. Da alle diese Gründe, einzeln genommen, weder einwurfsfrei noch entschei- dend waren, aber doch in ihrer Gesammtheit dem von DARWIN vermutheten all- gemeinen Naturgesetze einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit verliehen, so von BRONN. : 1 igi **) Vgl. Chap. IV: »On the intercrossing of Individuals«. : *** that no organic being fertilizes itself for an eternity of generations, but that a cross with another individual is occasionally — perhaps at very long intervals — indispensable. Origin of species Chap. IV. »On the intererossing of Individuals«. Neue Untersuchungsrichtungen von DARWIN eröffnet. 7 der Arten und bei der fundamentalen Wichtigkeit, welche es hierdurch für die ge- sammte botanische Forschung erlangte, nicht fehlen, dass alsbald von verschiedenen Botanikern für oder gegen dasselbe Partei genommen wurde, je nachdem der Ein- zelne sich mehr durch das Gesammtgewicht aller Gründe oder durch die noch unvoll- ständige Durchführung der einzelnen bestimmen liess. Mit Recht machten die Gegner geltend, dass, wenn man auch für das Thierreich die Möglichkeit gelegentlicher Paarung der verhältnissmässig wenig zahlreichen sich gewöhnlich selbstbefruchtenden Zwitter zugeben wolle, doch für die Mehrzahl der Pflanzen die herrschende Vorstel- lung, dass ihre Blüthen von selbst oder durch Insekten oder Wind mit eigenem Blüthenstaube befruchtet würden, noch unwiderlegt sei*); mit Recht erklärten sie die für den Nachtheil enger Inzucht oder der Befruchtung mit eigenem Pollen spre- chenden Erfahrungen als für die Begründung eines allgemeinen Naturgesetzes noch viel zu spärlich und forderten ausgedehntere experimentelle Beweise **): mit Recht endlich wiesen sie auf das nicht seltene Vorkommen sich unvermeidlich selbstbestäu- bender und sogar beständig geschlossen bleibender und doch volle Fruchtbarkeit zeigender Blüthen als auf noch nicht beseitigte Einwürfe muthete Naturgesetz hin. ***) Ein strenger Beweis dieses Gesetzes erscheint der Natur der Sache nach von vorn herein eben so unmöglich, als eine strenge Widerlegung desselben, da weder, falls es richtig ist, der Nachweis der Nothwendigkeit gelegentlicher Kreuzung jemals ‚in Bezug auf alle zweigeschlechtigen Thier- und Pflanzenarten durchgeführt, noch, falls es unrichtig ist, irgend ein sich regelmüssig selbst befruchtender Zwitter eine unbegrenzte Zahl von Generationen hindurch der Beobachtung unterzogen werden kann. Da aber das Gebiet von Thatsachen, welche unter dieses Gesetz fallen und an. welchen sich die Stichhaltigkeit desselben im Einzelnen auf d'e Probe stellen lässt, unerschöpflich reich ist, so muss sich durch andauernd fortgesetzte , massenhafte Einzeluntersuchungen, falls es richtig ist, seine Wahrscheinlichkeit endlich bis zu einem an Gewissheit grenzenden Grade steigern, oder aber, Unwahrscheinlichkeit immer auffallender hervortreten. KnıeHt-Darwın’sche Gesetz geeignet, nach verschiedenen Richtungen hin andauernd zur Anstellung zahlreicher Untersuchungen bis dahin unbeachtet gelassener Erschei- nungen anzuregen und so, selbst wenn dieselben schliesslich zu keiner ausnahmslosen Bestátigung führen sollten, in hohem Grade befruchtend und die Erkenntniss fórdernd: zu wirken. DARWIN gegen das von DARWIN ver i falls es unrichtig ist, seine Gerade hierdurch ist das selbst ging auch in der Eröffnung dieser neuen Untersuchungsrich- tungen mit unübertroffenen Arbeiten bahnbrechend voran. Schon wenige Jahre nach dem Erscheinen seiner »Entstehung der Arten« lieferte er durch ein bewunderns- werthes Werk über die der Befruchtung der Insekten angepassten Blütheneinrich- tungen der Orchideen +) den Beweis, dass er den KxiGHT'schen Satz keineswegs, ohne selbst in umfassende Einzeluntersuchungen eingegangen zu sein, als vermuthlich allgemeines Naturgesetz hingestellt habe. Denn er zeigte in diesem Werke, dass bei fast allen britischen und seiner Untersuchung zugänglich gewesenen ausländischen Orchideen die Blütheneinrichtungen mit erstaunlicher Vollkommenheit und bis in die A OP EA AO E E .*) So TREVIRANUS Bot. Z. 1863. S. 2—6. .**) So CasPARY (Schriften der physik. ókon. Gesellschaft in Kónigsbg. 1865 S. 18 ff.). 1) So H. v. Mont Bot. Z. 1563. Nr. 42. 43. i) On the various contrivances by which british and foreign Orchids are fertilized by Insects. London 1862. Darwin, Ueber die Einrichtungen zur Befruchtung britischer und ausländischer Orchideen durch Insekten, übersetzt von H. G. BRONN. Stuttgart 1862. (Schweizerbart.) I. A. Geschichtliche Einleitung. grössten Einzelheiten des Baues der Thätigkeit besuchender Insekten in der Weise angepasst seien, dass durch dieselben unfehlbar der Blüthenstaub auf die Narben anderer Blüthen übertragen werden müsse. Nur einige sich regelmässig selbstbefruch- tende Arten machten von diesem allgemeinen Verhalten vorläufig unerklärte Aus- nahmen; da aber auch bei diesen die Möglichkeit gelegentlicher Fremdbestäubung durch Insekten nicht ausgeschlossen war, so begründeten auch sie gegen den KnıGHT- Darwın’schen Satz keinen Einwurf. Indem nun dieses Werk, von dem Grundfehler der Serenger'schen Blumen- theorie befreit und mit der ganzen Beobachtungs- und Gedankenschärfe eines DARWIN durchgeführt, ein Muster gründlicher Erklärung von Blütheneinrichtungen hinstellte, gab es zu einer auf Srrengers Entdeckung basirenden weiteren Erforschung der Blütheneinrichtungen den mächtigsten Anstoss. Selbst TrREvIRAnus’ wohlbegründete Einwendung, dass bei den meisten Orchideen, auch bei einheimischen, die Wirkung besuchender Insekten nur indirect aus dem Baue der Blüthen erschlossen, nicht direct beobachtet sei*), konnte diese Wirkung des Darwın'schen Orchideenwerkes . nicht beeinträchtigen; im Gegentheil musste sie die allgemeine Aufmerksamkeit nur noch mehr auf die thatsächlich die Orchideen befruchtenden Insekten lenken. In welchem Grade diese Aufmerksamkeit in der That den Orchideen zu Theil geworden dst, ergibt sich aus einem 7 Jahre später von Darwin zu seinem Orchideenwerke gelieferten Nachtrage**), der für die meisten einheimischen Orchideen die inzwischen direct beobachteten Insektenbesuche nachweist. Eine zweite Untersuchungsrichtung, welche von Dırwın in gleich meister- hafter Weise neu eröffnet wurde, ist die directe Ermittlung der verschiedenen Wir- kung eigenen und fremden Pollens durch den Versuch. Wie oben erwühnt, hatte schon SPRENGEL an Hemerocallis fulva einen Selbstbestäubungsversuch angestellt und die Blüthen dieser Pflanze als mit eigenem Pollen unfruchtbar (selbst-impotent) erkannt; andere Beispiele selbst-impotenter oder mit eigenem Pollen wenigstens in geringerem Grade als mit fremdem fruchtbarer Pflanzen hatten Sich in den darauf- folgenden Decennien bei künstlichen Befruchtungsversuchen verschiedener Botaniker, wie ebenfalls oben erwähnt, gelegentlich herausgestellt. Darwın sammelte nicht nur diese zerstreut liegenden Thatsachen unter den Gesichtspunkt des von KnıcHr auf- gestellten Satzes, der ihnen erst eine tiefere Bedeutung verlieh und vermehrte ihre Zahl durch eigene Beobachtungen, sondern ersann zugleich eine neue Untersuchungs- methode, welche die aus Selbstbefruchtung erhaltenen Nachkommen mit eigenem Pollen fruchtbarer Pflanzen in einen Kampf um das Dasein mit aus Fremdbestäubung hervorgegangenen Nachkommen derselben versetzte und so das Endergebniss stetiger Selbstbefruchtung unter den in der Natur stattfindenden Bedingungen zu ermitteln gestattete. Er befruchtete nemlich an zahlreichen mit eignem Pollen fruchtbaren Pflanzen, von denen Insektenzutritt sorgfältig abgeschlossen war, einige Blüthen mit eigenem Pollen, andere Blüthen desselben Stocks mit Pollen einer benachbarten, unter denselben Lebensbedingungen aufgewachsenen Pflanze derselben Art, brachte die durch Selbstbestäubung und die durch Kreuzung erhaltenen Samen in demselben Gefässe auf feuchtem Sande zum Keimen, verpflanzte sie darauf paarweise auf ent- gegengesetzte Seiten desselben Topfes und beobachtete sodann, während alle erdenk- baren Vorsichtsmassregeln beobachtet wurden, um beide Parteien gleichmässig günstigen Bedingungen ausgesetzt zu halten, sorgfältig das Wachsthum der aus » *) TREVIRANUS, Bot. Z. 1863. S. 15. **| Notes on the fertilization of Orchids by CH. Darwın (Annals and leise of Natural History for Sept. 1869). Neue Untersuchungsrichtungen von DARWIN eröffnet. | 9 Kreuzung und der aus Selbstbefruchtung hervorgegangenen Pflanzen, die beim Her- anwachsen um Bodennahrung und Licht mit einander zu kämpfen hatten , von der Keimung bis zur Reife. Derselbe Versuch wurde mit den von beiden Parteien RR tenen Samen wiederum angestellt und von Generation zu Generation wiederholt. ) In mehreren Fällen (Ipomea purpurea, Mimulus luteus) zeigten schon in der ersten Generation die aus Kreuzung erhaltenen Pflanzen eine entschiedene Ueber- legenheit über die aus Selbstbefruchtung hervorgegangenen, indem sie weit ‚grösser wurden (im Verhältniss von 4:3 oder selbst 3: 2), früher blühten und zahlreichere Samenkapseln trugen ; in anderen Fällen trat ein solches Uebergewicht weniger deut- lich oder gar nicht hervor; ein entgegengesetztes Verhalten aber, ein Uebergewicht aus Selbstbefruchtung hervorgegangener Nachkommen über durch Kreuzung erzielte, wurde in keinem einzigen Falle beobachtet. . | Auch diese Untersuchungen DARWIN's ergaben also dem Kwienr'schen Satze im Ganzen günstige Resultate; aber eine an Gewissheit grenzende Wahrscheinlich- keit lässt sich auch von dieser Seite her erst erreichen, wenn Untersuchungen dieser Art in ausgedehntestem Masse in Angriff genommen und viele Generationen hindurch andauernd fortgesetzt werden. Eine dritte von Darwın mit nicht minderem Geschick und Erfolg neu an- gebahnte Untersuchungsrichtung, welche mit der eben besprochenen theilweise zu- sammenfällt, zugleich aber durch ihre Resultate der früher üblichen Vorstellung, dass Arten von Varietäten durchgreifend verschieden seien, den letzten Schein von Be- gründung entzieht und zugleich über die dunkle Frage der Bastardbildung einiges Licht verbreitet, ist die experimentelle Untersuchung der dimorphen und trimorphen Pflanzen. Schon SPRENGEL (S. 103) hatte bei Hottonia palustris bemerkt: » Einige Pflanzen haben lauter solche Blumen, deren Staubgefüsse innerhalb der Kronenróhre befindlich sind, deren Griffel aber aus derselben hervorragt, und andere lauter solche Blumen, deren Griffel kürzer ist, deren Staubgefässe aber länger sind, als die Kronen- röhre. Ich glaube nicht, dass dieses etwas Zufälliges, sondern eine Einrichtung der Natur ist, obgleich ich nicht im Stande bin, die Absicht derselben anzuzeigen.« Später hatte man dieselbe Eigenthümlichkeit langgriffliger und kurzgriffliger Stócke auch bei einzelnen anderen Pflanzenarten bemerkt und bei Lythrum Salicaria sogar dreierlei Stöcke, langgriff lige, mittelgrifflige und kurzgrifflige, vorgefunden, ohne jedoch etwas weiteres mit diesen Thatsachen anfangen zu können. DArwın unter- warf nun die eigenthümlichen geschlechtlichen Verhältnisse dieser Pflanzen, die er - dimo rph und trimorph nannte , einer genaueren Betrachtung und zugleich aus- gedehnten Kreuzungsversuchen, sowie Züchtungsversuchen der aus den verschiedenen Kreuzungen erhaltenen Nachkommen. Das Endresultat dieser seiner mit vollendeter Umsicht und Geduld durchgeführten Untersuchungen **) lässt sich in folgenden Sätzen zusammenfassen : TUE TIU Air *) The variation of animals and plants under domestication 1868. Vol. II. Chap. 17 — Das Variiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication. Aus dem Eng- lischen übersetzt von J. VICTOR CARUS 2ter Band S. tTO T : **) »On the two forms or dimorphic condition in the species of Primula«. Journal of Proceed. of the Linnean Soc. Bot. vol. VI (1862) p. 77. »On Linum« ibid. vol. VII (1864) - 69. »On Lythrum Salicaria« ibid. vol. VIII (1864) p. 169. »On the character and hy rid-like nature of the offspring from the illegitimate unions of dimorphic and tri- morphic plants«, Ibid. vol. X. (1868) p. 393—437. Eine übersichtliche Zusammenstellung er Resultate dieser Arbeiten gibt DARWIN in der vierten Auflage des »Origin of Ta P. 320—326 unter dem Titel » Reciprocal Dimorphism and Trimorphism« (in der dritten 10 l. A. Geschichtliche Einleitung. Bei den dimorphen Pflanzen (Primula, Pulmonaria, Linumarten etc.) gibt es zweierlei ziemlich gleich háufige und meist nahe bei einander wachsende Pflanzen- stócke, die, bei übrigens völliger oder fast völliger Gleichheit, in der Ausbildung der beiderlei Geschlechtstheile in der Weise einander entgegengesetzt sind und in Wech- selbeziehung zu einander stehen, dass in den Blüthen der einen die Staubgefässe von den Griffeln, in denen der andern die Griffel von den Staubgefässen erheblich an Länge übertroffen werden, dass ferner bei jeder der beiden Formen die Staubgefässe in derselben Höhe stehen wie bei der anderen die Narben, die Narben in derselben Höhe, wie bei der anderen die Staubgefässe, dass endlich bei der langgriffligen Form die Narben von langen Papillen rauh, die Pollenkörner kleiner, bei der kurzgriffligen Form dagegen die Narben bei kurzen dichtstehenden Narbenpapillen glatt, die Pollen- körner ‚grösser sind. Bei den trimorphen Pflanzen (Lythrum Salicaria) gibt es dreierlei Pflanzenstöcke, die einen mit langgriffligen, die andern mit mittelgriffligen, die dritten mit kurzgriffligen Blüthen, jede Blüthenform mit 2 Kreisen von Staub- gefässen, die mit den Griffeln der beiden anderen Blüthenformen in gleichen Höhen stehen, die im höchsten Kreise stehenden Staubgefässe mit den grössten, die im mittleren stehenden mit mittleren , die im tiefsten stehenden mit den kleinsten Pol- lenkórnern. *) = = ne Insekten, welche Blüthen verschiedener Stöcke abwechselnd in gleicher Weise besuchen, müssen daher, indem sie in allen mit gleichen Körpertheilen gleich hoch- stehende Geschlechtstheile berühren, sowohl bei dimorphen als bei trimorphen Pflan- zen Stöcke verschiedener Blüthenformen in der Regel in der Weise mit einander kreuzen, dass sie auf die Narben jeder Blüthenform Pollen von gleich hochstehenden Staubgefässen einer anderen Blüthenform bringen. Diese in der Natur in der Regel stattfindenden Kreuzungen, bei denen zugleich die Grósse der Pollenkórner der Länge des von ihren Schläuchen zu durchlaufenden Weges entspricht, werden von DARWIN legitime, alle anderen illegitime genannt. Bei dimorphen Pflanzen sind also zwei Arten legitimer Kreuzung möglich und finden regelmässig in der Natur statt, die Befruchtung langgriffliger Blüthen mit dem Pollen kurzgriffliger und die Befruchtung kurzgriffliger mit dem Pollen langgriffliger ; ebenso sind bei ihnen zwei Arten illegi- timer Kreuzung möglich, nemlich lang- mit lang- und kurz- mit kurzgrifflig. Bei tri- morphen Pflanzen dagegen sind sechs Arten legitimer Kreuzungen möglich und finden regelmässig in der Natur statt, indem die Narben der langgriffligen Form mit Pollen aus dem hóchsten Staubgefüsskreis sowohl der mittel- als der kurzgriffligen und ebenso die Narben der mittel- und kurzgriffligen Form mit Pollen gleich hoher Staubgefässe jeder der beiden anderen Formen legitim befruchtet werden kónnen; illegitimer Kreuzungen aber sind bei ihnen 12 verschiedene Arten móglich, indem jede der 3 Narbenarten sowohl mit beiden Arten von Pollen derselben Blüthenform als mit je einer Art von Pollen jeder der beiden andern Blüthenformen, also im Ganzen mit vie- rerlei Pollen illegitim befruchtet werden kann. (3-4=12). Darwın fand nun, indem er bei dimorphen Pflanzen alle 4, bei trimorphen alle 18 möglichen Kreuzungsarten ausführte und die aus den erhaltenen Samenkörnern aufgehenden Pflänzchen grosszog und von neuem in verschiedener Weise kreuzte, dass nur die legitimen Kreuzungen, also die Vereinigungen von Geschlechtstheilen gleicher Höhe, volle Fruchtbarkeit und normale, völlig fruchtbare Nachkommen liefern, dass dagegen illegitime Kreuzungen alle Abstufungen verminderter Fruchtbarkeit bis zu völliger Unfruchtbarkeit darbieten Auflage von J. VICTOR Carus S. 325—331): ebenso in »The variation of animals and plants under domestication«, chap. XIX. ; a *) Genaueres hierüber siehe bei Lythrum Salicaria. F. HILDEBRAND. 11 und Nachkommen liefern, welche sich in jeder Hinsicht wie Bastarde verschiedener Arten verhalten. - ; Das Ergebniss dieser Darwın’schen Untersuchungen war also dem Kurent- schen Satze ganz besonders günstig, indem es bewies, dass bei dimorphen und tri- morphen Pflanzen nicht nur gelegentliche Kreuzung getrennter Blüthen, sondern sogar regelmässige Kreuzung getrennter Stöcke zur Erhaltung der Art durchaus er- forderlich sei; gleichzeitig hob es die scharfe Grenzlinie zwischen Art und Varietät, welche man bis dahin in der mehr oder weniger ausgeprägten Unfruchtbarkeit der Bastarde bei Kreuzung von Arten zu besitzen geglaubt hatte, vollständig auf und zeigte überdiess durch die völlige Uebereinstimmung der aus illegitimen Kreuzungen dimorpher und trimorpher Arten hervorgegangenen Nachkommen mit Bastarden ver- schiedener Arten, dass auch die Unfruchtbarkeit der letzteren bei ihrer ersten geschlechtlichen Vereinigung und die Unfruchtbarkeit ihrer Bastarde nicht in einer Verschiedenheit ihres gesammten Baues, sondern ausschliesslich in einer Verschieden- heit der Wirkung ihrer geschlechtlichen Elemente zu suchen sei. Die vollständigste Zusammenstellung aller bekannt gewordenen Thatsachen, welche für die Richtigkeit des KxrGur'schen Satzes sprechen, hat DARwIN in seinem umfassenden Werke über das Variiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication *) gegeben und dadurch noch nach mehreren anderen Richtungen hin zur Anstellung von Versuchen und zu aufmerksamer Beobachtung früher unbeachtet . gelassener Erscheinungen angeregt; für die Erforschung der ursächlichen Bedingtheit der Blüthenformen sind jedoch vor Allem die drei soeben bezeichneten, von DARWIN neu angebahnten Untersuchungsrichtungen wichtig geworden. Zahlreiche Forscher, unter welchen besonders Fr. HILDEBRAND, FEDERICO Derrıno, mein Bruder Frırz MÜLLER und SEVERIN AxkELL hervorgehoben zu werden verdienen, sind auf diesen ‚von Darwın eröffneten Bahnen erfolgreich weiter vorgedrungen und haben nicht nur eine Masse neuer Thatsachen zu Tage gefördert, welche unter Voraussetzung der Richtigkeit des KxrGur-DagwiN' schen Gesetzes eine Erklirung der Blütheneinrich- tungen ermöglichen und daher zugleich selbst als Belege dieses Gesetzes dienen . können **), sondern auch verschiedene neue allgemeine Gesichtspunkte eröffnet, welche wir zur Gewinnung eines Ueberblickes über den gegenwärtigen Stand der Fragen hier noch ins Auge zu fassen haben. F. HinpEBRAND hat in zahlreichen fleissigen Arbeiten ***| manche von SPRENGEL bereits eingehend untersuchte aber auf Selbstbestäubung gedeutete Blüthen- einrichtung (Aristolochia Clematidis, Tilia etc.) als regelmüssiger Fremdbestäubung unterliegend nachgewiesen, von zahlreichen von SPRENGEL noch nicht untersuchten Blüthenformen gezeigt, dass bei ihnen bei eintretendem Insektenbesuche ebenfalls Fremdbestäubung erfolgen müsse und die von ihm erörterten Blütheneinrichtungen in der Regel durch Abbildungen erläutert; er hat den Dimorphismus und Trimor- phismus bei zahlreichen weiteren Pflanzen nachgewiesen, die von Darwın an dimorphen und trimorphen Pflanzen angestellten Kreuzungsversuche an Primula Sinensis, Pulmonaria offieinalis und versc hiedenen Oxalisarten fortgesetzt und ihnen Selbstbestäubungsversuche hinzugefügt, welche im Ganzen noch grössere Unfrucht- barkeit als die illegitimen Kreuzungen ergaben, er hat durch seine Befruchtungsver- *) Variation of animals and plants under domestication 1868. Chap. 15, 16 und be- sonders 17. ga) Auf diese Thatsachen Battungen hingewiesen werden. ***| Siehe Anm. 5. soll im Verlaufe dieses Buches bei den einzelnen Pflanzen- T2 I. A. Geschichtliche Einleitung. suche an Corydalis cava nachgewiesen, dass bei dieser sich unausbleiblich regelmässig selbstbestäubenden Art die Sichselbstbestäubung*) völlig wirkungslos bleibt, selbst Kreuzung verschiedener Blüthen desselben Stockes nur sehr geringe Fruchtbarkeit ergibt, nur Kreuzung getrennter Stócke von vollkommner Fruchtbarkeit begleitet ist und dadurch einen gewichtigen Einwand gegen das Kw1eur-DaRgwrN'sche Gesetz ent- kräftet; er'hat endlich in seiner »Geschlechtervertheilung bei den Pflanzen« (1867) allgemein in Bezug auf die Abtheilung der Phanerogamen nachzuweisen versucht, dass durch den Bau der Blüthen ausnahmslos Kreuzung getrennter Individuen un- ausbleiblich, überwiegend wahrscheinlich oder wenigstens móglich gemacht sei und sämmtliche Blütheneinrichtungen der Phanerogamen nach dem Grade der Verhin- derung der Selbstbestäubung in folgender Weise übersichtlich geordnet: A. Männliche und weibliche Organe getrennt, inverschiedenen Blüthen (Diklinie). \ Fremdbestäubung nothwendig, durch Insekten und Wind bewerkstelligt. Cannabis. B. Männliche und weibliche Organe zusammen in einer und derselben Blüthe (Monoklinie). 1. Beide Geschlechter nach einander entwickelt (Dichogamie). a) Die männlichen vor den weiblichen **) Geranium pratense. b) Die weiblichen vor den männlichen ***) Luzula pilosa. Selbstbestäubung in der Natur verhindert, Fremdbestäubung durch Insekten bewerkstelligt. 2. Beide Geschlechter zugleich entwickelt (Homogamie). a) Blüthen sich óffnend (flores chasmogami Axell). I. Antheren von der Narbe entfernt. a. Griffellänge an den verschiedenen Stócken derselben Art verschieden (Hetero- stylie Hild., Dimorphismus und Trimorphismus DARWIN). Selbstbestäubung zwar nicht verhindert, aber entweder von gar keinem (Pulmonaria off. oder nur geringem Erfolge (Primula sinensis). 8. Griffellànge in allen Blüthen gleich (Homostylie). 0) Geschlechtsorgane während der Blüthezeit in ihrer gegenseitigen Lage sich ándernd. Selbstbestäubung vermieden, Fremdbestäubung durch Insekten be- günstigt. Anoda hastata. 9) Geschlechtsorgane während der Blüthezeit in unveründerter Lage. +) Insektenhülfe zur Bestäubung nöthig. Zum Theil Selbstbestäubung unmöglich, Fremdbestäubung nöthig: Orchideen.- ; : Zum Theil Selbstbestäubung möglich, aber nicht nothwendig; Fremd- bestäubung wahrscheinlicher: Asclepiadeen. ti) Insektenhülfe zur Bestäubung nicht nóthig. Selbstbestäubung möglich, aber auch Fremdbestäubung durch Insekten vollzogen. *) Ich gebrauche, HILDEBRAND folgend, in allen Fällen, in denen ohne äussere Vermittlung Blüthenstaub auf die Narbe derselben Blüthe gelangt, den Ausdruck »Sich- . selbstbestäubung«, in denjenigen Fällen dagegen, in welchen durch besuchende Insekten oder andere Vermittler (z. B. durch Menschenhand) Blüthenstaub auf die Narbe derselben Blüthe gebracht wird, den Ausdruck »Selbstbestäubung«. Wenn der auf die Narbe gebrachte Blüthenstaub zur Fruchtbildung führt, so wird die Sichselbstbestáubung zur Sichselbstbefruchtung und die Selbstbestäubung zur Selbstbefruchtung. **) SPRENGEL nennt diese Art der Dichogamie männlich weibliche (dichogamia androgyna), HILDEBRAND protandrische, DELPINO proterandrische. »**), SPRENGEL nennt diese Art der Dichogamie weiblich männliche (D. gynandra), HILDEBRAND protogynische, DELPINO proterogynische. Letzterer unterscheidet zwei Arten derselben, nemlich proterogynia brachybiostigmatica, Proterogynie mit kurz- lebigen Narben, wenn die Narben verblühen, ehe die Staubgefässe reifen, und pr. macro- biostigmatica, Pr. mit langlebigen Narben, wenn die Narben bis zur Reife der Staub- gefässe empfängnissfähig bleiben, in welchem Falle natürlich Selbstbestäubung möglich ist. DELPINO. ` 1 D ll. Antheren der Narbe anliegend, Selbstbestáubung unvermeidlich, * es erfolgt keine Fruchtbildung ohne Fremdbestáubung, durch Insekten voll- zogen: Corydalis cava; ** es erfolgt Fruchtbildung, aber Fremdbestäubung durch Insekten nicht aus- geschlossen. b) Blüthen sich nie öffnend (flores cleistogami KUHN). Es erfolgt nur Selbstbefruchtung, jede Fremdbestáubung ausgeschlossen; aber diese Pflanzen haben alle noch andere sich öffnende, der Fremdbestäubung ausgesetzte Blüthen: Oxalis acetosella. Obgleich sich die in Bezug auf Möglichkeit von Selbst- und Fremdbestäubung hier gemachten Bemerkungen später als keineswegs durchaus zutreffend herausgestellt haben, und obgleich die hier in Gegensatz zu einander gestellten Abtheilungen, wie HILDEBRAND selbst gebührend hervorhebt, in der Natur durch mannichfache Zwischen- stufen in einander übergehen, so bleibt doch die HrrpEBRAND'sche Eintheilung, in- dem sie, in sich unantastbar, mit ihrer logischen Gliederung in Satz und Gegensatz das Gebiet der Möglichkeit umfasst, als künstliches Fachwerk zur Uebersicht der einzelnen Fälle sehr wohl brauchbar. | ; ; DzrPrNo*) hat den Bestäubungsmechanismus sehr zahlreicher, den verschieden- sten Pflanzenfamilien angehóriger Blüthenformen als ausschliesslich der Fremdbe- stäubung dienend dargestellt und durch bewundernswerthe Anschaulichkeit der Beschreibungen meistens sogar Abbildungen entbehrlich zu machen in vielen Fällen Befruchter direct beobachtet, ihre Familien- oder Gattungs-, in ver- einzelten Füllen auch ihre Artennamen mitgetheilt: er hat gezeigt, dass ausser dem Winde auch das Wasser, ausser den Insekten auch Schnecken und honigsaugende Vógel als Uebertrager des Blüthenstaubes eine Rolle spielen; er hat die mannichfach- sten Blüthenformen als durch die besondere Art der Uebertrager bedingt treffend charakterisirt; er hat bei verschiedenen Pflanzenfamilien ( Marcgraviaceen, Maranta- ceen, Artemisiaceen) die allmählichen Abstufungen der Anpassung an bestimmte Vermittler der Fremdbestäubung zur. Ermittlung des verwandtschaftlichen Zusam- menhanges der Familienglieder mit Geschick zu benutzen versucht ; ; er hat den für die Pflanzengeographie &usserst wichtigen Nachweis zu liefern v ersucht, dass für Zahlreiche Pflanzenarten der Ver zirk in erster Linie durch das Vorkommen derjenigen T denen sich die Blüthen als Vermittlern ihrer i er ist endlich, indem er die Verschiedenheit der s als obersten Eintheilungsgrund wählt und die in gänzlich fehlende directe Beobachtung der Fremd- vorläufiger Vermuthung vorausgreift, zu folgender den Eintheilung der Blütheneinrichtungen **) ge- langt, die auch nach seiner Ansicht ausnahmslos Kreuzung getrennter Individuen unausbleiblich, überwiegend wahrscheinlich oder wenigstens möglich machen. I. Pflanzen mit selbstbeweglichen Befruchtungskürpern gewusst; er hat- (Zoogamae) ; Fucaceen , Characeen , Protonemeen (Laub- und Lebermoose) naten (Farne, Schachtelhalme, Wurzelfrüchtler und Bärlappe) Sich, den Spermatozoidien der Thiere entsprechend , Ihnen schliessen sich die Diatomeen und Conjugaten an, Paarenden Individuen selbstbeweglich sind. und Proembryo- ; deren Antherozoidien aus eigner Kraft bewegen. bei denen die ganzen sich *) Siehe Anm. 6. { **) Siehe Ult. oss. Parte II. fascie. I. Milano 1870. 14 L'A. Geschichtliche Einleitung. II. Pflanzen mit der Uebertragung durch eine áussere Vermittlung bedürftigen Befruchtungskörpern (Diamesogamae). A. Durch Vermittlung des Wassers befruchtete Pflanzen. ( Wasserblüthige, Hydrophilae.) B. Durch Vermittlung des Windes befruchtete. (Windblüthige, Anemophilae.) C. Durch Vermittlung kleiner Thiere befruchtete. (Thierblüthige, Zoidiophilae.) A. Die Abtheilung der Wasserblüthigen (Hydrophilae) theilt DErPINO in: 1. Der Befruchtung unter Wasser angepasste. Diesen ist dünne Fadenform der Narben oder des Pollens oder beider und überschwengliche Pollen- menge vom spez. Gewichte des Wassers eigenthümlich und zum Zustandekommen der Kreuzung getrennter Stócke unentbehrlich (Posidonia, Cymodocea, Zostera, Ce- ratophyllum — Florideen). 2. Der Befruchtungan der Oberfläche des Wassers angepasste; ihr Pollen ist spez. leichter als Wasser oder sitzt auf einem schwimmenden Träger; die Stiele der weiblichen Blüthen verlängern sich, bisweilen durch schraubenförmige Windung begünstigt, bis zur Oberfläche des Wassers (Ruppia, Vallisneria). B. Die Abtheilung der Windblüthigen (Anemophilae), welche als gemeinsame positive Eigenthümlichkeit nur die glatte, leicht ausstreubare Beschaffenheit des Pollens, als gemeinsame negative die Abwesenheit buntgefürbter Blüthenhüllen, des Wohlgeruchs und des Honigs darbieten, zerfällt nach den Blüthen- einrichtungen in die beiden Hauptzweige des Phanerogamenstammes, Gymnospermen und Angiospermen. | 1. Die ausnahmslos windblüthigen Gymnospermen sind durch den Mangel einer Narbe ausgezeichnet. 2. Die Windblüthigen unter den Angiospermen haben dagegen meist enorm entwickelte Narben, die als lange Schwänze, Pinsel, Blätter oder Scheiben frei hervorragen ; ihre männlichen Blüthen sind in den wenigsten Fällen unbeweglich ; meist können sie vom Winde geschüttelt werden, indem entweder die Achsen der männlichen Blüthenstünde oder die Stiele der männlichen Blüthen oder die Staub- fäden selbst lang und schlaff frei herabhangen; in einigen Fällen schleudern die beim Aufblühen elastisch losschnellenden Staubgefásse ihren ganzen Blüthenstaub in die Luft. Danach lassen sich in den Blütheneinrichtungen der windblüthigen Angio- spermen folgende fünf Grundformen unterscheiden : a) Kützchenform (typus amentiflorus) mit beweglichen Achsen der männ- lichen Blüthenstände. Corylus, Betula etc. b) Form mit hangenden Blüthen (t. penduliflorus. Negundo fraxini- folium, Rumex. "s De c) Form mit langen Staubfäden (t. longistamineus). Dahin die zahl- reichsten Windblüthen, z. B. fast alle Gramineen, :Cyperaceen, Juncaceen, Cannabis, Humulus, Empetrum, Mereurialis, Ricinus, Plantago, Littorella, Callitriche, Myrio- phyllum, Hippuris, die windblüthigen Thalietrumarten u. a. d) Losschnellende Form (t. explodens) Urtica, Parietaria, Morus. e) Form mit unbeweglichen Blüthen (t. immotiflorus). Dahin viele Palmen, Potamogeton, Triglochin, Sparganium, Typha. DELPINo’s Eintheilung der Blütheneinrichtungen. 15 Bis hierher hat DELPINO seine das ganze Pflanzenreich umfassende, auf die Verschiedenheit der Transportmittel des männlichen Befruchtungsstoffes gegründete Eintheilung der Blütheneinrichtungen im ersten Hefte des eiten Theile seiner ‚ Ulteriori osservazioni mitgetheilt und diejenigen Umstände, welche in den einzelnen Abtheilungen seiner Eintheilung Selbstbestiubung verhindern (Getrenntheit der Ge- Schlechter und Dichogamie), jedesmal ausdrücklich hervorgehoben ; die Durehführung | dieser Eintheilung auf die Zoidiophilae wird im zweiten Hefte folgen. Inzwischen hat mir Derrino die von ihm unterschiedenen Abtheilungen der durch kleine Thiere befruchteten Pflanzen zur Benutzung für das vorliegende Werk brieflich mitgetheilt, so dass ich in den Stand gesetzt bin, unter gleichzeitiger Benutzung in seinen Schriften zerstreuter Bemerkungen die DErPriNo'sche Eintheilung der Blütheneinrich- tungen vorlüufig in folgender Weise zu Ende zu führen. Die Plantae zoidiophilae, welche sich allgemein durch Farbe oder Geruch und durch ihren Befruchtern dargebotene Nahrung auszeichnen. zerfallen nach Der- PINO in I. Ornithophilae, Vogelblüthige d. h. Pflanzen, deren Blüthen der Befruchtung durch Honig saugende und kleine Insekten fangende Vögel (Trochilus, Nectarinia u.a.) angepasst sind. Diese bieten mehrere Grundformen dar, sind jedoch ise noch am wenigsten genau in Bezug auf Anpassungen an ihre ucht. Was über sie bekannt ist, gründet sich grossentheils auf Be- richte von Reisenden, welchen der leitende Gesichtspunkt der vorliegenden Unter- suchungen fremd war. Viele sind durch grosse Blüthen mit brennenden, besonders häufig scharlachrothen Farben , sackartige Gestalt, wagerechte Stellung und massen- hafte Honigabsonderung ausgezeichnet. U. Entomophilae, Insektenblüthige d.h. Pflanzen > deren Blüthen der Befruchtung durch Insekten angepasst.sind. Hierhin gehören sämmtliche in Deutschland einheimische Pflanzen, deren Blüthen bunte Blätter oder Geruch oder beides besitzen, also sümmtliche einheimische »B lum en«. III. Malacophilae, Schne ckenblüthige d. h. Pflanzen, welche der Befruchtung durch Schnecken angepasst sind. (Diese wurden bis jetzt nur von Der- PINO beobachtet!) Die Blüthen sind so dicht zusammengedrängt, dass darüber hin- gleitende Schnecken Blüthenstaub und Narbe berühren müssen. Gegen die verhee- renden Wirkungen dieser gefrässigen Gäste sollen sie entweder durch Absonderung einer ätzenden Flüssigkeit, welche die Schnecken tödtet (Alocasia odora) oder durch Umwandlung des Perigons in dickfleischiges essbares Gewebe, mit dessen Verzehrung sich dann die Schnecken begnügen (Rhodea Japonica), geschützt sein: In seiner weiteren Eintheilun jenigen Pflanzen unberücksichtigt , zugleich befruchtet werden, und be derjenigen Blumenformen , welche nach seiner Ansicht ganz bestimmten Insekten- formen angepasst sind. Als solche unterscheidet er: 1) Melittophilae, Bepasste Pflanzen, Ta 8 der Insektenblüthigen lässt DELPINO alle die- welche von Insekten verschiedener Ordnungen schränkt sich auf die allgemeine Charakteristik der Befruchtung durch (grössere) Bienen an- geblumen mit auch dem Menschen angenehmen Farben und Gerüchen, theils mit versteckt liegendem Honig (Salvia pratensis), theils honiglos und dann mit eingeschlossenem , nur bei bestimmter Behandlung zum Vorschein kommendem Blüthenstaub (Genista tinctoria) .*) Ken EEE — D 3 P Die mit * bezeichneten Beispiele auf dieser und folgender Seite habe ich nach “gner Auswahl den DELPINO'schen Abtheilungen hinzugefügt. 16 jd 1. A. Geschichtliche Einleitung. 2) Micromelittophilae , der Befruchtung durch kleine Bienen (und die mannichfachsten anderen kleinen Insekten) angepasste Pflanzen, deren Blüthen auf ihre Besucher einen unbegreiflichen Reiz ausüben, in weit höherem Grade als bei irgend welcher anderen Pflanze (Herminium Monorchis?) *) 3) Myiophilae, der Befruchtung durch die mannichfachsten Dipteren angepasste Pflanzen. Ihre Blüthen haben meist trübe (gelbliche, weinrothe, gesprenkelte) Farben, meist einen den Menschen ebensowohl als den Bienen widrigen Geruch, ganz flach liegenden Honig oder nur t Blüthenstaub als Lock- speise (Evonymus). 4) Mieromyiophilae, der Befruchtung durch winzige Dipteren angepasste Pflanzen. Die Blüthe oder der Blüthenstand bildet eine geschlos- sene Kammer mit engem Eingang, oft ein vorübergehendes Gefängniss der Befruchter, mit nur äusserst flach adhärirender Honigschicht, oder auch ohne Honig, dann aber mit reichlichem Blüthenstaube (Aristolochia Clematidis, Arum). 5) Sapromyiophilae, der Befruchtung durch Aas- und Koth- fliegen angepasste Pflanzen; Blüthen durch Aasgeruch ausgezeichnet, übri- gens die Eigenthümlichkeiten der Myiophilae darbietend (Stapelia, Rafflesia). 6) Cantharophilae, der Befruchtung durch Käfer angepasste Pflanzen, mit grossen, ein bequemes Obdach darbietenden Tagblumen von auf- fallenden Farben, welche eine überschwengliche Menge von Blüthenstaub , daneben oft ziemlich offen liegenden Honig darbieten (Magnolia). 7) Psychophilae, der Befruchtung durch Tagfalter angepasste Pflanzen, mit Tagblumen von lebhaften Farben, welche den Honig im Grunde einer sehr engen Röhre bergen (Dianthus*). 8) Sphingophilàe, der Befruchtung durch Schwärmer (Sphin- ges) und Eulen angepasste Pflanzen, mit Nachtblumen von hellen Farben, kräftigem Wohlgeruch, welche den Honig im Grunde sehr langer Blumenröhren oder Sporne bergen (Lonicera Caprifolium *, Platanthera * ). Mein Bruder Fgrrz MÜLLER hat in diah drei von DaRwIN angebahnten Rich- tungen an südbrasilianischen Pflanzen zahlreiche interessante Beobachtungen gemacht, welche theils in der Jenaischen Zeitschrift und in der bot. Zeitung, theils in DAR- wın’s » Variation of animals etc.« mitgetheilt sind, theils in vorliegendem Buche zum ersten Male veröffentlicht werden **) ; er hat bei verschiedenen Orchideen gefunden, dass sie nicht nur mit eigenem Pollen unfruchtbar sind, sondern dass sogar Blüthen- staub und Narbe derselben Blüthe wie tödtliches Gift aufeinander wirken; er hat bei verschiedenen Blüthen (Chamissoa, Epidendrum) die noch im Werden begriffene Ausprägung gewisser Einrichtungen aufgefunden und insbesondere bei Faramea und Posoqueria den bestimmten Nachweis geliefert, dass gewisse den Pflanzen unter den gegebenen Lebensbedingungen vortheilhafte Eigenthümlichkeiten noch keineswegs zu vollkommener Ausprägung gelangt sind, ein Nachweis, der als schlagende Wider- legung teleologischer Auffassung besondere Beachtung verdient; seine umfassenden Beobachtungen an brasilianischen Orchideen wird er hoffentlich recht bald in einem besonderen Werke zur allgemeinen Kenntniss bringen. SEVERIN AXELL hat im Jahre 1869 ein Buch über die Blütheneinrichtungen der Phanerogamen *** herausgegeben, welches ausser einer einfachen und klaren ge- schichtlichen Uebersicht über die Brad der Kenntniss von der Geschlechtlich- keit der Pflanzen }) und ausser einigen neuen Untersuchungen von Blütheneinrich- *) Siehe S.15 Anm. Fr) Siehe Anm. 7. FRE) Siehe Anm. 8. + Siehe Anm. f FRITZ MÜLLER. SEVERIN AXELL- 17 tungen und Versuchen über Fruchtbarkeit von Pflanzen durch Sichselbstbestäubung namentlich dadurch bemerkenswerth ist, dass es die hie und da herrschend gewordene Gesammtauffassung der Bedeutung der Fremdbestäubung einer gewissen Einseitigkeit entkleidet hat, ausserdem durch den Versuch, die gesammten Blütheneinrichtungen der Phanerogamen nach der Stufenfolge ihrer natürlichen Entwicklung vom Unvoll- kommneren zum Vollkommneren in eine Reihe zu ordnen. Da der erste Anstoss zu den neueren Blüthenuntersuchungen durch die von DARWIN ausgesprochene Vermuthung eines allgemeinen Naturgesetzes gegeben wurde, nach welchem kein organisches Wesen eine unbegrenzte Zahl von Generationen hin- durch sich selbst befruchtet, oder nach welchem, wie Darwın sich bildlich aus- drückt, die Natur beständige Selbstbefruchtung verabscheut, so war es natürlich, dass von denjenigen Forschern, welche auf den von DARWIN gebahnten Wegen weiter, fortschritten , der Fremdbestäubung günstige und Selbstbestäubung verhin- dernde Blütheneinrichtungen , als Bestätigungen des vermutheten Gesetzes, zunächst hauptsüchlich ins Auge gefasst wurden; darüber wurde aber die Betrachtung der sich häufig oder regelmässig selbstbefruchtenden Blüthen vernachlässigt, oder wenn solche Sich ungesucht der Beobachtung aufdrüngten, so wurden sie als vereinzelte Aus- . nahmen und Selbstbefruchtung trotzdem als allgemein den Pflanzen direct nachtheilig betrachtet. So sagt HILDEBRAND 1867 (Geschl. S. 5.): »Bei den meisten Pflanzen ist Selbstbefruchtung durch besondere Einrichtungen? vermieden, sogar unmöglich um doch unvortheilhaft« und sucht noch 1869 »das Gesetz der vermiedenen Selbst- efruchtung« zu beweisen und Calceolaria pinnata und Morina elegans, bei denen er regelmässige Selbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche unausbleiblich fand, als vereinzelte Ausnahmen hinzustellen. Ebenso spricht sich in DELPINO’S Schriften bis 1869 an vielen Stellen ganz unzweideutig die Vorstellung aus, dass die Natur Selbstbestäubung überhaupt verabscheue*), während DaArwın nur von einem Abscheu der Natur vor stetiger Selbstbefruchtung gesprochen hatte. Diese von HILDEBRAND und DELPINO vertretene Vorstellung nun weist AxXELL mit Recht als unbegründet zurück, indem er ihr die Thatsachen gegenüberstellt, dass bei vielen Blüthen bei ausbleibendem Insektenbesuche Sichselbstbestäubung ‚unausbleiblich er- folgt und, wie für manche Fälle, namentlich von AxErr selbst, durch Versuche fest- gestellt ist; auch zur Bildung guter Samenkörner führt, dass ferner viele Wasser- Pflanzen, die sich bei normalem Wasserstande an der Oberfläche des Wassers der Fremdbestäubung durch Wind oder Insekten öffnen, bei abnorm hohem Wasser- Stande unter Wasser geschlossen bleibend sich selbst befruchten und die Erhaltung dey Art sichernde Samen erzeugen, dass endlich auch viele Landpflanzen mit unregel- mässigen, die Selbstbestäubung unmöglich machenden Blüthen statt dieser oder neben diesen gelegentlich geschlossen bleibende Blüthen von vereinfachtem Baue ( flores cleistogami Kuns) hervorbringen, die dann regelmässig durch Sichselbstbestäubung fruchtbar sind. Das Vorkommen kleistogamischer Blüthen sei theils nachweislich ( 4 B. bei Lamium amplexicaule) durch zu niedere Temperatur bedingt, welche das mit Wärmeverlust verbundene und daher erhöhte Temperatur erfordernde offne Blühen verhindere, theils vermuthlich durch das Fehlen der unter normalen Verhältnissen die Fremdbestäubung vermittelnden Insekten. „Durch diese Erörterung hat AXELL nicht nur die in HirpEBRAND's und DEL- PINO S früheren Schriften sich unzweideutig aussprechende Vorstellung, dass Fremd- Uu Sg Suinee« 1869. Müller z. B. Altri app. p. 55. »TL'antipatia che ha la natura per le nozze consan- » Blumen und Insekten. 9 - I. A. Geschichtliche Einleitung. i bestäubung für die Pflanzen ein Vortheil, Selbstbestäubung ein Nachtheil sei, dahin berichtigt, dass Fremdbestäubung besser ist als Selbstbestäubung, Fortpflanzung durch Selbstbestäubung aber immer noch unendlich besser als gar keine Bestäubung und völlige Unfruchtbarkeit, sondern zugleich durch Erklärung der kleistogamischen Blüthen einen, namentlich von H. v. Moni *) betonten gewichtigen Einwand gegen die Richtigkeit des Kxregr-DAR WIN schen Gesetzes entkräftet. Seinen Versuch, die gesammten Blütheneinrichtungen der Phanerogamen nach der Stufenfolge ihrer natürlichen Entwicklung vom Unvollkommneren zum Voll- kommneren in eine Reihe zu ordnen, gründet AXELL auf die beiden von ihm als Axiome hingestellten Sátze: 1) Die Natur strebt die Individuenzahl jeder Art so sehr als möglich zu vermehren und 2). sie sucht möglichst grosse Resultate mit möglichst einfachen Mitteln zu erreichen. Hätte AxxELL, anstatt auf dem die Natur personifi- - . eirenden teleologischen Standpunkte zu verharren , sich zu der von DArwın begrün- deten objectiven Naturanschauung erhoben, so hätte er diese beiden Sätze etwa so fassen können: 1) Jede Thier- und Pflanzenart hat, unter übrigens gleichen Um- ständen, um so mehr Aussicht, im Kampfe um das Dasein erhalten zu bleiben, je zahlreichere Nachkommen sie hinterlässt ; 2) jedes Individuum vermag sich, unter übrigens gleichen Umständen, im Kampfe um das Dasein um so leichter zu erhalten, je einfacher seine Bedürfnisse sind; er hätte dann nicht nóthig gehabt, diese Sätze als Axiome hinzustellen, da sie sich als unmittelbare Consequenzen der Selections- theorie ergeben. Von diesen beiden Sätzen ausgehend erblickt nun AXELL eine Ver- ‚ vollkommnung der Blütheneinrichtung in jeder Ersparung von Material, Raum und . Zeit und betrachtet demgemäss als die ursprünglichste und unvollkommenste Form . phanerogamischer Blütheneinrichtung die der Windblüthen, da dieselbe eine kolos- sale Verschwendung von Blüthenstaub erheischt, welche bei Anpassung an Befruch- tung durch Insekten entbehrlich wird. Sowohl innerhalb der Abtheilung der Wind- blüthen als der Insektenblüthen erblickt dann AxErr einen weiteren Fortschritt in dem Uebergang von diöcischer zu monöcischer und monoklinischer Blütheneinrich- tung, da in dieser Richtung sowohl eine stufenweise Ersparung von Material (Blüthenhülle, Pollen) als eine stufenweise Sicherung der geschlechtlichen Fortpflan- zung sich erkennen lässt. Innerhalb der monoklinischen Insektenblüthen erkennt AXELL einen stufenweisen Fortschritt von den Dichogamen zu den Herkogamen (Blüthen, bei denen Selbstbefruchtung durch die gegenseitige Lage der Blüthentheile verhindert ist), von diesen zu den Heterostylen (dimorphen und trimorphen), endlich zu den Homostylen mit unregelmässiger und zu denen mit regelmässiger Blüthen- form. Den diklinischen Insektenblüthen sollen nemlich, nach Axzrr, die dichogami- schen**) insofern am nächsten stehen, als bei diesen wie bei jenen zwei Insekten- besuche zu jeder Befruchtung nothwendig seien und viele Insektenbesuche, welche nacheinander in Blüthen desselben Entwicklungszustandes ausgeführt werden, für die Pflanze nutzlos bleiben kónnen. Unter den homogamen Insektenblüthen theilen mit den Dichogamen nach Axxrrys Ansicht die Herkogamen den Nachtheil, sich nicht im Nothfalle selbst befruchten zu kónnen ; sie stehen aber insofern eine Stufe höher, als *) Bot. 2.1863. Nr. 42. 43. **) AxELL lässt sich von der ganz unbegründeten Voraussetzung, dass allgemein die Blkr. verwelke und die Honigabsonderung aufhóre, sobald Pollen auf die Narbe gelangt sei, zu der ebenso unrichtigen Schlussfolgerung verleiten, dass bei Insektenblüthen nur proterandrische Dichogamie möglich sei; diese Schlussfolgerung veranlasst ihn dann weiter, die Richtigkeit der zahlreichen, seiner Ansicht entgegenstehenden Beobachtungen in Zweifel zu ziehen. AXELUL's Entwieklungsreihe. 19 Jede Befruchtung nur einen einzigen Insektenbesuch erfordert. Das letztere ist auch bei den Heterostylen der Fall, die nach Axzrr insofern wieder eine Stufe höher stehen; als bei ihnen Sichselbstbefruchtung zwar erschwert, doch nicht unmöglich gemacht ist. Unter den Homostylen endlich, bei denen die Möglichkeit der Selbst- bestäubung unbehindert ist ‚ Stehen diejenigen mit regelmässigen Blumen, indem sie mannichfacheren Insektenbesuch gestatten, nach Axxrr eine Stufe höher als die- jenigen mit unregelmässigen Blumen. Axnrı, gelangt hiernach zu folgender Ent- wicklungsreihe: A. Blüthen, welche durch Vermittlung eines äusseren Uebertragers befruchtet werden (Flores chasmogami). I. Windblüthen: a) diöcische, b) d) homogamische. II. Insektenblüthen a. Selbstbestäubung verhindert 1. durch Diklinie E AEN 2 K 7 der Befruchtung nóthig ; da mduisch Dichogámie-f ? Insektenbesuche zu jeder Befruchtu g g; monöeische, c) dichogamische (pröterogyne), 3. durch Herkogamie : b: Selbstbestäubung nicht verhindert 1. Heterostylie 2. Homostylie B. Blüthen, die sich' ohne Vermittlung eines (Flores cleistogami) Nur 1 Insektenbesuch zu jeder Be- fruchtung nóthig. äussern Uebertragers befruchten "Wir sehen also,« so schliesst AXELL sein Werk, Einrichtungen für die Vereinigung der Geschlechter Pflànzen in derselben Richtung fortgeschritten ist.« »dass die Entwicklung der bei den phanerogamischen B. Bezeichnung der vorliegenden Aufgabe. Ueberblicken wir die im Vorhergehenden bez um uns darüber klar zu werden. Bedingtheit der Blumenformen am z ` dass theils nacheinander > eichneten Untersuchungsrichtungen, welcher Weg zur Erforschung der ursächlichen weckmässigsten einzuschlagen ist, so ergibt sich, theils nebeneinander zwei verschiedene Ziele verfolgt wor- den sind, die zwar im engsten Zusammenhange miteinander stehen und innerhalb er Grenzen sich gegenseitig bedingen , die aber doch nicht ohne Nachtheil für das Endergebniss der Untersuchung als identisch zusammengefasst werden können, nemlich 1) die Erklärung der Blütheneinrichtungen, 2) der Beweis des Kwraur- Darwın’schen Gesetzes. SPRENGEL fasste ausschliesslich die Erklärung der Blütheneigenthümlichkeiten aus gewissen Voraussetzungen, die eben durch die ausnahmslose Möglichkeit solcher Erklärung ihre Begründung finden sollten, als Ziel sein Auge, und ZWar, soweit es bei seiner teleologischen Anschauungsweise und ohne Kenntniss oder vorläufige Annahme des Vortheils der Fremdbestäubung möglich war, mit glücklichstem Erfolg. Darwın beseitigte beide Mängel der SPaENGEL'Schen Blumentheorie , indem er nicht nur der inzwischen allmählich gänzlich umgestalteten Anschauungsweise durch seine Selectionstheorie einen endgültigen Ausdruck gab, sondern auch die bestimmte Annahme einer vortheilhaften Wirkung der Fremdbe- Stäubung machte und zu begründen begann. Aber er begnügte sich nicht. mit der Annahme, welche zur Erklürung der Blütheneinrichtungen vorläufig vollständig aus- 9* er Blumenuntersuchungen ins / P B Bezeichnung der vorliegenden Aufgabe. gereicht hätte, dass nemlich Fremdbestäubung eine kräftigere Nachkommenschaft ergebe als Selbstbestäubung, sondern stellte den viel umfassenderen, ganz allgemeinen Satz auf: »Kein organisches Wesen befruchtet sich eine unbegrenzte Zahl voit Gene- rationen hindurch selbst, sondern für jedes ist gelegentliche Kreuzung mit anderen Individuen unerlässliche Bedingung dauernder Erhaltung«, und hatte bei seinen um- fassenden und eingehenden Untersuchungen der Blütheneinrichtungen der Orchideen die Begründung dieses Satzes als hauptsüchlichstes Ziel im Auge. *) Dasselbe Ziel verfolgten ebenso bestimmt mit ihren zahlreichen Blüthenunter- suchungen HILDEBRAND und DELPINO, wenn sie es auch mit anderen Worten be- zeichnen. **) Alle drei suchten dann wieder unter der Voraussetzung der Richtigkeit jenes allgemeinen Satzes die Blütheneinrichtungen zu erklären. Hätten sich alle Blütheneinrichtungen ohne Ausnahme als nothwendig gelegentlicher Fremdbestäubung unterliegend erweisen lassen, so würde damit allerdings die Begründung jenes Satzes und damit in gleichem Schritte die Grundlage der ganzen Blüthenerklàrung im hóch- sten Grade an Sicherheit zugenommen haben ; thatsächlich stellten sich aber, während einerseits immer zahlreichere Blüthen nachgewiesen wurden, bei welchen Fremd- bestäubung unter natürlichen Verhältnissen unausbleiblich ist, dagegen auch anderer- seits in mindestens gleichem Verhältnisse immer zahlreichere Pflanzen heraus, welche sich regelmässig selbst bestäuben und dabei völlig fruchtbar sind. Sofern man daher nicht die blosse Möglichkeit gelegentlicher Kreuzung als hinreichenden Beweis der Nothwendigkeit derselben gelten lassen will, muss man zugestehen, dass die Begrün- dung des Kxiamr-Daxwriw' schen Gesetzes durch alle .Blumenuntersuchungen zusam- mengenommen um keinen Schritt gefórdert worden ist; die gesammte Erklürung der Blütheneinrichtungen aber hat , Solange sie sich ganz und gar auf diesen Satz stützt, natürlich dieselbe Unsicherheit der Begründung. Um aus dieser Unsicherheit herauszukommen und für den Nachweis der ursüch- lichen Bedingtheit der Blüthenformen eine sichere oder wenigstens eine der Erprobung durch den Versuch zugängliche Basis zu gewinnen, ist es daher vor Allem nöthig, den Kxiexr-Daxwiw'schen Satz, der weder durch Untersuchung von Blütheneinrich- tungen bewiesen werden kann, noch zur Erklärung derselben nothwendig ist, vorerst auf sich beruhen zu lassen und sich auf diejenige Voraussetzung zu beschrünken, welche zur Erklärung der Blütheneinrichtungen ausreicht und durch den Versuch entschieden werden kann, auf die Voraussetzung, dass Fremdbestäubung Nach- kommen liefert, welche die aus Selbstbestäubung hervorgegangenen im Kampfe um das Dasein besiegen. Dass diese Voraussetzung viel enger ist, als das Knıcut-Darwın’sche Gesetz, lässt sich nicht bestreiten. Denn es ist sehr wohl denkbar und mit allen bis jetzt bekannt gewordenen Thatsachen verträglich, dass bei allen Pflanzen ohne Ausnahme aus Selbstbestäubung hervorgegangene Nachkommen, so oft sie mit aus Fremdbe- stäubung hervorgegangenen derselben Art um die Daseinsbedingungen kämpfen müssen, schliesslich unterliegen, dass also die zur Erklärung der Blütheneinrichtungen *) ...»In my volume »On the Origin of Species« I have given only general reasons for my belief that it is apparently a universal law of nature that organic beings require an occasional cross with another individual; or, which is almost the same thing, that no hermaphrodite fertilises itself for a perpetuity of genenerations. Having been blamed for propounding this doctrine without giving ample facts, for which I had not, in that work, sufficient space, I wish to show that I have not spoken without having gone into details.« (On the various contrivances etc. p. 1.) **) "HILDEBRAND nennt es »das Gesetz der vermiedenen und unvortheilhaften stetigen Selbstbefruchtung«, DELPINO »la gran legge della dicogamia o delle nozze incrociate«. I. B. Bezeichnung der vorliegenden Aufgabe. 21 hinreichende Voraussetzung durchaus richtig ist, dass aber trotzdem manche Arten, welche sich regelmässig selbst befruchten, und bei denen daher jener Kampf um das Dasein zwischen kräftigeren und weniger kräftigen Nachkommen nicht vorkommt, eine unbegrenzte Zahl von Generationen hindurch sich durch Sichselbstbestitubung fortpflanzen, so dass gleichzeitig das Knismr-Darwın'sche Gesetz unrichtig ist. . Ob aus Selbstbestäubung hervorgegangene Nachkommen aus Fremdbestáubung hervorgegangenen derselben Art im Kampfe um die Daseinsbedingungen schliesslich stets erliegen , lässt sich durch die oben angegebenen, von DARWIN ausgesonnenen Versuche für beliebige Arten wahrscheinlich in wenigen Generationen entscheiden. Ob dagegen Pflanzen, denen bei stetiger und ausschliesslicher Selbstbefruchtung jener Wettkampf erspart bleibt, schliesslich wegen mangelnder Kreuzung ebenfalls er- löschen, lässt sich wahrscheinlich in vielen Fällen gar nicht entscheiden. Wenigstens hebt Darwın bei seinen Versuchen (Variation of animals etc. chap. 17 .) ausdrück- lich hervor, dass es, um eine Verschiedenheit des Wachsthums zwischen aus Selbst- bestiubung und aus Kreuzung hervorgegangenen Pflanzen erkennen zu kónnen, oft durchaus nóthig sei, beide in Wettkampf miteinander zu versetzen. Ausserdem stehen dem Kwxiemr-Dazwriw'schen Satze noch immer gewichtige Thatsachen ent- gegen, die meist von Darwın selbst in seinem » Variation of animals and plants« mit gewissenhafter Sorgfalt zusammengestellt sind. Ich erinnere nur an die im 18. Capitel verzeichneten Beispiele von Pflanzen, welche sich unbegrenzte Zeiträume hindurch auf ungeschlechtliche Weise fortpflanzen, an die im 3. Abschnitte des vorliegenden Buches angeführten, von meinem Bruder Frrvz MürtER angegebenen brasilianischen Culturpflanzen, welche, nachdem sie viele Generationen hindurch immer auf un- geschlechtlichem Wege vermehrt worden sind ‚ auch die Möglichkeit geschlechtlicher Fortpflanzung eingebüsst haben , an die allen Bryologen; bekannte Thatsache, dass zahlreiche Moose in dem bei weitem grössten Theile ihres Verbreitungsbezirkes sich ausschliesslich ungeschlechtlich fortpflanzen, manche überhaupt nur steril bekannt sind, lauter Thatsachen, die sich mit der Voraussetzung der Nothwendigkeit gelegent- licher Kreuzung zu dauernder Erhaltung schwer vereinigen lassen. Die Forderung, die Erklärung der Blütheneinrichtungen lediglich auf die für sie ausreichende und beweisbare Voraussetzung zu stützen, dass Fremdbestäubung kräf- tigere Nachkommen liefert als Selbstbestäubung, ist also sicher wohl begründet. Während wir aber einerseits auf möglichste Beschränkung der Voraussetzungen dringen müssen, um für unsere Schlüsse in Bezug auf die ursächliche Bedingtheit der Blüthenformen eine durch den Versuch mit voller Sicherheit feststellbare Grund- lage zu erhalten , müssen wir dagegen auf der anderen Seite , volle Beweiskraft zu sichern, eine móglichst vollständige Feststellung aller der Beob- achtung zugänglichen Thatsachen, welche auf das Wechselverhältniss zwischen den Blüthen und den Vermittlern ihrer Befruchtung von Einfluss sein können , durchaus verlangen. um diesen Schlüssen Von den verschiedenen Vermittlern der Befruchtung sind Wind und Wasser so einfach und gleichmässig wirkend , dass es leicht ist, die in Betracht kommenden Thatsachen zu überblicken und die wenig manmichfaltigen Blütheneinrichtungen der Wind- und Wasserblüthigen als durch die Natur ihrer Uebertrager bedingt zu er- kennen. Die Insekten aber, welche als Uebertrager des Blüthenstaubes auftreten ur sind in Bezug auf Grösse, Körperform , Rüssellänge, Nahrungsbedürftigkeit, Be- 7) Schnecken und Vögel lassen wir, da sie bei keiner einzigen einheimischen Pflanze als Befruchter eine wesentliche Rolle spielen, füglich unberücksichtigt, 1. B. Bezeichnung der vorliegenden Aufgabe. wegungsweise, Farbensinn u. P w. so mannichfaltig, in ihrer Häufigkeit von so ver- schiedenen Bedingungen abhängig, in ihren Besuchen bestimmter Blüthen so von Witterungsverhältnissen, von der Coneurrenz anderer Insekten, von der Auswahl der nebeneinander blühenden Blumen u. s. w. beeinflusst, dass die blosse Untersuchung der Blütheneinrichtungen und die blosse allgemeine Feststellung, dass gewisse Blüthen thatsüchlich von Insekten besucht und befruchtet werden, niemals zur Erkenntniss der. ursüchlichen Bedingtheit irgend einer Vitus cium bebo bici führen. kann. Nur wenn für zahlreiche und mannichfaltige Blumen. derselben Gegend genau ermittelt wird; von welchen Insektenarten und in welcher Häufigkeit von den einzelnen jede der Blumenarten thatsächlich besucht wird, was die einzelnen Besucher in jeder suchen, wie sie bei ihren Blüthenbesuchen sich bewegen und benehmen , wie ihre Körperdimensionen den Dimensionen der Blüthen, ihre Rüssellängen z. B. den Röhren- und Spornlängen entsprechen, mit welchen Kórpertheilen sie Blüthenstaub und Narbe berühren u. s. w., wenn ferner für jede dieser Blumen nicht bloss Form, Zusammenstellung und Entwicklungsreihenfolge der einzelnen Blüthentheile, sondern auch. die Grösse der augenfälligen Flächen, die Weite des Blütheneinganges, die Tiefe der Honig bergenden Röhre, kurz jede Thatsache, welche auf die besuchenden Insekten einen Einfluss üben kann, genau festgestellt wird: nur dann darf man hoffen, durch Vergleich der Eigenthümlichkeiten der Blumen und ihres Insekten- besuchs statt blosser Vermuthungen eine bestimmte Erkenntniss der ursächlichen Bedingtheit der Blütheneigenthümlichkeiten zu erlangen. Es bedarf keines ausführlichen Nachweises, dass in Bezug auf die Feststellung der soeben bezeichneten 'lhatsachen alle bisherigen Untersuchungen eine sehr wesentliche Lücke gelassen haben. Selbst DenPrNo, welcher von allen bisherigen Forschern den Insektenbesuch noch am eingehendsten berücksichtigt hat, gründet seine allgemeinen Urtheile über Insektenblüthen auf viel zu spärliche Beobachtungen des Insekten- besuchs; sowohl seine oben mitgetheilten Unterabtheilungen der insektenblüthigen Pflanzen, als seine allgemeinen Urtheile über die Befruchter ganzer Familien (Com- positen, Boragineen etc.) bedürfen daher wesentlicher Berichtigungen. In keinem einzigen Falle genügen überhaupt die bis jetzt bekannt gemachten Beobachtungen blumenbesuchender Insekten — weder zur Erklärung des Unterschiedes nächstver- wandter Blumenarten, noch zum Nachweis der ursächlichen Bedingtheit irgendwelcher Blütheneigenthümlichkeit. Um zu einer sichern Erkenntniss der ursächlichen Bedingtheit der Blütheneigen- thümlichkeiten zu gelangen, müssen wir daher in zweierlei Hinsicht wesentlich von der hisher üblichen, auf Stützung des Kxicnr- DARwriN'schen Satzes gerichteten Untersuchungsmethode abweichen : 1) Anstatt vorwiegend solche Blumen ins Auge zu fassen , bei welchen in auf- fallender Weise Fremdbestüubung bei eintretendem Insektenbesuche gesichert oder Selbstbestäubung verhindert ist, müssen wir alle Insektenblüthen ohne Ausnahme als in gleichem Grade der Erklärung bedürftig ansehen und bei jeder Art mit gleicher Sorgfalt die Möglichkeit oder Unausbleiblichkeit der Sichselbstbestäubung bei ausblei- bendem, wie die Sicherung oder Ermöglichung der Fremdbestäubung bei eintretendem Insektenbesuche berücksichtigen. 2) Anstatt uns auf die Untersuchung der Blütheneinrichtungen zu beschränken oder höchstens im Allgemeinen festzustellen, von welchen Insektenabtheilungen eine bestimmte Blumenart besucht und fremdbestäubt wird, müssen wir die besuchenden Insekten mit gleicher Sorgfalt ins Auge fassen wie die von ihnen besuchten Blüthen. Wir müssen für jede Blumenart eine möglichst vollständige Liste ihrer Besucher I. B. Bezeichnung der vorliegenden Aufgabe. anlegen, um durch umfassende Vergleiche ein sicheres Urtheil darüber zu gewinnen, welche Wirkung Eigenthiimlichkeiten der Farbe, des Geruchs, der Absonderung und Bergung des Honigs u. s. w. auf den Insektenbesuch und damit auf die Befruchtung der Pflanze ausüben. Wir müssen auch die Anpassungen der Insekten an die (Au nung der Blumennahrung ins Auge fassen und die allmähliche Entwicklung Me Anpassungen durch alle Abstufungen zu verfolgen suchen, da manche Eigenthüm- lichkeiten der Blumen und der sie besuchenden Insekten (z. B. Röhrenlänge und Rüssellänge) nur in gegenseitiger Anpassung sich entwickelt haben können und daher auch nur bei gleichzeitiger Betrachtung dem Verständnisse zugänglich sind. Diess ist die Aufgabe, deren Lösung ich in dem vorliegenden Buche anzubahnen versucht habe. Ob und wie weit mein Versuch gelungen ist, bleibt der Beurtheilung | berufener Forscher anheimgestellt. Um jedoch eine gerechte Beurtheilung zu ermög- lichen , glaube ich mich über gewisse Lücken der vorliegenden Arbeit selbst erklären zu müssen. Es war mir unmöglich, alle Abtheilungen der blumenbesuchenden Insekten gleichmässig zu berücksichtigen ; namentlich konnte ich winzige Fliegen und Mücken, Schlupfwespen und ihre Verwandten, Wanzen, Meligethes und 'Thripsarten weder selbst bestimmen noch zuverlässig bestimmt erhalten; diese sind daher, ebenso wie die meisten Ameisen und einige Blattwespen, nur mit allgemeinen Benennungen er- wähnt worden. Die Nachtfalter und Kleinschmetterlinge sind aus einem anderen . Grunde, nemlich wegen der Schwierigkeit, sie im Halbdunkel an Blüthen zu beob- achten, fast unberücksichtigt geblieben. Dagegen habe ich Käfer, grössere Fliegen, Bienen, Wespen und Schmetterlinge mit gleicher Sorgfalt ins Auge gefasst und mit Unterstützung der in der Vorrede genannten namhaften Entomologen auch der Art nach bestimmt. Aber gerade wegen dieser gleichzeitigen Berücksichtigung so ver- schiedener Insektenabtheilungen sind mir an reichbesuchten Blumen vermuthlich in der Regel nur die gemeinsten Arten in die Hánde gefallen, so dass es jedem speciellen Fliegen-, Küfer-, Bienen-, Wespen- oder Schmetterlingssamler ein Leichtes sein . Wird, gerade meine reichsten Besucherlisten als höchst dürftig und lückenhaft nach- zuweisen. Es ist dringend wünschenswerth, dass diess bald in der umfassendsten Weise geschehe ! Es war mir ferner unmöglich, in der Frist, die ich mir zum vorläufigen Ab- schlusse meiner Untersuchungen gesétzt hatte, die Anpassungen aller Abtheilungen blumenbesuchender Insekten an die Gewinnung der Blumennahrung durch ihre Ab- stufungen hindurch zu verfolgen und dadurch als allmáhlich entstandene nachzu- weisen.*) Desshalb habe ich mich für das vorliegende Buch darauf beschrünken müssen, die Anpassungen der Insekten an die von ihnen besuchten Blumen über- haupt nur in allgemeiner Weise in Betracht zu ziehen , soweit es zum Verständnisse der Thätigkeit der Insekten auf den Blumen unerlässlich schien. | *) Für die wichtigste Abtheilung der Blumenbesucher, die Bienen, habe ich diesen Nachweis in einer besonderen Arbeit zu liefern versucht. Siehe Verhdl. d. naturhistor. Vereins für preuss. Rheinld. u. Westf. Jahrg. 1872. S. 1—96. »Anwendung der DARWIN- schen Lehre auf Bienen«. ee n | E RTT E EU m m rs xr EE E xau cU pu EU E I. C. Anmerkungen zur geschichtlichen Einleitung. C. Anmerkungen zur geschichtlichen Einleitung. 1) SEVERIN AXELL gibt in seiner 1869 erschienenen Schrift »Om Anordningarna för fanerogama växternas befruktning« einen kurzen geschichtlichen Ueberblick über die Ent- wicklung der Kenntniss von der Geschlechtlichkeit der Pflanzen, dessen Anfang bis auf SPRENGEL in deutscher Uebersetzung hier wiederzugeben ich mich um so mehr veranlasst fühle, als AxELL's vortreffliche Arbeit bisher weder eine deutsche Uebersetzung noch eine Besprechung in deutschen botanischen Zeitschriften gefunden hat. SEVERIN AXELL sagt: »Obgleich uns schon bei den alten Griechen und Römern dunkle Vorstellungen von der Geschlechtlichkeit einiger diklinischen Pflanzen begegnen, so finden wir doch erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Vorkommen zweier Geschlechter bei den höheren Pflanzen bestimmter und allgemeiner ausgesprochen. Im Jahre 1682 veröffentlichte NEHE- MIAS GREW seine Arbeit »The anatomy of plants«, in welcher er die Nothwendigkeit der Einwirkung des Pollens auf das Pistill zur Fruchtbildung behauptet. Run. Jac. CAME- RARIUS (Epistola de sexu plantarum. Tübingen 1694) und SEBASTIAN VAILLANT (Discours sur la structure des fleurs etc. Paris 1717) unterstützten die neuen Ansichten kräftig, theils durch Versuche, theils dadurch, dass sie bei zahlreichen Blumenformen die Organe an- gaben, welche als Geschlechter fungiren, wogegen TOURNEFORT (Institutiones rei herbariae. ' Paris 1700) und PONTEDERA (Anthologia seu de floris natura. Patav. 1720) die Unhaltbar- keit derselben, meist freilich aus philosophischem Gesichtspunkte, zu beweisen suchten. Der Streit kann als der Hauptsache nach entschieden angesehen werden durch die meister- hafte Zusammenstellung von Beweisen für die Geschlechtlichkeit der Pflanzen, welche LINNÉ in den »Fundamenta botanica« (Amsterdam 1735) lieferte. Nachdem man dargelegt hatte, dass Bestäubung eine wesentliche Bedingung für die Fortpflanzung der Pflanzen durch Früchte ist, blieb zu beweisen übrig, wie die Pollen- kórner auf die Narbe übergeführt werden können; auch diess wurde zu erklären versucht, jedoch mit weniger glücklichem Erfolg. Man sah natürlich ein, dass bei den getrennt- geschlechtigen Pflanzen ein äusseres Agens die Pollenkörner von den männlichen auf die weiblichen Blüthen überführen muss, wobei man alles vom Winde hoffte; bei den zwitter- blüthigen dagegen glaubte man, dass die Narbe ohne Mitwirkung irgend eines Agens mit dem eigenen Pollen der Blüthe bestreut würde. Diess sollte nun entweder durch Berüh- rung der Staubbeutel und der Narbe oder durch Herabfallen von Blüthenstaub bewirkt werden; das erstere sollte entweder schon beim Oeffnen der Blüthen stattfinden oder durch Bewegung der Geschlechtsorgane*) zu Stande kommen; zur Erklárung des letzteren stellte man als allgemeine Regel auf, dass diejenigen Blumen, deren Staubgefüsse den Griffel überragten, eine aufrechte Stellung hátten, dass dagegen diejenigen, deren Griffel die Staubgefásse überragten, herabhingen.**) Da man indessen beobachtete, dass manche Blumen Honig haben und von Insekten besucht werden, so kam man auf den Gedanken, dass diese von einem gewissen Nutzen für die Befruchtung sein könnten. Man nahm je- doch an, dass sie nur dadurch mitwirkten, dass sie bei ihren Besuchen in Blüthen Pollen von den Staubgefässen herabschütteln (»Spons. plantar.«; »De nectariis florum« [Amoen. Acad. IV]), nicht durch Ueberführung des Blüthenstaubes von einer Blüthe zur andern. Die Wichtigkeit und in manchen Fällen die Nothwendigkeit der Thätigkeit der Insekten auf den Blumen wurde daher keineswegs eingesehen ***), weder in ihrer Allgemeingültig- keit noch in irgend einem besonderen Falle, wenn wir die Beobachtung der Befruchtung von Ficus carica durch Chalcis Psenes ausnehmen (Ficus in Amoen. Acad. I.). Letztgenannte Beobachtung stand längere Zeit isolirt da, bis JOSEPH GOTTLIEB KOEL- REUTER im Jahre 1761 die Nothwendigkeit der Insektenbeihülfe bei mehreren anderen Pflanzen, wie Cucurbitaceen, Irideen, Sambucus und Viscum, nachwies.+) Dieser ausgezeich- *) VAILLANT war es, der diese Erscheinung zuerst beobachtete; über die Bedeutung, welche man derselben beilegte, siehe LINNÉ »De nuptiis et sexu plantarum« 1729, zuerst gedruckt 1828; »Sponsalia plantarum« p. 46 in Amoen. Acad. I. **) LINNÉ loco citato und »De oeconomia naturae« in Amoen. Acad. I. ***) Siehe z. B. die Erklärung der Befruchtung bei Viola tricolor in »Sponsalia plan- tarum« p. 37. : $ +) Vorläufige Nachricht von einigen das Geschlecht der Pflanzen betreffenden Ver- suchen und Beobachtungen. Leipzig 1761. und »Fortsetzung der vorläufigen Nachricht«. Leipzig 1763. I. C. Anmerkungen zur geschichtlichen Einleitung. nete Forscher bemerkte ausserdem, dass bei Malvaceen, Epilobium und Polemonium (Vorl. Nachr. S. 34) Selbstbestáubung durch Ungleichzeitigkeit der Geschlechter verhindert 1st, und dass bei diesen Pflanzen durch Mitwirkung von Insekten das Pistill einer älteren mit Pollen einer jüngeren Blume befruchtet wird.*). Für die meisten Pflanzen hielt er jedoch die alte Erklärung der Bestäubung fest, welche, wie unrichtig sie auch war, nicht eher als durch CHRISTIAN CONRAD SPRENGEL’s Arbeit »Das entdeckte Geheimniss der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen« (Berlin 1793) und womöglich noch vollständiger und glänzender durch F. J. ScHELvzR (Kritik der Lehre von den Geschlech- tern der Pflanzen. Heidelberg 1812) und AUGUST HENSCHEL (Von der Sexualität. Breslau 1820) widerlegt wurde. Die Untersuchun e Mitwirk eimassen, die sie wirklich haben, sich verleiten, die Geschlecht- lichkeit der Pflanzen zu leugnen. Dagegen hat SPRENGEL nicht nur das negative Ver- dienst, ebenso wie die ersteren gezeigt zu haben, wie die herrschende Vorstellungsart von der Bestäubung in directem Widerspruch mit wirklichen Verhältnissen stand, sondern auch das positive, durch seine Theorie von der Einrichtung der Blumen für Befruchtung durch Insekten **) den letzten Einwurf gegen die Geschlechtslehre beseitigt zu haben. ; 2) Der von SPRENGEL angenommene Blumenschópfer freut sich über einen glücklichen Einfall (Seite 95: »Hat die Natur [an anderen Stellen von SPR. Blumenschöpfer genannt] bei Entwerfung des Ideals irgend einer Blume einen glücklichen Einfall gehabt, so findet sie an demselben ein zu grosses Wohlgefallen, als dass sie denselben nicht auch bei anderen Blumen wieder anbringen sollte.) ; er muss es geschehen lassen, dass seine Geschöpfe gegen seine Absicht auf eigene Hand ihr Wesen treiben. (Seite 259: »Obgleich die Blumen [Lychnis dioica] als Nachtblumen für Hummeln nicht bestimmt sind, So machen sich die- selben dennoch ihren Saft zu Nutze.) Aehnlichen menschlichen Schwächen des von SPRENGEL als Erklärungsgrund angenommenen Blumenschöpfers wird der aufmerksame Leser des »Entdeckten Geheimnisses« an zahlreichen Stellen begegnen. 3) SEVERIN AXELL führt in seinem oben erwähnten Werke folgende die Missachtung der SPRENGEL’schen Entdeckungen bekundenden Urtheile späterer Botaniker an: »TREVI- RANUS leugnet in seiner Vertheidigung der Geschlechtlichkeit gegen HENSCHEL (die Lehre vom Geschlechte der Pflanzen in Bezug auf die neuesten Angriffe) völlig die Ungleich- zeitigkeit der beiden Geschlechter und behauptet, dass die Reife des Pollens stets gleich- zeitig mit der der Narbe eintritt; SCHULTZ-SCHULTZENSTEIN (die Fortpflanzung und Er- nährung der Pflanzen. 1828) greift SPRENGEL mit scharfen Worten an, indem er ihm falsche Angaben vorwirft; De Candolle (Organographie végétale. Paris 1827. I. p. 538) äussert: »Mr. CONRAD SPRENGEL a cherché à développer ses idées, plus fondées je le crains sur des théories métaphysiques que sur la simple observation des faits ;« MIKAN (Eine von Dr. GussoNE auf europäischem Boden entdeckte Stapelia. 1834 — nach DEL- PINO) richtet sich gegen ihn auf Anlass seiner Beschreibung des Befruchtungsapparates bei den Veilchen; selbst ROBERT CASPARY behauptet weniger wohlbedacht: »quod censeo, non injuste dici potest, inter omnes illas SPRENGELIT observationes, quas certissimas profert, quo modo insecta flores fecundent, ne unam quidem esse, ex qua certe concludi possit, nullo alio modo flores fecundari quam auxiliis insectorum.« ) »Nur Ros. BROWN bestätigte in seinem bekannten Aufsatze über die Befruchtung bei Asclepiadeen und Orchideen (Linnaean Transactions. 1833. vol. XVI. p. 704) die Richtig- keit der SPRENGEL’schen Angabe, dass Insektenbesuch zur Bestäubung dieser Pflanzen nothwendig ist, obgleich es ihm ebensowohl wie SPRENGEL entging, dass hier Kreuzung, nicht Befruchtung mit eigenem Pollen stattfindet.« f Ebenso einseitig wie nach diesen Angaben die meisten Botaniker die Schwäche der SPRENGEL'schen Theorie berücksichtigt und mit dem Mangelhaften auch das Gute über Bord geworfen haben, ebenso einseitig haben neuerdings DELPINO und SEVERIN AXELL . ^) Nachdem er gezeigt hat, wie gut die Organisation dieser Pflanzen für Kreuzung eingerichtet ist, äussert KOELREUTER: »An id aliquid in recessu habeat, quod hujuscemodi 9rés numquam proprio suo pulvere, sed semper eo aliarum suae speciei impregnentur, merito quaeritur, Certe natura nil facit frustra.« Bot “*) Siehe hierüber SEVERIN AXELL »Om d ; et färgade hyllets betydelse för växten«. otiser. Tredje häftet. 1868. Er: Anmerkungen zur geschichtlichen Einleitung. das grosse Verdienst des SPRENGEL’schen Werkes hervorgehoben und die im Grund- gedanken liegende Schwäche desselben, welche allein erklärt, wie es mehrere Menschen- alter hindurch wirkungslos bleiben konnte, mit Stillschweigen übergangen. DELPINO (Sull’ opera La distribuzione dei sessi ete. del prof. F. HILDEBRAND p. 10) sagt in Bezug auf die Zurücksetzung SPRENGEL's und SEVERIN AXELL stimmt in seine Worte ein: »Es ist fürwahr ein trauriges Schauspiel, diesem Kampfe des Irrthums gegen die Wahrheit zuzusehen, besonders wenn der Kampf von einem später Lebenden begonnen wird, der anstatt die von dem Vorfahren entdeckten Wahrheiten zu benutzen, sich in nürrischer Weise darauf verlegt, sie zu leugnen. Es ist diess eine bittere Lection für die über- müthige menschliehe Vernunft.« Mit voller Anerkennung der Richtigkeit dieses Urtheils glaube ich, um beiden Seiten gerecht zu werden, hinzufügen zu müssen: SPRENGEL's ent- decktes Geheimniss ist ein lehrreiches Beispiel, wie auch ein an scharfsinnigen Beobach- tungen und glücklichen Deutungen überaus reiches Werk wirkungslos bleiben kann, wenn ‚sein Grundgedanke verfehlt ist. 4) Ich entnehme diess DAgwIN's Aufsatze »On.the agency of bees in the fertilization of Papilionaceous Flowers« (Ann. and Mag. of Nat. Hist. 3. Ser. Vol. 2. p. 461), in welchem er sagt: »ANDREW KNIGHT many years ago propounded the doctrine that no plant self-fertilizes itself for a perpetuity of generations. After pretty close investigation of the subject I am strongly inclined to believe that this is a law of nature throughout the vege- table and animal kingdom.« Wie ebenfalls DARwIN mittheilt;- hatte ANDREW KNIGHT (Philosoph. Transact. 1799. p. 200) namentlich in Bezug auf Pisum die Erfahrung gemacht, dass man dureh Anwendung fremden Pollens zahlreichere Samenkórner und kräftigere Nachkommen erhält, als durch Selbstbefruchtung. 5) F. Hildebrand*), Ueber die Befruchtung von Salviaarten mit Hülfe von Insekten, PRINGSHEIM's Jhrb. f. wissensch. Bot. Bd. IV. 1865. —— Ueber die Befruchtung von Aristolochia Clematidis etc. Daselbst V. 1866. ——- Ueber die Nothwendigkeit der Insektenhülfe bei der Befruchtung von Cory- dalis cava. Daselbst V. 1866. —— Ueber die Vorrichtungen an einigen Blüthen zur Befruchtung durch Insekten- hülfe. Bot. Z. 1866. Nr. 10. —— Ueber die Befruchtung von Asclepias Cornuti. Bot. Z. 1866. Nr. 48. —— Die &eschlechtervertheilung *) bei den Pflanzen. Leipzig, W. Engelmann, 1867. —— DELPINO's Beobachtungen mit Zusützen und Illustrationen. Bot. Z. 1867. Nr. 34—36. —- Ueber die Geschlechtsverhältnisse bei den Gompositen.*; Vhdl. der Leop. Carol. Ac. Dresden 1869. —— Weitere Beobachtungen über die Bestáubungsverháltnisse an Blüthen. Bot. Z. 1869 Nr. 29—31. —— Ueber die Bestáubungsvorrichtungen bei den Fumariaceen. Jhrb. f. wissensch. Bot. VII. 1869. —— DELPINO’s weitere Beobachtungen. Mit Zusätzen und Illustrationen. Bot. Z. 1870. Nr. 37—42. Ferner über dimorphe und trimorphe Pflanzen: —— Experimente zum Dimorphismus von Linum perenne und Primula sinensis. Bot. Z. 1864. i N Experimente zur Dichogamie und zum Dimorphismus. Bot. Z. 1865. ——- Ueber den 'Trimorphismus in der Gattung Oxalis. Monatsberichte der Ac. der Wissensch. zu Berlin. 1866. —— Experimente und Beobachtungen an trimorphen Oxalisarten. Bot. Z. 1871. Federico Delpin.o*) relazione sull apparecchio della fecondazine nelle Asclepiadee etc. Torino 1865. —— sugli apparecchi* della fecondazione nello piante antocarpee. Firenze 1867. ——— sull opera la distribuzione dei sessi nelle piante del prof. F. HILDEBRAND. Note critiche.*) Milano 1867. Sulla Darwiniana teoria della pangenesi. Torino 1869. —— Ulteriori 08Servazioni*) sulla dicogamia nel regno vegetale. Milano 1868. 1869. *) Die durch fetten Druck hervorgehobenen Silben bezeichnen die Abkürzungen, mit denen die Schriften im dritten Abschnitte citirt sind. I. C. Anmerkungen zur geschichtlichen Einleitung. ay Federico Delpino*) Ulteriori 08$ervazioni sulla dicogamia nel regno vegetale Milano 1868. 1869. — Parte II, fascic. I. 1870. ——— Pensieri sulla biologia vegetale. Pisa 1867. i -— Breve cenno sulle relazione biologiche e genealogiche delle Marantacee (Nuovo Giorn. Bot. Ital. Vol. I. Nr. 4. Ott. 1869. Firenze). -—- Altri Apparecchi*) dicogamici recentemente osservati. Ibidem. ; —— Aleuni appunti di geografia botanica a proposito delle tabelle fitogeographiche del Prof. Horrmann. Bolletino della Società geographica Ital. fasc. 30 1869. —— Applicazione *; della teoria Darwiniana ai fiori ed agli insetti visitatori dei fiori. Discorso pronunciato dal Dr. ERM. MÜLLER di Lippstadt. Versione dal tedesco e annotazioni. Bolletino della Società entomolog. Ital. Vol. II. fase. 3. 1870. 7 Bulle. piante a bieehiéri! Nuovo Giorn. Bot. Ital. Vol. III. 1871. —— Sulla dicogamia vegetale e specialmente su quella dei Cereali Bolletini del Comizio agrario parmense. Marzo e Aprile 1871. —— Studi sopra un lignaggio anemofilo delle Com Artemisiacee. Firenze 1871. 7) Fritz Müller, Bot. Z. 1866. S. 129. Ueber die Befruchtung der Martha (Peso- queria) fragrans. Bot. Z. 1868. S. 113. Notizen über die Geschlechtsverhältnisse Pflanzen. S. 625. Befruchtungsversuche an Cipó alho (Bignonia). —— $. 629. Ueber Befruchtungserscheinungen bei Orchideen. —— 1869. S. 224. Ueber einige Befruchtungserscheinungen. 1870. S. 149. Umwandlung von Staubgefässen in Stempel bei Begonia. Uebergang von Zwitterblüthigkeit in Getrenntblüthigkeit bei Chamissoa. — 7^ Triandrische Varietät eines monandrischen Epidendrum. m= Jenaische Zeitschrift. Bd. VI Hft. 1. Ueber den Trimorphismus der Pontederien. ——- Vgl Cnm. DARWIN, variation of animals and plants under domestication. Cap. XVII und XXVII. Siehe ausserdem im 3. Abschnitte des vorliegenden Buches: Abutilon, Asclepias curassavica, Franciscea. 8) poste ossia sopra il gruppo delle brasilianischer Epidendrum, Polystachya, Severin Axell, Om anordningarna för fanerogama växternas befruktning. Stock- holm. Iwar Haegstroems boktrykeri 1869. Zweiter Abschnitt. Uebersicht über die unsere Blumen besuchenden Insekten und den Bau und Gebrauch ihrer der Gewinnung des Blüthenstaubes und Honigs angepassten Organe. Die Hauptzweige des Insektenstammes sind zwar sämmtlich an dem Besuche . der einheimischen Blumen betheiligt, aber sowohl, in Bezug auf die Anzahl der blumenbesuchenden Arten und Individuen als auf die Ausschliesslichkeit ihrer Blu- mennahrung, daher auch sowohl in Bezug auf ihre Wichtigkeit für die Befruchtung der Blumen als auf den Grad ihrer Anpassung an dieselben in sehr verschiedenem Masse. Wenn auch im Ganzen der Grad der Anpassung an die Gewinnung der Blu- mennahrung mit der Wichtigkeit einer Insektenabtheilung für die Befruchtung der Blumen gleichen Schritt hält, so ist diess doch nicht durchgreifend der Fall. Wir werden daher die folgende Uebersicht der blumenbesuchenden Insekten nur nach einem Gesichtspunkte ordnen können und wählen dazu den zunehmenden Grad ihrer Anpassung an die Gewinnung der Blumennahrung. A. Orthoptera und Neuroptera. Die niederste Stufe nehmen in dieser Beziehung Geradflügler und Netzflügler ein. Denn diese Ordnungen enthalten, wenigstens unter ihren einheimischen Arten, keinen einzigen regelmüssigen Blumenbesucher, daher keine einzige Art, welche irgend eine Spur von Anpassung an Gewinnung von Blumennahrung erkennen lässt. Ohrzangen (Forficula auricularia) verkriechen sich bei Tage gern in Blumen (Campanula, Papaver, Tropaeolum, Rosen, Nelken, Päonien u. s. w.), deren zarte Theile sie dann oft des Nachts abfressen. Heuschrecken springen und fliegen, um zu fressen, wie an die verschiedensten Pflanzen und Pflanzentheile, so auch gelegent- lich einmal an Blumen.*) Eine kleine Libellenart (Agrion) sah ich wiederholt auf Spiraeablüthen sich setzen, wie es schien, nur um sich zu sonnen. Hemerobiusarten, Sialis lutaria L. und Panorpa communis L. habe ich auf Um- belliferenblüthen so wiederholt angetroffen und den Kopf auf die honigabsondernden *) DELPINO fand an Blüthen von Ophrys aranifera einmal eine kleine grüne Heu- schrecke (Sugli apparecchi ete. p. 20). In Neuseeland sollen nach DARWwIN's Angabe meh- rere Heuschreckenarten von Mr. SwALE als Befruchter von Papilionaceen beobachte- worden sein (Ann. and Mag. of Nat. Hist. 3. Series. Vol. 2. 1858. p. 461). Letztere Ant gabe ist mir sehr räthselhaft und fast unglaublich. N A. Orthoptera und Neuroptera. B. Hemiptera. ` 29 fleischigen Scheiben neigen sehen, dass ich nicht zweifeln konnte , dass sie Blumen- honig leckten ; auch Ascalaphus macaronius habe ich im Sommer 1855 auf Wiesen bei Laibach von Umbelliferenblüthen entnommen. dna Bei Panorpa communis kann man sich leicht davon überzeugen, dass sie wirk- ch Honig aufsucht, denn sie besucht auch manche Blumen mit etwas tiefer gelegenem Honig (Rosifloren > Compositen z. B. Eupatorium cannabinum) und senkt dann den schnabelfórmig verlängerten Kopf in die einzelnen Honigbehälter. Man könnte sogar geneigt sein, diese Schnabelförmige Kopfverlängerung als eine Anpassung an die Honiggewinnung aus diesen Blüthen zu betrachten; da jedoch der nahe verwandte kleine flügellose Boreus hiemalis, welcher niemals Blüthen besucht, sondern sich zwischen Moos aufhält*), dieselbe Eigenthümlichkeit besitzt, so kann sie ebensowohl einen anderen Ursprung haben. Im Vergleich zu ihrer sonstigen Häufigkeit ist auch der Blüthenbesuch der ge- nannten Neuroptera nur ein ausnahmsweiser; sie werden zwar häufiger als die vor- hergenannten Orthoptera bei wiederholten Blüthenbesuchen gelegentlich auch einmal Fremdbestäubung veranlassen ; ; aber sicherlich hat sich weder den einen noch den anderen irgend eine einheimische Blume angepasst. B. Hemiptera. In Bezug auf ihre Wichtigkeit für die Befruchtung der Blumen stehen die Schnabelkerfe schon eine Stufe höher als die Geradflügler und Netzflügler, da eine Abtheilung derselben, die der Wanzen (Hemiptera heteroptera Latr.) manche regel- mässige Blüthenbesucher aufzuweisen hat; ob sie auch in Bezug auf Anpassung an ‚ist mir zweifelhaft ge- Gewinnung von Blumennahrung eine Stufe höher stehen blieben. von Daucus Carota ; háufig ihren 4mm langen Rüssel in die e (Taraxacum officinale) Beine und ihres Leibes Blumenhonig i fassen ist ; Rüssel ist auc AT zen von erheblicher Wichtigkei wären, und überg rterung des Wanzenrüssels als zu "nwichtig für die * Ich fand Boreus hiemalis aber Stets wiederholt am Lichtenauer Berge bei Willebadissen, nur mitten im W inter ' , im Moose sitzend. II. Blumenbesuchende Insekten. C. Coleoptera. Im Gegensatze zu den bis jetzt genannten Insektenordnungen bieten die Käfer schon unzweideutige Anpassungen an die Gewinnung von Blumennahrung dar; auch für die Befruchtung der Blumen sind sie von weit erheblicherer Wichtigkeit, denn zahlreiche Arten der verschiedensten Familien suchen neben anderer Kost gelegent- lich auch Blumennahrung auf, und noch zahlreichere andere beschränken sich zu ihrer Ernährung sogar ausschliesslich auf den Besuch von Blumen. Wenn auch von den hiesigen Blumen wohl keine einzige ausschliesslich oder vorwiegend durch Käfer befruchtet wird, so wirken dieselben doch zur Befruchtung zahlreicher Blumen in _ erheblichem Grade mit; die artenreiche Gattung Meligethes allein, durch geringe Körpergrösse zum Einkriechen in die meisten Blumen befähigt, thut in dieser Be- ziehung weit mehr, als alle bisher genannten Insekten zusammengenommen ; dagegen werden die Käfer aber auch vielen Blumen durch Verzehren der Geschlechtstheile selbst verderblich. An Blumen mit völlig unbedeckt liegendem Honig (Umbelliferen, Cornus, Par- nassia) sieht man zahlreiche Käferarten Honig lecken, an Blumen mit versteckt lie- gendem, aber doch den kurzmäuligsten Insekten zugänglichem Honig und frei her- vorragenden Antheren (Rosifloren, Compositen) bald Honig lecken, bald Blüthenstaub oder die ganzen Antheren fressen und daneben selbst Blumenblätter und Stempel benagen, an Blüthen, welche gar keinen oder für Käfer zu versteckt liegenden Honig absondern, dafür aber die Antheren frei und in die Augen fallend darbieten (Ranun- culaceen , Plantago) sich mit dem Verzehren des Blüthenstaubes, der Antheren und der übrigen zarten Blüthentheile begnügen. Ausser solchen werden auch Blüthen, welche ein Obdach gegen Wind und Wetter darbieten (Campanula, Digitalis) von Käfern aufgesucht, die dann ebenfalls Blüthenstaub oder zarte Blüthentheile verzeh ren. In südlicheren Gegenden sollen, nach DELPINO’S Ansicht (Ulteriori oss. S. 234), manche derartige Blumenformen, z. B. Magnolia, sogar der ausschliesslichen Befruch- tung durch Käfer (Cetonia) sich angepasst haben. Bisweilen endlich findet man Käfer auch an solchen Blumen, die weder offnen Honig, noch offenen Blüthenstaub, noch ein Obdach darbieten und nur durch ihre grelle Farbe die Käfer anzulocken scheinen; so finden sich z. B. an den grell gelb gefärbten Blüthen von Genista tinctoria nicht selten Cryptocephalus sericeus und Moraei. Ein Ueberblick über die gesammte Lebensthätigkeit der blumenbesuchenden Käferarten und der Familien , welchen sie angehören, zeigt uns die mannichfachsten Abstufungen zwischen völlig unbeachtet gelassener, nebenbei aufgesuchter und aus- schliesslicher Blumennahrung und lässt somit deutlich erkennen, dass Insekten, welchen ursprünglich Blumenbesuch fremd war, sich allmáhlich an anfangs theil- weise, später ausschliessliche Blumennahrung gewöhnt und dann erst sich der erfolg- reicheren Gewinnung derselben angepasst haben, dass somit die (von DELPINO ver- tretene) Ansicht, nach welcher gewisse Blumen für gewisse Insekten, gewisse Insekten für gewisse Blumen vorausbestimmt sein sollen *), unhaltbar ist. Im Larvenzustande nährt sich nur eine einzige der von mir auf Blüthen beob- achteten Käferarten (Helodes aucta) von Blumennahrung; andere Käfer, welche als Larven Blüthentheile verzehren, wie z. B. der Apfelblüthenstecher ( Anthonomus pomorum), verlassen im fertigen Zustande sofort die Blüthen, um sich an anderen *) Vgl. im vierten Abschnitte die Besprechung der DELPINO’schen teleologischen Auffassungsweise. C. Coleoptera. 31 Orten aufzuhalten. Die Larven der blumenbesuchenden Käfer sind dagegen tls Fleischfresser (Telephorus, Trichodes, Coccinella), theils Vertilger verwesender thieri- scher Stoffe (Dermestiden), theils nähren sie sich von lebenden oder vermodernden Pflanzenstoffen (Buprestiden , Cerambyciden , Elateriden, Chrysomeliden , Curculio- niden, Cistela, Lagria, Mordelliden, Lamellicornia). í Von den genannten Fleischfressern bleiben die meisten Coccinella und Tele- phorusarten auch im fertigen Zustande ihrer räuberischen Lebensweise getreu, einige Arten derselben Gattungen jedoch (Coce. septempunctata, 14punctata, mutabilis, Teleph. fuscus ^ melanurus etc.) verschmähen es nicht, daneben in geringerer oder grösserer Ausdehnung sich mit Blumennahrung zu beköstigen, und Trichodes entsagt im fertigen Zustande dem Räuber leben vollständig, um sich ganz auf Blumennahrung zu beschränken. Von den genannten V ertilgern verwesender thierischer Stoffe bleibt Dermestes auch im fertigen Zustande dieser Lebensweise durchaus getreu, ohne je auf Blumen zu gehen, Anthrenus und Attagenus thun unter Umständen dasselbe; aber dieselben Arten dieser beiden letzteren Gattungen, welche sich unter günstigen Umständen, Z. B. in vernachlässigten zoologischen Sammlungen , viele Generationen hindurch ausschliesslich von thierischen Stoffen ernähren, ohne die Kästen, in welchen sie Verwüstung anrichten ; Je zu verlassen, trifft man unter Umständen, welche ihrer Fleischernährung weniger günstig sind, zu Hunderten auf Blumen, emsig beschäftigt, Honig und Blüthenstaub zu geniessen. Die mannichfachsten Abstufun Jedoch die Pflanzenstoffe verzehrenden Käferfamilien dar, wie folgende Auswahl zeigt: von den Bostrichiden wurde von mir keine einzige Art auf Blumen getroffen; von den Curculioniden geht nur ein verschwindender Bruchtheil der ganzen Familie aus- , in denen sie ihre Ent-. Gymnetron campanulae, Larinus Jaceae und senilis *), oder gen der Gewóhnung an Blumennahrung bieten nahmsweise auch auf Blumen ‚ entweder derselben Pflanzen Wicklung durchmachen ( auch anderer, auf denen sie offenen Honig finden ( Cornus, Apionarten auf Adoxa und Chrysosplenium) ; die Chrysomeliden bieten z. B. Otiorhynchus picipes auf nicht nur dieselben beiden Abstufungen dar wie die Arten, welche im fertigen Zustande Blumen aufhalten, bald um Hon zarte Blüthentheile zu ‚verzehren blumenbesuchenden Arten macht je nen Theil der ganzen Familie aus, schen Gattungen Melolontha und Ce vorwiegend Stengelblätter fressen u wo sie dann die zarten Curculioniden **), sondern auch. sich theils vorwiegend, theils ausschliesslich auf ig zu lecken (z. B. Clythra scopolina), bald um (z. B. Cryptocephalus sericeus). Die Zahl der doch auch bei den Chrysomeliden nur einen klei- Dasselbe gilt von den Lamellicornen, den linnéi- tonia, deren blumenbesuchende Arten zum Theile nd nur gelegentlich auch auf Blumen gerathen, Blüthentheile ohne Unterschied abweiden (Phyllopertha horti- cola), zum Theil dagegen vorwiegend (Hoplia philanthus , Cetonia) oder sogar aus- schliesslich (Trichius fasciatus) Blumennahrung aufsuchen. Von den Cerambyciden und Elateriden geht mindestens die Hälfte der einheimischen Arten auf Blumen, theils nur nebenbei (Rhagium, Clytus arietis, Diacanthus aeneus), zum grössten Theile EL cU qure " ; *) Larven und Puppen von Larinus senilis F. fand ich in Thüringen bei Mühlberg ım Bode n der Blüthenkörbchen von Carlina acaulis, den fertigen Käfer auf den Blättern nahmsweise auf den Blüthen derselben Pflanze. x E. . *) Helodes phellandrii lebt z. B. als Larve in den hohlen Stengelgliedern, als Käfer bisweilen auf den Blüthen von Phellandrium aquaticum , Cassida murraea als Larve auf den Blättern, als fertiger Käfer bisweilen auch auf den Blüthen von Pulicaria dyssenterica. Noceris 12punctata lebt als Larve auf Spargel, als fertiger Käfer leckt sie bisweilen Um- belliferenhonig. 32 II. Blumenbesuchende Insekten. jedoch ausschliesslich. Von den Mordelliden endlich, ebenso wie von den Oedemeri- den, Malachiiden u. a. gehen sämmtliche Arten im fertigen Zustande ausschliesslich der Blumennahrung nach. Bei der geringen Wichtigkeit der Káfer für die Befruchtung der Blumen würde es kaum der Mühe verlohnen, alle blumenbesuchenden Arten, Gattungen und Fami- lien der Káfer mit ihren der Blumennahrung fremdbleibenden Náchstverwandten zu vergleichen, um etwaige Anpassungen an die Blumen zu entdecken. Um die teleo- logische Ansicht, dass gewisse Insekten für gewisse Blumen voraus bestimmt und zu diesem Zwecke in bestimmter Weise organisirt seien, als unhaltbar zu erweisen, genügt es, nachdem der allmáhliche Uebergang der verschiedensten Küferfamilien zur Blu- mennahrung soeben gezeigt worden ist, an einem einzigen Beispiele darzuthun, dass auch die Anpassungen der Insekten an die Blumen die allmáhlichsten Uebergänge darbieten und sich daher auf ganz natürliche Weise, ohne Annahme einer Prädesti- nation, erklären lassen. Wir wählen dazu die Familie der Cerambyciden. Einer der Hauptzweige, in welche sich nach Wxsrwoon (Introduction to the modern classification of Insects) diese Familie theilt, der Zweig der Lepturiden, die einheimischen Gattungen Rhamnusium, Rhagium, Toxotus, Pachyta, Strangalia, Leptura und Grammoptera umfassend, ist in der grossen Mehrzahl seiner Arten im fer- tigen Zustande ausschliesslich auf Blumennahrung bedacht; nur Rhamnusium wurde meines Wissens nie auf Blumen, sondern nur an Weiden und Pappeln beobachtet ; die Rhagiumarten finden sich vorzugsweise an gefälltem Holze, jedoch hie und da auch auf Blüthen, die Toxotusarten finden sich vorwiegend auf Blüthen, seltner an Gesträuch, die vier übrigen Gattungen ausschliesslich auf Blüthen. In gleichem Schritte mit der Ausschliesslichkeit der Blumennahrung finden sich diejenigen Eigen- thümlichkeiten des Körperbaus ausgeprägt, durch welche die Lepturiden sich von den übrigen Cerambyeiden unterscheiden und durch welche sie zugleich befähigt werden, nicht nur offenen, sondern auch tiefer liegenden Blumenhonig zu gewinnen, nemlich die Verlängerung des Kopfes nach vorn, ‚seine halsfórmige Einschnürung hinter den Augen und die dadurch bedingte Fähigkeit, den Mund nach vorn zu richten, die Fig.1. Anpassungen der Bockkäfer an Gewinnung des Blumenhonigs. 1. Leiopus nebulosus L., niemals Blüthen besuchend. Kopf nach unten gerichtet, hinter den Augen nicht halsfórmig eingeschnürt, Halsschild breit. Unterkieferladen (15) kurz bürstenartig behaart. 9. Clytus ari etis L., nur Umbelliferen und Rosaceenblüthen bisweilen besuchend. Kopf weniger senkrecht nach unten gerichtet, hinter den Augen weniger breit ; Halsschild länger und schmäler ; die äussere Unterkieferlade (25) mit längeren Haaren besetzt. 3. Leptura livida F., ausschliesslich Blüthen besuchend , und zwar Umbelliferen, Rosifloren, Compositen, Convolvulus und andere. Kopf nach vorn verlängert und nach vorn gerichtet, hinter den Augen halsfórmig ein- geschnürt; Halsschild noch stárker verschmälert; beide Unterkieferladen lang behaart (35). 4. Strangalia attenuata L., ausschliesslich Blüthen besuchend, auch aus den 4—6 mm langen Blumen- róhren von Seabiosa arvensis den Honig leckend. Eigenthümlichkeiten wie bei der vorigen Art, nur Halsschild noch länger und nach vorn stärker verschmälert ; beide Unterkieferladen lang pinselförmig behaart (15). C. Coleoptera. D. Diptera: Syrphidae. gestreckte und nach vorn verschmälerte Form des Halsschildes und, wie mir der Vergleich der Mundtheile ergeben hat, die Entwicklung der zum Auflecken des Honigs benutzten Haare der Unterkieferladen. Alle diese Eigenthümlichkeiten bieten eine 'so vollständige Reihe allmählicher Abstufungen von denjenigen Cerambyciden , welche niemals Blüthen besuchen j ies denen, welche nur ziemlich offenen Honig zu lecken vermógen, bis zu Strangalia attenuata, die selbst aus dem Grunde der 4—6 mm langen Blumenróhren von Sca- biosa arvensis den Honig zu gewinnen weiss, dass sich die kleinen Sehritte, durch welche natürliche Auslese allmählich zur Ausprägung hervorstechender Eigenthüm- lichkeiten gelangte, noch vollständig übersehen lassen. | Obgleich für die Befruchtung unserer Blumen von geringer Bedeutung, ist die Ordnung der Käfer gerade dadurch, dass sie uns die ersten Uebergänge von Insekten zur Blumennahrung und die ersten Anpassungen an dieselbe klar vor Augen stellt, von besonderem Interesse. Wir sehen, dass von den verschiedensten Käferfamilien, welche der mannichfachsten Nahrung nachgingen , einzelne Arten erst an theilweise, dann an ausschliessliche Blumennahrung sich gewóhnt haben, und dass alsdann zu ausgibigerer N ahrungsgewinnung nützliche Abänderungen durch natürliche Auslese erhalten worden sind. Der Uebergang zur Blumennahrung muss bei den einen in früheren, bei den anderen in spáteren Zeitepochen erfolgt sein; denn die einen haben: Zeit gehabt, durch Anpassungen an dieselbe und Divergenz di Gattungen und Familien heranzuwachsen, die ander liebende Arten neben Geschwisterarten , w eser Anpassungen zu en bestehen noch als blumen- elche die Blumennahrung verschmáhen. x D. Diptera und Thysanoptera. Die Zweiflügler stehen in Bezug auf Anpassung an Gewinnung von Blumen- nahrung im Ganzen genommen merklich höher als die Käfer; auch für die Befruch- tung der Blumen sind sie von ungleich grösserer Wichtigkeit. Denn während in der Ordnung der Käfer die zahlreichen blumenbesuchenden Arten von der gesammten Artenzahl doch immer noch den bei weitem kleineren Theil ausmachen, geht von den Dipteren wahrscheinlich die Mehrzahl aller Arten auf Blumen. Während ferner die Mundtheile der einheimischen Käfer nur die ersten Anfänge von Anpassungen an Blumennahrung zeigen, die sich auf einzelne Familienzweige oder hóchstens auf kleine Familien erstrecken und durch das Erhaltensein der Zwischenstufen leicht auf ihren Ursprung zurückführen lassen ; ist bei den Mücken und Fliegen, ihrer Ernäh- rung entsprechend, der Mund in so durchgreifender Weise umgestaltet, dass die Zurückführung seiner Theile auf die Urform des ursprünglich beissenden Insekten- mundes durch Nachweis des genetischen Zusammenhanges beider auf die grössten Schwierigkeiten stösst. e Jenigen Dipteren , welche für die Befruchtung einheimischer Blumen von hervor- *) Alles hier Gesagte bezieht sich selbstverstándlich nur auf die einheimische In- Sektenwelt. Die tropische und subtropische Zone haben auch unter den Käfern viel weiter gehende Anpassungen an Blumennahrung aufzuweisen. Bei einer Nemognatha z. B., die mein Bruder FRITZ MÜLLER am Itajahy in Südbrasilien an Winden saugend beobachtete und mir in einen Brief eingelegt überschickte, haben sich die Kieferladen zu zwei spitzen "Innigen Borsten von 12mm Lànge ausgebildet, die, indem sie sich dicht aneinander legen, eine dem Schmetterlingsrüssel ähnliche, aber natürlich nicht einrollbare Saugróhre bilden. LEUR) Meine Vermuthung über die Abstammung der Dipteren von Phryganiden habe ich in meinem Aufsatze »Anwendung der Darwın schen Lehre auf Blumen und blumen- besuchende Insekten (Verhdl. des naturhist. Vereins für pr. Rheinlande und Westfalen 569) ausgesprochen. Müller, Blumen und Insekten, 3 Für den vorliegenden Zweck wird es genügen, von den- ` E II: Blumenbesuchende Insekten. ragender Wichtigkeit sind, die zur Gewinnung der Blumennahrung gebrauchten Organe und die Art ihres Gebrauchs kennen zu lernen, ohne uns zunächst um ihre Abstammung zu bekümmern. Da die Familie der Schwebfliegen (Syrphidae) zur Be- fruchtung unserer Blumen für sich allein weit mehr beiträgt, als alle übrigen Dipteren zusammengenommen, indem die meisten ihrer zahlreichen und zum Theil sehr ge- meinen Arten ausschliesslich oder vorwiegend der Blumennahrung nachgehen, und da sich ferner im Zusammenhange damit gerade in dieser Familie die ausgeprägtesten Anpassungen an abwechselnde Gewinnung von Honig und Blüthenstaub vorfinden, so wähle ich zur Erläuterung der Mundtheile der Fliegen und ihrer Thätigkeit auf Blumen einige der in ihren Anpassungen am weitesten fortgeschrittenen und wohl eben desshalb háufigsten Schwebfliegen, Eristalis und Rhingia. NY NN NS Fig. 9. Mundtheile von Eristalis. (7: bir 1. Kopf von E. arbustorum mit eingezogenem Rüssel, von der Seite. 2. Derselbe, von unten. 3. Derselbe mit ausgestrecktem Rüssel, von oben. 4. Ausgestreckter Rüssel von E. tenax, von der Seite gesehen. 5. Derselbe, von unten. 6. Derselbe, von oben. «a Auge. b Fühler. ce Endklappen des Rüssels. c'c’ unterer Abschnitt der- selben. d Rinne an der Oberseite der Rüsselspitze. e Härteres Chitinstück an der Unterseite der Rüsselspitze. f Contraetiler mittlerer Theil des Rüssels. g Contractile Basis des Rüssels. A Oberlippe, nach unten rinnenförmig hohl und das ebenfalls unpaare Stück 2 in sich aufnehmend, welches vermuthlich durch die Verwachsung der beiden Oberkiefer entstanden ist. % Unterkiefer. 2 Kiefertaster. m m Ränder der Aushöhlung der Unterseite des Kopfes, in welche sich der ganze Rüssel zurückzieht. n Hinterhauptsloch. Bei Eristalis lässt der völlig ausgereckte Rüssel (4. 5. 6. Fig. 2 und 1. Fig. 3.) drei aufeinander folgende Abschnitte deutlich unterscheiden: 1) das häutige Basal- stück g, welches an seinem vorderen Ende 2 unpaarige (h, i) und 2 paarige (A k) langgestreckte Chitinstücke und an der Aussenseite der letzteren 2 Taster (/ 7) trägt, 2) die ebenfalls häutige sehr contractile Mitte des Rüssels (f), welche jedoch nur auf der Unterseite deutlich gesondert hervortritt, und 3) die unterseits von einer starren Chitinplatte (e) gestützte Spitze des Rüssels, welche an ihrem Ende zwei nebeneinan- der liegende zweitheilige Klappen (Endlippen) ee und c' &' und oberseits eine Längs- rinne trägt. Von den Chitinstücken am Ende der Rüsselbasis kann das obere unpaare (A), welches sich unter der Haut bis zum Kopfe fortsetzt (^ 4. 6. Fig. 2) nur als Oberlippe aufgefasst werden; das untere i scheint durch Verwachsung der beiden Oberkiefer entstanden zu sein. Die Oberlippe ^ bildet eine mit ihrer hohlen Seite nach unten gekehrte Rinne, in welche sich das vermuthlich durch Verwachsung der Oberkiefer gebildete Stück ? vollstindig zurückziehen kann; zwischen der Basis dieser beiden Stücke 4 und i erkennt man, wenn man sie weit auseinander biegt, die kleine Mundöffnung. Die freien Enden der beiden spitzen Chitinstücke k k ent- «D. Diptera: Syrphidae: Eristalis. Springen beiderseits etwas unterhalb der verwachsenen Oberkiefer ii und tragen auf ihrer Aussenseite Taster; sie sind also unzweifelhaft als Unterkieferladen und die ihnen ansitzenden Taster als Kiefertaster zu betrachten, wührend das Stammstück der Unterkiefer mit der Basis der Unterlippe (9) verwachsen ist und unter der Haut der- selben schwärzlich durchschimmert (7 4. Fig. 2.) Das contractile Stück f unid das unten von einer steifen Chitinplatte gestützte Stück e bilden zusammen den freien, oben rinnenfórmig ausgehöhlten vorderen Theil der Unterlippe; in den Endklappen derselben (ee, c'e') vermuthet BURMEISTER die umgebildeten Lippentaster. Sehen wir nun zu, in welcher Weise diese Stücke bewegt werden, 1) um Pollen zu fressen, 2) um Honig zu saugen, 3) um sich in Ruhe zu begeben. 1) Um Pollen zu fressen, reckt die Fliege ihren dehnbaren Rüssel lang ‚ streckt ihn je nach Bedürfniss gerade nach vorn, aufwürts oder abwürts, um- fasst mit den beiden Endklappen, wie mit zwei an ihrer Wurzel zusammengebundenen Händen, ein Klümpchen des Blüthenstaubs, zermahlt dasselbe durch rasches Anein-. anderreiben der Endklappen in kürzester Frist zu einzelnen Pollenkörnern und schiebt diese, durch dieselbe Bewegung der Endklappen nach hinten in die Rinne der Unter- lippe; in dieser liegen nun die nach unten rinnenfórmig hohle Oberlippe und von ihr umschlossen das vermuthlich durch Verwachsung der Oberkiefer gebildete Chitin- stück zur Pollenaufnahme bereit. Sobald die Endklappen Pollen nach hinten mahlen, thuen sich diese beiden mit ihrer Basis die Mundöffnung umschliessenden Stücke etwas auseinander, nehmen den in die Rinne der Unterlippe gelangenden Pollen zwischen sich und schieben ihn, vermuthlich indem sie sich in der Längsrichtung aneinander reiben, der Mundöffnung zu. Nach einigen Secunden ist die erste Pollenportion ver- schluckt, und dasselbe Spiel der Bewegungen wiederholt sich. Nur wenn die Pollen- körner, wie bei Oenothera, durch elastische Fäden zu langen Schnüren aneinander geheftet sind, ist abwechselnd mit der beschriebenen "Thütigkeit des Rüssels eine Thätigkeit der Vorderbeine erforderlich, um die Pollenkórner von den sie festhalten- den Füden zu befreien. Nachdem die Fliege mit den Endklappen ein Pollenklümp- chen von den Antheren losgerissen , führt sie, auf Mittel- und Hinterbeinen stehen bleibend, die Vorderfüsse zum Munde, nimmt den Strang elastischer Fäden zwischen dieselben und macht, indem sie die Vorderfüsse wie zwei sich waschende Hände rasch aneinander reibt, Rüssel und Beine Fäden frei. „aus *) von den durch diese Bewegung zerrissenen Auch von anhaftendem Pollen sucht sie bisweilen die Endklappen ihres Rüssels zu reinigen, indem sie dieselben zwischen die Vorderfüsse nimmt und diese der Rüsselspitze entlang nach vorne streift. Eine bemerkenswerthe Eigenthümlichkeit der Endklappen, welche aus Fig. 3. deutlicher ersichtlich ist, macht diese zum Er-. greifen, Zermahlen und Nachhintenschieben des Pollens vortrefflich geeignet. Auf den einander zugekehrten Flächen sind nemlich die beiden Endklappen mit paral- lelen Chitinleisten gleichmässig dicht besetzt, zwischen welchen die Pollenkórner mit Leichtigkeit festgehalten ‚und in den Eingang der Rinne d der Unterlippe geschoben werden kónnen. Da diese E Sich gerade bei und auf igenthümlichkeit das Pollenfressen offenbar wesentlich erleichtert und denjenigen Fliegenfamilien ausgeprägt findet, welche Blumen besuchen ` denselben nicht bloss Honig, sondern auch Blüthenstaub géniessen (Syrphi- den, Musciden , Stratiomyiden) , wührend sie den nur Blumenhonig geniessenden Bombyliiden , ?mpiden und Conopiden, sowie den ebenfalls nur saugenden Mücken *) Bei Eristalis tenax, deren Körperlänge 15mm beträgt, erreicht der ausgereckte Rüssel 7 —« mm, bei E. arbustorum von 10mm Körperlänge 4—5 mm. 93% o 36 s I. Blumenbesuchende Insekten. fehlt, so unterliegt es wohl keinem Zweifel, dass sie sich als Anpassung an die Pollengewinnung ausgeprägt hat. *) 2)Um Honig zu sau- gen. legen die Schwebflie- gendierinnenförmigeOber- lippe 4 (1. Fig. 3.) und das vermuthlich aus den ver- wachsenen Oberkiefern ge- bildete Chitinstück c zu einer Róhre zusammen, welche sie nach unten bie- gen, so dass sie von der Rinne der Unterlippe um- schlossen wird. Der End- klappen kónnen sie sich nun aufzweierleiW eise be- dienen; entweder legen sie dieselben zusammen (wie in 1. Fig. 3.) und ziehen das häutige Mittelstück f der Unterlippe so weit ein, dass der in der Rinne der Unterlippe eingeschlossene Saugapparat zwischen den Endklappen vorrückt und an. der Spitze derselben in die einzusaugende Flüs- sigkeit tritt; oder sie brei- i A j : ten die Endklappen flach Fig.3. Rüssel von Eristalis tenax, stärker vergrössert. X E 1. Der grösste Theil des Rüssels von Eristalis tenax L. mit zusammen- auseinander , so, dass ihre gelegten Endklappen und etwas auseinander gelegten Mundtheilen, von rechts mit Chitinleisten besetzten is gesehen. Denkt man sich die UNESE h upd i qz Ea Rinne d hinabge- Innenflüchen sich dicht auf drückt, so hat man die Mundtheile in der Lage, die sie beim Pollenfressen einnehmen. die Unterlage drücken und d dh. nalen I Raf welches ósbben at den itataas en 110, Shlkzei,denSaugampi gekehrten Seiten besetzt sind. rates schon am Ende der Die Bedeutung der Buchstaben ist die nemliche, wie in der vorigen Figur. Rinne der Unterlippe her- vortritt. Fliegen .mit kissenartig angeschwollenen Endklappen (Syrphus balteatus Fig. 5) thuen vorzugsweise das letztere, solche mit langen schmalen Endklappen (Rhingia Fig. 4) ausschliesslich das erstere. Sowohl um die Pollenkörner, welche bis in die von den Chitinstücken 4 und i gebildete Röhre befördert sind, als um die Flüssigkeit in ihr dem Munde zuzuführen, bedienen sich dann die Fliegen der Er- weiterung der mit.dem Munde in Verbindung stehenden inneren Hohlräume zum Ansaugen. Die Kieferladen und die ihnen anhaftenden Taster scheinen weder beim Saugen noch beim Pollenfressen eine Rolle zu spielen und daher bei den Schweb- fliegen überhaupt nutzlose Anhänge zu sein. . .*) Die Tabaniden, deren Endlippen ebenfalls mit Chitinleisten besetzt sind, habe ich noch nicht Pollen fressend beobachtet, Tabanus micans und luridus habe ich jedoch öfter auf Blüthen gefunden und halte es für nicht unwahrscheinlich, dass sie auch Pollen fressen. D. Diptera: Syrphidae: Eristalis, Rhingia. 21 3 Um den Rüssel in der Ruhe geschützt unterzubringen, zieht die Fliege das fleischig háutige Basalstück g nach hinten und unten zurück; Ober- lippe, Ober- und Unterkiefer nebst Kiefertastern (A, i, k, 1) klappen sich aufwärts, das sehr contractile Mittelstück J zieht sich ganz zusammen und bildet einige häutige Falten am untersten Theile des zusammengeklappten Rüssels, die Hornplatte e und die Endklappen e klappen sich nach vorn und oben, und der complicirte, zum Pollen- - fressen und Honigsaugen in gleicher Weise geeignete Rüssel liegt nun in der tiefen Aushóhlung an der Unterseite des schnauzenfórmigen Kopfvorsprunges (m, 1.2. Fig.2.) geborgen, so dass hóchstens die Endklappen unbedeutend hervorragen (1. Fig. 2]. Betrachtet man den Kopf jetzt von der Unterseite (2. Fig. 2.), so sieht man in der Aushóhlung nur die Endklappen c-c" und unter denselben den oberen Theil der Chitinplatte e, während der untere Theil derselben in den Hautfalten des contractilen Rüsseltheils liegt. - ' : Eine weitere V ervollkommnung der beschriebenen Eigenthümlichkeiten, welche der Fliege gestatten, mit Bequemlichkeit Pollen zu fressen, auch tieferliegenden Honig zu saugen und doch den Rüssel völlig geschützt unter dem Kopfe zu bergen, war durch noch grössere Verlängerung des Rüssels möglich, wenn sich gleichzeitig der schnauzenförmige Kopfvorsprung, welcher den Rüssel im Ruhezustand in sich aufnimmt, noch weiter verlängerte. Diess hat sich in ausgeprägtester Weise bei Rhingia vollzogen, deren (1 1— 12mm langer) Rüssel den ganzen (nur 10mm Re rum langen) Körper an Länge übertrifft und Fig. 4. Rüssel von Rhingia rostrata. r : E RA k 1. Kopf mit ganz eingezogenem Rüssel, von der Seite, | von keiner einheimischen : liege über- 2. Derselbe, in dem Moment, wo der Rüssel sich aus- troffen wird. = einanderzuklappen beginnt. T i 5 3. Derselbe mit völlig ausgerecktem Rüssel. ŞS . SE I 5 5 In gleichem Sehritte mit der Anpas 4. Kopf mit ganz eingezogenem Rüssel von unten A3 sung des Kórperbaues an die Gewinnung sehen, doppelt so stark vergrüssert als die drei ersten : ; : > sgl Figuren. Die Bedeutung der Buchstaben ist dieselbe wie tiefer liegenden Honigs hat sich bei den figwen. Die Bedeutung de ^ in Figur 2. blumenbesuchenden Insekten im Ganzen auch die Fühigkeit, versteckter liegenden Honig ausfindig zu machen, gesteigert. Wenn daher SPRENGEL allgemein die Fliegen als dumme, zur Auffindung versteckt liegenden Honigs unfähige Thiere bezeichnet, so passt das wohl auf die grosse Mehr- zahl der kurzrüssligen, aber durchaus nicht auf die langrüssligen Arten der Syrphiden, Bombyliiden, Conopiden und Empiden. Rhingia nimmt wie an Rüssellänge, so auch in Bezug auf die bezeichnete geistige Fähigkeit unter allen hiesigen Fliegen eine der ersten Stellen ein *), und es gibt, wie ich glaube, keine einzige Blume, deren Honig ihr erreichbar ist und nicht auch von ihr aufgefunden und ausgenutzt würde. Die sehr versteckt liegenden Saftgruben der Schwertlilie z. B. ‚ von denen SPRENGEL (Entd. Geh. S. 74) behauptet, dass andere Insekten als Hummeln und Bienen sie nicht aufzufinden vermóchten, indem er hinzufügt : »Von den Fliegen versteht sich diess von selbst, denn sie sind viel zu dumm, als dass sie den so künstlich versteckten Saft sollten ausfindig machen kónnen,« werden von Rhingia rostrata noch häufiger | als von Hummeln ausgesaugt. Aber selbst in der Familie der Syrphiden, die uns die höchste Steigerung der *) Nur Bombylius discolor MIK. kommt ihr an Rüssellänge gleich, Bomb. major L. (10mm) nahe. 38 ; j II. Blumenbesuchende Insekten. Anpassung des Fliegenmundes an Blumennahrung aufweist, hat nur eine geringe Zahl von Arten die von uns am Eristalisrüssel betrachtete Ausbildungsstufe er- reicht; die grosse Mehrzahl ist auf einer ähnlichen Stufe stehen geblieben, wie sie Fig. 5 zeigt. Die ganze Unterlippe ist viel kürzer; das dehnbare Mittelstück der- ‚selben fehlt; die Endklappen sind kissenförmig ange- schwollen; mit dem Körperbau ist die geistige Fähigkeit auf einer niederen Stufe der Anpassung an Gewinnung der Blumennahrung stehen geblieben. Ausser Syrphiden sind von Fliegen noch Musciden, Stratiomyiden, Bombyliiden, Conopiden und Empiden für die Befruchtung der Blumen von einiger Bedeutung, von denen Arten der beiden ersteren sowohl Pollen fressen als Honig saugen, Arten der drei letzteren nur Honig saugen. Die pollenfressenden Musciden und Stratiomyiden | haben dieselbe weiche, kissenförmige Anschwellung der Endklappen, dieselbe Bewaffnung derselben mit Chitin- leisten, wie wir sie bei den Syrphiden kennen gelernt haben; auch bedienen sie sich, trotz gewisser Abweichungen in den Mundtheilen , ihres Rüssels zum Pollenfressen und Saugen in derselben Weise, wie die Syrphiden und ziehen ihn auch ebenso in eine Höhlung an der Unterseite des Fig. 5. Rüssel von Syrphus - balteatus DeG. Kopfes zurück. OO i Die nur saugenden Bombyliusarten, Empisarten und Die Bedeutung der Buchstaben P . Age - ist dieselbe wie in Fig. 2. Conopiden dagegen, deren Endklappen des weichen mit Chitinleisten besetzten Kissens entbehren und durch ein- fache derbe Chitinblätter gebildet werden, die nur zur Führung des Saugapparates dienen , ziehen auch ihren Rüssel nicht in eine Aushöhlung zurück. Daraus lässt sich schliessen, dass die Zurückziehbarkeit des Rüssels in eine ge- rade zu seiner Aufnahme passende Aushóhlung an der Unterseite des Kopfes nur.als Schutz des Pollenfressapparates von Vortheil ist, mithin sich als mittelbare An- passung an die Blumennahrung entwickelt hat, ebenso wie die eine Vergrósserung der Rüsselhóhle bewirkenden schnauzenfórmigen und selbst schnabelfórmigen Kopf- vorsprünge der Syrphiden. Von den nur saugenden Fliegen tragen die Empisarten ihren dünnen geraden Rüssel nach unten gerichtet und gebrauchen ihn auch am liebsten in dieser Richtung; sie suchen vorzugsweise nach oben geöffnete Blumen auf, in die sie den Rüssel hin- absenken können. Sind dieselben röhrenförmig, so stecken sie, wenn es die Länge der Röhre erfordert, auch den ganzen Kopf mit in dieselbe, wozu sie die Kleinheit ihres Kopfes, auch bei ziemlich engen Röhren, befähigt. Das durch Verwachsung der Oberkiefer gebildete Chitinstück verbreitert sich bei ihnen (ich untersuchte E. tesse- lata) in eine spitze lanzettliche Platte, die von den elliptischen Endklappen geführt, zum Anbohren saftreicher Gewebe, z. B. der innern Wand des Sporns von Orchis- arten, benutzt wird. Einer bedeutenden Steigerung seiner Länge ist ein gerade nach unten gerichteter Rüssel, ohne eingeknickt zu werden, natürlich nicht fähig. Bei den Conopiden knickt sich daher der ebenfalls nach unten gerichtete Rüssel, sobald er eine bedeutende Länge erreicht, an der Basis oder ausserdem noch in der Mitte knieförmig um, und der vordere Theil desselben schlägt sich im letzteren Falle nach Art eines Taschenmessers zurück, so dass der Rüssel nun ohne zu hindern nach unten gerichtet getragen werden kann. ; E D. Diptera: Bombylius, Thysanoptera. 39 Die Bombyliusarten dagegen tragen ihren Rüssel, der ebenfalls zu lang ist, um ohne Einknickung nach unten gerichtet getragen werden zu können, nach vorn gerichtet und haben ihn daher beständig zum Saugen bereit. Sie gewinnen dadurch offenbar an Zeit; denn ohne sich nur zu setzen, stecken sie freischwebend den Rüssel in die honigführenden Blumenróhren und gelangen in stossweisem Fluge rasch von einer Blume zur andern. An Rüssellünge kommen sie der Rhingia gleich, denn bei Bombylius major hat der Rüssel eine Lünge von 10 mm, bei B. discolor von 11— | 12 mm; ebenso verstehen sie aber auch ziemlich ebenso gut als Rhingia sehr versteckt liegenden Honig zu finden. Wie die Empisarten, so sind auch die Bombyliusarten zum Anbohren saftreicher Gewebe befühigt. Denn die Unterlippe und die von ihr umschlossene Oberlippe bilden zwei zu einer Röhre vereinigte Rinnen, zwischen denen sich die Unterkiefer als zwei sehr dünne Borsten, die zu einem Stücke verwachsenen Oberkiefer aber als krüftige , verbreiterte, am Ende spitze Borste hin- und her- Schieben; die Oberlippe selbst ist in eine üusserst feine starre Spitze ausgezogen. Zwischen den sehr langen schmalen Endklappen gehalten vermógen sowohl die Ober- lippe als die verwachsenen Oberkiefer mit Leichtigkeit in zartes Gewebe einzudringen. Ich habe mehrmals Bombyliusarten in honiglose Blüthen ihren Rüssel stecken sehen (z. B. B. canescens Mix. an Hypericum perforatum) und vermuthe, dass sie an den- selben von ihren Bohrinstrumenten Gebrauch gemacht haben. Während die Bombyliusarten und die Conopiden schliesslich Blumensäften nachgehen , Fliegen die Gewohnheit, , soweit mir bekannt ist, aus- haben sehr viele andere blumenbesuchende auch alle möglichen anderen und zum Theil die unsauber- sten Flüssigkeiten und feuchten Gegenstände zu belecken. Eristalisarten sieht man an Rinnsteinen , Scatophaga- und Luciliaarten an Kothhaufen, Sarco phaga an fau- ligem Fleische mit Behagen lecken ; selbst die auf Blumen so häufige Volucella bom- bylans sah ich im Mai 1869 auf eine m im Wasser schwimmenden Cadaver sitzen und aufgescheucht wiederholt auf denselben zurückfliegen, um an der faulenden Haut zu lecken. Verschiedene Blumen scheinen sich der eigenthümlichen Liebhaberei. dieser Thiere angepasst zu haben, indem sie einen starken Geruch entwickeln, der diese Fliegen gerade anlockt. Von der zweiten Hauptabtheilung der Diptera, den Mücken, haben die grösseren Arten, Tipula, Bibio ete. für die Befruchtun ! nete Bedeutung, indem sie nur vóllig offen liegenden Honig gelegentlich lecken und dabei wohl auch einmal Pollen übertragend wirken. Keine einzige Blumenform hat sich ihnen angepasst. Winzige Mückenarten dagegen, wie z.B. Psychoda phalaenoi- des, welche sich bei Tage in dunkle Schlupfwinkel verkriechen und des Abends munter umherschwärmen *) sind die regelmässigen Befruchter der merkwürdigen Blumen von Aristolochia Clematidis und Arum maculatum, die ihren Besuchern dunkle Schlupfwinkel darbieten und sie in denselben in vorübergehender Gefangen- Schaft halten: andere spielen bei der Befr uchtung von Adoxa und Chryso- Splenium eine wichtige Rolle. i Die ‘Abtheilung der Blasenfü inzige Körpergrösse von meist kaum noch weit höherem Grade als g der Blumen nur eine sehr untergeord- sse, Thysanoptera (Thrips), ist durch | mm Länge und mehrmal geringerer Breite in die Anthocoriden unter den Wanzen, die Meligethes WwW E ucc uM E E a P 2 *) An eine an einem Sommerabende im Freien oder bei offnen Fenstern im Zimmer rennend ER e Lampe sieht man in kurzer Zeit Hunderte von Psychoda phalaenoides fliegen, Dei Tace rm 5 sieht man sie nur spärlich an Fenstern. Ich schliesse daraus, dass sie sich bei lage verkrochen haben müssen. 40 II. Blumenbesuchende Insekten. unter den Käfern zum Eindringen in die mannichfaltigsten Blüthen befähigt; auch werden wahrscheinlich nur wenige oder gar keine unserer Blumen dem bisweiligen oder häufigen Besuche von Blasenfüssen entgehen, und obwohl diese winzigen aber äusserst thätigen Thierchen gewiss nur zufällig Blüthenstaub auf die Narben über- tragen und im Vergleich zur Anzahl ihrer Besuche nur ausnahmsweise Fremdbestäu- . bung bewirken, so ist doch bei ihrer ungemeinen Häufigkeit ihre Wichtigkeit für die Befruchtung nicht zu unterschätzen. Namentlich dürfte es kaum möglich sein, bei Abschluss der befruchtenden Insekten durch über die Pflanzen gestellte Netze auch diese Gäste abzuhalten. *) Sie suchen sowohl Blüthenstaub als Honig auf; ersteren gewinnnen sie, indem sie durch zangenartig greifende Bewegung ihrer hornigen Oberkiefer die einzelnen Pollenkörner in den Mund bringen, letzteren, indem sie die Ober- und Unterkiefer zu einem kurzen kegelförmigen Saugapparat zusammenlegen. Ausser der Blumennahrung nehmen sie nach Wxsrwoop's Angabe (Introduction II. S. 4.) auch andere Pflanzensäfte zu sich, beschädigen z. B. auch Gurken und Me- lonen und bezeichnen die Blätter, auf denen sie sich aufhalten, mit kleinen abgestor- benen Flecken. Mit den Dipteren stimmen sie also darin überein, dass sie in den Blüthen sowohl Pollen als Honig geniessen und dass sie sich nicht auf Blumen- nahrung beschränken. Im Anschlusse an die Blasenfüsse seien hier noch die. von KiRBv (Monogr. Ap. Angliae Taf. 14. Nr. 11. Fig. 10) als Pediculus Melittae, von DvrovR als Triungulinus be- schriebenen jugendlichen Meloelarven erwáhnt, welche durch die Winzigkeit und Schmal- heit ihres Kórpers, die ihnen den Eintritt in alle Blüthen gestattet, durch die Lebhaftig- keit ihrer Bewegungen und durch ihr Vorkommen in Blüthen den Blasenfüssen àhnlich sind. Obgleich sie die Blumen wohl nur in der Absicht besuchen, sich blumenbesuchenden Bienen als Schmarotzer anzuhángen, so bekóstigen sie sich doch bis zur Erreichung dieses Ziels mit Blüthenstaub und Honig, behaften sich nicht selten mit Blüthenstaub und spielen daher eine ähnliche, wenn auch weniger wichtige Rolle als die Blasenfüsse. E. Hymenoptera. Die Ordnung der Aderflügler nimmt in Bezug auf die Anpassung an Blumen und Wichtigkeit für die Befruchtung derselben noch eine erheblich hóhere Stufe ein, als die der Diptera; denn die überwiegende Mehrzahl ihrer Arten sucht im fertigen Zustande ausschliesslich Blumennahrung auf. Von den Hauptzweigen dieser Ordnung habe ich nur Holzwespen (Sirex L.) noch nie auf Blumen angetroffen, von den Ameisen dagegen mehrere Arten, von den Blattwespen (Tenthredo), Schlupfwespen (Ichneumon, Bracon, Pteromalus) und Goldwespen (Chrysis) zahlreiche, von den Faltenwespen und Grabwespen fast alle, die ich zu beobachten überhaupt Gelegenheit hatte, und von den Bienen beköstigen sich bekanntlich alle Arten ohne Ausnahme fast ausschliesslich mit Blumennahrung. | Zwar sind alle diese Zweige mit Ausnahme der beiden letzten nur zum Saugen flach liegenden Honigs befähigt, und selbst unter den Grabwespen gibt es nur wenige, die mit ihrem Rüssel einige Millimeter tiefer in die Blumenröhren einzudringen ver-. mögen, so dass ein erheblicher Theil der Blumen allen Aderflüglern mit alleiniger Ausnahme von Bienen ihren Honig verschliesst; aber die Familie der Bienen hat sich, indem sie nicht nur im fertigen Zustande ausschliesslich Blumennahrung auf- *) DARWIN, der alle seine Versuche mit meisterhafter Umsicht angestellt hat, hat auch die Möglichkeit des Eindringens der Blasenfüsse durch Netze von Anfang an im Auge gehabt. Vgl. Annals and Magazine of Nat. Hist. 1858. 3 Series. Vol. 2. p. 459 u. 460, i E. Hymenoptera: Apidae. 41 Sucht, sondern auch ihre Brut ausschliesslich mit solcher auffüttert, in ihrer ganzen Existenz in dem Grade an die Blumen gebunden, dass sie für sich allein xe nr passungen an die Gewinnung der Blumennahrung darbietet, erheblich menr für die Befruchtung unserer Blumen leistet und daher auch mehr Anpassungen dieser an ihre Befruchter veranlasst hat, als alle übrigen bisher genannten Insektenordnungen zusammengenommen. | ER Eine genauere Betrachtung der Bienen ist daher zum Verständnisse der Befruch- tung vieler einheimischen Blumen unerlässlich. Die Familie der Bienen. . Wir werden die mannichfalti sten verstehen, wenn w sie sich in der Natur na diess zu thun versuche, gen Anpassungen derselben an Blumen am leichte- ir sie in derjenigen Reihenfolge ins Auge fassen, in welcher ch einander und aus einander entwickelt haben. Indem ich _ muss ich, um die dem vorliegenden Werke gesteckten Gren- - zen nicht zu weit zu überschreiten, in Bezug auf die Begründung meiner Ansichten auf eine speciell den Bienen gewidmete Arbeit von mir verweisen. > Wenn meine in derselben niedergelegten Schlussfolgerungen richtig sind, so stammen die Bienen von gewissen Grabwespen ab, welche, ebenso wie die heutigen , Spinnen, Insektenlarven oder fertige Insekten erjagten, durch ihren‘ Stich lähmten, in ihre Bruthóhlen schleppten, ein Ei an dieselben legten und so die ausschlüpfende Larve mit lebendem Fleische bekóstigten, sich selbst aber ausschliesslich von Honig und Blüthenstaub ernührten; diese wurden dadurch die Begründer eines neuen Familienzweiges, dass sie die ererbte Gewohnheit der Brutversorgung aufgaben und statt dessen ihre Nach- kommenschaft mit dem wieder ausgespieenen Ueberschusse der eigenen Nahrung ver- sorgten. Der hierdurch begründete Familienzweig unterschied sich zwar von der Stammfamilie anfangs lediglich durch die abweichende Art der Brutversor indem er sich durch dieselbe ein weites F halte eróffnete und diesen entsprechend s Weise immer vollstándiger anpasste , reich verzweigten Familie der Bienen. gung; aber eld noch unbesetzter Stellen im Naturhaus- ich enorm vermehrte und in verschiedener entwickelte er sich im Laufe der Zeiten zu der Die äussersten noch jetzt weitersprossenden Zweige dieser Familie, die heute lebenden Bienenarten, bieten nach verschiedenen Seiten hin von den niedersten bis zu den höchsten Stufen der Anpassung an Blumen- nahrung Zwischenstufen dar, die uns den natürlichen Verlauf der stattgehabten Ent- wicklung einigermassen erkennen lassen. ‘Vollständig auf der Stufe der Stammeltern der Bienen stehen geblieben sehen wir die Prosopisarten , die in ihrem fast kahlen Kórper, ihren schmalen , schwach behaarten Fersen (4 Fig. 6) und in ihren wenig gestreckten unteren Mundtheilen durchaus Grabwespen gleichen und lediglich durch die Art ihrer Brutauffütterung ein Anrecht haben, zur Bienenfamilie gezählt zu werden, indem sie ihre vermittelst der breiten Zunge (li Fig. 7) mit verhärtendem Schleime ausgekleideten Bruthöhlen mit einem Gemische wieder ausgespieenen Honigs und Blüthenstaubes füllen, welches der aus dem Ei schlüpfenden Larve als Nahrung dient. Selbst von starkem eigen- thümlichem Geruche ,. suchen diese kleinen sehr lebhaften Thiere auch mit Vorliebe stark duftende Blumen (Reseda, Ruta, Lepidium sativum, Matricaria, Achillea etc.) auf, in denen sie dann abwechselnd Honig saugen und Pollen fressen. Klebriger Pollen bleibt trotz der Kahlheit ihres Kórpers nicht selten an ihnen haften, besonders —_ NA D ar ‚Anwendung der DARwiN'schen Lehre auf Bienen«. Verhandl. des naturhistor. Vereins für preuss. Rheinlde. u. Westfalen. 1872. $, 1—96. 42 II. Blumenbesuchende Insekten. an den ihn verzehrenden Mundtheilen und an den etwas behaarten Beinen; diese sind wohl an ihren Fersen (/ Fig. 6) mit schwach ausgeprägten Bürsten versehen, vermittelst deren die Biene, wenn sie in dürren Brombeerstengeln oder im Sande gegraben hat, ihre ganze Körperoberfläche wieder reinigen kann, haben aber ebenso wenig als irgend ein anderer Kórpertheil eine Haarbekleidung, die sich zum Einsam- meln von Blüthenstaub eignet. ; ZZ. (germ | Fig. 6. Rechtes Hinterbein von Prosopis variegata 9, von hinten gesehen. c= coxa, Hüfte. Zr = trochanter, Schenkelring. f= femur, Schenkel. ti = tibia, Schiene, ?= tarsus, Fuss- glieder. t£’== erstes Fussglied oder Ferse. (Die Behaarung der Schiene und Ferse ist in der Figur erheblich stärker, als sie sein sollte.) Obgleich daher die Prosopisarten der. Gewinnung der Blumennahrung nicht mehr angepasst sind, als viele Grabwespen, so sind sie doch für die Befruchtung der Blumen, wegen des viel emsigeren Besuches derselben, zu welchem sie ihre Brut- versorgung treibt, schon erheblich nützlicher. "Die Gestalt ihrer Mundtheile und ihre Art, dieselben zu bewegen, müssen wir im Einzelnen betrachten, um die höheren Stufen der Anpassung des Bienenmundes an die Gewinnung des Blumenhonigs leichter verstehen zu können. | .. Im Ruhezustande (1. Fig. 7.) sind bei Prosopis die unteren Mundtheile, Unter- kiefer und Unterlippe, in eine Aushóhlung der Unterseite des Kopfes, welche sie gerade ausfüllen , zurückgezogen, nicht wie bei den Fliegen durch eine. von Quer- faltungen begleitete Zusammenziehung eines häutigen Stückes, sondern durch Zu- sammenklappung mit Gelenken drehbar verbundener starrer Chitinstücke. Die beiden Angeln oder Wurzelstücke der Unterkiefer (ee 4. Fig. 7.) sind nemlich mit ihren Fusspunkten zweien Gelenkpfannen zu beiden Seiten der Aushöhlung des Kopfes in der Weise eingefügt, dass sie sich in denselben nach vorne und nach hinten drehen ‘können. Im Ruhezustande haben sie sich nach hinten gedreht und mit sich die ihrem anderen Ende drehbar angefügten Stammstücke der Unterkiefer (st 1, 2, 3, 4. Fig. 7.) und das zwischen diesen befestigte Kinn (m4) nach hinten gezogen, so dass sie von denselben völlig verdeckt werden. Die Kieferladen (ma), Kiefertaster (pm) und Lip- pentaster (pl) haben sich ebenfalls nach unten und hinten umgeschlagen, und die Oberkiefer (md) haben sich über den Wurzeln derselben zusammengelegt und zugleich die nach unten geklappte Oberlippe (Zr 2. Fig. 7.) und die eingezogene Zunge (4) überdeckt. Die Oberkiefer allein sind also im Ruhezustande in unbehinderter Lage und kónnen, ohne dass ein anderer Mundtheil seine Lage ändert, sich wie die Backen E. Apidae: Prosopis. einer Zange auseinander und wieder zusammenbewegen , also beissen. "Thuen sie sich auseinander (2. Fig. 7.), so werden die Oberlippe (br), die Zunge (Z), die ‚Basis der zurückgeschlagenen Kieferladen (la 2b), Kiefer- und Lippentaster sichtbar. N N, N PAR Ñ il A il y Fig. 7. Mundtheile von Prosopis. bud ^ 2. Vorderer Theil desselben die Hóhe geklappt hat. - Kopf mit völlig »usammengelesten Mundtheilen, von unten gesehen. EY ; nachdem die Oberkiefer sich auseinander gethan haben und die Oberlippe sich in 2b Mundtheile in derselben Lage, stärker vergrössert. d. Mundtheile, nachdem Kieferladen, Kiefer- und Lippentaster sich gehoben und die Zunge etwas ausgestreckt at, ebenso stark vergrössert wie 2b, : y 4. Vorderer Theil des Kopfes mit völlig ausgestreckten Mundtheilen von unten gesehen. Vergrösserung die- selbe wie bei 1 und 2. 4b Die völlig ausgestreckten Mundtheile, so stark vergrössert wie in 2b und 3. K = labrum ; Oberlippe t ma mandibula, Oberkiefer; v — cardo, Angel oder Wurzelstück des Unterkiefers ; , St = stipes, Stamm des Unterkiefers; la = lamina, Lade des Unterkiefers; pm = palpus maxillaris, Taster des Unter- kiefers; mt = mentum, Kinn; üÜ= ligula, taster ; 0 = Auge, ) h Zunge; pa = paraglossae ; Nebenzungen; pl = palpus labialis , Lippen- Will die Biene vom Beissen zum Honigsaugen übergehen, so streckt sie Kiefer- laden, Kiefer- und Lippentaster nach vorn und breitet die Zunge aus (3. Fig. 7.); dann dreht sie auch die Angeln der Unterkiefer (ec PE EUG Un nach vorn und schiebt dadurch Unterkiefer und Unterlippe (Kinn und Zunge) mit n NE pelte Lünge der Angeln vorwürts, wodurch die Zunge befühigt wird, in nicht zu enge und nicht zu tiefe Honigbehälter einzudringen. Die Fähigkeit, die unteren Mundtheile in die Kopfhóhle zusammenzuklappen, um beissen zu kónnen, zum Saugen dagegen sie auseinanderzuklappen und vorzu- Strecken, besitzen, in derselben Weise wie bei Prosopis ausgeprügt, auch schon die Grabwespen. Prosopis hat demnach noch keinerlei Anpassung an die Gewinnung der Blumennahrung aufzuweisen ; die nicht schon die Stammeltern der Bienenfamilie 44 II. Blumenbesuchende Insekt en. besessen hätten. Selbstständig erworben hat Prosopis dagegen vielleicht die eigen- thümliche Gewohnheit, ihre Bruthóhlen mit Schleim auszukleiden, der zu einer zu- sammenhangenden dünnhäutigen Zelle erhärtet; diese Gewohnheit ist aber der An- passung an die Gewinnung tiefer liegenden Honigs offenbar hinderlich gewesen ; denn sie hat zur Ausprägung einer breiten stumpfen Zunge geführt, welche sich nicht verlängern konnte, ohne für die Bereitung einer Schleim-Brutzelle weniger tauglich zu werden. Wesentlich höher in Bezug auf Anpassung an Blumennahrung als Prosopis stehen Sphecodes und die ihr nüchstverwandten, aber wieder erheblich weiter fort- geschrittenen Gattungen Halictus und Andrena. Bei allen dreien ist die Zunge noch ziemlich kurz (/ 4. Fig. 8, 1. Fig. 9.), mehr durch die Länge des Kinns und der Angeln, als durch ihre eigene Länge zum Eindringen in etwas tiefere Honigbehälter befáhigt; sie ist aber, im Gegensatze zu Prosopis, spitz, am Ende mehr oder weniger deutlich fein quergestreift und behaart (4. Fig. S.) und hat, da sie, dem Dienste des Nestbaues mehr entzogen *), durch natürliche Auslese erfolgreicherer Honiggewin- nung angepasst werden konnte, bei manchen Andrena- und Halictusarten schon er- heblich schmalere und gestrecktere Formen erlangt. (Siehe 1. Fig. 9.). Fig. 8. Sphecodes. 1. Rechtes Hinterbein von Sph. gibbus L. 9, von hinten gesehen. Bedeutung der Buchstaben wie in Fig. 6. 2. Kopf desselben mit zusammengelegten und unter der Oberlippe geborgenen unteren Mundtheilen und geóff- neten Fresszangen, von vorn und unten gesehen. 3. Derselbe Kopf, nach Entfernung der Fresszangen ( und vorgestreckten unteren Mundtheilen. 4. Spitze der Unterlippe, stärker vergróssert, von oben gesehen. Bedeutung der Buchstaben in ?. 3. 4. wie in Figur 7. Oberkiefer) und der Oberlippe, mit auseinandergeklappten Im Ruhezustande werden die unteren Mundtheile bei Sphecodes und manchen Halıictusarten noch sicherer: geborgen und die Oberkiefer können sich daher noch unbehinderter bewegen als bei Prosopis, da die nach unten geklappte Oberlippe (/hr 2. Fig. 8.) die umgeschlagenen Kieferladen, Kiefer- und Lippentaster völlig deckt. Noch weit auffallender als in ihren Mundtheilen haben sich die drei Gattungen Sphecodes, Halictus und Andrena in ihrer Körperbehaarung über die Stammeltern der Bienenfamilie erhoben; Sphecodes hat den ersten Schritt in dieser Richtung gethan, Halictus und Andrena weitere. *) Die genannten Gattungen glätten nur ihre meist in die Erde gegrabenen Brut- höhlen mit sehr wenig Schleim aus. E. Apidae: Halictus und Andrena. ` 45 Bei Sphecodes ist der ganze Körper spärlich mit Haaren besetzt, die den ersten Anfang federiger Verzweigung erkennen lassen; die Beine. sind se be- sonders die Aussenseite der Hinterschienen (4 1. Fig. 8.); die Fersen (/ 1. Fig. 8.) sind zwar noch ebenso schmal wie bei Prosopis, aber die Bürsten an ihrer Innenseite sind etwas stärker entwickelt. Obgleich die Sphecodesarten ihre Brut noch in ur- sprünglichster Weise mit dem wieder ausgespieenen Ueberschusse der eigenen Nah- Tung versorgen, so ziehen sie doch ohne Zweifel auch schon von der Dehaarung des Kórpers und der Hinterbeine Nutzen, indem-sie den beim Blüthenbesuche in der- selben haften gebliebenen Pollen mit den Fersenbürsten abfegen und für sich oder die Brut nebenbei als Nahrung mit verwenden. ERE Fig. 9. Halietug und Andrena, 1. Unterlippe von -Halietus quadricinetus F. 2. Rechtes Hinterbein derselben Biene. - 3. Hinterbrust und rechtes Hinterbein von Andrena pratensis Nyl. 9 ; X rechte Haarlocke der Hinterbrust. Die Bedeutung der übrigen Buchstaben in 2 und 3 wie in Fig, 6, 4. Einzelne Körperhaare einer auf blühenden Weiden gef: artigen Zweigen dieser Haare haften zahlreiche Pollenkörner, 2; mt Kinn, Zi Zunge, pa Nebenzungen, pl Lippentaster, angenen Andrena pratensis Nyl. 9. An den feder- Bei den ausserordentlich zahlreichen Arten der Gattungen Halictus und Andrena hat sich die Behaarung der Hinterbeine 80 gesteigert und die Ausbildung der Fersen- bürsten so vervollkommnet, dass sie die von den Sphecodes nur nebenbei benutzte Art der Pollengewinnung vermittelst des Haarkleides zur Gewinnung des Larven- futters ausschliesslich oder doch vorwiegend *) in Anwendung bringen. Die das Polleneinsammeln bewirkenden Haar e sind über die ganzen Hinterbeine von den *) Bisweilen habe ich auch Andrena und Halictusarten Pollen fressend beobachtet und eingefangene Exemplare durch beigemischte Pollenkörner gelb gefärbte Honigtropfen Ausspeien sehen. 46. . — [. Blumenbesuchende fonat ds Schienen bis zu den Hüften aufwürts verbreitet (2. Fig. 9.), ja selbst die Hinter- brust trägt bisweilen noch zwei gewaltige Haarlocken, d'e bedeutende Pollenmengen unter sich zu erh vermögen (3. Fig. 9.). Durch eine merkliche Verbreite- rung der Fersen (/ 2, 3. Fig. 9.) haben ausserdem die Fersenbürsten an Ausdehnung und Leistungsfühigkeit gewonnen. Obgleich die Hauptpollenernte von Andrena und Halictus vermittelst der Hinter- beine gewonnen wird, so ist doch unstreitig diesen und allen starkbehaarten Bienen überhaupt auch das Haarkleid des ganzen Kórpers von erheblichem Vortheil; denn in zahlreichen Blüthen behaftet es sich, ohne besonders darauf gerichtete Thätigkeit der Bienen. von selbst mit Pollen, der dann, mit den Fersenbürsten abgefegt, die Pollenernte der besonderen Sammelhaare erklecklich vermehrt. Wir finden daher ziemlich allgemein bei den der Blumennahrung in hohem Grade angepassten Bienen auch eine mehr oder weniger dichte und lange Bekleidung des Körpers mit fedrigen Haaren. Für die Befruchtung der Blumen ist die Ausprägung des allgemeinen Haarkleides der Bienen von höchster Bedeutung. Denn so leicht die Federhaare Blüthenstaub zwischen sich aufnehmen, ebenso leicht geben sie ihn an klebrige oder warzig rauhe Narben wieder ab. Neben dem emsigen Blumenbesuche der Bienen ist es daher besonders der Ausprägung dieses Haarkleides zu danken, dass sich so zahlreiche Blumen den besuchenden Bienen in der Weise angepasst haben, dass sie diesen oder jenen Körpertheil derselben mit Narben und Staubgefässen berühren und dadurch den Vortheil der Fremdbestäubung erfahren. Es würde die Grenzen der vorliegenden Arbeit weit überschreiten, wenn wir sämmtliche Verzweigungen der Bienenfamilie, welche in der einheimischen Fauna vertreten sind, in Bezug auf ihre Anpassungen an die Gewinnung des Honigs und Blüthenstaubs untersuchen wollten. Wir müssen uns vielmehr darauf beschränken, die weitere Vervollkommnung des Pollen-Sammelapparates und der unteren Mund- theile an einzelnen Beispielen zu erläutern. An Sphecodes, Halictus und Andrena haben wir gesehen, wie die Ausbildung pollenaufnehmender Haare durch stufenweise Fortschritte an denjenigen Stellen des Körpers eine ausserordentliche Steigerung erfahren hat, welche einem Verluste des aufgehäuften Pollens bei den Flug- und Kriechbewegungen der Bienen am wenigsten ausgesetzt sind, nemlich an den ganzen Hinterbeinen von den Fersen bis zu den Hüften aufwärts und an der hinteren Fläche des Thorax. Bei den über Andrena und Halictus hinaus entwickelten Bienenformen hat sich dieser besondere Pollen-Sammel- apparat dadurch noch weiter vervollkommnet, dass er sich mehr und mehr auf die- jenigen Abschnitte der Hinterbeine beschränkt hat, an welchen die Fersenbürsten am bequemsten und raschesten den von ihnen aufgenommenen Blüthenstaub abzu- streifen im Stande sind, das heisst auf Schienen und Fersen. In erster Linie war diese örtliche Beschränkung der Sammelhaare ohne Verminderung der anzuhäufen- . den Pollenmenge durch gesteigerte Haarentwicklung auf den Schienen und Fersen und Zurücktreten der weiter aufwärts liegenden Behaarung möglich, und so sehen wir sie bei Dasypoda und Panurgus in auffallendster Weise ausgeprägt. Bei Dasypoda (1. Fig. 10.) haben sich die Sammelhaare der Schienen und Fersen in dem Grade verlängert, dass sich in ihnen allein eine grössere Pollenmasse anhäufen lässt, als in dem viel ausgedehnteren Sammelapparat von Andrena pratensis Nyl. (3. Fig. 9.), doch sind auch die Haare der Schenkel, Schenkelringe und Hüften noch hinreichend lang und dicht, um sich am Pollensammeln in untergeordneter Weise zu betheiligen. Bei Panurgus (2. Fig. 10.) hat sich der Sammelapparat E. Pollensammelapparate ausgeprägter Bienen. 3 1v AR bereits ganz auf die lange Behaarung der Schienen und Fersen beschränkt. Eine noch weitere Vervollkommnung durch Ersparung von Haarentwicklung findet sich bei IN ME HAHN | ANN \ | = M us Fig. 10. Beschränkung der Sammelhaare auf 1. Rechtes Hinterbein von Dasypoda hirtipes F. 9 2. Dasselbe von Panurgus Banksianus K. e 3. Dasselbe von Anthophora (Saropoda) bimaeulata Pz. qe Bedeutung der Buchstaben wie in Fig. 6. Schienen und Fersen. „ von hinten und innen gesehen. Vergrösserung 7 : 1. Eucera und Anthophora (3. Fig. 10.) ausgeprägt, indem dieselben durch stür- kere Verbreiterung der pollenaufnehmenden Flächen (Schienen und Fersen) die enorme Lünge der Sammelhaare ersetzen. Der letzte Schritt in der Verv Hinterbeine wurde endlich durch welche eine noch bedeutend weiter ollkommnung des Pollensammelapparates der Annahme einer neuen Gewohnheit ermöglicht, gehende Ersparung an Sammelhaaren , zugleich aber eine erhebliche Zeitersparniss bei der Entleerung des Sammelapparates und Zu- bereitung des Larvenfutters mit sich führte, nemlich der Gewohnheit, den Blüthen- staub schon vor der Aufhäufung in den Sammelapparat mit Honig zu benetzen und ihn dadurch zu einer auch ohne die Umschliessung der Sammelh genden Masse zu machen, die leicht zusammenh ausgenommen und unmittelbar Macropis rip: ta) Stand gesetzt x und Fer aare zusammenhan- angend aus dem Sammelapparat her- als Larvenfutter verwendet werden kann. sehen wir durch Annahme dieser Gewohnheit in den die mit verhältnissmässig kurzen Sammelhaaren bekleideten Schienen sen der Hinterbeine mit dicken Ballen honigdurchtränkten Pollens zu um- schliessen (2. Fig. kb); | Bei Bombus (3. Fig. 1 1.) ist die Ver SeBangen, indem die Pollen Schienen beschränkt hat und haaren darbietet ; vollkommnung noch einige Schritte weiter anhäufung sich Sanz auf die Aussenseite der Hinter- indem diese noch eine weitere E denn die Aussenfläche der Hinter am Rande ringsum mit einem Zaune langer, Haare umschlossen und bildet so eine Art rsparung von Sammel- schienen ist spiegelglatt und nur theils aufrechter, theils einwürts gebogener Körbchen, in welchem von Honig durch- feuchteter Blüthenstaub bis weit über die Guienme des Xaunesliiiaus aufgehäuft werden kann. Dadurch ist nicht bloss eine weitere Ersparung von Sammelhaaren und von Zeit bei der Entleerung des Sammelapparates erreicht, sondern auch die Fersenbürste der Hinterbeine, welche bei Macropis zuletzt von Blüthenstaub mit umschlossen wird, ollen und unbehinderten Gebrauche als Bürste wieder- gegeben. ihrem v 4S ; I. Blümenbesuchende Insekten. Apis endlich (5. 6. Fig. 11.) steht sowohl in Bezug auf die Einrichtung des Sammelapparates als der Fersenbürsten noch eine Stufe hóher als Bombus; denn Fig. 11. Letzte Stufen der Vervollkomnmung des Pollensammelapparates der Hinterbeiue. . Rechtes Hinterbein von Macropis labiata Pz. 9, von hinten und innen gesehen. . Dasselbe mit Blüthenstaub von Lysimachia vulgaris beladen. 3. Rechtes Hinterbein von Bombus Serimshiranus K. 2, von hinten und innen gesehen, Schiene desselben, von der Aussenseite gesehen (Sammelkörbehen). . Rechtes Hinterbein der Honigbiene (Apis mellifica L. ), von hinten und innen gesehen. j. Schiene desselben von der Aussenseite, — Bedeutung der Buchstaben wie in Fig. 6. Von den die Aussenflüche der Schiene und Ferse bedeckenden Sammelhaaren der Maeropis zeigt 1. hatürlich nur die Seitenansicht, während bei Bombus die Umzäunung des Sammelkórbchens noch von vielen un- geordneten Reihen steifer Haare gebildet wird, welche die federförmigen Verzwei- gungen der ursprünglich die Schiene bekleidenden Sammelhaare, aus denen sie hervorgegangen sind, noch mehr oder weniger deutlich zeigen, haben sich bei Apis diese Zaunhaare zu völlig einfachen glatten starren Borsten umgebildet, die keine Spur der federartigen Verzweigung mehr erkennen lassen, und sind zugleich auf einige wenige Reihen ziemlich gleich dieht stehender Borsten reducirt. Ausserdem sind die Borsten der Fersenbürsten bei Apis (/ 5. Fig. 11.) in regelmässige Reihen geordnet und von viel gleichmässigerer Beschaffenheit als bei Bombus (^97 Fig Tfj und die nutzlos gewordenen Schienensporne, ein altes Erbtheil von den Grabwespen her, denen sie, ebenso wie den meisten Bienen, beim Anfertigen von Hóhlen in Erde, mürbem Holz u. dgl. von Nutzen sein mógen, sind von den Hinterbeinen ver erden. Die in der Honigbiene den Gipfel ihrer Vollkommenbeit Arsen Pollen- sammelapparate der Hinterbeine sind nur dem einen Hauptzweige der Bienenfamilie eigenthümlich; bei dem anderen Hauptzweige derselben haben sich die Haare der Bauchseite des Hinterleibes zu einem Pollensammelapparate ausgeprägt ; jedoch bietet dieser Familienzweig der »Bauchsammler«, wenigstens in seinen bei uns einheimischen - Arten, weder die ersten Schritte, noch so hochgradige Stufen der Ausbildung des Pollensammelapparates dar; vielmehr haben alle unsere Bauchsammler (Heriades, Chelostoma, Anthidium, Osmia, Chalicodoma, Diphysis, Megachile) eine im Wesent- lichen gleiche Ausbildung der Sammelhaare, so dass die Betrachtung eines einzigen zum Verständnisse aller genügt. Die ganze oder fast die ganze Bauchseite des Hinterleibes ist mit einer einzigen Bürste aus schräg nach hinten stehenden starren Borsten bedeckt, die an Länge, Dichtheit und Farbe bei verschiedenen Arten sehr verschieden, immer aber einfache E. Apidae: Bauchsammler. 49 glatte Borsten sind, ohne Spur federartiger Verzweigung. Der Bauchsammelapparat des einen Zweiges der Bienenfamilie steht also im Baue seiner Haare, ebenso aber auch in seiner Verrichtung zu dem an den Hinterbeinen entwickelten Sammelapparate des anderen Familienzweiges in schroffem Gegen- satze: bei diesen bildet der Pollensammelapparat einen Wald fedriger Haare, in welchen die aus einfachen starren Borsten gebildeten Fersenbür- sten den von ihnen abgekratzten Blüthenstaub abstreifen , bei jenen dagegen bildet der Pollen- sammelapparat eine STOSSe, aus einfachen starren Borsten gebildete Bürste, die selbst den Blüthen- staub abstreift. Dass diese Verschiedenheit der LOU ge A EEE Function, auf welche die Verschiedenheit des 1. Hinterleib von Osmia spinulosa K., von Baues hinweist, wirklich besteht, wird durch die unten gesehen. Beobachtung des Blüthenbesuchs der Bauch- 2. Derselbe von der Seite gesehen, le " Vergrösserung 7:1. sammler durchaus bestätigt. Denn über neun Zehntel der von den Bauchsammlern besuchten Blumen sind solche, welche ihnen staub unmittelbar an die Unterseite des Papilionaceen, die Compositen), so dass sich mittlung der Fersenbürsten vo der Compositen z. B. 2? örbchen völlig mit Pollen gefüllt hat; schr häufig Megachile lagopoda K. auf 1 K. auf Carduus acanthoides verfahren Bauchsammler Pollen sammelnd auch an hrer Oberseite anheften ; in solchen Fällen nigra verfahren. Da die letztbeschriebene Art der Pollengewinnung von den Bauchsammlern mehr ausnahmsweise, die erstere dagegen regelmässig und entschieden schneller und ausgiebiger als von den Hinterbeinsammlern in Anwendung gebracht wird, so kann es kaum einem Zweifel unterliegen, dass sich die Bauchsammler den ihnen den Blüthenstaub von unten anheftenden Blumen (Papilionaceen , Compositen, Echium ete.) angepasst haben. Da diese Blumen aber ausser den Bauchsammlern meist von nd befruchtet werden, so ist die An- t auch die ihren Blüthenstaub von unten anheftenden Blumen rn angepasst haben, nicht haltbar (noch weniger natürlich die B. in Bezug auf Heriades truncorum und Helianthus gemachte An- nahme gegenseitiger Prädestination) Während ein Pollen - Samme pt von DELPINO z. lapparat, wie wir gesehen haben, bei den zwei 50 Lh Blumenbesuchende Insekten. den untersten Stufen der Anpassung, bei Prosopis, Sphecodes, Halictus und An- drena, eine gesteigerte Vorstreckbarkeit der Zunge bewirkt sahen, durch die Länge des Kopfes, unter welchen sie diese Theile zurückziehen müssen, um die Oberkiefer gebrauchen zu können, eine natürliche Grenze gesetzt und nur durch Verlängerung und weitere Ausbildung der Zunge selbst und durch Streckung des anfangs háutigen und dehnbaren Verbindungsstückes zwischen Kinn und Angeln ein Entleeren noch tieferer Honigbehälter erreichbar. ; Bei beiden Familienzweigen finden wir daher die anfangs vom Kinne an Länge weit übertroffene und in dasselbe zurückziehbare Zunge bei den fortgeschrittneren Arten bis zur mehrfachen Länge des Kinns gestreckt, die bei Prosopis fehlende, bei Sphecodes schwach, bei Halictus deutlicher sichtbare Querstreifung über den grössten Theil der wurmförmigen Zunge als scharf hervortretende Querringe ausgeprägt, die Haare der Zunge, welche auf den genannten untersten Stufen eine bestimmte Ord- nung kaum erkennen lassen, als regelmässige Quirle, die sich aufrichten und nach vorn andrücken lassen, auf die einzelnen Querringe vertheilt, das häutige und dehn- bare Verbindungsstück zwischen Kinn und Angeln endlich in der Weise gestreckt und durch Chitinleisten unterstützt, dass durch das Zusammenklappen derselben das Kinn bis zum Ende der Angeln zwischen die Unterkieferstämme zurückgezogen, durch das Auseinanderklappen der Chitinleisten dagegen um die volle Länge der- selben vorgestossen werden kann. Mit diesen Veränderungen der Unterlippe sind gewisse Umbildungen der Unter- kiefer so untrennbar verbunden, dass wir auch diese bei beiden Familienzweigen in übereinstimmender Weise fortschreiten sehen. Sobald nemlich die Zunge sich so weit gestreckt hat, dass sie sich nicht mehr in den vorderen hohlen Theil des Kinnes zu- rückziehen kann, klappt sie sich im Ruhezustande nach unten und hinten zurück und birgt sich, um bei Arbeiten des Nestbaues und beim Eindringen in Honigbehälter gegen Verletzungen geschützt zu sein, sowohl im zurückgeklappten als im vor- gestreckten Zustande zwischen den Kieferladen. Die einmal in den Dienst als Zungenscheide übergegangenen Kieferladen strecken sich nun, diesem Dienste ent- sprechend, in gleichem Schritte mit der Zunge selbst; ebenso folgen dieser Streckung, um noch als Tastspitzen fungiren zu können, die Lippentaster und anfangs auch die Kiefertaster ; die letzteren werden jedoch bald von den sich immer mehr verlängern- - den Kieferladen, Lippentastern und der Zunge überholt und fallen nun, nutzlos geworden, allmählicher Verkümmerung anheim; Kieferladen und Lippentaster halten dagegen bis zu den höchsten Graden der Verlängerung mit der Zunge gleichen Schritt. Dieses ungleiche Verhalten der ursprünglich gleichem Dienste gewidmeten Kiefertaster und Lippentaster erklärt sich durch das Eintreten einer neuen Function, welche die Lippentaster mit den Kieferladen vereint übernehmen, und welche sie völlig unentbehrlich, die Kiefertaster dagegen neben ihnen sehr wohl entbehrlich macht. Mit der steigenden Verlängerung der Zunge prägen sich nemlich die Kiefer- laden immer entschiedener zu einer die Zunge dicht umschliessenden Scheide aus, die derselben nicht nur beim Zurückklappen in die Ruhelage und beim Eindringen in Blumenróhren Schutz gegen Verletzungen gewährt, sondern auch beim Honig- saugen die Rolle eines Saugrohres übernimmt, in welchem die Zunge, wahrscheinlich durch ein von ihrer Spitze rasch bis zu ihrer Wurzel hin fortschreitendes Aufrichten der aufeinander folgenden Haarquirle, den mit der Spitze aufgenommenen Honig gegen die Mundóffnung hin presst. In den Dienst dieser eigenthümlichen Saugarbeit werden nun auch die Lippentaster gezogen , indem ihre drei oder zwei untersten Glieder sich abplatten und die Kieferladen in der dichten Umschliessung der Zunge E. Apidae: Ausbildung der Mundtheile. 7 £d unterstützen. wührend das letzte oder die beiden letzten Glieder ihrer ursprünglichen Function als Tastspitzen treu bleiben. Sobald nun die untersten Glieder der Lippen- faster einmal zu der bezeichneten neuen Verrichtung übergegangen sind und einen wesentlichen Bestandtheil des Saugapparates ausmachen, verlängern sie sich natürlich in ganz gleichem Schritte mit der Zunge und den Kieferladen und wandeln sich so allmählich zu langen, dünnen, die Zunge umschliessenden Chitinplatten um, während die als Tastspitzen weiter fungirenden Endglieder auch ihre ursprüngliche Form und geringe Länge und ihre frei nach aussen abstehende Lage behalten, wogegen die ursprünglich sechsgliedrigen Kiefertaster, sobald sie von den sich streckenden Kiefer- laden einmal überholt sind, nur noch als nutzlose Anhänge vererbt werden und daher - alle Zwischenstufen der Verkümmerung von 6 bis zu 0 Gliedern darbieten. Eine noch weitere Steigerung der Zungenlänge über die Länge der sie um- schliessenden Chitinblätter der Lippentaster und Kieferladen hinaus wird endlich dadurch ermöglicht, dass sich das unterste mit den Nebenzungen behaftete Stück der wurmförmigen Zunge zweimal umbieet und in das hohle Ende des Kinns zurück- zieht, wodurch bewirkt wird, dass die im eingezogenen Zustande gerade bis zur Spitze der umschliessenden Chitinblätter reichende Zunge, wenn sie sich völlig aus- reckt, um die ganze Länge des eingezogenen Stücks aus ihrer Scheide hervorragt. Als untergeordnete Anpassungen des stark verlängerten Saugapparates der Bienen sind noch die zum Anbohren saftreicher Gewebe befähigende Zuspitzung der Kiefer- laden und die Ausbildung eines häutigen Läppchens an der Spitze der Zunge, welches vermuthlich zum Auflecken flacher adhärirender Honigschichten benutzt wird, zu erwähnen. Die in allgemeinen Umrissen soeben dargestellte allmähliche Vervollkommnung des Bienenmundes durch alle Zwischenstufen hindurch im Einzelnen zu verfolgen, würde eine eben so lohnende als umfangreiche Arbeit von speciell entomologischem Interesse sein. Hier müssen wir uns darauf beschränken, nachdem wir die ersten Anpassungen des Bienenmundes an die Gewinnung des Blumenhonigs bei den Gat- tungen Sphecodes, Andrena und Halictus kennen gelernt haben, mit Ueberspringung der mannichfachen Zwischenstufen *) sogleich den complicirten Mechanismus und die verschiedenen 'Thätigkeiten des auf der höchsten Stufe seiner Ausbildung angelangten Bienenmundes uns deutlich zu machen. Wir wählen als durch Abbildungen zu er- läuternde Beispiele diejenigen Bienenformen, welche für die Befruchtung der ein- heimischen Blumen unter allen Insekten die bei weitem wichtigste Rolle spielen, nemlich Hummeln (Bombus) und Honigbiene (Apis). Wenn wir die Mundtheile dieser Bienen in vóllig ausgestrecktem und künstlich auseinander gesperrtem Zustande (siehe Fig. 13, 1. u, 2.) vor uns sehen, so scheint es uns auf den ersten Blick kaum möglich, dass ein so ausgedehnter und reich- gegliederter Saugapparat, der den Kopf mehrmals an Länge übertrifft, völlig ebenso gedeckt in einer Aushöhlung der Unterseite des Kopfes geborgen werden könne, wie wir es bei den am wenigsten ausgeprägten Bienen stattfinden sahen, und doch geschieht diess mit grosser Leichtigkeit und Sicherheit durch die vier im Vorher- gehenden bereits bezeichneten Zusammenklappungen, deren Wirksamkeit bei den einzelnen Thátigkeiten des Bienenmundes wir jetzt in Betracht zu ziehen haben. 1) Während die Biene die tiefsten ihr noch zugänglichen Honigbehälter aus- *) Einige dieser Zwischenformen sind in meinem Aufsatze »Anwendung der Darwın’- schen Lehre auf Bienen« (Verhdl. des naturhist. Vereins für pr. Rheinland u. Westfalen. 1872) abgebildet und erläutert. ' 4 52 a II. Blumenbesuchende Insekten. saugt, streckt sie alle drehbaren Glieder ihres Saugapparates, Angeln, Zügel, Kiefer- laden, Lippentaster und Zunge, ebenso aus wie in Fig. 13, nur mit dem Unterschiede, dass die beiden unteren Glieder der Lippentaster der Zunge von unten dicht anliegen N N A Fig. 13. 1. Kopf von Bombus agrorum F. 9 mit völlig ausgestreckten und gewaltsam auseinander gesperrten Mund- theilen, von oben gesehen. (Vergr. 5:1.) 2. Mundtheile der Honigbiene, in demselben Zustande, von unten gesehen. (Vergr. 12:1.) pl’ sind die beiden untersten zu einem Theile der Zungenscheide umgewandelten Glieder der Lippentaster, w das häutige Läppchen am Ende der Zunge, X = das Stück, welches von oben die zwischen mt und X liegende Mund- öffnung deckt (epipharynx ASOD) y = Kiknwurzet d. h. dasjenige Chitinstück, welches sich an die Basis des Kinnes anschliesst und die Richtung desselben nach rückwärts fortsetzt (fulerum KIRBY); £z = Zügel, d. h. die- jenigen Chitinstücke, welche die Kinnwurzel mit dem Ende der Angeln cc verbinden, und indem sie sich um die Endpunkte der Angeln nach hinten drehen, auch das Kinn mit allen Anhängen duriiekztehen. (KırBy nennt die Stücke zz cardines, dagegen cc lora.) und ebenso die Kieferladen dem Kinne und dem hinteren Theile der Zunge von oben. Sobald aber die Haarquirle der möglichst weit vorgestreckten und bis in den Grund der Blumenróhre gesenkten Zungenspitze von Honig durchnässt sind, zieht die Biene durch Nachhintendrehen der Zügel (z Fig. 14) das Kinn und mit ihm die Zunge so weit zurück, dass die Kieferladen nun eben so weit nach vorn reichen, als die Lippen- taster (bis zum Punkte u Fig. 13) und dass beiderlei Stücke: zusammen, der Zunge dicht anliegend und mit ihren Rändern übereinander greifend, ein Saugrohr bilden, aus welchem nur noch das Stück uw der Zunge hervorragt (Fig. 14). Aber fast gleichzeitig mit der beschriebenen Bewegung stülpt die Biene auch die Zungenwurzel in das hohle Ende des Kinnes zurück und zieht dadurch die von Honig durchnässte Zungenspitze in das Saugrohr, in welchem nun der Honig durch rasch von der Spitze bis gegen die Basis der Zunge fortschreitendes Aufrichten der Haarquirle gegen den Mund hin gepresst wird, wührend gleichzeitig eine Erweiterung der mit dem Munde in Verbindung stehenden inneren Hohlräume, die sich äusserlich durch Anschwellung des Hinterleibes sichtbar macht"), ansaugend wirkt. *) Vgl. die Bemerkung bei Lamium album. E. Apidae: Function des ausgeprägten Bienenrüssels. Fig. 14. zeigt uns den Kopf einer Hummel in mittlerer saugender Stellung. Stülpt sich von dieser Stellung aus noch die Zungenwurzel in das hohle Ende des Kinns zurück (wie es Fig. 15 veranschaulicht), so wird dadurch die von Honig Fig. 14. Kopf von Bombus hortorum 9 in mittlerer Saugstellung von der Seite gesehen. Vergr. 7:1. — Bedeutung der Buchstaben wie in Fig. 7. und 13, durchnässte Zungenspitze ww in das Saugrohr zurückgezogen. Drehen sich dann die Angeln (c Fig. 14), welche jetzt gerade nach unten stehen, um ihren Fusspunkt nach hinten, so wird die Basis des Saugrohrs (bei pm in Fig. 14) bis zur Mundöffnung (zwischen der Basis der beiden Oberkiefer und der Oberlippe) zurückgezogen und durch gleichzeitiges Saugen von Seiten des Leibes her und Drücken der sich aufrich- tenden Haarquirle von Seiten der Zungenspitze her der Honig rasch in die Mund- öffnung gefördert. *) | Drehen sich dann die Angeln (c) wieder nach vorn, so wird der ganze Saug- apparat um die doppelte Lànge der Angeln nach vorn gerückt; drehen sich nun auch noch die Zügel (z) nach vorn, so tritt das Kinn (m?) mit seinen Anhängen (den Lip- pentastern und der Zunge) um die doppelte Länge der Zügel weiter nach vorn, während die Unterkiefer an derselben Stelle bleiben und die Kieferladen daher nur noch Kinn und hinteren Theil der Zunge umschliessen ; streckt sich endlich die in das hohle Ende des Kinnes eingestülpte Basis der Zunge wieder, so ist die Zungen- - Spitze wieder auf das üusserste vorgestreckt (bei Bombus hortorum z. B. 20—21 mm über die Mundöffnung hinaus) und durchnässt sich von neuem im Grunde der Blu- menróhre mit Honig. "In honigreichen Blüthen kann man eine Hummel 4, 5 und bisweilen noch mehr, selbst 8S— 10 einzelne Saugacte vollziehen sehen, denen wahrscheinlich eben so viele *) Dass die Haarquirle der Bienenzunge die von mir angegebene Function haben, glaube ich mit Bestimmtheit aus Beobachtungen schliessen zu dürfen, die ich an mit Chloroform betäubten Bienen und Hummeln anstellte. Bei diesen gelang es bisweilen, wenn vor Eintritt voller Bewusstlosigkeit die Zungenspitze in Zuckerlösung getaucht wurde, das Eintreten der Saugbewegungen in solcher Langsamkeit zu veranlassen, dass sich die einzelnen Momente derselben wohl unterscheiden liessen. Es waren die oben beschrie- benen. Was zwischen den Chitinplatten der Kieferladen und Lippentaster vor sich ging, war natürlich nicht zu sehen, wohl aber zeigte sich, wenn dieselben, nach Benetzung der Zungenspitze mit Zuckerlösung. zur Seite gebogen wurden, bisweilen deutlich ein von der pitze nach der Wurzel zu fortschreitendes Aufrichten der Haarquirle. Mit dieser Ver- riehtung steht im Einklange, dass die Zungenwurzel, soweit sie sich durch Einstülpen in das hohle Ende des Kinns zurückzieht, von Haarquirlen frei ist. a E EE Blumenbesuchende Insekten. Eintauchungen der Zungenspitze in den Honig und Zurückziehungen derselben in die Saugróhre sowie Zurückziehungen dieser bis an die Mundöffnung entsprechen. 2) Um aus Honigbehältern. von geringerer Tiefe den Honig zu gewinnen, hat die Biene gar nicht nöthig die Zügel nach vorn zu drehen ; dieselben bleiben ruhig in ihrer nach hinten gerichteten Lage, die Zunge bleibt also beständig von den Chitin- blättern der Kieferladen und Lippentaster umschlossen und nur die Zungenbasis stülpt sich äbwechselnd ein und aus, so dass abwechselnd die von Honig durchnässte Zungenspitze in das Saugrohr zurückgezogen und, ihres Honigs entleert, wieder aus demselben hervorgestreckt wird. 3) Wenn die Biene, um Honig zu saugen, von einer Blume zur andern fliegt, trägt sie zwar den Rüssel*) vorgestreckt, so dass sie ihn schon im Anfluge in Blu- menöffnungen einführen kann, die Zunge aber vollständig zwischen den Chitinblät- tern der Kieferladen und Lippentaster geborgen, so dass die zarten Haarquirle beim Einführen des Rüssels in Blumenróhren vor jeder Verletzung geschützt sind und die Endglieder der Lippentaster als Tastspitzen fungiren kónnen. Beim Umherfliegen von Blüthe zu Blüthe ist also die Basis der Zunge in das hohle Ende des Kinnes eingestülpt und die Zügel sind nach hinten gedreht, während die Angeln gerade nach unten (Fig. 14), nach vorn (Fig. 13, 2) oder nach hinten gerichtet sein können, je nachdem die Biene das Ansaugen einer kürzeren oder längeren Blumenröhre in Aus- sicht genommen hat. 4) Genau dieselbe Lage müssen die Mundtheile einnehmen, wenn die Biene mittelst der Spitzen ihrer Kieferladen zarte Gewebe anbohrt, sei es um den Saft der- selben zu gewinnen, wie z. B. beim Besuche unserer keinen freien Honig abson- dernden Wiesenorchideen , sei es, um durch das Bohrloch zu dem tief gelegenen Honig zu gelangen, wie es z. B. Bombus terrestris beim Besuche des Wiesenklees ^ und vieler anderer langröhriger Blumen macht. 5) Beim Einsammeln des Blüthenstaubes bedienen sich die Honigbienen und Hummeln ihrer Mundtheile zum Anfeuchten desselben in zweierlei Weise, je nachdem es festsitzender Blüthenstaub von Insektenblüthen oder loser leicht verstáubender von Windblüthen ist. Im ersteren Falle (z. B. wenn Apis mellifica an Salix Pollen sam- melt) hat die Biene ihren Saugapparat völlig nach unten zusammengeklappt (wie in Fig. 16) und bringt die zwischen der Basis der Oberkiefer und der Oberlippe liegende Mundóffnung dicht über den Blüthenstaub, den sie mit etwas Honig bespeit, um ihn sodann mit den Fersenbürsten aufzunehmen und an die Körbchen der Hinterschienen abzugeben; nicht selten bedient sie sich dabei vor dem Ausspeien von Honig ihrer Oberkiefer zum Losarbeiten des Blüthenstaubes. Im letzteren Falle, den ich an Plantago lanceolata beobachtete und bei dieser Pflanze eingehender beschreiben werde, speit die Biene, vor den Blüthen schwebend, aus der vorgestreckten aber die Zunge ganz in sich einschliessenden Saugróhre etwas Honig auf die Staubgefässe. In diesem Falle ist also, ebenso wie sonst beim Heranfliegen an auszusaugende Blüthen und beim Anbohren zarter Gewebe, die Basis der Zunge in das hohle Ende des Kinnes eingestülpt und die Zügel sind nach hinten gebogen. Da hiernach die Honigbienen und Hummeln an Insektenblüthen mit ausgerecktem Rüssel saugen, mit zusammengeklapptem Pollen sammeln, an den honiglosen Windblüthen aber selbstverständlich nur Pollen sammeln, so kommen sie überhaupt nie in den Fall, *) Es sei der Kürze wegen gestattet, den ganzen Saugapparat ein für allemal mit diesem Ausdrucke zu bezeichnen. E. Apidae: Function des ausgeprägten Bienenrüssels. E D gleichzeitig Honig zu saugen und Blüthenstaub zu sammeln; sie kónnen immer nur erst das eine, dann das andere thun, und zwar müssen sie, da sie zum Einsammeln des Blüthenstaubes Honig zum Befeuchten desselben nóthig haben, ihre Arbeit immer mit Honigsaugen beginnen. | Alle Bienenarten dagegen, welche trocknen Blüthenstaub in einem Walde fedriger Sammelhaare anhäufen, vermögen, sofern es der Bau der Blüthe gestattet, gleichzeitig Pollen zu sammeln und Honig zu saugen, und sie thun das letztere in genau derselben Weise, wie die Honigbienen und Hummeln.: Am leichtesten ver- . mögen beideThätigkeiten zugleich in Blumen, welche den Blüthenstaub von unten darbieten, natürlich die Bauchsammler auszuüben. 6) Um endlich die Mund- theile in Ruhe zu versetzen Oder um sich der Oberkiefer Zu bedienen, bringt die Biene alle vier Zusammenklappun- gen, deren ihr Saugapparat fühig ist, gleichzeitig in An- wendung. Sie stülpt den hin- tersten Theil der Zunge in das hohle Ende des Kinnes zurück (wie in Fig. 15), klappt die Zunge nebst den sie um- sehliessenden Lippentastern und Kieferladen nach unten und hinten (Fig. 15 stellt den Anfang dieser Zusammen- klappung dar), zieht die Zügel . auch erst halb vollendet ist) und dreht die Angeln c (welche in Fig. 15 noch schräg nach (2) nach hinten (was in Fig. 15 ! / J pl Fig. 15. Saugapparat von Bombus silvarum L. in halb zusammen- geklapptem Zustande (von der Seite gesehen). vorn gerichtet sind) um ihren Die Aussenwand der hohlen Spitze des Kinnes ist weggebrochen, um die Fusspunkt nach hinten, wo- Eiustülpung des untersten Stücks der Zunge abe zu zeigen. — Bedeutung der Buchstaben wie in Fig. 7. — Ausserdem: « Basis der Zunge, b Um- ` durch der ganze zusammen- knickungspunkt, abe in das hohle Kinn gestülpter Theil der Zunge. geklappte Saugapparat in die Höhlung der Unterseite des Kopfes zurückgezogen wird, die er nun gerade ausfüllt Be. 16,1. Wenn die Honigbiene und die Hummeln, deren complicirten Saugapparat wir so eben in seinen verschiedenen Thätigkeiten betrachtet haben, als die für die Be- fruchtung aller einheimischen Blumen wichtigsten von Ta Insekten bezeichnet wurden, so bezog sich diese Behauptung natürlich nur auf die der Brutversorgung obliegenden Individuen, d.h. bei der Honigbiene auf die Arbeiter, bei den Hummeln auf die Weibchen und Arbeiter. > Die Männchen sind bei allen ihre Brut selbst versorgenden Bienenarten , da sie , nur für ihre eigne Ernährung sorgen und daher weder Pollen sammeln noch über- haupt fleissig Blüthen besuchen, von viel geringerem Nutzen für die Befruchtung der Blumen als die Weibchen. Indess findet sich doch bei allen Arten, bei denen bei dem Weibchen eine mehr oder weniger dichte Bekleidung des Körpers mit fedrigen Haaren sich ausgeprägt hat, dieselbe durch Vererbung auch auf die Männchen über- 56 pto | I. Blumenbesuchende Insekten. tragen *), so dass diese, insoweit sie überhaupt Blüthen besuchen, eben so gut Blüthen- staub übertragen als die Weibchen. Anders verhält es sich mit der Mehrzahl der- jenigen Bienen, die sich gewóhnt haben, anstatt ihre Brut mit selbstgesammelter tt Fig. 16. Mundtheile einer Hummel (B.jhortorum %) im eingezognen Zustande. 1. Kopf von unten gesehen. 2. - von der Seite gesehen (mit ein wenig nach unten gebogenem Rüssel). ant — antennae, Fühler. — Bedeutung der übrigen Buchstaben wie in Fig. 7. Blüthennahrung zu versorgen, ihre Eier in die schon mit Larvenfutter versorgten Nester anderer Bienen zu legen. Einige dieser »Kukuksbienen«, die erst in verhält- nissmässig neuer Zeit zur Kukukslebensweise übergegangen sind, wie die Schmarotzer- hummeln (Apathus oder Psithyrus) haben allerdings noch fast dieselbe Ausprägung der Behaarung wie ihre Stammgattung; andere dagegen, bei denen der Uebergang zur Kukukslebensweise schon sehr früh erfolgt ist, wie z. B. die Gattungen Nomada, Epeolus, Coelioxys, Stelis, haben die ihren Stammeltern nützliche, ihnen selbst aber nutzlose Behaarung im Laufe der Zeit fast vollständig wieder verloren, während ihnen der ausgeprägte Saugapparat ihrer Stammeltern, von welchem sie zu eigner Ernährung fortwährend Gebrauch machen, in voller Ausprägung verblieben ist. Männchen und Weibchen dieser Kukuksbienen berauben daher in demselben Masse, wie die Männchen ausgeprägter behaarter Bienen die Blumen ihres Honigs, ohne ihnen je- doch in gleichem Masse durch die Uebertragung von Blüthenstaub nützlich zu sein ; denn an ihrer nackten oder fast nackten Chitinhülle bleibt nur sehr wenig Pollen haften. Nachdem wir die Anpassungen der Bienen an die Gewinnung der Blumen- nahrung und ihre Art, sich auf Blumen zu bewegen, überblickt haben, bleibt uns nur noch eine einzige Insektenabtheilung zu betrachten übrig: F. Lepidoptera, Sehmetterlinge. Wollte man die Insektenabtheilungen nach dem Grade ihrer Wichtigkeit für die Befruchtung der einheimischen Blumen ordnen, so müsste man entschieden den Bienen die erste Stelle einräumen und erst in zweiter oder dritter Linie, neben oder nach den Fliegen, die Schmetterlinge folgen lassen. Wenn man dagegen, wie es bisher geschehen ist, eine Stufenfolge der Insektenordnungen nach dem Grade ihrer Anpassung an die Blumen aufstellt, so nehmen die Schmetterlinge eben so unzwei- *) Weshalb das Haarkleid der Bienen als Anpassung der Weibchen zu betrachten ist, die sich nur durch Vererbung auch auf die Männchen übertragen hat, ist in meinem Aufsatze »Anwendung der DARWIN’ schen Lehre auf Bienen« (Verhdl. des naturhist. Vereins für pr. Rheinlande u. Westfalen. 1872) erórtert. F. Lepidoptera. felhaft die höchste Stufe ein, denn sie bieten die einzige Insektenordnung dar, die Sich nicht bloss in einzelnen Familien‘, sondern ganz und gar, und zwar in der ein- seitigsten Weise, der Gewinnung von Blumenhonig angepasst hat. Im fertigen Zustande beschrünken sich die Schmetterlinge, soweit sie dann über- haupt noch Nahrung zu sich nehmen, was nicht bei allen der Fall ist, fast ausschliess- lich auf Blüthenhonig, und da sie für ihre Nachkommenschaft keine andere Sorge tragen, als die Eier-hinlänglich versteckt oder geschützt an die Futterpflanze abzu- legen, so haben sich ihre Mundtheile in völlig unbehinderter Weise der leichten Gewinnung des Honigs der verschiedensten Blumen anpassen kónnen. Diese An- Passung ist durch eine erstaunliche Entwicklung der Kieferladen bei starker Verküm- merung des grössten Theils der übrigen Mundtheile zu Stande gekommen. AN Fig.17. Anpassungen der Schmetterlinge an die Blumen. 1. Kopf von Polyommatus Phloeas L. mit halb aufgerolltem Rüssel. 2. Kopf von Vanessa Jo L., nachdem die beiden Kieferladen (der Rollrüssel) und Lippentaster bis auf das un- terste Stück abgeschnitten sind, (7 ; 1.) s 3. Ein Stückchen einer Kieferlade von Macroglossa fuciformis L., von der Innenseite gesehen (a Rinne), stärker Vergróssert. ! . 4. Querdurchschnitt der beiden zusammenliegenden Kieferladen desselben Schmetterlings bei gleicher Ver- Srósserung. aa die durch das Zusammenliegen der beiden Rinnen gebildete Röhre. E 5. Spitze einer Kieferlade von Vanessa Atalanta L. Die Bedeutung der Buchstaben in 1 und 2 ist dieselbe wie in Figur 7. Oberlippe (/br 2. Fig. 17.) und Oberkiefer (md) sind verkümmert, die Laden der Unterkiefer sind zu zwei ausserordentlich langgestreckten, hohlen, im Ganzen drehrunden Füden umgebildet, die jedoch an der Innenseite halbróhrenfórmig aus- gehóhlt, durch festes Aneinanderschliessen eine Róhre bilden, in welcher der Blumen- honig zum Munde hinaufgesaugt wird, und die sich in der Ruhelage, spiralfórmig zusammengerollt, zwischen die Lippentaster birgt. Die in unserer Figur nicht sicht- baren Kiefertaster sind ebenfalls in der Regel mehr oder weniger verkümmert, ebenso die Unterlippe. Die Gesammtheit der in den Bienen so reich gegliederten Mundtheile ist also hier beschränkt auf ein aus zwei zusammengelegten Rinnen gebildetes, langes, dünnes Saugrohr, welches sich in der Ruhe in einen ganz kleinen Raum spiralig zusammenrollt, und auf eine schützende Bedeckung desselben. Mit dieser einfachen Vorrichtung sind die Schmetterlinge befähigt, in die man- nichfachsten, sowohl flachen als langröhrigen Blüthen einzudringen und deren Honig zu geniessen. Eigenthümliche starre, spitzzackige Anhänge an den Enden der Kiefer- laden (5. Fig. 17.) setzen sie ausserdem in den Stand, zartes saftreiches Gewebe auf- Zuritzen und auf diese Weise auch den Saft solcher Blumen sich zu Nutze zu machen, 58 \ NEC II. Blumenbesuchende Insekten. welche keinen freien Honig absondern. Dass sie von diesem Werkzeuge auch wirk- lich Gebrauch machen, wird durch die directe Beobachtung bestätigt; denn man findet hie und da Schmetterlinge an Blüthen saugen, welche keinen freien Honig absondern. (Vgl. Cytisus Laburnum, Erythraea Centaurium, Carum u. a.) Am Cap der guten Hoffnung sollen Schmetterlinge an Pfirsichen und Pflaumen Schaden thun, indem sie an völlig unverletzten Stellen die Haut derselben mit dem Rüssel durch- bohren. (Ann. and Mag. of Nat. Hist. Sept. 1869.) In Bezug auf ihre Länge bieten die Kieferladen unserer Schmetterlinge alle Uebergünge dar von dem bis 80mm langen Rüssel des Windenschwürmers (Sphinx Convolvuli) bis zu kaum einige Millimeter langen Rüsseln und bis zu fast vóllig ver- kümmerten Mundtheilen, die sich nur mit den Mundtheilen der Phryganiden ver- gleichen lassen und uns auf diese als die Stammeltern der Schmetterlinge hinweisen. Obgleich diese Abstammung der Schmetterlinge auch durch zahlreiche sonstige Ueber- einstimmungen ihrer Organisation und Entwicklung mit der) enigen der Phryganiden angedeutet wird und schon seit vorigem Jahrhundert von hervorragenden Entomo- logen vermuthet worden ist, so ist doch bis jetzt, bei der vorwiegenden Vorliebe der meisten Entomologen für Speciesfabrikation, weder über den Ursprung noch über die Verzweigungen des Stammbaumes der Schmetterlinge eine umfassende Untersuchung angestellt worden. Diejenigen Thatsachen, welche im Allgemeinen für den geneti- schen Zusammenhang sowohl der Dipteren als der Lepidopteren mit den Phryganiden sprechen, habe ich in meinem Aufsatze »Anwendung der Darwın’schen Lehre auf Blumen und blumenbesuchende Insekten« kurz angedeutet. *) Abgesehen von winzigen Mücken (z. B. den Befruchtern von Arum und Aristo- lochia Clematidis) und von denjenigen Insekten, besonders Käfern und Bienen, welche bisweilen oder regelmässig in Blumen ihr Nachtquartier nehmen, scheinen Schmetterlinge die einzigen Insekten zu sein, welche ihren Blüthenbesuch nicht auf die sonnige Tageszeit beschränken, sondern in einem grossen Theile ihrer Arten sich gewöhnt haben, im Halbdunkel milder Sommer-Abende und -Nächte, frei von der Concurrenz anderer Insekten, dem Blumenhonige nachzugehen. In unserem Klima sind bekanntlich Sommerabende, an denen Dämmerungs- und Nachtfalter in Menge fliegen, nicht eben häufig. Mag nun die Beschränktheit der Zeit der für ihren Flug günstigen Witterung oder die Verfolgung der Fledermäuse der Grund sein, weshalb sich diese Schmetterlinge an ausserordentlich rasche, stürmische Bewegungen gewöhnt haben, in jedem Falle ist diese Eigenthümlichkeit der Abend- und Nachtfalter den- jenigen Blumen, welche von ihnen besucht werden, von erheblichem Vortheile, da jeder Besucher in bestimmter Zeit natürlich um so zahlreichere Befruchtungen voll- zieht, je kürzere Zeit er an der einzelnen Blume verweilt und je rascher er die nächst- folgende erreicht. Aus diesem Vortheile erklärt es sich, dass manche Blumen durch helle, auch im Halbdunkel hervorstechende Farben, sowie durch die Zeit des Auf- blühens, Honigabsonderns und Duftens sich ganz speciell diesen nächtlichen Be- suchern angepasst haben. Im höchsten Grade bieten den Vortheil rascher Befruch- tungsarbeit den Blumen die Sphingiden dar, welche freischwebend ihren langen Rüssel in die Blumenröhren senken, um nach kurzem Verweilen stürmischen Fluges zu einer anderen Blume zu eilen. Daher haben sich von den Nachtblumen die meisten gerade diesen Schmetterlingen angepasst, indem sie den Honig im Grunde so tiefer Röhren oder Sporne bergen, dass er nur Sphingiden zugänglich ist. ] *) Verhandl. des naturhistor. Vereins für preuss. Rheinlande und Westfalen. 1869. Correspondenzblatt Seite 57—63. Dritter Abschnitt. \ Untersuchung von Insektenblüthen in Bezug auf ihren thatsächlich stattfindenden Insektenbesuch und ihre Anpassungen an denselben. Nachweis der bis jetzt in Bezug auf ihre Befruchtungsweise unter- suchten Phanerogamen. Nachdem wir im vorigen Abschnitte die an der Befruchtung der einheimischen Blumen betheiligten Insektenabtheilungen im Allgemeinen überblickt und Bau und Gebrauch ihrer der Gewinnung des Blüthenstaubes und Honigs dienenden Organe kennen gelernt haben, wollen wir in diesem Abschnitte eine Anzahl einheimischer und in unseren Gärten ver- breiteter Blumenformen näher ins Auge fassen und uns die Fragen zu beantworten suchen: Von welchen Insektenarten wird jede .dieser Blumen besucht? Was suchen die einzelnen Besucher in jeder derselben? Wie bewegen sie sich in Folge dessen in den Blüthen? Auf welche Weise übertragen sie in Folge ihrer Bewegungen den Blüthenstaub? Welche Eigenthümlichkeiten der Blumen stehen mit dem thatsächlich stattfindenden In-. Sektenbesuche in ursächlichem Zusammenhange? Welche besonderen Eigenthümlichkeiten sind vielleicht entwickelt, welche bei eintretendem Insektenbesuche die Fremdbestäubung begünstigen? Kann bei ausbleibendem Insektenbesuche Sichselbstbestäubung erfolgen, und in welcher Ausdehnung erfolgt dieselbe thatsächlich ? \ Da Blumenuntersuchung und Insektenbeobachtung ihrer Natur nach getrennte Arbeiten Sind, so ist es gekommen, dass ich bei manchen Blumen, an denen ich Insekten beob- achtet habe, zu einer Untersuchung der Blütheneigenthümlichkeiten nicht gelangt bin, während ich umgekehrt an manchen genauer betrachteten Blumen Insekten noch nicht beobachtet habe. Nur bei einem Theile der in Betracht gezogenen Pflanzen werden sich daher alle soeben aufgeworfenen Fragen durch die im Folgenden mitgetheilten Beobach- tungen in ausreichender Weise erledigen lassen, bei anderen werden wir uns vorläufig mit theilweiser Beantwortung, bei noch anderen mit vereinzelten Angaben begnügen müssen; . aber das lebhafte Interesse, welches gerade den Blumen und Insekten von so zahlreichen eifrigen Beobachtern zugewendet wird, berechtigt uns zu der Hoffnung, dass, sobald einmal die Fruchtbarkeit der hier eingeschlagenen Untersuchungsrichtung allgemein erkannt wor- den ist, von den verschiedensten Seiten her die hier offen bleibenden Fragen ihre Beant- Wortung finden werden, und dass wir in nicht allzu ferner Zukunft zu einer Bearbeitung der gesammten einheimischen Blumenwelt gelangen werden, welche ausser den Formen der Blumen auch die ursüchliche Bedingtheit derselben feststellt, zu einer Flora, welche uns nicht nur zu den Namen und zur sichern Unterscheidung der Pflanzenarten, sondern auch zu einem Verstándniss ihrer Eigenthümlichkeiten, zunächst wenigstens in Bezug auf die Blumenformen, verhilft. Eine solche Flora darf sich selbstverständlich nicht damit begnügen, die Blütheneinrichtungen der Familien oder Gattungen zu erórtern; sie muss vielmehr in ähnlicher, nur noch weit eingehenderer Weise, wie es im vorliegenden Buche bei Geranium, Polygonum und einigen anderen Gattungen versucht ist, gerade die Eigen- thümlichkeiten der Blüthen nächstverwandter Arten besonders genau ins Auge fassen und den ursächlichen Zusammenhang zwischen denselben, ihrem thatsächlich stattfindenden 60 IH. Zweck und Ausführung des vorliegenden Abschnitts. ` Insektenbesuch und ihrer Verbreitung festzustellen suchen; sie muss dieselbe Unter- suchungsmethode und dieselbe Sorgfalt der Einzeluntersuchung auch auf die Abän- derungen der einzelnen Arten ausdehnen, wie es im vorliegenden Buche z. B. bei Lysimachia vulgaris, Rhinanthus crista galli und einigen anderen versucht ist: sie muss mit einem Worte alle einzelnen Eigenthümlichkeiten aller einheimischen Blumenformen nicht nur mit ihren Beschreibungen, sondern auch mit ihren Erklárungen zu umfassen streben. Ae In dem vorliegenden Abschnitte, durch welchen ich zu einer derartigen Bearbeitung der deutschen Flora eine lebhafte Anregung und einen brauchbaren Beitrag geben móchte, hat nicht nur die Unzulänglichkeit der mir zur Verfügung stehenden Zeit und Kraft, sondern auch die Beschränktheit des Raumes nur bei einer geringen Zahl von Arten die wünschenswerthe Vollständigkeit der Behandlung gestattet. Um wenigstens für die Mit- theilung aller derjenigen von mir beobachteten 'Thatsachen Raum zu behalten, welche einer den Anforderungen der Jetztzeit entsprechenden Flora nützen kónnen, habe ich die bereits eingehend erórterten Blütheneinrichtungen meist nur kurz angedeutet, mit Hin- weisung auf die schon vorhandene Bearbeitung; nur in denjenigen Fällen, in welchen ich die bisherige Darstellung und Erklärung einer Blütheneinrichtung zu berichtigen oder zu vervollständigen hatte (wie z. B. bei Pedicularis, Fuphrasia, Rhinanthus und manchen andern) war ich háufig genóthigt, eine bereits ausführlich erórterte Blumenform noch ein- mal in aller Ausführlichkeit zu behandeln. — Wie in Bezug auf die Ausführlichkeit der Darstellung, ebenso ist mir auch für die Auswahl der dem Texte zur Erläuterung einzu- fügenden Abbildungen die Rücksicht auf das bereits Vorhandene massgebend gewesen; im Ganzen sind daher die bereits von SPRENGEL, DARWIN oder HILDEBRAND dureh Abbil- dungen hinreichend erläuterten Blumen (z. B. Aristolochia Clematidis, Viola tricolor ete.) hier ohne Abbildungen gelassen oder, wie z. B. Vinca, Salvia, durch eine möglichst ein- fache Figur oder, wie z. B. lris, Polygala, durch Figuren anderer Art erläutert worden; in denjenigen Fällen dagegen. in welchen es darauf ankam, von den früheren Bearbeitern unerwähnt gelassene Eigenthümlichkeiten deutlich zu machen, wie z. B. bei Echium und Pedieularis, mussten natürlich bereits durch Abbildungen erläuterte Blütheneinrichtungen noch einmal durch eingehendere Abbildungen erläutert werden. Eine weitere Raumersparniss habe ich zu erreichen gesucht durch Anwendung folgender Abkürzungen der Angaben über die Besuche der Insekten auf Blumen. Hld. — Honig leckend, sgd. — saugend, Psd. — Pollen sammelnd, Pfd. — Pollen fressend, Blkr. — Blumenkrone, Sld. — Sauerland (Warstein, Móhnethal, Brilon), Tekl. — Teklenburg, Borgstette, Th. — Thüringen (Gegend von Mühlberg, Kreis Erfurt). In allen Fällen, in welchen der Beobachtungsort nicht besonders angedeutet ist, sind die Beobachtungen in der Gegend Lippstadts (bis zur Haar einschliesslich, zum Stromberger Hügel und Salz- - kotten) angestellt. Die hinter den Namen der blumenbesuchenden Insekten hie und da eingeklammerten Zahlen bedeuten die Rüssellàngen derselben in Millimetern. d = Männchen, 9 = Weibchen, 8 = Arbeiter. Ausser den. von mir selbst untersuchten Pflanzen , welche, soweit ich Insektenbesuch auf ihren Blüthen beobachtet habe, mit fortlaufenden Ziffern numerirt sind, umfasst der vorliegende Abschnitt in kurzen Andeutungen und mit Hinweis auf die nachzulesenden Arbeiten die wichtigeren neueren Untersuchungen über die Bestáubungsvorrichtungen der Phanerogamen überhaupt, soweit mir dieselben bekannt geworden sind; ich sage die wich- tigeren, denn die zahlreichen in SPRENGEL's entdecktem Geheimniss enthaltenen Nach- weisungen, dass gewisse Blumen Saftblumen sind, habe ich absichtlich übergangen, ebenso die namentlich von DELPINO in grosser Zahl nebenbei hingeworfenen kurzen Bemerkungen über gewisse Blütheneinrichtungen. 3 Die in diesem Litteraturnachweis gebrauchten Abkürzungen der häufiger eitirten Schriften erklären sich,aus den in Anm. 5, 6.und 8 des ersten Abschnittes vollständig angegebenen Titeln und den durch fetten Druck hervorgehobenen Anfangsbuchstaben oder Silben derselben von selbst. I. Kl. Gymnospermae. II. Kl. Monocotyleae. I. Klasse: Gymnospermae. (Cycadeae, Coniferae, Gnetaceae.) Diese niedersten und ältesten Phanerogamen haben diklinische Windblüthen, Welche sich durch den Mangel einer Narbe und durch einen Hohlraum der Samen- knospe zwischen Mikropyle und Knospenkern auszeichnen.*) Zur Blüthezeit sitzt. ein Flüssigkeitstropfen auf der Mikropyle, welcher die vom Winde zugeführten Pollenkörner aufnimmt und, indem er durch Verdunstung oder Absorption sich ver- kleinert und in den Hohlraum zurückzieht, die Pollenkörner in denselben führt. **) Eine genauere Beschreibung der Bestäubungseinrichtung hat DEr,PrNo von Pinus Pinaster und halepensis***) und von Larix 1) gegeben. II. Klasse: Monocotyleae. .. Die in Betracht kommenden Pflanzen dieser Klasse habe ich in Bender Ordnung aneinander gereiht: A. Coronariae, Artorhizae, Ensatae Endlicher’s und ihre Abkömmlinge. Coronariae: Juncaceae, Melanthiaceae, Pontederiaceae, Liliaceae, Smiliaceae. Artorhizae: Dioscoreae, Taccaceae. Ensatae: Hydrocharideae, Irideae, Amaryllideae. Abkömmlinge der Coronariae (nach DELPINO bildet Rhodea einen Uebergang zu den Araceae): Araceae, Palmae. B. Musaceae und ihre Abkómmlinge. Nach DErPINO's Ansicht (Nuovo Giornale Ital. Vol. I. Nr. 4. Ott. 1869) haben sich von dem Stamme der Musaceen erst die Orchideen, später die Zingiberaceen abgezweigt, und aus den Marantaceen, directen ipod pn s oe der Musaceen, sind Cannaceen und Gramineen hervorgegangen. C. Sonstige ori Cyperaceae. — Potameae, Alismaceae. — Commelineae. A. Coronariae, Artorhizae, Ensatae Endlicher’s und Abkömmlinge derselben. Juncaceae. ; Juncus und Luzula haben Windblüthen, bei denen die FserhdbonitiulatiMt häufig durch Proterogynie gesichert ist. Die proterogynischen Blüthen von Luzula pilosa hat HILDEBRAND (Geschl. S. 18. Fig. 4), die von Juncus filiformis Axzrr (S. 38) abgebildet. Die Blüthen von L. campestris stimmen in Bezug auf Proterogynie voll- ständig mit denen von L. pilosa überein. Juncus bufonius befruchtet sich nach BaArArrN (Bot. Z. 1871. S. 388—392) in Russland ausschliesslich (?) durch Sichselbstbestäubung in geschlossen bleibenden triandrischen Blüthen; nach P. AscHERSON (Bot. Z. 1871. S. 551—555) hat der- selbe bei Halle a./S. ausser terminalen, kleistogamischen, triandrischen auch seitliche, sich óffnende, hexandrische Blüthen. Bestátigt wird letztere Beobachtung durch HausskwEcHr (Bot. Z. 1871. S. 802—807), indem derselbe Bastarde auffand zwischen J. bufonius und dem stets bei vóllig geóffneten Blüthen die Befruchtung erleidenden J. sphaerocarpus N. ab E. *) SAcHS, Lehrbuch der Botanik. 2. Aufl. Fig. 322. **| DELP., Ult. oss. II. fasc. I. 1870, TATAR NEA Jenaische Zeitschrift. 1870. Ult. oss. p 2—6, Bot. Z. 1870 S. 556. III. Von Insekten befruchtete Blumen: 1. Colchicum, Melanthiaceae. Colchicum autumnale L. Während durch lange Blumenröhren sonst in den meisten Fällen kurzrüsslige, für die Befruchtung nutzlose Insekten vom Genusse des Honigs abgehalten werden, hat hier, wie SPRENGEL (S. 208) mit Recht hervorhebt, die Langróhrigkeit der in der Zwiebel selbst entspringenden Blume keinen anderen Nutzen für die Pflanze, als dass dadurch die junge Frucht während des Winters tief unter der Erde in der Zwiebel geborgen gegen die Einwirkung der Kälte geschützt wird; denn der "Honig findet sich nicht in der Blumenröhre, sondern wird von der ver dickten gelbgefärbten Aussenseite des untersten Stücks FH freien Theils der Staub- fáden abgesondert und in den anliegenden durch Wollhaare überdeckten Furchen der Blumenblätter beherbergt. Die Narben sind (was von SrnENGEL übersehen worden ist) vor den Staubgefüssen entwickelt, bleiben jedoch bis zur Reife der Staubgefässe frisch und aufnahmefähig. Bei zeitig eintretendem Insektenbesuche ist in Folge der proterogynischen Dichogamie Fremdbestäubung unvermeidlich ; bei erst später ein- tretendem Insektenbesuche ist auch Selbstbestäubung möglich, Son dadurch, dass die Antheren ihre mit Pollen bedeckte Fläche nach aussen kehren, erschwert; bei gänzlich ausbleibendem Insektenbesuch ist durch letzteren ea Sichselbst- bestäubung wahrscheinlich unmöglich gemacht. Am Morgen des 19. Sept. 1869 fand ich bei Driburg zahlreiche von der Nacht her noch geschlossene Blüthen, welche beim Oeffnen schon reichlich mit Pollen be- legte Narben, aber noch geschlossene Staubbeutel zeigten. Etwas später, als die Sonne hervorkam, fand ich mehrere Männchen von Bombus hortorum beschäftigt. von Blüthe zu Blüthe bald zu kriechen bald zu fliegen und den von der Aussenseite der Staubfäden abgesonderten Honig aus den Winkeln zwischen Staubfäden und Blumenblättern zu saugen. Beim Hineinkriechen in die Blumen streiften sie sowohl Narben als Antheren mit Vorderbeinen, Kopf, Ober- und Unterseite der vorderen Körperhälfte, die sich dann in Blüthen, deren Antheren schon geöffnet waren, auch reichlich mit Pollen behafteten und in noch jungfräulichen Blüthen die Narben be- legten. Pontederiaceae. Monochora L. hat kleistogame Blüthen, nach Kvzw (Bot. Z. 1867. S. 67) Pontederia ist als trimorphe Monocotyledone bemerkenswerth. Mein Bruder Frrrz Mürver fand an den Ufern des Itajahy-mirim in Südbrasilien ausschliesslich lang- und kurzgrifflige Exemplare einer anscheinend trimorphen Pontederiaart, wäh- rend eine andere, anscheinend ebenfalls trimorphe Art (wahrscheinlich P. crassipes), welche in der Colonie Blumenau als Zierpflanze eingeführt ist und sich auf un- geschlechtlichem Wege mit unglaublicher Schnelligkeit vermehrt hat, dort nur in der mittelgriffligen Form existirt (Jenaische Zeitschrift. Bd. VI. Hft. 1, S. 74—77). Liliaceae. Methonica (Gloriosa) superba hat eine nach unten gekehrte Blüthe, deren Stbgf. und Griffel sich wagrecht nach aussen spreizen und, nach DELPINO’S Ver- muthung, den anfliegenden Insekten als Stützen dienen‘ (Sugli app. p. 23. 24). Nach HILDEBRAND dient in jungen Blüthen der Griffel als Auffliegestange, während die Staubgefässe tiefer liegen, in älteren übernehmen die Staubgefässe diese Rolle, so dass hiernach immer Bestäubung jüngerer mit Pollen älterer Blüthen stattfindet. (Bot. 2. 1861.85. 278. Tato VAT. 9.25. 20. ) Lloy dia serotina Ronz., nach Rıcca höchst ausgeprägt proter andrisch (Atti della Soc. It. Vol. XIII. fasc. m. p- 255). 2. Hyacinthus orientalis. 3. Allium ursinum. 4. A. Cepa. 5. Antherieum ramosum. 63 2. Hyacinthus orientalis L. Die Blkr. bildet eine 12—14 und mehr mm lange, am Ende in sechs auseinander gebreitete und zurückgebogene Zipfel auslaufende Röhre, dde im untersten Drittel den Fruchtknoten mit Bien Griffel und dreilappiger Narbe, im Zweiten Drittel die gleichzeitig zur Reife entwickelten, nach innen aufspringenden Staub- gefässe umschliesst. Freien Honig sondert sie nicht ab; ihre Wandung ist aber fleischig und saftreich und wird wahrscheinlich von besuchenden langrüssligen Insekten angebohtt, Fremdbestäubung ist dadurch begünstigt, dass ein in den Penna gesteckter Rüssel in jeder Blüthe mit einer beliebigen Stelle die Staubgefässe, mit der enigegengesetzten die Narbe streift. Sichselbstbestäubung kann natürlich nur bei zufällig aufwärts gerichteten Blüthen erfolgen. Besucher: A. Hymenopter a Apidae: 1) Bombus terrestris L. @ 2) Anthophora : pilipes F. Q ($ häufig. 3) Andrena fulva ScHRK. Ọ 4j Osmia rufa L. ($ sehr häufig; alle sgd. B. Diptera Syrphidae: 5) Cheilosia sp. vergeblich nach Honig suchend. C. Co- leoptera ANitidulidae: 6) Meligethes in grosser Zahl bis zu den Staubgefássen in die Blüthen dringend, vermuthlich Pfd. Allium carinatum und fistulosum hat schon SPRENGEL (S. 183—186) als proterandrisch erkannt und an-den Blüthen der letzteren häufig die Honigbiene honigsaugend beobachtet. Ebenso ist ) 3. Allium ursinum L. proterandrisch. Wann die Blüthe sich öffnet, hat der Griffel erst ein Drittel bis die Hälfte seiner späteren Länge erreicht (2—3 mm) und besitzt noch keine entwickelten Narbenpapillen an seiner Spitze; aber auch die Staubbeutel sind noch sämmtlich geschlossen. Die inneren drei Staubgefässe springen nun zuerst auf, langsam eines nach dem andern, während der Griffel inzwischen ?/, oder mehr seiner vollen Länge (4!/;— 5 mm) erreicht, dann öffnen sich auch die drei äusseren Staubgefässe eines nach dem anderen, während der Griffel sein Längen- wachsthum (bis 6mm) und die Ausbildung seiner Narbenpapillen vollendet. Die Blüthen sind also in unvollkommner Weise proterandrisch. Die Staubgefässe springen nach innen auf, kehren dann aber ihre staubbedeckte Seite mehr oder weniger nach oben. An Exemplaren, welche ihre Blüthezeit in meinem Zimmer durchmachten, fand ich einzelne Blüthen, deren Griffel im letzten Entwicklungsstadium sich so zur. Seite gebogen hatte, dass die Narbe einen der noch mit Blüthenstaub bedeckten Staubbeutel berührte; dadurch wird bei ausbleibendem Insektenbesuch in beschränkter Weise Sichselbstbestäubung bewirkt. Am 16. Mai 1868 sah ich im Walde des Stromberger Schlossbergs Bombus pratorum 9 an Allium ursinum rasch von Blüthe zu Blüthe fliegen, in jede den Rüssel zum Honigsaugen senken und nach kaum 2 Secunden weiter eilen. Da der Honig vom Fruchtknoten selbst, in den drei Ein- buchtungen zwischen je zwei Fruchtblättern, abgesondert wird und den Raum zwi- schen diesen Einbuchtungen und der Basis der inneren Staubfäden ausfüllt, so musste die Hummel beim Saugen stets mit irgend einer Seite des Kopfes die Narbe, mit der entgegengesetzten Staubgefässe berühren, konnte also auch in älteren Blüthen nur Fremdbestäubung bewirken. 4. Allium Cepa L. hat dieselbe gegenseitige Lage der Honigtröpfchen, der sh: beutel und der Narbe. Besucher: A. Hymenoptera: a) Apidae: 1) Bombus terrestris L. $. 2) Halictus cylindricus F. $&. 3) Prosopis punctulatissima SM. b) Sphegidae: 4) Miseus campestris Larr. B. Diptera. 5) Empis livida L. — sámmtlich sgd. Auch Allium sibiricum hat proterandrische Blüthen. (Abbildung derselben siehe AXELL S. 35.) Die Blüthen von Hemerocallis fulva fand SPRENGEL mit eigenem Pollen unfruchtbar (S. 43). ; 5. Anthericum ramosum L. hat regelmässige, völlig offene Blüthen, die auch ihren Honig ganz frei sichtbar und den kurzrüssligsten Insekten zugänglich — als drei 64 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 6. Asparagus. vom oberen Theile des Fruchtknotens abgesondert und daselbst auch haften bleibende Tropfen — darbieten (Sprenser Taf. XXIII. Fig. 8.). Im Juli 1868 hatte ich am Rehmberg bei Mühlberg (Thür.) Gelegenheit, die Pflanze bei sonnigem Wetter an ihrem natürlichen Standorte ins Auge zu fassen. Die Blüthen wurden emsig von saugenden und Pollen sammelnden Honigbienen besucht, die beim Anfliegen jedes Mal zuerst die am weitesten hervorragende Narbe, dann erst die Staubgefässe berührten, daher regelmässig Fremdbestäubung bewirkten. Ebenso wirkte eine stattliche schwarzgrüne Schwebfliege, Merodon aeneus Mex., die noch weit häufiger als die Honigbiene sich saugend und Pollen fressend auf den Blüthen umhertrieb und als hauptsächlicher Befruchter thätig war. Auch zwei Schmetterlinge, der Schwalbenschwanz (Papilio Machaon) und ein Scheckenfalter (Melitaea Athalia Esr.) saugten den Honig der Blüthen ; bei der Länge und Dünn- heit ihrer Rüssel berührten sie. mit diesen nicht oder nur zufällig einmal Narben und Staubgefässe, aber indem sie sich, um an einer Blüthe zu saugen, in der Regel auf. eine benachbarte Blüthe setzten, bewirkten sie mit der Unterseite ihres Leibes häufig Bestäubung, und zwar wegen der am meisten hervorragenden Stellung der Narbe ebenfalls Fremdbestäubung. Bei ausbleibendem Insektenbesuche kann Sichselbst- bestäubung nur an mehr oder weniger abwärts gerichteten Blüthen erfolgen. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8 sgd. und Pfd. B. Diptera: Syrphidae: 2) Merodon aeneus MeN. sgd. und Pfd. C. Lepidoptera: Rhopalocera: 3) Papilio Machaon L. 4) Melitaea Athalia EsP., beide sgd. 6. Asparagus officinalis L. "ME. M N / / (/ 1 h i & ll ijj ji i N, Fig. 18. 1. Männliche Blüthe, von unten. 2. Dieselbe, nach Entfernung des halben Perigons, von der Seite. 3. Weibliche Blüthe, von unten. 4. Dieselbe, nach Entfernung des halben Perigons, von der Seite, @ Verkümmerte Staubgefüsse. b Verkümmerter Fruchtknoten, . Der Spargel bietet ein unzweideutiges Beispiel aus Zwitterblüthigkeit hervor- gegangener Getrenntblüthigkeit dar, indem die Blüthen der männlichen Stöcke noch einen deutlichen Rest des Stempels (5 Fig. 2.), die der weiblichen zwar nutzlose, doch noch recht deutliche Reste von Antheren (a Fig. 3.) besitzen und indem ferner noch bisweilen ein Rückschlag in die Zwitterblüthigkeit auftritt. Die sechsspaltigen hangenden Blumenglöckchen sind von eigenthümlichem Geruch, überdiess trotz ihrer wenig hervorstechenden Farbe auch dem Auge von weitem leicht bemerkbar, die 6mm . 6. Asparagus. Paris. 7. Convallaria majalis. langen männlichen (2. Fig. 18.) natürlich weit leichter, als die nur 3mm: langen weiblichen (4. Fig. 18.). Es bestätigt sich also hier die schon von SPRENGEL wie- derholt ausgesprochene Regel, dass die männlichen Blüthen diklinischer Insekten- blumen in die Augen fallender sind, als die weiblichen, wodurch den beiderlei Ge- Schlechtern der Insektenbesuch in der der Pflanze allein vortheilhaften Reihenfolge zu Theil wird. — Honig wird im Grunde der Glóckchen abgesondert und beherbergt. Besucher: Hymenoptera: Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. und Psd., sehr häufig. 2) Osmia rufa L. Q sgd. 3) Megachile centuncularis L. Q sgd. 4) Prosopis an- nularis K. (Sm.) Ọ sgd. 5) Halictus sexnotatus K. Q Psd., hie und da an weiblichen Blüthen nach Pollen suchend und dabei bisweilen Befruchtung bewirkend. Smilaceae, Paris quadrifolia, Einbeere. Obgleich es mir noch nicht gelungen ist, Befruchter dieser Pflanze zu beobachten *), so erwähne ich sie dennoch, weil mir ihre Blütheneinrichtung räthselhaft geblieben ist. Wann die Blüthen sich öffnen, sind die Narben schon entwickelt; die Antheren öffnen sich erst mehrere Tage später, wäh- rend indess die Narben noch frisch sind. Die länglichen Pollenkörner von 0,04 mm Länge und 0,016 mm Breite bleiben an den aufgesprungenen Antheren in grosser Menge haften, fliegen Jedoch bei einem Stosse zum Theil in einzelne Körner zerstreut als Staubwólkchen davon. Die Beschaffenheit des Pollens, das gänzliche Fehlen des Honigs und einer gefürbten Blüthenhülle sprechen für Windblüthigkeit; die Steifheit der Staubfäden und die als lange Grannen hervortretenden Mittelbänder der Staub- Sefüsse passen aber schlecht dazu, wenn sie nicht etwa, durch auffliegende Pollen fressende Fliegen erschüttert, das Weggeführtwerden des Pollens durch den Wind befördern. | 7. Convallaria majalis L., Maiblümcheri. Obgleich die Narbe schon beim Oeffnen der Blüthe und vor dem Auf- blühen der Antheren mit lang hervor- ragenden Papillen besetzt ist, so bleiben doch, wenn man eine geöffnete Anthere an ihr hinstreicht, kaum einzelnePollen- körner an ihr haften. Später, nach dem Aufblühen der Antheren, bedeckt sich die Narbe mit einer erheblichen Flüssig- keitsschicht und hält nun mit Leichtig- ; 1. Blüthe gerade von unten. keit Pollen fest. Honig habe ich in den, monkrone mit den drei daran sitzenden Staulgefimaen, Blüthen nicht gefunden, wohl aber die- von der Seite gesehen. selben häufig von der Honigbiene be- ok a Anthere. fr = Fruchtknoten, n= Sucht gesehen, welche den Blüthenstaub sammelt, indem sie sich von unten an das senkrecht herabhangende Glöckchen hängt und Kopf und Vorderbeine in dasselbe einführt. Dabei berührt sie natürlich zunächst mit dem Kopfe die über die Staubgefässe hinausragende Narbe und befruchtet die- selbe, so oft sie schon vorher andere Blüthen derselben Art besucht hat, durch Fremdbestäubung. Während dann die Fersenbürsten der Vorderbeine den Blüthen- Staub aus den Antheren losarbeiten, wird auch der Kopf von neuem mit Pollen .*) Ein einziges Mal sah ich aus einiger Entfernung eine Fliege auf der Mitte der Blüthe (den Narben) sitzen, die aber bei meiner Annäherung wegflog, ohne die Staub- gefásse zu berühren. ; Müller, Blumen und Insekten, } 66 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 8. Convallaria. behaftet. Bei ausbleibendem Insektenbesuche tritt , wie schon HILDEBRAND fest- .gestellt hat (Geschl. S. 62. Fig. 11.), Sichselbstbestäubung regelmässig ein, da die Staubgefässe dicht um den Griffel zusammengedrängt sitzen und die Randpapillen der dreilappigen Narbe von selbst mit Pollen bestreuen. S. Convallaria multiflora L. Der im Grunde der Blumenkronenröhre zwischen dieser und dem Fruchtknoten beherbergte Honig ist durch die 11—15 (an Garten- exemplaren sogar bis 18) mm lange Röhre vor dem Zutritte kurzrüssligerer Insekten, durch die herabhangende Stellung der Blume gegen Regen geschützt und wird von Hummeln aufgesucht, welche, indem sie den Kopf in den erweiterten Theil der Róhre stecken, die hier sitzende Narbe und einen 'heil der gleichzeitig entwickelten und sie dicht umgebenden Staubgefässe mit entgegengesetzten Seiten des Rüssels und Kopfes berühren und daher von Blüthe zu Blüthe fliegend Fremdbestáubung be- wirken. Gleichzeitig wird in jeder Blüthe die entgegengesetzte Seite der Narbe gegen , Staubgefüsse gedrückt und mit eignem Pollen behaftet. Bei ausbleibendem Insekten- besuche erfolgt Sichselbstbestäubung. Besucher: A. Hymenoptera: Apidae 1) Bombus agrorum F. 9 (12—15) 2) B. horto- rum L. © (19—21), sich von unten an die Blüthen hängend, sgd. B. Diptera: Syrphidae 3) Rhingia rostrata L. (11—12), sehr häufig, oft 2 am Eingange derselben Blüthe, vergeb- lich nach Honig suchend (ihr Rüssel ist zu kurz), dann Pfd. ; durch Betupfen der Narbe hie und da auch befruchtend. Sonstige Coronariae. Aspidistra elatior. Nachdem Buchenau (Bot. Z. 1867. S. 220—222) die Blütheneinrichtung eingehend erórtert und als eine räthselhafte hervorgehoben hatte, versuchte Dewrıwo (Ult. oss. p. 8—13., Bot. Z. 1870. p. 388. Taf. IX. Fig. 1) in sehr geschickter Weise die Deutung des Befrüchtungsvorganges, obgleich ihm die directe Beobachtung des Insektenbesuchs fehlte. Der Narbenkopf verschliesst den Kessel der Blüthe, in welchem der aus den Antheren gefallene Pollen liegt, bis auf vier kleine Oeffnungen, durch welche, nach Derrıno’s Vermuthung, kleine Mücken hineinkriechen. Kommen sie mit Pollen behaftet wieder heraus, so fliegen sie auf den Narbenkopf einer anderen Blüthe und setzen hier, ehe es ihnen gelingt, von neuem einensder kleinen Eingänge zu finden, einen 'Theil des Pollens ab. S Rhodeajaponica. Diese Asparaginee (?) verräth sich, nach Derrıno, durch eine Art Kolben (spadix) mit in ununterbrochener Schraubenlinie gestellten, abge- platteten , dicht aneinander gedrüngten Blüthen als eine Uebergangsstufe zu den Aroideen; die Abplattung des Perigonsaumes in ganz gleichem Niveau mit der Spitze |. der Antheren und Narben liess D. Befruchtung durch darüber hinkriechende Thiere vermuthen; und in der That beobachtete er Schnecken (Helix adspersa, vermiculata u. a.), deren jede begierig das zur Blüthezeit dickfleischige , gelbliche Perigon von etwa 10 Blüthen jedes Kolbens verzehrte und sich dann auf einen anderen Kolben begab. Nur die von Schnecken berührten Blüthen waren fruchtbar; mit eignem Pollen bestäubt zeigte sich die Pflanze unfruchtbar. Es kann nach diesen Beobach- tungen nicht bezweifelt werden, dass auch die Schnecken als Befruchter thátig sind. (Ult. oss. p. 239. 40. Hup., Bot. Z. 1870. 8: 673. 674.) ? Artorhizae. Dioscorea. Die in Südbrasilien cultivirten und nur auf ungeschlechtlichem Wege vermehrten Arten dieser Gattung bringen, mit Ausnahme einer einzigen , nie Blüthen hervor (Farrz MÜLLER, Bot. Z. 1870. 5. 21575 M 67 9. Iris Pseud-Acorus. Ataccia cristata (Taccaceae) hat, nach DzrPrNo's Vermuthung, eine ähn- liche Blütheneinrichtung wie Aspidistra elatior. (Ult. oss. p. 13—16. HD., Bot. Z. 1870. S. 589.) : Ensatae. Hydrocharideae. Vallisneria spiralis. Die Antheren tragenden Kelche schwimmen nach ihrem Losreissen von der Mutterpflanze frei an der Oberfläche des Wassers und führen den Pollen, vör der Berührung mit dem Wasser geschützt, durch die Strö- mung des Wassers in Bewegung gesetzt, zu den Narben. So bildet Vallisneria eine Art Uebergang von den Wasserblüthen zu den Insektenblüthen; Hydrocharis hat schon ausgeprägte Insektenblüthen. (DEnerwo, Ult. oss. p. II. 22. 23.) Irideae. 9. Iris Pseud-Acorus L. Der vom unteren Theil der Blumen- kronenróhre (dd' 1. Fig. 20.) abgesonderte Honig wird in dem Hohlraume (b) zwischen dieser und dem Griffel (a) beherbergt und ist nur an drei bestimmten Stellen, nemlich zwi- schen dem unteren Theil jedes äusseren Blu- menblattes (d) und des darüber liegenden Griffelblattes (3, a') zugänglich; der diesem Theile jedes Blumenblattes angewachsene und 1. Querdurchschnitt durch den röhrigen Theil als Leiste vorspringende Staubfaden (o) theilt den zugehörigen Honigzugang in zwei ge- trennte Oeffnungen (bb), so dass im Ganzen Sechs ziemlich enge Lócher, je zwei unter der Basis eines jeden Griffelblattes, welche durch zwei Leisten jedes äusseren Blumenblattes (3, ee) auch seitlich umgrenzt werden, den Zugang zum Honige gestatten. Es ist ein der Blkr. 2. Querdurchschnitt durch die Blkr. gerade an der Stelle, wo ihre sechs Blätter frei werden. 3. Querdurchschnitt durch eine noch etwas ' höher gelegene Stelle der Blkr. , um die Lage der 3 Paar Saftzugänge zu den Griffelblättern und äus- seren Blumenblättern zu zeigen. a Griffel, a’a’a’ die drei blattartig verbreiterten Griffeläste, Griffelblätter, b Safthalter, cec unterer Theil der Staubfáden , mit den äusseren Blumen- blättern verwachsen. ddd Aeussere (grosse, ihre: Blattfläche wagerecht ausbreitende) Blumenblätter. d'd'd' Innere (kleine, aufrechtstehende) Blumen- blätter.*) ee Die beiden Leisten jedes äusseren Blu- menblattes, welche mit der Basis der Staubfäden zusammen die Saftzugänge umgrenzen. mindestens 7mm langer Rüssel nöthig, um durch diese Löcher hindurch überhaupt bis zum Honig zu gelangen, ein fast doppelt so langer, um den Honigbehälter völlig leer zu Saugen. Als Narbe fungirt die Oberseite des kleinen Blättchens, welches am vor- deren Ende unter jedem der drei Griffelblätter vorspringt, so dass Insekten nur beim Hineinkriechen unter die dachförmige Wölbung des Griffelblattes die Narbenfläche mit dem Rücken streifen können, während sie beim Zurückkriechen die papillöse Fläche des Läppchens nach oben drücken. Dicht unter den Griffelblättern liegen, die Staubbedeckten Seiten nach unten gekehrt, die drei Antheren. Sichselbstbestäubung ist daher unmöglich. — Diese Andeutungen waren zum Verständniss des N achfolgen- den unerlässlich ; im Uebrigen verweise ich auf SPRENGEL (S. 69—78. Taf. II.), der von den Blüthen von Iris Pseud-Acorus und Xiphium eine vortreffliche, durch Abbil- TEEN É *) Ich bezeichne als »Blumenblätter« hier und im Folgenden die durch bunte Farbe in die Augen fallenden, die Geschlechtstheile umhüllenden Blätter, da es für die ganze ‚vorliegende Betrachtung in erster Linie auf die Function der Blüthentheile ankommt. 5* 68 S Iii. Von Insekten befruchtete Blumen. dungen erläuterte Beschreibung und eine sehr eingehende Erklärung gegeben hat. Nur seine Beobachtung des Insektenbesuchs bedarf einer Vervollständigung und seine Deutung der Befruchtungsart einer Berichtigung. Nach SPRENGEL'S Ansicht werden nemlich diese beiden Irisarten ausschliesslich durch Hummeln befruchtet, und zwar in der Weise, dass dieselben auf eines der grossen, umgebogenen, äussern Blumen- blätter auffliegen, unter dem dieses überwölbenden Griffelblatte nach der Basis des - betretenen Blumenblattes vorschreiten, bis sie die zwei Saftzugänge, welche von dieser Basis aus senkrecht abwärtsgehen , erreicht haben, nach Aussaugen derselben rückwärtsgehend sich wieder auf ihren Auffliegeplatz zurückziehen, von da auf das zweite äussere Blumenblatt fliegen, um hier ebenso zu verfahren, von da auf das dritte, von da auf eine andere Blume u. s. w. Da nun der Rücken der Hummel beim Eintritte unter‘ das Griffelblatt die als Narbe fungirende Oberseite des vorragenden Läppchens, beim Weiterschreiten die dicht unter dem Griffelblatt liegenden, nach unten aufgesprungenen Staubbeutel streift, so wird nach SPRENGEL regelmässig das zweite Blüthendrittel mit dem Pollen des ersten, das dritte mit dem Pollen des zweiten, das erst besuchte Drittel einer zweiten Blume mit dem Pollen des letzt- besuchten Drittels der ersten Blume u. s. w. befruchtet, also doppelt so häufig Selbstbestäubung als Fremdbestäubung bewirkt. Obgleich SPRENGEL den Vortheil der Kreuzung nicht kannte, so wurde er doch durch seine Beobachtungen wiederholt auf die Vermuthung geführt, »dass die Natur nicht will, dass irgend eine Zwitter- blume durch ihren eigenen Blüthenstaub befruchtet werden solle«. Um die Richtig- keit dieser Vermuthung, die er in zahlreichen anderen Fällen nicht festhält, bei Iris aufrecht halten zu können, sieht sich daher SePRENGEL zu der sonderbaren Annahme veranlasst, dass jedes Blüthendrittel von Iris als eine besondere Zwitterblume zu betrachten sei, in welchem Falle dann allerdings regelmässig Fremdbestäubung be- wirkt würde. | s Meine zahlreichen und oft wiederholten Beobachtungen des Insektenbesuches weichen von den einmaligen, noch dazu künstlich herbeigeführten SePRENGEL's Wwe- sentlich ab. Es ist richtig, dass Hummeln die Blüthe von lris Ps. besuchen; aber sie verfahren in der Regel anders als SPRENGEL beobachtete, und noch weit häufiger als Hummeln sah ich eine langrüsslige Schwebfliege, Rhingia rostrata (siehe S. 37. Fig. 4.) dem Honige dieser Blumen nachgehen. . In manchen Blüthen von Iris Ps. steht jedes Griffelblatt 6—10mm von dem gerade unter ihm befindlichen äusseren Blumenblatte ab, in anderen liegt es dem- selben so dicht an, dass nur unter dem Narbenläppchen , in Folge der Wölbung des . Griffelblattes, ein kleiner Eingang in den von beiden umschlossenen Hohlraum frei bleibt. Jede der beiden Blüthenformen hat sich einer besonderen Art von Befruchtern . angepasst. Ä : In Blüthen der ersteren Form marschirt Rhingia, ohne Narbe oder Staubgefäss zu berühren, auf einem der äusseren Blumenblätter bis zu den Saftzugängen , senkt ihren 11mm langen Rüssel erst in den einen , dann in den anderen derselben hinein und geht, wenn sie getrunken hat, einige Schritte rückwürts, um auch zu essen. Sobald sie sich unter dem Staubgefässe befindet, richtet sie den Kopf in die Höhe, streckt ihren langen Rüssel bis zum Staubgefässe aus und frisst Pollen. Alsdann fliegt sie auf ein anderes äusseres Blumenblatt derselben oder einer anderen Blüthe. Ihr Besuch in Blüthen dieser Form ist also den Pflanzen nicht nur nutzlos, da sie niemals befruchtend , sondern geradezu nachtheilig , da sie Pollen verwüstend wirkt. In Blüthen der andern Form marschirt dagegen Rhingia durch den kleinen Ein- gang unter dem Narbenlippchen, dieses mit dem Rücken streifend, in das von dem \ s Pseud- Na 69 Griffelblatt gebildete Gewölbe hinein, schreitet, mit dem Rücken das Staubgefäss strei- fend, bis zu den Saftzugängen vor, saugt aus beiden, zieht sich dann, ohne Pollen zu Epasen, rückwärts gehend, auf demselben Wege, auf welchem sie gekommen ist, zu- rück, bis sie sich von dem Griffelblatte nicht mehr bedeckt und umschlossen fühlt, und fliegt nun auf ein anderes äusseres Blumenblatt derselben oder einer anderen Blüthe. Füngt man eine Rhingia, die rückwärts gehend eben aus ihrer Trinkhalle herauskommt, so findet man zwischen den Haaren ihres Rückens immer zahlreiche Pollenkörner ; diese werden beim Besuche der nüchsten Blüthe unvermeidlich zum Theile an eine Narbenfläche abgewischt. Blüthen mit dicht an einander liegenden Griffelblättern und äusseren Blumenblättern sind also den Besuchen der Rhingia in doppelter Hinsicht besser angepasst, als Blüthen der anderen Form, indem Rhingia 1) genóthigt ist, in ihnen die Uebertragung des Pollens auf die Narbe auszuführen, und zwar oft auf die Narbe getrennter Individuen, und indem sie 2) verhindert ist, Pollen zu fressen, wüh- rend sie in Blüthen mit weitem Abstande dieser Blätter ein- und ausmarschirt, ohne Befruchtung zu bewirken, und überdiess ausser dem Honige auch den Pollen verzehrt. Gerade entgegengesetzt sind Vortheil und Nachtheil bei eintretendem Hummel- besuche unter die beiden Blüthenformen vertheilt. Liegt das Griffelblatt dem unter ihm befindlichen Blumenblatte dicht an, so ist der kleine, unter dem Narbenläppchen . frei bleibende, für Rhingia gerade ausreichende Eingang für die Hummeln viel zu klein. Sie kriechen dann, wie ich am 25. Mai 1868 an einer grossen Schmarotzerhummel (Bombus vestalis Fourc. 9) von 25 mm Länge und 10mm Dicke andauernd und oft wiederholt beobachten konnte, in verschiedenen Richtungen an den Blüthen herum, biegen, bald von oben, bald von unten kommend, den Kopf über die Basis des freien Theils eines äusseren Blumenblattes und senken so von der Seite her den Rüssel in einen der beiden Saftzugänge, so dass sie weder mit einem Staubgefässe noch mit der Narbe in Berührung kommen. In Blüthen mit weit auseinander stehenden Griffelblüttern und unteren Blume blättern fliegen dagegen die Hummeln, wie ich an Bombus agrorum, hortorum und Rajellus sehr häufig beobachtet habe, auf eines der grossen umgebogenen äusseren Blumenblätter an und schreiten unter dem Griffelblatte nach den Saftzugängen, wobei Sie zuerst die Narbe, dann das Staubgefäss mit ihrem Rücken streifen. Nach Ent- leerung des ersten Drittels des Honigbehälters ziehen sie sich nicht rückwärts gehend auf den Anfliegeplatz zurück, um auf ein zweites äusseres Blumenblatt zu fliegen und unter dem zweiten a in gleicher Weise vorzuschreiten, sondern kürzen sich ihren Weg dadurch bedeutend ab, dass sie sofort mit den Beinen seitwärts nach einem der beiden anderen äusseren Blumenblätter hinübergreifen, dasselbe erklim- men, sich unter das Griffelblatt drängen und da von neuem die Honig führenden Röhren entleeren. Nachdem sie auf dieselbe Weise unter das dritte Griffelblatt gelangt sind und auch das letzte Drittel des Honigbehälters entleert haben, fliegen sie auf eine andere Blume und verfahren auf derselben in gleicher Weise. Sie be- wirken, in dieser Weise verfahrend, natürlich nur Fremdbestäubung. Nur ausnahmsweise und nur an solchen Blüthenformen, bei denen der Abana der Griffelblätter von den unter ihnen stehenden äusseren Blumenblättern ein mitt- lerer ist (solche Blüthen sind weit seltener als die beiden extremen Formen) sah ich Hummeln in der von SPRENGEL beschriebenen Weise sich rückwärts gehend aus der Bedeckung des Griffelblattes zurückziehen und auf ein anderes äusseres Blumenblatt | derselben oder einer anderen Blume fliegen. Die Blüthen von Iris Ps. bieten also das interessante Verhältniss dar, dass sie Sich, wenn auch ursprünglich, wie sich aus ihren Dimensionen vermuthen lässt d D 10 III. Von Insekten befruchtete Blumen. wohl nur für Befruchtung durch Hummeln eingerichtet, spáter zum grossen Theile der Befruchtung durch Kegelfliegen (Rhingia) angepasst haben. Jede der beiden extremen Blüthenformen hat ihre eigenthümlichen Vortheile und Nachtheile. Die der Befruchtung durch Hummeln angepasste Blüthenform ist im Vortheil, insofern die sie besuchenden Hummeln stets eine Kreuzung getrennter Blüthen bewirken, im . Nachtheile; insofern sie dem Pollenraube durch Rhingia am meisten ausgesetzt ist. Die der Befruchtung durch Rhingia angepasste Blüthenform ist im Nachtheile, inso- fern ihre Befruchter eben so häufig oder noch häufiger Selbstbestäubung als Fremd- bestäubung bewirken, im Vortheil, insofern sie vor der Pollenverwüstung geschützt ist und von ihren Befruchtern noch häufiger besucht wird. Vortheil und Nachtheil von beiderlei Blüthenformen müssen sich ziemlich die Wage halten, da natürliche Auslese nicht vermocht hat, einer der beiden Formen ein entschiedenes Uebergewicht ; über die andere zu verschaffen. Die Seltenheit der Mittelformen erklärt sich daraus, dass sie die Nachtheile der beiden extremen Formen in sich vereinigen, indem bei ihnen weder die Fremdbestäubung gesichert noch der Pollenraub verhindert ist. Ausser den eben genannten Befruchtern besuchen auch einige unnütze Güste die Blüthen. Auf der Blüthenform mit weit aus einander stehenden Griffelblättern und äussern Blumenblättern traf ich ein einziges Mal Osmia rufa 9 mit Honigsaugen beschäftigt. Mit ihrem 8 mm langen Rüssel war sie im Stande, eben an dem Honig zu naschen, berührte aber weder Narbe noch Staubgefäss. Auch die Honigbiene beobachtete ich einmal, wie sie den Versuch machte, den Honig von lris Ps. zu erlangen, indem sie unter einem Griffelblatt, ohne Narbe oder Staubgefáss zu be- rühren, nach den Saftzugängen hinkroch und ihren Rüssel ausreckte. Mit ihrem nur 6mm langen Rüssel konnte sie aber natürlich den Honig nicht erreichen. Nach einigen vergeblichen Versuchen verliess sie Iris und begab sich auf Blüthen von Ra- nunculus acris, deren Honig sie nun andauernd saugte. Besucher: A. Hymenoptera: Apidae 4) Bombus vestalis FouRC. @ 2) B. agrorum F.98 3 B. hortorum L. 9 8 4) B. Rajellus ILL. Q, alle 4 sgd. 5) Osmia rufa L. 9 sgd. ohne zu befruchten. 6) Apis mellifica L. 8, vergeblich nach Honig suchend. B. Dip- tera: Syrphidae 7) Rhingia rostrata L. sgd. und Pfd. Gladiolus. Arten dieser Gattung sollen sich nach 'REvrRANUS durch Zurück- krümmen des Griffels gegen die Antheren selbst befruchten (Ueber Dichogamie, Bot. Z. 1863. 8. 6.). Gladiolus segetum hat, nach DELPINO, proterandrische Blü- then vom Labiatentypus; ausser den zwitterblüthigen kommen rein weibliche Exem- plare vor. (Ult. oss. p. 184. Hınv., Bot. Z. 1870. 8. 670.) P. Crocus vernus All. Die Blüthen sind, nach RıccA *), unausgeprägt prote- randrisch, honiglos, werden aber trotzdem nicht nur von Pollen sammelnden Honig- bienen und Hummeln, sondern auch von Schmetterlingen häufig und eifrig auf- gesucht. Wenn Rıcoa zur Erklärung der letzteren Beobachtung hinzufügt, dass wührend der Blüthezeit von Crocus vernus andere Blumen auf den Alpenwiesen noch nicht vorhanden sind und daher diese den Schmetterlingen allein in die Augen fallen, so ist damit das Räthsel des Schmetterlingsbesuchs an honiglosen Blüthen keineswegs gelöst. Der emsige Blüthenbesuch der von Rıcca an Crocus beobachteten Schmetter- linge beweist jedenfalls , dass sie nahrungsbedürftig sind. Da nun andere Blumen noch nicht blühen, so lässt sich aus dem häufigen Vorkommen nahrungsbedürftiger Schmetterlinge auf den mit Crocus geschmückten Wiesen schliessen, dass Crocus ihnen die nóthige Nahrung liefert, dass also entweder die Schmetterlinge saftreiches *) Atti della Soc. It. di Seienze Nat. Vol. XII. fasc. III. p. 254. 255. . Galanthus nivalis. i 7 1 Zellgewebe der Crocusblüthen anbohren oder freier Honig SR IE wird, welchen RiccA übersehen hat. = Bei Crocus sativus All. sondert nach SPRENGEL (S. 68) der Fruchtknoten selbst Honig ab. Amaryllideae. 10. Galanthus nivalis L. Die sehr eingehende und im Ganzen vortreffliche Er- klàrung, welche SPRENGEL (S. 177—180. Taf. X.) von den Blütheneigenthümlich- keiten dieser Pflanze gibt, bedarf in Bezug auf die von SPRENGEL als Saftdecke gedeuteten Stücke einer Berichtigung, in Bezug auf die uei: Begünstigung der Fremdbestäubung einer Vervollstándigung. Der Honig, welcher in den Furchen der Innenseite der inneren E Soweit dieselben grün gefärbt sind, abgesondert und beherbergt wird, ist schon durch die herabhangende Stellung der Blüthe völlig gegen Regen geschützt. Wenn daher, Wie SPRENGEL richtig angibt, die sechs an ihrem unteren Ende mit einer lanzettlichen Oeffnung aufspringenden und beim Anstoss etwas Pollen herausfallen lassenden Staubgefässe dem Griffel dicht anliegen und sich über die Oeffnungen hinaus in sechs auseinander stehende Borsten fortsetzen, die sich den Wänden der innern Blumen- blätter ziemlich nähern, so hat diess mit dem Schutze des Honigs gegen Regen nichts zu-thun, wohl aber ist es eine für die Bewirkung der Befruchtung bei eintretendem Insektenbesuche sehr nützliche Anpassung. Denn wenn ein Insekt den Honig ge- niessen will, so stösst es unvermeidlich an eine oder einige der nach aussen gebogenen pc und bewirkt dadurch, dass etwas Pollen aus den Oeffnungen der Antheren herausfällt und den (E Es bestäubt. Da der Griffel die Staubgefässe überragt, so berührt und befruchtet ein besuchendes Insekt in der zweiten und jeder folgenden Blüthe früher die Narbe, als es sich durch Anstossen an die Antheren- Spitzen von neuem mit Pollen behaftet. Bei eintretendem Insektenbesuche ist mithin durch die Stellung der Narbe zu den Antheren Fremdbestäubung gesichert. Bei aus- bleibendem Insektenbesuche fällt leicht von selbst Pollen auf die Narbe herab. Die Honigbiene besucht, wie schon SPRENGEL beobachtete, bei sonnigem Wetter sehr eifrig die Blüthen, indem sie zunächst an eines der äusseren Blumenblätter an- fliegt und sich von da sofort zum Blütheneingange wendet. Will sie Pollen sammeln, so steckt sie Kopf, Vorder- und Mittelbeine in die Blüthe hinein, während sie sich nur mit den Hinterbeinen an der Aussenseite eines inneren an festklam- mert. So hängend bürstet sie mit den Fersenbürsten der Vorder- und Mittelbeine die Antheren ab und streift den in diesen Bürsten haften gebliebenen Pollen in die Sammelkörbchen der Hinterschienen. Will sie saugen, so macht sie es sich in der Regel bequemer, indem sie auch Vorder- und Mittelbeine benutzt, sich von aussen an Blumenblättern festzuhalten. Nach beiden Thätigkeiten findet man den Kopf der Biene, welcher auch beim Hineinkriechen in eine neue Blüthe zuerst die Narbe be- rührt, reichlich mit Pollen bestäubt, so dass sie regelmässig Fremdbestäubung be- wirken muss. Crinum. Eine Art mit weissen, wohlriechenden 0,15 Meter langen Blüthen und lang hervorragenden Geschlechtstheilen, von denen die Narbe sich erst nach dem Verblühen der Antheren entfaltet, wird nach DxrPrwo's Vermuthung in ihrem Vater- lande von Schmetterlingen und honigsaugenden Vögeln, bei Florenz von Schmetter- lingen befruchtet. D. fand-Schmetterlingsschuppen auf der Narbe und sah wiederholt gute Früchte sich ausbilden. (Altri app. p. 56. 57.) II. Vor Insekten befruchtete Blumen. Pancratium maritimum ist durch tiefe Bergung des Honigs der Befruch- tung durch Sphinx Convolvuli angepasst und wird sehr häufig von demselben besucht. (Derr., Alcuni app. p. 17. Bot. Z. 1869. S. 794.) ; Narcissus Tazetta wird, eben so wie viele andere Amaryllideen, nach Dzrprxo's Vermuthung hauptsächlich durch Schmetterlinge (Abend- und Nachtfalter) befruchtet, jedoch, nach seiner directen Beobachtung, auch von Anthophora pilipes besucht. (Altri app. p. 56.) Araceae. 11. Arum maculatum L. Die Blütheneinrichtung unseres Arum macu- latum stimmt so vollstándig mit der vortrefflichen Beschreibung und Erklärung überein, welche Devpino (Ult. oss. p. 17—21. Hien., Bot. 2. 1870. S. 589—591) von Arum italicum gegeben hat, dass ich nichts Neues hinzuzufügen habe und mich mit Hinweis auf diese Arbeit auf eine kurze Angabe der hervorstechendsten Blüthen- eigenthümlichkeiten beschränken kann. Die Blüthenscheide (spatha) dient mit ihrem oberen Theile (d 1. Fig. 21.) als Fahne oder Aushängeschild , welches gewissen winzigen Mücken (Psychoda) die Anwesenheit eines ihnen willkommenen Schlupfwinkels von weitem be- merkbar macht, mit ihrem zu einer bauchigen Düte zusammengebogenen unteren Theile (c) als Fig. 21. Arum maculatum. willkommener Schlupfwinkel, aber auch als zeit- 1. Blüthenstand in !/, der nat. Grösse. weises Gefüngniss der kleinen Gáste. Indem die- M e os ipei gus selben nemlich an dem aus der Düte hervor- rem Massstabe. ragenden schwarzrothen Kolbenende (e), welches ee dius i. ped ihnen als Leitstange dient, abwärts kriechen, ge- . Kolben strahlig abstehenden starren Fäden langen sie am oberen Ende der Düte (in der Höhe ue Panic qu e. Male ab 1. Fig. 21.) zu mehreren dicht übereinander Kolbens nebst den an ihm sitzenden Ge- liegenden Reihen starrer Fäden ( umgebildeter aeree on Staubgefüsse), welche vom Kolben ringsum Als Fahne wirkender Theil der spatha. . 2 e Als Leitstange dienender Theil des strahlig abstehend bis zur Blüthenscheide reichen Kolbens. ecc (2. Fig. 21.) und so ein Gitterwerk bilden, wel- f Durchschnittsfläche der spatha. : RENTA g C dés obeas epaia . Ches deu. kleien Besuchern wohl das Hinein- h Zu starren Fäden umgebildete Síaub- kriechen in die Düte gestattet, wenn sie aber D : wieder heraus wollen und dem Hellen zufliegen, ihnen den Ausgang verwehrt. In der ersten Blüthenperiode sind nur die am unteren Theile des Kolbens sitzenden Narben entwickelt, und ein urinóser Geruch lockt Psychoden in den warmen Schlupfwinkel, wo sie, wenn sie schon andere Blüthen besuchten, den von diesen mitgebrachten Pollen an der Narbe haften lassen. In der zweiten Periode verderben die Narbenpapillen, in der Mitte jeder Narbe erscheint ein Honigtrópfchen, welches die Besucher für ihre Mühe belohnt. In der dritten Periode öffnen sich die Antheren, ihr Blüthenstaub fällt zum grossen Theile in den Grund der Düte, die kleinen Besucher krabbeln, sich über und über bestáubend , in demselben herum, um endlich in der vierten Periode, wenn die den obern Verschlus 11. Arum maculatum, Arisarum, Alocasia. Tan - bildenden Fäden schlaff werden und die Ränder der Blüthenscheide sich aus einander thun, mit Pollen reichlich behaftet ihr zuletzt unfreiwilliges Obdach zu verlassen und freiwillig eine andere im ersten Stadium befindliche Blume aufzusuchen. Dgrrixo hat als Befruchter des Arum italicum sechs verschiedene den Gattungen Ceratopogon , Chironomus, Sciara, Psychoda, Limosina und Drosophila angehörige Fliegen und Mückenarten EN, (Ult. oss. p. 243.) In Arum maculatum habe ich ausschliesslich Psychoda, diese aber fast stets und háufig zu mehreren Hunderten in derselben Düte angetroffen. Von oben durch das Gitterwerk hineinsehend, konnte ich nicht selten deutlich erkennen, wie manche der kleinen 'Thierchen nach dem Hellen zu fliegend an das Gitterwerk stiessen und zurückfielen. Beim Aufbrechen einer Düte in der dritten Blüthenperiode fand ich immer die zahlreichsten Gäste, oft Hun- derte, in der dicken Blüthenstaubschicht, die sich am Boden der Düte angehäuft hatte, über und durch einander krabbelnd. Die von mir aus Arum eingesammelten Psychoden waren an Grósse und Farbe so verschieden, dass ich mindestens drei ver- schiedene Arten vor mir zu haben glaubte; aber Herr WINNERTZ in Crefeld belehrte | mich, dass sie sämmtlich der sehr variabeln Art Psychoda phalaenoides L. (nach SCHINER synonym mit Ps. nervosa Men. und vielleicht auch mit Tipula nervosa SCHRANK) angehören, also wahrscheinlich derselben Art, die von DErrrwo auch in Arum italicum gefunden und von Rowpawi als ch nervosa SCHR. bestimmt wurde. ; Arum dracunculus wird nach DELPINO, diok so wie Amorphophallus campanulatus, von Fleischfliegen befruchtet. (Ult oss. p. 238.) Arisarum unterscheidet sich dadurch wesentlich von Arum, dass die Ränder der Blüthenscheide nicht dicht zusammenschliessen, die zu starren Fäden umgebildeten Staubgefässe fehlen; die Blüthenscheide daher einen Hohlraum’ umschliesst, in wel- chen besuchende Insekten frei ein- und ausspazieren können. Die Narben sind noch empfänglich, wenn die über ihnen stehenden Antheren sich öffnen und sie mit Pollen bestreuen, so dass Sichselbstbestäubung stattfindet. (Dxrr., Ult. oss. p. 21. 22. Eiro Bot.-Z. 1870. 8. 591.) Alocasia odora wird nach Derrıno’s Vermuthung von Schnecken be- fruchtet. Der Kolben ist seiner ganzen Länge nach mit normalen und umgebildeten weiblichen und männlichen Geschlechtstheilen besetzt; nur die weiblichen sind im unteren bauchigen Theile der Blüthenscheide eingeschlossen und im ersten Blüthen- Stadium reif. Den Schnecken ist nur eine enge Pforte zum Hineinkriechen in den . die Narben umschliessenden Hohlraum geóffnet, in welchen sie durch einen aus ihm hervorströmenden angenehmen Geruch gelockt werden. Im zweiten Blüthenstadium schliesst sich auch diese Pforte, und nun erst öffnen sich die Antheren. Schnecken, welche an Blüthen im zweiten Stadium kommen, suchen vergeblich nach dem Ein- gang, behaften sich aber mit Pollen, den sie in jüngern Blüthen, zu denen ihnen ja die Eingangspforte offen steht, an den Narben absetzen. Nach Vollführung des der Pflanze so nützlichen Geschäfts der Fremdbestäubung werden nach DxrrrNo die Schnecken in dem sich schliessenden Hohlraum durch einen ätzenden Saft getódtet und dadurch am Verzehren von Blüthentheilen verhindert. (Ult. oss. p. 235—238. Hirp., Bot. Z. 1870. S. 592.) Auch von Typhonium cuspidatum, Arisaema filiforme, Amorphophallus varia- bilis, Atherurus tripartitus und Anthuriumarten vermuthet DEnPrwOo, dass sie von Schnecken befruchtet werden. (Ult. oss. p. 238. 239.) | Bei Ambrosinia Bassii sind die Antheren im Innern der Blüthenscheide, . die Narben aussen, am Ende des Kolbens. Die befruchtenden Insekten (Fliegen) N IIl. Von Insekten. befruchtete Blumen. kommen daher, indem sie am Kolben abwärts kriechen, an jeder Pflanze eher mit den Narben als mit dem Blüthenstaube in Berührung und bewirken so Fremdbestäu- bung. (Drrr., Ult. oss. p. 230. 331.) Anthurium Pothos ist, wie die meisten Aroideen, proterogyn mit kurz- lebigen Narben. (Derp., Altri app. p. 62.) , Zostera wird von DzrPiwo als eine durch Anpassung an das Leben unter ` Wasser umgewandelte Aroidee betrachtet. (Ult. oss. II. p. 13.) Palmae. Sabal Adansoni, proterogyn, mit milchweissem Perigon und Honigabson- derung, von Insekten (Halictus, Polistes gallica) befruchtet ; auch Chamaedorea insektenblüthig ; Cocos und Syagrus dagegen windblüthig. (Dzr»., Altri app. P. 61.) B. Musaceen und ihre Abkömmlinge. Mwusaceae. Strelitzia reginae. Die zwei unteren inneren Blumenblätter, welche die fünf Antheren umschliessen, thuen sich aus einander, sobald ein Besucher in die Blüthe | eindringt und auf sie drückt, und die aus ihnen hervortretenden Antheren bestáuben denselben von unten. Da die nicht mit eingeschlossene Narbe in jeder Blüthe zuerst berührt wird, so ist Fremdbestäubung unausbleiblich. Die Befruchter sind nach DEL- pino’s Vermuthung, die durch Darwrx’s directe Beobachtung bestätigt wird, Kolibris. (Hzrp., Bot. Z. 1869. S. 508; 1870. S. 673. DELPINO, Ult. oss. p. 232, Applica- , zione p. 4.) ; Musa. Die in Südbrasilien cultivirten und nur auf ungeschlechtlichem Wege " vermehrten Bananen sind unfruchtbar, indem ihre Antheren nur äusserst wenig Pollen erzeugen und ohne aufzuspringen vertrocknen. (Frırz MÜLLER, Dot. Z. 1870. S. 275.) Orchideae. Diese Familie ist in hohem Grade merkwürdig durch folgende mit ihrer weiten Verbreitung und ihrem Artenreichthum jedenfalls in ursächlichem Zusammenhange stehenden Eigenthümlichkeiten : 1) durch die grosse Verschiedenheit der: Wohnsitze und der Tracht (des Habitus), 2) durch die ganz enorme Mannichfaltigkeit eigenthüm- licher, von denen aller übrigen Pflanzen weit abweichender Blumenformen, welche meistens sehr vollkommen und bis in die kleinsten Einzelheiten des Baues der Fremd- best&ubung durch bestimmte Insektenformen angepasst sind, 3) durch die un- gewóhnlich grosse Zahl von Samenkórnern, welche in jeder einzelnen Fruchtkapsel erzeugt und durch den Wind leicht verbreitet werden. —— Die Verschiedenheit der Wohnsitze und der Tracht kann nur durch eine grosse Variabilität aller der Ernährung dienenden Theile entstanden sein, welche die Pflan- zen befähigte, sich sehr verschiedenen Lebensbedingungen anzupassen. Dass noch bei heutigen Orchideen eine grosse Variabilität der Ernährungsorgane stattfindet, habe ich in einem Aufsatze über den verwandtschaftlichen Zusammenhang von Epi- pactis viridiflora und microphylla mit latifolia ausführlich nachgewiesen. *) Die enorme Mannichfaltigkeit der Blumenformen erklärt sich leicht, wenn man für die Stammeltern nur dieselbe Variabilität der Blüthentheile annimmt , welche die *) Verhdl. des naturhist. Vereins für die preuss. Rheinlande und Westfalen. Jahrg. 1868. S. 13—36. Orchideae: Familieneigenthümlichkeiten. 15 heute lebenden Orchideen noch zeigen, eine Variabilität, für welche ein Aufsatz des Dr. RosssAcH »Ueber einige Formverschiedenheiten der Orchis fusca«*), eben so ein Aufsatz von mir »Ueber die Unterschiede von Platanthera bifolia, chlorantha und solstitialis«**) ausführliche Belege bringen. Die ungewóhnliche Vollkommenheit der Anpassung der Blüthen an Fremd- bestäubung durch bestimmte Insektenformen verdanken die Orchideen ohne Zweifel neben der grossen Variabilität ihrer Blüthentheile ihrer eigenthümlichen Trennung der Befruchtungsarbeit in zwei zeitlich oft weit auseinander liegende Akte, indem zur Zeit der Blüthe die Eichen meist noch gar nicht entwickelt sind, also lediglich die Uebertragung des Pollens auf die Narbe und das Hervorwachsen der Pollen- Schläuche bewirkt wird, wogegen die Ausbildung der Eichen und die Befruchtung derselben durch die zu ihnen hinabgewachsenen Pollenschläuche erst Wochen oder Monate***) , bisweilen erst ein halbes Jahr später ****) erfolgt. Wie jede Arbeits- theilung eine vollkommnere Ausführung der einzelnen Arbeit ermöglicht, so ist bei den Orchideen durch die Theilung der Befruchtungsarbeit eine ungewöhnlich hoch- gradige Anpassung an Fremdbestäubung durch besuchende Insekten möglich gewor- den, die dann wiederum in vielen Fällen absolute Unfruchtbarkeit mit ala Pollen zur Folge gehabt hat. In der That zeigen die Orchideen in Bezug auf Fruchtbarkeit mo eigenem i Pollen die grössten nur denkbaren Gegensätze, die aber durch eine ununterbrochene Kette — von Zwischenstufen mit einander verbunden sind: wir finden bei ihnen kleisto- | . game 1), offene, regelmässig sich selbst befruchtende ti). gelegentlich oder nur aus- nahmsweise sich selbst befruchtende ttt), niemals sich selbstbefruchtende, aber mit eignem Pollen durchaus fruchtbare Arten +}}7), auf der anderen Seite mit eigenem Pollen absolut unfruchtbare, mit fremdem Pollen nicht nur derselben Art, sondern selbst anderer Arten derselben Gattung dagegen fruchtbare*}), und endlich selbst solche Arten, bei denen Staubmassen und Narbenflächen desselben Stockes wie tödt- liches Gift aufeinander wirken. **+) In Bezug auf die ungewöhnlich grosse Zahl von Samenkórnern, welche oft in einer einzigen Orchideenfrucht erzeugt werden, genügt es, auf eine Beobachtung *) Verhdl. des naturhist. Vereins für die preuss. Rheinlande und Westfalen. Jahrg. 1857. p. 166. Taf. XII. Daselbst 1868. S. 36—47. 1.1 tv ) LA ***) HILDEBRAND, Bot. Zeitung 1863. S. 329 ff., 337 ff; € Ho 245- ng 7 **) FRITZ MÜLLER, Bot. Zeitung 1868. S. 114. u — Em 4) Sehomburgkia, Cattleya und Epidendrum nach H. Gaiaa "Journ. of the Linn. Soc. Vol. VII. Nr. 31. 1864.), Dendrobium nach ANDERSON (Cottage Gardener« 1863. p. 206. nach DARWIN.) : ++) Ophrys apifera (DARwIN, Orchids p. 63—71.), Neotinea intacta (DARWIN, Annals | and Mag. of Nat. Hist. Sept. 1869.), Gymnadenia tridentata und Platanthera hyperborea 4 (Asa GRAY, Americ. Journ. of Science. Vol. XXXIV. 1862, nach DArwın), Epipactis | viridiflora (H. MÜLLER, Verhdl. des naturhist. Vereins für pr. Rheinld. u. Westf. 1868. | p. 7—13. Taf. I), Epidendrum (FRITZ MÜLLER, Bot. Z. 1869. S. 226. 1870. S. 152.) — LH) Neottia nidus avis häufig, Listera ovata ausnahmsweise. (DARWIN, Annals HS Mag. of = Hist. Sept. 1869.) PM H. MÜLLER, Bericht über Befruchtung (22) westfälischer Orchideenarten mit eigenem Pollen und Pollen anderer Arten (Verhdl. des naturhist. Vereins für pr. Rheinl. und Westf. 1868. S. 47—59.) *+) JoHN Scott, On the individual sterility and Cross-impregnation of certain species 9f Oncidium. (Journ. of the Proc. of the Linn. Soc. Bot. VIII. 1864. p. 162.) FRITZ BEL. Mörker, siehe DARWIN, Variation of animals etc. Vol. lI. Chap. 17. ) So bei Oncidium, Notylia, Gomeza, Stigmatostalix und Burlingtoniaarten. FRITZ Mire). Bot. Z. 1868. S. 113, - Ausführlicher mitgetheilt von DARWIN, Variation of ani- mals etc; Vol. II. Chap. 17. Y. 4 76 : II. Mat Insekten befruchtete Blumen. meines Bruders Frrrz MÜLLER hinzuweisen, welcher die in einer einzigen Kapsel einer Maxillaria enthaltenen Samenkórner nach sorgfältiger Wägung und Abzählung eines Theils auf über 13/4 Millionen schátzte.") Der Verbreitung durch den Wind sind die Samenkórner der Orchideen durch ihre Leichtigkeit, ihre dünnhäutige Um- hüllung und durch die Eigenthümlichkeit der Samenkapseln, oben und unten ver- . wachsen zu bleiben und mit drei seitlichen Spalten sich zu óffnen, vortrefflich an- gepasst. Von den genannten Eigenthümlichkeiten der Orchideen gehóren nur die An- passungen ihrer Blumen an Fremdbestäubung oder Sichselbstbestäubung zum Gegen- stande des vorliegenden Buches, und es würde eigentlich die Aufgabe desselben sein, auch von der Familie der Orchideen die Blütheneinrichtung aller derjenigen Arten, welche auf ihre Befruchtungsweise näher untersucht worden sind, kurz anzudeuten und auf die nachzulesende Litteratur zu verweisen. Der Umstand jedoch, dass diese Beobachtungen in einem einzigen bahnbrechenden Meisterwerke **) vereinigt sind, welches unbedingt von jedem, der sich über die Bestäubungsvorrichtungen der Orchi- deen orientiren will, in voller Ausführlichkeit gelesen zu werden verdient, macht einen vollständigen Auszug desselben überflüssig. Ich werde mich daher im Ganzen auf eine möglichst kurze Behandlung derjenigen einheimischen Arten, deren natür- liche Befruchter direct beobachtet worden sind, und auf eine Andeutung einiger der wichtigsten seit dem Darwın’schen Werke veröffentlichten Beobachtungen über Be- fruchtung der Orchideen beschränken. Die bis zum Jahre 1869 veröffentlichten Ver- vollständigungen seiner Orchideenuntersuchungen hat Darwın selbst vollständig zusammengestellt (Ann. and Mag. of Nat. Hist., Sept. 1869, Notes on the fertili- sation of Orchids). Cypripedinae. = 12. Cypripedium Calceolus L., Frauenschuh. Da sich die Bemerkungen Dar- wın’s***), Asa GnAY's 1) und Dzrrio's t1) über Cypripedium sämmtlich auf andere, zum Theil sehr verschiedene Arten beziehen, so beschränke ich mich, mit Ueber- gehung dieser Bemerkungen, darauf, meine eigenen, an Cypripedium Calceolus gemachten und bereits vor mehreren Jahren ausführlich mitgetheilten Beobachtun- gen Tii), die sich inzwischen wiederholt und vervollständigt haben, nochmals kurz zusammengedrängt hier mitzutheilen. à Als Befruchter habe ich bis jetzt fünf Andrenaarten, nemlich Andrena nigroaenea K.9, fulvicrus K. 9, albicans K. 9, atriceps K. 9 (= tibialis K.) und pratensis Nyr. Q direct beobachtet. Diese Bienen fliegen, angelockt durch die bunte Farbe und den süssen Wohlgeruch, in die holzschuhförmige Unterlippe, lecken und kauen an den Haaren, welche den Boden derselben bekleiden und bisweilen mit winzigen Trópfchen behaftet sind, mühen sich dann längere Zeit vergeblich ab, die übergewölbten Wände ihres Gefängnisses zu ersteigen und zu derselben Oeffnung, die ihnen den Eingang *) Mitgetheilt von DARWIN in den »Notes on the fertilisation of Orchids.. Annals and Mag. of Nat. Hist. Sept. 1869. **| On the various contrivances by which british and foreign Orchids are fertilised by insects and on the good effects of intercrosses. By CHARLES Darwın. London 1862. Ins Deutsche übersetzt von H. G. BRONN. ***) On.the various contrivances ete. p. 270—276. Annals and Mag. of Nat. Hist. Sept. 1869. TED +) Amer. Journ of Science vol. XXXIV. 1862. p. 427, nach DARWIN. ++) Sugli appar. ete p. 20. 21., Ulteriori oss. p. 175. 176., Applicazione p. 19. R 4) Verhdl. des naturhist. Vereins für pr. Rheinl. u. Westf. 1868. 8. 1—6. Taf. II. Dieselben Verhdl. 1869. Correspondenzblatt S. 55. 56. Bot. 7. 1810. S. 434. 435. 12. Cypripedium Caleeolus. $i Sestattet hat, wieder herauszukommen , zwüngen sich endlich, nachdem sie unter der Narbe (st 2. Fig. 22.) hindurchgekrochen sind, in der Regel nach mehreren ver- geblichen Versuchen, mit gewaltiger Anstrengung durch eine der beiden kleinen 1. Blüthe in nat. Stellung der Theile, von vorn und oben gesehen. 2. Dieselbe nach Entfernung der Kelchblätter und der beiden oberen Blumenblätter im Längsdurchschnitt. (Die Unterlippe ist etwas abwürts gebogen, um die Ausgangsóffnung ex deutlich zu zeigen.) 3. Die Geschlechtstheile von unten gesehen. — 3. ov = ovarium, Fruchtknoten ,$ = sepala, Kelchblätter, p = petala, Blumenblätter, p' — umgewandeltes Blumenblatt, labellum , Unterlippe, a = antherae, Staubgefässe, a'— umgewandeltes Staubgefäss, sf = stigma, © = introitus, Eingang, ez = exitus, Ausgang. Oeffnungen (ex 2), durch welche zu beiden Seiten der Basis der Unterlippe Licht in dieselbe fällt und beschmieren dabei die eine oder die andere Schulter mit dem. Schmierigen Blüthenstaube derjenigen Anthere, unter welcher sie sich hervorzwängen. Indem sie in der zweiten Blüthe wieder unter der breiten, von schrüg nach vorn stehenden Papillen rauhen, Narbe hindurchkriechen, behaften sie dieselbe mit dem Pollen der ersten und nehmen beim Herauskriechen aus einer der kleinen Oeffnungen wieder Pollen mit, der dann eben so die folgende Blüthe befruchtet u. s. w. Auf diese Weise wird regelmässig Fremdbestäubung bewirkt. Die zu einer breiten, pur- purngefleckten Platte umgewandelte dritte Anthere (a') bewirkt, dass in die hintere Hälfte des Gefängnisses nur durch die beiden kleinen Ausgangsóffnungen Licht hin- einfällt. Die Haare, welche den Boden der Unterlippe als breiter Streifen bis zu ihrer Basis bekleiden, locken nicht bloss, wie es scheint, durch ihren Saft die An- drenen an, sondern erleichtern ihnen zugleich das Erklimmen der Ausgangsóffnungen. Kleinere Bienen und Fliegen, welche zu gross sind, um ohne Anstoss aus einer Ausgangsóffnung herauszukommen, und zu schwach, um sich gewaltsam hindurch- zudrängen, müssen in der Regel in dem Labellum verhungern. So fand ich wieder- holt Andrena parvula K. 9 todt in der Unterlippe, eben so von Fliegen Empis punctata F., eine Cheilosia (Syrphidae), Anthomyia (Muscidae) und ziemlich häufig Spilogaster semicinera Wrgp (Muscidae). Kleinen Blüthenkäfern (Meligethes) gelingt es nicht selten, ohne Anstoss aus dem Gefängniss herauszumarschiren ; bisweilen III. Von Insekten befruchtete Blumen. bleiben sie aber auch an dem schmierigen Pollen einer Anthere kleben und zappeln sich dann, zu schwach, sich wieder loszuarbeiten, zu Tode. Cypripedium bar batum glaubt Denprwo von Fliegen befruchtet; denn er fand im Treibhause Fliegen in der Unterlippe dieser Blume und sah die Pflanze Frucht tragen. (Ult. oss. p. 176. 229. Applicazione p. 19. 20.) Von Cypripedium ca udatum vermuthet Derrıno, dass sie von Schnecken befruchtet werde. (Ult. oss. p. 177.) Neottinae. Goodyera repens sah R. B. Taoxsow in Nordschottland von Hummeln (Bombus pratorum) befruchtet. Nach Darw (Notes on the fertilisation of Orch.). Spiranthes autumn alis wird nach Darwın’s directer Beobachtung von Hummeln befruchtet. (On the various contr. p. i27 13. Listera ovata R. Brown. Fig. 28. 1. Stück einer jungfräulichen Blüthe von der Seite gesehen. 2. Blüthe von vorn gesehen, nachdem die Pollenmassen (po) aus der Anthere (a) herausgenommen sind und das blattförmige rostellum (r) sich nach vorn geneigt und die Narbe (st) zum Theil verdeckt hat (nur halb so stark vergróssert als 1.) n = nectarium, Honig absondernde Furche. Bedeutung der übrigen Buchstaben wie in Fig. 22. 3. Die einer Nade! angekitteten Pollenmassen (20:1.) Æ Klebstoff, po Pollenmassen. 4. Grammoptera laevis mit zahlreichen Pollenmassen auf der Stirn. SPRENGEL hat die Befruchtung dieser Blume in seinem Garten beobachtet und vortrefflich beschrieben (S. 406—411), doch blieben ihm die beobachteten Insekten unbekannt. Darwın gibt von den einzelnen Anpassungen der Blüthe eine unüber- treffliche Beschreibung und Erläuterung (On the various contr. p. 139—152), nennt auch zwei Hymenopteren, Haemiteles und Cryptus, die er die Pollinien sich an die Stirn heften sah, fügt aber hinzu, dass er sie alsdann einfing und daher den Akt der Befruchtung nicht beobachten konnte. Weitere directe Beobachtungen sind nicht veróffentlicht, was mich veranlasst, noch einmal in Kürze auf die interessante Blüthen- einrichtung zurückgekommen und meine directen Beobachtungen zur Bestätigung und Ergánzung der SPRENGEL schen und Darwıw’schen mitzutheilen. An einem sonnigen Nachmittage im Mai 1867 hatte ich Gelegenheit, im Hunne- busch bei Lippstadt länger als eine Stunde fast unausgesetzt den Befruchtern von Listera ovata in ihrer T hätigkeit zuzusehen. An etwa 20 Exemplaren, welche ich zu gleicher Zeit überwachen konnte, waren oft drei oder mehr Insekten gleichzeitig mit Honigsaugen beschäftigt. Ich richtete meine Aufmerksamkeit immer nur auf ein - 13. Listera ovata. £ 19: einzelnes und liess es so lange ungestört gewähren, bis es mindestens eine Befruch- tung vollzogen hatte; die meisten jedoch versuchte ich erst einzufangen, nachdem ich sie drei, vier oder noch mehr Befruchtungen hatte vollziehen sehen. Die abgebil- dete Grammoptera laevis (3. Fig. 23.) kam, schon mit Pollinien behaftet, in mein Gesichtsfeld und besuchte vor meinen Augen, ehe ich sie einfing, noch sechs Blüthen, vier jungfräuliche, an denen sie sich zu dem schon vorhandenen Kopfschmuck noch 4 Paar Staubkölbchen holte, und zwei schon ihrer Staubkólbchen beraubte, an deren . Narben sie einen kleinen Theil ihrer Pollenlast haften liess. Nach den erhärteten Klebstoffrückständen zu schliessen, welche hinter den noch anhaftenden Staubkölb- chen auf der Stirn dieser Grammoptera sitzen, musste dieselbe, schon ehe sie mir zu Gesichte kam, zahlreiche Befruchtungen vollzogen haben. Obgleich viele Insekten wegflogen, eheich den Versuch gemacht hatte, sie einzufangen , andere mir bei diesem Versuche entwischten, so bekam ich doch eine ziemliche Anzahl solcher, die ich direct die Befruchtung hatte vollziehen sehen, und die sämmtlich noch mit Pollenmassen behaftet waren, zusammen, ausser Grammoptera laevis") lauter Schlupfwespen, und zwar, nach der Bestimmung KarrENBACH's in Aachen: 1) 2 Ichneumon uniguttatus; 2).1 Alysia; 3) 3 Cryptusarten in 8 Exemplaren; 4) 2 Phegadeuon; 5) 2 Tryphon; 6) 1 Campoplex; 7) Microgaster rufipes F. in 3 Exemplaren. Bombus agrorum F. sah ich einige Honigrinnen auslecken, ohne sich Pollenmassen anzukitten. Wie SPRENGEL ganz richtig beschreibt, fliegen kleine Insekten (alle genannten ausser Bombus), regelmüssig am unteren Ende der Unterlippe (p', 2) an, lecken, langsam aufwürts schreitend, die Honig absondernde Rinne (») vom unteren bis zum oberen Ende aus und stossen, wenn sie damit fertig sind und den bis dahin in die Rinne gebückten Kopf erheben, in jungfräulichen Blüthen unvermeidlich an die etwas vorspringende vordere Kante des blattartigen rostellum (7; 1.). Da nun, wie man sich durch Anstossen dieser ‚Kante mit einer Nadel leicht überzeugen kann, beim mindesten Stoss an dieselbe ein zäher weisser Tropfen aus ihr hervorquillt , der die Spitzen der Staubkólbchen (po, 1) erreicht und, augenblicklich erhärtend, dem stossenden Gegenstande ankittet (3. Fig. 23.), so behaftet sich in jungfräulichen Blüthen das besuchende Insekt regelmässig mit einem neuen Paar Staubkölbehen. Für den Augenblick erschreckt durch die unerwartete Behaftung seiner Stirn, fliegt es weg und setzt sich nach kurzem Umhersuchen an das untere Ende einer andern noch mit Honig gefüllten Rinne, in der Regel an einem andern Pflanzenstocke. Ist die Blüthe, an die es hier anfliegt, ihrer Pollinien bereits beraubt, so hat sich in der Zeit, welche die Rinne der Unterlippe nöthig hatte, um sich von neuem mit Honig zu füllen, auch das blattförmige rostellum , welches während des ersten Anstosses und des Heraustretens eines Kitttropfens sich nach vorn neigte und die Narbe zum Theil versperrte (2. Fig. 23.), wieder aufgerichtet und die Narbe frei zugünglich gemacht, 80 dass das am obern Ende der Rinne anlangende Insekt nun eben so unvermeidlich mit den Pollinien-gegen die Narbe stósst und dieselbe mit einem Theile seines Pollens behaftet. | Als Ergänzung der früheren Beobachtungen ist also hervorzuheben: 1) dass, hachdem ein Insekt sich einmal mit Staubkölbchen behaftet hat, keine Blüthe mehr. von ihm besucht wird, ohne dass es aus derselben entweder die Staubkólbchen mit- nimmt oder die Narbe derselben mit Pollen behaftet, 2) dass nicht nur ausnahmslos *| Vermuthlich hat. auch SPRENGEL schon Grammoptera laevis mit Staubkölbchen von Listera ovata behaftet eingefangen. Er erwähnt wenigstens »einen kleinen Käfer mit schwarzem Kopf und Brustschild und braunen Flügeldecken«. 80 = III. Von Insekten befruchtete Blumen. getrennte Blüthen, sondern auch in der Regel getrennte Stöcke mit einander gekreuzt werden. 14. Neottia nidus avis RICHARD. 1. Blüthe, von der Seite gesehen. — 2. Unterlippe, von der Seite gesehen. 3. Unterlippe, von oben gesehen. Die kleinen Kreise bezeichnen die Honigtrópfehen. 4. Geschlechtstheile, von der Seite gesehen. br = bractea, Blüthendeckblatt, co = columna, Geschlechtssáule. Bedeutung der übrigen Buchstaben wie in Fig. 22. In der Beschaffenheit des rostellum, seiner Lage zu Anthere und Narbe und seiner Function, die Pollinien einem anstossenden Insekte anzukitten, stimmt diese Blume mit der vorigen überein; sie unterscheidet sich aber von derselben dadurch, 1) dass sie den Honig zwar allgemein zugänglich, aber nicht unmittelbar sichtbar in der eine flache Schale bildenden Unterlippe absondert und beherbergt und dadurch alle diejenigen Insekten vom Blüthenbesuche ausschliesst, welche bloss durch offen liegenden Honig angelockt werden , eben so wie ihre schmutzig gelbe Farbe alle nur durch lebhafte Farben angelockten Insekten ausschliesst; 2) dass sie ihren Besuchern in unregelmässigerer und viel: weniger sicher Fremdbestäubung bewirkender Weise die Pollinien ankittet; 3) dass sie, bei nicht gesicherter Fremdbestäubung sich häufig durch Sichselbstbestäubung befruchtet, was durch die bröckliche Beschaffenheit des Pollens, der allmählich über die Narbe herabfällt, ermöglicht wird. Dieser Uebergang zur Sichselbstbestäubung scheint mir mehr durch den unvoll- kommneren Blüthenmechanismus, als durch zu spärlichen Insektenbesuch bedingt. Denn das einzige Mal, als ich zur rechten Zeit am rechten Orte einige Blüthenexem- plare von Neottia nidus avis ins Auge fasste, fand ich sie ziemlich häufig von Fliegen besucht und mehrere Blüthenähren mit Spinnennetzen umspannt: Spilogaster semi- cinerea WIED. sah ich in zahlreichen Exemplaren auf die Unterlippe fliegen und die Honigtröpfchen der flachen Schale saugen, eben so eine schwarze Muscide von un- gefähr gleicher Grösse ; ich sah aber keine derselben an das rostellum stossen und die Pollinien entfernen. Nach längerem vergeblichen Warten sah ich eine grössere gelbe Fliege (Helomyza affinis Mex.) eine Blüthe besuchen, als sie die flache Schale der Unterlippe ausleckend die Basis derselben erstiegen hatte, an das rostellum stossen und die Pollinien sich auf den vordersten Theil des Thorax heften. Sie flog erschreckt weg; unglücklicher Weise gerieth sie aber beim Wegfliegen in ein Spinnengewebe, die Spinne bemächtigte sich ihrer, und ich musste mich begnügen, den muthmasslichen Befruchter der Neottia der Spinne zu entreissen und auf directe Beobachtung der Befruchtung verzichten. Epipactis latifolia Allioni wird nach Cr. Darwın’s directer Beobach- tung ausschliesslich von Wespen (Vespa silvestris) befruchtet ; Sichselbstbestáubung kann, dem Baue ihrer Blüthe nach, bei ihr wohl niemals stattfinden. 14. Neottia nidus avis. Epipactis, Herminium. 81 E. microphylla Euzz. befruchtet sich regelmässig selbst, zugleich aber kann Theil des Pollens, eben so wie bei E. latifolia die ganzen Pollinien, mittelst des im Rostellum enthaltenen Klebstoffes durch Insekten übertragen werden. E. viridiflora Roms. hat den Vortheil eines Klebstoff enthaltenden Beutel- chens (rostellum) gänzlich eingebüsst; nur winzige Pollenklümpchen können durch kleine Insekten gelegentlich übertragen werden, dafür aber befruchtet sie sich in noch weit stärkerem Grade als E. microphylla regelmässig selbst. In welcher Weise diese grosse Verschiedenheit in der Befruchtung durch etwas andere Stellung der Narbe zur Anthere bedingt ist, und welche interessanten Abstufungen zwischen den drei genannten Epipactisarten stattfinden, habe ich in einem früheren Aufsatze (Verh. des naturhist. Vereins für preuss. Rhlde. und Westf, 1868. S. 7—36) aus- führlich erörtert. | | E. palustris Crantz sah W. E. DARWIN auf der Insel Wight häufig von Apis mellifica L. $ besucht und befruchtet, ausserdem von Fliegen (Sarcophaga car- nosa und Coelopa frigida) und Grabwespen (Cabro brevis). Epipogon Gmelini Rron. , über dessen Blüthenbau und Befruchtung Paur RounzsacH 1866 eine vortreffliche Arbeit geliefert hat, wird nach der directen Beob- achtung dieses leider zu früh verstorbenen Forschers von Bombus lucorum L. be- fruchtet. ein Orchidinae. Disperis, Disa, Habenaria siehe Journ. of Linn. Soc. Vol. XIII. J. P. MaxsEL WEALE p. 42. »Notes on a species of Disperis«. Ditto p. 45. »Some obser- ^ vations on the fert. of Disa macrantha«. Ditto p. 47. »Notes on some species of Habenaria in S. Africa«. Serapias longipetala im westl. Ligurien von Bienen besucht (DELP., Applic. p. 10). | Ophrys muscifera Hups. Ich sah ein einziges Mal eine Grabwespe, Gorytes mystaceus L., an eine Blüthe fliegen, aber ohne dass sie irgend etwas erbeutete oder die Pollinien sich ankittete. Herminium monorchis R. Brown. GEoRGE DARWIN beobachtete als Be- fruchter zahlreiche kleine Insekten verschiedener Ordnungen, deren grösstes 1/29 Zoll lang war: Hymenoptera (besonders Tetrastichus diaphanthus , Pteromalini), Diptera und Coleoptera (z. B. Malthodes brevicollis), im Ganzen 27 verschiedene Arten. Platanthera. In einem früheren Aufsatze (Verhdl. des naturhist. Vereins für preuss. Rheinlde. und Westf. 1868. p. 36—47) habe ich den ausführlichen Nach- weis geliefert, dass die von deutschen Floristen unter den Namen bifolia und chlo- rantha als zwei verschiedene Arten unterschiedenen Formenkreise durch die allmäh- lichsten Abstufungen mit einander verbunden sind, dass dagegen die Pl. bifolia DAEWIN's — solstitialis. Boenninghs. eine wohl umgrenzte Art ist. Da der Sporn bei solstitialis zwischen 12 und 21, bei chlorantha zwischen 23 und 43mm Länge schwankt und bei beiden für Bienen zu eng ist, so ist der Honig beider ausschliesslich Schmetterlingen zugänglich, und zwar der der langspornigsten Exemplare von chlo- rantha ausschliesslich Sphingiden; auch die Farbe der Blüthen weist auf Anpassung an Abend- und Nachtfalter hin. DARWIN erhielt ein Exemplar von Hadena dentina, . dessen einem Auge ein Klebscheibchen von Pl. chlorantha angekittet war und ein eben so am Rande eines Auges beklebtes einer Plusia ; dagegen kitten sich die viel näher aneinander stehenden Klebscheibchen von Pl. solstitialis der Rüsselbasis der besuchenden Nachtfalter an, wie DARWIN an Agrotis segetum und Anaitis plagiata beobachtete. ! | Müller, Blumen und Insekten. / 6 i 89 III. Von Insekten befruchtete Blumen. Ueber die Blütheneinrichtung und Befruchtungsweise amerikanischer Platanthera- arten hat, nach Darwın, Prof. Asa Gray (Americ. Journ. of Science. 1862. p. 143, 259, 424. 1863. p. 292) hóchst interessante Mittheilungen gemacht. Himantoglossum hircinum Rıc#. sah HILDEBAND von einer Biene be- sucht (Bot. Z. 1871. S. 746). Gymnadenia conopsea R. Brown, deren Honig in Folge der Engheit des Spornes nur Schmetterlingen zugänglich ist, wird nach directen Beobachtungen GEORGE Damwrws von Nachtfaltern (Plusia chrysitis, gamma, Anaitis plagiata, Triphaena- pronuba) befruchtet. ! Anacamptis pyramidalis Rucm. stimmt in den meisten Stücken seiner Blütheneinrichtung mit den sogleich zu beschreibenden Orchisarten überein, sondert jedoch freien Honig ab, und zwar in einem so engen Sporne, dass nur Schmetter- linge zum Honige gelangen kónnen; auch die Anheftung der Staubkólbchen an das besuchende Insekt ist:den Schmetterlingen angepasst, denn statt der beiden runden Läppchen kittet sich ein den Schmetterlingsrüssel umschliessender sattelförmiger Streifen diesem an. Darwıs zählt nicht weniger als 23 verschiedene Schmetterlings- arten (Tag- und Nachtfalter) auf, deren Rüssel mit den Pollinien von A. pyramidalis behaftet gefunden wurden. 15—18. Orchis mascula, morio, latifolia und maculata. Bei den genannten Wiesenorchideen bilden die drei Kelchblätter mit den zwei oberen Blumenblättern zusammen ein Wetterdach, welches die Geschlechtstheile schützend überwölbt, das unterste Blumenblatt, die Unterlippe, einen bequemen Halteplatz für die anfliegenden Insekten. Nach hinten verlängert sich die Unterlippe in einen hohlen Sporn, der keinen freien Honig absondert , dessen Wandung jedoch aus saftreichem Gewebe besteht. An der Oberseite des Einganges zu diesem Sporne befindet sich die dreilappige Narbe, deren beide untere Lappen wirklich als breite klebrige Narbenfläche fungiren, während der dritte, obere Lappen sich zu einem, von zarter Haut umschlossenen, innen mit Klebstoff gefüllten Beutelchen (bursicula der deutschen Autoren, rostellum Darwın’s) umgebildet hat, welches von oben in den Eingang des Spornes ragt. Von den drei Antheren sind die beiden seitlichen als nutzlose Rudimente (Staminodien) sichtbar, die dritte, mittlere, allein entwickelte steht dicht über dem Beutelchen, gerade unter dem Wetterdache; seine beiden durch ein breites Mittelband verbundenen Taschen sind weit aus einander gerückt, nach vorn der ganzen Länge nach offen gespalten. Die beiden von ihnen umschlossenen .Staubkólbchen oder Pollenmassen (pollinaria, pollinia) liegen daher ringsum frei und sind nur mit den unteren Enden ihrer Stiele ( Caudicula) der Oberhaut des Beutel- chens angewachsen. Steckt nun ein Insekt den Kopf in den Eingang des Sporns, so stösst es unvermeidlich an das Beutelchen ; die Oberhaut desselben zerreisst dadurch in einen unteren sich zurückklappenden und in zwei kleine obere, den Fusspunkten der Staubkölbehenstiele angewachsene und auf der Unterseite reichlich mit Klebstoff behaftete runde Läppchen, die sich daher dem in den Sporneingang eindringenden Insektenkopfe ankitten. Während das besuchende Insekt an einer Blüthe verweilt, erhärtet auch der Klebstoff der seinem Kopfe angekitteten häutigen Läppchen; sobald es daher. den Kopf aus dem Sporne zurückzieht, nimmt es die häutigen Lüppchen und mit diesen die ihnen mittelst der Stiele aufsitzenden Staubkölbehen mit sich. Anfangs stehen die Staubkólbchen ziemlich senkrecht auf den Läppchen; indem diese aber, der Luft ausgesetzt ‚ austrocknen und einschrumpfen , biegen sich die Staubkölbchen immer weiter nach vorn, so dass sie eine Drehung von fast 90 Grad machen und 15—18. Orchis maseula, morio, latifolia und maculata. 83 daher bei weiteren Blüthenbesuchen gerade gegen die Narbe gestossen werden. Jedes Staubkölbchen besteht nun aus zahlreichen Packetchen von zusammengewachsenen Pollenkörnern ; alle diese Packetchen sind durch zarte elastische Fäden zu einer ein- zigen eiförmigen Pollenmasse vereinigt. Wird diese gegen die stark klebrige Nar- enfläche gestossen und wieder zurückgezogen, so bleiben alle mit der Narbe in unmittelbare Berührung gebrachten Pollenpacketchen an derselben haften, da beim Zurückziehen ihre dünnen Fäden eher zerreissen, als sich ein Pollenpacketchen von der Narbe trennt. Ein von Blüthe zu Blüthe fliegendes Insekt muss demnach fort- Während Fremdbestäubung bewirken, und zwar, wenn während der zum Abwärts- drehen der Pollinien erforderlichen Zeit das Insekt jedes Mal eine andere Pflanze Aufsucht, nicht nur Kreuzung getrennter Blüthen, sondern sogar getrennter Stöcke. Diess die Deutung des Blüthenmechanismus unserer Wiesenorchideen, welche JARWIN aus dem blossen Baue der Blumen erschlossen hatte, noch ehe es ihm oder "gend Jemand gelungen war, Insekten in Thätigkeit an diesen Blumen zu beob- 3chten. Alle Einzelheiten schienen durch diese Deutung in befriedigender Weise erklärt, nur die Wirkung des honiglosen Sporns blieb rüthselhaft. Sprenger, der Sich vorstellte, dass die Staubkölbchen durch die besuchenden Insekten an die Narben derselben Blüthen geschleppt würden (S. 401—404) nahm an, dass ein besuchendes Insekt, durch das Ansehen der Blume getäuscht, nach Honig in derselben suche, dabei , ohne für sich etwas zu gewinnen, die Befruchtung einer Blüthe vollzöge und dann enttäuscht sich zu anderen Blüthenarten wende. Darwın’s Deutung forderte dagegen unbedingt die Annahme, dass jeder Befruchter eine Mehrzahl von Blüthen nacheinander besuche; Darwın vermuthete desshalb, dass die besuchenden Insekten die saftreiche Spornwand anbohren und den Saft derselben geniessen. Durch meine directen Beobachtungen wurde nicht nur die gesammte Deutung Darwın’s, sondern auch seine Vermuthung in Bezug auf den Saft des Spornes durchaus bestätigt, wie aus folgendem, schon vor einigen Jahren (Verhdl. des naturhist. Vereins für preuss. Kheinlde. und Westf. 1869. Correspondenzbl. S. 52) von mir veröffentlichten Be- richte hervorgeht : »Am 6. Mai 1869 gelang es nun endlich mir und meinem Sohne HERMANN, auf den Orchideenreichen Wiesen des Stromberger Höhenzuges, in aller Musse und aus nächster ähe mehreren Hummeln bei ihrem Befruchtungsgeschäfte zuzusehen. Auf einem mit Orchis mascula reichbesetzten Rasenplatze liegend sahen wir dicht neben uns eine Hummel, Wie es-schien Bombus terrestris, an den unteren Theil einer Blüthenühre von Orchis mascula anfliegen. Sie steckte den Kopf in eine Blüthe hinein und zog»ihn nach etwa 4 Secunden mit Pollinien behaftet wieder heraus. Dasselbe wiederholte sie aufwärts stei- Bend an einer zweiten und dritten Blüthe. Nachdem sie den Kopf aus der dritten Blüthe Bezogen hatte, hielt sie inne und suchte mit den Vorderbeinen die ihr nun lästig wer- denden Pollinien vom vorderen Theile des Kopfschildes, wo sie festgekittet sassen, weg- “uwischen, was ihr jedoch nicht gelang. Sie steckte darauf, weiter aufwärts steigend, den Opf in eine vierte Blüthe. In diesem Augenblicke suchte ich sie mit dem Netze zu langen, verfehlte sie indess, und sie flog davon. Ziemlich eben so nahe sahen wir eine artenhummel (B. hortorum) eine Reihe von 3—4 Blüthen von Orchis mascula aufwärts Steigend besuchen, dann an das nächste Exemplar fliegen und an demselben wieder meh- tere Blüthen, eine nach der andern, vornehmen. Die Narben mehrerer Blüthen des zweiten "xemplars fanden wir mit Pollen belegt, die Antherenfächer entleert. Die Beobachtung der Befruchtung von Orchis mascula konnten wir in der kurzen Zeit von 2 Stunden noch dreimal wiederholen. Zweimal war es Bombus lapidarius, einmal Psithyrus campestris, en wir mehrere Blüthen von Orchis mascula besuchen sahen. B. lapidarius verweilte etwas kürzer, nur etwa 2—3 Secunden, sonst nahmen wir in dem Benehmen der verschie- enen, Hummeln keinen Unterschied wahr. Den Psithyrus und einen B. lapidarius fingen Wir auf frischer That, die Stirn mit einem Büschel von Pollinien behaftet, ein.“ Ein Theil der Pollinien war schon abwärts gebogen, so dass er bei weiterem Blüthenbesuche hätte 6* TII. Von Inkekten befruchtete Bináen: gegen die Narbe stossen müssen; die zu oberst sitzenden standen noch gerade aus und würden bei sofortigem weiteren Blüthenbesuche die Narbe verfehlt haben. Von 97 Hum- meln, die wir an diesem Tage auf dem Stromberger Hóhenzuge einfingen, um sie auf Orchispollinien zu untersuchen, waren 32 damit behaftet. Wir sahen aber mehrmal an eingesammelten und mitgenommenen Hummeln, dass es ihnen gelang, die dem vorderen Theil des Kopfschildes angehefteten und nach der Abwärtsdrehung über den Mund her- abhangenden Pollinien mit den Fresszangen zu packen und loszuziehen. Bei einigen, die wir mit Pollinien behaftet eingesammelt hatten, fanden sich später diese an einem der Vorderbeine sitzend vor. Aus dem oft von Erfolg begleiteten Versuche der Hummeln, sich der Pollinien zu entledigen, den sie auch schon auf den Orchisblüthen selbst an- stellen, erklärt es sich,[dass man hie und da ganze Pollinien oder Pollinienpaare an der Orchideenblüthe, meist an oder in der Nähe der Narbe, kleben findet, was SPRENGEL Zu seiner irrigen Auffassung veranlasste. Zugleich konnten wir aber daraus schliessen, dass noch weit mehr Hummeln als wir mit Pollinien behaftet einfingen, Orchideen befruchtet hatten. An dem einen Tage, welcher allerdings äusserst günstig war, da es nach längerer kühler Witterung bedeutend warm und ziemlich windstill wurde, haben auf dem Strom- berger Hóhenzuge also hóchst wahrscheinlich weit mehr als ein Drittel aller Hummeln an der Befruchtung der Orchideen mitgewirkt. Den wievielsten Theil der gesammten Befruchtungsarbeit diese etwa vollzogen haben mögen, lässt sich ungefáhr aus folgenden Zahlen.ermessen. Am Morgen dieses Tages, 7 Uhr, pflückte ich auf einer mit vielen tausend Exemplaren von Orchis besetzten, ausgedehnten Wiese 10 Exemplare von Orchis morio und untersuchte ihre sámmtlichen schon geóffneten 107 Blüthen; bei einer einzigen waren die Pollinien aus ihren Füchern entfernt und die Narbe mit Pollen belegt, bei zwei anderen war die Narbe ebenfalls mit Pollen belegt. die Pollinien aber noch am Platz. Nachmittags 5 Uhr pflückte ich an derselben Stelle wieder 10 Exemplare derselben Orchis- art; sie trugen 97 geöffnete Blüthen. Von diesen hatten 14 mit Pollen belegte Narben. bei zwei von diesen waren die Pollinien noch in ihren Fächern, bei den 12 übrigen waren auch die Antherenfücher entleert, bei zwei derselben klebte ein Pollinienpaar am Rande der Narbe. Ausserdem waren bei drei Blüthen die Antherenfácher entleert, die Narben aber noch nicht mit Pollen belegt. Morgens 7 Uhr waren also 21/5 Procent, Nachmittags 5 Uhr über 14 Procent der Blüthen befruchtet.« à; »Dass DARwIN's Schlussfolgerungen durch meine Beobachtungen vollständig bestätigt werden, bedarf kaum eines besonderen Nachweises. Die Hummeln müssen etwas im Sporne der Blüthe gefunden haben, sonst würden sie nicht andauernd am Absuchen der- selben geblieben sein. Da der Sporn nun keinen freien, wohl aber reichlich zwischen der innern und äussern Membran eingeschlossenen Honig enthält, so bleibt nur übrig, dass ihr Rüssel durch das äusserst zarte Gewebe der innern Membran eindringt und den ein- geschlossenen Honig (richtiger Saft!) gewinnt. Mit den Spitzen der die Zungenscheide bildenden Maxillen muss das Eindringen in das zarte Gewebe rasch und leicht zu be- wirken sein. Dass der dadurch verursachte Aufenthalt von 3—4 Secunden ausreicht, die klebrigen Scheibchen am Kopfe der Hummel festzukitten, hat die directe Beobachtung gezeigt. Man kann sich übrigens auch durch einen zagespitzten Bleistift, den man in den Sporn von O. mascula einführt, überzeugen, dass schon nach 2—3 Sec. die Pollinien fest- kleben. Eben so ergibt sich aus der directen Beobachtung, dass durch den Besuch der Hummeln die Narben der Orchisblüthen stets mit Pollen anderer früher besuchter Blüthen belegt werden. Denn die Hummel senkt nur einmal den Rüssel in denselben Sporn hin- ein und zieht daher erst beim Weggehen die Pollinien aus ihren Fächern. Die Abwärts-- drehung der Pollinien erfordert bei O. mascula, wie ich aus Versuchen mit einem zu- gespitzten Bleistift ersah, in der Regel etwa 40 Secunden ; selten ist sie schon nach 95 Secunden beendet. Eine Hummel, die 3—4 Blüthen derselben Aehre absucht, an jeder 3—4 Sec. verweilt und auf dem Wege von einer Blüthe zur nächsten etwa 2 Sec. verliert, wie es unseren Beobachtungen entspricht , bringt höchstens 20—22 Sec. an der- selben Blüthenähre zu und ist also sicher schon mit dem Absuchen derselben fertig, ehe die Pollinien ihre Abwürtskrümmung beendet haben. Die Befruchtung der Orchisarten durch Hummeln scheint also unvermeidlich Bestäubung mit Pollen nicht nur getrennter Blüthen, sondern sogar getrennter Pflanzenstöcke zu bewirken.« Meine später an allen vier Orchisarten wiederholt gemachten directen Beobach- tungen haben die Richtigkeit dieser Beschreibung durchaus bestätigt, nur insofern bedarf dieselbe einer Berichtigung, als das Anbohren der Spornmembran sich nicht 15—18. Orchis mascula, morio, latifolia und maculata. 85 yi einen einzigen Act beschränkt, und einer Ergänzung, insofern ich bei den soeben beschriebenen Beobachtungen versäumt hatte, mich nach den Bohrlöchern umzusehen. Am 13. Juni 1870 ging eine Honigbiene dicht vor meinen Augen in eine Blüthe von 0. latifolia, bohrte mit den die Zunge als Scheide umschliessenden Kieferladen mehr- mals nacheinander in die Innenwand des Sporns und flog dann, an der Stirn mit #wei Staubkolbchen behaftet, an eine Blüthe von Lychnis flos cuculi. An dem Sporne der besuchten Blüthe, die ich unmittelbar nach dem Wegfliegen der Biene abpflückte, Waren die Anbohrungen schon von aussen als kleine längliche hellere Flecken zu ünterscheiden. Auch Darwın, welcher Empis livida die innere Spornwand von Orchis maculata anbohren sah, gelang es, nachher die angebohrten Stellen -aufzufin- den. Die Frage, was die besuchenden Insekten in der Blüthe suchen, ist hierdurch definitiv erledigt und Dxrrrwo's Zweifel an der Richtigkeit der Darwın' schen Deu- tung (Derp., Applic. p. 16. 17) als unbegründet erwiesen. . Als Befruchter der vier genannten Orchisarten sind bis jetzt folgende Insekten festgestellt : 15. Orchis, mascula L. Besucher: i Hymenoptera Apidae: 1) Bombus hortorum L. 2) B. lapidarius L. 3) B. confusus SCHENCK. 4) B. terrestris L: 5) B. agrorum F. 6) B. pratorum L. 7) B. (Psithyrus) campestris Pz. 8 B. muscorum: L.? Nr. 1—7. von mir, Nr. 8. von einem Freunde DAR- WIN’s beobachtet (Ann. and Mag. of Nat. hist. Sept. 1869). 16. Orchis morio L. Besucher : i Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. & 2) Bombus muscorum L. 3) B. lapi- darius L. 4) B. confusus SCHENCK. 5) B. pratorum L. 6) B. hortorum L. 7) B. silva- rum L. $) Eucera longicornis L. 9) Osmia rufa L. Nr. 1, 2, 8 nach DARWIN, Nr. 1, 3—7, `9 von mir beobachtet. 17. Orchis latifolia L. Besucher: Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8 2) Bombus senilis SM. 3) B. fragrans Parr. (K.) 4) B. confusus ScHENCK. 5) B. hortorum L. 6) B. lapidarius L. 7) B. terre- stris L. 8) B. muscorum L. 9) Eucera longicornis L. 5. 10) Halictus leucozonius K. 9. 11) Nomada sexfasciata Pz. ©. 12) Osmia fusca CHR. (= bicolor SCHR.) 9, sämmtlich von mir beobachtet. -Nach Darwin wird O. latifolia auch von Dipteren besucht. 18. 0. maculata L. scheint vorwiegend von Dipteren besucht zu werden. Be- Sucher : = A. Hymenoptera 4pidae: 1) Bombus pratorum L. 8 (einmal). B. Diptera a) Empidae: 2) Empis livida L. 3) E. pennipes, beide von GEORGE DARwIN, dem Sohne Cn. Darwın’s, beobachtet, die erstere häufig, die letztere seltener; sie kitteten sich, in- dem sie ihren Rüssel in den Sporn steckten, die Staubkólbchen an die Augen. b) Syr- Phidae: 4) Volucella bombylans L., sehr häufig. 5) Eristalis horticola Men. (Sld.) wieder- holt ; beide kitten sich die Staubkólbchen auf den vorderen Theil des Kopfes. Nr. 1, 4, 5 Von mir beobachtet. N Vandinae und Epidendrinae. Bei Notylia, einigen Oncidiumarten u.a. wird auch aussen am Frucht- knoten und an den Bracteen Honig abgesontlert, bei einer Cattleya noch lange Zeit an der jungen Frucht. Er wird in diesen Fällen eifrig von Ameisen aufgesucht, hat aber natürlich nichts mit der Bestüubung zu thun. Die Honigabsonderung scheint also, auch abgesehen von der Vermittlung der Bestäubung, für die Pflanze erspriess- lich zu sein! (Briefl. Mittheilung meines Bruders FRITZ MÜLLER.) An Gomeza beobachtete mein Bruder Frrrz MórrzER direct die Befruchtung ‚durch eine Bienenart und sah auch die befruchtete Blüthe sich zur Frucht^entwickeln. (Briefl. Mittheilung.) Von Epidendrum gibt es in Südbrasilien mehrere ganz grüne Arten, die für das menschliche Riechorgan vóllig geruchlos sind, aber reichlichen Honig enthalten Ht. Von Insekten befruchtete Blumen. und nur durch Insekten befruchtet werden kónnen (briefl. Mitth. m. Br. F.), ein Beweis, dass die Eindrücke, durch welche sich Blumen ihren Besuchern von weitem bemerkbar machen, nicht gerade für unsere Sinne wahrnehmbar zu sein brauchen. Epidendrum. Ein interessantes Beispiel von Forterhaltung einer Pflanze durch Sichselbstbestäubung bei Aufhören des Insektenbesuches, dem sie sich ange- passt hatte, liefert die von meinem Bruder Frırz MÜLLER auf der Insel St. Catharina in Südbrasilien gemachte Beobachtung eines Epidendrum, bei welchem drei Antheren fruchtbar entwickelt sind, von denen die beiden seitlichen regelmässig Sichselbst- befruchtung bewirken, wührend die mittlere nur durch Insekten entfernt werden kann, was indess ausserordentlich selten zu geschehen scheint. Dieses triandrische Epidendrum der Insel St. Catharina ist fast geruchlos. Am Itajahy wächst ein Epi- dendrum, welches mit dem triandrischen übrigens vollständig übereinstimmt, aber monandrisch ist und einen sehr starken würzigen Geruch hat. Die triandrische Form kann nur als Abart dieses monandrischen Epidendrum betrachtet werden, welche dadurch entstanden ist, dass sich Exemplare der Stammart aus dem Urwalde auf die Insel St. Catharina übergesiedelt haben. Indem hier die befruchtenden Insekten des Urwaldes fehlten oder nur sehr spärlich vorkamen, musste es der Pflanze von Vortheil sein, durch Sichselbstbefruchtung sich fortpflanzen zu können. Wenn daher, wie es auch bei anderen Orchideen vorkommt, die beiden seitlichen Staubgefässe gelegent- lich einmal auftraten, so hatte eine solche vortheilhafte Varietät die grösste Aussicht, durch natürliche Auslese erhalten zu werden; der Wohlgeruch dagegen konnte, als nutzlos geworden und der Wirkung der natürlichen Auslese entzogen, verloren gehen. (Bot. Z: 1869. S. 226. 1870. S. 149.) Malaovideae. Liparis. Ueber eine südafrikanische Art siehe Proc. of the Linn. Soc. Vol. X. 1869. Bot. p. 455: »On the structure and fertilisation of Liparis Browkeri«c. By Mrs. M. E. BARBER. Polystachya. Bei einer kleinen brasilianischen Art dieser Gattung füllt sich das Labellum mit Mehl (losen Zellen), welches vermuthlich als Lockspeise der be- suchenden Insekten wirkt. (Briefliche Mitth. meines Bruders FRrrz MÖLLER.) Zingiberaceae. Hedychium und Alpinia sind insofern der Fremdbestäubung durch be- suchende Insekten angepasst, als diese zuerst die Narbe, dann die Antheren berühren müssen. (Derr., sugli app. p. 22. Hirp., Bot. Z. 1867. 8. we An den Narben von Hedychium, von welchem Dxrrrwo schon vorher vermuthet hatte, dass es von Schmetterlingen befruchtet werde, fand er später wirklich Schmet- terlingsschuppen. (Altri app. p. 57.) Zingiberofficinarum. Fremdbestäubung bei eintretendem Insektenbesuche durch hervorragende Stellung der Narben gesichert. (Hirp., Geschl. S. 60.) Der in Südbrasilien gebaute und nur auf ungeschlechtlichem Wege vermehrte Ingwer ist unfruchtbar, obwohl Pollen, Narbe und Eichen vollkommen normal zu sein scheinen, vielleicht weil alle dortigen Pflanzen Theile eines einzigen Stockes sind. (Fmrrz MürLER, Bot. Z. 1870. 8. 275.) : Marantaceae. Marañta zebrina und discolor bietén nach HILDEBRAND emen losschnel- lenden Bestäubungsmechanismus (ähnlich dem mancher Papilionaceen) dar. Ein ! Marantaceae, Cannaceae, (Gramineae). 87 kapuzenförmiges Blatt an der Unterseite der ziemlich wagerecht stehenden Blume umschliesst den Griffel, der an seinem Ende die trichterförmige Narbe und auf dem Rücken des Narbenkopfes den zur Knospenzeit dorthin abgelagerten Blüthenstaub trägt. Durch den Druck (eines besuchenden Insekts) auf das Kapuzenblatt und einen hakigen hervorstehenden Anhang desselben wird der Griffel frei und krümmt sich nach hinten und innen, so dass die Unterseite des besuchenden Insekts zuerst von der trichterförmigen Narbe gestreift und des aus der vorigen Blüthe mitgebrachten Pollens beraubt, dann von dem Rücken des Narbenkopfs gestreift und mit neuem Pollen behaftet wird. Da der Griffel sich zurückkrümmt und dadurch den Zugang zum Honig verschliesst, so wird jede Blüthe nur einmal besucht. (Bot. Z. 1870. S. 617—620. Taf. X. Fig. 2—9.) DzrPrwo untersuchte M. bicolor und cannaefolia und fand deren Blüthenein- richtung mit der von HILDEBRAND beschriebenen fast durchgehends übereinstimmend ; zwischen dem Narbentrichter und der den Pollen aufnehmenden Stelle entdeckte er jedoch die Absonderung eines Klebstoffes, durch dessen Anschmieren der Rüssel des besuchenden Insekts erst zum Mitnehmen des Pollen befähigt wird. — Aehnliche Blüthen hat Thalia dealbata , die bei Florenz häufig von der Honigbiene besucht und befruchtet wird. — Der Vergleich der Blüthen der Marantaceen mit denjenigen der Musaceen , Zingiberaceen, Cannaceen, Orchideen und Gramineen führte D. zu dem Versuche, den genealogischen Zusammenhang dieser Familien festzustellen (Nuovo Giornale Bot. Ital. Vol. I. Nr. 4. Ott. 1869). | Maranta arundinacea L. (Arrow-root) ist.in Südbrasilien, wo die Pflanze nur auf ungeschlechtlichem Wege fortgepflanzt wird , unfruchtbar. Die Blüthen er- zeugen keinen Pollen mehr, haben aber den elastisch vorschnellenden Griffel behalten (Frrrz Münver, Bot. Z. 1870. S. 275). Cannaceae. Canna. Die Stbgfsse. lagern sehr früh allen Pollen auf die Griffelplatte ab, von wo er sich besuchenden Insekten anheftet und auf die Narben anderer Blüthen übertragen wird (Derr., sugli app. p. 23). Nach HILDEBRAND findet bei der Ab- lagerung des Pollens auf die Griffelplatte sehr häufig Sichselbstbestäubung statt, die auch zur Fruchtbildung führt (Bot. Z. 1867. S. 277. Taf. VII. Fig. 21 — 24. Hirp., Geschl. S. 69.). Gramineae, . Die ganze Familie besteht aus Pflanzen mit sehr ausgeprägten Windblüthen. Gleichwohl habe ich an den Antheren verschiedener Arten (Anthoxanthum odoratum, Poa annua, Festuca pratensis) sehr wiederholt eine kleine Schwebfliege, Melanostoma mellina L., mit den Mundtheilen beschäftigt gesehen , wahrscheinlich einzelne haften gebliebene Pollenkörner verzehrend. Viele Gramineen sind proterogyn, z. B. Anthoxanthum odoratum, Alopecurus Pratensis,; Nardus stricta (Hirp.; Geschl. 5. 19); Oryza clandestina ist durch kleisto- Same Blüthen ausgezeichnet (Warz, Bot. Z. 1864. S. 145. AscuEmsoN, Bot. Z. 1864. S. 350). ;: Secale cereale, Roggen. Die Blüthen, deren Staubgefässe und Narben gleichzeitig zur Reife entwickelt sind, sperren sich weit auf und lassen beiderle Geschlechtstheile frei hervortreten. Fremdbestäubung kann also durch den Wind in ausgedehntestem Masse bewirkt werden. (KöRNICKE in REGEL’S Gartenflora. 1866. 8. 20—22. Derrıno, sulla dicogamia vegetale e specialmente su quella dei Cereali, Borrgriwi DEL Cowrzro agrario parmenese Marzo e Aprile 1871.). 88 -. III. Von Insekten befruchtete Blumen. 19. Alisma Plantago. Triticum vulgare, Weizen. Die Blüthen, deren Staubgefüsse und Narben ebenfalls gleichzeitig zur Reife entwickelt sind, óffnen sich nur halb und nur auf eine Viertelstunde, um sich dann wieder hermetisch zu schliessen. Das Oeffnen geschieht plötzlich und mit sofortiger völliger Ausstreuung des Pollens, von dem etwa ein Drittel in dieselbe Blüthe, zwei Drittel mit den heraustretenden Antheren nach aussen gelangen. Fremdbestäubung durch den Wind kann also nur in viel beschrünkterem Masse stattfinden, Sichselbstbestäubung führt nach Dxrrrwo's Experimenten zur Bildung guter Früchte. Da jede Blüthe nur eine Viertelstunde offen bleibt, wührend die Blüthezeit vier Tage währt, so findet man stets nur einen sehr geringen Bruch- theil aller Blüthen geöffnet. (Drur., daselbst. KÖRNICKE, dessen Angaben in REGELS Gartenflora 1866, S. 20—22 etwas weniger eingehend waren, bestätigt mir brieflich ‚die Richtigkeit der DerPrwo'schen Angaben.) Hordeum vulgare, Gemeine Gerste. Die Blüthen der beiden mittleren ‚Reihen öffnen sich nie; die der vier äusseren Reihen verhalten sich ähnlich wie die ‘des Weizens. (Drur., daselbst.) Hordeum distichum, Zweizeilige Gerste. Während bei H. vulgare ‘alle Blüthen zweigeschlechtig sind, sind diess bei H. distichum nur die der beiden mittleren Reihen; auch diese bleiben geschlossen und befruchten sich selbst; aus- nahmsweise treten jedoch unter ihnen einzelne sich etwas öffnende Blüthen auf, die ` dann die Möglichkeit der Fremdbestäubung durch die rein männlichen Blüthen der vier randständigen Reihen darbieten. (Dxrr., daselbst.) Posidonia wird von Derrıno als eine dem Leben unter Wasser angepasste Graminee betrachtet (Ult. oss. II. p. 6. 7.) \ €. Sonstige Monocotyleae. Cyperaceae. Auch die Arten dieser durchaus windblüthigen Familie sind von gelegentlichem Insektenbesuche keineswegs ganz ausgeschlossen. An den Antheren von Scirpus palustris sah ich sehr häufig Melanostoma mellina L. mit den Mundtheilen beschäf- tigt; an Carex hirta L. sah mein Sohn Hermann mehrere Exemplare der Honigbiene Pollen sammeln. Potameae. Die Potamogetonarten haben ausgeprügte Windblüthen. Die proterogynischen Blüthen von P. perfoliatus bildet AxELL ab (S. 38). Alismaceae: Diese Familie gliedert sich in den windblüthigen Zweig der Juncagineen (Ab- bildungen der proterogynischen Blüthen von Triglochin palustre gibt Axxrr S. 38) und den insektenblüthigen Zweig der Alismeen, dessen verbreitetste Art ich auf ihre Befruchtungsweise untersucht habe. 19. Alisma Plantage L. Die Blüthen breiten ihre drei weissen oder róthlichen am Grunde gelben Blumenblätter zu einer Fläche von etwa 10 Millimeter Durch- messer auseinander, die vorzüglich die Aufmerksamkeit der im Sonnenschein mit Schweben und stossweisem Weiterfliegen sich ergótzenden Schwebfliegen erregt. ' Dieselben fliegen bald auf der Mitte der Blüthen auf, so dass sie mit der Unter- seite die" Narben und entweder unmittelbar oder beim Weiterschreiten auch die Staubgefüsse berühren, oder sie setzen sich auf eines der Blumenblätter, schreiten 19. Alisma Plantago. 1 sg von hier zum Blüthenstaube oder Honig vor und kommen dabei mit verschiedenen Körpertheilen mit Staubgefässen und bisweilen auch mit Narben in Berührung. Obgleich hiernach die Möglichkeit der Selbstbestäubung dufch die besuchenden . Insekten keineswegs ausgeschlossen ist, so ist doch weit gróssere Wahrscheinlichkeit für Fremdbestäubung vorhanden; j denn beim Auffliegen der Insek- ten auf die Mitte der Blüthe ist dieselbe, sobald das Insekt schon mit Blüthenstaub behaftet ist, unvermeidlich, beim Auffliegen auf einem Blumenblatte ist sie, Wie sich aus der Lage der Staub- Sefisse und der Honigtrópfchen ergibt, immer noch wahrschein- licher als Selbstbestäubung. Die sechs Staubgefässe stehen Nemlich, schräg aufwärts und Auswärts gerichtet und ihre pollen- bedeckte Seite nach aussen keh- fend, in bedeutendem Abstande rings um die in der Mitte der Blüthe hervorragenden und mit ihnen gleichzeitig entwickelten Narben, so dass sie durch den Insektenbesuch nicht in unmittel- bare Berührung mit denselben ge- bracht werden kónnen, und der Honig wird in 12 Trópfchen von der Innenseite eines fleischigen Ringes abgesondert , der durch 1. Blüthe gerade von oben gesehen. Verwachsung der verbreiterten 9. Dieselbe, nach Entfernung der Blumenbehälter, von der Seite gesehen. Untersten Enden der sechs Staub- a Honigtrópfehen. b Narben. füden gebildet wird, so dass auf der Innenseite der Basis jedes Staubfadens und in der Mitte zwischen je zwei benach- barten Staubfäden ein Honigtröpfchen sitzt («, 1. 2. Fig. 25). Wenn nun eine Schwebfliege, von einem Blumenblatte ausgehend, ihren Rüssel der Reihe nach an die einzelnen Honigtröpfchen setzt und damit abwechselnd, wie es ihre Gewohnheit ist, einmal eine der Antheren mit den Rüsselklappen bearbeitet, so stösst sie beim Weiterschreiten bald mit dem Kopf oder mit den Beinen, bald mit den Seiten oder der Unterfläche an Staubgefässe, und wenn sie quer über die Blüthe hinwegschreitet, Mit einem dieser Theile auch an Narben an; in der Regel sind aber die Theile, Welche die Narbe berühren, nicht dieselben, welche in derselben Blüthe schon Staubgefässe berührt haben, so dass weit häufiger Fremd- als Selbstbestäubung ewirkt wird. Ob bei ausbleibendem Insektenbesuch Sichselbstbestäubung erfolgt, habe ich Nicht ins Auge gefasst. . Besucher: Diptera Syrphidae: 1) Eristalis sepulcralis L. 2) Syritta pipiens L., beide häufig, 3) Ascia podagrica F., sehr zahlreich. 4) Melanostoma mellina L. 5) Melithreptus Scriptus L., sämmtlich bald saugend, bald Pollen fressend. III. Von Insekten befruchtete Blümen: 20. Sedum aere. Alisma natans L. Bei hohem. Wasserstande bleiben die Blüthen geschlossen unter Wasser und befruchten sich selbst. (Hınn., Geschl. S. 77.) Commelineae. * An Commelina bengalensis beobachtete WErNMANN unterirdische kleistogamische Blüthen. (H. v. Mont, Bot. Z. 1863. S. 113.) III. Klasse: Dicotyleae. I. Unterklasse: Eleutheropetalae. Ordnung Urticinae. Die meisten zu dieser Ordnung gehörigen Pflanzen sind windblüthig, die Urti- ceen, Morus und einige Celtideen mit beim Aufblühen losschnellenden, den Blüthen- staub fortschleudernden Antheren (Dxrrrwo, Ult. oss. II. p. 39 — 41). Parietaria diffusa hat proterogynische Blüthen (Hrnp., Geschl. S. 18. Fig. 4). Bei Ficus Carica entwickelt sich, wie schon LrxwÉ bekannt war, im Ovarium der männlichen Blüthe die Larve einer kleinen Wespe, Chalcis Psenes. Das ausgeschlüpfte fertige Insekt fliegt mit Pollen beladen auf die weiblichen Blüthen und befruchtet deren Narben (Dererwo, Note critiche p. 21. 22.). Ordnung Amentaceae. Auch diese rein windblüthige Ordnung ist vom Besuche der Insekten nicht aus- geschlossen. Am 29. Febr. 1868 sah ich bei schónem sonnigen Wetter sehr zahl- reiche Honigbienen an dem männlichen Kätzchen der Haselnuss (Corylus Avellana) " mit Pollensammeln beschäftigt, keine einzige aber setzte sich jemals auf eine weib- liche Blüthe. Ordnung Saxifraginae (Corniculatae). Crassulaceae L. 20. Sedum acre L. Obgleich die Pflanzen sehr niedrig sind, so machen sich doch, da sie an kahlen Orten wachsen, ihre Blüthen durch brennend gelbe Farbe und gehäuftes Beisammenstehen, welches durch das geselige Vorkommen der Pflanze noch erheblich gesteigert wird, leicht von weitem bemerkbar, und da sie aus fünf im Grunde der Blüthe zwischen je einem Fruchtknoten und einem Staubgefüsse sitzen- den gelblichen Schüppchen Honig absondern, welcher auch den kurzrüssligsten In- sekten zugünglich ist, so werden sie von zahlreichen Insekten verschiedener Ordnungen besucht und in Folge einer unvollständig ausgeprägten proterandrischen Dichogamie vorzugsweise durch Fremdbestáubung befruchtet. — Wann nemlich die Blüthen sich öffnen und ihre Blumenblätter zu einem fünfstrahligen Stern in eine Ebene aus ein- ander spreizen , springen die fünf mit ihnen abwechselnden Staubgefässe,, die sich aufgerichtet und um die Mitte der Blüthe herumgestellt haben, auf, während die fünf übrigen, die sich mit den Blumenblättern weiter nach aussen biegen, noch geschlossen bleiben und die Narben noch völlig unentwickelt sind. Mit dem Verblühen der fünf ersten Staubgefässe bewegen sich die fünf anderen gegen die Blüthenmitte hin und öffnen sich; bald darauf, noch vor dem Verblühen des zweiten Staubgefässkreises, erlangen auch die Narben ihre volle Entwicklung. Bei hinreichendem Insekten- besuche, der bei sonnigem Wetter nie ausbleibt, wird daher der Blüthenstaub ganz 20. Sedum acre. 21. S. reflexum. 22. S. Telephium. 91 oder grösstentheils entfernt, ehe die Narben empfängnissfähig sind. Bleibt dagegen, bei trübem, windigem Wetter, Insektenbesuch aus, so bleiben die Staubgefásse bis zur Reife der Narben mit Pollen behaftet und. ermög- lichen Sichselbstbestäubung. Da die Blüthen im Vergleich zu den besuchenden Insekten klein sind, so berühren diese Sowohl Staubgefässe als Nar- ben, mógen sie nun in der Mitte der Blüthe auffliegen 9der vom Rande her zutreten. Besucher: A. Hymen- Optera a) Apidae: 1) Bom- bus Rajellus K. 8 2) Cilissa trieineta K. Q 3) Andrena cin- Sulata K. Ọ 4) A. parvula K. S8, häufig. 5) Sphecodes gibbus L. Q, wiederholt. 6) Nomada ferruginata K. 9 7) P tosopis armillata NYL. 9, häufig. 8) Pr. variegata F. 5 9) Pr. brevicornis NYL. 5 10) Megachile circumcincta K. 9, sämmtlich sgd. 11) Meg. Centuncularis L. 9 , Pollen sam- melnd. b) Sphegidae: 12) Am- mophila sabulosa L. 13) Oxy- belus uniglumis L., häufig, beide saugend. maritima K. 4 (Apidae) saugen; 2) Eristalis tenax L. (Syrphidae) > a Pollen fressen. 22. Sedum Telephium L. Fig. 26. 1. Blüthe im ersten Zustande, schräg von oben gesehen. s = sepala, Kelchblätter, p = petala, Blumenblätter, al = äussere, mit den Blumenblättern abwechselnde Antheren, a? = innere, über den Blumenblättern stehende Antheren, m = Nektarien, ov = ovarium, Fruchtknoten. 2. Spitze eines Fruchtblattes im ersten Zustande. 3. Dieselbe im zweiten Zustande (nachdem alle Staubgefässe aufge- sprungen sind). B. Diptera a) Syrphidae: 14) Eristalis tenax L., Pollen fressend. b) Muscidae: 15) Pyrellia aenea ZETT., saugend. 21. Sedum reflexum L., mit gleicher Blütheneinrichtung, wird ebenfalls von Insekten verschiedener Ordnungen besucht. Ich sah auf seinen Blüthen 1) Megachile bald saugen, bald Fig. 27. 1. Blüthe von oben gesehen. 2. Dieselbe nach Entfernung der Stempel, um die fünf Saftdrüsen zw zeigen. . Die Staubgefässe springen nach innen auf, bedecken sich aber alsbald ringsum . mit Blüthenstaub, erst die fünf mit den Blumenblättern abwechselnden, dann die vor Ihnen stehenden. Die Narbenpapillen entwickeln sich an den spitz bleibenden Enden 92 III. Von Insekten befruchtete Blumen. 22b. Chrysosplenium. der Griffel erst, nachdem auch die letzteren Staubgefässe verblüht sind. Da die Staubgefässe sich, eben so wie die Blumenblätter, so weit auseinander spreizen, als die umgebenden Blüthen Raum geben, so findet Sichselbstbestäubung bei ausbleiben- dem Insektenbesuche nicht statt, wenn auch die Staubbeutel noch mit Blüthenstaub behaftet sind, wann die Narbenpapillen sich entwickeln. . ; Die Honigdrüsen sitzen an der Spitze länglicher Schüppchen an der Basis der Blumenblätter, unter den Fruchtknoten versteckt. Insekten, welche auf den dicht gedrängten Blüthenständen umherkriechen, um Honig zu saugen oder Blüthenstaub zu sammeln, kommen sowohl mit den Staubgefässen als mit den Narben zahlreicher Blüthen zugleich in Berührung und bewirken in Folge der proterandrischen Dicho- gamie in der Regel Fremdbestäubung; nur in alten Blüthen, die ihre Narben schon entwickelt haben, während die Staubgefässe noch mit Pollen behaftet sind, können sie auch Selbstbestäubung bewirken. Trotz der kleineren Blüthen und des versteckteren Honigs kann diese Pflanze die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung entbehren, da ihr die Vereinigung sehr zahlreicher Blüthen in eine Flüche Insektenbesuch und damit Fremdbestüubung in höherem Grade sichert, als diess bei Sedum acre der Fall ist. Obgleich ich nur ein einziges Mal (16. August 1869) die Blüthen von S. 'Telephium bei sonnigem Wetter überwacht habe, so habe ich doch folgende Insekten sie besuchen sehen : : A. Hymenoptera: a) Apidae: 1) Bombus (Apathus) campestris Tusce 2H wm varum L. © 8 in Mehrzahl. 3) B. agrorum F. &, diese drei saugend. 4) B. lapidarius L. 8, Pollen sammelnd. 5) Halictus zonulus Sm. €, sgd. b) Tenthredinidae: 6) Allantus notha Kr. (TEKL. B) B. Diptera Muscidae: 7) Echinomyia magnicornis ZETT., sgd. Sedum atratum L., nach RxccA proterogyn mit kurzlebigen Narben.*) (Atti della Soc. It. Vol. XIII. fasc. III. p. 256.) "M Bryophyllum calycinum ist proterandrisch mit hangenden, röhrigen, honigreichen Blüthen. Als Befruchter vermuthet DErrrwo trotz der unansehnlichen grünlichen Farbe Kolibris. (Altri app. p. 56.) ; Saxifrageae. Dr. A. ExGLER untersuchte 38 Saxifragaarten und fand sie sämmtlich proter- andrisch mit aufeinander folgender Bewegung der einzelnen Staubgefässe nach der Blüthenmitte hin. Dagegen fand er Bergenia (Sax. crassifolia L.), Mitella, Heuchera und Drummondia proterogynisch ohne Bewegung der Staubgefässe. An im Freien blühenden Saxifragaarten beobachtete EncreR Käfer (Haltica , kleine Staphylinen), Fliegen und vorzugsweise Bienen. (Bot. Z. 1868. S. $33.) E. zweifelt an der Rich- tigkeit der SPRENGEL schen Deutung des sogenannten Saftmals; weil bei einigen Saxi- fragaarten ein solches vorkommt, bei anderen nicht. Bei Pflänzen, deren Honig so zwischen völlig offner und versteckter Lage schwankt, ist ein gleiches Schwanken des Saftmals sehr natürlich und kann um so weniger einen Einwurf gegen SPRENGELS Deutung begründen, als eine andere Deutung an ihre Stelle zu setzen noch gar nicht versucht worden ist. Die Bewegung der Staubfäden von Saxifraga gegen die Blüthenmitte kannte schon TREVIRANUS, erklürte sie aber als auf Selbstbefruchtung bezüglich. (Bot. Z. 1863. S. 6.) Die proterandrischen Blüthen von S. aizoides und oppositifolia bildet AXELL ab. S. 35. 36.) 29^. Chrysosplenium alternifolium L. Die Blüthen haben, einzeln genommen, im äussern Ansehen grosse Aehnlichkeit mit den Gipfelblüthen von Adoxa (Fig. 141) *) Siehe 8 12. Anm. ***) 22b. Chrysosplenium. 93 ünd werden auch von einer ähnlichen Gesellschaft winziger Insekten besucht und befruchtet wie Adoxa. Aus der Mitte der Blüthe ragen, schwach divergirend und etwas auswärts gebogen, die beiden Griffel hervor, an der Spitze mit schwach kuglig verdickter, glatter Narbe Versehen, am Grunde ringförmig umschlossen von einer breiten, fleischigen, gelb- lichen Scheibe, die eine grosse Zahl winziger Honigtrópfchen absondert. Am Rande dieser Scheibe breitet sich der in seinem untern Theile mit dem Fruchtknoten ver- Wachsene Kelch in vier breite, gerundete, lebhafter gelb gefärbte, schwach zurück- Sekrümmte Blätter fast in eine Ebene aus einander. Von Blumenblättern ist keine Spur vorhanden. Sowohl vor der Mitte jedes Kelchblattes als zwischen je zwei Kelchblättern steht am Rande der honigabsondernden Scheibe je ein Staubgefäss, - Senkrecht, eben so weit in die Höhe ragend wie die beiden Griffel. Zuerst entwickeln Sich einzeln nach einander die vier äusseren, vor den Kelchblättern stehenden, dann erst die vier inneren zwischen ihnen stehenden Staubgefässe zur Reife. *) Alle Staub- Sefässe springen an beiden Seiten auf, klappen sich aber alsbald so weit aus einander, dass sie fast ringsum und auch oben mit Blüthenstaub bedeckt sind. Die Narben Sind während der ganzen Blüthezeit der Staubgefásse empfängnissfähig. **) Eine kleinere oder grössere Anzahl solcher Blüthen (fünf bis über ein Dutzend) stehen nun dicht trugdoldig geordnet fast in einer Ebene und bilden mit den fast in derselben Ebene liegenden, breiten, grünen Deckblättern zusammen eine ansehnliche Fläche, deren goldgelbe Mitte sich augenfällig hervorhebt und zahlreiche winzige Insekten Verschiedener Ordnungen anlockt. Die meisten derselben berühren mit einer Stelle ihres Körpers eine der Narben, mit einer anderen ein oder mehrere Staubgefässe ; da- durch ist Fremdbestäubung begünstigt; aber auch Selbstbestäubung wird durch die ünregelmässig in den Blüthen umherkriechenden winzigen Gäste nicht selten bewirkt. Bei ausbleibendem Insektenbesuche kann Sichselbstbestäubung nur bei senkrechter Oder fast senkrechter Stellung der Blüthenebene stattfinden, indem nur bei solcher Stellung Blüthenstaub auf die Narben fallen kann. Am 13. April 1872 sammelte ich von im Schatten stehenden Blüthen, die ich längere Zeit überwachte, 46 Insekten, und zwar: A. Diptera a) Muscidae: 1) 5 Exemplare Sciomyza cinerella FALLEN. b) Simulidae: 2) Simulia sp. 9 Ex. c) Cecidomyidae: 3) 6 Ex. d) Mycetophilidae: 4) 5 Ex. e) Chiro- nomidae: 5) 3 Ex., lauter winzige Arten. B. Hy menoptera a) Formicidae: 6) Lasius uger L. 8 +) 8 Ex. 7) Myrmica ruginodis N. 8 4) 2 Ex. 8) M. laevinodis N. 8 +) 3 Ex. b) “Cynipidae: 9) Eucoila WEsTw. +) ‚Cothenaspis HART.) sp. 1 Ex. C. Coleoptera a) Phalacridae: 10) Olibrus aeneus F. 1 Ex. b) Lathridü: 11) Corticaria gibbosa HBsT. 4. Ex. c) Curculionidae: 12) Apion varipes GERM. 4 Ex. 13) A. onopordi K. 3 Ex. — Sämmtliche Besucher Honig leckend. Ausserdem fand ich auf zahlreichen Blüthen kleine Schnecken, Junge Succinea, ald umherkriechend, bald einen Griffel oder ein oder einige Staubgefässe verzehrend. In den über die. Blüthen sich hinziehenden Schleimstreifen waren in der Regel Pollen- Örner zu erkennen; in mehreren Fällen konnte ich unmittelbar sehen, dass von Schnecken auch auf eine Narbe Pollen verschleppt wurde. Wir haben hier also ne olx *) ASCHERSON sagt in seiner Flora der Mark Brandenburg (S. 236), ich weiss nicht ?us welchem Grunde, Chrysosplenium habe eigentlich vier bis zum Grunde gespaltene taubgefässe. ‘) RıccA bezeichnet die Blüthen als homogam oder schwach proterogyn und ver- , dass sie der Befruchtung durch auf den Blüthenständen hinschreitende Fliegen E seien (Atti della Soc. It. di Se. Nat. Vol. XIII. fasc. III. p. 257.) Ich habe .L homogame Blüthen bemerkt. Ueber die Befruchter gibt die unten stehende Liste “nige Auskunft. i t) nach der Bestimmung des Prof. SCHENCK in Weilburg. 94 III. Von Insekten befruchtete Blumen. 23. Bergenia. 24. Ribes alpinum. 25. R. nigr. Schnecken als zufällige Befruchter. Wenn nun unter etwas veränderten Umständen der Insektenbesuch ganz ausblieb, so würde es den Pflanzen offenbar von entschei- dendem Vortheile werden, durch Schnecken Fremdbestäubung zu erleiden, wenig- stens unter der Voraussetzung, dass durch neue Abünderungen die verheerende Wirkung der Schnecken beseitigt würde. Der vorliegende Fall ist daher geeignet, die Entstehung solcher Blütheneinrichtungen zu erklären, wie sie DxrPrNo bei Alo- casia odora und Rhodea japonica beobachtet hat. (Vgl. Malacophilae, S. 66, Rho- dea japonica, S. 73, Alocasia odora.) Damit ist zugleich der Zweifel, welchen ich früher gegen die Richtigkeit der Derrino’schen Deutung geäussert habe (vgl. An- wendung der Darwın’schen Lehre auf Bienen 8. 1.) beseitigt. 23. Bergenia (Saxifraga) crassifolia L. Ich sah (4. April 1868) an den Blüthen dieser Pflanze die Honigbiene und Bombus hortorum L. 9 eifrig Honig saugen und fand in mehreren Blüthen, deren Staubgefässe noch nicht geöffnet waren, die Narben mit Pollen behaftet. Ribesiaceae (Grossularieae).. 24. Ribes alpinum L. 1. Weibliche Blüthe von oben. 2. Dieselbe nach Wegschneidung der vorderen Hälfte von der Seite. 3. Männliche Blüthe ebenso. — Bedeutung der Buchstaben wie in Fig. 22. S. 77. (a^ = verkiümmerte Antheren, st’ = verkümmerte Narbe, 2 = Nectarium.) Von allen unseren Ribesarten bietet diese den Honig in der flachsten Schale, daher verschiedenartigen Insekten am leichtesten zugänglich dar und wird dem ent- sprechend von den mannichfaltigsten Insekten besucht. Obgleich ich nur ein paar vereinzelte Stöcke in einer Hecke zu beobachten Gelegenheit fand, sah ich an den "Blüthen derselben: | A. Hymenoptera Apidae: 1) Andrena albicans K. € 5 sgd. und Pfd., sehr zahl- reich. 2) A. Gwynana K. $ sgd. 3) A. nana K. $, sgd. 4) Halictus nitidus SCHENCK € , sgd. 5) H. nitidiuseulus K. €, Psd. 6) Sphecodes gibbus L. €. sgd. B. Diptera a) Mu- scidae : 7) Scatophaga stercoraria L. 8) Sc. merdaria F. bj Syrphidae: 9) Syritta pipiens L., alle drei häufig, sgd. ; Mit dem reichlichen Insektenbesuche dieser Blume, welcher ihre Fremdbestäu- bung hinlänglich sichert, hängt jedenfalls ihre aus Zwitterblütigkeit hervorgegangene und die Reste derselben noch deutlich aufweisende Zweihäusigkeit zusammen, welche "bei unzureichendem Insektenzutritt verhüngnissvoll werden müsste. Die männlichen Blüthen sind hier von nur unbedeutend grósserem Umfange, aber durch die grünlich gelbe Farbe mehr in die Augen fallend, als die mehr grün gefärbten weiblichen. Der Kelch hat fast allein die Rolle des Aushängeschildes, welches die Blume den Insekten. als einen Honigbehälter von weitem bemerkbar macht, übernommen. 25. Ribes nigrum L. Narbe ünd Antheren sind beim Oeffnen der Blüthe gleich- zeitig zur Reife entwickelt. Die Antheren springen nach innen auf und sind durch ota re cm ee M T EU RU E TAS ER m. em x: in denen Sichselbstbestäubung unausbleiblich ist. 36. Ribes rubrum. 27. R. Grossularia. 95 das nach oben Zusammenneigen der Blumenblätter der Narbe so genähert, dass ein in die Blüthe gesteckter Insektenkopf mit der einen Seite die bestäubte Fläche einer oder zweier Antheren, mit der anderen gleichzeitig oder noch etwas früher die ein wenig über die Antheren hervorragende Narbe berühren muss. Da die Kelchglocke, deren Boden den Honig absondert und beherbergt, 5 mm tief ist und die nach unten gerichteten Blüthen mit ihren róthlichen Kelchzipfeln und kleinen weisslichen Blumenblättern nur wenig in die Augen fallen,so ist der Insektenbesuch ein spürlicher; ich sah nur die Honigbiene an Ribes nigrum saugen. Da sie den Kopf in jede Blüthe nur einmal steckte, die Narbe bald mit der untern, bald mit der obern Seite berührte und mit der entgegen- gesetzten Seite natürlich jedes Mal Blüthenstaub an sich heftete, so bewirkte sie regelmässig Fremdbestäubung. Als Ersatz des ; y Spärlichen Insektenbesuches tritt in nicht besuchten Blüthen are Keane regelmässig Sichselbstbestäubung ein, indem aus den Staub- der id in 219. 29, Beer Fig. 29. gefässen von selbst Blüthenstaub auf den umgebogenen Rand der Narbe fällt. 26. Ribes rubrum L. ist ebenfalls homogam, hat aber viel flachere, weiter geöff- nete, mehr in die Augen fallende Blüthenglöckchen als nigrum und leichter zugäng- lichen Honig; daher wird es häufiger von Insekten besucht und, auf dieselbe Weise . Wie nigrum, durch Fremdbestäubung, aber weniger leicht durch Sichselbstbestäubung befruchtet; letztere tritt nur ein, indem in nach der Seite gerichteten Blüthen Blü- thenstaub aus dem zu oberst stehenden Staubgefässe auf die Narbe fällt. Ich sah an den Blüthen dieser Pflanze: i Hymenoptera a) Apidae: Andrena fulva SCHRANK 9. sgd. und Psd., wiederholt. 2) A. Smithella K. $, sgd. 3) A. nana K: 8, sgd. b) Tenthredinidae: 4) Nematus hor- tensis HTG., sgd. 27. Ribes Grossularia L. Die Staubgefässe springen mit dem Sichöffnen der Blüthe auf; die Griffel sind um diese Zeit noch nicht zur vollen Länge entwickelt, ihre Narben noch nicht papillös, die Blüthen also proterandrisch. Da die Blüthen meist senkrecht herabhangen und die Staubgefässe in gleicher Höhe rings um die Narbe herum stehen, so kann auch beim Ausbleiben des Insektenbesuchs in der Regel keine Sichselbstbestäubung erfolgen. *) , Diess deutet, ebenso wie die Pro- terandrie, auf reichlicheren Insektenbesuch hin, der auch thatsächlich stattfindet und sich durch die grósseren zurückgeschlagenen Kelchzipfel, durch die ebenfalls grösse- ren, senkrecht nach unten stehenden Blumenblätter und den ziemlich lei lichen Honig hinreichend erklärt. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus terrestris T.. Q, wiederholt. 2) B. pratorum. L.9 (in Stromberg), sehr zahlreich. 3) B Serimshiranus K. ©. 4) Apis mellifica L. 8 in grósster Anzahl. 5) Andrena nitida K. ö, sümmtlich sgd. 6). A. albi- cans K. $ Q. 7) A. Gwynana K. $9 8) A. fulva SCHRANK Q, die letzten drei sowohl sgd. als Psd. 3) Halictus rubicundus CHR. 9, sgd. B. Diptera a) Muscidae: 10) Scato- phaga stercoraria L., sgd. 11) Calliphora erythrocephala Man , sgd. 12) Eristalis aeneus L., sgd. u. Pfd. 13) Syritta pipiens L. dsgl. wirken die besuchenden Insekten hier auf dieselbe Weise, wie bei cht zugäng- b) Syrphidae : Fremdbestäubung be- R. nigrum. * Hie und da finden sich indess Blüthen in wagerechter oder schr äger Lage, in IIl. Von Insekten befruchtete Blumen. 28. Cornus sanguinea. Ordnung Umbelliflorae. Corneae. Cornus sanguinea L. Der die Basis des Griffels umschliessende fleischige Ring sondert den Honig ab, der, in flacher Schicht völlig offen daliegend, viel bequemer von der Zunge rüsselloser Insek- ten oder von den glatt aufgedrückten Rüssel- klappen der Dipteren abgeleckt, als von dem Rüssel der Bienen auf- gesogen werden . kann. Ich habe auch niemals Bienen auf den Blüthen von Cornus sanguinea beobachtet, wiewohl sich einzelne Pollen sammelnd und vielleicht auch sgd. auf denselben einfinden mógen. Dagegen fand ich zahlreiche andere Insekten Honig leckend auf den Blüthen. Da die Staub- gefüsse gleichzeitig mit der Narbe entwickelt sind, nach innen aufspringen und in gleicher Höhe mit derselben in einigem Abstande um dieselbe herumstehen , so berühren diejenigen Insekten, welche auf dem Blüthenstande oder auf einer einzelnen ‚Blüthe stehend den Kopf zur fleischigen Scheibe hinabbücken, in der Regel mit einer Seite ihres Kopfes oder Körpers die Narbe, mit der entgegengesetzten ein oder zwei Staubgefässe. Indem sie nun von Blüthe zu Blüthe schreiten und bald mit der einen, bald mit der andern Seite die Narbe berühren , nachdem dieselbe Seite sich in einer früheren Blüthe mit Pollen behaftet hat, bewirken sie vorwiegend Fremdbestäubung, um so mehr, als sie beim Umherschreiten auch mit den Beinen und der Unter- seite ihres Leibes bald Staubgefässe, bald Narben berühren. Nur kleinere Insekten (Nitituliden, Byturus, kleine Dipteren), welche unregelmässig in den Blüthen umher- Fig. 30. 1. Blüthe von oben gesehen. 2. Dieselbe, von der Seite. — Bedeutung der Buchst. wie in Fig. 22. S. 7". kriechen, kónnen eben so leicht Selbstbestäubung als Fremdbestäubung bewirken. Bei ausbleibendem Insektenbesuche kann Bestäubung, und zwar Fremdbestäubung, nur dadurch hie und da von selbst eintreten, dass manche Narbe von einem Staub- gefüsse einer Nachbarblüthe berührt wird. | Besucher: A. Coleoptera a) Nitidulidae: 1) Thalycra sericea Em. 2) Meligethes. b) Dermestidae: 3) Byturus fumatus F. c) Elateridae: 4) Dolopius marginatus L. 9) Athous niger L. d) Curculionidae: 6) Otiorhynchus pieipes F. e) Cerambycidae: 7) ‚Strangalia atra F. S) Str. armata Hsst. 9) Str. attenuata L. 10) "Grammoptera lurida F. 11) Gr. laevis F. f) Malacodermata: 12) Telephorus pellucidus F. B. Diptera a) Empidae: 13) Empis livida L. b)? 14) eine winzige Mücke in sehr grosser Zahl. C. Hymen- optera Sphegidae: 15) Pompilus spec., sämmtliche Besucher an der fleischigen Scheibe leckend. - Araliaceae. Hedera ist nach DeLrINo proterandrisch und wird von Fliegen befruchtet. (Altri app. p. 52) Umbelliferae. Die allgemeinen Bestäubungsverhältnisse der Umbelliferen sind bereits von Sprenger (S. 153—1 59) so klar und eingehend erórtert, dass ich mich auf eine kurze Hervorhebung der hauptsüchlichsten Eigenthümlichkeiten beschrünken kann. / Familieneigenthümlichkeiten der Umbelliferen. 29. Astrantia major. 97 Dieselben vortheilhaften Eigenthümlichkeiten, welche wir schon bei Cornus san- guinea antrafen, nemlich 1) die völlig offene Lage des Honigs, welche denselben den mannichfaltigsten kurzrüssligen Insekten zugänglich macht, und 2) die Vereinigung vieler Blüthen zu einer Fläche, welche dieselben nicht bloss leichter von weitem sichtbar macht, sondern auch ein rascheres Absuchen und Befruchten derselben er- möglicht, als wenn sie vereinzelt ständen — treffen wir auch bei den ausgepràgteren Umbelliferen an, jedoch beide noch entschiedener ausgebildet und durch Hinzutreten neuer Eigenthümlichkeiten zu vollkommnerer Wirksamkeit gesteigert. Die Zugänglichkeit des Honigs ist bei den meisten Umbelliferen noch unbehin- derter als bei Cornus, indem die ihn absondernde oberweibige Scheibe sich stürker kissenförmig emporwölbt und die Staubgefüsse sich weiter auseinander spreizen. Die Vereinigung vieler Blüthen zu einer Flüche ist bei den Umbelliferen noch vollkommner als bei Cornus, indem weit zahlreichere Blüthen zu einer dichter geschlossenen Flüche sich vereinigen, die ein rascheres Umherwandern jedes Besuchers auf der ganzen Fläche gestattet, und indem die Einzelblüthen sich im Dienste der Genossenschaft differenziren, insofern die nach der Mitte zu stehenden Blumenblätter sich in einen engeren Raum zusammenziehen, die nach aussen zu stehenden dagegen sich aus- dehnen, und zwar die der Randblüthen am stärksten, wodurch sich die Augenfällig- keit der ganzen Genossenschaft erheblich steigert. ; V WO Ege " u "uA wv " Als neue vortheilhafte Eigenthümlichkeit tritt die proterandrische Dichogamie — | hinzu, welche oft in dem Grade ausgeprägt ist, dass alle Einzelblüthen einer ganzen Dolde erst nach dem Abblühen der Staubgefässe die Griffel hervortreten lassen und die Narben entwickeln, so dass eine ganze Genossenschaft in der ersten Blüthen- periode gemeinsam den über die Dolde hinschreitenden Gästen ihren Blüthenstaub an die Unterseite heftet, in der zweiten Blüthenperiode ihre Narben zur massenhaften gemeinsamen Fremdbestäubung entgegenstreckt. Also stets Kreuzung getrennter Dolden und, bei völliger Sicherung derselben, Unmöglichkeit der Sichselbstbestäu- bung. Hierzu kommt bei manchen Umbelliferen (siehe Myrrhis S. 106) die Eigen- thümlichkeit, dass sich gegen Ende der Blüthezeit rein männliche Blüthen entwickeln, welche den für die Befruchtung der letzten im zweiten Stadium. befindlichen Zwitter- blüthen nóthigen Blüthenstaub liefern. 29. Astrantia major L. Bei Astrantia major sind die vortheilhaften Eigenthüm- lichkeiten , welche die meisten übrigen Dolden in so hohem Grade auszeichnen und einander áusserlich so ähnlich machen, noch in geringem Grade entwickelt. Die Dolden sind einfach, die Blüthen derselben bilden keine geschlossene Fläche, die Blumenblätter bleiben in die Mitte der Blüthe zusammengekrümmt und schützen dadurch zwar den Honig gegen Regen, machen ihn aber zugleich weniger allgemein zugänglich und die Blüthen weniger in die Augen fallend. Obgleich nun der letztere Nachtheil durch breite weiss gefärbte Doldenhüllblätter einigermassen ausgeglichen wird, so ist doch der Insektenbesuch ein weit schwächerer als bei der Mehrzahl der übrigen Dolden. Ich habe als Besucher der Blüthen nur bemerkt : à A. Hymenoptera Apidae: !) Andrena albicrus^K. ($. 2) Prosopis signata PZ. 3. 3) Pr. armillata NYL. $, alle drei saugend. B. Diptera a) Syrphidae: 4) Eristalis arbustorum L., Pfd. und Hld. b) Muscidae: 5) Lucilia cornicina F., Hid. 6) Milto- gramma punctata Man. C. Coleoptera Dermestidae: i) Anthrenus pimpinellae F. Jede Dolde enthält-neben den proterandrischen zweigeschlechtigen zahlreiche, meist später zur Entwicklung kommende rein männliche Blüthen, deren Vortheil für die Pflanzen auf der Hand liegt, da bei ausgeprügter Proterandrie ohne zuletzt noch Müller, Blumen und Insekten. j I 98 m. Von en befruchtete Blumen : 30. Eryngium campestre. blühende rein PIE Blüthen die beds der zuletzt blühenden zweigeschlechtigen Blüthen unbetruchtet bleiben müssten. Fig. 31. 1. Männliche Blüthe im Beginne des Aufblühens; ein Staubgefáss hat sich erhoben, ist aber noch nicht auf- gesprungen, die vier übrigen sind noch in die Blüthe zurückgekrümmt. 2. Männliche Blüthe inmitten ihrer Blüthezeit; alle fünf Staubgefässe haben sich kd inches t; zwei derselben sind aufgesprungen und mit Pollen behaftet, 3. Zwitterblüthe im Beginne des Aufblühens. Zwei Staubgefüsse haben sieh aufgerichtet, sind aber noch nieht aufgesprungen, die übrigen sind noch in die Blüthe zurückgekrümmt. Die Griffel ragen schon aus der Blüthe hervor, haben aber noch keine entwickelten Narben. 4. Zwitterblüthe im zweiten (weiblichen) Stadium. Alle Staubgefásse sind verschwunden; die Griffel haben: sich verlángert und ihre Narben entwickelt.‘ : : ov = ovarium; $ = sepala; p = petala ; a = Antheren, noch in die Blüthe zurückgebogen; a’= dieselben aufgerichtet; a’ = dieselben aufgesprungen; st = stigma, noch unentwickelt; st’ = dasselbe, entwickelt. 30. Eryngium campestre L. (Thüringen). Wie bei allen Umbelliferen sondert die Oberfläche des Fruchtknotens den Honig ab und beherbergt ihn; die Honigdrüse bildet aber hier nicht ein gewölbtes fleischiges Polster, welches die ganze Oberfläche des Fruchtknotens überdeckt, sondern eine von einem 10lappigen, von winzigen anliegen- den Borsten rauhen Walle umschlossene Vertiefung von fünfeckig-rundlichem Um- risse.- Um diesen Wall stehen steif aufrecht, mit einwärts gefalteter oberer Hälfte (4. Fig. 32), die fünf unter sich gleichen Blumenblätter, etwa 3mm lang hervorragend und von den starren, steifgrannigen, mit ihnen ab star heute Kelchblättern überragt; die ebenfalls starren , steifgrannigen Blüthendeckblätter ragen noch weiter hervor. Der Honig ist also keineswegs allen Insekten zugänglich, sondern nur denjenigen, welche entweder einen mindestens 3mm langen Rüssel haben oder kräftig genug sind, die umhüllenden Blätter auseinander zu biegen. Die Fremdbestäubung ist, bei vollständig ausgeprägter proterandrischer Dichogamie ` *), eben so wie bei allen Um- belliferen, die einzig mögliche Befruchtungsart. An dem hervorragenden Vortheile, den im Allgemeinen die Umbelliferen dadurch haben, dass ihre in einer Fläche liegen- den Blüthen gleichzeitig in Masse befruchtet werden können, nimmt Eryngium nur in beschränktem Masse Theil, da die starren langgrannigen Blüthendeckblätter den besuchenden Insekten das SE oon auf den kugligen Dolden einigermassen erschweren. Dieser Nachtheil wird jedoch durch den Vortheil reichlicherer Honig- ee a und besserer Honigverwahrung ziemlich aufgewogen. Daher ist der 30. Eryngium. 31. Petroselinum. 32. Aegopodium. 99 Insektenbesuch dieser stachligen Blumen keineswegs ein spärlicher, sondern bei sonnigem Wetter sieht man dieselben stets reichlich von Raubwespen und Fliegen besucht, während dagegen Bienen weit seltener sich ein- finden. Ich beobachtete als Besucher und Befruchter: A. Hymenoptera a) Sphe- gidae: 1) Cerceris albofasciata Du». einzeln. 2) C. labiata F. häufig. 3) C. nasuta K1., häufig. 4j C. variabilis SCHR., nicht selten. 5) Philanthus triangu- lum F. 6) Ammophila sabulosa L., häufig. 7) Tiphia femorata F. 8) Priocnemis bipunctatus F.O b) Vespidae: 9) Odynerus parietum L. Q 10) Polistes gallica L. und var. diadema, äusserst häufig, bei sonnigem Wetter fast nie fehlend. c) Chry- sidae: 11) Chrysissp., sämmtlich saugend. d) Apidae: 12) No- mada Roberjeotiana Pz. Q 13) Andrena Rosae Pz. © 14) Ha- lictus eylindricus F. § 15) H. Fig. 32. longulus Sm. & 16) Apis melli- 1. Blüthe im ersten (männlichen) Stadium. fica L. S, sämmtlich nur sed. 2. Blüthe im zweiten (weiblichen) Stadium, 7 B. Dip iR a) Syrphidae ; 3. iie nach URB C Nu der TT und EIS E und Ab- 17) Ewistilis tehat T : 183 E. schneidung der Griffel, gerade von Der gesehen, n Saftdrüse. 1 / 4. Blumenblatt von der Innenseite. arbustorum L. 19) E. nemo- Bedeutung der Buchstaben wie in Fig. 31. rum L. 20) Helophilus floreus L., alle vier häufig. b) Muscidae: 21) Lucilia Caesar L. 22) Sarcophaga carnaria L. 23) Echinomyia fera L. 24) Anthomyiaarten — sämmtlich sgd. 31. Petroselinum sativum L. Befruchter hauptsächlich Fliegen : A. Diptera a) Syrphidae: 1) Eristalis arbustorum L. 2) E. sepulcralis L. 3) Helo- philus floreus L. 4) Syritta pipiens L. 5) Xanthogramma citrofasciata DEG. b) Muscidae: 6) Lucilia cornieina F. 7) Cyrtoneura simplex LoEw (nach der Bestimmung des Herrn . WINNERTZ). 8) Sarcophaga carnaria L. B. Hym enoptera Apidae: 9) Sphecodes gib- bus L. ($ sgd. 32. Aegopedium Podagraria L. Die Blüthenschirme dieses gemeinen Unkrauts sind ein Tummelplatz der mannichfachsten Insekten der verschiedensten Ordnungen. Ich fand auf denselben : A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Stratiomys Chamaeleon DEG. 2) Sargus cuprarius L. 3) Chrysomyia formosa ScoP. b) Bombylidae: 4) Anthrax flava Men. (Thür.) o) Empidae: 5) Empis livida L. 6) E. punctata F. d) Therevidae: 7) Thereva anilis L. e) Dolichopidae : 8) Gymnopternus chaerophylli Man. f) Syrphidae: 9) Pipizella virens F. 10) Chrysoga- ster viduata F. 11) Ch. coemeteriorum L. 12) Ch. chalybeata Man. 13) Syrphus py- rastri L. 14) S. ribesii L. 15) S. nitidicollis Mon. 16) Melithreptus taeniatus Men. 17) Volucella pellucens L. (TEKL. B.) 18) Eristalis arbustorum L. 19) E. nemorum L. 20) Helophilus floreus L., häufig. 21) Syritta pipiens L., zahlreich. g) Muscidae: 22) Echinomyia fera L. 23) Zophomyia tremula Scop. . 24) Sarcophaga albicans Men. 25) Lucilia cornieina F. 26) L. silvarum MGN. u. a. 27) Musca corvina F. 28) Aricia obscurata MaN. 29) Anthomyiaarten. 30) Scatophaga stercoraria L. 31) Se. merdaria F. 32) Sepsis, häufig. h) Tipulidue: 33) Pachyrhina histrio F. 34) P. crocata L. B. Co- leoptera a) Nitidulidae: 35) Cychramus luteus F. (TEKL. B.) b) Dermestidae: 36) An- threnus pimpinellae F. c) Lamellicornia: 37) Phyllopertha horticola L. 38) Cetonia aurata L. 39) Trichius fasciatus L. d) Elateridae: 40) Agriotes aterrimus L. 41) Lacon muri- rd 100 III. Von Insekten befruchtete Bien: 33. Carum carvi. 34. Pimpinella. nus L. 42) Athous niger L.: e) Malacodermata : 43) Telephorus fuscus L. 44) Malachius bipustulatus F. 45) Dasytes flavipes F. 46) Trichodes apiarius L. fj Cistelidae: 47) Cistela murina L. g) Mordellidae: A8) Anaspis rufilabris GyLm. 49) A. frontalis L. 50) Mordella fasciata F. 51) M. aculeata L., sehr häufig. h) Curculionidae : 52) Spermophagus cardui SCHH. i) Cerambycidae: 53) Pachyta octomaculata F. (TEKL. B.) 54) Leptura livida F. 55) Gram- moptera ruficornis Pz. C. Hymenoptera a) Tenthredinidae : 56) Hylotoma femoralis KL. 57) H. rosarum F. 58) H. ustulata L. 59) H. vulgaris Kr. 60) Selandria serva F., häufig. 61) Tenthredo bifasciata L. 62) T. flavicornis L. 63) T. notha Kr., häufig. 64) T. atra KL. 65) T. spec. 66) Cimbex sericea L. b) Ichneumonidae: 67) Zahlreiche Arten. c) Evaniadae: 68) Foenus affectator F. (Thür.) 69) F. jaculator F. (Thür.) d) Chry- sidae: 70) Hedychrum lucidulum F. § in Mehrzahl. e) Sphegidae: 71) Crabro sexcinctus v. D. L.& (Thür.) 72) Cr. cephalotes H. Sch. ($ (Thür.) 73) Cr. lapidarius Pz. Q 74) Cr. vagus L. Ọ 75) Oxybelus bipunctatus OL. & 76) O. bellicosus Or. ($. zahlreich. 17) O. bellus DLB. $ 78) O. uniglumis I., sehr zahlreich. 79) Philanthus triangulum F. 80) Cer- ceris variabilis SCHR. Q &, nicht selten. $1) Gorytes campestris L. 9 ($, nicht selten. 82) Hoplisus laticinctus LEP. Q (Thür.) 83) Pompilus niger F. Q (TEKL. B.) 84) P. spissus . Scur. © 85; P. neglectus Wesm. Q (Thür.) 86) Myrmosa melanocephala F. Q. f) Ves- pidae: 87) Odynerus quinquefasciatus F. Q 88) O. elegans F. Q. g) Apidae: 89) Pro- sopis communis NYL. 5. 90) P. clypearis ScHENCK ($ (Thür.) 91) Halictus albipes F.9. 92) H. cylindricus F. 9. 93) H. minutus K. Ọ. 91) Andrena parvula K. 9 5. 95) A. albicrus K.G 96) A. helvola L. 9 5, Pollen sammelnd und saugend. 97) A. ful- vago Christ. 9, Pollen sammelnd. 98) A. proxima K. €, sgd. und Psd. 99) A. albicans K., sgd. 100) A. pilipes F. $, sgd. 101) A. dorsata K. €, Psd. 102) A. fucata Sw. €, sgd. 103) Apis mellifica L. 8, Psd. D. Neuroptera: 104) Panorpa communis L. 33. Carum carvi L. Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae:. 1) Stratiomys longicornis F. 2) Chrysomyia formosa Scor. b) Syrphidae: 3) Chrysotoxum festivum L. 4) Pipizella virens F. 5) Melanostoma mellina L. 6) Pyrophaena spec. sgd. 7) Syrphus ribesii L., sgd. 8) Platycheirus pel- tatus MaN. 9) Melithreptus taeniatus Men. 10) Eristalis arbustorum L. 11) E. horticola DEG. 12) E. aeneus Scor. 13) Helophilus floreus L., sehr häufig. 14) H. pendulus L. 15) Syritta pipiens L. c) Muscidae : 16) Gymnosoma rotundata L. 17) Echinomyia fera L. 18) Zophomyia tremula Scor. 19) Sarcophaga carnaria L. und albiceps Man. d) Bibio- midae: 20) Bibio hortulanus F. e) Tipulidae: 21) Tipula, Honig leckend. B. Cole- optera a) Curculionidae: 22) Bruchus, zahlreich. 23) Phyllobius oblongus L. b) Malaco- dermata: 24) Anthocomus fasciatus L. 25) Telephorus rusticus L. c) Chrysomelidae: 26) Crioceris 12 punctata L. C. Hymenoptera a) Tenthredinidae : 21) Hylotoma femo- ralis Kr. 2$) H. rosarum F. 29) H. coerulescens F. 30) H. enodis L. 31) Selandria serva L. 32) Athalia spinarum F. 33) Tenthredo trieineta F. 34) T. bifasciata L. u. a. 35) Dolerus eglanteriae F. 36) Cimbex sericea L. 37) Cephus troglodytes L. b) Ichneu- monidae: 38) zahlreiche Arten. c) Sphegidae: 39) Cemonus unicolor F., mehrfach. 40) Go- rytes campestris L. & 41) Crabro lapidarius Pz. Q 42) Cr. pterotus F. § 43) Cr. vaga- bundus Pz. 9. .d) Apidae: 44) Prosopis brevicornis NYL. g. 45) Pr. communis NYL. 5 46) Halictus maculatus SMITH Q sgd., wiederholt. 47) H. sexnotatus K. Q Psd. 48) H. albipes F. Q, Psd. 49) Andrena nigroaenea K. €, sgd. 50) A. albicans K. Q 65, sgd. 51) A. parvula K., sgd. und Psd. 52) A. fulvierus K. Q, sgd. 53) A. nana K. 5, sgd. und A. minutula K. Q, sgd. D. Lepidoptera Tineidae: 54) Adela, sgd. E. Neuro- ptera: 55) Sialis lutaria L. E 34. Pimpinella Saxifraga L. Besucher: A. Diptera: a) Tabanidae: 1) Tabanus micans Man. 2) Chrysops coecutiens L, b) Asilidae: 3) lsopogon brevirostris MGN. œ) Syrphidae: 4) Syrphus nitidicollis May. 5) S. pyrastri L. 6) Eristalis horticola Man. d) Conopidae: T) Conops 4fasciata DEG. e) Tipulidae: S) Pachyrhina crocata L. B. Coleoptera: a) Malacodermata: 9) Telephorus melanurus F. 10) Dasytes flavipes F. (Thür.) b) Cerambycidae: 11) Pachyta octomaculata F., häufig (Sld.) c) Chrysomelidae : 12) Clythra scopolina L. (Thür.) C. Hymenoptera a) Ten- thredinidae: 13) Hylotoma rosarum F., 14) Selandria serva L. 15) Tenthredo bicincta L. 16) T. notha Kr., häufig. 17) T. bifasciata L. u. a. 18) Cimbex sericea L. b) Zchneu- monidae: 19) Zahlreiche Arten. c) Apidae: 20) Sphecodes gibbus L., sgd. 21) Andrena parvula K., sgd. u. Psd. 22) A. fulvescens Sm. 9. D. Neuroptera: 23) Panorpa com- munis L. EIER, se ol a BaB Se _ ose3 ee. mn, ae oa m. SS = A . oo = eee BEER ne " run ig Zu m- — en TEN zi TS CPP à band " 35. Pimpinella. 36. Sium. 37. Bupleurum. 38. 39. Oenanthe. 40. Angelica. ` 101 35. Pimpinella magna L. Da ich diese Art nur wenig zu beobachten Gelegen- heit hatte, so kann ich von ihren Befruchtern nur angeben: Apidae: 1) Andrena parvula K. €, sgd. und Psd. 2) A. Rosae Pz. &, sgd. 36. Sium latifolium L. Besucher: A. Diptera a) Einpidae: 1) Empis sp. b) Dolichopidae: 2) Dolichopus aeneus DEG. c) Syrphidae: 3) Syrphus ribesii L. 4) Eristalis nemorum L. 5) E. arbustorum L. 6) E. aeneus SCOP. 7) Syritta pipiens L. 8) Helophilus floreus L. d) Muscidae: 9) Mesembrina meridiana L., sgd. 10) Lucilia silvarum Men. 11) L. Caesar L. 12) L. cornicina F. 13) Musca corvina F. 14) Aricia incana WIED., zahlreich. 15) Cyrtoneura simplex LoEw. 16) Calliphora vomitoria F. 17) Ocyptera brassicaria F. 18) Tetanocera ferruginea FALLEN. 19) Sepsis sp. e) Stratiomydae: 20) Stratiomys riparia Men. B. Coleoptera a) Mor- dellidae: 21) Mordella fasciata F. b) Malacodermata: 22) Telephorus melanurus L. c) La- mellicornia: 23) Trichius fasciatus L. C. Hymenoptera a) Tenthredinidae: 24) Selandria serva F. 25) Athalia rosae L. 26) Tenthredo notha KL. b) Ichneumonidae: 27) Zahlreiche Arten. c) Sphegidae: 28) Crabro dives H. Sch. & 29) C. lapidarius Pz. § Q, wiederholt. 30) C. pterotus F. 5. 31) C. vagus L. $. D. Hemiptera: 32) Eine Art kleiner Anthocoriden. 37. Bupleurum falcatum L. (Thüringen). Die trübgelben Blüthen dieser Pflanze fand ich nur von Fliegen und Hymenopteren besucht. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Syritta pipiens L., sehr zahlreich, sgd. und Pfd. 2) Eristalis arbustorum L., sgd. 3) Pipizella annulata Maca., sgd. b) Bombylidae : 4) Anthrax flava Hrrsco., sgd. B. Hymenoptera a) Tenthredinidae: 5) Hylotoma rosa- rum F., sgd. b) Vespidae: 6) Polistes gallica L. und var. diadema, sgd. c) Ichneumo- nidae: T) verschiedene Arten, sgd. d) Apidae: S) Halictus interruptus Pz. ($, sgd. 38. Oenanthe fistulosa L. Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Stratiomys Chamaeleon DEG. b) Empidae: 2) Empis livida L. 3) E. rustica FALLEN. c) Leptidae: 4) Atherix ibis L. d) Syrphidae: 5) Syritta pipiens L. 6) Eristalis nemorum L. 7) E. arbustorum L. 8) E. sepulcralis L. 9) Ver- schiedene Luciliaarten , sämmtlich saugend. B. Coleoptera Lamellicornia: 10) Trichius fasciatus L. C. Hymenoptera Apidae: 11) Macropis labiata Pz. $, sgd. 12) Heriades truncorum L. Q, sgd. 13) Prosopis sp. : 39. Oenanthe Phellandrium Lam. Besucher : A. Diptera: a) Stratiomydae: 1) Odontomyia viridula F. b) Syrphidae: 2) Syritta pipiens L. 3) Eristalis arbustorum L. und andere. c) Muscidae: 4) Lucilia cornicina F. 5) Aricia vagans FALLEN. 6) Cyrtoneura curvipes MAcQ. (nach der Bestimmung des Herrn WINNERTZ), sämmtlich sgd. d) Mycetophilidae: 7) Sciara Thomae L. B. Coleoptera: a) Chrysomelidae: 8) Helodes Phellardrii L., ganze Döldchen bis auf die Stiele abweidend. b) Cerambyeidae: 9) Leptura livida L., zahlreich, die fleischige Scheibe beleckend, Antheren und Blumenblätter beknabbernd. c) Elateridae: 10) Adrastus pallens ER. C. Hymen- optera: a) Tenthredinidae: 11) Athalia rosae L. 12) Tenthredo spec. b) Ichneumonidae: 13) Verschiedene Arten. c) Sphegidae: 14) "Tiphia ruficornis K. 15) Oxybelus bipunctatus OL. Q 16) Pompilus viaticus L. 17) P. trivialis Kr. Ọ d) Apidae: 18) Prosopis varie- gata F. $. 19) Sphecodes gibbus L. 3. D. Lepidoptera: 20; Vanessa C -album L. 40. Angelica silvestris L. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Syritta pipiens L. 2) Helophilus floreus L. 3) Eri- stalis pertinax ScoP. 4) Pipizella virens F.. b) Muscidae: 5) Tachina praepotens Men. (nach der Bestimmung des Herrn WINNERTZ). 6) Echinomyia fera L. 7) Mesembrina meridiana L. 8) Scatophaga stercoraria L. 9) Sc. merdaria F. 10) Lucilia silvarum L. 11) Sarcophaga spec. B. Coleoptera a) Dermestidae: 12) Anthrenus Pimpinellae F. b) Lamellicornia : 13) Trichius fasciatus L., hld. c) Malacodermata : 14) Telephorus melanu- rus L. d) Coccmellidae: 15) Coccinella 7 punctata L., sgd. 16) C. l4punctata L., sgd. e) Nitidulidae: 17) Meligethes, häufig. C. Hymenoptera: a) Tenthredinidae: 18) Athalia rosae L. 19) Tenthredoarten. b) Ichneumonidae: 20; Verschiedene Arten. c) Ewaniadae : 20) Foenus affectator F. d) Sphegidae: 22) Crabro lapidarius Pz. 5% (Thür.), häufig. 23) Phi- lanthus triangulum F. e) Vespidae: 24) Odynerus sinuatus F. Q 25) ©. debilitatus SAuss. 26) Vespa rufa L. 8, sgd. f) Apidae: 27) Prosopisarten, sgd. 28) Andrena pilipes F. ©, sgd. D. Lepidoptera: 29) Argynnis Paphia L. (Willebadessen) (sgd?) E. Neuro ptera: 30) Panorpa communis L., hld. ; V 102 III. Von Insekten befruehtete Blumen: 41. Silaus. 42. Peuced. Cerv. 43. Anethum. . 41. Silaus pratensis Bess. Von dieser Art, die ich nur selten zu beobachten Gelegenheit hatte, kann ich als Befruchter bloss notiren : Hymenoptera: a) Tenthredinidae: 1) Tenthredo notha Kr. b) Sphegidae: 2) Pom- pilus viaticus L. $, hld. c) Apidae: 3) Halictus longulus Sw. 5, sgd. 42. Pencedanum Cervaria Lar. In Thüringen, an dem an seltneren Pflanzen reichen Abhange des Rehmbergs bei Mühlberg (Kreis Erfurt), fand ich in den sehr | 5 sonnigen letzten Tagen des August 1869 folgende zum Theil seltnere Insekten auf Blüthen dieser ebenfalls selteneren Schirmpflanze : A. Diptera a) Bombylidae: 1) Anthrax maura L. b) Muscidae: 2) Phasia crassi- pennis F., häufig. 3) Ph. analis F., einzeln. 4) Gymnosoma rotundata L., sehr zahlreich. B. Coleoptera a) Chrysomelidae: 5) Clythra scopolina L. bj Cerambycidae: 6) Stran- galia bifasciata MÜLLER. C. Hymenoptera a) Chrysidae: 7) Hedychrum lucidulum F.&Q@ b) Sphegidae: 8) Crabro vagus L. $. 9) Cr. cribrarius L. © 3, häufig. 10) Nysson - maculatus v. d. L. Q. 11) Tachytes unicolor Pz. ©. 12) T. pectiuipes v. d. L. 9. 13) Am- mophila sabulosa L. 14) Psammophila viatica L. $. 15) Pompilus viatieus L. g. 16) Prio- enemis bipunctatus F. C. 17) Pr. obtusiventris SCHIÓDTE C. 18) Ceropales maculata y. o 19) C. variegata F. Q98. 29) Tiphia femorata F., sehr zahlreich — sämmtlich honigleckend. e) Vespidae: 21) Polistes gallica L. und var. diadema. d! Apidae: 22) Prosopis variegata F., sgd. 23) Halictus leucozonius SCHRK. ( €, sgd. und Psd. 24) H. quadrieinetus F. €, sgd. 25) Andrena minutula K.Q, zahlreich, Psd. —26) Megachile lagopoda Pz. Q, ein einziges Mal, sgd. Es ist eine bemerkenswerthe Thatsache, dass diese seltnere Schirmpflanze’ von einer ausgewählten Gesellschaft seltnerer Gäste besucht wird, während die sonst ge- wöhnlichsten Gäste fehlen. Ich glaube nicht, dass diess durch einen besondern Ge- schmack des Honigs von Peuc. Cerv. bedingt ist, sondern es wird darin seinen Grund haben, dass dieselben Bedingungen, von denen das Vorkommen dieser Pflanze ab- hängt, auch besonderen Insekten günstig sind. 43. Anethum graveolens L. Dini. Die trübgelben Blüthen dieser Pflanze wer- den, eben so wie die von Bupleurum, von Dipteren und Hymenopteren besucht, aber ungleich häufiger und von viel zahlreicheren Arten, was ohne Zweifel durch den starken Geruch der Blüthen bedingt ist. Unter den sehr zahlreichen Besuchern befindet sich kein einziger Käfer! Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Chrysomyia formosa Scor., sgd. b) Bom- bylidae: 2) Anthrax maura L. (Thür) c) Syrphidae: 3). Cheilosia seutellata FALLEN. 4) Syrphus pyrastri L., eben so wie die folgenden sgd. 5) Eristalis arbustorum L. 6) E. nemorum L. 7) E. sepulcralis L. 8) E. tenax L. 9) Syritta pipiens L. d) Muscidae : 10) Gymnosoma rotundata L., häufig. 11) Lucilia cornieina F. 12) Musca corvina F. 13) Cyrtoneura simplex LOEW. und curvipes MacQ. (die beiden letzten nach der Bestim- mung des Herrn WINNERTZ). 14) Sepsis, häufig. e) Tipulidae: 15) Tipula sp. B. Hymen- optera a) Tenthredinidae: 16) mehrere Tenthredoarten. b) Jehneumonidae: 17) zahlreiche Arten. c) Evamiudae: 18) Foenus affectator F. 19) F. jaculator F. (Thür.) d) Formicidae: nicht selten. e) Chrysidae: 20) Hedychrum lucidulum F. Q d, nicht selten. 21) Chrysis ignita L.Q. 22) Chr. bidentata L. Q. f) Sphegidae: 23) Crabro sexcinctus v. d. L. 3 (Thür.) 24) Cr. vexillatus Pz. 9 (Thür.) 25) Cr. podagricus H. Sch, Q (Thür.) 26) Cr. denticrus H. Scu. 27) Cr. Wesmaeli v. d. L. $. 28) Oxybelus uniglumis L., häufig. 29) Trypoxylon clavicerum v. d. L. 9. 30) Cemonus unicolor F. Q. 31) Tachytes pe- ctinipes L. € (Thür.) 32) Psen atratus Pz. Q & (Thür.) 33) Pompilus cinctellus v. d. L. €. 34) P. neglectus4 WEsM. © (Thür. 14. Juli 1870!). 35) Tiphia femorata F. §. 36) Myr- mosa melanocephala F. (Thür. 14. Juli 1870!) g) Vespidae: 37) Odynerus parietum L. 38) O. debilitatus Sauss 39) Eumenes pomiformis L. d 40) Polistes gallica L. (Thür.) h) Apidae: 41) Prosopis sinuata SCHENCK $ Q '(Thür.) 42) Pr. communis NYL. Q & (TEKL. BA AE: armillata NvrL ($ (TEKL. B.) 44) Sphecodes gibbus L. $ €, häufig. 45) An- drena parvula K. €, Psd. #46) A. dorsata. K. Q, Psd. 44. Pastinaca sativa L. (Thüringen). Besucher: A. Diptera a) Bombylidae: 1) Anthrax flava Hrrsce , hld. b) Syrphidae: 2) Chryso- toxum bicinetum L. 3). Syritta pipiens L c} Muscidae: 4) Dexia rustica F. 5) Onesia — 44. Pastinaca. 45. Heracleum. 46. Torilis. 103 sepulcralis MóN. 6) Lucilia silvarum MeN. 7) Sarcophaga carnaria L. B. Hymenoptera a) Tenthredinidae: 8) mehrere Tenthredoarten. b) Ichneumonidae: 9) zahlreiche Arten. c) Sphegidae: 10) Crabro sexcinctus v. d. L. &. 11) Tiphia femorata F. 12) Mutilla europaea L. Q. d) Vespidae: 13) Polistes gallica L. und var. diadema. 14) Odynerus parietum L. 3. Also werden auch die trübgelben Blüthen dieser Pflanze, eben so wie die von Bupleurum und Anethum, nur von Dipteren und Hymenopteren besucht, nicht von Käfern ! 45. Heracleum Sphondylium L. Besucher: A. Diptera a) Bombylidae: Anthrax flava HFF. (Sld. TEKL. B.) B. Empidae: 2) Empis livida L. c) Asilidae: 3) Dioctria Reinhardi WIED., häufig (Sld.) d) Syrphidae: 4) Chryso- toxum bicinetum L. (Sld) 5) Ch. festivum L. (TEKL. B.) 6) Pipizella virens F. 7) P. annulata Maca. 8) Chrysogaster viduata L. 9) Cheilosia scutellata FALL. 10) Syrphus glaucius L. 11) S. ribesii L. 12) S. pyrastri L. 13) Melithreptus menthastri L. 14) Ascia podagrica F. 15) Eristalis tenax L. 16) E. nemorum L. 17) E. arbustorum L. 18) E. sepulcralis L. 19) E. aeneus Scor. 20) E. pertinax Scor. 21) E. horticola Men. (Sld.) 22) Helophilus floreus L., häufig. 23) Xylota florum L. (Sld.) 24) Syritta pipiens L- e) Conopidae: 25) Zodion: cinereum F. (Sld.) f) Muscidae: 26) Echinomyia grossa L. (Haar). 27) E. fera L. 28) E. magnieornis ZETT. 29) Nemoraea spec. 30) Exorista vulgaris FALLEN. 31) Tachina erucarum RoND. 32) Sarcophaga carnaria L., häufig. 33) S. hae- marrhoa Mean. 34) Onesia sepulcralis Men. 35) O. floralis Ros. DEsv. 36) Graphomyia maculata ScoP. 37) Lucilia sericata Mon. 38) L. Caesar L. 39) L. silvarum Men. 40) L cornieina F. 41) Pyrellia aenea ZETT. 42) Musca corvina F. 43) Calliphora vomitoria L. 44) C. erythrocephala Men. 45) Scatophaga merdaria F., häufig. 46) Sepsis cynipsea- L., häufig. g) Tabanidae: 47) Tabanus rusticus L. h) Mycetophilidae: 48) Platyura sp. i) Ti- pulidae: 49) Pachyrhina ħistrio F. B. Coleoptera a) Nitidulidae: 50) Thalycra sericea Er. (Siebengebirge). 51) Meligethes, .hfg. b) Dermestidae: 52) Anthrenus pimpinellae F. c) Lamellicornia: 53) Hoplia philanthus SuLz, sehr zahlreich (Sld.). 54) Trichodes fascia- tus L., häufig. 55) Cetonia aurata L., sehr häufig (Sld. Siebengeb.) d) Elateridae: 56) Agriotes ustulatus SCHALLER (Thür.) 57) Corymbites holosericeus L. 58) C. haema- todes F. (Siebengeb. 8. Juli 1871.) e) Malacodermata: 59) Telephorus melanurus F., sehr zahlreich. 60) T? fuscus L. 61) T. lividus L. 62) Trichodes apiarius L. f) Mordellidae: 63) Mordella fasciata F. g) Oedemeridae: 64) Oedemera virescens L. h) Cerambycidae : 65) Rhagium inquisitor F. (Sld.) 66) Pachyta Smaculata F., häufig (Sld., Siebengeb.) 67) Strangalia melanura L., sehr häufig (Sld.) 68) Str. nigra L. i) Chrysomelidae : 69) Crypto- cephalus sericeus L. k) Coccinellidae: 10) Exochomus auritus ScRIBA. C. Hym enoptera a) Tenthredinidae: i1) Tenthredo bifasciata L., häufig. 72) T. notha Kr., nicht selten. 73) T. trieineta F. 74) T. spec. 75) T. annulata .F. 76) Selandria serva F., sehr zahlreich. 77) Athalia rosae L. 18) Hylotoma rosarum F. 79) H. coerulescens F. 80) H. ustulata L. 81) H. vulgaris KL: 82) H. femoralis Kr. 83) Cimbex sericea L., nicht selten (Sld.) b) Zchneumonidae: 84) Zahlreiche Arten. c) Sphegidae: 85) Crabro lapidarius Pz. © 58, in Mehrzahl. 86) Cr. vagus L. © 8. 87)-C. cribrarius L. 9 ($. S8) Oxybelus uniglumis L., häufig. 89) Philanthus triangulum F. Q. 90) Gorytes campestris L. 9 & nicht selten. 91) Dinetus pictus F. OQ $, in Mehrzahl. 92) Mimesa bicolor SH. (Thür.) 93) M. unicolor v. d. L. (Thür.) 94) Pompilus viaticus L. d. 95) P. pectinipes v. g TAER: 96) Priocnemis exaltatus F. (Thür.) 97) Ceropales maculata F., nicht selten. 98) Tiphia femorata F., zahlreich. d) Vespidae: 99) Odynerus parietum L., zahlreich. 100) O. sinua- tus F. 101) O. trifasciatus F. Q. 102) Vespa rufa L.Q. 103) V. holsatica F. á. 104) V. vulgaris L. 8. e) Apidae: 105) Prosopis armillata NYL. ©. 106) Halictus cylindricus F. 9, Psd., das ganze Haarkleid der Unterseite bestäubt. 107) H. leucopus K. $. 108) H. flavipes F. €. 109) Andrena nana K. 9, sgd. 110) A. fucata Sw. 9, in Mehrzahl, sgd. und Psd. 111) A. coitana K. Q, nicht selten (Sld.) 112) A. Rosae Pz. Q, wiederholt. 113) Sphecodes gibbus L. $, sgd. 114) Nomada ferruginata K. Q, sgd. 115) Megachile centuncularis L. Q, Psd. 116) Bombus terrestris L. Q, Psd. 117) Apis mellifica 8, sgd. und Psd. D. Hemiptera: 118) Mehrere Wanzen. 46. Torilis Anthriseus L. Besucher: ^A. Diptera: 1) Gymnosoma rotundata L., in Mehrzahl. B. Hymenoptera: a) Ten- | thredinidae: 2) Tenthredo notha Kr. (TEKL. B. b) Sphegidae: 3) Crabro vagus L. 9. 4) Oxybelus bellicosus OL. 5) O. uniglumis L., zahlreich. 6) Ceropales maculata F. $ 9, 104 -— IH. Von Insekten befruchtete Blumen: 47. Daucus. 48. Anthriscus. zahlreich. c) Vespidae: 7) Odynerus parietum L. d) Apidae: S) Prosopis variegata F. 5. C. Lepidoptera: 9) Pieris rapae L. 47. Daucus Carota. Besucher: j : | A. Diptera: a) Strattomydae : 1) Stratiomys Chamaeleon Dec. , häufig. 2) Str. ri- paria MGN., häufig. bj Bombylidae: 3) Anthrax flava Hrr. (Thür.) c) Syrphidae: 4) Pipi- zella annulata MAcq. 5) Pipiza funebris F. 6) Chrysogaster viduata D. 7) Cheilosia soror Zerr. 8) Syrphus pyrastri L. 9) Melithreptus seriptus L. 10) M. taeniatus MGN. 11) Ascia podagrica F. 12) Eristalis sepulcralis L. 13) E. arbustorum L. 11) Helophilus floreus L. 15) Syritta pipiens L. d) Muscidae: 16) Gymnosoma rotundata L. 17) Sarcophaga albi- ceps MGN. (Thür.) 18) Luciliaarten. 19) Sepsisarten. B. Coleoptera a) Dermestidae : 20) Anthrenus pimpinellae F. b) Lamellicornia: 21) Trichius fasciatus L. e) Wateridue : 22) Agriotes sputator L. (Thür.) 23) A. ustulatus SCHALLER (Thür.) 24) A. gallicus LAP. Thür.) d) Malacodermata: 25) Dasytes pallipes Pz. (Thür.) e) Mordellidae: 26) Mordella fasciata F. 27) M. aculeata L. f) Curculionidae: 28) Spermophagus cardui Scum. (Thür.) g) Cerambycidae: 29) Strangalia bifasciata MÜLLER (Thür) C. Hymenoptera a) Ten- thredinidae: 30) Hylotoma ustulata L. (Thür.) 31) H. femoralis Kr. (Thür.) 32) Selandria serva F. 33) Athalia rosae L. 34) Tenthredo notha Kr. b) Ichneumonidae: 35) Ver- schiedene. c) Chrysidae: 36) Hedychrum lucidulum F. 599 (Thür.), häufig. d) Sphegidae : 37) Oxybelus uniglumis L., häufig. 35) O. bipunctatus Or. 39j Pompilus niger F. ĝ. 40) P. viaticus L d. 41) P. neglectus WEsm. & 42) P. intermedius SCHENCK. 43) Prio- cnemis obtusiventris Schr. (Thür.) 44) Ceropales maculata F. 45). Tiphia femorata F., zahlreich. 46) Mutilla europaea L. $ (Thür. 14. Juli 1870). 47) Cerceris variabilis SCHR. Q e) Vespidae: 48) Odynerus sinuatus F. Q. f) Apidae: 49) Prosopis variegata F. $ (Thür.) 50) P. sinuata SCHENCK &. 51) Sphecodes gibbus L. Q. 52) Halictus albipes F. $. 53) H. interruptus Pz. Q (Thür ) 54) H. fulvicornis K. 5. 55) Andrena parvula K. 56) A. nana K.9, sgd. 57) Nomada lateralis Pz. Q (Thür.) D. Lepidoptera: a) Rhopalocera: 58) Hesperia lineola O., sgd. b) Tineina: 59) Nemotois HBN. spec , sgd. E. Hemi- ptera: 60) Tetyra nigrolineata L. (Thür.), häufig. F. Neuroptera: 6!) Hemerobius. 48. Anthriscus silvestris Horrm. Fig. 33. 1. Blüthe im ersten Stadium, rein männlich. æ noch nicht aufgesprungene, aus der Blüthe zurückgebogene An- theren, a’ aufgsprungene, schräg auswärtsstehende Antheren. Die Griffel sind noch nicht sichtbar. 2. Blüthe im zweiten Stadium, rein weiblich. Die Staubgefässe sind abgefallen , die Griffel hervorgewachsen, ihre Narben entwickelt. = j Pris p = ınnere,p = - äussere Blumenblátter, ov = ovarium, 2 = nectarium, st — stigma. Die vorstehenden Figuren können zur Erläuterung einiger vortheilhaften Eigen- thümlichkeiten dienen, welche allen ausgeprägten Umbelliferen, so auch grösstentheils den 17 zuletzt genannten, von denen nur die Befruchter verzeichnet worden sind, zukommen; diese Eigenthümlichkeiten sind: 1) die völlig freie Lage des Honigs, ' welche durch das polsterfórmige Emporschwellen der ihn absondernden oberweibigen Scheibe, durch das anfángliche Fehlen der Griffel, durch das völlig flache Auseinan- derbreiten der Blumenblätter, endlich durch die Eigenthümlichkeit der Staub- gefässe, vor dem Aufspringen sich aus der Blume herauszubiegen, dann sich, schräg auswärtsstehend, nur schwach aufzurichten, endlich bei eintretendem Insektenbesuche 48, Anthriscus silvestris. 49. Anthriscus Cerefolium. 105 leicht gänzlich abzufallen, bewirkt wird; 2) die sehr ausgeprägte proterandrische Dichogamie, welche in dem Grade entwickelt ist, dass bei stattfindendem Insekten- besuche jede Spur der Staubgefässe verschwunden ist, wann sich die Narben zur Reife entwickeln; 3) das Verlorengehen der Regelmässigkeit der einzelnen Blüthe im Dienste der Blüthengesellschaft, indem die nach aussen stehenden Blumenblätter sich auf Kosten der der Doldenmitte zugekehrten zu bedeutenderen Flüchen ent- wickeln. Wie bei den vorher genannten Arten, so findet sich auch bei A. silvestris eine sehr gemischte Gesellschaft vorwiegend kurzrüssliger Insekten der verschiedensten Abtheilungen ein, meist um die flache adhürirende Honigschicht von der oberweibigen Scheibe abzulecken; einige wenige Schwebfliegen und Musciden, um Blüthenstaub zu fressen; einige wenige Bienen, um Pollen zu sammeln. Indem sie rasch über die Fläche der Dolde hinschreiten und oft von Dolde zu Dolde fliegen, behaften sie leicht in jüngern Blüthen die Unterseite ihrer Beine und ihres Leibes, besonders wenn dieser behaart ist, mit Blüthenstaub und bewirken auf älteren Dolden in kurzer Zeit zahl- reiche Fremdbestäubungen. Auf Anthriscus silvestris traf ich sogar die Honigbiene wiederholt Pollen sam- melnd an; mit grösster Hast rannte sie über die Dolden, so geschwind, dass ich die ‚einzelnen Akte des Pollensammelns gar nicht mit den Augen zu verfolgen vermochte, und streifte dabei zahlreiche Staubbeutel vollständig ab. Trotz ihrer Emsigkeit, die anderen Blüthen oft sehr vortheilhaft wird, ist sie für Anthriscus silv. von geringem oder gar keinem Nutzen; denn sie nimmt ihr den Blüthenstaub weg und wirkt, da sie nicht oder nur ausnahmsweise auf die im zweiten Stadium befindlichen Dolden geht, nichts oder nur wenig für deren Befruchtung. Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Nemotelus pantherinus Ir 2) Stratiomys Chamae- leon DEG. b) Empidae: 3) Empis punctata F. 4) E. stercorea L. c) Syrphidae: 5) Syr- phus corollae F. 6) S. ribesii L. 7) Melithreptus scriptus L. 8) M. pictus MGn. 9) Ascia podagrica F. 10) Eristalis arbustorum L. 11) E. pertinax Scor. 12) Helophilus floreus L. 13) Syritta pipiens L. d) Muscidae: 14) Echinomyia fera L. 15) Zophomyia tremula Scop. 16) Sarcophaga spec. 17) Lucilia sericata Man. 18) Musca corvina F. 19) Grapho- myia maculata ScoP. 20) Scatophaga merdaria F. 21) Sc. stercoraria L., zahlreich. 22) Sepsis spec. 23) Psila fimetaria L. e) Bibionidae: 24) Bibio hortulanus F. f Tipulidae: 25) Pachyrhina erocata L. 26, P. pratensis L: B. Coleoptera a) Nitidulidae: 27) Epu- raea sp. 28) Meligethes. b) Eluteridae: 29) Synaptus filiformis F. 30) Lacon murinus L, mehrfach. 31) Athous niger L. 32) Corymbites quercus ILL. c) Malacodermata : 33) Telephorus fuscus L. .34) T. rusticus F. 35) T. lividus L. 36) Malachius aeneus L. 37) M. bipustulatus F. d) Oistelidae: 38) Cistela murina- L. e) Mordellidae: 39) Mor- della fasciata F. 40) M. pumila GYLL. f) Curculionidae: 41) Bruchus, zahlreich. g) Ceram-- bycidae: 42) Clytus arietis L. 43) Pachyta collaris L. (Thür.) 44) P. octomaculata F. Thür.) 45). Grammoptera lurida F. (TEKL. B.) 16) G. ruficornis F. C. Hymenoptera a) 'enthredinidae: 47) Hylotoma femoralis Kr. (Thür.) +48) Macrophya neglecta KL. 49) Tenthredo notha Kr. -50) T. rapae Kr. 51) T. annulata F. 52) "T. rustica L. 93) T. spec. 54) Selandria serva F. 55) Athalia rosae L. 56) Dolerus cenchris HTG. 57) Nematus vittatus LEP. 58) N. myosotidis F. b) Ichneumonidae: 59) Verschiedene Arten. c) Formicidae: 60) Desgl. d) Sphegidae: 61) Crabro sexcinctus v. d. L. ($. 6?! Cr. cepha- lotes H. Scu. $ (Thür. 63) Hoplisus laticinctus LEP. Q (Thür.) 61) Pompilus neglectus WEsm. © (Thür. 65) P. viaticus L. Q. e) Vespidae: 66) Odynerus elegans H. Scu. © (TERL. B.) f) Apidae: 67) Halictus Smeathmanellus K. Q. 68) Andrena parvula K., sgd. und Psd. 69) A. Collinsonana K. Q. 70) A. fucata Sm. Q. 71) Apis mellifica L. 8, Psd. D. Neuroptera: 72) Sialis lutaria L. 73) Hemerobius sp. 49. Anthriscus Cerefolium Horrw. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Eristalis arbustorum L. 2) E. nemorum L. 3) Syritta pipiens L. b) Muscidae: 4) Gymnosoma rotundata L. 5) Exorista vulgaris FALLEN. 6) Sarcophaga haemarrhoa MEIGEN (teste WINNERTZ!) 1) S. dissimilis Men. (desgl.) * 106 IIl. Von Insekten befruchtete Blumen: 50. Chaerophyllum temulum ete. 8) Cyrtoneura simplex LoEw. (desgl. 9: Anthomyia radicum L. (desgl. 10) Sepsis sp., hld. e) Bibionidae: 11) Bibio hortulanus F. B. Coleoptera a) Nitidulidae: 12) Meli- gethes, sehr häufig, auch in copula, hld. b) Dermestidae: 13) Anthrenus pimpinellae F. 14) A, scrophulariae L., beide häufig, hld. c) Malacodermata: 15) Anthocomus fasciatus L. 16) Malachius aeneus F. d) Mordellidae: 1°) Anaspis frontalis L., hld. c) Ceram- bycidae: 18) Grammoptera ruficornis F., hld. C. Hymenoptera a) Ichneumonidae : 19) zahlreiche Arten. b) Formicidae: 20) mehrere Arten. c) Sphegidae: 21) Oxybelus uniglumis L., häufig. 22) Pompilus pectinipes v. d. L. &. 23) P. spissus SCHI. d) Apidae: 24) Prosopis communis NYL. $. 25) P. armillata NYL. ©. 26) Apis mellifica L. 8, Psd. 50. Chaerophyllum temulum L. Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Chrysomyia formosa Scor. b) Syrphidae: 2) Chei- losia scutellata FALLEN u. a. 3) Chrysogaster coemeteriorum L. 4) Melanostoma mel- lina L. 5) Melithreptus scriptus L. 6) Baccha elongata F. 7) Eristalis nemorum L. 8) Helophilus floreus L. 9) Syritta pipiens L. b! Muscidae: 10) Gymnosoma rotundata L. B. Coleoptera a) Nitidulidae: 11) Meligethes. b) Dermestidae: 12) Anthrenus scrophu- lariae L. 13) A.-pimpinellae F. c) Cerambycidae: 14) Leptura livida L. 15) Pachyta 8maculata F. (TEKL. B.)- C. Hymenoptera a) Tenthredinidae: 16) Tenthredo flavi- eornis L. 17) T. notha Kr. 18) T. rustica L. 19) mehrere unbestimmte Tenthredo- arten. b) Sphegidae: 20) Crabro cribrarius L. Q 5. 21) Entomognathus brevis v. d. L. Q. c) Vespidae: 22) Odynerus parietum L. Q. d) Apidae: 23) Andrena Collinsonana K. ©, sgd. u. Psd. 51. Chaerophyllum hirsutum L. Besucher: A. Diptera Syrphidae: 1) Eristalis pertinax Scor. B. Coleoptera a) Elateridae : 2) Agriotes gallicus LAP. (Thür.) b) Oedemeridae: 3) Oedemera flavescens L. (Thür.) C. Hymenoptera a) Tenthredinidae: 4) Hylotoma enodis L., in Mehrzahl. 5) H. segmen- taria Pz. Thür.) 6) Tenthredo bifasciata L. (Thür.) 7) T. notha KL. S) T. spec. 9) Athalia rosae L. b) Zvaniadae: 10) Foenus affectator F. (Thür.) c) Chrysidae: 11) Chrysis ignita L. (Thür.) d) Sphegidae: 12) Crabro subterraneus F. 5 (Thür.) 13) Pompilus pectinipes v. d. L. (Thür.) 14) Myrmosa melanocephala F. (Thür.) e) Apidae: 15) Sphecodes ephippia L. 3 52. Myrrhis odorata Scor. | : ‘ Die nebenstehenden Figu- ren stellen Blüthen dar, wie ich sie bei Myrrhis odorata zu Endeihrer Blüthezeit (13. Juni 1871) fand. Die zuletzt ent- wickelten Blüthen (1. Fig. 34( sind rein männlich; ihre Staubgefásse und Blumen- blätter fallen ab, ohne dass sich auf ihren verkümmerten Fruchtknoten Griffel oder Narben entwickeln (siehe 2. : Fig. 34). Der Vortheil die- 1. Männliche Blüthe, wie solche am Ende der Blüthezeit erscheinen. ser zuletzt auftretenden rein 9. Dieselbe nach dem Verblühen. * 3 3. Zwitterblüthe im letzten Stadium. mánnlichen Zwergblüthen für ob = ovarium , » = petalum, a = anthera («^ noch nicht aufge- die Pflanze liegt auf der Hand; sprungen), st = stigma, n = nectarium. i i ieiunus deas iar odite: Ber fruchtung der letzten Zwitterblüthen (3. Fig. 34) nóthigen Blüthenstaub, während dagegen, wenn die Blüthezeit mit Zwitterblüthen abschlösse , die letzten derselben natürlich unbefruchtet bleiben müssten. Ich hatte keine Gelegenheit, die Befruchtung von Myrrhis od., welche in der "Umgegend Lippstadts nur in einer vereinzelten Gruppe verwilderter Exemplare vor- "TOT | ri 6g | i fa p f F1 TEN CS TERNI S ros — ——— xe 53. Conium maculatum. Rückblick auf die Umbelliferen. 107 kommt, selbst.zu beobachten. Herr BoRGSTETTE schickte mir indess folgende In- sektenarten zu, die er bei TEKLENBURG auf den Blüthen dieser Pflanze eingesammelt hatte : A. Diptera a) Bombylidae: 1) Bombylius major L. b) Eimpidae: 2, Empis tesse- lata F. c) Syrphidae: 3) Xylota femorata L. B. Coleoptera Chrysomelidae: 4) Gale- ruca calmariensis L. C. Hymenoptera a) Ichneumonidae: 5) mehrere Arten. b) Apidae : 6) Halictus maculatus Sm. 53. Conium maculatum L., Schierling. Die nebenstehenden Fi- guren sollen zurVeranschau- lichung einer Eigenthüm- lichkeit der Umbelliferen- blüthen dienen, welche in den vorhergehenden Figu- ren noch nicht deutlich dargestellt ist, nemlich des sehr langsamen und all- mählichen Verlaufs der an- Fig. 35. fangs rein männlichen, 1. Blüthe im Anfange des ersten (männlichen) Zustandes. später rein weiblichen Blü- 25 Blbihe in der Mitte desselben fudteB en th e 3. Blüthe im zweiten (weiblichen) Zustande. é enperiode. a = anthera, st = stigma, n = nectarium. Die erste Figur stellt eine Blüthe dar, die aufzublühen beginnt, obwohl sie noch lange nicht ihre volle Grösse erreicht hat. Das Staubgefüss «a! ist aufgesprungen und mit Blüthenstaub bedeckt, a? ist im Begriff aufzuspringen ; die drei übrigen sind noch nicht reif; «? ist jedoch weiter entwickelt als a^; am unentwickeltsten ist das einwärts gekrümmte 4; von den Griffeln ist noch keine Spur zu sehen. Jedes folgende Staubgefáss steht von dem vorhergehenden um 2/|. des Umfanges ab. Die zweite Figur stellt eine etwas ältere und völlig ausgewachsene Blüthe dar, die sich noch mitten im männlichen Stadium befindet. Das Staubgefüss «! ist völlig entleert und verschrumpft; a? ist halb verschrumpft und noch mit etwas Pollen behaftet; «a? ist erst kürzlich auf- gesprungen und noch ganz mit Pollen bedeckt; a4 ist im Begriff aufzuspringen; es sprang noch wührend des Abzeichnens auf; a? ist noch geschlossen. Die Griffel sind noch kurz und einwärts gebogen mit unentwickelten Narben. Die dritte Figur end- lich zeigt eine im zweiten Stadium befindliche Blüthe. Die Staubgefässe sind ab- gefallen; die Griffel haben sich aufgerichtet; eine knopfige Narbe hat sich am Ende jedes Griffels entwickelt. Auch dieser durch ihre giftigen Säfte berüchtigten Pflanze fehlt es nicht an zahlreichen Besuchern, die begierig ihren Honig lecken. Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Sargus cuprarius L. b) Muscidae: 2) Cal- liphora vomitoria L. 3) Lucilia cornicina F. 4) Scatophaga stercoraria L. 5) Sepsis sp. B. Coleoptera a) Nitidulidae: 6) Meligethes, häufig. b) Dermestidae: 7) Anthrenus pimpinellae F. o) Lamellicornia : 8) Trichius fasciatus Li C. Hymenoptera a) Ten- thredinidae: 9) Nematus vittatus L. . 10) Mehrere unbestimmte Tenthredoarten. b) Ichneu- monidae: il) Verschiedene Arten. c) Sphegidae: 12) Pompilus trivialis KL. ©. J Apidae : 13) Andrena lepida SCHENCK ($. ` Rückblick auf die Umbelli feren. Ein Rückblick auf den Insektenbesuch der Umbelliferen ergibt in unzweideu- tigster Weise, dass die Reichlichkeit und Mannichfaltigkeit desselben sich bei übrigens gleicher Blütheneinrichtung in gleichem Verhältnisse mit der Augenfälligkeit der 108 . * Ht. Von Insekten befruchtete Blumen : 54. Nuphar luteum. Blüthenschirme steigert. Zum Vergleiche können natürlich nur in annähernd gleicher Häufigkeit beobachtete Arten dienen. Versucht man eine Anzahl derselben, z. B. Aegopodium, Carum, Pimpinella Sax., Heracleum, Torilis, Anthriscus silv., Daucus und Chaerophyllum tem., nach der Augenfälligkeit der Blüthenschirme zu ordnen, so wird die Reihenfolge sicher nicht erheblich verschieden ausfallen von derjenigen, in die sie sich nach der Zahl der verschiedenartigen auf ihnen beobachteten Besucher ordnen, im vorliegenden Falle z. B. 1) Heracleum (118), 2) Aegopodium (104), 3) Anthriscus silv. (73), 4) Daucus (61), 5) Carum (55), 6) Chaerophyllum tem. (23) und Pimpinella Sax. (23), 7) Torilis (9). Was die Insekten betrifft, welche sich am Besuche der Umbelliferen betheiligen, so sind die der Gewinnung des Blumenhonigs am:besten angepassten am spärlichsten unter denselben vertreten. Schmetterlinge finden sich auf den meisten Umbelliferen gar nicht, auf den übrigen nur vereinzelt ein. Ich habe sie, wo ich sie an mehreren Blüthen nacheinander die Rüsselspitze auf die fleischige Scheibe senken sah, als sau- gend notirt, lasse es aber dahingestellt, ob sie wirklich die flache adhärirende Honig- schicht direct aufzusaugen vermögen, oder ob sie mit den scharfen Vorsprüngen der Rüsselspitze die fleischige Scheibe anritzen und dadurch blossgelegten Saft saugen oder endlich ob sie erfolglos nach Honig suchen. j| Von den Bienen finden sich fast nur einerseits die auf der niedersten Stufe der Anpassung stehenden Gattungen (Prosopis, Sphecodes, Halictus, Andrena) zum - Ablecken der flachen Honigschicht oder zum Gewinnen des Pollens, andrerseits die am fleissigsten sammelnden ausgeprügtesten Bienen (Apis, Bombus, Megachile) zum Sammeln des Blüthenstaubs, seltner zum Ablecken des Honigs, auf den Schirm- blumen ein. ; Der Geruch der Blüthenschirme zeigt sich insofern von bestimmtem Einflusse auf den Bienenbesuch, als die starkriechenden Schirme des Dill von den ebenfalls starkriechenden Prosopisarten mit besonderer Vorliebe besucht werden. Die über- wiegende Mehrzahl der Besucher der Schirmpflanzen sind kurzrüsslige Fliegen, Käfer, Wespen. und andere kurzrüsslige Insekten in buntester Mannichfaltigkeit. Als eine Blütheneigenthümlichkeit, welche auf diese Gesellschaft von bestimmter Wirkung ist, muss die trübgelbe Farbe hervorgehoben werden ,* denn die Blüthenschirme von Bu- pleurum, Silaus, Anethum und Pastinaca habe ich noch nie von Käfern besucht. gefunden. Wahrscheinlich werden diese hauptsächlich durch glänzende Farben zu den Blüthen geleitet. Seltenen, auf besondere Standorte beschränkten Umbelliferen sind auch seltene Insekten als Besucher eigenthümlich. Ordnung Nymphaeinae. Nymphaeaceae. Nymphaea alba und Victoria regia werden nach DxrPriwo's Vermuthung von Cetonien und Glaphyriden befruchtet. (Alcuni appunti p. 17 3 54. Nuphar luteum Swrrm. Die Kelchblätter haben, wie schon SPRENGEL (S. 273) klar auseinandersetzt, durch Ausdehnung ihrer Flüche und gelbe Farbe der Oberseite die Rolle der Blumenkrone übernommen, die Unterseite der Blumenblátter sondert Honig ab. SPRENGEL fand nur Blumenkäfer (Meligethes) in den Blüthen ; ich sah dieselben ausser von Meligethes von verschiedenen Fliegen und Schilfkäfern besucht, die in den Blüthen herumkriechend und von Blüthe zu Blüthe fliegend 55. Aristolochia Clematidis 56. A. Sipho. 109 ebensowohl Selbst- als Fremdbestäubung bewirken konnten. Ich konnte jedoch nur Onesia floralis R. D. (Muscidae) und Donacia dentata HOPPE (Chrysomelidae) ein- fangen ; beide waren reichlich mit Pollen behaftet. Ordnung Serpentariae. Aristolochiaceae. Asarum europaeum und canadense sind, wie alle von DELPINO unter- suchten Aristolochiaceen, proterogynisch mit kurzlebigen Narben. *) Im ersten Sta- dium ist die Narbe entwickelt; die 12 Staubgefässe befinden sich noch im Grunde des Blüthenkessels. Im zweiten Stadium richten sich die Staubgefässe auf, überdecken die Narbe und springen nach aussen auf. Die Befruchter sind, nach Dxrprwo's Ver- muthung, kleine Fliegen. (Dzrr., Altri app. p. 61. 62.) Heterotropa asaroides. Die Blüthe dieser Pflanze, im Bau und der Be- stáubungsvorrichtung zwischen Asarum und Aristolochia in der Mitte stehend, bildet nach Denprno’s Vermuthung durch den nach innen gebogenen Rand der bauchigen Blumenkrone ein vorübergehendes Gefängniss der besuchenden Insekten (vermuthlich Fliegen). (DR, UID. oss. p. 98. 94.- HILD: Bot 4. 17870. S 608. 604.) 55. Aristolochia Clematidis L. Die merkwürdige Blütheneinrichtung dieser Pflanze, welche lange Zeit das einzige bekannte Beispiel eines vorübergehenden Ge- fángnisses der Befruchter darbot, ist schon durch SrnENGEL's scharfsinnige und aus- dauernde Beobachtungen (S. 418—429) so weit entrüthselt worden, dass HILDE- BRAND's Nachuntersuchung (Jahrb. für wissensch. Bot. V. 186 6) nur die Proterogynie und die dadurch bedingte Fremdbestäubung der Blüthen als wesentliche Berichtigung und Vervollständigung der SeRENGEUL'schen Darstellung ergab. Die im ersten Zu- stande aufrechte Blumenkronenröhre ist im Innern mit schräg abwärts gerichteten Haaren besetzt, welche den angelockten kleinen Mücken das Hineinkriechen in den bauchig erweiterten untersten Theil, der ihnen einen willkommenen Schlupfwinkel gewährt, gestatten, das Wiederherauskriechen aber unmöglich machen. In diesem »Blüthenkessel« treffen die kleinen Besucher die Narben entwickelt und behaften dieselben mit aus früher besuchten Blüthen mitgebrachtem Pollen, während die An- theren noch geschlossen sind. Erst nach dem Absterben der Narben óffnen sich die Antheren; gleichzeitig kehrt sich die Blumenkrone abwärts; die Haare der Röhre verschrumpfen und die bis dahin gefangen gehaltenen kleinen Gäste verlassen nun, mit Pollen reich beladen, die Blüthe , um eine andere im ersten Stadium befindliche aufzusuchen. Von zahlreichen winzigen Mückenarten, die ich in Hunderten von Exemplaren aus den Kesseln von A. Clem. entnommen hatte, bestimmte mir Herr WINNERTZ : a) Chironomidae: 1) Ceratopogon spec. 2) Chironomus spec. b) Bibionidae: 3) Sca- topse soluta LOEW. 56. Aristolochia Sipho L. **) Bei dieser Art behält die vom Blüthenstiele aus erst senkrecht abwärts, dann nach plötzlicher Umbiegung senkrecht aufwär d ziemlich weite und an der Mündung mit ij Saume ere während der ganzen Blüthezeit dieselbe Stellung. Auch hier finden sich während des ersten Blüthenstadiums Fliegen ein, welche die jetzt allein entwickelten Narben mit dem aus früher besuchten Blüthen mitgebrachten Blüthenstaube behaften, sodann an, z^ a uD., Jahrb, für wissenseh. Bot. V. 1866,- Derp., "Ult oss. p. 228. 299 ; Bot. Z. 1870. S. 601. : Se nee 110 ; ifl. Von Insekten befruchtete Blumen. im Kessel verweilen, bis nach dem Verblühen der Narben die Staubbeutel sich ge- öffnet haben und dann erst die Blüthe verlassen, um eine neue im ersten Stadium befindliche Blüthe aufzusuchen, und so regelmässig Fremdbestäubung bewirken. Die Ursache, weshalb sie so lange im Kessel verweilen, scheint mir noch nicht hin- reichend erörtert. Nach DznPrNO's Ansicht, der auch HILDEBRAND beigetreten ist, verhindert die Glattheit der Innenwünde die Fliegen am Herauskriechen, bis gegen Ende der Blüthezeit ein Verschrumpfen der bis dahin glatten Wände eintritt, welches das Erklimmen der senkrechten Röhrenwand gestattet. Diese Erklärung kann nur richtig sein, wenn die Wand des vom Eingange senkrecht abwärts führenden Röhrenstückes erheblich glatter ist als die Wand des vom tiefsten Theile der Blüthe senkrecht aufwärts in den Kessel führenden Röhrenstückes; denn bei gleicher Glatt- heit beider würden die Fliegen vom untersten Theile der Röhre eben so wenig in den Kessel als in den Blütheneingang hinaufkriechen können. Bei Arum habe ich wie- derholt gesehen, dass die kleinen Mücken nicht kriechend, sondern nach dem Hellen fliegend ihrem Gefängnisse zu entkommen suchen, wobei sie dann von dem Gitter des Blütheneinganges zurückprallen. Wenn daher bei Arist. Sipho die ganze Innen- wand der Róhre so glatt ist, dass die Fliegen, in den tiefsten Theil der Röhre gelangt, weder nach der einen noch nach der andern Seite hin aufwärts kriechen können, so ist der Grund ihrer Gefangenschaft lediglich in der Biegung der beiden Röhrenenden zu suchen, indem der nach dem Blüthenstiele hin aufsteigende Theil der Röhre sich mit unveränderter Richtung in den Kessel fortsetzt, während der nach dem Blüthen- eingange hin aufsteigende Theil der Röhre sich am obern Ende so nach aussen um- biegt, dass die dem Hellen zufliegenden Fliegen an der Umbiegung anprallen und zurückfallen müssen. Die Befreiung aus der Gefangenschaft wird dann allerdings durch das Runzligwerden der Wandung bewirkt, welche ein Herauskriechen ermög- licht. DerPrxo fand im Kessel: a) Muscidae: 1) Lonchaea tarsata FALLEN. b) Phoridae: 2) Phora pumila MGN. ; ich fand: Muscidae: 1) Sapromyza apicalis LOEW, sehr häufig. 2) Myodina fibrans L., seltner; ausserdem in grosser Zahl eine winzige schwarze Mücke, deren Bestimmung mir nicht gelang. Aristolochia altissimá, rotunda und pallida bieten nach DELPINO nur kleine Abweichungen von A. Clematidis dar. (Ult. oss. p. 2830; ihre von RoNDANI bestimmten Befruchter daselbst p. 24 3.) A. Bonplandi vereinigt die Blumenkronenform von A. Sipho mit den später absterbenden Haaren von Clematidis. (Hirp., Bot. Z. 1870. 8. 603.) Von A. grandiflorain J amaica vermuthet Dxr?rxo aus der weinrothen Farbe - und dem Aasgeruch, dass sie von Aasfliegen besucht werde, und dass die vom oberen Bande der Blüthe ausgehende, einen benachbarten Zweig umschlingende Ranke die Blüthen auch beim Besuche durch schwerere Insekten in derjenigen Lage hatte, die sie als vorübergehendes Gefängniss haben muss. (Derr., Ult. oss. p. 32. ELE. Bot. Z. 1870. S. 602. 603.) Rafftesiaceae. Brugmansia Zippeli BLUME wird, nach DkrPrxo's Vermuthung, durch Aas- fliegen befruchtet, die zeitweise in der Blüthe festgehalten werden, Rafflesia Arnoldi, Horsfieldi und Patma ebenfalls durch Aasfliegen. (Ult. oss. p. 35. 36.) u k 4 | E | l | H 57. Clematis recta. 58. Thalictrum aquilegiaefolium. Ordnung Polycearpiecae. Aanuncwulaceae. 57. Clematis recta L. Wann die honiglosen Blüthen sich óffnen, sind die Narben noch nicht vóllig entwickelt und zum Theil von der steifen Behaarung der Pistille, sämmtlich aber und noch weit wirksamer von den dicht um sie gedrängten Staubgefässen überragt. Von diesen biegen sich nun alsbald die äussersten auswärts und lassen ihre schmalen Staubbeutel der Länge nach aufspringen, so dass die breiten Connective nun beiderseits mit Pollen behaftet erscheinen. Um diese Zeit sind die Blüthen wohl im Stande, Blüthenstaub an Insekten abzugeben, aber noch nicht im Stande, mit ihren Narben den Insekten anhaftenden Blüthenstaub festzuhalten. Das Sichauswürtsbiegen und Aufspringen der Staubgefässe schreitet nun allmählich immer weiter von den üussersten nach den inneren hin fort, und noch ehe die innersten an . die Reihe gekommen sind, liegen auch die Narben in der Mitte der Blüthe wohl- entwickelt der Berührung der Insekten frei ausgesetzt. Insekten, welche jetzt, von anderen Blüthen kommend, in der Mitte der Blüthe sich aufsetzen, müssen Fremd- bestäubung bewirken. Bienen thuen diess fast stets, da sie nicht nur von der Mitte der Blüthe aus die Staubgefässe viel bequemer erreichen können als vom Rande, sondern auch dicht um die Mitte der Blüthe herum immer die meisten noch nicht ausgenutzten Staubgefässe finden. Die Pollen fressenden Fliegen dagegen, welche in sehr unregelmässiger Weise auf den Blüthen anfliegen und umherschreiten, können eben so leicht Selbst- als Fremdbestäubung bewirken. Bei ausbleibendem Insekten- besuche tritt leicht Sichselbstbestäubung ein, da die äussersten Narben nicht selten von aufspringenden Antheren berührt werden, auch häufig ein Theil der Narben in der Falllinie des Blüthenstaubes liegt. Da die Blüthen honiglos sind und daher mit der Entfernung des Pollens Jede Anlockung für die Insekten aufhört, so hat sich die Proterandrie, welche sie zeigen, eben nur schwach ausprägen können, und sie werden natürlich nur von Pollen suchenden Insekten andauernd besucht, von diesen aber wegen ihres grossen Pollen- reichthums ziemlich zahlreich. Besucher: A. Hymenoptera a, Apidae: 1) Prosopis signata Pz. 5, Pfd. 2) Andrena Gwynana K. Q. 3) A. albicans K. C. 4) Halictus sexnotatus K. €. 5) Osmia rufa L. C. 6) Bombus terrestris L. C. 7) Apis mellifica L. 8, die sechs letzten sämmtlich Psd. b; Sphegidae: 8) Oxybelus uniglumis L., Pfd., häufig. 9) Gorytes mystaceus L., an den Blüthen um- herfliegend (vielleicht nur, um Fliegen zu erbeuten). c) Vespidae: 10) Odynerus parietum LQ, desgl. B. Dip tera: a) Syrphidae: 11) Syrphus pyrastri L. 12) Helophilus floreus L, 13) Eristalis sepulcralis L. 14 E. arbustorum L. 15) Syritta pipiens L. 16) Xylota ignava Pz. 17) X. lenta MGN., sämmtlich Pfd. b) Muscidae: 18) Prosena siberita F. C. Coleoptera: 19) Trichius fasciatus L., die ganzen Antheren abweidend. Bei Clematis balearica sind die äussersten Staubfäden in löffelförmige Honigdrüsen umgewandelt, die von Bombus und Xylocopa entleert werden; bei Cl. integrifolia sondern die innern Staubgefässe Honig ab. (DELPINO, Applic. p. 8.) 58. Thalictrum aquilegiaefolium L. Die gewöhnliche Function der Blumen- blätter wird bei dieser Pflanze von den Staubfäden ausgeübt, die, blass lila gefärbt und keulig verdickt, sich strahlig auseinander stellen und so ansehnliche Büschel von 15—20 mm Durchmesser bilden. Im Anfange der Blüthezeit werden die Narben von den noch in der Mitte der Blüthe zusammengedrängten mittleren Staubfäden, deren Staubbeutel noch geschlossen sind, überragt und vor der Berührung mit auf- fliegenden Insekten geschützt. Diese fliegen in den jüngern Blüthen:auf: die staub- beuteltragenden Spitzen der steifen Staubfäden selbst auf und klettern zur Pollen- 112 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 59. Thalictrum. 60. Anemone. gewinnung mit einiger Unbequemlichkeit auf denselben umher. In älteren Blüthen haben sich auch die mittleren Staubfäden mehr nach aussen gerichtet, so dass in ihnen die Insekten bequemer auf die mittleren Narben auffliegen können. Indem sie | diess thun, bewirken sie Fremdbestäubung, so oft sie von andern Blüthen dieser Art kommen. Bei ausbleibendem Insektenbesuch kann leicht Sichselbstbestäubung ein- treten, da immer ein Theil der Narben in der Falllinie des Blüthenstaubes liegt. Da die Blüthen honiglos sind, so werden sie ebenfalls nur von Pollen suchenden Insekten besucht. Ich fand: " A. Hymenoptera Apidae: 1) Prosopis signata Pz. g Q, Pfd. 2) Halictus sexnotatus K. 9, Psd. 3) Apis mellifica L. 8, Psd. B. Diptera Syrphidae: 3) Rhingia rostrata L. 5) Eristalis arbustorum L. 6) E. nemorum L. 7) E. sepulcralis L. 8) E. tenax L., sämmtlich Pfd. C. Coleoptera: 9) Trichius fasciatus L., die ganzen Antheren fressend 59. Thalictrum flavum L. Die ebenfalls honiglosen Blüthen dieser auf den Lippewiesen bei Lippstadt häufigen Blume fand ich vorwiegend von Pollen fressen- den Fliegen besucht. Es fanden sich nemlich auf denselben (1. Juli 1868): A. Diptera a) Syrphidae: 1) Eristalis nemorum L. 2) EK arbustorum L. 3) E. tenax L. 4) E. sepulcralis L., alle vier Pollen fressend, sehr häufig. 5) Syritta pipiens L., Pfd. b) Museidae: 6) Pollenia Vespillo F., Pfd., zahlreich. B. Hymenoptera Apidae: 7) Apis mellifica L. 8, Psd., sehr zahlreich. 60. Anemone nemorosa L. hat ebenfalls honiglose Blüthen, in denen aber nicht die Staubgefässe, sondern die Kelchblätter als Blumenkrone fungiren, d. h. die Augenfälligkeit der Blüthen bewirken, während die Blumenblätter fehlen. Unmittel- bar nach dem Oeffnen der Blüthen sind die Narben noch von Staubgefässen überragt und vor Berührung geschützt; aber während des grössten T'heils der Blüthezeit sind beiderlei Geschlechtstheile zugleich entwickelt und der Berührung der Besucher aus- gesetzt. Da dieselben bald auf der Mitte der Blüthe, bald auf einem Kelchblatte auffliegen und daher bald zuerst die Narben, bald zuerst die Staubgefässe berühren, so bewirken sie ebensowohl Selbst- als Fremdbestäubung. Bei ausbleibendem In- sektenbesuche tritt, da bei der mehr oder weniger geneigten Stellung der Blüthen ein "Theil der Narben in die Falllinie des Pollens eines Theils der Staubgefässe zu stehen kommt, fast unvermeidlich Sichselbstbestäubung ein, über deren Wirkung aber erst der Versuch zu entscheiden hat. Am 25. Febr. 1868 befruchtete ich im Zimmer von sieben zugleich aufgeblühten Blüthen zwei mit fremdem, zwei mit eigenem Pollen und liess drei andere unberührt stehen; am 29. Febr. waren in den beiden mit fremdem Pollen befruchteten alle Staubgefüsse abgefallen und die Fruchtknoten bedeutend angeschwollen, in den beiden mit eigenem Pollen befruchteten ein grosser Theil der Staubgefässe abgefallen : und die Fruchtknoten etwas angeschwollen, jedoch weniger stark als bei den ersteren. Die unberührt gelassenen Blüthen hatten noch alle Staubgefässe; die Kelchblätter waren bei allen sieben Blüthen noch frisch. Eine Vollendung des Versuchs scheiterte an dem Krünkeln der Exemplare in dem sehr ungleichmässig geheizten Zimmer. Besucher: A. Bienen: 1) Halictus cylindrieus F. €, Psd. 2) Andrena fulvierus K. 9, Psd. 3) A. albicans K. $, Pfd. 4) Osmia fusca CHRIST. Q, Psd. 5) Apis melli- fica L. 2, zu Hunderten Pollen sammelnd und saugend. B. Fliegen: 6) Scatophaga stercoraria L. 7) Se. merdaria F., beide Pfd. C. Käfer: 8) Meligethes, Pfd. 9) Mor- della pumila GYLH. i | Obgleich ich, selbst mit Hülfe der Lupe, keinen Honig in den Blüthen entdecken konnte, so sah ich doch wiederholt eine und dieselbe Honigbiene andauernd von Blüthe zu Blüthe fliegen und in jeder den Rüssel an einer oder mehreren Stellen in den Grund der Blüthe zwischen Basis der Kelchblätter und Pistille stecken. Ohne 61. Batrachium aquatile. 62. Ranunculus flammula. 145 Zweifel erbohrten die Bienen hier gewaltsam mit den Spitzen der Kieferladen den Saft, welchen die Blüthen von selbst ihnen nicht gewährten, und dessen sie doch so drin- gend bedurften, um den einzusammelnden Pollen mit Honig anfeuchten zu kónnen. Einmal sah ich auch eine Honigbiene erst an Cardamine pratensis saugen und dann zum Pollensammeln auf Anemone nemorosa übergehen. Selbst an Stellen, an denen Primula elatior in Menge blühte, blieb die Honig- biene andauernd an Anemone nemorosa beschäftigt. Myosurus minimus L. ist nach DELPINO proterandrisch. Erst nach dem Verblühen der Antheren verlängert sich das Köpfchen der Fruchtknoten zu einem langen Kegel und entwickelt seine Narben. Die Befruchter sind nach Derrıno’s Ver- muthung Fliegen. (Altri app. p. 57.). 61. Batrachium aquatile Wrww. Auf der als Saftmal dienenden gelb gefärbten Basis jedes Blumenblattes befindet sich am Grunde ein schräg ansteigender, oben abgestutzter und mit einem honigabsondernden Grübchen versehener Hócker, der als Saftdrüse und Safthalter fungirt. Die meist in geringer Zahl vorhandenen Staub- gefässe springen alsbald nach dem Oeffnen der Blüthe, eines nach dem anderen, auf und bedecken sich ringsum mit Blüthenstaub, während die Narben gleichzeitig ent- wickelt sind und oft von selbst mit dem Blüthenstaub des einen oder anderen Staub- gefüsses in Berührung kommen. Uebrigens fehlt es den Blüthen nieht an zahlreichen Besuchern, besonders Dip- teren , die bald auf der Mitte der Blüthen, bald auf dem Rande auffliegen und daher. ebensowohl Fremdbestäubung als Selbstbestäubung bewirken. Ich beobachtete: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Eristalis tenax L. 2) E. arbustorum L. 3) E. nemo- rum L., alle drei häufig, bald sgd., bald Pfd., an den Beinen, besonders an den Fuss- sohlen, reichlich mit Pollen behaftet und daher, sobald sie auf eine neue Blüthe auf- fliegen und auf die Narben treten, stets Fremdbestäubung bewirkend. 4) Helophilus floreus L. 5) Chrysogaster viduata L., ebenfalls sgd. u. Pfd. b) Muscidae: 6) Scatophaga merdaria F., Pfd. Ausserdem sgd. u. Pfd. verschiedene kleine sehr scheue Musciden, die mir entwischten. B. Hymenoptera Apidae: 7) Apis mellifica L. 8, zahlreich, sgd. u. Psd. 8) Bombus terrestris L. €, sgd. C. Coleoptera Chrysomelidae: 9) Helodes phel- landrii L., Antheren und Blumenblätter fressend. ie Bei hohem Wasserstand bleiben die Blüthen von Batr. aquat. geschlossen unter Wasser und befruchten sich selbst. (Hınd., Geschl. S. 17. AxErLr S. 14.) 62. Ranunculus flammula L. Kaum haben sich die Blüthen geóffnet, so springen die äussersten Antheren nach aussen auf , und ihre. den Blumenblättern zugekehrte Seite bedeckt sich mit Pollen (1. e Fig. 36), so dass nun Insekten , welche den von den Schüppchen an der Basis der Blumenblätter abgesonderten Honig geniessen wollen, sich unvermeidlich mit Pollen behaften müssen. Die Narben sind zu dieser Zeit durch die innern Staubgefüsse noch vollständig oder fast vollständig bedeckt und vor der Berührung besuchender Insekten gesichert, überdiess aber noch nicht völlig entwickelt. Das Aufspringen der Staubgefässe schreitet nun, bei immer noch unreifen Narben, langsam nach der Mitte der Blüthe zu fort, und jedes der aufspringenden Staubgefässe biegt sich nach aussen und kehrt seine staubbedeckte Seite nach aussen (2. Fig. 36). Ehe jedoch die innersten Staubgefässe an die Reihe kommen, sind auch die Narben vollständig entwickelt (3. Fig. 36). Vor diesem Zeitpunkte kann die Blüthe ihre Besucher nur mit Pollen behaften, von diesem Zeitpunkte an auch Pollen derselben oder anderer Blüthen von den Besuchern mit ihren Narben ent- nehmen. Alle Besucher, welche jetzt, bereits mit Pollen behaftet, auf die Mitte der Blüthen auffliegen, müssen nothwendigerweise Fremdbestäubung bewirken. Die- jenigen Insekten dagegen, welche auf ein Blumenblatt auffliegen und zuerst Staub- Müller, Blumen und Insekten. 8 a E 44 HL Yon Insekten befruchtete Blumen: 63. Ranunculus acris, repens, bulbosus. gefüsse, dann Narben berühren, kónnen eben so gut Selbst- als Fremdbestáubung bewirken. Demnach muss, wenn beides gleich háufig geschieht, überwiegend Fremd- bestäubung bewirkt werden. Ich kann nach zahlreichen Beobachtungen bei dieser — BEE —G D , Fig. 36. 1. Eben sich óffnende Blüthe. 9. In voller Entwicklung der Staubgefässe befindliehe Blüthe, Narben noch unentwickelt. 3. Geschlechtstheile einer in voller Entwicklung der Narben befindlichen Blüthe, Staubgefässe noch nicht ver- blüht. — « Noch unentwickelte Staubgefüsse, b dem Aufspringen nahe, ec aufgesprungene, d entleerte Staub- gefüsse, e Stempel. und den folgenden Ranunculusarten in der That beide Arten des Anfliegens für kleine Besucher als ungefähr gleich häufig bezeichnen; da aber alle grösseren Be- sucher (welche nur annähernd so lang sind, als der Durchmesser der Blüthe) beim Aufsitzen Narben und Staubgefässe gleichzeitig berühren , die Narben daher mit Blüthenstaub behaften , den sie aus früher besuchten Blüthen mitgebracht haben, so. überwiegt die Zahl der bewirkten Fremdbestäubungen die der Selbstbestáubungen in . noch weit stárkerem Verhältniss. Bei ausbleibendem Insektenbesuche ist die Móg- lichkeit der Sichselbstbestäubung gegeben, da nicht selten einige der äussersten Narben von schon aufgesprungenen innersten Staubgefässen berührt werden. Obgleich mit den folgenden Ranunculusarten von völlig gleicher Blüthenein- richtung, so wird doch R. flammula sehr viel spärlicher von Insekten besucht, jeden- falls weil er mit seinen viel kleineren Blüthen viel weniger in die Augen fällt. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Syritta pipiens L5Pfd. &nd sgd. 2] 'CHex- losia spec., Pfd. 3) Melithreptus taeniatus MGN., Pfd. u. sgd. b) Muscidae: 4) Seatophaga merdaria F., Pfd. 5) Anthomyia spec. B. Hymenoptera Apidae: 6) Halietus eylindrieus F.Q, Psd. 7) H. flavipes F.Q,Psd. C. Lepidoptera: 8) Satyrus pamphilus L., sgd. 63. Ranunculus acris L., repens L., bulbosus L. Diese Arten stimmen in ihrer Blütheneinrichtung mit R. flammula, in ihrem Standort, in der Augenfälligkeit ihrer Blüthen und desshalb auch in dem Insektenbesuch , welchen sie erfahren , soweit ich e ETC Fee Uc O ETE — 3 i —— ut ve Coco See Te UR E Ag En Ten Sa s 63. Ranunculus acris, repens, bulbosus. 115 beurtheilen kann, mit eiñander vollständig überein. Ich habe nicht nur sehr zahl- reiche der nachfolgend verzeichneten Besucher auf allen drei Arten in gleicher Häu- figkeit und in derselben Thätigkeit angetroffen, sondern sogar die Honigbiene, welche im Ganzen sich streng an eine und dieselbe Blumenart hält, ohne Unterschied von Ranunculus acris auf repens und bulbosus und umgekehrt übergehen sehen und zähle desshalb die Befruchter aller drei Arten zusammen auf : A. Diptera a) Empidae: 1) Empis tesselata F., sgd. b) Asilidae: 2) Dioctria atri- capilla Man. (TEKL. B.) c) Syrphidae: 3) Chrysotoxum arcuatum L. (Sld.), sgd. u. pu 4) Chr. festivum L., sgd. 5) Pipiza funebris MeN., sgd. 6) P. chalybeata Man., Pfd. ` Chrysogaster Maequarti LoEw. 8) Ch. viduata L., sehr häufig, beide sgd. und Pfd. ES ERA pubera ZETT., Pfd., in Mehrzahl. 10) Ch. albitarsis MGN., zahlreich, sgd. und Mi: 11; Melanostoma PEE L., sgd. 12) Platycheirus albimanus F. (TEL. B.), Pfad. 13) Syrphus ribesii L. 14) Eristalis tenax L. 15) E. arbustorum L. 16) E. nemorum L. 17) E. sepulcralis L. 18; Melithreptus scriptus L. 19) M. pictus Man. 20) M. taeniatus Men. 21) Syritta pipiens L.; die letzten neun Arten häufig, sowohl saugend als Pid. d) Muscidae: 22) Cyrtoneura ‘coerulescens Mch., sgd. 23) Anthomyia spec. B. Co- tobiptera a) Nitidulidae: 24) Meligethes, sehr häufig, sgd. und Pfd. b) Dermestidae: 25) Byturus fumatus F., Pfd., häufig. c) Buprestidae: 26) Anthaxia nitidula L. Auf Blüthen von R. repens io! copula. d) Mordellidae: 21) Mordella aculeata L. 28) M. pu- sila Des. 29) M. pumila GYLL. e) Oedemeridae: 30) Oedemera virescens L., häufig. f, Cistelidae: 31) Cistela murina L., Blüthenblätter und Staubgefässe benagend. g) Ce- rambycidae: 32) Strangalia nigra L., desgl. ve et 33) Helodes aucta F., Blumenblätter fressend, ebenso wie ihre Larven (24. Mai 1870). 34) Cryptocephalus seri- ceus L., Antheren fressend. C. le a) Tenthredinidae: 35) Cephus spinipes Pz., zahlreich Kr und Antheren fressend. 36) Cephus, kleinere, unbestimmte Arten. b) Sphegidae: 37) Oxybelus uniglumis L. c) Vespidae: 38) Odynerus spinipes H. SCH. E nagai ETE E di Dd: : 39) Prosopis hyalinata SM. (j, sgd. u. Pfd. 40! Halictus longulus Sm. ©, sgd. 41) H. flavipes F. Q, Psd. 42) H. villosulus K.Q, Psd. A9) SEE. sexsignatus SCHENCK Q, sgd. 44) H. rubieundus CHR. Q, sgd. 45) H. quadricinctus F. 9, Psd. 46) H. leucozonius SCHR. €, in Blüthen von Ran. bulbosus mit Pollen beladen den Regen abwartend (10. Juni 1871). 47) H. zonulus Sw. $, sgd. 48) H. cylindricus F. ©, Psd. 49) H. maculatus Sm. Q ($, Psd. und sgd., häufig. 50) H. nitidiuseulus K. OQ, sgd. 51) H. We: K. 9, Psd. und sgd. 52) Andrena fulvierus K. O ($, sgd. und Psd., häufig. 53) A. albicans K. 268, dis. 54) A. albicrus K. $, sgd. 55) Panurgus calcaratus SCOP., sgd. 56) Chelostoma LO Me OUR € ($, Psd. u. sgd. 57) Osmia rufa L. ($, sgd. 58) Apis ala do i. WO dedi Mau 59) LA A icarus Rorr. 60) Satyrus pam- philus L. 61) Polyommatus Phloeas L. ) Euclidia glyphica L., sämmtlich saugend. Vergleichen wir den Insektenbesuch dieser Ranunculusarten mit demjenigen der ausgeprägten Umbelliferen , so ergeben sich folgende bemerkenswerthe Unter- schiede: 1) Da der Honig weniger offen liegt, so fehlen unter den Besuchern die der PIE am wenigsten angepassten Insekten : Neuroptera, Ichneumonidae, Tipulidae etc.; Sphegidae und Vespidae sind nur sehr spärlich vertreten. 2) Unter den Fliegen ieies bei weitem die Syrphidae als die der Blumennahrung am meisten angepassten kurzrüssligeren Fliegen. Sie lieben lebhafte Farben und werden durch das brennende Gelb der Ranunculusblütheh wirksam angelockt. (Diese Farben- liebhaberei spricht sich auch in ihrer eigenen, durch geschlechtliche Auslese bedingten / Färbung deutlich aus. ) 3) Der brennenden Blüthenfarbe ist es auch zuzuschr eiben, V dass von Käfern Cryptocephalus sericeus die Blüthen aufsucht und dass Anthaxia nitidula dieselben als Hochzeitsbett wühlt. (Auch bei diesen und vielen anderen Käfern scheint, eben so wie bei den Schwebfliegen, die Blumennahrung den Farben- sinn und die Liebhaberei an lebhaften Farben hervorgerufen zu haben und die ge- schlechtliche Auslese alsdann durch diese Liebhaberei geleitet worden zu sein.) 4) Bienen finden sich auf Ranunculusblüthen in weit grósserer Zahl ein als auf Schirmblumen, weil jene reicher an Honig und Blüthenstaub sind. g * tt M ò 7 416 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 64—65b. Ran. lanuginosus, Ficaria, auricomus. Am meisten scheinen die Ranunculusblüthen den Bedürfnissen der Halictusarten gerade zu entsprechen, von denen nicht weniger als 12, meist häufig, auf denselben angetroffen wurden. Ausser den am wenigsten ausgeprägten (Prosopis, Halictus, Andrena) und ausgeprägtesten Bienen (Apis) finden sich auch auf einer mittleren Stufe der Ausprügung stehende Bienenarten (Panurgus, Chelostoma) auf den Ranun- culusblüthen ein, während sie auf Umbelliferenblüthen vermisst werden. 64. Ranunculus lanuginosus L. stimmt in der Blütheneinrichtung vollstindig mit den drei zuletzt besprochenen Arten überein, wächst aber im Walde, wo eine gerin- gere Zahl von blumenbesuchenden Insekten sich herumtreiben, und wird daher trotz seiner noch grósseren, augenfülligeren Blüthen, spärlicher besucht. Besucher: A. Diptera a) Empidae: 1) Empis livida L., sgd. b) Syrphidae: 2) Chei- losiaarten, Pfd., häufig. c) Museidae: 3) Anthomyia, Pfd., äusserst zahlreich. B. Co- leoptera a) Nitidulidae: 4) Meligethes aeneus F., häufig. Ich sah mit der Lupe deut- lich, wie diese kleinen Käfer die Innenseite der Blumenblätter und die Staubgefässe be- nagten. b) Dermestidae : 5) Byturus fumatus L., Pfd., häufig. C. Hymenoptera a) Ten- thredinidae: 6) Cephus pallipes Kr., äusserst zahlreich, Pfd. u. sgd.,; daneben auch andere Arten. b) Apidae: 7) Ändrena cingulata F. Q, Psd. 8) Chelostoma florisomne L. (5, sgd. 9) Osmia fusca CHRIST. Q, Psd. ‚und gleichzeitig, indem sie sich auf der Blüthe herum- dreht, die einzelnen Saftbehälter entleerend. 10) Bombus terrestris L. €, sgd. 65. Ranunculus Ficaria L. stimmt ebenfalls in der Blütheneinrichtung mit acris, repens und bulbosus überein, blüht aber erheblich früher und hat dadurch den Nach- theil, dass zu seiner Blüthezeit noch weniger blumenbesuchende Insekten vorhanden sind, zugleich aber den diesen Nachtheil wenigstens zum Theil aufwiegenden Vor- theil, dass diese weniger zahlreichen Besucher auch noch eine geringere Auswahl verschiedener Blumen haben. Zu Anfang der Blüthezeit findet man, ähnlich wie bei R. auricomus, häufig Blüthen, in denen die Zahl der entwickelten Blumenblätter erheblich herabsinkt (bis drei oder selbst zwei); später steigert sich die Zahl derselben bis auf acht bis elf, und sie breiten sich bei Sonnenschein zu einem goldgelben Stern von 20 —25 mm Durchmesser aus einander. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Brachypalpus valgus Pz., Pfd. b) Muscidae : 2) Sepsis, häufig. 9) Anthomyia radicum L., sehr häufig. 4) Scatophaga merdaria F. B. Hymenoptera Apidae : 5) Apis mellifica L. 8, sgd. und Pfd., häufig. 6) Andrena Gwynana K. Q, Psd. 7) A. albicans K. 9 &, Psd. und sgd. 8) A. parvula K. C. 9) Halictus cylindricus F. Q. 10) H. albipes F. Ọ. 11) H. lucidus SCHENCK 9. 12) H. nitidius- culus K. 9, die fünf letzten sgd. C. Coleoptera: 13) Meligethes, häufig, sgd., Pfd. und an Blumenblättern nagend. D. Thysanoptera: 14) Thrips, sehr zahlreich. 65^. Ranunculus auricomus L. Obgleich ich an dieser Blume noch keine In- sekten beobachtet habe *), so will ich sie doch nicht unerwühnt lassen, da sie in ihren Blumenblättern eine Mannichfaltigkeit der Nektarienbildung darbietet. die hóchst beachtenswerth ist, da sie zur Erklärung der mannichfaltigen Nektarien der Ranun- culaceen überhaupt einen wichtigen Beleg liefert. MES . Die Blumenkrone ist nur ausnáhmsweise regelmässig ausgebildet; in der Regel sind einzelne oder selbst alle Blumenblätter mehr oder weniger verkümmert oder fehlen selbst gänzlich. Dagegen vertreten die Kelchblätter mit ihrem breiten gelben Saume *) Nach Vollendung des Manuscripts (5. und 20. April 1872) fand ich auf den Blüthen von R. auricomus: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Andrena parvula K. Q, Psd. 2) A. - fulvescens SM. &, sgd. 3) Halictus cylindricus. F. €, Psd. b) Formicidae: 4) unbestimmte Art, Honig leckend. B. Diptera a) Syrphidae: 5) Pipizella virens F., Pfd. 6) Cheilosia vernalis FALLEN, Pfd. ` b) Muscidae: “) Anthomyia radicum Men. 9 ($, besonders häufig, aber so scheu, dass ich nicht sah, was sie machte. 8) Scatophaga merdaria F., sgd. und Pfd. C. Thysanoptera: 9) Thrips, zahlreich. (Ameisen und Blasenfüsse wurden schon | von SPRENGEL in den Blüthen gefunden. - eel ——v9 66. Caltha palustris. 117 zum Theile oder ganz die Stelle der Blumenblätter. Die am Grunde der Blumen- blätter sitzende Honigdrüse ist nun folgenden Abänderungen unterworfen: Bei den ausgebildetsten Blumenblättern (1. 2. Fig. 37) hat die Innenseite des dreieckigen Nagels in der Regel beiderseits verdickte Ränder, die am Grunde zusammenlaufen 7 is xe ó 1—8. Verschiedene Blumenblätter (n Nectarium) von Ran. auricomus. 9. Blumenblatt von Eranthis hiemalis. und an ihrer Vereinigungsstelle ein Honig absonderndes Grübchen besitzen. Ein- zelne völlig ausgebildete Blumenblätter kommen jedoch vor, bei denen der Honig nicht von diesem Grübchen, sondern von zwei kleineren Grübchen abgesondert wird, die rechts und links auf dem in grósserer Ausdehnung verdickten Rande selbst sitzen (3. Fig. 37). Bei den am meisten verkümmerten Blumenblättern (von 5—7 mm Länge und 3—4 mm Breite) entspringt auf der Innenseite der Basis eine kleinere Blattfläche, die mit der grösseren auf eine Strecke von 2—3 mm verwachsen ist und 1—3 mm frei vorragt; zwischen beiden ziehen sich zwei durch eine Falte getrennte Honig- kanäle tief hinab (7. 8. Fig. 37). Diese Blätter haben eine überraschende Aehnlich- keit mit den Honig absondernden Blumenblättern von Eranthis hiemalis. Ausser diesen drei Formen kommen mannichfaltige, oft ganz unsymmetrische Zwischen- ‘formen vor (4. 5. 6. Fig. 37), bei denen bisweilen gar kein Honig abgesondert wird (4. 5). 66. Caltha palustris L. (SPRENGEL S. 298.) Der Honig wird von zwei, nach unten durch eine schwache Falte begrenzten, flachen Vertiefungen zu beiden Seiten jedes Fruchtblattes in so reichlicher Menge abgesondert, dass die Ho- nigtröpfchen der einander zugekehrten Seiten zweier benachbarten Fruchtblütter oft zu einem einzigen grossen, die Furche zwischen beiden ausfüllenden Tropfen zusammenfliessen. Antheren und Narben sind gleichzeitig entwickelt; Fremdbestüubung ist aber dadurch begünstigt, dass, wie bei Ranunculus, die Staubgefässe nach aussen aufspringen, und zwar die äussersten zuerst. Auch die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung ist dieselbe wie bei pin einzelnes Fracht- Ranunculus. Bei sonnigem Wetter werden die sehr augenfülligen blatt. st = stigma, n = Blumen, welche sich zu goldgelben fünflappigen Flüchen von E e über 40 mm Durchmesser aus einander breiten, von zahlreichen Insekten besucht, wenn auch die Mannichfaltigkeit der Besucher in Folge der frühen Jahreszeit verhültnissmüssig gering ist. Ich beobachtete: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Odontomyia argentata F. b) Syrphidae: 2) Chei- losia sp., Pfd. 3) Ascia podagrica F., Pfd, 4) Rhingia rostrata L., Pfd. 5) Eristalis in- REITER TE REEL Ener tts. ciae aan cma a mann nnm s » 118 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 67. Eranthis hiemalis. 68. Aquilegia vulg. tricarius L. Diese schön gefärbte Schwebfliege zeigte auch beim Besuche der Caltha- blüthen ihr Wohlgefallen an lebhaften Farben recht deutlich; sie schwebte, ähnlich wie die Eristalismännchen bei ihrem Liebesspiele über ihren Weibchen schweben*), oft län- "n gere Zeit über einer der goldgelben Blumen,-schoss dann plótzlich auf dieselbe herab, saugte oder frass Pollen, flog stossweise über eine andere Blume und wiederholte hier die- selben Thätigkeiten. c) Muscidae: 6) Scatophaga merdaria F., Pfd. 7) Anthomyia, áus- serst zahlreich, Pfd. B. Coleoptera Nitidulidae: 8) Meligethes, sehr häufig, sgd. und Pfd. C. Hymenoptera Apidae: 9) Andrena albicans K. 5, sgd. 10) Osmia rufa L. 5, sgd. 11) Bombus terrestris L. €, sgd., auf jeder Blüthe vollständig die Runde machend und an allen einzelnen Fruchtblättern die Honigtrópfechen wegleckend. 12) Apis melli- fica L. 8, zu Hunderten, Psd. und nur soweit es das Polleneinsammeln erheischt, auch sgd. 67. Eranthis hiemalis Sauıss. Diese am frühesten blühende von allen hier be- trachteten Ranunculaceen bietet in ihren Blumenblättern (9. Fig. 37) regelmässig dieselbe Umwandlung in Honigtüschchen dar, welche unsere am frühesten blühende Ranunculusart, auricomus, nur bisweilen zeigt (7. 8. Fig. 37), und ihr Kelch hat ganz die Rolle des Aushüngeschildes übernommen, welche die breit gelbgesäumten Kelchblätter von R. auric. nur theilweise übernehmen. Im Uebrigen gleicht seine Blütheneinrichtung den zuletzt beschriebenen. Am 26. Febr. 1871 sah ich an den Blüthen von Eranthis hiemalis in meinem Garten bei schónem Sonnenscheine : A. Diptera Muscidae: 1; Pollenia rudis F. mit den Rüsselklappen auf den Blumen- blättern und Antheren umhertupfend, gelegentlich auch die Narben berührend, endlich aber auch den ausgereckten Rüssel in die Honigtäschchen steckend. 2) Musca domestica L., ebenso. 3) Sepsis, an den Antheren beschäftigt. B. Hymenoptera Apidae: 4) Apis mellifica L. 8, in grösster Häufigkeit, saugend und Psd., so dass sie für sich allein aus- reichte, alle Blüthen zu befruchten. In manchen Jahren mit weniger günstiger Witterung sah ich Eranthis hiemalis, die ich auf einem Blumenbeete unmittelbar vor meinem Fenster habe und daher leicht überwachen kann, gar nicht von Insekten besucht, aber dennoch Früchte tragen, wiewohl spärlicher, als wenn Insektenbesuch stattgefunden hatte. Der Grund der geringeren Zahl von Samenkörnern war jedenfalls der, dass, wie bei Ranunculus und Caltha, Sichselbstbestäubung nur in beschränktem Grade stattfindet. Denn als ich im Zimmer eine Blüthe mit eignem Pollen, eine andere mit. fremdem Pollen be- fruchtete, trugen beide gleich reichlich Samen. Helleborusarten sind nach HILDEBRAND proterogyn. (Geschl. S. 18.) Nigella arvensisL. Die proterandrischen, mit bedeckelten Saftmaschinen versehenen, von Bienen befruchteten Blumen dieser Pflanze sind von SPRENGEL (S. 280—289) in sehr eingehender Weise beschrieben und erläutert. 68. Aquilegia vulgaris L. Die fünf Kelchblätter der nach unten gekehrten Blumen sind als breite blaugefärbte Flächen entwickelt, tragen also mit zur Augenfälligkeit der Blumen bei. Jedes der fünf Blumenblätter ist von seiner Einfügungsstelle an auf- wärts zu einem 15—22 mm langen hohlen Sporne eingesackt, dessen trichterfórmiger Eingang so weit ist, dass er einen Hummelkopf bequem aufnehmen kann, und dessen dünnröhrenförmiger Theil sich am oberen Ende nach innen und dann nach unten umbiegt und in dem umgebogenen Ende den Honig enthält, welchen die in der äussersten Spitze des Spornes liegende fleischige Verdickung absondert. In Folge seiner Umbiegung überragt der Sporn aufwärts seine Einfügungsstelle nur noch um 10—17mm. Um auf normalem Wege zum Honig zu gelangen, hängen die Hummeln f *) ausführlich beschrieben in meiner »Anwendung der Darwın’schen Lehre auf Bienen«, Verhdl. des naturhist. Vereins für pr. Rheinlde. u. Westf. 1872. S. 80. 68. Aquilegia vulgaris. 119: Sich in der Weise von unten an die Blüthen, dass sie sich mit den Vorderbeinen an der Spornbasis, mit den Mittel- und Hinterbeinen an der aus Staubgefässen und Stempeln gebildeten, aus der Mitte der Blüthe senkrecht oder schräg nach unten hervorstehenden Säule festhalten, während der Kopf, mit seiner Oberseite von Innen die Aussenwand des trichterfórmigen Sporneinganges berührend, so weit als móglich in demselben vordringt und das Ende des ausgestreckten Rüssels der Sporn- umbiegung folgt. Da die Bienen das Ende ihres Rüssels sehr leicht und bequem nach unten, dagegen kaum je freiwillig nach oben-umbiegen, so ist nur die eben beschrie- bene Stellung, nicht die entgegengesetzte, in welcher sie sich mit den Beinen an der Aussenwand des Spornes festklammern und ihre Rückenseite der Mitte der Blume Zukehren würden , ihnen zum Erlangen des Honigs passend. Diese Stellung bringt es aber mit sich, dass in jüngeren Blüthen die nach aussen mit Blüthenstaub be- déckten, die Stempel eng umschliessenden Staubbeutel, in älteren die aus denselben hervorgetretenen und ihre Narben etwas aus einander breitenden Stempel von der Unterseite des Hinterleibes der besuchenden Hummel gestreift werden, wodurch un- vermeidlich Fremdbestäubung,, und zwar Befruchtung älterer Blüthen durch den Pollen jüngerer, bewirkt werden muss. So haben sich die Akleiblüthen vortrefflich der Befruchtung durch Hummeln angepasst; diese müssen aber, selbst wenn sie den Kopf ganz in den Sporneingang stecken und dadurch die Spornlänge um 5mm ab- kürzen, immer noch eine Rüssellänge von 10— 17 mm besitzen, um den Honig aus- Saugen zu können. Hieraus erklärt sich nun vollständig die Thätigkeit der von mir an Aquilegiablüthen beobachteten Insekten. Ich fand an denselben nur Bombus hor- forum L. 9 (mit 19—21 mm langem Rüssel) sehr häufig und B. agrorum F. 9 (mit 12—15 mm langem Rüssel) weit seltener in normaler Weise an den Blüthen saugen und die Befruchtung bewirken. Bombus terrestris L. Q (mit nur 7—9 mm langem Rüssel) sah ich auf die Oberseite einer Aquilegiablüthe fliegen , mit der Zungenspitze an der Basis der Kelchblätter herumlecken, als sie hier nichts fand, an die Unterseite der Blüthe kriechen, den Kopf in einen Sporn stecken ; da sie hier wieder nichts fand. nochmals auf die Oberseite kriechen , nochmals vergeblich mit der Zungenspitze an der Basis der Kelchblätter herumlecken, endlich aber den Sporn an der Umbiegungs- stelle anbeissen, die Rüsselspitze in das gebissene Loch stecken und auf diesem Wege den Honig stehlen. An den übrigen S pornen derselben Blüthe und an jeder folgenden . Blüthe wiederholte sie nun ohne weiteres Besinnen die Honiggewinnung durch Ein- bruch. Wahrscheinlich hatten die zahlreichen Exemplare von Bombus terrestris L. 9, Welche ich vor- und nachher mit dem Anbeissen der Sporne bescháftigt sah, auch erst durch Probiren gelernt, wie sie den Honig erlangen kon^ en. Oefters sah ich B. terrestris L. auch an noch nicht geóffneten Blüthen die Sporne anbeissen und so mit dem Honigraube allen normalen Besuchern zuvorkommen. Die Honigbiene beisst gleichfalls, wie schon SPRENGEL sah (S. 280), den Sporn an der Umbiegungsstelle an und stiehlt den Honig; oft benutzt sie dazu auch die von B. terrestris L, gebissenen Löcher. ; Kleinere Bienen, Halictus Smeathmanellus K. ? und H. leucozonius K. 9, sah ich nur Pollen sammelnd an den Blüthen, wobei sie natürlich auch befruchtend Wirken kónhen. : Àn einer im Garten wachsenden gefüllten Abart der Aq. vulg., bei welcher mehrere Sporne in einander stecken , sah ich die Honigbiene auf normale Weise den Kopf in die inneren Sporne stecken, und da die Blüthen hinlänglich durchsichtig < Waren, konnte ich sogar deutlich erkennen, wie sie die Zunge aufs längste ausreckte, Ohne dass es ihr jedoch gelang, bis zum Honige vorzudringen. - vorn gesehen. 120 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 69. Delphinium elatum. Bei ausbleibendem Insektenbesuche muss, nach der Lage der beiderlei Ge- schlechtstheile zu schliessen, leicht Sichselbstbestüubung erfolgen kónnen. 69. Delphinium elatum L. . e 7 N l , | jl | d Fig. 39. 1. Jüngere Blüthe nach Hinwegnahme des hier zugleich mit als Blumenkrone fungirenden Kelches, gerade von 2. Die Blumenblätter in ihrer natürlichen Lage, schräg von vorn und unten gesehen. 3. Jüngere Blüthe nach Hinwegnahme der rechten Hälfte des Kelchs, von der rechten Seite gesehen. 4. Aeltere Blüthe, nach Hinwegnahme des Kelchs, gerade von vorn gesehen. 5. Dieselbe Blüthe wie 3, nachdem auch die rechte Hälfte der Blkr. entfernt ist. aa Die beiden oberen Blumenblätter, welche sich nach hinten in zwei den Honig absondernde und beherber- gende Sporne verlängern und vorn Eingang und Führung für den Hummelrüssel darbieten. «a* Basis derselben. bb Die beiden unteren Blumenblätter, deren dicht an einander liegende Fláchen den Eingang für den Insektenrüssel nach unten umschliessen und auf ihrer Oberseite je ein Büschel gelber Haare als Saftmal darbieten, während ihre Stiele (5^, 2) so weit aus einander liegen, dass sich im ersten Entwicklungszustande der Blüthe die Staubgefässe, im zweiten die Narben zwischen ihnen hindurch (bei b* 2) in den Weg des Insektenrüssels stellen kónnen. c aufgesprungene Staubgefüsse, welche sich hinter dem Sporneingange in den Weg des Insektenrüssels gestellt haben. d Noch nieht aufgesprungene, nach unten gebogene, die weiblichen Blüthentheile verdeckende Staubgefásse. e Grundfläche der (weggeschnittenen) Staubgefásse und Stempel. / Verblühte, nach unten zurückgebogene Staub- gefässe. g Fruchtknoten. / Narben, die sich an dieselbe Stelle gestellt haben, wo im ersten Entwicklungszu- stande der Blüthe die geöffneten Staubgefässe standen. i Linke Hälfte des oberen Kelchblattes, welches sich nach hinten in eine verschrumpfte Spornscheide (i) verlängert. k Linkes seitliches Kelchblatt. l linkes unteres Kelchblatt. (3 und 5 in nat. Grösse, 1,2 und 4 vergrössert.) Diese in den Gärten sehr verbreitete Zierpflanze ist durch ungewöhnliche Function der beiden Kreise von Blüthenhüllblättern vor den meisten Blumen, zum Theil selbst vor anderen Ritterspornarten , ausgezeichnet, während sie mit letzteren in dem Vorauseilen der Entwicklung der Staubgefässe und der eigenthümlichen Be- wegung dieser und der Narben übereinstimmt. Die fünf Blätter des äussern Kreises (Kelchblätter) machen mit ihren grossen, auseinandergebreiteten , schönblauen Flächen die Blumen den Hummeln von weitem bemerkbar, dienen also mit als Blumenkrone; der hohle Sporn des obersten (7, 3. 5) sondert weder Honig ab, noch enthält er Honig; seine eigenthümlich runzlige, ver- schrumpft aussehende Wandung dient vielmehr lediglich als Futteral der ohne ihn dem Regen blossgelegten , Saft absondernden und beherbergenden Organe, also als Saftdecke, und nöthigt zugleich die Hummeln , auf dem allein zur Befruchtung der Blüthe führenden Wege den Honig zu suchen. Die. beiden obersten Blätter des 69. Delphinium elatum. 121 innern Kreises (Blumenblätter) leisten sehr verschiedene Dienste. Das hohle spitz- kegelförmige Ende ihrer nach hinten gerichteten, von dem hohlen Sporne umschlos- senen Fortsätze (a? 3. 5) sondert den Honig ab und füllt sich mit demselben so vollständig an, dass noch ein Theil desselben in den halbkegelförmigen ‚an der Innenseite offenen Hohlraum desselben Fortsatzes (a, 5) tritt. Indem beide Fort- Sätze sich dicht an einander legen, bilden sie zusammen einen Hohlkegel, der sich am Ende in zwei mit Honig gefüllte Spitzen spaltet, mithin einen in ihm vor- dringenden Hummelrüssel, falls er lang genug ist, sicher zum Honig leitet, während er kurzrüssligeren Insekten durch seine Länge den Zutritt zum Honig verwehrt. Die nach vorn gerichteten Theile derselben Blätter setzen die obere Hälfte des eben er-. wähnten Hohlkegels nach vorn fort und bieten, indem sie sich am vorderen Ende erweitern und aufrichten, dem Hummelrüssel einen bequemen Eingang und sichere Führung in die Honigbehälter dar. Da sich diese vorderen Theile der oberen Blu- menblätter bei einem Drucke von innen leicht aus einander biegen, so vermag selbst der ganze Kopf einer Hummel leicht zwischen ihnen einzudringen, wodurch sich die ` Tiefe, bis zu welcher der Rüssel hineingesteckt werden muss, um die Honigbehälter erreichen oder entleeren zu können, um etwa 6—7 mm verkürzt. Da nun die Länge des Hohlkegels vom vorderen Eingange bis zum Anfange der honigführenden Spitzen etwa 20, bis zum Ende derselben etwa 26—28 mm beträgt, so ist, beim Hinein- stecken des ganzen Hummelkopfs in den Eingang, zum Erreichen des Honigs noch eine Rüssellänge von 13—14, zum völligen Aussaugen desselben eine Rüssellänge von 19— 22 mm erforderlich, wonach von sämmtlichen einheimischen Bienen nur Anthophora pilipes F. und Bombus hortorum L. den Honig vóllig auszusaugen im Stande sind. Auch die beiden unteren Blätter des innern Blattkreises dienen in mehrfacher Weise. Ihre nach vorn gerichteten Flüchen weisen durch Büschel aufrecht stehender gelber Haare auf den Eingang zum Honig hin (dienen als Saftmal) und lassen zu- gleich, indem sie sich dicht an einander legen und dadurch diesen Eingang auch Von unten umgrenzen, der Hummel keine andere Wahl, als àn der einzig richtigen Stelle den Rüssel hineinzustecken. Ihre stielformigen Theile dagegen stehen so weit ` aus einander (b*, 2), dass sie den Staubgefässen und nach deren Abblühen und Wiederabwürtsbiegen LE 4) den Stempeln (A, 4) freien Raum lassen, sich aufzu- : richten in den dicht hinter dem Eingange liegenden Theil des Hohlkegels, wo sie unfehlbar von der Unterseite des Rüssels und Kopfes der honigsaugenden Hummeln . gestreift werden. ; Bei hinreichendem Insektenbesuche, der dieser stattlichen Pflanze in ihrer Hei- math gewiss nicht fehlen wird, ist durch die proterandrische Dichogamie und die der Bewegung des Hummelkopfes so vollkommen angepasste Bewegung der Staubgefässe die im unreifen Zustande nach unten gebogen sind, in der Reihenfolge wie sie auf- Springen, sich aufrichten und dem Hummelkopf in den Weg stellen, wie sie verblüht Sind, sich völlig nach unten schlagen) und der Stempel (die erst nach dem Verblühen aller Staubgefässe sich aufrichten und ihre Narben in den Weg des Hummelkopfes stellen) Fremdbestäubung vollkommen gesichert; bei ausbleibendem Insektenbesuche kann aber wegen derselben beiden Umstände Sichselbstbestäubung nicht eintreten, Von den beiden einheimischen Hummelarten , welche vermöge ihrer Rüssellänge den Honig von D. elatum völlig auszusaugen im Stande sind, hat Anthophora pilipes ihre Flugzeit schon vollendet, wann D. elatum blüht. B. hortorum bleibt also als die einzige einheimische Biene übrig, welche in den Blumen von D. elatum den Honig aussaugen kann, und in der That wird sie schr häufig saugend an denselben [ Mo DU ——————P— Bomann ne era nen nn 122 = II. Von Insekten befruchtete Blumen: 70. Delphinium Consolida. gefunden. Manche unserer anderen Hummelarten wären vermöge ihrer Rüssellänge wohl im Stande, einen Theil des Honigs zu gewinnen ;. ich habe aber noch nie ein anderes Insekt als B. hortorum an D. elatum saugend beobachtet. Delphinium Staphysagria, von HILDEBRAND (Bot. Z. 1869. S. 473— 476) beschrieben und (Taf. VI. Fig. 1— 7) abgebildet, stimmt in den meisten Stücken seiner Blütheneinrichtung mit D. elatum überein und wird ebenfalls von Hummeln befruchtet. 70. Delphinium Consolida L. unterscheidet sich in seiner Blütheneinrichtung von D. elatum hauptsächlich durch Verwachsung der vier Blumenblätter zu einem Stücke, welche folgende Veränderungen mit sich führt: Die beiden oberen Blumenblätter verschmelzen mit ihren nach hinten gerichteten Fortsätzen zu einem einfachen Sporne, dessen spitzes Ende den Honig absondert und beherbergt; ihre nach vorn gerichteten Blattflächen können, da sie ebenfalls der Länge nach mit einander verwachsen sind, durch einen eindringenden Hummelkopf nicht mehr seitlich aus einander gedrückt werden, wohl aber bilden sie in Vereinigung mit den unteren Blumenblättern eine den Hummelkopf bequem aufnehmende Scheide, welche nur nach unten offen ist und hier in der ersten Blüthenperiode die Staubgefüsse , in der zweiten die Narbe der Berührung der Unterseite des Hummelkopfes darbietet. Die mit den oberen, aber nicht mit einander verwachsenen unteren Blumenblätter, welche die Seitenwände der den Hummelkopf aufnehmenden Scheide bilden, weichen beim Eindringen des- selben seitlich aus einander; Saftmal und untere Umgrenzung des Sporneinganges fehlen hier. : Da die Aufeinanderfolge der Entwicklung und Bewegung der Staubgefässe und Narben mit D. elatum übereinstimmt, so ist auch Fremdbestäubung bei eintretendem Insektenbesuche eben so gesichert, Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem eben so unmöglich. . z i Im Juli 1868 habe ich mich von der thatsächlichen Sicherung der Fremd- bestäubung durch directe Beobachtung überzeugt; ich sah nemlich in Thüringen auf einem mit blühendem wildem Rittersporn reich bestandenen Acker zahlreiche Exem- plare von Bombus hortorum L. Q u. $ mit solcher Emsigkeit an den Blüthen dieser einen Pflanzenart saugen, dass sicher keine in der zweiten Blüthenperiode befindliche Blüthe unbefruchtet bleiben konnte. Da die Länge des Sporns von der Einfügungsstelle aus 15 mm beträgt, woran sich nach vorn der etwa 7 mm lange, erweiterte Eingang schliesst, so sind mindestens 15mm Rüssellänge nóthig, um den Honig auf normalem Wege auszusaugen. Ausser Bombus hortorum L. (17—2 1) würden daher noch agrorum F. (10—15), fragrans K. (15) und senilis Sm. (14—15) sowie einige Anthophoraarten, nemlich aestivalis Pz. (15), retusa L. (16—17) und pilipes F. (19—21) zum Aussaugen des Honigs be- fähigt sein, aber alle, mit Ausnahme von Anthophora pilipes, deren Flugzeit schon vorüber ist, wann Delphinium blüht, nur, indem sie den Kopf tief in den Spornein- gang zwüngten, also mit grósserem Zeitverlust. Bombus hortorum scheint daher die die einzige Art zu sein, der sich auch diese Ritterspornart angepasst hat. Aber die Emsigkeit dieser einen Art, welche nun allen Honig allein davonträgt, entschädigt den wilden Rittersporn für den Ausschluss aller übrigen Insekten. — Satyrus und | Hesperiaarten, die ich ebenfalls saugend an den Blüthen antraf, senken ihren dünnen Rüssel in den Sporn, vermuthlich ohne Staubgefässe und Narbe zu berühren. W. Ocız gibt in Pop. Science Review (July 1869. p. 272) die Beschreibung einer Ritterspornart , welche von den hier betrachteten dadurch abweichen soll, dass 71. Aconitum Lycoctonum. Rückblick auf die Familie der Ranuneulaceen. 123 die oberen Blumenblätter den Honig absondern, das in einen Sporn verlängerte hintere posterior Kelchblatt ihn beherbergt. Leider war ich ausser Stande zu er- mitteln, welche Delphiniumart unter dem »blue larkspur of our gardens« verstan- den wird. Delphinium Ajacis, von SPRENGEL (S. 277. 278) beschrieben, stimmt in den meisten Stücken mit D. Consolida überein und wird ebenfalls von Hummeln befruchtet. Auch an Aconitum Napellus hat SPRENGEL (S. 278. 279) proterandrische Dichogamie und Befruchtung durch Hummeln beobachtet. 71. Aconitum Lycoctenum L. (Sprenger S. 279) sah ich in einem Walde bei Thüle unweit Paderborn ebenfalls ausschliesslich von Bombus hortorum L. 9, von dieser aber sehr háufig, besucht und befruchtet. : Aconitum se ptentrionale hat ebenfalls proterandrische Blüthen (Ab bil- dung derselben siehe Axeri S. 34). Paeonia Moutan wird, nach DELPINO, regelmässig von Cetonien befruchtet, Welche vorzugsweise an der die Fruchtknoten umgebenden fleischigen Scheibe lecken. Rückblick auf die Familie der Ranunculaceen. Wührend die Umbelliferen eine sehr artenreiche Familie bilden, in welcher sich eine gewisse Summe von den Stammeltern ererbter vortheilhafter Eigenthümlich- keiten > Welche regelmässige Fremdbestäubung hinlänglich sichern, gleichmässig von Generation zu Generation durch alle Familienzweige hindurch vererbt hat, peu dagegen die Ranunculaceen eine Familig dar, deren einzelne Zweige und Zweiglein, gleichsam unsicher umhertastend, ganz verschiedene vortheilhafte Eigenthümlich- keiten selbstständig erworben haben. Die.Augenfälligkeit der Blüthen sehen ya bald durch die Blumenblätter (Ranuneulus), bald durch die Kelchblätter (Eranthis, Helleborus, Anemone, Caltha), bald durch beide zugleich (Aquilegia , Delphinium), bald durch die Staubgefässe (Thalictrum) bewirkt; die Honigabsonderung fehlt bald gänzlich (Clematis, Thalictrum, Anemone), bald wird sie von den Kelchblättern (ge- wisse Paeonien), bald von den Blumenblättern (Ranunculus, Eranthis, Helleborus, Nigella, Aquilegia, Delphinium, Aconitum), bald von den Staubgefässen (Pulsatilla), bald von den Fruchtblättern (Caltha) übernommen *) ; der Honig ist bald leicht zu- gänglich, bald mehr oder weniger tief geborgen. Eine solche Mannichfaltigkeit ver- Schiedener Anpassungen war nur dadurch möglich, dass den Pflanzen, deren Blüthen noch nicht durch ererbte Eigenthümlichkeiten die Fremdbestäubung gesichert war, Sanz verschiedene, sich gegenseitig beschränkende und zum Theile ausschliessende ege der Vervollkommnung offen standen. ; d Zugängliche Lage des Honigs in einfachen regelmässigen Blüthen bot den Vor- theil höchst mannichfaltigen Insektenbesuches dar, aber zugleich den Nachtheil, dass die mannichfachen Besucher auch auf mannichfache Weise in den Blüthen umher- . riechen und daher oft nur Selbstbestäubung bewirken, oft auch besuchte Blüthen Unbefruchtet lassen konnten. Tiefer versteckte Lage des Honigs bot den Nachtheil ar, dass ein grosses Heer von Besuchern und Befruchtern ausgeschlossen wurde, aber zugleich den Vortheil, dass die übrigbleibenden langrüssligen Bienen emsiger in ihrem lüthenbesuche waren, in bestimmter Weise sich bewegen mussten. um zum Honige U gelangen, und dass daher Staubgefässe und Stempel sich leichter so stellen konnten, DX CHANCE MM *) Weitere Beispiele gibt DELrINo, Applic. p. 8. V 124 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 72. Berberis vulgaris. dass bei eintretendem Insektenbesuche Fremdbestäubung unvermeidlich wurde. Da wir in allen regelmässigen Ranunculaceenblüthen mit leicht zugänglichem Honige die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung erhalten , bei allen regelmässigen (Aquilegia) oder unregelmässigen (Delphinium , Aconitum) mit tief versteckt liegendem Honige diese Möglichkeit durch ausgeprägte proterandrische Dichogamie verloren gegangen sehen, so dürfen wir mit Sicherheit behaupten, dass in der Familie der Ranuncula- ceen die Anpassung der Blüthen an einige wenige Hummelarten sich als wirksamer für die Sicherung der Fremdbestäubung bewährt hat als die Anlockung einer grossen Mannichfaltigkeit. verschiedenartiger Gäste. Wir müssen uns aber hüten, diesen Schluss zu verallgemeinern ; denn bei den Umbelliferen hat die allerdings noch weit offenere Lage des Honigs, combinirt mit der Vereinigung vieler Blüthen zu einer Fläche , hingereicht, die Fremdbestäubung in dem Grade zu sichern, dass die Mög- lichkeit der Sichselbstbestäubung durch Ausprägung proterandrischer Dichogamie vollständig verloren gehen konnte. Berberideae. 72. Berberis vulgaris. L. (IM SET Ja D N RR 7 Fig. 40. 4. Blüthe von oben gesehen. & Die drei innern, grossen Kelchblätter, welche durch Grósse und gelbe Farbe mit als Blumenkrone fungiren. b äussere, b'innere Blumenblätter. c Honigdrüsen, d Staubfáden. e Narbe. 2. Stellung der nach dem Griffel hin bewegten Staubgefässe. 3. Blumenblatt mit den beiden dicken, fleischigen, orangerothen Saftdrüsen. 4—7. Staubgefässe in den verschiedenen Stadien des Aufspringens , Aufrichtens und Drehens der Staubmassen, von aussen gesehen, » 4. Staubfaden mit noch geschlossenen Staubbeuteln. i ; 5. Die äussere Haut des rechten Beutels hat sich wie eine Klappe ringsum abgelöst, ist nur oben befestigt geblieben und beginnt, mit der an ihr haftenden Staubmasse sich aufwärts zu drehen. : 6. Beide Klappen haben die Aufwärtsdrehung fast vollendet; die Staubmassen sind nach rechts u. links gerichtet. 7. Beide Klappen haben sich so gedreht, dass sie die Staubmassen der Mitte der Blüthe zukehren und sich mit ‘den Rändern berühren. , 7b Das letzte Staubgefäss von der Mitte der Blüthe her gesehen. SPRENGEL (S. 203. Taf. VII.) beschreibt und zeichnet die Blüthen als senk- recht herabhangend; das ist jedoch für die wenigsten Blüthen zutreffend ; die meisten | sind wagerecht oder schräg abwärts gerichtet. Daher sind sie auch keineswegs durch ihre Stellung völlig gegen das Wetter geschützt, wohl aber bietet die hohle, an der Spitze noch stärker einwärts gekrümmte Form der drei inneren, durch ihre Grösse und gelbe Farbe die Blüthen von weitem bemerkbar machenden Kelch- und der sechs Blumenblätter , welche die Staubgefässe im ungereizten Zustande völlig in sich auf- nehmen, ausser diesen auch den Honigdrüsen und dem Honige selbst Schutz gegen Regen dar. - ; 72. Berberis vulgaris. 125 Die Honigdrüsen liegen als zwei dicke, eiförmige, fleischige, orangefarbene Körper auf der Innenseite der Blumenblätter, nahe deren Basis, so nahe an einander, dass sie sich berühren. Die Staubfäden sind so stark verbreitert, dass jedes an seiner Basis seine beiden Nachbarn berührt ; im ungereizten Zustande sind sie so weit nach hinten gebogen, dass sie sowohl dem unter den Honigdrüsen liegenden Theil der | Blattbasis, als auch den einander berührenden Hälften je zweier demselben Blumen- blatte angehöriger Honigdrüsen dicht anliegen; der abgesonderte Honig kann sich daher nicht zwischen Blumenblättern und Staubfäden sammeln , da dieselben keinen Zwischenraum zwischen sich lassen, sondern er muss sich, der Adhäsion an den Staubfäden folgend, in die Winkel zwischen diesen und dem Stempel hinabziehen, die man denn auch ganz mit Honig gefüllt findet. Im einen dieser Winkel muss also jedes besuchende Insekt den Rüssel senken, um Honig zu erlangen; indem es diess aber thut, veranlasst es dadurch die beiden an ihrer Wurzel berührten Staub- Tiden; sich nach dem Stempel hin zu bewegen und den Rüssel oder Kopf des be- Suchenden Insekts, der sich zwischen zwei Antheren und der Narbe eingeschlossen findet, auf einer Seite mit Blüthenstaub zu behaften. . Als Narbe fungirt der papillöse und klebrige Rand einer dem Fruchtknoten auf- Sitzenden und die Mitte der Blüthe einnehmenden Scheibe. Diejenige Stelle des Insektenrüssels oder Kopfes, welche der von den Staubgefässen berührten gerade entgegengesetzt ist, kommt natürlich in jeder Blüthe mit der Narbe in Berührung. Begibt sich nun das Insekt, wie es meistens der Fall ist, durch die seinem Kopf oder Rüssel sich andrückenden Staubgefässe belästigt, nach dem Aufsaugen des ersten Honigtropfens auf eine andere Blüthe, von dieser wieder nach dem Aufsaugen eines einzigen Honigtropfens auf eine andere u. s. w., so muss es, indem es, durch die . Verschiedene Stellung der Blüthen veranlasst, bald unter, bald über der Narbe, bald rechts, bald links von derselben Kopf oder Rüssel in den Blüthengrund senkt, un- vermeidlich den in der einen Blüthe mitgenommenen Blüthenstaub in einer andern an die Narbe absetzen und , sobald es einmal seinen Kopf oder Rüssel ringsum mit Pollen behaftet hat, in jeder folgenden Blüthe Fremdbestäubung bewirken. Nur wenn es in dieselbe Blüthe unmittelbar nach einander den Rüssel erst rechts, dann links von der Narbe oder erst. über, dann unter der Narbe in den Blüthengrund Senkte, würde es Selbstbefruchtung bewirken. Bei der Honigbiene habe ich mich mit Bestimmtheit überzeugt, dass sie nur selten in dieser Weise verführt; sie macht nie. die Runde in der Blüthe; denn so wie sie eben Honig zu saugen beginnt, schlagen ihr diej enigen Staubgefüsse, deren Fuss sie berührte, gegen Kopf oder Rüssel, und Sie verlässt nun meist sofort die Blüthe, um eine andere aufzusuchen , in der es ihr - ‚eben so ergeht. Selten steckt sie noch ein zweites Mal den Rüssel in dieselbe Blüthe. a Sie stets auch mit den Vorderbeinen in die besuchte Blüthe tritt, so bringt sie à der Regel den grössten Theil der Staubfäden zum Anschlagen an den Stempel (Hummeln dagegen habe ich ihren Rüssel oft mehrmal nach einander in dieselbe Blüthe stecken sehen). Geht schon hieraus hervor, dass SPRENGEL im Irrthum ist, wenn er die Blüthen von Berberis als auf Selbstbefruchtung bezüglich deutet, so ergibt diess die nähere Betrachtung des Aufspringens der Antheren und ihres Hinbewegens zur.Narbe auf erfolgten Reiz in noch unzweideutigerer Weise. Vor dem Aufblühen sitzen die Staubbeutel zu beiden Seiten des plattenförmig verbreiterten Mittelbandes gerade in _ gleicher Höhe mit der Narbe, in der Knospe dicht um dieselbe, in der sich öffnenden Blüthe so weit nach aussen gebogen, als die umschliessenden Blumenblätter gestatten. “um beginnen diese sich auseinander zu thun, so lösen sich die Staubbeutel ringsum 126 III. Von Insekten befruchtete Blumen : Magnoliaceae. vom Mittelbande ab und bleiben nur am äussersten Ende des hier am stärksten ver- breiterten Mittelbandes mit demselben verbunden; die abgelöste Beutelhaut dreht sich sogleich, den Blüthenstaub fast vollständig mit sich führend, aufwärts (wenn man sich nemlich die Blüthe nach oben gekehrt vorstellt), so weit als es überhaupt möglich ist, und kehrt dann ihre den Blüthenstaub tragende Seite ganz der Mitte der Blüthe zu. Werden nun die Wurzeln der Staubfäden von einem Insektenrüssel be- rührt und dadurch zur Einwärtsbiegung veranlasst, so bewegen sich jetzt die Blüthen- staubhaufen nicht in gleicher Höhe mit der Narbe, sondern dieselbe überragend, gegen die Mitte der Blüthe hin (2. Fig. 40), so dass auch diejenigen Theile der Blüthenstaubhaufen, welche sich nicht dem Insekte anheften, einzelne verzettelte Klümpchen abgerechnet, nicht mit der Narbe in Berührung kommen; der sich zu- rückziehende Insektenkopf oder Rüssel aber behaftet sich, an den Blüthenstaubhaufen vorbeistreifend, gerade an denjenigen Stellen mit Pollen, welche an anderen Blüthen die Narbe berühren müssen. Bei völlig ausbleibendem Insektenbesuche kommen mit dem Verwelken der Blüthe die Pollenhaufen der sich einwärts krümmenden Antheren von selbst mit der Narbe in Berührung, wie ich an im Zimmer abblühenden Exemplaren festgestellt habe. Ich kann indess nicht angeben, ob diese späte Sichselbstbestäubung noch von Erfolg ist. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Helophilus floreus L., sehr häufig. 2) H. pendulus L. 3) Eristalis tenax L., häufig. 4 E. arbustorum L. 5) E. nemorum L. 6) Rhingia rostrata L., häufig. b) Muscidae: 7) Onesia floralis R. D. 8) O. sepulcralis Men. 9) O. cognata Men. 10) Musca domestica L. 11) M. corvina F. B Hymeno- ptera a) Apidae: 12) Apis mellifica L. 8, zahlreich. -13) Bombus terrestris L. Q. 14) B. pratorum L. 9. 15) Andrena Trimmerana K. Q. 16) A. helvola L. $. 17) A. fulvicrus K. $, in. Mehrzahl. 18) A. fulva SCHRK. €, ziemlich häufig. 19) A. albicans K. €. 20) A. Smithella K. €. 21) Halictus rubicundus CHR. Q. b) Vespidae: 22) Vespa hol- satica F. S. 23) V. rufa Log. C. Coleoptera a) Dermestidae: 24) Attagenus pellio L. b) Coccinellidae: 25) Coccinella 14 punctata L., sämmtliche Besucher saugend, nur Bombus pratorum und Andrena fulva auch Psd. Magnoliaceae. Magnolia Yulan. Bienen fliegen, nach DELPINO, in die senkrecht auf- gerichteten Blüthen und vermögen in der ersten Blüthenperiode weder an den glatten Blumenblättern in die Höhe zu kriechen, noch von dem in der Mitte der Blüthe in-- die Höhe stehenden kurzen Pistill ihren Abflug zu nehmen. Sie bleiben daher ge- fangen, bis in der „weiten Blüthenperiode die Blumenblätter sich auseinanderbreiten, und fliegen nun, mit Pollen behaftet, in eine andere Blüthe. (Ult. oss. p. 22— 24. Bot. Z. 1870. S. 593. 594.) Magnolia grandiflora, Rosenkäfer (Cetonia aurata und stictica), begeben sich in die kaum geóffneten Blüthen, welche ihnen 1) Obdach — durch die sich über der Narbe zusammenwólbenden drei inneren Blumenblätter — , 2) Wärme, die so erheblich ist, dass sie sich mit dem blossen Gefühl erkennen lässt, 3) Honig, an und zwischen den Narben, darbieten, und verweilen in dieser angenehmen Herberge, bis sie sich durch Abfallen der Kelch- und Blumenblätter an die Luft gesetzt fühlen, worauf sie, reichlich mit Pollen behaftet, neue Blüthen aufsuchen. Da in der ersten Blüthenperiode nur die Narben, in der zweiten nur die Staubgefässe entwickelt sind, ‚so ist Selbstbestäubung unmöglich, und die von Blüthe zu Blüthe fliegenden Käfer bewirken unvermeidlich Fremdbestáubung. (Derr., Ult. oss. p. 233—235. HILD., Bos; Z..14870418.:593% 894.) 73. Papaver Rhoeas. 7 1277 Ilicium religiosum erzeugt, nach Derrino, in der Mitte der Blüthe sehr Saftreiche wie Narbenpapillen aussehende Wärzchen, die vermuthlich einer Cetonia als Lockspeise dienen. (DELP. Applie. p. 10.) ( Anonaceae. Asimina triloba, proterogyn mit kurzlebigen Narben.*) In der Mitte der glockenfórmigen , nach unten gekehrten Blüthe erhebt sich eine halbkuglige Masse E Staubgefüssen, aus deren Mitte einige Narben hervorragen. Die drei inneren, an ihrem Grunde Honig absondernden Blumenblätter legen sich im ersten Blüthen- Stadium auf die Staubgefüsse und nóthigen dadurch die besuchenden Dipteren (Der- PINO zühlt sieben Arten auf), auf ihrem Wege zum Honige die entwickelten Narben‘ , ja zu berühren und mit dem aus früher besuchten älteren Blüthen mitgebrachten Pollen zu behaften, (Dzr»., Ult.oss. p. 231. 242. 243. Hirp., Bot. Z. 1870. 8. 672.673.) Ordnung Rhoeades. Papaveraceae. ) i Eschscholtzia californica liefert einen vortrefflichen Beleg für die grosse Variabilität, welcher auch die Fähigkeit, mit eigenem Pollen fruchtbar zu sein, bei emer und derselben Pflanzenart unterworfen sein kann. Mein Bruder Frrrz MÜLLER hatte (Bot. Z, 1868. S. 115) in Südbrasilien diese Art unfruchtbar, Darwın in England dieselbe fruchtbar mit eigenem Pollen gefunden. Pflanzen, welche darauf von Ferrz Münver in Südbrasilien aus Samen gezogen wurden, welchen DARWIN aus England geschickt hatte, brachten, mit eigenem Pollen befruchtet, einige Samen hervor, jedoch weit weniger als in England. (Bot. Z. 1869. S. 224. 225.) HILDE- BRAND fand dieselbe Art mit eigenem Pollen zwar nicht absolut, aber doch in hohem Grade unfruchtbar. (Jahrb. f. wiss. Bot. VII. S. 466. 467.) 73. Papaver Rhoeas L. Die zahlreichen dicht um die Narbe herumstehenden Staubbeutel springen schon vor. dem Oeffnen der Blüthe auf und bedecken sich "Ingsum mit Blüthenstaub, von welchem ein Theil von selbst auf den unteren Theil de ý Narbenlappen gelangt, während die höheren die Mitte der Blüthe einnehmenden {heile der Narbenlappen unbestäubt zwischen den Antheren hervorragen. Da die Blüthen keinen Honig enthalten, daher bloss von Pollen suchenden Insekten besucht Werden, so ist der bequemste Anflugplatz für die Besucher der breite, ringsum von den Antheren umgebene Narbenkopf. Auf diesen auffliegend bewirken sie, so oft Sle Zuvor eine andere Blüthe besucht haben, sofort Fremdbestüubung, welche dann Wahrscheinlich die Sichselbstbestäubung in ihrer Wirkung überwiegt. : 2) gr scher A. Hymenoptera Apidae: 1) Halictus sexnotatus K. Q, sehr häufig. : flavipes F, C, zahlreich. 3) H. longulus SwrrH Q. 4) H. cylindricus K.Q. 5) H. maculatus Sm. ©. 6) Andrena dorsata-K. Q, häufig. 7) A. fulvicrus K. Q, zahlreich, _ s mmtlich Pollen sammelnd und meist über und über mit Pollen bestáubt. B. Diptera e: 8) Cheilosia, Pfd. C. Coleoptera Nitidulidae: 9) Meligethes, sehr zahlreich, Riki D. Orthop tera: 10) Forficula auricularia L., sowohl als Larve, als im fertigen „Stande sich im Grunde der Blüthe versteckend.: Ob bei ausbleibendem Insektenbesuche die unvermeidlich erfolgende Sichselbst- bestäubung von Erfolg ist, lässt sich natürlich nur durch den Versuch entscheiden. Meg vornherein ist es wahrscheinlich, dass sie von Erfolg sein wird, da HILDEBRAND Tgemone ochroleuca, Glaucium luteum und Papaver argemonoides mit eigenem Pollen fruchtbar gefunden hat. (Jahrb. f. wiss. Bot. VII. S. 466.) Een TEE EUR * Vgl. S. 12, Anm. X". VE Sm ERO KERN NU UC GM RQUIGNC RE e in a. Forma. wann. un nn S Mies PA De 498 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 14. Chelidonium majus. Fumariaceae. Papaver Argemone L. hat ganz dieselbe Blütheneinrichtung wie P. Rhoeas, mit dem kleinen Unterschiede, dass ein geringerer Theil der Narbenlappen der Sichselbstbestäubung ausgesetzt ist. Bei Papaver dubium L. werden die Staubgefässe von den Narben um einige Millimeter überragt, so dass nur bei abwärts geneigter Stellung der Blüthen. Sichselbstbestäubung erfolgen könnte. Vielleicht ist die, wenigstens in Westfalen, auffallend grössere Seltenheit dieser Art durch die Unmöglichkeit. der Sichselbst- bestäubung bedingt. 74. Chelidonium majus L. Bei sonnigem Wetter springen mit dem Sichóffnen der Blüthe die Staubgefässe seitlich auf, während die Narbe gleichzeitig entwickelt ist. Da die Narbe die Staubgefässe etwas überragt (vergl. die Abbildung der Blüthe in HD., Geschl. S. 60), so wird sie von auf die Mitte der Blüthe anfliegenden In- sekten früher berührt als die Staubgefässe, mithin Fremdbestäubung bewirkt, wäh- rend Insekten, die auf ein Blumenblatt auffliegen und nach der Mitte der Blüthe vor- schreiten, ebenso leicht Selbstbestäubung als Fremdbestäubung verursachen können. Bei trübem Wetter bleiben die Blüthen länger geschlossen, die Staubgefässe öffnen sich schon innerhalb der noch geschlossenen Blüthe und es erfolgt Sichselbst- bestäubung. Da die Blüthe keinen Honig enthält, so wird sie nur von Pollen suchenden Insekten andauernd aufgesucht und befruchtet. | Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1j Bombus pratorum L.8. 2) B. agrorum F.8. 3) B. Rajellus ILL. Q. Alle drei fliegen mitten auf den Blüthen auf, bürsten in grösster Hast mit den Fersenbürsten der Vorder- und Mittelbeine Pollen von den Antheren ab, geben ihn fast gleichzeitig an die Körbchen der Hinterbeine und verlassen nach kaum 9—3 Secunden die Blüthe, um sofort eine andere in gleiche Behandlung zu nehmen; sie bewirken daher regelmässig Fremdbestáubung. 4) Halictus cylindrieus F. €. 5) H. zo- nulus Sm. ©: 6) H. sexnotatus K.o. 7) H. sexstrigatus SCHENCK 9 ; diese kleineren Bienen fliegen auf die Staubbeutel und halten sich sehr viel länger auf den einzelnen Blüthen auf, indem sie sich in der Regel beim Einsammeln des Pollens auf den Antheren- herumdrehen. Sie kommen nur zufällig auch mit der Narbe einmal in Berührung und können dann ebensowohl Selbstbetäubung als Fremdbestáubung bewirken. B. Diptera a) Syrphidae: 8) Syrphus balteatus DEG. 9) S. ribesii L. 10) Syritta pipiens L. 11) Ascia podagrica F. 12) Rhingia rostrata L. , sämmtlich Pollen fressend. Von ihrem. Herum- treiben auf den Blüthen gilt dasselbe, wie von den Halictusarten. b) Empidae: 13) Empis livida L. sah ich an mehrere Blüthen von Chelidonium fliegen und mit ihrem über 3 mm langen Rüssel einige mal in den Blüthengrund tupfen. Ob sie vergeblich nach Honig suchte oder Saft erbohrte, konnte ich nicht sehen. Jedenfalls hatte sie geringe Ausbeute, denn sie flog alsbald auf andere Blumen. 4 Fumariaceae. - Hypecoum procumbens. Die beiden inneren Blumenblätter nehmen zur Knospenzeit den gesammten Blüthenstaub in zwei auf ihrer Innenflüche sich ent- wickelnde Taschen auf, und diese schliessen sich noch vor Entwicklung der Narbe. Bei einem Drucke von oben thuen sich die Ránder dieser Taschen aus einander und behaften den drückenden Gegenstand mit Blüthenstaub. Die Narbenpapillen erlangen erst längere Zeit nach dem Oeffnen der Blüthe und nachdem der Griffel über die Pollentaschen hinausgewachsen ist, ihre volle Entwicklung, so dass besuchende In- sekten nun in jeder Blüthe zuerst die Narbe, dann den Blüthenstaub berühren. Fremdbestäubung ist mithin bei eintretendem Insektenbesuche anfangs durch Pro- terandrie, später durch die hervorragende Stellung der Narbe gesichert. (HILDEBRAND im Jahrb. für wissensch. Bot. 1869. S. 494—429. Taf. XXIX. Fig. 1—13.) 15. Dielytra spectabilis. 139 : Hypecoum grandiflorum. Die Blüthen dieser Art fand HILDEBRAND mit ıgenem Pollen und mit Pollen anderer Blüthen desselben Exemplars zwar nicht absolut, abe; doch in hohem Grade unfruchtbar. (Jahrb. für wissensch. Bot. VII. 8. 464— 466.) 75. Dielytra spectabilis DC. Die senkrecht nach unten hangenden herzförmigen Blüthen beherbergen ihren Honig in den beiden Aussackungen am Grunde der beiden halbherzförmigen äusseren Blumenblütter; jedes dieser beiden Blumenblätter um- schliesst drei der Biegung seines Aussenrandes folgende Staubfáden, welche zusammen . eine von der Blüthenmitte abgewendete, zum Honigbehälter führende Rinne bilden. Die aus der herzförmigen Blüthe hervorragenden Enden der sechs Staubfäden verlaufen dicht an einander liegend, den Griffel umschliessend und selbst von den kapuzen- förmigen , an der Spitze verwachsenen Enden der zwei inneren Blumenblätter um- Schlossen, senkrecht nach unten. Zwischen dem kapuzenförmigen Ende der inneren und dem umgeschlagenen Ende der äusseren Blumenblätter bleibt rechts und links an der Unterseite der Blüthe je ein Eingang zu der zum Honig führenden Rinne frei. Hängt Sich nun eine Biene von unten an die Blüthe und steckt ihren Rüssel in eine der beiden honigführenden Rinnen, so drückt sie mit der Unterseite ihres Hinterleibes die die Geschlechtstheile umschliessende Kapuze nebst den biegsamen Staubgefässen nach der anderen Seite und reibt die am Ende eines steifen Griffels sitzende und desshalb nicht mit zur Seite gedrückte Narbe an dem Haarkleide ihrer Bauchseite ; Sobald sich die Biene entfernt, kehrt die Kapuze in ihre frühere Lage zurück und umschliesst die Geschlechtstheile von neuem. Diess geschieht, da in jeder Blüthe “wei Safthalter und zwei zu ihnen führende Rinnen vorhanden sind, in jeder Blüthe _ Zweimal, einmal nach rechts, einmal nach links. In jüngern Blüthen wird auf diese Weise der an der Narbe haftende Blüthenstaub an die Bauchhare der Biene abgewischt, in älteren, ihres Pollens schon beraubten Blüthen dagegen wird fremder Blüthenstaub auf die Narbe gebracht. (HILDEBRAND in Jahrb. für wiss. Bot. VII. . Bd. 1869. 8, 429—434. Taf. XXIX. Fig. 14—23.) HILDEBRAND sah Hummeln in der beschriebenen Weise verfahren. Da indess die Rüssellänge unserer Hummelarten zwischen 7 und 21 mm schwankt und die den Rüssel zum Honig führenden Rinnen der Diclytra Spectabilis 18—20 mm lang sind, so verdient die Thätigkeit der einzelnen Besucher eine genauere Betrachtung. er | Ich sah nur Bombus hortorum L. 9 (20—21) und Anthophora pilipes F. 9 (19 —20), diese beiden aber ziemlich häufig, in normaler Weise an den Blüthen saugen, Und zwar an jeder Blüthe zweimal, erst an der einen, dann an der andern Seite. ombus terrestris L. Q, deren Rüssel nur 7 —9 mm lang ist, biss dagegen, an der Oberseite der Blüthe sich festklammernd, mit den Oberkiefern kräftig von aussen in emen der beiden Safthalter, versuchte dann den Rüssel durch das gebissene Loch "InZuführen biss bisweilen , wenn ihr diess nicht sogleich gelang, noch einige Mal "nd stahl endlich durch die gebissenen Löcher aus beiden Safthaltern den Honig. Üben so sah ich Bombus pratorem L. 9 (11—12) und-B. Rajellus Iri. 9 (12-13) Verfahren. Osmia rufa L. Q (9), Megachile centuncularis L. & (6— 7) und Apis mellifica T, % (6) licticsteiton: háufig.die von den Hummeln gebissenen Lócher, von enen nur wenige Blüthen frei blieben, zum Aussaugen des später wieder abgeson- erten Honigs, r ; : Die Thátigkeit der Honigbiene an den Diclytrablüthen bot mir Gelegenheit, "ch recht deutlich von dem Vortheile zu überzeugen , welchen ein bequemer Halte- latz für die besuchenden Insekten den Blumen gewährt. Denn indem die Honig- dris durch die von Bombus terrestris gebissenen Löcher den Honig stehlen wollte, . d Aller, Blumen und Insekten. 9 [^o M TU Vni sicat n nn 130 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 76. Corydalis cavà. fehlte ihr ein solcher Halteplatz; wührend sie daher mit. einigen Beinen die Kante fasste, tappte sie mit den übrigen auf der glatten Fläche unsicher umher und hatte dadurch grossen Zeitverlust. Diclytra eximia. Die Blütheneinrichtung, der der spectabilis ähnlich, jedoch mit geringerem Spielraum für die Biegung der Kapuze nach rechts und links und mit abgekürztem Wege zum Honig, ist ebenfalls von HILDEBRAND eingehend beschrieben und abgebildet (Jahrb. für wiss. Bot. VII. S. 434—436. Taf. XXIX. Fig. 24—31); ebenso Diclytra cucullata, bei welcher die äusseren Blumenblätter lang gespornt sind und der Honig von zwei in diese Sporne hineinragenden hornförmigen Verlän- gerungen der mittleren Staubfäden abgesondert wird (Daselbst S. 436. 437. Taf. XXXI. Fig. 28—31) und die eine stärkere Verwachsung der Blüthentheile darbietende Adlumia cirrhosa (S. 437—439. Taf. XXXI. Fig. 19—27). , 76. Corydalis cava Scmwere. und Körr. Die Blütheneinrichtung ist von HILDEBRAND eingehend beschrieben und abgebildet (Geschl. S. 67. Fig. 13, Jahrb. für wiss. Bot. VIL. 1869. S. 489—445. Taf. XXX. Fig. 1—10). Im Gegensatze zu den senkrecht herabhangenden, doppelt symmetrischen (d. h. durch zwei auf einander senkrecht stehende Ebenen in symmetrisch gleiche Hülften zerlegbaren) Blüthen von Diclytra und Adlumia, welche eine zweifache Biegung der die Geschlechtstheile umschliessenden Kapuze , nach rechts und links, gestatten — hat Corydalis wagerecht stehende, einfach symmetrische Blüthen mit senkrechter Halbirungsebene, deren Kapuze von den besuchenden Insekten nur in einer Rich- tung, nemlich nach unten, verschoben werden kann. Die beiden äusseren Blumen- blätter, welche nun zum oberen und unteren geworden sind, haben dadurch auf- gehört, einander symmetrisch gleich zu sein, dass sich das obere in einen langen, am Ende abwärts gebogenen, honigführenden Sporn ausgesackt hat, der etwa 12 mm nach rückwärts über den Blüthenstiel hinausreicht , und in welchen eine gemeinsame Verlängerung der oberen Staubfäden , die. bis in den abwärts gebogenen Theil des Spornes hineinreicht, Honig absondert. Die beiden inneren, zu beiden Seiten stehen- den und in ihren Basaltheilen mit dem oberen verwachsenen Blumenblätter sind ein- ander symmetrisch gleich und bilden, mit ihren Spitzen zusammengewachsen, eine die 'Geschlechtstheile umschliessende Kapuze. Bienen, welche den im hintersten Theile . des Spornes aufgespeicherten Honig gewinnen wollen, müssen, indem sie sich an dem. unteren Blumenblatt (der Unterlippe) oder an der Kapuze festklammern, den Rüssel zwischen der Kapuze und dem oberen Blumenblatte einführen. Indem sie diess thun, drücken sie die Kapuze nach unten und reiben mit der Unterseite ihres Kopfes die auf einem steifen Griffel sitzende und desshalb sich nicht mit nach unten biegende Narbe, welche schon vor dem Aufblühen mit dem gesammten Blüthen- staube behaftet worden ist. Nach dem Aufhóren des Druckes springt die Kapuze in ihre frühere Lage zurück und umschliesst die Geschlechtstheile von neuem. In jüngern Blüthen behaften sich also die besuchenden Bienen das Haarkleid der Unterseite ihres Kopfes mit Pollen; in älteren, ihres Pollens bereits beraubten Blüthen setzen sie aus früher besuchten Blüthen mitgebrachten Pollen auf der Narbe ab. Indem die Bienen die Gewohnheit haben, an demselben Blüthenstande von unten nach oben zu gehen, bringen sie jedes Mal auf die älteren unteren Blüthen der fol- genden Pflanze denjenigen Blüthenstaub, welchen sie sich in den jüngeren oberen J Blüthen der zunächst vorher besuchten angeheftet haben, und bewirken so regel- mässig Kreuzung getrennter Stöcke. Diess ist sehr bemerkenswerth, da HILDEBRAND ` (Jahrb. für wiss. Bot. V. 1866) durch zahlreiche Selbstbefruchtungs- und Kreuzungs- versuche festgestellt hat , dass die Blüthen von C. cava mit eigenem Pollen absolut 76—77. Corydalis cava, solida. 131 Unfruchtbar, mit Pollen anderer Blüthen derselben Pflanze in hohem Grade unfrucht- bar, nur mit Pollen getrennter Pflanzen durchaus fruchtbar sind. Da der Sporn von Corydalis cava sich von dem Anheftungspunkt an den Blüthenstiel 12mm nach rückwärts erstreckt und sein Ende sich höchstens auf 4—- )mm mit Honig füllt, so ist es absolut unmöglich, dass die Honigbiene mit ihrem nur 6mm langen Rüssel auf dem normalen Wege den Honig erreicht. *) Weit eher Vermöchte diess Bombus terrestris L. Q mit ihrem 7— 9, ausnahmsweise selbst 10 mm langen Rüssel; aber selbst diese verzichtet darauf, ihren Rüssel zwischen oberes lumenblatt und Kapuze hineinzustecken, da sie auf diesem Wege nur eben vom ong naschen, aber nicht ihn vóllig ausbeuten kónnte. Sie beisst vielmehr immer die Oberseite des Sporns an der Umbiegungsstelle oder ein Stück davor an und steckt durch dieses Loch ihren Rüssel bis in den Grund des Sporns hinein. Bei weitem die meisten Blüthen fand ich von Bombus terrestris Q in dieser Weise angebissen, "nd durch die von ihr gebissenen Lócher sah ich dann auch die Honigbiene sowie Andrena albicans K. Q, A. nitida Founc. &, Sphecodes gibbus L. und Nomada abriciana L. Q den Honig von C. cava gewinnen. Die einzige Biene, welche ich Normal saugend an C. cava beobachtete, ist Anthophora pilipes F. 9 und d mit 19 —21mm langem Rüssel. Diese aber besuchte die Corydalisblüthen so zahlreich und emsig, dass sie zur Befruchtung aller genügen würde. Ausser ihr habe ich nur Noch zwei Insekten an den Blüthen von C. cava normal saugend beobachtet, zwei ; Wollschwebfliegen , welche freischwebend ihren langen dünnen Rüssel in die Blüthe Stecken , ohne jedoch Befruchtung zu bewirken, Bombylius major L. (10) und B. discolor Max. (11—12). Trotzdem ist auch die Honigbiene als Besucher und Be- fruchter von C. cava zu nennen ; denn ich habe ihr oft zugesehen, wie sie, um Pollen zu sammeln, mit dem vorderen Theile ihres Körpers zwischen Oberlippe und Kapuze ineinkroch ‚ dann mit den Fersenbürsten der Mittelbeine den Blüthenstaub von der Narbe abfegte und an die Sammelkörbchen der Hinterschienen brachte. 77. Corydalis solida Swrru, welche in ihrem Bestüubungsmechanismus mit cava übereinstimmt und einen bald eben so langen, bald.wenig kürzern Sporn hat, wächst an meinem Beobachtungsorte (Stromberger Hügel) mit dieser zusammen , jedoch Weniger zahlreich, immer nur roth blühend (C. cava bald weiss, bald roth) und mit vael oberflächlicher liegenden Knollen. Sie wird dort, eben so wie C. cava, von An- hophora pilipes F., Bombylius major L. und discolor Men. normal angesaugt, von - terrestris L. 9 und Apis mellifica L. $ ihres Honigs durch Einbruch beraubt und Yon letzterer auch des Pollens wegen in gleicher Weise besucht und bearbeitet. 2 Auch Co rydalis nobilis und capn oides haben nach HILDEBRAND einen ähnlichen Bestäubungsmechanismus wie cava. (Jahrb. f. wissensch. Bot. VII. 1869. 9.445. Taf. XXX. Fig. 11—13.) | Corydalis ochroleuca unterscheidet sich dadurch in ihrer Blütheneinrich- tung wesentlich von cava, dass die Kapuze, einmal abwärts gedrückt, ihre abwärts Seneigte Stellung behält, während die Geschlechtstheile, ihrer Spannung folgend, aufwärts schnellen und sich in einer Vertiefung des oberen Blumenblattes ergen, Jede Blüthe kann daher nur einmal in einer auf die Geschlechtstheile wir- enden Weise von Bienen besucht werden. Dieser einzige Besuch behaftet die Unter- EA han ewoh enn daher HILDEBRAND (Jahrb. für wiss. Bot. VII. p. 443) angibt, dass er die & en Bienen in die rechtmässige Oeffnung zum Blüthensporne habe: eindringen haben So dürfte er sich entweder in der Bienenart oder in der Thätigkeit derselben geirrt Zum Honi óchstens könnte die Honigbiene einen vergeblichen Versuch gemacht haben, Ot ; ug zu gelangen. Q* ! (er : M 132 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 78. Corydalis lutea. 79. Fumaria officinalis. seite der besuchenden Bienen mit dem auf der Narbe aufgeháuften Blüthenstaub und bringt, falls die Biene vorher andere Blüthen derselben Art besucht hat, etwas frem- den Blüthenstaub auf die Narbe (Hınn., Jahrb. für wiss. Bot. VII. 1869. 8. 445— 450). Ausserdem haben die künstlichen Befruchtungsversuche HILDEBRAND'S er- geben, dass die Blüthen von C. ochroleuca sowohl mit Pollen anderer Blüthen des- selben Stockes als mit eigenem Pollen fruchtbar sind. 78. Corydalis lutea DC., die in ihrer Blütheneinrichtung mit ochroleuca überein- stimmt (Hrup. a. a. O., S. 450), sah ich wiederholt von Bombus agrorum F. 9. (Rüssellänge 12—15mm) besucht und normal angesaugt. 79. Fumaria officinalis L. Der Blüthenmechanismus stimmt ganz mit dem von Corydalis cava überein; jedoch sind die Blüthen viel kleiner, und statt des langen Spornes ist nur eine kurze, gerundete Aussackung vorhanden, in welche ein von dem . oberen Staubfadenband ausgehender kurzer Sporn Honig absondert. HILDEBRAND fand die Blüthen mit eigenem Pollen fruchtbar, bezweifelt aber, ob Selbstbestäubung in freier Natur oft eintrete, indem er volles Vertrauen in die T hätigkeit der Insekten setzt (Jahrb. für wiss. Bot: VII. 1869. S. 450—453. Taf. XXXI. Fig. 1—10). Ich habe oft Fumaria off. im Freien ins Auge gefasst und mich auf das bestimm- teste überzeugt; dass sie nur sehr spärlich von Insekten besucht wird; nur die Honig- biene habe ich einige Male saugend an ihren Blüthen angetroffen, sehr häufig da- gegen, auch bei windstillem sonnigem Wetter, mich vergeblich nach irgend einem Besucher umgesehen Offenbar ist es für eine Pflanze von Vortheil, wenn ihre Blüthen nicht nur von einer einzigen oder einigen wenigen, sondern von sehr zahlreichen Insektenarten befruchtet werden können. Bei Fumaria offieinalis, deren Blüthen bei der wenig tiefen Lage des Honigs von den meisten Bienenarten besucht und befruchtet werden könnten, wird aber dieser Vortheil, den sie vor Corydalis cava voraus hat, durch mehrere Nachtheile, durch welche sie hinter derselben zurücksteht, bedeutend über- wogen. Denn während Coryd. cava im ersten Frühjahre blüht, zu einer Zeit und an Orten, wo nur wenige Blumen in der Anlockung der Insekten ihr Concurrenz machen (ihre Hauptconcurrenten sind am Stromberger Hügel Primula elatior und Pulmonaria off.), blüht dagegen Fumaria off. mitten im Sommer, zu einer Zeit und an Orten, wo sehr zahlreiche andere Blumen die Aufmerksamkeit der Honig und Pollen suchen- den Bienen auf sich lenken. Während ferner Coryd. cava durch ihre stattlichen Blüthen und Blüthenstände sich neben den gleichzeitig an denselben Orten blühenden anderen Blumen von weitem bemerkbar macht und den Gästen reiche Honig- oder - Pollenausbeute in Aussicht stellt, fallen die kleinen Blüthen von Fum. off. neben den gleichzeitig an denselben Orten blühenden Blumen nur sehr wenig ins Auge und versprechen, wenn sie wirklich bemerkt werden, nur dürftige Ausbeute. Daher sehen wir Coryd. cava, obwohl von den zu ihrer Blüthezeit häufigen Bienen nur eine einzige ihren Honig auf normale Weise erlangen kann, von dieser so regelmässig besucht und befruchtet, dass sie die Fähigkeit, sich durch Sichselbstbestäubung fort- zupflanzen, völlig eingebüsst hat, Fumaria off. dagegen, obwohl durch sehr zahlreiche zu ihrer Blüthezeit häufige Bienen befruchtbar, so spärlich besucht, dass sie in der Regel durch Sichselbstbestäubung sich fortpflanzen muss und daher auch die Fähig- keit zu dieser Fortpflanzungsart nicht einbüssen konnte. : Nachdem ich den höchst spärlichen Insektenbesuch, welcher der Fum. off. zu Theil wird, wiederholt beobachtet und trotzdem fast jede Blüthe sich zur Frucht ent- wickeln gesehen habe; nachdem ich wiederholt gefunden habe, dass Fum. off. auch 80. Nasturtium silvestre. 81. Nasturtium amphibium. TUE im regnerischen ‚Wetters, welches jeden Bienenbesuch ausschliesst, ee ii tbarkeit zeigt, kann ich nicht zweifeln, dass sie zu ihrer Fortpflanzung . E MS TIEMND in ausgedehntestem Maasse Gebrauch macht. welche Er wird bei Fumaria capreolata und parviflora der Fall sein, Droas ‚HILDEBRAND (Jahrb. für wiss. Bot. VII. S. 452) in der Bestäubungs- Nb. ng im Ganzen mit Fum. off. übereinstimmen, aber selbst die Elasticität der p Ag wahrscheinlich durch andauernden Nichtgebrauch, eingebüsst haben. Taf. pe dagegen ist nach HILDEBRAND (a. a. O., S. 453. 454. droi ; : Fig. 13—18) die Blütheneinrichtung eben so wie bei Coryd. lutea und durch di T Die ans der Kapuze einmal herausgetretene Geschlechtssäule schnellt "We end des oberen Staubfadenbandes in die Höhe und birgt sich in nn lefung des oberen Blumenblattes. Auch Fum. spicata ist durch Sichselbst- ng fruchtbar. *) : Cruciferae. 50. Nasturtium silvestre R. Bx. 12^ Grunde der Blüthe ist zwischen je zwei Staubfäden lige fleischige Honigdrüse sichtbar, die ein Honig- gon. n ME Die vier längeren Staubgefässe liegen in alis) s öhe mit der Narbe, die zwei kürzeren etwas tiefer; f die en der Blüthenmitte zugekekrt. Wenn sich die Blü- gefins el sonnigem Wetter öffnen , ‚apfeizen sich die Staub- dn E etwas aus einander und springen an der der Narbe gekehrten Seite auf. Insekten, welche zum Honige wollen, . Min tara nun ms irgend einer Stelle zwischen der Narbe und SR een Kopf in den Blüthengrund stecken und RR 1 emer Seite desselben die Narbe, mit der entgegen- vila EL. P oder zwei Staubgefásse berühren. Machen sie, bleibt een wegleckend, in der Blüthe die Runde, so Tend die er Regel dieselbe Seite der Narbe zugewandt, wäh- genden EEE Blüthenstaub abstreift ; in einer fol- und bewi A berührt dann oft die bestäubte Seite die Narbe rien z t Fremdbestäubung, während die entgegengesetzte eben so onen behaftet, Doch kommt es auch, und vielleicht mals hi äufig, vor, dass das Honig suchende Insekt mehr- ^5 Amter einander in dieselbe Blüthe den Kopf hinabsenkt Blüthe, gerade von oben gesehen. In der Mitte die Narbe, den Fruchtknoten verdeckend ; um dieselbe herum vier grössere (2) und zwei klei- nere Honigtröpfehen (n’); rechts und links die beiden kürzeren (@’), vorn u. hin- ten die zwei Paar längeren Staubgefässe (a); von allen . ist die der Narbe zugekehrte bestáubte Seite sichtbar. Die Staubfäden erscheinen sämmtlich bedeutend ver- kürzt, Pone ostbestäubung bewirkt. Ebenso bewirken Pollen sammelnde Bienen AB vb vessende Fliegen bald Fremd-, bald Selbstbestäubung. Bei regnerischem. re sich die Blüthen nur halb, die längeren Staubgefässe bleiben in arer Berührung mit der Narbe und bewirken Sichselbstbestäubung. Seh gd. apis livida T, , sgd. b) Syrphidae: 7) Syritta pipiens L. Stimm. end i5 aue vergleicht die Blütheneinrichtung der »Fumitor Plllonaceen (Pop. Science Review April 1870. p. 168); nichts Neues. *) der der übrigens „neSucher. A. Hymenoptera a) Sphegidae: 1) Crabro Wesmaeli v. d. L.. 2) Tiphia Veg L., beide sgd. b) Apidae: 3) Apis mellifica L. 8, Psd., häufig. 4) Andrena ella K. €, Psd. 5) Halictus nitidiuseulus K. ©, sgd. B. Diptera a) Empidae:. 8) Syrphus spec., beide "nd Pfd. 9) Chrysogaster Macquarti LoEW, sgd. 10) Eristalis arbustorum L., sgd. 81. Nasturtium amphibium R. Br. Blütheneinrichtung mit der vorigen überein- ies« im Allgemeinen mit seine Angaben enthalten a u nn ni. 94 x 134 Von Insekten befruchtete Blumen: 82. Arabis hirsuta. 83. Cardamine pratensis. > Besucher: A. Hymenoptera Tenthredinidae: 1) Tenthredo notha KL., höchst zahl- reich, geschäftig von Blüthe zu Blüthe schreitend und fliegend und immer sogleich den Mund an einer Seite in den Grund der Blüthe senkend, um zu saugen. Kopf und Thorax reichlich bestäubt. B. Diptera a) Zmpidae: 2) Empis livida L., sgd. b). Syrphidae : 3) Rhingia rostrata L. 4) Syritta pipiens L. 5) Eristalis arbustorum L., sämmtlich sgd. 82. Arabis hirsuta Scor. Die Blütheneinrichtung weicht dadurch etwas von derjenigen von Nasturtium silv. ab, dass nur zwei an der Innenseite der Basis der kürzeren Staubfäden gelegene Drüsen Honig absondern, und dass in den meisten Blüthen die längeren Staubgefässe. die Narbe überragen und bei ausbleibendem Insektenbesuche mit Pollen bestreuen. Daneben kommen aber auch Blüthen vor, ` deren längere Staubgefässe in gleicher Höhe mit der Narbe stehen und den hervor- tretenden Blüthenstaub unmittelbar in Berührung mit derselben bringen. Besucher: A. Hymenoptera a) Sphegidae: 1) Ammophila sabulosa L., sgd. b) Apidae: 2) Apis mellifica L. 8, sgd. 3) Halictus sexnotatus K. Q, Psd. 4) Andrena albicrus K. &, sgd. B. Lepidoptera Bombyces: 5) Euprepia Jacobaeae L., sgd. $3. Cardamine pratensis L. weicht in der Lage seiner Honigtropfen, in der Stellung seiner Staubgefässe, in der Augenfälligkeit seiner Blüthen und daher auch in der Zahl seiner Befruchter erheblich von den vorhergehenden Arten ab. Zwei grössere Honigdrüsen umgeben die beiden entwickelten kürzeren Staubfäden an ihrer Wurzel ringsum als grüne fleischige Wülste, die nach aussen am stärksten entwickelt sind und nach dieser Seite ihren Honig absondern ; zwei kleinere Honigdrüsen be- finden sich an der.Stelle der beiden verschwundenen kürzeren Staubgefässe. Der von diesen vier Drüsen abgesonderte Honig sammelt sich in der ausgebauchten Basis der Kelchblátter. Da der Kelch hier als Safthalter dient, so ist er dauerhafter als bei vielen anderen Cruciferen; auch sind, der verschiedenen Grösse der Honigdrüsen entsprechend , die Kelchblätter an Grösse verschieden ; die den Honig der grösseren Drüsen aufnehmenden sind breiter und an der Basis stärker ausgebaucht als die beiden anderen, so dass man schon an dem von unten betrachteten Kelche mit Leich- tigkeit erkennen kann, wo in der Blüthe die beiden kürzeren Staubgefässe stehen. Reisst man die Kelchblätter ab und betrachtet dann die Blüthen von aussen, so sieht man zwischen den Nägeln je zweier benachbarten Blumenblätter je eine Honigdrüse. In der jungen Knospe sind alle sechs Staubgefässe dem Stempel zugekehrt und werden von demselben überragt. Noch vor dem Aufblühen aber strecken sich die vier inneren Staubfäden so, dass sie den Stempel überragen, und machen meist zu- gleich eine Viertelumdrehung nach aussen, ein jedes nach der Seite des ihm benach- barten kürzeren Staubgefässes hin, so dass nun ein Insekt, welches den Honig der grösseren Honigdrüsen erlangen will, mit Kopf oder Rüssel an der bestäubten Fläche eines der grösseren Staubgefässe vorbeistreifen muss. Bei kaltem regnerischem Wetter indess finden sich nicht selten Blüthen, in welchen die Drehung viel schwächer oder gar nicht erfolgt ist und der Blüthenstaub der längeren Staubgefässe von selbst auf die Narbe fällt. Die kürzeren Staubgefässe bleiben mit der aufspringenden Fläche immer der Narbe zugekehrt; in Folge dieser Stellung, werden sie von denjenigen Insektenköpfen oder Rüsseln gestreift, welche sich nach den kleineren Safthaltern wenden. In Bezug auf die Wahrscheinlichkeit der Fremdbestäubung gilt übrigens dasselbe wie von Nast. silvestre. An manchen Blüthen findet man die beiden kür- zeren Staubgefässe tiefer stehend als die Narbe, an anderen in gleicher Höhe, an noch anderen höher stehend. In den beiden letzteren Fällen bewirken sie bei aus- bleibendem Insektenbesuche Sichselbstbestäubung. 84. Draba verna. 85. Cochlearia officinalis. 855. Teesdalia nudicaulis. 135 : Uebrigens hat Cardamine von allen bei Lippstadt wildwachsenden Cruciferen die augenfälligsten Blüthen und Blüthenstände und den reichlichsten Honig und in Folge dessen den reichsten Insektenbesuch *), nemlich : A. Hymenoptera Apidae: 1) Halictus cylindricus F. Q, Psd. 2) Andrena dorsata K. ut sgd. 3) A. parvula K. Ọ &, Psd. und sgd. 4) A. Gwynana Ro Psd. einmal, Wie flog unmittelbar von Cardamine auf die kurzgrifflige Form von Primula elatior und sammelte auch auf dieser Pollen.) 5) Nomada lateralis Pz. Q, sgd. 6) N. lineola -4 $, sgd. 7) Osmia rufa L. &, sgd. $) Bombus terrestris L. Q, sgd. 9) Apis melli- fica L. 8, sehr häufig, bald Psd., bald sgd. B. Diptera a) Bombylidae: 10) Bombylius major L., einmal, schwebend saugend, von den Cardamineblüthen unmittelbar zu Pri- mula elatior übergehend. 11) B. discolor Mex., sgd. b) Zmp:dae: 12) Empis opaca to Sgd. e) Syrphidae: 13) Rhingia rostrata L. Pfd. 14) Helophilus pendulus L., sgd. d) Muscidae: 15)- Anthomyia spec., Pfd. C. Lepidoptera: 16) Rhodocera rhamni L. 17) Pieris brassicae L. 18). P. napi L. 19) Anthocharis cardamines L. D. Coleoptera a) Nitidulidae: 20) Meligethes, häufig, hld. b) Staphylinidae: 21) Omalium florale PK., ausserst zahlreich. E. Thysanoptera: 22) Thrips, sgd. und Pfd. 84. Draba verna L. Vier kleine grüne fleischige Honigdrüsen sitzen im Grunde der Blüthe, je zwischen der Basis eines kürzeren Staubfadens und eines benachbarten längeren , so dass also die Basis jedes kürzeren Staubfadens zwischen zwei Honig- drüsen liegt, Staubgefässe und Narbe sind gleichzeitig entwickelt; die längeren Staubgefässe liegen in gleicher Höhe mit der Narbe, dicht um dieselbe herum, lassen ihre staubbedeckte Seite der Narbe zugekehrt und behaften dieselbe daher regelmässig von selbst mit Pollen. Die kürzeren Staubgefässe stehen etwas tiefer als die Narbe und kehren ihre staubbedeckte Seite ebenfalls derselben zu. Honig suchende Insekten Müssen zwischen Narbe und kürzeren Staubgefässen ihren Rüssel in den Grund der kleinen Blüthen senken und sich daher vorzugsweise mit Pollen kürzerer Staubgefässe behaften, den sie in anderen Blüthen an der Narbe absetzen. Die Fremdbestäubung wird mithin überwiegend durch die beiden kürzeren Staubgefässe bewirkt, während die vier längeren regelmässige Sichselbstbestäubung herbeiführen. Dass die letztere erfolgreich ist, hat HrrpEBRAxD durch den Versuch bewiesen. (Geschl. S. 70.) Man begreift leicht den ausgedehnten Gebrauch, welchen diese Pflanze von der Sichselbstbestäubung macht, wenn man bedenkt, wie wenig ihre Blüthen in die Augen fallen, wie geringe Honig- und Pollenausbeute sie liefern und wie spärlich Sie daher von Insekten besucht werden. Ich habe im Ganzen nur drei Bienenarten - an Draba verna beobachtet, nemlich: 1) Apis mellifica L. 8, Pollen sammelnd! (10. April 1868!) 2) Andrena parvula K.Q, sgd. (28. März 1869). 3) Halictus sp. €, sgd. (28. März 1869), alle drei zu einer Zeit, da die Bienen noch eine sehr geringe Auswahl von Blumen hatten. a 85. Cochlearia officinalis L. In den Almequellen bei Niederalme sah ich #12. Juli - 1869) auf den Blüthen dieser Pflanze: A. Diptera Syrphidae : 1) Eristalis tenax L. 2) Helophilus floreus L. 3) Melano- Stoma mellina L., zahlreich, alle drei sowohl sgd. als Pfd. B. Coleoptera: 4) Cetonia aurata L., Blüthentheile verzehrend. : 55^. Teesdalia nudicaulis R. Br. Obgleich ich an den winzigen Blumen dieser Pflanze, deren längste Blumenblätter nur 2mm Länge erreichen, noch keine Insekten beobachtet habe **), kann ich mich doch nicht entschliessen , ihre von anderen ein- *) d ; in ürger 1di iv i tz der Unscheinbarkeit um A Bintner fedus digan er cou ipn deos überlegen und eilt den Beweis, dass Geruch die Insekten im Ganzen wirksamer anlockt ais TÉR Nach Vollendung des Manuscripts gelang es (am 27. und 28. April 1872) mir und : ohne Hermann, indem wir bei sonnigem, ziemlich windstillem Wetter eine mit III. Von Insekten befruchtete Blumen: 85b. Teesdalia nudicaulis. heimischen Cruciferen so auffallend abweichende Blütheneinrichtung hier mit Still- schweigen zu übergehen. Während der Blüthezeit sind die Blüthen zu einer Fläche zusammengedrängt, deren nach aussen gerichtete Blumenblätter, wie bei den Umbelliferen , sich stärker . Blüthe von oben gesehen. . Der Aussenseite des Blüthenstandes zugekehrte Blüthenhälfte, von aussen gesehen. . Eines der längeren Staubgefässe nebst Honigdrüse, von aussen gesehen. 4. Eines der beiden kürzeren Staubgefässe, von aussen gesehen. — 2, y = blumenblattartige Anhänge der Staubfäden. m = Nectarium. — Bedeutung der übrigen Buchstaben siehe im Texte. ausdehnen, als die nach innen liegenden. Da aber bei Teesdalia in demselben Maasse, als das Verblühen fortschreitet, die Achse sich streckt und die Blüthenfläche in eine Traube auseinander zieht, so kommt jede Blüthe gerade während ihrer Blüthezeit an den Rand der Fläche zu stehen. Daher haben nicht, wie bei vielen Umbelliferen und Compositen, nur die ursprünglich am Rande stehenden, sondern alle Blüthen nach aussen stärker entwickelte Blumenkronen und sind aus doppelt symmetrischen (d. h. durch zwei auf einander senkrechte Ebenen halbirbaren) zu einfach symmetrischen, nur durch eine, senkrecht durch die Mitte des Blüthenstandes gehende Ebene halbir- baren Blumenformen geworden. Jede Blüthe hat ein inneres Kelchblatt (s), ein äusseres (s) und zwei seitliche (s?), welche alle durch weisse Farbe der Spitze und des Saumeszur Augenfälligkeit der Blüthe mitwirken; hauptsächlich bewirken jedoch diese durch ihre weisse Farbe zwei innere Blumenblätter (p) und noch mehr zwei äussere (p'), welche die inneren um das Dop- pelte bis Dreifache an Länge übertreffen ; unterstützt werden sie aber in ihrer Wirkung noch durch blumenblattähnliche Anhänge (y, 4, x, 2. 3), welche die beiden seitlichen, kürzeren Staubfäden (a) und in noch ausgeprägterer Weise die vier längeren (a^ die inneren längeren, a? die äusseren längeren) besitzen. Die blumenblattartigen Anhänge der vier inneren Staubfäden umschliessen dicht den von aussen nach innen zusam- mengedrückten, rechts und links scharfkantigen , in der symmetrischen Halbirungs- ebene durch eine Scheidewand getheilten, etwas nach aussen gebogenen Fruchtknoten. . Gerade über der Mitte der Basis des benachbarten Blumenblattes hat jeder dieser vier blühender Teesdalia reichlich bewachsene Stelle andauernd ins Auge fassten, folgende Be- sucher ihrer Blüthen zu beobachten: A. Hymenoptera Apidae: 1) Sphecodes ephippia L., an 13 Blüthenständen nach einander sgd. B. Coleoptera a) Chrysomelidae: 2) Hal- tica nemorum L. 3 Exemplare, still auf den Blüthen sitzend, wie es schien, sgd. 3) Plectro- scelis dentipes E. H. 1 Ex. desgl. 4) Cassida nebulosa L. 2 Ex., flogen auf die Blüthen- stände, ohne sich die Blumen zu Nutze zu machen. b) Curculionidae: 5) Ceutorhynchus pumilio GYLH. 2-Ex. sgd. c) Elateridae: 6) Limonius parvulus Pz. d) Hydrophilidae: 7) Cercyon anale Pk. Auch die letzten beiden Käfer sassen in einzelnen Ex. auf den Blüthen, ohne dass wir sie Blumennahrung geniessen sahen. C. Diptera a) Syrphidae. 8) Melithreptus spec. 9) Ascia podagrica F., beide Pfd. b) Muscidae: 10) Sepsis putris L., sehr wiederholt sgd. Ausserdem zahlreiche winzige Musciden und Mücken von 1 bis 4mm. Lánge. Es GERO - i Kr 86. Hesperis matronalis. 87. Sisymbrium Alliaria. blumenblattartigen Staubfadenanhünge eine kleine Ausbuchtung; zwischen dieser und der ebenfalls ausgebuchteten Mitte der Basis des Blumenblattes ist ein Honig- trópfchen und, wenn man dasselbe entfernt, eine kleine grüne fleischige Honigdrüse sichtbar (n 2. 3. Fig. 42). Man kann sowohl die Blumenblätter als die längeren Staubfäden von Grund aus losreissen, ohne dass die zwischen beiden sitzenden Honigdrüsen mitgerissen werden; diese scheinen daher dem Blüthenboden selbst nZugehóren, Die sechs Staubgefässe sind vor dem Aufblühen sämmtlich der Narbe zugekehrt ; die vier làngeren überragen die Narbe etwas, die zwei kürzeren stehen mit ihr in Bleicher Höhe. Nachdem die Blüthe sich geöffnet hat, machen alle sechs eine Viertel- umdrehung ; jedes der vier längeren kehrt seine Staubbeutel nach derSeite des benach- . barten kürzeren hin; jedes derzwei kürzeren nach der Aussenseite des Blüthenstandes. Nun erst springen die Staubgefässe auf, während die Narbe gleichzeitig entwickelt ISt. Insekten, welche nun eines der zwei äusseren Honigtröpfchen geniessen, stossen unvermeidlich mit Kopf oder Rüssel an die staubbedeckten Seiten der beiden benach- barten Staubgefässe, während ihnen beim Saugen eines inneren Trópfchens nur ein Staubgefäss die bestäubte Fläche zukehrt. Bei der Kleinheit der Blüthen ist für Saugende Insekten ein gleichzeitiges Berühren der Narbe mit einer andern Stelle des ‘Kopfes oder Rüssels unausbleiblich, und diess muss, wenn der Kopf in jede Blüthe Dur einmal gesenkt wird, ziemlich regelmässige Fremdbestäubung bewirken, während es bei mehrmaligem Hinabbücken in die Blüthe eben so gut auch Fremdbestäubung bewirken kann. Bei ausbleibendem Insektenbesuche wird durch die längeren Staub- . Befüsse regelmässig Sichselbstbestäubung bewirkt. .86. Hesperis matronalis L. Zwei sehr grosse, die Basis der kürzeren Staubfäden umfassende, besonders auf deren Innenseite stark entwickelte grüne, fleischige Drüsen Sondern den Honig ab, der sich an jeder Seite der Blüthe zwischen der Basis dreier Staubfäden und des Stempels sammelt. Die längeren Staubgefässe stehen im Ein- Sange der Blüthe und rücken erst nach dem Verblühen aus demselben etwas hervor; die kürzeren stehen ein Stück tiefer und umgeben, während sie aufspringen, mit ihrem obersten Theile die Narbe, die dann im Verlaufe des Blühens durch Wachsen des Stempels aus der Blüthe herausrückt. Alle Staubgefässe springen nach innen auf und bestreuen die Narbe von selbst mit Pollen. Tritt jedoch zeitig genug Insekten- besuch ein, so wird häufig auch Fremdbestäubung bewirkt, von honigsaugenden Insekten regelmässig, da sie Narbe und Staubgefässe mit entgegengesetzten Seiten des Rüssels berühren, von Pollen fressenden oder sammelnden wenigstens zufällig. ; Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Nemotelus pantherinus L.. Pfd. b) Syr- Pp hidae ; 2) Chrysogaster aenea Mon. (Tekl. B.), Pfd. 3) Eristalis nemorum L. 4) E. tenax iow beide Pfd. 5) Volucella pellucens L. (Tekl. B.) 6) Rhingia rostrata L., sgd., in grósster áufigkeit B. Hymenoptera Apidae: 7) Halictus leucopus K.Q. 8) Andrena albi- TREN g Apis mellifica L. 8, alle drei Psd. C. Lepidoptera: 10) Pieris bras- Sicae T, 11) P. napi L., beide sgd. 12) P. rapae L., desgl. D. Coleoptera: 13) Antho- comus fasciatus L. : y . 87. Sisymbrium Alliaria Scor. Wie bei Cardamine pratensis, so finden sich auch UE Nel Honigdrüsen als grüne fleischige Wülste am Grunde der beiden kürzeren Staub- - fáden, zwei andere aussen zwischen dem Grunde je zweier lingeren, an der Stelle n eingegangenen kürzeren. Während aber bei Cardamine der Honig nach aussen a Besondert, wird und in den Ausbauchungen der Kelchblätter sich sammelt, wird er : > Sis. All. von den am Grunde der kürzeren Staubfäden befindlichen Honigdrüsen ach innen abgeschieden, bildet zunächst vier Trópfchen im Grunde der Blüthe zwi- . schen je einem kürzeren und einem benachbarten lángeren Staubfaden und füllt end- 138 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 88. Sisymbrium offieinale. 89. Capsella. lich den untersten Theil der Zwischenräume zwischen den Staubfäden und dem Stempel aus, indem er sich durch Adhäsion an diesen 'Theilen festhält. An den beiden an der Stelle der verschwundenen Staubfäden stehenden Honigdrüsen habe ich nie Honigabsonderung bemerkt; sie scheinen nutzlos gewordene Erbtheile zu sein. Die Kelchblütter, welche bei Card. prat. als Safthalter ausdauern, nützen bei Sis. All. nur in der Knospenzeit als Schutz der von ihnen umschlossenen Theile und indem sie durch ihre weissliche Farbe zur Bemerkbarmachung der Blüthenstände bei- tragen; nach dem Aufblühen sind sie nutzlos geworden und fallen sehr leicht ab. "Alle Staubgefässe springen nach innen auf; die inneren umschliessen die Narben so eng, dass sie regelmässig Selbstbestäubung bewirken, die auch, wie -ich mich durch Beobachtung im Zimmer aufblühender und fruchttragender Exemplare über- zeugt habe, zur Ausbildung guter Samenkörner führt. Durch Honig saugende Insekten muss jedoch eben so, wie den bei vorher besprochenen Arten, ziemlich häufig, durch Pollen fressende oder sammelnde Arten wenigstens gelegentlich Fremdbestäubung bewirkt werden, welche dann wahrscheinlich die Sichselbstbestäubung in ihren Wirkungen überwiegt. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. B. Diptera: a) Syrphidae: 2) Syrphus decorus Man. (Tekl. B.) 3) Rhingia rostrata L.,sgd. b) Mu- scidae: 4) Anthomyia, sgd. C. Coleoptera a) Nitidulidae: 5) Meligethes. häufig. 6) Epu- raea. b) Curculionidae: 7) Ceutorhynchus winzige Art. 88. Sisymbrium officinale Scor. Die Blütheneinrichtung stimmt mit der der vorigen Art ziemlich überein. Jeder der beiden kürzeren Staubfäden hat an jeder Seite . seiner Basis eine Honigdrüse; die vier von diesen Drüsen abgesonderten Honigtrópf- chen sitzen in den Winkeln zwischen je einem kürzeren Staubfaden, einem benach- barten längeren und dem Stempel. Die Staubgefüsse sind mit der Narbe gleichzeitig entwickelt und mit der staubbedeckten Seite dieser zugekehrt ; die längeren überragen die Narbe etwas und neigen über derselben zusammen ; die kürzeren liegen in gleicher Höhe mit der Narbe, aber etwas nach aussen gespreizt ; bei ausbleibendem Insekten- besuche fällt regelmässig Blüthenstaub von den vier längeren Staubgefässen auf die Narbe. Der Insektenbesuch ist, in Folge der Winzigkeit der Blüthen, im Ganzen ein sehr spärlicher. Der Honig muss jedoch gewissen Insekten besonders wohlschmeckend sein. Denn am 27. Juni 1868 sah ich auf einem unbebaut liegenden Stücke, auf welchem Sis. off. und Capsella bursa pastoris neben manchen anderen Pflanzen in grósster Menge blühten, Pieris napi L. und rapae L. in Menge umherfliegen und immer nur an Sis. off. saugen. Die zwischen Staubbeutel und Narbe hineingesteckten Rüsselspitzen haben da ohne Zweifel, indem sie in zahlreichen Blüthen an den Narben mit denselben Stellen vorbeistreiften, die sie in vorher besuchten Blüthen mit Pollen behaftet hatten, zahlreiche Fremdbestäubungen bewirkt. Ausserdem fand ich mehrere Andrena dorsata K. 9 Psd. und Pfd., wobei sie eben so leicht oder noch leichter Selbst- als Fremdbestäubung bewirken konnten. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1! Andrena dorsata K., Psd. u. Pfd. B. Le- pidoptera Rhopalocera: 2) Pieris napi L. 3) P. rapae L., beide sgd. l 89. Capsella bursa pastoris MorncH., Hirtentäschel. Blütheneinrichtung : ganz wie bei der vorigen Art, mit dem einzigen Unterschiede, dass die längeren Staub- gefässe in gleicher Höhe mit der Narbe stehen, wodurch regelmässig Sichselbst- bestäubung erfolgt. Exemplare, die ich, vor Insektenzutritt geschützt, im Zimmer abblühen liess, zeigten sich durchaus fruchtbar. 90. Lepidium sativum. 91. Brassica oleracea. 139 Besucher: Diptera a) Syrphidae: 1) Eristalis nemorum L., sgd. u. Pfd. 2) Syrphus balteatus Dec., desgl. 3) Syritta pipiens L. 4) Ascia podagrica F., sgd. 5) Melithreptus Scriptus L. 6) M. taeniatus MeN. 7) M. pictus MGN., die letzten drei sgd. und Pfd. b) Muscidae: 8) Anthomyia, sgd. 90. Lepidium sativum L. Die Blüthen sind trotz ihrer geringen Augenfälligkeit den Insekten leicht von weitem bemerkbar durch ihren starken, selbst uns auf meh- rere Schritte bemerkbaren Geruch und werden, ohne Zweifel in Folge desselben, von allen von mir beobachteten Cruciferen am reichlichsten von Insekten besucht, theils des Pollens, theils des Honigs wegen. Dieser wird von vier grünen fleischigen Knötchen abgesondert, welche im Grunde der Blüthe zwischen je einem längeren "nd dem ihm benachbarten kürzeren Staubfaden , gerade vor den Blumenblättern Sitzen, während je zwei an derselben Breitseite des Schötchens stehende Staubfäden Zwischen zwei Blumenblättern , dicht neben einander, entspringen. Die nach innen aufspringenden Staubgefässe machen keine Drehung, biegen sich aber bei sonnigem etter so weit nach aussen zurück, als es die ziemlich aufrechten Kelchblätter ge- Statten. In Bezug auf die Wahrscheinlichkeit der Fremd- und Selbstbestäubung gilt dasselbe wie bei Nasturtium silvestre. Bei regnerischem Wetter, wenn sich die Blüthen nicht völlig öffnen, und eben so, wenn sie, ohne von Insekten besucht zu sein, sich wieder schliessen, tritt regelmässig Sichselbstbestäubung ein. . Besucher: A. Diptera a) Bombylidae: 1) Argyromoeba sinuata FALLEN. b) Syr- Phidae: 2) Eristalis arbustorum L. 3) E. nemorum L. 4) E. sepuleralis L. 5) Helophilus floreus L, 6) Syritta pipiens L., äusserst häufig. 7) Melithreptus taeniatus Mon. 8) Ascia Podagrica F., sehr zahlreich. 9) Pipiza chalybeata MGN.; alle diese Schwebfliegen bald sgd., bald Pfd. c) Muscidae: 10) Siphona cristata F. B. Hymenoptera a) Ichneu- Monidae: einzeln. b) Sphegidae: 11) Oxybelus bellus DLE. : zahlreich. 12). Q: uniglumis L., sehr häufig. 13) Cemonus unicolor F. 14) Cerceris variabilis SCHRK., sehr zahlreich. €) Chrysidae: 15) Hedychrum lucidulum F.&. d) Apidae: 16) Prosopis communis NYL. 9, Sehr häufig, sed. und Pfd. 17) P. armillata NYL. $Q, desgl. 18) Halietus nitidiusculus K. 9, sgd. 19) H. lucidulus ScHck. Q, sgd. 20) Andrena parvula K. Q, sgd. 21) A. Pilipes F, ö. C. Coleoptera a) Dermestidae: 22) Anthrenus pimpinellae F. b) Malaco- dermata: 23) Dasytes flavipes F. 24) Anthocomus faseiatus F. 25) Malachius bipustu- latus F., Antheren und Blumenblätter nagend. D. Lepidoptera: 26) Sesia tipuliformis L., Sgd., wiederholt. ; 91. Brassica oleracea L., Kohl, Zwei Honigdrüsen sitzen an der Innenseite der Basi * i beid hwund Z 7t B er beiden verschwundenen s der zwei vorhandenen, zwei andere an der Stelle d kürzeren Staubgefässe. Die von den beiden ersteren abgesonderten Honigtröpfchen Verbreiten sich zwischen je einem kürzeren Staubgefässe, den beiden benachbarten längeren und dem Stempel und sind, wenn man gerade von oben in eine geóff- nete Blüthe hineinsieht, unmittelbar sichtbar; die von den beiden anderen Nekta- rien abgesonderten Tröpfchen sitzen an der Aussenseite zwischen je ZEE dicht "eben einander stehenden längeren Staubgefässen und schwellen bisweilen bis zur Berührung mit dem darunter stehenden Kelchblatte an. Die zwei kürzeren Staubgefäsge, bisweilen von gleicher Höhe mit der Narbe, meist jedoch von derselben überragt, biegen sich, ihre staubbedeckte Seite nach innen kehrend, nach aussen urück. Die vier längeren Staubgefässe machen eine Viertel- oder eine halbe Um- drehung , so dass sich ihre staubbedeckte Seite nach dem benachbarten kürzeren Staubgefäss hin oder auch ganz nach aussen kehrt, ohne dass sie sich von der Blü- thenmitte entfernen. Insekten, welche die an der Basis der kürzeren Staubgefässe Sitzenden Honigtröpfchen saugen, berühren daher mit der einen Seite ihres Kopfes Oder Rüssels die Narbe, mit der entgegengesetzten ein kürzeres und meist zugleich ap längeres Staubgefäss und bewirken daher, von Blüthe zu Blüthe gehend, vor- Wiegend Fremdbestäubung; die beiden anderen Honigtrópfchen kónnen dagegen , i - ý 3 ————— E " á S ren T à VERG aa IDA R2 RES HR AB HUMUM RON P EM UIROS 9 Kia a £A nig einen anne Dam —————— j 140 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 92. Sinapis arvensis. 93. Raphanus. ohne Berührung der Narbe gewonnen werden und scheinen für die Befruchtung nutzlos zu sein. Bei ausbleibendem Insektenbesuche krümmt sich der obere Theil der die Narbe überragenden längeren Staubbeutel meist so weit nach der N arbe zu zurück, dass er in unmittelbare Berührung mit derselben tritt und Bestäubung der- selben bewirkt. j i Wahrscheinlich ist diese Sichselbstbestäubung auch wirksam; wenigstens wurde Brassica Rapa von: HirpnEBRAND durch Sichselbstbestäubung fruchtbar gefunden. (Geschl. S. 70.) Bei sonnigem Wetter fand ich die Honigabsonderung stets sehr deutlich. Sacms, der (Lehrb. der Bot. II. Aufl. S. 110) angibt, dass »die dunkel- grünen Nektarien zwischen den Staubfäden von Brassica ihr Secret in sich behalten«, hat die Blüthen vermuthlich bei trübem Wetter untersucht. . Besucher: A. Coleoptera Nitidulidae:. 1) Meligethes, höchst zahlreich, Blumen- blätter und Pollen fressend. B. Hymenoptera Apidae: 2) Andrena nigroaenea K. €, sgd. 3) A. Gwynana K. 9, sgd. und Psd. 4) A. fulvierus K. C, Psd. 5) A. nana K. €, sgd. und Psd. 6) Halictus cylindricus K. Q. 7) Apis mellifica L. 8, Psd. und sgd. Eine bestimmte Ordnung in der Absuchung der Blüthen sah ich die Honigbiene bei Brassica durchaus nicht einhalten, vielmehr dieselbe Biene oft nach Besuch einer zweiten Blüthe zur ersten zurückkehren. C. Thysanoptera: 8) Thrips, häufig. 92. Sinapis arvensis L. Zwei Honigdrüsen sitzen, wie bei Brassica, an der Innenseite der Basis der zwei vorhandenen, zwei andere an der Stelle der beiden verschwundenen kürzeren Staubgefässe. Sobald die Kelchblätter auseinander treten, sind die Honigdrüsen von aussen sichtbar und zugänglich, und die Insekten könnten sich des Honigs bemächtigen, ohne die Geschlechtstheile der Blume zu berühren. Das dichte Zusammenstehen der Blüthen während der Blüthezeit bewirkt indess, dass es den Besuchern bequemer ist, zwischen den Staubgefässen hindurch den Rüssel zum Honige zu führen, und in der That habe ich keinen einzigen Besucher den Honig von aussen her gewinnen sehen. Die Drehung der Staubgefässe und die Wahrscheinlichkeit der Fremdbestäubung bei eintretendem Insektenbesuche ist die- selbe wie bei Cardamine pratensis; im Verlaufe des Blühens kehren aber die Staub- beutel ihre staubbedeckten Seiten nach oben und krümmen endlich die Enden der- selben abwärts, wobei sich, wenn bis dahin der Blüthenstaub noch nicht durch Insekten entfernt ist, die zwischen den vier längeren Staubgefässen hervorrückende Narbe von selbst mit Pollen behaftet. Besucher: A. Diptera Syrphidae: 1) Eristalis aeneus Pz. 2) E. arbustorum L. 3) Rhingia rostrata L., alle drei sowohl sgd. als Pfd. B. Hymenoptera a) Tenthredi- nidae: 4) Cephus spinipes Pz. und mehrere kleinere Arten trieben sich in sehr grosser _ Häufigkeit Honig leckend und Blüthenstaub fressend in den Blüthen umher. b) Apidae: 5) Halictus leucozonius SCHRK. Q, Psd. 6) Andrena nana K. 8, sgd. 7) Apis mellifica L. 8, sehr häufig, sowohl sgd. als Psd. (ich fand sie noch am. 2. Oct. 1869 Psd. an Si- napis). C. Coleoptera: 8) Coccinella 7 punctata L., Honig leckend. D. Lepidoptera: 9) Euclidia glyphica L., sgd. - 93. Raphanus Raphanistrum L. hat dieselbe Lage der Honigdrüsen wie Sinapis arv., aber alle Staubgefässe bleiben der Narbe zugekehrt, die kürzeren in gleicher Höhe mit derselben, die längeren dieselbe überragend, so dass Sichselbstbestäubung noch weit mehr begünstigt ist. E e -Ich sah die Honigbiene, welche sonst in der Regel sich streng an eine und die- selbe Pflanzenart hält, abwechselnd an Blüthen von R. Raph. und von Sin. arv. saugen und sich dabei den Kopf dicht bestüuben. Subularia aquatica. Bei hohem Wasserstande bleiben die Blüthen ge- schlossen unter dem Wasser und. befruchten sich selbst. (HILD. , Geschl: S. 77. AxELL S. 14.). : i baegsew Rückblick auf die Familie der Cruciferen. Rückblick auf die Familie der Cruciferen. . Die Cruciferen zeigen bei grosser Uebereinstimmung im gesammten Blüthenbau eine solche Veründerlichkeit in der Zahl und Lage der Honigdrüsen und in der Stel- lung der Staubgefässe zu diesen und der Narbe, dass kaum zwei der von uns betrachteten Arten in diesen Beziehungen vollstándig übereinstimmen. Die Zahl der Honigdrüsen schwankt zwischen 2, 4 und 6; ihre Lage ist an oder zwischen den. Wurzeln der Staubfäden, im ersteren Falle entweder an der Innenseite oder ringsum oder an der Aussenseite; Zwischenstufen zwischen diesen Lagen werden durch das Vorkommen verkümmerter, nutzlos gewordener Honigdrüsen hergestellt. Der ab- Sesonderte Honig bleibt entweder in Trópfchen auf den Honigdrüsen sitzen oder füllt Zwischenráume zwischen Staubfäden und Stempel aus oder sammelt sich in Ausbauchungen der Kelchblätter. Alle oder einige Staubgefüsse stehen stets so, dass Honig suchende Insekten mit der einen Seite an ihnen, mit der entgegengesetzten Seite an der Narbe vorbei- Streifen müssen; aber nicht immer haben sie die für diesen Erfolg günstigste Stellung ; soweit sie von derselben abweichen, wird durch die Abweichung Sichselbstbestáu- bung begünstigt. Die Erklärung dafür ist in folgenden Umständen zu finden: Bei allen von uns betrachteten Cruciferen ist durch die Stellung der Staub- gefässe zu den Honigdrüsen und zur Narbe Fremdbestäubung beim Besuche Honig Suchender Insekten zwar wahrscheinlich, aber keineswegs unvermeidlich gemacht, beim Besuche Pollen sammelnder oder fressender Insekten sogar Fremdbestäubung vor Selbstbestäubung in keiner Weise begünstigt. Sowohl die Häufigkeit als die Mannichfaltigkeit des Insektenbesuchs ist bei allen von uns betrachteten Arten eine mittelmássige ; es sind vorwiegend Fliegen (besonders Syrphiden) und Bienen (be- Sonders die am wenigsten ausgeprägten), in untergeordneterer Weise andere Ader- flügler (besonders Sphegiden), Käfer und Schmetterlinge, welche sich am Besuche dieser Cruciferenblüthen betheiligen. Durchschnittlich bleiben die Cruciferen an Mannichfaltigkeit und Häufigkeit des Insektenbesuchs, jedenfalls in Folge der gerin- Seren Augenfälligkeit der Blüthen und der schwierigeren Zugänglichkeit des Honigs, Weit hinter den Umbelliferen zurück, und nicht selten bleiben Pflanzen völlig un- besucht. Allen von uns betrachteten Cruciferen ist daher die Möglichkeit der Sich- selbstbestäubung zur Erhaltung nützlich, wo nicht nothwendig; bei vielen sehen wir Sichselbstbestäubung in ausgedehntestem Maasse vor sich gehen, und bei manchen liegt der experimentelle Beweis vor, dass sie von Fruchtbarkeit begleitet ist. Unter diesen Umständen konnte es wohl der einen und anderen Crucifere von Vortheil Bein mit Ihren Staubgefässen nicht die zur Bestäubung Honig suchender Insekten absolut günstigste Stellung zu erreichen, wenn durch Verzicht auf dieselbe, bei offen Sehaltener Möglichkeit der Fremdbestäubung, Sichselbstbestäubung bei ausbleiben- dem Insektenbesuche völlig gesichert wurde. Unmöglich können wir daher, wie $ MLDEBRAND (Geschl. S. 48) meint, die Antherendrehung der Cruciferen als »einen Merk würdigen Ausdruck des Widerwillens gegen Selbstbestäubung« betrachten ; dieselbe bezieht sich vielmehr, wie AxELL (S. 19) richtig auseinander setzt, lediglich auf die Bestäubung der Insekten auf ihrem Wege zum Honig. Aber auch Axeır's Angabe bedarf der Berichtigung und Vervollständigung, insofern er für die Lage der "Ohigdrüsen und Drehung der Staubgefässe nur zwei Fälle unterscheidet , denen Em alle Cruciferen unterordnen sollen, und die Begünstigung der Sichselbstbestäu- ME durch die Stellung der Antheren nicht berücksichtigt. 142 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 94. Reseda dere: Die der ganzen Familie der Umbelliferen gemeinsame vortheilhafte Eigenthüm- lichkeit gesteigerter Augenfälligkeit durch Vereinigung vieler Blüthen zu einer Fläche und durch einseitige Ausbildung der Einzelblüthen zum Vortheile der Gesellschaft findet sich in der Familie der Cruciferen nur bei vereinzelten Gattungen (Teesdalia, Iberis) ausgeprägt und, bei Teesdalia wenigstens, nicht in hinreichendem Grade, um die Fremdbestäubung so zu sichern, dass die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung hätte eingehen können. . . Capparideae. Capparis, Cleome, Polanisia sind nach DxrPrwo proterandrisch. (Sugli app. p. 29. 30. Hrun., Bot. Z. 1867. 8. 283.) f Resedaceae. 94. Reseda odorata L. Fig. 43. 4. Blüthe vor dem Aufspringen der Staubgefásse, von vorn gesehen. 2 - — nach dein Aufspringen eines Theiles der Staubgefässe, ebenso. 3. Junge Frucht von der Seite gesehen. — 4. Daslinke obere, 5. das linke mittlere *),. 6. das linke untere Blumenblatt. — a Kelchblütter, b Blumenblätter, c verbreiterte Nägel der oberen und mittleren Blumenblätter, welche die schildfórmige Erhebung des Blüthenbodens À umfassen. d Noch nicht aufgesprungene, abwärts gebogene Staubgefüsse. e Aufspringende, sich erhebende Staubgefüsse. f Aufgesprungene aufgerichtete Staubgefásse. g Stempel. h Schildförmige Erhebung des Blüthenbodens. $ Honigdrüse nebst Honig. .. *) Nicht selten ist auch die Flüche des mittleren Blumenblattes auf einen einzigen keuligen Faden reducirt. 94—96. Reseda odorata, luteola, lutea. 143 Der Blüthenboden erweitert sich in der oberen Hälfte der Blüthe zwischen den Staubfäden und Blumenblättern zu einer senkrecht aufgerichteten viereckigen Platte, deren vordere Fläche sammetartig rauh, während der Blüthezeit gelblich, nach dem Verblühen orangeroth gefärbt ist und als Saftmal dient, während ihre glatte, grüne, hintere Fläche an ihrem Grunde den Honig absondert-und beherbergt. i Die verbreiterten N ägel der oberen und mittleren Blumenblätter schützen, indem Sie der Hinterseite dieser Platte dicht anliegen und mit ihren nach vorn gerichteten Lappen den oberen und die seitlichen Ränder derselben umfassen, den Honig vor- trefflich sowohl gegen Regen als gegen unnütze Besucher (Fliegen), während die Flächen dieser Blumenblätter, indem sie sich in strahlig divergirende, weisse, keulige Fäden zerspalten , mit den rothen Staubbeuteln zusammen bewirken, dass die schon Ms weitem durch ihren kráftigen Wohlgeruch angezeigten Blüthen den Insekten aus "IDMiger Entfernung in die Augen fallen. . Da die Blüthentheile schon im Knospenzustande offen liegen, so findet ein «igentliches Aufblühen nicht statt; der Beginn der Blüthezeit ist vielmehr nur da- durch gekennzeichnet, dass die Honigabsonderung beginnt, dass einige der in der. Knospenzeit unter den Stempel hinabgebogenen Staubgefásse (1. Fig. 43) aufspringen wad sich gegen die Honig absondernde Platte aufrichten, während gleichzeitig die drei oder vier Fruchtblätter an ihren Spitzen Narbenpapillen entwickeln. ; Da der Fruchtknoten aus der Mitte der horizontalen Blüthe frei hervorragt, so bildet er den bequemsten Stützpunkt für Honig suchende Insekten und wird daher, indem dieselben von anderen Blüthen kommend meist auf ihm auffliegen, bei statt- findendem Insektenbesuche in der Regel durch Fremdbestäubung befruchtet. Bei ausbleibendem Insektenbesuche tritt Sichselbstbestäubung ein, da die Narben unmit- telbar unter den in die Höhe gebogenen Staubgefässen liegen. Exemplare, die ich Segen Insektenzutritt geschützt abblühen liess, entwickelten lauter mit guten Samen- körnern gefüllte Kapseln. l Die Blüthen werden mit besonderer Vorliebe von Prosopisarten besucht. Im Juli 1867 hatte ich einige Blumentöpfe mit blühender Reseda odorata im offenen Fenster meines Zimmers stehen. Beständig kamen Prosopis angeflogen und trieben Sich ungemein lebhaft, oft zu 6 bis 8 an.einem Stocke, umher. Sie steckten bald den Kopf zwischen die schildförmige Platte und die oberen Blumenblätter und leckten Mit ausgestreckter Zunge den Honig, bald kauten sie noch nicht aufgesprungene Staubgefässe durch, um deren Blüthenstaub zu verzehren. Dieselbe Thätigkeit habe ich in den darauf folgenden Jahren sehr wiederholt an Reseda odorata und luteola m Garten und im Freien beobachtet. Im Ganzen habe ich folgende Insekten als Besucher unserer Resedaarten bemerkt, und zwar bei Reseda odorata: amit Em enoptera a) Apidde : 1) Prosopis communis NYL. Qj, sehr häufig. 2) P. Sw. > E 9j. 3) = signata Pz. Sð, häufig. 4) P. De NYL. eo). Iu uy 9 Hz Apis mellifica L.8, häufig, sgd. und Psd. 7) Halictus zonulus SM. Q un Wo Moore K G, beide. Psd. b) ee 9) Cerceris variabilis SCHRK. 26, D Thai Pfd. B. Diptera Syrphidae: 10) Syritta pipiens L., Pfd. C. Thysanoptera: ps, sehr zahlreich. 95. Reseda luteola L. : ymenoptera Apidae: 1) Prosopis armillata NYL. Q &, häufig. 2) P. communis 9 g, sehr häufig, beide sgd. und Pfd. 3) Apis mellifica L. 8, sgd. und Psd. 4, An- nigroaenea K. Q, sgd. 96. Reseda lutea L.. (Thüringen): i E oorr Sphegidae: 1) Cerceris arenaria L., einzeln. 2) C. labiata E | a . variabilis SCHRK., sehr zahlreich. b) Vespidae: 4) Odynerus ee Tai, | sgd. Nyi, drena ET LEERE. en. LC M anne nee em ae ————————— Mi rn i IT. Von Insekten befruchtete Blumen: 97. Parnassia palustris. x Ordnung Parietales. Droseraceae. $ 97. Parnassia palustris L. SPRENGEL hat die Blütheneinrichtung dieser Pflanze sehr ausführlich beschrieben (S. 166—173), ist aber nicht nur über ihre Befruchter, sondern selbst darüber, ob sie eine Tag- oder Nachtblume sei, im Zweifel geblieben. Derrrxo hat Helophilus floreus L. auf ihren Blüthen beobachtet. (Ult. oss. p. 168. Hrirp., Bot. Z. 1870. S. 669.) = Die Staubgefüsse, welche sich unreif dicht an die in der Mitte der Blüthe her- vorragende kegelfórmige Kapsel anlegen und von derselben überragt werden, ent- wickeln sich langsam eines nach dem anderen zur Reife, indem sich jedes Mal eines streckt, mit dem Staubbeutel gerade auf das Ende der Kapsel legt und nach oben aufspringt; wührend es von einem anderen abgelóst wird, biegt es sich nach aussen zurück; erst nach dem Abblühen aller Staubgefüsse entwickelt sich auf dem Ende der Kapsel die Narbe. Mit den Staubgefüssen abwechselnd, gerade vor den Blumenblättern, stehen die seltsam gebildeten Saftorgane. Jedes derselben besteht aus einem kurzen, breiten Stiele, der sich oben in eine fleischige Scheibe erweitert, welche nach der Innenseite in zwei flachen Aushöhlungen Honig absondert und völlig offen beherbergt und nach oben sieben bis neun ungleich lang gestielte gelbe Drüsenknöpfchen entsendet, welche die Spitze des Fruchtknotens in seiner oberen Hälfte umgeben und vermuth- lich nur insofern nützen, als sie den auf der Mitte der Blüthen aufgeflogenen Fliegen die Safthalter leichter bemerkbar machen.. Bei sonnigem Wetter fand ich die Blüthen in der Regel von sehr zahlreichen Insekten, besonders aber von sehr mannichfaltigen Fliegen, besucht. Die kleineren derselben gehen meist rings in der Blüthe herum, um zu allen Safthaltern zu ge- langen; die grósseren dagegen setzen sich zu diesem Zwecke meist auf die Mitte der -Blüthen, bestäuben daher in jüngeren ihre Unterseite und bewirken in älteren Fremdbestäubung. Pollen fressende Insekten habe ich an dieser Blume nur selten gefunden. Es scheint somit die langsam aufeinander folgende Entwicklung der ein- zelnen Staubgefässe und die Lage der gerade offenen auf der Kapsel für- die Pflanze = den doppelten Vortheil darzubieten : 1) dass dadurch ihre Blüthezeit verlängert und damit die Wahrscheinlichkeit der Fremdbestäubung gesteigert wird; 2) dass die besuchenden Insekten durch die spärliche Menge des auf einmal dargebotenen Pollens und noch mehr wohl durch seine Lage auf der am bequemsten als Standfläche dienen- den Blüthenmitte in der Regel von der Gewinnung desselben abgelenkt werden und sich auf den Honiggenuss beschränken. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Eristalis nemorum L. 2) E. arbustorum L. 3) Helophilus floreus L. 4) Syrphus ribesii L., alle vier häufig, sgd. 5) S. balteatus DEG., sehr häufig, sgd. und bisweilen auch Pfd. 6) 8. pyrastri L., häufig. 7) S. exeisus Zerr. 8) Melanostoma mellina L. 9) Melithreptus scriptus L. 10) M. menthastri L. 11) M. taeniatus Man. 12) Syritta pipiens L., häufig, die letzten sieben nur sgd. b) Mu- seidae: 13) Sarcophaga carnaria L. 14) Pollenia vespillo F., beide sgd. Eben so zahl- reiche kleinere Musciden. c) Tipulidae: 15) Tipula oleracea L. B. Hymenoptera a) Tenthredinidae: 16) Tenthredo spec., sgd. b) Ichneumonidae: 17) zahlreiche kleine Arten, sgd. c) Sphegidae: 18) Pompilus viaticus L. 19) Gorytes campestris L. C. Co- leoptera: 20) Coccinella 7punctata I. 21) C. 14punctata L., beide sehr häufig, bis- weilen drei oder vier auf einer Blüthe, Hld | (Alle diese Beobachtungen wurden in der letzten Hälfte des August in den Jahren 1868—1870 gemacht.) 98. Viola tricolor. 99. V. odorata. Violaceae. . 98. Viola tricolor L. Die eigenthümliche Blütheneinrichtung der Veilehenarten | Ist im Wesentlichen schon von SPRENGEL (S. 386—400) enträthselt worden ; HILDE- ayol Nachuntersuchung (Geschl. S. 53—56) ergab als neue Beobachtung die von SPRENGEL übersehene lippenartige Klappe der Hóhlung des Narbenkopfes, durch welche bei Viola tricolor Fremdbestäubung begünstigt wird. Als Saftdrüsen fungiren bei allen unseren Veilchen die Sporne der. hinteren Antheren , als Safthalter der hohle Sporn des unteren Blumenblattes , in welchen die Saftdrüsen hineinreichen. Um zum Honige zu gelangen , müssen bei V. tricolor die Insekten ihren Rüssel dicht unter dem kugligen Narbenknopf in die Blüthe stecken. Dieser liegt aber im vorderen Theile einer von Haaren umfassten Rinne des unteren Blumenblattes , in welche die zu einem Kegel zusammengeneigten Antheren von selbst oder durch Anstoss des Bienenrüssels an den Griffel ihren Blüthenstaub fallen ' lassen. In dieser Rinne zum Sporn vordringend behaftet sich der Insektenrüssel mit Pollen; beim Zurückziehen aus der Blüthe drückt der Rüssel die lippenartige Klappe von unten gegen die Höhlung des Narbenkopfs, so dass kein Pollen in dieselbe gelangen kann; beim Eindringen in eine neue Blüthe streift dagegen der Rüssel den ihm anhaftenden Pollen zum Theile an der lippenartigen Klappe der Narbenhöhle àb und bewirkt daher regelmässig Fremdbestäubung. - |... An der schön gefärbten grossblumigen Abart, welche bei Lippstadt auf Aeckern des Sandbodens nicht selten mit der Var. arvensis zusammen vorkommt (ich fand Sogar beiderlei Blüthen an demselben Stocke!), sah ich wiederholt Bombus lapidarius L. 9 saugen; da sie in jede Blüthe den Rüssel nur einmal steckte, so musste sie regelmässig Fremdbestäubung bewirken. Auch Andrena albicans K. & versuchte zu saugen, indem sie mehrmals nach einander an derselben Blüthe den Rüssel unter dem Narbenkopf hineinsteckte. Da die Pollen aufsammelnde Rinne 3mm und der Sporn weitere 3mm lang war, der Rüssel der A. albicans aber nur 2—2!/; mm Länge erreichte, so musste der Versuch dieser Biene, Honig zu gewinnen, erfolglos bleiben; sie musste aber durch das wiederholte Hineinstecken des Rüssels in dieselbe Blüthe Selbstbestiubung bewirken. ; Eine kleine gemeine Schwebfliege, Syritta pipiens L., sah ich wiederholt an der Rinne und dem Antherenkegel von V. trieolor mit Pollenfressen beschäftigt. Da sie mit den bestiubten Rüsselklappen auch den Narbenkopf oft betupfte, konnte sie ebenfalls leicht Selbstbestäubung bewirken. Drrrıno sah Viola tricolor. von Antho- Phora Pilipes besucht. (Ult. oss. p. 62.). ! 99. Viola odorata L. Das narbentragende Griffelende ist nicht kuglig und dem unteren Blumenblatte dicht anliegend , sondern hakig nach unten gebogen und ein Stück vom unteren Blumenblatt entfernt. Indem honigsuchende Insekten den . Rüssel oder Kopf unter der Narbe hineinstecken, drücken sie den Griffel in die Höhe und öffnen den Antherenkegel : aus der Oeffnung fällt Pollen heraus und behaftet den eindringenden Kopf oder Rüssel. Da auf diese Weise in jeder Blüthe erst die Narbe berührt, dium das Ausstreuen von Pollen bewirkt wird, so wird durch honig- *augende Insekten ebenfalls in der Regel Fremdbestäubung zu Wege gebracht. SPRENGEr, gelangte durch den Versuch zu dem Ergebniss, dass die Blüthen bei In- Sektenabschluss keine Frucht tragen (S. 394). | ia A. Hymenoptera Apidae : 1) Apis mellifica L. 8, sehr en den Ba GEL beschreibt und abbildet (Titelkupfer XI ee sie, a0 Ep or : A ; üssel in die Blüthe. 2) Anthophora pilipes F. 5, saugt, indem sie sich auf dem Müller, Blumen und Insekten. 5 10 1 146 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 100. Viola silvestris. 101. V. canina. unteren Blumenblatt festhält; eben so verfahren die folgenden. 3) Bombus hortorum L. € 4) B. lapidarius L. Q. 5) B. Rajellus Inr. €. 6) Osmia rufa L. gQ, sehr häufig, kommt ebenfalls in der Regel von oben (3 1872 schon am 9. März). B. Diptera Bombylidae: 7) Bombylius discolor Man., sgd. C. Lepidoptera 9) Vanessa urticae L. 9) Rhodo- cera rhamni L., beide sgd. Die genannten Insekten bleiben, durch den Wohlgeruch wirksam angelockt, mit grosser Ausdauer am Besuche der Veilchen, deren Fremdbestäubung dadurch gesichert ist. 100. Viola silvestris LAw. Der honighaltende Sporn ist 7 mm lang, die unteren Antheren ragen mit einem 5mm langen, Honig absondernden Anhange in diesen Sporn hinein. Die Höhlung des Narbenkopfs ist, wie bei V. tricolor, an der Unter- seite mit einer lippenartigen Klappe versehen. Der Blüthenstaub wird aber wie bei V. odorata den honigsaugenden Insekten direct auf den Kopf oder Rüssel gestreut. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus agrorum F. © sgd. B. Diptera Bombylidae: 2) Bombylius discolor Men. sgd. C. Lepidoptera: 3) Anthocharis carda- mines L. sgd. 4) Pieris brassicae L. 5) P. napi L. 6) P. rapae L. 7) Rhodocera rhamni L., sámmtlich sgd. : 101. Viola canina L. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus lapidarius L. Q sgd. 2) Osmia rufa L. & sgd. 3) O. fusca CHR. 9 sgd. B. Diptera Bombylidae: 4) Bombylius major L. sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 5) Pieris rapae L. sgd. 6) P. napi L. sgd. Bei vielen Violaceen sind kleistogamische Blüthen beobachtet worden; bei V. mirabilis schon von DILLENIUS, bei pinnata und montana von Linné, bei elatior, lancifolia, odorata und canina von DANIEL MÜLLER (H. v. Monr, Bot. Z. 1863. S. 311. 314. 323. 324), bei Ionidium von BegNovrrr (Bot. Z. 1869. S. 18. 19). Ich kann diesen Beispielen noch V. bicolor hinzufügen. Im Sommer 1859 nahm ich vom Ramsbecker Wasserfall lebende Stöcke dieser Pflanze mit und setzte dieselben, um sie sich zur Blüthe entwickeln zu lassen, auf einen Teller mit Wasser in meinen Garten in den Schatten eines Strauchs; die Pflanzen, welche ich tüglich nachsah, entwickelten sich kräftig weiter und obgleich keine Blüthe sich öffnete, erhielt ich lauter Fruchtkapseln mit guten Samenkórnern. . Loasaceae, Cajophora lateritia ist nach Drrpıno ausgeprägt proterandrisch. Im ersten Blüthenstadium erheben sich die Staubgefässe, welche in 5 Büscheln von etwa je 20 in den ausgehóhlten und aus einander gebreiteten Blumenblättern liegen, ein- zeln nach einander, biegen sich in die Blüthenmitte und kehren , nachdem sie ihren Blüthenstaub an besuchende Insekten abgegeben haben, in ihre frühere Lage zurück. Mit den 5 Büscheln ausgebildeter wechseln 5 Gruppen von je 5 umgewandelten Staubgefässen ab, von denen die drei äusseren jeder Gruppe, mit einander ver- wachsen, mit ihrem verbreiterten Grunde einen Honigbehälter bilden, während die 9 inneren als starre Stäbe nach der Blüthenmitte zusammen neigen und mit ihrer blattartig erweiterten und gewimperten Basis eine Saftdecke bilden. Nach dem Ver-^ blühen aller Antheren wächst der Griffel aus der Mitte der Blüthe hervor und ent- faltet seine Narbe. | Im ersten Blüthenstadium halten sich die Insekten an dem Schopfe in der Mitte zusammen neigender Staubfüden , im zweiten an den von den umgewandelten Staub- fäden gebildeten Stäben fest, welche mithin zum Schutz der Blüthe dienen, Be- früchter vermuthlich Bienen (Derr., Altriapp. p. 52—54). Damit ist die Ansicht von Trevıranus widerlegt, welcher die Blüthen von Cajophora als sich selbst befruch- tende auffasste (Bot. Z. 1863. S. 6). 102. Helianthemum. - 147 Passifloraceae. Passiflora caerulea hat schon SPReNGEL (S. 160—165) eingehend be- schrieben und als ausgeprügten Proterandristen erkannt, dessen Blüthen im ersten Stadium den Rücken der besuchenden Insekten mit den Staubgefässen, im zweiten "ut den Narben berühren müssen. DzrrrNo hat Hummeln und Xylocopa violacea auf diese Weise Fremdbestäubung bewirkend beobachtet. (Sugli app. p. 31. Hirp., Bot. Z. 1867. S. 284.) Bei Passiflora princeps ist die Blüthenróhre durch besondere Strahlen- krünze in 3 Kammern getheilt, deren unterste den Honig enthält. DELPINO schliesst aus der Grösse der Blüthen und ihrem Honigreichthum auf Kolibri’s als Befruchter und hält das dreifache Gitter für eine Vorrichtung zur Abhaltung weniger intelligenter Besucher vom Honig (Ult. oss. p. 170—172). Dass einige Passifloren ausschliesslich oder vorzugsweise von Kolibris befruchtet Werden, hat mein Bruder Frırz MÜLLER am Itajahy in Südbrasilien in seinem Gar- ten beobachtet , sich aber zugleich überzeugt, dass Honigreichthum nicht als Zeichen des Kolibribesuches dienen kann , da eine Art in seinem Garten, welche sehr fleissig von Kolibris besucht wird, gar keinen Honig enthält und geruchlos ist, während ene andere kleinere weisse Art, die am Itajahy blüht, trotz ihres Honigreichthums und lieblichen Duftes nicht von Kolibris besucht wird. Die vielfachen Krünze, Vor- Sprünge u. s. w. in den Blumen scheinen ihm weniger dazu zu dienen, unbefugten Besuchern »di scarsa intelligenza« das Eindringen in die innerste (bisweilen honigleere) S ammer zu erschweren , als vielmehr kleine Insekten, welche sich dahin häufig ver- uren, am Entweichen zu hindern und für die Kolibris festzuhalten. (Briefliche Mit- theilung. Vgl. auch Bot. Z. 1870. S. 273.) Cistaceae. 102. Helianthemum vulgare L. (Sauerland). 3 Kelchblütter, 5 Blumenblätter, die sich in eine der Sonne zugekehrte Flüche aus einander breiten, weit über 100 Staubgefässe , gleichzeitig mit der dicken knopfförmigen Narbe entwickelt, die in der Mitte der Blüthe in gleicher Höhe mit den Staubgefässen hervorragt. Bei völlig geöffneter Blüthe breiten sich die Staubgefässe um die Narbe herum so aus einander, ass diese durch einen erheblichen Zwischenraum von den innersten Staubgefässen getrennt bleibt , so dass auf der Mitte der Blüthen auffliegende Insekten , indem sie zuerst die Narbe berühren, bei wiederholtem Blüthenbesuche Fremdbestäubung be- Wirken müssen, auf einem Blumenblatte auffliegende und von da nach der Mitte Vorrückende dagegen ebenso leicht Selbst- als Fremdbestäubung bewirken können. Bleibt Insektenbesuch aus, so tritt, da bei halbgeschlossener Blüthe die Staubgefässe n dichter um die Mitte stellen und die Narbe unmittelbar berühren, unvermeidlich Sichselbstbestäubung ein. Die Blüthe enthält keinen Honig; der Ueberfluss an Staub- Sefässen leistet ihr dafür einigermassen Ersatz. 5 Besucher: A, Diptera Syrphidae: 1) Helophilus pendulus L. 2) Syrphus pyrastri ^ 3) S. ribesii I, 4) Melithreptus scriptus L. 5) M. taeniatus MGN. 6) Ascia podagrica F., sammtlich Pfd. B: Hymenoptera Apidae : 7) Apis mellifica L. 8, häufig, 8) Bombus (uscorum L. 8, 9) Halictus villosulus K 9, 10) Andrena fulvierus K. €, sämmtlich Psd. Coleoptera Cerambycidae : 11) Strangalia nigra L. Antheren fressend. Die meisten nordamerikanischen Helianthemumarten entwickeln. neben weni- sen normalen, sich öffnenden weit zahlreichere kleistogamische Blüthen (H. v. 95, Bot. 2, 1863. S, 312.) Auch Lechea hat kleistogamische Blüthen (Kvauw, Bot. Z. 1867. 8. 67). : : É 10* II. Von Insekten befruchtete Blumen: 103. Bryonia dioica. Ordnung Peponiferae. Cucurbitaceae. 103. Bryonia dioica Jaco. ; Die unteren Theile des Kelchs und der Blumenkrone sind sowohl - bei den männlichen als bei den halb so grossen weiblichen Blüthen zu einem halbkugligen Napfe verwach- sen, dessen nackter fleischiger Boden den Honig absondert. In den männ- lichen Blüthen entspringen am Rande dieses Napfes fünf unregelmässig ge- staltete fleischige Staubfäden, welche so verbreitert sind und so nach innen zusammen neigen, dass sie den honig- _ führenden Napf völlig verdecken. (e u. 2. Antheren der männlichen Blüthe von Bryonia Vier der Staubfäden sind paarweise dioica. Die Pfeile zeigen auf die seitlichen Zugänge. E d | 3. Dieselben vergrössert im Lüngsdurehschnitt; n = mit einander verwachsen ; der fünfte on etwas stärker vergrössert, von oben gesehen ip ra gepa honigführende a= Staubfaden; p= Polen; k d biag rien FR Napf hat daher drei schmale , durch lange Haare verdeckte seitliche Zu- gänge zwischen je 2 freien seitlichen Staubfadenrändern und einen Zugang von oben, zwischen den oberen Enden der Staubfäden hindurch, Die Staubbeutel erscheinen als schmale Umsäumungen der verbreiterten Staubfäden und die langen, schmalen Spalte, mit welchen sie offen springen, krümmen sich in der Weise, dass der grósste "Theil eines jeden einem der seitlichen Zugänge zugekehrt ist, während der oberste Theil eines jeden gerade nach oben aufspringt. Ein honigsuchendes Insekt mag also, in der Mitte der Blüthe auffliegend, den Kopf von oben, zwischen den 5 Staub- gefässen hindurch in den honigführenden Napf stecken , oder von der Seite beikom- mend durch einen der seitlichen Zugänge zum Honige vordringen, in jedem Falle wird es mit Pollen behaftet; im ersteren an der Unterseite des Leibes, im letzteren zu beiden Seiten des Kopfes. Das Festhaften des Pollens wird vermuthlich durch den klebrigen Inhalt der farblosen Kügelchen (k, 4) vermittelt, welche die schmalen gewundenen Streifen des hervortretenden Blüthenstaubes umsäumen und eben so unvermeidlich von dem Kopf oder der Unterseite des honigsuchenden Insekts ge- rieben werden , als der Pollenstreifen selbst. In den weiblichen Blüthen erhebt sich aus der Mitte des honigführenden Napfes der Griffel und spaltet sich in drei divergirende, an den Enden stark verbreiterte, gelappte und mit hervorragenden Spitzen besetzte Aeste , "welche in der Mitte auf- fliegende Insekten an der Unterseite ihres Leibes, von den Seiten zum Honige vor- dringende an beiden Seiten des Kopfes mit ihren Papillen berühren und den Pollen festhalten, welchen die Insekten aus früher besuchten männlichen Blüthen mit- bringen. Da die männlichen Blüthen doppelt so gross sind als die weiblichen , so werden sie von den besuchenden Insekten in der Regel zuerst bemerkt und aufge- sucht, erst nach ihrer Ausnutzung die versteckteren weiblichen. (Vgl. Asparagus, S. 64 und Ribes alpinum, S. 94.) Das Hindurchdrängen des Kopfes zwischen dicht an einander schliessenden Blüthentheilen ist vorzüglich Sache der Grabwespen, Faltenwespen und Bienen, 104. Salix cinerea, Caprea, aurita etc. Tg welche schon durch Anfertigung von Bruthöhlen an eine ähnliche Thätigkeit gewöhnt Sind; der Honig ist natürlich auch dem dünnen Rüssel der Schmetterlinge und der Blüthenstaub der männlichen Blüthen auch Fliegen und Käfern bequem zugänglich ; letztere können aber selbstverständlich, wenn sie sich auf den Besuch der männ- lichen Blüthen beschränken, nicht befruchtend wirken. . Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Andrena florea F. 9 g: (rubricata SM.), ist bei weitem die häufigste Besucherin von Bryonia; sie scheint ihren Bedarf an Blumen- nahrung ausschliesslich den Blüthen dieser Pflanze zu entnehmen. 2) A. nigroaenea K. 28, nicht selten, ebenfalls sgd. und Psd. 3) A. fulvicrus K. & sgd. 4) Halictus sex- Strigatus SCHENCK ©, nur Psd. 5) H. sexnotatus K. Q desgl. 6) Coelioxys simplex NYL. € ned. 7) Apis mellifica L. 8, Psd. b) Sphegidae: 8) Gorytes mystaceus L. wiederholt, sgd. 9) Ammophila sabulosa L. desgl. c) Vespidae: 10) Eumenes pomiformis L. §. 11) Ody- nerus parietum L. Q, beide sgd. B. Coleoptera Malacodermata: 12) Dasytes sp. nur an männlichen Blüthen, Pfd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 13) Pieris napi L. sgd. Ordnung Guttiferae. Salicede. 104. Salix cinerea IM Caprea L., aurita L. u. a. Trotz der höchst einfachen schmucklosen Blüthen, welche sich nur wenig von den der Befruchtung durch den Wind angepassten Blüthen der Pappeln entfernen, besitzen die Weiden so vortheil- hafte. Eigenthümlichkeiten , dass ihnen an den ersten sonnigen Frühlingstagen zahl- reicher Besuch der mannichfachsten Insekten und reichliche Fremdbestäubung ge- Sichert ist, nemlich : 1) die Vereinigung vieler Blüthen zu einem Blüthenstande, Welcher nicht nur leichter in die Augen fällt, sondern auch bequemeres und rascheres Absuchen gestattet, als eben so viele einzelne Blüthen. (Auch hier wie bei allen diklinischen Insektenblüthen, sind die männlichen Blüthen augenfälliger als die weib- lichen , aber nur durch die intensiv gelbe Farbe der Antheren.] 2) Bei vielen Salix- arten das Vorauseilen der Blüthen vor der Entwicklung der Blätter, durch welches bewirkt wird , dass sie an den kahlen Zweigen trotz des Mangels gefärbter Blüthen- hüllen leicht bemerkbar sind, 3) den Reichthum an Blüthenstaub und Honig und vor Allem 4) die frühe Blüthezeit, welche sie der Concurrenz anderer Blüthen ziem- lich überhebt und bewirkt, dass viele Bienen, besonders viele Andrenaarten, für Ihre Brutversorgung fast ausschliesslich auf den Besuch der Weidenblüthen ange- Wiesen sind. Diese vortheilhaften Eigenthümlichkeiten, von welchen vielleicht nur = Absonderung des Honigs als Anpassung an den Insektenbesuch entstanden ist, chern den Weiden Fremdbestäubung durch Insekten in dem Grade, dass die Mög- lichkeit der Sichselbstbestäubung sehr wohl von ihnen entbehrt werden kann. Während die meisten diklinischen Insektenblüthen (Asparagus, Ribes nigrum, Lychnis vespertina etc.) augenscheinlich durch Umbildung von Zwitterblüthen dikli- misch geworden sind, scheint dagegen Salix den Diklinismus als Erbstück von den ältesten (diklinischen und windblüthigen) Phanerogamen zu besitzen. à AL eSucher ; A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. $, sgd. und Psd., äusserst E eich. 2) Bombus fragrans (Pall) K. Q. 3) B. hortorum L. €. 4) B. lapidarius L. 9. l S- Pratorum L.C. 6) B. Scrimshiranus K.Q. 7) B. terrestris L. Q, Nr. 2—7 sgd. 8) Osmia EM ^ S sgd. 9) Nomada succincta PZ. Q & sehr häufig. 10) N. lineola PZ. $. 11) N. ‚ Zu Hunderten. äu 17) A. d. 18) A. apicata SM. ©. 19) A. argentata SM. (= gracilis SCHENCK) 1, S häufig. 20) A. atriceps K. (= tibialis K.) 9 $. 21) A. chrysosceles K. 4. a 150 III. Von Insekten befruchtete Blumen. 104b. Salix rep. 105. Hypericum perf. 22) A. cineraria L. Q $, häufig. 23) A. Collinsonana K. 9. 24) A. connectens K. 9; selten. 25) A. dorsata K. Q $, häufig. 26) A. eximia SM. j. 27) A. Flessae PZ. €, einzeln. 28) A. fulvicrus K. Q $, häufig. 29) A. Gwynana K. 96. häufig. 30) A. hel- vola L. Q $. 31) A. nana K. Q $. 92) A. nigroaenea K. 9 5. -33) A. nitida FOURC. G: 34) A. parvula K. $. 35) A. pilipes F.&. 36) A. pratensis Nyr. (= ovina KL.) 9 ĝ, häufig. 37) A. punctulata SCHENK Q dj. 38) A. Rosae Pz. Q. 39) A. Schrankella NYL. Q. 40) A. Smithella K., § sehr häufig, € seltener. 41) A. Trimmerana K. €: 42) A. varians Rossi Q. 43) A. ventralis IMH., & sehr häufig, © selten; von allen An- drenen die & sgd., die Q Psd. und sgd. 44) Halictus cylindricus F.Q9. 45) H. albi- pes F. 9, beide sgd. 46) Sphecodes gibbus L. © und Varietäten, sgd. b) Vespidae : 47) Vespa germanica L.Q sgd. 48) Odynerus parietum L.@ sgd. c) Iehneu- monidae: : 49) verschiedne Arten. d) Pferomalidae: 50) Perilampus spec. in Mehrzahl. e) Tenthredinidae: 51) Dolerus madidus Kr. 52) D. eglanteriae F. 53) D. gonager Kr. 54) Nematus rufescens H., sämmtlich sgd. B. Diptera a) Empidae: 55) Rham- phomyia suleata FALLEN sgd. 56) Empis sp. häufig, sgd. b) Bombylidae: 51) Bombylius major L. sgd. c) Syrphidae: 58) Eristalis tenax L. 59) E. arbustorum L. 60) E. intri- carius L. 61) E. pertinax Scor. 62) Brachypalpus valgus Pz. 63) Syrphus pyrastri L. 64) S. ribesii L. 65) S. balteatus DEG. 66) Cheilosia chloris Men. 67) Ch. brachy- soma EGG. 68) Ch. modesta Ecc. 69) Ch. pictipennis Ecc. 70) Ch. praecox ZETT. 71) Syritta pipiens L.; die Syrphiden sowohl sgd. als Pfd. d) Muscidae: 52) Pollenia rudis F. Pfd. 73) Calliphora erythrocephala MGN., sgd. 74) Scatophaga stercoraria L. 15) Sc. merdaria L., beide häufig, sgd. e) Conopidae : 16) Sicus ferrugineus L. 77) Myopa buccata L. 78) M. testacea L., alle drei nicht selten, sgd. f) Bibionidae: 19) Bibio Marci L. 80) B. Johannis L., beide sgd. C. Coleoptera a) Nitidulidae: 81) Meligethes zahlreich, honigleckend. b) Elateridae: 82) Limonius parvulus Pz. D. Lepidoptera a) Rho- palocera: 83) Vanessa urticae L., häufig sgd. 84) Lycaena argiolus L., sgd. b) Micro- lepidoptera: 85) Adela sp. häufig. E. Hemiptera 86) Anthocoris sp. sgd. 104^. Salix repens L. An den viel weniger augenfälligen Blüthen dieser niedri- gen Weidenart fand ich nur: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., häufig. 2) Bombus terrestris L. © Psd. 3) Andrena ventralis IMH., © Psd., $ sgd. 4) A. pratensis NYL. Q Psd. 5) A. albicans K. Q Psd. 6) A. Gwynana K.Q Psd. b) Tenthredinidae: 7) Dolerus eglanteriae F., sgd. B. Diptera: 9) Bombylius major L., sgd. 9) Myopa buccata L., sgd. C. Lepidoptera: 10) Vanessa Io L., sgd. Hypericaceae. A 105. Myperieum perforatum L. Die Blüthen haben die vortheilhafte Eigenthüm- lichkeit, durch ihre Grósse und lebhafte Farbe, sowie durch das gesellschaftliche Wachsthum der Pflanzen von weitem in die Augen zu fallen und mannichfaltige, sowohl Honig als Blüthenstaub suchende Insekten anzulocken, dagegen den Nach- theil, denselben keinen Honig darzubieten und die Fremdbestäubung in keiner Weise zu sichern; der erstere Nachtheil wird jedoch durch massenhafte Hervorbringung von Blüthenstaub , der letztere durch die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung zum Theil ausgeglichen. Die zahlreichen (meist über 80) Staubfäden stellen sich in drei am Grunde verwachsenen Gruppen strahlig auseinander und kehren ihre Staubbeutel nach oben; diese springen, die innersten zuerst, die äussersten zuletzt, ziemlich rasch nach einander auf und bedecken sich mit Blüthenstaub. Die drei Griffel spreizen sich ebenfalls auswärts, so dass die an ihren Spitzen befindlichen und mit den Staubgefässen gleichzeitig entwickelten Narben gerade zwischen je 2 Staub- gefässgruppen und in gleiche Höhe mit den pollenbedeckten Staubbeuteln zu stehen kommen. Da die drei Staubgefässgruppen sich in der Regel berühren, oft sogar an den Grenzen schwach in einandergreifen, so kommen die Narben in nächste Nach- barschaft, bisweilen sogar in unmittelbare Berührung pollenbedeckter Staubbeutel. Anfliegende Insekten nehmen in der Regel auf einem der fünf flach aus einander gebreiteten Blumenblátter ihren Stand, und da sie von hier aus am bequemsten 105. Hypericum perforatum , hirsutum, quadrangulum. 151 Zwischen zwei Staubgefässgruppen zu den Staubbeuteln vordringen kónnen, so be- rühren sie hüufig gleich anfangs eine Narbe und bestüuben dieselbe, falls sie sich bereits auf einer vorher besuchten Blüthe mit Pollen behaftet hatten, mit fremdem Blüthenstaub. Oft aber kommen sie auch früher mit Staubbeuteln, als mit einer Narbe in Berührung und vermógen dann ebensowohl Selbst- als Fremdbestáubung zu bewirken. Mit dem Verblühen ziehen sich Blumenblätter und Staubgefässe nach der Blüthenachse hin zusammen, wobei fast immer Staubgefässe mit Narben in Berührung kommen, so dass bei ausbleibendem Insektenbesuch Sichselbstbestäubung ziemlich regelmässig erfolgt. Obgleich die Blumen bloss Blüthenstaub darbieten, so werden doch auch zahl- reiche honigsuchende Insekten von ihnen angelockt, die dann freilich meist nach einigen vergeblichen Versuchen, im Grunde der Blüthe, an der Aussen- oder Innen- seite der Staubfäden oder zwischen denselben Honig zu finden, unverrichteter Sache Sich wieder entfernen, zum Theil jedoch auch mit Erfolg das Zellgewebe des Blüthengrundes anbohren. Ich habe überhaupt folgende Insekten an den Blüthen von Hypericum perforatum gefunden: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Bombus agrorum F. 8, Psd. 2) B. terrestris L. 3, Psd. 3) Saropoda bimaculata Pz. Q, sgd. 4) Andrena dorsata K. Q9, Psd. 5) A. Coitaua K.Q, Psd. 6) Nomada lineola Pz. Q, sgd. 7) N. lateralis Pz. 9, sgd. 8) Pro- Sopis armillata NyL., Pfd. b) Tenthredinidae: 9) Tenthredo sp., vergeblich nach Honig Suchend. B. Diptera a) Bombylidae: 10) Argyromoeba sinuata FALLEN, vergeblich Suchend. 11) Bombylius canescens MIK., sgd. b) Empidae: 12) Empis livida L., sgd. Die beiden letzten bohrten offenbar in den Blüthengrund. c) Syrphidae: 13) Eristalis nemorum L. 14) E. arbustorum L. 15) E. tenax L. 16) E. sepulcralis L. 17) Syrphus balteatus Dec. 1$) S. ribesii L.; alle 6 Arten sehr häufig. 19) Helophilus pendulus L. , 20) H. trivittatus F. 21) Melanostoma mellina L. 22) Melithreptus scriptus L. 23) M. pictus Men. 24) Ascia podagrica L. ; sämmtliche Schwebfliegen eifrig Pfd. C L epi- . doptera Rhopalocera: 25) Hesperia silvanus EsP. 26) Satyrus Janira L., beide mit der Rüsselspitze im Blüthengrunde unsicher umher tastend, bald nach der einen, bald nach Cer andern Seite ausgleitend, offenbar ausser Stande, das Gewebe erfolgreich anzubohren. - Coleoptera Chrysomelidae: 21) Cryptocephalus sericeus L., nicht nur Blüthenstaub, Sondern auch Staubgefässe fressend. . Hypericum hirsutum L. stimmtin der ganzen Blütheneinrichtung mit H. perforatum überein; nur Sind seine Blüthen kleiner und haben weit weniger zahlreiche Staubgefässe (nur7—9 in jedem Bündel) ; ausserdem sind die Pflanzen weniger blüthenreich und stehen viel vereinzelter, lauter Abweichungen, Welche den Insektenbesuch erheblich beschränken. Es ist mir in der That noch nicht gelungen, H. hir- Sutum von Insekten besucht zu sehen. Die 3 Staub- beutelgruppen sind, eben wegen ihrer grösseren Ar- Muth, durch weitere Zwischenräume von einander Setrennt, in welche die Griffel sich ausspreizen, Ohne jemals in offenen Blüthen mit ihren Narben Staubbeutel zu berühren. Da aber vor dem Verwel- i i . ken die Blüthe sich vollständig zusammenzieht, so findet bei ausbleibendem Insekten- besuche regelmässig Sichselbstbestäubung statt, die auch von voller Fruchtbarkeit egleitet zu sein scheint. Hypericum quadrangulum L. steht in Grösse der Blüthen und Anzahl | der Staubgefässe in der Mitte zwischen perforatum und hirsutum. Es hat ungefähr Fig. 45. Blüthe schräg von oben gesehen. a, a, a, die drei Narben. 152 IH. Von Insekten befruchtete Blumen: 106. Rhamnus frangula. 50—60 Staubgefüsse; die Zahl der zu einem Bündel verwachsenen schwankt zwi- schen 16 und 22. In der offenen Blüthe habe ich die Narben nie in unmittelbarer Berührung mit den Staubgefässen gesehen; wohl aber erfolgt dieselbe regelmässig, wenn die Blüthentheile beim Verblühen sich um die Mitte der Blüthe zusammen- ziehen. Bemerkenswerth ist in den Blüthen dieser Art die auch bei anderen Hype- ricumarten vorhandene, aber nicht so stark ausgeprägte Unsymmetrie der Blumen- blätter. Jedes Blumenblatt ist nemlich auf einer Seite erheblich breiter als auf der andern und auf der verbreiterten Seite von der Spitze bis etwa zur Mitte des Randes mit Einkerbungen versehen ‚-in deren jeder eine schwarze Drüse sitzt. In derselben Blüthe ist die erweiterte und drüsig punktirte Seite bei allen Blumenblättern dieselbe ; bei verschiedenen Blüthen kommen aber sowohl rechts als links einseitig erweiterte und drüsig punktirte Blumenblätter vor. Hypericum humifusum L. hat von allen unseren Arten die kleinsten Blüthen mit der geringsten Zahl von Staubgefüssen (nur 3—5 in jedem Bündel) , die niemals in der offenen, aber stets in der sich schliessenden Blüthe von selbst mit den Narben in Berührnng kommen. Auch an den beiden letzten Arten habe ich noch keine Insekten beobachtet. Bei allen genannten Hypericumarten ist mithin bei eintretendem Insekten- besuche Fremdbestäubung dadurch begünstigt, dass sich die Staubgefässe in drei Bündel gruppiren, welche zwischen den aus einander gespreizten 3 Griffeln liegen ; denn dadurch wird bewirkt, dass trotz der grossen Staubgefüsszahl leicht eine der Narben zuerst von einem anfliegenden Insekte berührt und mit fremden Pollen be- haftet werden kann, obwohl natürlich Selbstbestäubung eben so wahrscheinlich ist. Bei ausbleibendem Insektenbesuche erfolgt bei allen genannten Sichselbstbestäubung und bei den weniger augenfülligen ist sie ohne Zweifel die gewóhnliche Fortpflan- zungsart. Marcgraviaceae. Bei dieser Familie fällt den Bracteen die Rolle zu, den Honig abzusondern und durch bunte Farbe die Blüthen den Besuchern von weitem bemerkbar zu machen ; sie haben daher die verschiedensten Formen (von Spornen, Löffeln etc.) und die- selbe Wichtigkeit für das Leben der Pflanze, wie sonst die Blumenblätter. De£rrıno gründet desshalb auf die verschiedene Ausbildung der Bracteen eine neue Einthei- ‚lung der ganzen Familie. Die Blüthen sind proterandrisch. (Ult. oss. p. 188—224. Hirp. Bot. Z. 1870. S. 671. 672.) Ordnung Rhamni. Frangulaceue. 106. Rhamnus frangula L. —— Der Kelch bildet einen halbkugeligen, dickfleischigen Napf, welcher den Honig absondert und beherbergt (Fig. 46, 2} und sich am Rande in 5 dreieckige weiss- liche Lappen fortsetzt , die sich zur Blüthezeit schräg auswärts richten. Am obern Rande des Napfes sitzen in den Zwischenräumen der Kelchlappen 5 kleine, zwei- lappige, weisse Blumenblätter und dicht unter ihnen und von ihnen halb umschlossen und überdeckt fünf nach innen zusammengeneigte und nach innen aufspringende Staubgefässe. - Im Grunde des halbkugligen Napfes erhebt sich der Fruchtknoten mit kurzem Griffel, der, noch unter den Staubgefüssen , mit‘zweilappiger Narbe endet. i 106. Rhamnus frangula. 107. Evonymus europaea. 153 miiti ee u sis die ee wenig ent- BR arg ee ds: A nach dem Verblühen der als al so gross a Fr der Blüthezeit. (Vergleiche : 19, 1 u. 3); die Blüthen sind also Proterandrisch: sols FR welche Kopf oder Rüssel ger e stecken , um aus dem Blü- Bl dor: £ Honig zu saugen, berühren — us Seite derselben Staubgefässe, ské an er die Narbe und bewirken. em selbst bei gleichzeitiger Entwicklung s Mice ' Geschlechtstheile keine Stbestäubung, sondern, indem sie T Blüthe zu Blüthe fliegen und in einer Bs Blüthe mit derselben Seite des Clio Rüssels, i in einer früheren rot Pollen behaftet hat, die Narben ren — Fremdbestäubung. Pollen "ammelnde Insekten dagegen und ebenso Honig saugende, welche den Kopf mehr- a in dieselbe Blüthe stecken, können Bier De iut a veris e Seiner ziemli hf h í ; m s re von mue ditis. : 1C ac n Lage den mannig s = sepala, p = petala, a = Antheren, st = Stigma, mur Pes nsekten zugänglich ; die pas ov zz Ovarium. n = Nectarium. "ia er so BEER in die Augen fallend, 21 vnd bu spärlich von Insekten vagi werden. Bei ausbleibendem ne Pollen . eni Sichselbstbestäubung erfolgen, indem die verblühenden Staubgefässe auf die entwickelten Narben fallen lassen. | 2 Eus. A. Wynika a) Apidae pd) Apis vct Hr 8. sgd. u. Psd. Pomiforpis Ei 8, sgd. 3 Magsppis labiata Pz.3,sgd. b) Vespidae: 4) Eumenes r, Sgd. . Diptera: 5) Culex pipiens L-g, sgd. S Rhamnus lanceolatus ist nach Darwın dimorph (Journ. of the Linn. 1.1862), Eius aculeatus ist mach DELPINO ausgeprägt proterandrisch. € a aufrechten oder schwach einwärts gebogenen Staubgefässe biegen sich später, ie Narben sich entwickeln, nach aussen zurück. Befruchter vermuthlich Mittlere und grössere Fliegen (Der., Altri app. p. 54. 52. Celastraceae. 107. Evonymus europaea L. (Vgl. DeLr., Altri TN is aoa se einer den Griffel umgebenden fleischigen Scheibe abgesonderte Honig | die ER ; E er nur kurzrüsslige Insekten zu eifrigem Besuche veranlassen kann! | be Farbe der Blüthe schliesst ausserdem die nur durch lebhafte Farben | Áuch qr en Insekten vom. Besuche aus. Wie andere trübgelbe Blüthen, so werden | icis ese nr von Diptersh und Hymenopteren , vorzüglich aber BR ersteren aus ae aago auf den Blüthen herumlaufen , bald hier, bald da die er gebreiteten Rüsselklappen auf die honigbedeckte Fläche drücken, und 154 III. Von Insekten befruchtete Blumen : 108. ‘Aesculus Hippocastanum. daher auch Staubgefässe und Narben bald mit dem einen, bald mit dem anderen Körpertheile berühren. Bei dieser Regellosigkeit der Bewegungen der Besucher haben sich die Blüthen nur durch zeitliche oder räumliche Trennung der beiden Geschlechter regelmässiger Fremdbestäubung anpassen können. Beiderlei Trennun- gen sind zugleich erfolgt und zwar in dem Grade, dass Sichselbstbestüubung, durch Reichlichkeit des Insektenbesuchs nutzlos geworden, auch der Möglichkeit nach ver- loren gegangen ist. Die 4 Staubgefüsse stehen nemlich von der Narbe entfernt auf steifen Stielen und springen völlig nach aussen gekehrt auf, wührend die Narbe noch nicht ent- wickelt ist und ihre Lappen noch fest zusammengeschlossen hält. Erst mehrere Tage später breiten sich diese aus einander; nach erfolgter Befruchtung schliessen sich dieselben wieder. Selbstbestäubung kann also bei ausbleibendem Insekten- besuche gar nicht, bei eintretendem Insektenbesuche nur dann erfolgen, wenn die ersten Tage der Blüthezeit ohne Insektenbesuch verstrichen sind. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Eristalis tenax L. 2) Helophilus floreus L. 3) Syrphus ribesi L. 4) Syritta pipiens L. 5) Xanthogramma citrofasciata DEG., sämmtlich saugend. b) Muscidae: 6) Musca domestica L. 7) Calliphora vomitoria L. 8) Sarcophaga carnaria L., sehr häufig. 9) Scatophaga stercoraria L. 10) Lucilia corni- cina F. c) Bibionidae: 11) Bibio hortulanus L., sämmtlich saugend. Ausserdem 12) zahlreiche, winzige Mücken. B. Hymenoptera Formicidae : 13) Formica spec., sgd. Vespa sah ich angeflogen kommen und sich eine Sarcophaga carnaria fangen. Spinnen ziehen ihre Gewebe um die von Fliegen so reich besuchten Blüthen. Ordnung Aeseulinae (Acera). Aceraceae. Acer, viele Arten nach DELPINO proterandrisch , von Fliegen befruchtet (Altri app. p. 92). Malpighiaceae. | Camarea und Janusia haben nach Apr. DE Jussrku neben normal gebil- " deten auch kleistogamische Blüthen , Aspicarpa hirtella Rıcn. kommt mit lauter kleistogamischen Blüthen vor (H. v. Monz, Bot. Z. 1863. S. 312. 313); auch Gaudichaudia wird von Kumw unter den Kleistogamen aufgeführt (Bot. Z. 1867. S. 67). à Coriaria myrtifolia ist nach HILDEBRAND ausgeprägt proterandrisch mit rein männlichen ersten Blüthen (Bot. Z. 1869. 8. 494. 495). Erythroxylaceae. Erythroxylon dimorph (Kuuw, Bot. Z. 1867. 8. 67; Frırz MinrkR, Bot. 7. 1868. S. 113). Sapindaceae. Serjania cuspidata zeigt den Labiatentypus und ist, eben so wie Paul- linia und Cardiospermum proterandrisch (Derr., Ult. oss. p. 187. Hub., Bot. Z. 1870. S. 671). | Hippocastaneae. 108. Aesculus Hippocastanum L. Die Blütheneinrichtung ist bereits von SPRENGEL (S. 209 — 214)) eingehend erörtert. Nur in einer Beziehung weichen die Zeichnungen und Notizen, welche ich, vor Kenntniss des SPRENGEL’ schen Werkes (12. Mai 1867), von den Blüthen 108. Aesculus Hippocastanum. der Rosskastanie gemacht habe, wesentlich von SeRENGEL's Angaben ab, stimmen dagegen mit HrrDEBRAND's Angaben (Geschl. S. 11 u. 26) überein. Während nemlich Sprenger, angibt, dass in jüngeren Blüthen die besuchenden Insekten nur mit den Staubgefässen in Berührung kommen , weil der Griffel noch tiefer stehe als Fig. 47. 1. Durchschnitt der männlichen Blüthe. 2 2. Zwitterblüthe im ersten (weiblichen) Stadium, schräg von vorn gesehen. 2 " t à m x . : = 9. Dieselbe im zweiten (männlichen) Stadium, im Durchschnitt. a= antherae,n = nectarium, ov = ovarium , ov' = verkümmertes Ov., s = sepala, p = petala diese, fand ich es gerade umgekehrt, nemlich so, wie es die oben stehenden Figuren andeuten. Obgleich ich daher versäumt habe, die Narben jüngerer und älterer Blüthen mikroskopisch zu vergleichen, kann ich kaum zweifeln, dass HILDEBRAND Recht hat, wenn er die Zwitterblüthen der Rosskastanie als proterogynisch anführt. Nach W., Ocie. (Pop. Sc. Rev. Jan. 1870, p. 54) sind im unteren Theile jedes Blüthenstandes in der Regel einige Blüthen, deren Antheren abfallen, ohne aufzu- Springen , obwohl ihre Fächer mit Pollen gefüllt sind, also ihrer Function nach rein weibliche Blüthen. ; Die hauptsächlichsten Befruchter sind Hummeln ; auch sind die Dimensionen der Blüthen gerade den Hummeln entsprechend. Griffel und Staubgefässe strecken sich nemlich im nach oben geóffneten Bogen so aus der Blüthe hervor, dass der Hinter- leib einer anfliegenden Hummel sofort auf Narbe oder Staubgefässen ruht; die Beine Passen dann gerade in die Zwischenräume der Blumenblätter, so dass die anfliegende Hummel augenblicklich in bequemster Stellung zum Saugen ruht und unmittelbar den Rüssel in der Richtung » (1.3 Fig. 47) in den honighaltigen Blüthengrund senkt. Da ihr ihre freie Lage auch das sofortige Abfliegen gestattet, so ist der Zeit- Verlust, welchen ihr die Blüthe beim Gewinnen des Honigs und der Befruchtung verursacht, so gering als möglich ; Anfliegen, den Rüssel in die Blüthe stecken und Wegfliegen ist das Werk von einigen Secunden. Andere Bienen brauchen , weil die Dimensionen der Blüthe ihnen weniger entsprechen, erheblich mehr Zeit. Auch für das Abstreifen des Pollens mit den Fersenbürsten der Mittel- und Hinterbeine | >efinden sich die angeflogenen Hummeln in günstigster Stellung. Für die Pflanze ge das rasche Arbeiten der Besucher selbstverständlich von eben so grossem Vor- teile, als für diese selbst; denn sie bekommt in gleicher Zeit um so mehr jüngere Witterblüthen mit Pollen rein männlicher Blüthen und älterer Zwitterblüthen efruchtet , je rascher die Besucher arbeiten; und das ist bei der Unsicherheit des etters oft sehr wesentlich. chen, Ich habe von Hummeln als Besucher der Bosskesienin onn cH Hone iut TS 2) B. lapidarius L., beide sgd. u. Psd., notirt, obgleic Si = En chónen Maitagen die mit Blüthen reich bedeckten Rosskastanienbäume be bar : w Gärten oft bis zum Sonnenuntergange von Hummeln umsummt gefunden zu haben. wie ich sehe, stammen alle meine die Besucher der Rosskastanie betreffenden No- 156 III. Von Insekten befruchtete Blumen: Yolygaleae. tizen von einem einzigen Nachmittage (14. Mai 1867). Ich zweifle daher nicht, dass auch zahlreiche andere Hummeln sich am Besuche dieser Blüthen betheiligen. Von sonstigen Besuchern. bemerkte ich 3) Apis mellifica L. 8, sgd. und Psd., sehr häufig. 4) Eucera longicornis L. g, sgd. 5) Osmia rufa L. $, sgd. 6) Halictus rubicundus CHRIST. Q, Psd. 7) Andrena sp. à; : Bei Pavia rubicunda sind nach HILDEBRAND, ebenso wie bei Aesculus | Hippocastanum, alle Zwitterblüthen proterogynisch, aber alle ersten Blüthen der Rispen, zur Ergänzung des anfänglichen Pollenmangels, rein männlich. (Hinp., Geschl. S. 26. 27.) Polygaleac. Polygala comosa SCHK. Fig. 48. i. Blüthe, von der Seite gesehen. (Man denke sich diese Figur nach rechts in horizontale Lage gedreht!) s = sepala, p = petala, S'eines der beiden seitlichen als Blumenkrone fungirenden Kelchblätter, p'das untere Blumenblatt, an der Spitze mit fingerförmigen Anhängen versehen, an denen sich das anfliegende Insekt festhält, 2. Blüthe, von unten gesehen. 7 3. Unteres Blumenblatt nebst den davon umschlossenen Geschleehtstheilen, von oben geschen, « = Antheren, st (in 3 aus Versehen s) = Stigma, so klebrig, dass es den darüber hinstreifenden Insektenrüssel mit Klebstoff behaf- tet, | = löffelförmiges Griffelende, welches den aus den Antheren tretenden Pollen in sich aufnimmt. 4. Stempel, gerade von oben gesehen. 5. Derselbe, schräg von oben gesehen. 6. Derselbe, von der Seite gesehen. 7. Das untere Blumenblatt einer dem Aufblühen nahen Blüthe, in der Mitte zerspalten, um die in ihm einge- schlossenen Antheren zu zeigen. 8. Die Antheren im Zusammenhange. Bi 9, Ein geöffnetes Staubgefäss, stärker vergrössert, po Pollenkörner. " Die Blütheneinrichtung von Polygala vulgaris L., welche mit der hier abgebil- deten von comosa in allen wesentlichen Stücken übereinstimmt, ist zuerst von HILDE- BRAND enträthselt worden. (Bot. Zeitung 1867. 5. 281. Tafel VII. Fig. 27—35.) Die beiden seitlichen Kelchblätter (s) fungiren, indem sie gross und bunt ge- färbt sind, als Blumenkrone, d. h. sie bewirken die Augenfälligkeit der Blüthe. Das untere Blumenblatt p' ist an seiner Spitze mit fingerförmigen Anhängen versehen, welche den anfliegenden Bienen als Stützen dienen; auf seiner Oberseite trägt es eine zweiklappige Tasche, welche die Geschlechtstheile umschliesst; in dieser Tasche liegt nemlich, mit seiner Hóhlung nach oben gekehrt, das löffelförmige Griffelende, in welches von beiden Seiten die Staubgefässe sich legen und ihren Pollen abgeben; dicht hinter dem Löffel trägt der Griffel einen klebrigen Narbenhöcker (st, in 3 mit s - bezeichnet), der nach dem Blüthengrunde zu hakig vorspringt. Ein Insekt, welches zu dem im Grunde der Blüthe abgesonderten Honig gelangen will, muss, indem es sich an den fingerförmigen Anhängen des untern Blumenblattes festklammert, seinen. 109. Polygala vulgaris. 110. Rhus Cotinus. nen den zwei Klappen der Tasche desselben hinein stecken, sowohl den TANIA Be T«r klebrigen Narbenhócker streifen, an diesem den Rüssel mit mit Klebst = — und daher beim Zurückziehen des Rüssels aus der Blüthe die PRSA na ! eschmierte "S des Rüssels mit Pollen behaften, den es beim Zurück- rigen Narb re zweiten Blüthe am Haken des Narbenhöckers oder. auf dem klebe- "oem enhócker selbst sitzen lässt, worauf es sich mit Pollen der zweiten Blüthe dh Era s. w. Es bewirkt daher zogelmässige Fremdbestüubung. Bei ausbleiben- us jn TERROR dagegen krümmt sich der Narbenhöcker nach dem im Löffel gehäuften Blüthenstaube und wird durch Sichselbstbestäubung befruchtet. 109. Polygala vulgaris L. - E d "s nn Apidae: 1) Bombus terrestris LẸ; saugend, sehr 4) D oaea gang u Vis mellifica L.8,sgd. B. Lepidoptera: . (Chryseis W. V.), sgd. P yiii Chamaebuxus L. Der Blüthenstaub wird in einen an der à. des Griffels befindlichen Becher abgelagert, neben welchem sich, wie bei - communis, nach dem Grunde der Blüthe zu die kleberige Narbenscheibe befindet (Hrr»., Bot. Z. 1870, S. 671). | A Polygala myrtifolia L. hat nach Drrrrwo die Blütheneinrichtung der Pa- E Miop; Die beiden oberen Kelchblätter sind zur Fahne, das untere Blumen- latt ist zu dem die Geschlechtssäule umschliessenden und sie beim Drucke der be- Suchenden Insekten hervor treten lassenden Schiffchen umgebildet; ausgezackte Moreprünge des untern Blumenblattes vertreten die Stelle der Flügel. Die Staub- m ime zu einem oben der Länge nach offen gespaltenen Bündel verwachsen, durch "ure Spalt der Rüssel der besuchenden Insekten zu dem die Basis der Geschlechts- die ^ umgebenden Safthalter gelangt. Die Blüthen haben dieselbe Excentricitit, wie (t. on Lathyrus und Phaseolus und werden auf dieselbe Weise von Xylocopa vio- acea befruchtet. (DEkrr., Ult. oss. p. 185—187. Hirp., Bot. Z. 1870. S. 671.) Polygala hat kleistogamische Blüthen (Kvm, Bot. Z. 1567. 8. 67.) Ordnung Terebinthinae. Anacardiaceae. 110. Rhus Cotinus L. Perückenbaum. Fig. 49. qs a: T ; | N i A = TNT ? s Bein männliche, 2. zweigeschlechtige, 3. rein weibliche Blüthe. = sepala, p = petala, a = Antheren, st = stigma, n = nectarium, L "cette bietet alle möglichen Zwischenstufen zwischen rein männlichen baute 2) »weigeschlechtigen (2) und rein weiblichen Blüthen (3) dar; die ersten Vt Srössten;, am weitesten geöffneten, also augenfälligsten, die letzten die ; am wenigsten geöffneten, daher unscheinbarsten Blüthen; dadurch wird 158 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 111. Rhus typhina. 112. Ruta graveolens. bewirkt, dass die meisten anfliegenden Insekten beiderlei Blüthen in der für die Be _ fruchtung der Pflanzen nützlichsten Reihenfolge besuchen. (Vgl. Ribes alpinum, S. 94, Salix, S. 149, Bryonia, S. 148, Asparagus, S. 64.) In beiderlei eingeschlechtigen Blüthen des Perückenbaumes finden sich stets noch verkümmerte Ueberreste des anderen Geschlechtes vor. Da die Blüthen auf der breiten orangerothen fleischigen Scheibe, welche den .Fruchtknoten umschliesst, reichlich Honig absondern und völlig offen darbieten , so werden sie von mannichfachen , besonders aber von ganz kurzrüsseligen Insekten be- sucht, die auch in den Zwitterblüthen , in Folge der weit auseinander stehenden Geschlechtstheile, vorwiegend Fremdbestäubung bewirken. Wie alle trübgelb ge- färbten Blüthen, so bleiben auch diese vom Besuche der Käfer fast vollständig verschont. T Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Helophilus floreus L., sehr häufig. 2) H. pendulus L. 3) Syritta pipiens L., sehr zahlreich, alle drei sgd. und Pfd. b) Muscidae : 4) Calliphora erythrocephala Men. 5) Sarcophaga carnaria L. (6) Lucilia cornicina F., sgd., ausserdem noch mehrere unbestimmte Fliegen und Mücken. B. Coleoptera Dermestidae: T) Anthrenus pimpinellae F., hld. C. Hymenoptera a) Tenthredinidae: $) Tenthredo marginella KL. b) Sphegidae: 9) Oxybelus uniglumis L. 10). Gorytes cam- pestris L. c) Vespidae: 11) Eumenes pomiformis SPIN. 12) Odynerus sinuatus F. 13) O. spinipes H. Scr. (quinquefasciatus F.), die letzten 6 sämmtlich Honig leckend. d) Apidae: 14) Andrena albicans K. Q, Psd. 15. Halictus sexstrigatus SCHENCK Q. 16) H. sexno- tatus K. Q. 17) Apis mellifica L. 8, die letzten drei saugend. 111. Rhus fyphina L. Essigbaum. Ich habe nur äusserst spärlich Gelegenheit gehabt, die Blüthen dieser Pflanze zur rechten Zeit zu überwachen. Da sie aber in hinlänglich augenfälligen Blüthen allgemein zugänglichen Honig in reichlicher Menge darbietet und durch Zweihäusigkeit die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung völlig eingebüsst hat, sò lässt sich nicht zweifeln, dass sie von mannichfachen Insekten verschiedener Ordnungen so häufig besucht wird, dass Fremdbestäubung gesichert ‘ist. Ich sah bisher von ihren Besuchern nur: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sehr häufig, sgd. 2) Prosopis communis NYL. 9 $, sgd. B. Neuroptera: 3) Panorpa communis L., honigleckend. Nach Deuriso sind viele Rhusarten proterandrisch, von Fliegen befruchtet (Altri app. p. 52.) Diosmaceae. Correa ist nach DELPINo proterandrisch. (Ult. oss. p. 170.) Rutaceae. 112. Ruta graveolens L. Die hervorstechendsten Eigenthümlichkeiten der Blüthe sind bereits von SPRENGET (S. 236) eingehend erörtert. Eine unter dem Fruchtknoten sitzende fleischige Scheibe sondert aus 5 bis 10 über der Basis der Staubfäden sitzenden Grübchen, bisweilen auch noch aus ein- zelnen dazwischen liegenden grössere, ausserdem aber auf ihrer ganzen Oberfläche ganz kleine Honigtröpfchen ab, die bei ihrer völlig offenen Lage auch den kurz- rüsseligsten Insekten zugänglich sind. Der starke Duft und die grüngelbe Farbe der Blumen locken jedoch nurHymenopteren und Dipteren, in überwiegender Menge die letzteren, an. Von den Staubgefässen, welche beim Aufblühen zu je zwei in den kapuzenfórmigen , sich in eine wagerechte Ebene auseinander spreizenden Blumen- blättern geborgen liegen, biegen sich nach SPRENGEL zwei gegenüberliegende gleich- zeitig in die Höhe und einwärts, so dass ihre geöffneten und ringsum mit Pollen be- hafteten Staubbeutel gerade über den Fruchtknoten in die Mitte der Blüthe zu liegen 112. Ruta graveolens. kommen ; nach ihrem Abblühen biegen sie sich nach Aussen zurück und werden von zwei anderen abgelöst; erst nach dem Abblühen aller Staubgefässe entwickelt sich die Narbe, so dass durch ausgeprägte proterandrische Dichogamie bei eintretendem Insektenbesuche Fremdbestäubung gesichert, Selbstbestäubung dagegen in jedem Falle ausgeschlossen sein soll. Meine eigenen Beobachtungen, die ich an im Zimmer blühenden Exemplaren anstellte, weichen von denen SPRENGELS in mehreren Stücken ab. An allen Blüthen, welche ich beobachtete, bogen sich die Staubgefásse nicht Paarweise, sondern einzeln nach einander in die Blüthenmitte; ein jedes abgeblühte Staubgefäss wurde schon kurze Zeit vor seinem Wiederzurückbiegen von einem sich öffnenden abgelöst, so dass allerdings oft zwei zugleich, bisweilen auch zwei gegen- überstehende zugleich, in der Blüthenmitte standen, von denen dann aber stets das eine verblüht war , während das andere erst zu blühen begann. Erst nach dem Ab- blühen und Zurückbiegen aller Staubgefässe entwickelt sich die Narbe, endlich aber, - bevor auch diese verblüht, biegen sich alle Staubgefässe wieder in die Hóhe , neigen über der entwickelten Narbe zusammen und lassen , wenn sie, nach Ausbleiben des Insektenbesuches, noch mit ihrem Pollen behaftet sind, einen Theil desselben auf die Narbe herabfallen. Somit ist die Angabe von TnzvrRANUs (Bot. Z. 1863. S. 6), Welcher die Näherung der Staubfäden und Narben als auf Selbstbefruchtung bezüglich erklärt, doch nicht ganz grundlos ; aber die Selbstbefruchtung tritt erst ein, wenn die Blüthezeit zu Ende geht, ohne dass Insektenbesuch stattgefunden hat. Die ganze Blütheneinrichtung hat sehr viel Aehnlichkeit mit der von Parnassia : bei beiden offene Lage des Honigs, Aufeinanderfolge der einzelnen Staubgefässe und dann der Narbe in der Entwicklung, Sicherung der Pollenübertragung dadurch, dass die den bequemsten Sitz darbietende Blüthenmitte erst ein offenes Staubgefäss, dann eine entwickelte Narbe nach oben kehrt und der Berührung der Bauchseite der be- Suchenden Insekten entgegen hält; bei beiden endlich mannichfache Dipteren und Hymenopteren als Besucher; im Gegensatz zu den weissen auch von Käfern be- Suchten Blüthen der Parnassia bleiben aber die trübgelben der Ruta vom Káferbesuche Völlig verschont. Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Sargus cuprarius L. b) Syrphidae : 2) Syrphus ribesii L., häufig. 3) S. nitidicollis Mon. 4) Melithreptus pictus Men. 5) Ascia podagrica F. 6) Eristalis sepulcralis L. 7) Helophilus floreus L. 8) Syritta Pipiens L., sehr häufig; alle vorwiegend sgd., bisweilen jedoch auch Pfd.; ebenso c) Mu- scidae: 9) Lucilia silvarum Man. 10) L. cornieina F. 11) Sarcophaga carnaria L. 2) s. haemarrhoa Mon. 13) S. albiceps Men. 14) Calliphora erythrocephala MGN. 15) Pollenia rudis Man. 16) Sepsis. 17) Anthromyia radicum L., sehr häufig. 18) A. Obelisca Man. 19) A. pratensis Mon. (die drei letzten Arten nach der Bestimmung des Herm WinnerTz). B. Hymenoptera a) Evaniadae: 20) Foenus affectator F. 21) F. Jaculator F. bj Iehneumonidae: 22) verschiedene Arten. c) Chrysidae: 23) Chrysis ignita L, d) Sphegidae : 24) Crabro elongatulus v. d. L. Q 25) Oxybelus bellus DLB. 26) Trypoxylon . figulus T, 27) Rhopalum clavipes L. 28) Agenia punctum F. $. 29) Tiphia minuta Y d. L.$ e Vespidae: 30) Odynerus parietum L. 9. f) Apidae: 31) Halictus sexnotatus K. 9. 32) Prosopis sinuata ScHENK Q, mehrfach. 33) Apis mellifica L. 8, alle Hymen- Optera nur sgd. Dictamnus. : Die besuchenden Hummeln streifen die Geschlechtstheile mit Ihrer Bauchseite. Der Griffel liegt im ersten Blüthenstadium zwischen den Staub- fäden verborgen, im zweiten ist er mit entwickelter Narbe aufwärts gebogen. (Derr., Ult. oss. p. 145. Hrup., Bot. Z. 1870. S. 658.) III. Von Insekten befruchtete Blumen: 113. Geranium palustre. Ordnung Tricoccae. Euphorbiaceae. Die regelmässige Verzweigung und dadurch bedingte Aufeinanderfolge von Blüthen bei Euphorbia helioscopia ist von DxrPrwo eingehend erörtert. Befruchter der Euphorbiaceen sind nach Derrrno Dipteren. (Ult. oss. p. 157—160. Hiırp., Bot. Z. 1870. 8. 67.) »xH- dol Ich habe Euphorbia peplus von Ichneumoniden, E. platyphyllos in Thüringen von Dipteren, Sphegiden *) und Apiden besucht gefunden, die Notiz über die einzel- nen Besucher jedoch verloren. Ordnung Gruinales. Geraniaceae. 113. Geranium palustre L. Die Blütheneinrichtung dieser Pflanze ist schon von SPRENGEL (Entd. Geh. S. 335—337) eingehend beschrieben und durch Abbildungen erläutert ; jedoch sind befruchtende Insekten noch nicht von ihm beobachtet worden. TS | Im Sonnenschein breiten die Blüthen ihre purpurrothen Blumenblätter zu einer Fläche von 30—40 Mm. Durchmesser auseinander und kehren diese der Sonne zu, so dass sie voll beleuchtet schon aus der Ferne den Insekten entgegenglänzen. Den herangeflogenen Insekten zeigen die nach der Mitte convergirenden dunk- leren Linien und der blassgefärbte Nagel der ‚Blumenblätter die Lage des Honigs an, welcher, von fünf Drüsen an den Wurzeln der äusseren (mit den Blumenblättern abwechselnden) Staubgefässe abgesondert und durch die Wimperhaare an der Basis der Blumenblätter gegen Zutritt von Regentropfen gedeckt, auch sehr kurzrüsseligen Insekten zugänglich, im Grunde der Blüthe sich darbietet. Die kräftige Anlockung, die reichliche Absonderung und die bequeme Zugänglichkeit des Honigs sichern zahlreichen Insektenbesuch in dem Grade, dass Sichselbstbestäubung als völlig nutz- los verloren gehen konnte und thatsächlich verloren gegangen ist. Die Blüthe durch- läuft drei leicht unterscheidbare Entwicklungsstufen, indem zuerst die fünf äusseren, dann die fünf inneren Staubgefässe und erst nach deren Abblühen die fünf bis dahin zusammengelegten Narben sich zur Reife entwickeln und die anderen Theile überragend in die Blüthenmitte rücken; jeder der beiden Staubgefässkreise biegt sich nach dem Verblühen wieder nach aussen, so dass durch ausgeprägtes zeit- liches und räumliches Auseinanderrücken der beiden Geschlechter Fremdbestäubung bei eintretendem Insektenbesuche gesichert, Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche aber nicht mehr möglich ist. | Ich habe die Blüthen dieser bei Lippstadt auf einen einzigen Standort be- schränkten Pflanze nur ein einziges Mal, bei abwechselnd sonnigem und bedecktem Himmel und schwachem Ostwinde (21. August 71) etwa eine halbe Stunde lang überwacht und mich während dieser kurzen Zeit hinreichend von der Reichlichkeit des Insektenbesuchs überzeugt. Ich fand die Blüthen , so oft die Sonne schien, be- sonders von zahlreichen Fliegen und Bienen, namentlich Halictusarten, mit grossem Eifer besucht und zwar von folgenden Arten : po A. Hymenoptera Apidae: 1), Halictus cylindricus F. $. 2) H. albipes F. 5. 3) H. flavipes F. $. 4) H. longulus SM. C. 5) H. nitidiusculus K: Q $. 6) H. zonulus SM. $. 7T) Andrena dorsata K.d. 8) A. fulvicrus K. 5. 9; Prosopis communis NYL. 9. B. Diptera a) Syrphidae: 10) Rhingia rostrata L. 11) Melithreptus scriptus L. 12) Eri- stalis tenax L.. 13) Helophilus- pendulus L. 14) Platycheirus peltatus Man. b) Mu- seidae: 15) kleine Anthomyia. C. Schmetterlinge: 16) Pieris rapae L., sämmtlich sgd. * Häufig z. B. von Entomognathus brevis v. d. L. 114. Geranium pratense. 115. Geranium pyrenaicum. 161 114. Geranium pratense L. Wie G. palustre an den Ufern, an denen es wächst, die augenfälligste und am meisten besuchte Blume zu sein pflegt, so G. pratense au: seinen „Wiesen. Es hat daher ebenso wie jenes die Möglichkeit der Sichselbst- bestäubung stets oder in der Regel verloren und stimmt überhaupt in seiner Blüthen- einrichtung vollständig mit demselben überein. Eine Abbildung und kurze Be- Schreibung der ausgeprägt proterandrischen Blüthen gibt HILDEBRAND. (Geschl. S. 17. Fig. 3.) Derselbe hat auch durch besondere Versuche festgestellt, dass die Narbe zu der Zeit, wo die Antheren offen und über sie geneigt sind, in der Regel noch nicht befruchtungsfähig ist, dass sie es vielmehr erst dann wird, wenn die Antheren von ihr wieder zurückgetreten sind, dass sie ferner aufhört, empfängnissfähig zu sein, Wenn die Blumenblätter abfallen. (Bot. Z. 1865. S. 1—5.) * Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sehr häufig, sgd. ES Osmia rufa L. O, sgd. (27. Mai 1868). 3) Chelostoma nigricorne L. Q, sgd. (Thür.). 1) Stelis aterrima Pz. © 4 (Thür.), sgd. 5) Andrena Coitana K. & /Sld.), Q (Thür.), sgd. 6) Halietus cylindricus F. $. 7, H. albipes F. $. 8) H. leucozonius K. Q. 9) H. lon- Sulus Su. &. 10) H. maculatus Sm. $, (Thür.) sämmtlich sgd. 11) H. lueidulus SCHENCK ©, . Psd. 12) Prosopis hyalinata Sm. ©, sgd. B. Diptera Syrphidae: 13) Melithreptus pictus Mex., Pfd. | | 115. Geranium pyrenaicum L 1—4. Die Lage der Geschlechtstheile in den aufeinanderfolgenden Entwicklungszuständen der Blüthe. Die Blüthen sind proterandrisch mit regelmässiger Sichselbstbefruchtung bei "usbleibendem Insektenbesuche. ps. j Vor dem Sichöffnen der Blüthe sind alle Staubfäden mit ihren dünnen Enden Schwach auswärts gebogen (Fig. 50, 1). : Sobald die Blüthe sich óffnet, richten die fünf mit den Blumenbláttern abwech- Selnden Staubfiden, welche an der Aussenseite ihrer Basis die Honigdrüsen tragen, Sich auf, so dass ir Staubbeutel die noch zusammenschliessenden Narbenäste über- en ihre Staubbeutel kehren die aufspringende Seite nach aussen und oben, 5 Pringen auf und bedecken sich auf der ganzen Aussenseite mit Blüthenstaub. "elehzeitio. krümmen die fünf vor den Blumenblättern stehenden Staubfäden ihre RE Enden nach unten, so dass ihre noch geschlossenen Staubbeutel yack deni die pi reade zu gerichtet sind (Fig. 50, 2) und beim Eindringen von Insekten in , üthe die Bestäubung der Besucher nicht hindern. Müller p En Blumen und Insekten ee M DIE er re nn , * a - SS T t - 162 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 116. Geranium sanguineum. Einen Tag später richten sich auch die fünf vor den Blumenblättern stehenden Staubfäden auf, so. dass ihre Staubbeutel die Zwischenräume der fünf zuerst aufge- sprungenen decken, und öffnen sich, nach aussen gekehrt, so dass nun die noch immer zusammenschliessenden Narbenäste- von zehn aussen mit Blüthenstaub be- deckten Staubbeuteln überragt und umgeben sind (Fig. 50. 3). Einen oder zwei Tage später beginnen endlich auch die Narbenäste sich aus- einander zu spreizen; sie haben sich inzwischen so gestreckt, dass sie auch auseinander gespreizt gleiche Höhe mit den Staubbeuteln einnehmen. Ist der Blüthenstaub nicht inzwischen von Insekten entfernt, so ist die Blüthe jetzt in glei- -chem Grade männlich und weiblich (Fig. 50, 4). Ein besuchendes Insekt würde jetzt ebenso leicht Selbst- als Fremdbestäubung bewirken können; wenn dagegen zeitig genug Insektenbesuch eintritt, so ist, wann die Narben sich auseinander breiten, der Blüthenstaub bereits entfernt und Fremdbestäubung die unausbleibliche Folge des Insektenbesuches; bleibt endlich Insektenbesuch gänzlich aus, so erfolgt, indem die sich auseinander spreizenden Narbenäste wenigstens mit ihren Rändern mit dem Blüthenstaube in Berührung kommen, unausbleiblich Sichselbstbestäubung, wie ich an zahlreichen in meinem Zimmer blühenden Exemplaren beobachtet habe. 3 Die Befruchtung der Pflanze ist also in allen móglichen Füllen gesichert: im günstigsten Falle zeitigen und reichlichen Insektenbesuches erlangen die Blüthen mit Sicherheit Fremdbestäubung , im ungünstigeren Falle verspäteten Insektenbesuches erlangen sie jedenfalls Befruchtung, doch sind nun Selbst- und Fremdbestáubung gleich wahrscheinlich, selbst im ungünstigsten Falle gánzlich ausbleibenden Insekten- besuches ist ihre Befruchtung gesichert, aber nun natürlich nur durch Sichselbst- bestáubung. Ich hatte nicht Gelegenheit, die Befruchtung dieser Pflanze durch Insekten selbst zu beobachten. Bei sonnigem Wetter muss aber der Insektenbesuch derselben ein ziemlich reichlicher sein, denn Herr Apotheker BoRGSTETTE, dem ich auch die Uebersendung lebender Exemplare von G. pyrenaicum verdanke, schickte mir fol- gende, von ihm bei Teklenburg auf den Blüthen dieser Art gesammelte Insekten : A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Andrena fulvago CHRIST Q, mit Geraniumpollen in den Sammelhaaren. 2) A. Gwynana K. 9 6- 3) A. parvula K. €. 4) A. dorsata K. ©. 5) Halictus cylindricus F.9. 6) H. maculatus SM. 9. Tic Tes Smeathmanellus Ro. 8) Sphecodes gibbus L. €. 9) Osmia fusca CHRIST. (bicolor SCHRANK) Q. 10) Chelo- stoma nigricorne L. €. b) Sphegidae: 11) Ammophila sabulosa L. c) Vespidae: 12) Ody- nerus (Hoplopus) quinquefasciatus F. B. Diptera a) Syrphidae: 13) Helophilus floreus L. 14) Chrysotoxum bicinctum L. 15) Melithreptus taeniatus Man. 16) M. pictus MGN. 17) Syrphus balteatus DEG. 18) S. ribesii L. 19) S. pyrastri L. 20) Ascia podagrica F. 21) Rhingia rostrata L. 22) Pelecotoma tricincta Men. b) Muscidae: 23) Echinomyia fera L. 24) Scatophaga stercoraria L. C. Coleoptera a) Dermestidae: 25) Byturus fumatus L. b) Cistelidae: 26) Cistela murina L. c) Malacodermata: 2) Malachius aeneus L. i i 116. Geranium sanguineum L. stimmt trotz der viel augenfälligeren Blumen- ^ blätter in der Bestäubungseinrichtung ganz mit G. pyrenaicum überein; der Vortheil gesteigerter Augenfälligkeit scheint also nur den Nachtheil schattigeren Standortes aufzuwiegen, ohne Fremdbestäubung in höherem Grade zu sichern. Besucher: A. Hymenoptera a Apidae: 1) Halictus maculatus Sm. Q. 2) H. 6 notatus K. €. Beide fliegen in der Regel auf ein Blumenblatt auf und gehen, ein Nectarium nach dem andern ableckend, in der Blüthe ringsum, wobei sie in jüngern Blüthen die Antheren, in älteren die Narben mit der Seite streifen, bisweilen fliegen sie indess auch auf der Mitte der Blüthe auf. b) Sphegidae: 3) Oxybelus sp., sgd. B. Di- ptera Syrphidae: 4; Rhingia rostrata L., setzt sich bald auf die Mitte der Blüthe, bald auf ein Blumenblatt und saugt alle fünf Honigtröpfchen der Reihe nach auf. 117. Geranium molle. 117. Geranium molle L. pue Geschlechtstheile in den auf einander folgenden Stadien der Entwicklung. In Fig. 2 ist der innere (vor den Blumenblättern stehende) Staubgefässkreis weggelassen. «a! äussere, mit den Blumenblättern abwechselnde Staubgefässe, welche an der Basis ihterStaubfäden mit einer Honigdrüse versehen sind. a? innere, vor den Blumen- blättern stehende Staubgefässe, welche aber zu Anfang der Blüthezeit mehr nach aussen gebogen sind als die aussern. sz, Stigma. | Wann die Blüthe sich eben öffnet, liegen die Narbenäste noch bis zur Spitze aneinander, so dass ihre papillóse Seite verdeckt ist; die Staubbeutel sind noch alle geschlossen und von der Mitte der Blüthe entfernt, indem die schmalen Enden ihrer Staubfäden sämmtlich nach aussen gebogen sind, und zwar sind die inneren, vor den Blumenblättern stehenden Staubgefässe weiter nach aussen gebogen, als die äusseren, mit den Blumenblättern abwechselnden (1. Figur 51). Nun beginnen die äusseren, mit den Blumenblättern abwechselnden Staubgefässe, eines nach dem anderen, sich einwärts zu biegen, auf die Spitze der Narbenäste zu legen und aufzuspringen, so dass die Blüthe eine Zeit lang rein männlich ist (2. Fig. 51). Aber noch ehe die fünf ersten Staubgefässe sämmtlich aufgesprungen sind, beginnen die Narbenäste sich auseinander zu breiten, so dass die fünf bis dahin auf ihren Spitzen liegenden Staub- Sefisse nun in die Winkel zwischen die Narbenäste zu liegen kommen und einen Theil ihrer Pollenkórner an den Papillen derselben haften lassen (3. Fig. 51). Während die Narbenäste sich nun weiter auseinander breiten, biegen sich auch die bis dahin noch geschlossenen inneren Staubgefässe nach denselben hin und beginnen Aufzuspringen (4. Fig. 51). Wenn alle Antheren völlig aufgesprungen sind, liegen Sie theils in den Winkeln, theils an den Spitzen der völlig auseinander gebreiteten Narbenäste (5. Fig. 51) und nur wenig höher als diese, so dass in der Mitte der lüthe auffliegende Insekten gleichzeitig Antheren und Narben berühren und eben- Sowohl Selbst- als Fremdbestäubung bewirken können. Die Wahrscheinlichkeit der Sichselbstbestäubung ist also bei diesen wenig in die Augen fallenden und daher wenig besuchten Blumen insofern grösser, als bei einer er beiden letzt- vorhergehenden, augenfälligeren Arten, als Staubgefässe und Narbe schon in einem früheren Blüthenstadium in unmittelbare Berührung mit einander treten ; die Wahrscheinlichkeit der Fremdbestäubung bei eintretendem Insekten- besuch dagegen ist insofern geringer, als auch bei von Anfang an reichlichem In- sektenbesuche die Möglichkeit der Selbstbestäubung durch auffliegende Insekten nicht Ausgeschlossen ist. | ^... Besucher; A. Diptera a) Syrphidae: 1) Ascia podagrica F., sgd., sehr häufig. 2) Rhingia a D., sgd. 3) Helophilus pendulus L. mehrfach, sgd. 4) Syritta pipiens L., sgd. "à Muscidae . 5) Seatophaga merdaria F., sgd. B. Hy menoptera Apidae: 6) Halictus sp. Hy aorta Gwynana K. O, beide sgd. $) Apis mellifica TESS ‚sah ich ein einzigesmal - J nı 1871) an einer Stelle, wo G. molle und pusillum durch einander wachsen, den an m einige Blüthen von G. molle stecken, aber alsbald wieder diese Pflanze ver- Wähne m zu Glechoma übergehen, dessen Blüthen sie nun andauernd ee p En mit Fre scheinbar bedeutungslose Thatsache , weil sie To zeigt , i Pm : gs 1 etwas grösseren und dunkler gefárbten Blüthen von einem Insekt, welches ihm und G. pusillum die Wahl hat, vorgezogen wird, 2) dass auch G. molle Zwischen ZU weni M8 Ausbeute darbietet, um die Honigbiene zu fesseln. iae III. Von Insekten befruchtete Blumen: 118, Geranium pusillum. 118. Geranium pusillum L. Obgleich bei oberflüchlicher Betrachtung dem G. molle zum Verwechseln ähnlich. unterscheidet sich doch G. pusillum in seiner Blütheneinrichtung von demselben sehr auffallend. Staubbeutel tragen nur die fünf mit den Blumenblättern abwechselnden Staubfäden, dieselben, welche an der Aussenseite ihrer Basis mit einer Honigdrüse versehen sind. Wann die Blüthe sich öffnet, sind die Staubfäden sämmtlich aufgerichtet, Geschlechtstheile einer dem Stempel angedrückt, die fünf Narbenäste mit den Enden Rf sich öffnenden etwa bis zur Mitte ihrer ganzen Länge in eine Ebene aus ein- üthe, von oben ge sehen. st Stigma, ander gespreizt, ihre stark papillóse Fläche, an welcher Pollen- ee körner leicht haften bleiben, nach oben gekehrt, die noch ge- schlossenen Antheren in den Winkeln zwischen den Narbenästen ein wenig unter diesen gelegen. Die Blüthe ist also jetzt rein weiblich und kann durch auffliegende Insekten nur mitBlüthenstaub älterer Blüthen befruchtet werden (Fig.52). Bald darauf springen die Staubbeutel auf und bedecken sich auf beiden Seiten mit kleberigen Pollenkórnern, die Narbenäste spreizen sich noch etwas weiter aus- einander, so dass die Antheren gerade in die Winkel zwischen dieselben zu liegen kommen und die am Rande stehenden Papillen derselben mit Pollen behaften. Die Blüthe ist jetzt in gleichem Grade männlich und weiblich, kann durch auffliegende Insekten leichter mit fremdem, als mit eigenem Blüthenstaube befruchtet werden, be- ginnt aber bereits, sich selbst zu bestäuben. Endlich vollendet sich die Divergenz der Narbenäste, während die Enden der Staubfäden in den Winkeln zwischen den Narbenästen sich in die Mitte der Blüthe zusammenbiegen, so dass die noch immer mit Pollen behafteten Antheren dicht zu- sammen gedrängt in die Mitte der Blüthe und über die Narbenäste zu liegen kommen und von einem in der Mitte der Blüthe auffliegenden Insekte früher berührt werden müssen, als die Narben. In diesem Stadium sind die Blüthen am meisten geeignet, Blüthenstaub zur Fremdbestäubung anderer Blüthen an die Unterseite besuchender Insekten abzugeben ; ihre eigene Narbe aber wird durch die besuchenden Insekten leichter mit eigenem als mit fremdem Blüthenstaube behaftet. Die Antheren fallen jetzt bei geringem Stosse ab und man findet daher ältere Blüthen nicht selten ohne Antheren mit fünf völlig auseinander gespreizten Narben- ásten, also wieder rein weiblich, aber bereits mit eigenem Pollen belegt, wenn auch ausser diesem noch durch Pollen jüngerer Blüthen befruchtbar. Vergleichen wir die Blüthen von G. pusillum mit denen seines Haupt - Concur- renten G. molle, mit welchem es an denselben Orten, oft innig durcheinander- gemischt, wächst und gleichzeitig blüht, so steht es demselben in der Augenfälligkeit seiner Blüthen, da dieselben kleiner und blasser gefärbt sind, erheblich nach und wird dem entsprechend erheblich seltener von Insekten besucht. Einen Ersatz für die grosse Unsicherheit der Fremdbestäubung gewährt ihm aber die in jedem Falle in vollem Maasse stattfindende Sichselbstbestäubung; ferner bewirkt die voraus- eilende Entwicklung der Narbe, dass der so selten stattfindende Insektenbesuch jedenfalls, wenn er einmal eintritt, nicht unbenutzt bleibt, endlich gereicht ihm noch die Ersparung der einen Hälfte der Staubgefüsse, welche eine raschere Ent- . wicklung der einzelnen Blüthe ges:attet, zum Vortheile. i 'Trotz häufiger Ueberwachung habe ich die Blüthen von G. pusillum nur von einer kleinen Schwebfliege, Ascia podagrica F., von dieser aber mehrmals besucht gesehen. Sie setzte sich stets auf die Mitte der Blüthe und saugte Honig. Rückblick auf die bisher betrachteten Geraniumarten. ; Rückblick auf die bisher betrachteten Geraniumarten. : Die eben betrachteten Geraniumarten bilden; wenn wir das an schattigeren Standorten wachsende sanguineum vom Vergleiche ausschliessen , nach der Grösse und Augenfälligkeit ihrer Blüthen geordnet, folgende Reihe: 1) palustre und pra- tense, 2) pyrenaicum, 3) molle, 4) pusillum. Genau dieselbe Reihenfolge erhält Man, wenn man sie nach abnehmender Wahrscheinlichkeit der Fremdbestäubung bei 9intretendem , und wiederum genau dieselbe Reihenfolge, wenn man sie nach zu- nehmender Wahrscheinlichkeit der Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insekten- besuche ordnet. Denn 1) bei Geranium pratense und palustre findet in den Sewóhnlichen Blüthen *) Sichselbstbestäubung in keinem Falle statt, während Fremd- bestäubung bei stattfindendem Insektenbesuche durch zeitliches und räumliches Aus- emanderrücken der beiderlei Geschlechtstheile völlig gesichert ist. 2) Bei pyrenaicum findet Sichselbstbestäubung bei von Anfang an hinreichendem Insektenbesuche eben- falls niemals, bei ausbleibendem Insektenbesuche aber gegen Ende der Blüthezeit . regelmässig, wenn auch in beschränktem Maasse statt; Fremdbestäubung ist, bei von Anfang an reichlichem Insektenbesuche in gleicher Weise, wie bei den beiden vorigen Arten gesichert; wenn dagegen Insektenbesuch erst in der zweiten Blüthen- Periode eintritt, kann er leichter als bei den beiden vorigen Arten: neben der Fremd- bestäubung auch Selbstbestäubung bewirken. 3) Bei Geranium molle ist in be- ‚ Schränktem Maasse stattfindende Sichselbstbestäubung auch bei von Anfang an reichlichem Insektenbesuche nicht ausgeschlossen und findet bei ausbleibendem In- Sektenbesuche schon lange vor Ende der Blüthezeit in reicherem Maasse, als bei der vorigen Art statt, Fremdbestäubung ist bei stattfindendem Insektenbesuche durch ‚die Lage der Geschlechtstheile in jeder Blüthenperiode begünstigt, aber daneben Selbstbestäubung durch die besuchenden Insekten niemals ausgeschlossen. 4) Bei G. pusillum findet Sichselbstbestäubung in jedem Falle vor Ende der Blüthezeit in Vollem Maasse statt. Tritt aber zeitig Insektenbesuch ein, so wird die anfangs allein entwickelte Narbe noch vor erfolgender Sichselbstbestáubung mit fremden Pollen be- fruchtet, der dann wahrscheinlich den nachträglich auf dieNarbe kommenden eigenen Pollen wirkungslos macht; findet Insektenbesuch erst zu Ende der Blüthezeit statt, So wird die bereits mit eigenem Pollen belegte Narbe nachtrüglich noch mit fremdem Pollen behaftet, und es ist dann immerhin möglich, dass der letztere in seiner Wir- ung noch überwiegt. . So zeigt sich an den besprochenen Geraniumarten deutlich, dass in demselben Grade, in welchem mit der Augenfälligkeit der Blüthe die Reichlichkeit ihres In- . Sektenbesuches herabsinkt, die Pflanze durch gesteigerte Wahrscheinlichkeit der Sichselbstbestäubung für die verminderte Wahrscheinlichkeit der Fremdbestäubung Ersatz findet. | | . Geranium dissectum L. hat eine ganz ähnliche Bestäubungsvorrichtung Wie pusillum , aber 10 Staubgefässe und beim Oeffnen der Blüthe schon vollständig Auseinander gebreitete Narbenäste. während die dicht um dieselben herum stehenden Staubbeutel noch geschlossen sind und erst allmählich, eines nach dem anderen, auf- Springen und die Narbenäste von selbst mit Pollen behaften. a EEE v DE sche; ) Ich sage »in den gewöhnlichen Blüthen«, um die Möglichkeit und selbst Wahr- silap lichkeit gelegentlichen Vorkommens homogamer Blüthen, wie sie AXELL bei G. icum nachgewiesen hat, nicht in Abrede zu stellen. 166 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 119. Geranium robertianum. 119. Geranium robertianum L. Wann die Blüthe sich öffnet, sind die fünf Narbenäste noch dicht aneinander gelegt; die fünf äusseren, mit den Blumenblättern abwechselnden Staubgefässe stehen in der Mitte der Blüthe, dicht um die Narben- äste herum; ihre Staubbeutel, ein wenig höher gelegen als die Spitzen der Narben- äste, öffnen sich; ihre nach oben gekehrte Fläche bedeckt sich mit Blüthenstaub, während die fünf inneren Staubfäden inzwischen noch so weit als möglich nach aussen gebogen sind, so dass ihre Staubbeutel den Blumenblättern dicht anliegen und besuchende Insekten an der Abstreifung des Blüthenstaubes durchaus nicht hindern. Noch während des Blühens der fünf äusseren Staubgefässe strecken sich die Narbenäste und breiten, etwas über den Antheren, ihre Spitzen auseinander, so dass deren papillöse Fläche, die bisher durch das Aneinanderliegen verdeckt war, nun frei nach oben gerichtet ist und in der Mitte der Blüthe zuerst den berührenden In- sekten sich darbietet. Während die fünf äusseren Staubgefässe abblühen, bewegen sich auch die fünf inneren in die Mitte der Blüthe und umgeben den Griffel, der sich inzwischen in dem Grade streckt und seine fünf Aeste strahlig auseinander spreizt, dass die ganzen papillösen Flächen derselben nach oben gerichtet blossgelegt sind, während ein Stück tiefer ein Kreis pollenbedeckter Antheren den Stempel umschliesst. Der Honig, der wie bei allen unseren Geraniumarten von der Aussenseite der Basis der fünf äusseren Staubfäden abgesondert wird , sammelt sich in der flach aus- gehöhlten Basis der fünf anliegenden Kelchblätter und kann von einem 7 mm langen Rüssel erreicht werden, ohne dass das Insekt nöthig hat, seinen Kopf in den engeren Theil der Blüthe hinein zu zwängen. So sah ich Rhingia rostrata sehr häufig mit ihrem 11—12 mm langen Rüssel der Reihe nach alle fünf’Honigtröpfehen aufsaugen. wührend sie bald auf dem einen, bald auf dem anderen Blumenblatte stand und mit dem in die Blüthe gesenkten Rüssel in älteren Blüthen zuerst die Narben, dann die blühenden Antheren, in jüngeren nur blühende Antheren streifte und daher beim Hineinstecken des Rüssels in ältere Blüthen regelmässig Fremdbestáubung, beim . Herausziehen bisweilen auch Selbstbestäubung bewirkte. Nicht weniger häufig fand ich dieselbe Schwebfliege mit dem Verzehren des Blüthenstaubes beschäftigt. Im ' Ganzen habe ich als Besucher bemerkt: A. Diptera Syrphidae: 1) Rhingia rostrata L., sgd. und Pfd., häufig. B. Cole- optera: 2) Dasytes flavipes F.. sgd. und Blumenblätter nagend. C. Lepidoptera: 3) Pieris napi L., in sehr grosser Anzahl, sgd. (Stromberg, 15. Mai 1868). Bei eintretendem Insektenbesuche ist hiernach Fremdbestäubung anfangs durch das Vorauseilen der äusseren Staubgefässe in ihrer Entwicklung, später durch die Stellung der entwickelten Narben über den blühenden Antheren gesichert, Selbst- bestäubung jedoch nicht ausgeschlossen. Ob bei ausbleibendem Insektenbesuche Sichselbstbest&ubung erfolgt, habe ich leider nicht ins Auge gefasst und desshalb diese Art von dem vorhin angestellten Vergleiche ausgeschlossen. Geranium silvaticum in.der Regel proterandrisch , bisweilen jedoch auch homogam (Axzıu S. 36). Geranium phaeum proterandrisch mit aufeinander folgender Entwicklung der beiden Staubgefüsskreise, von Honigbiene und Hummeln besucht (RrccA, Atti -della Soc. Ital. di Se. Nat. Vol. XII. fasc. III. p. 256). Geranium macrorhizum proterandrisch mit rein weiblichen ersten Blüthen ; ebenso einige Pelargoniumarten. (HırD., Bot. Z. 1869. S. 179—481.) 120. Erodium cicutarium L'Herit. (Vergl. SPRENGEL S vortreffliche Erörterung S. 338—340. Taf. XVIII.) Honigabsonderung und -Verwahrung wie bei allen unseren . 120. Erodium cicutarium. 121. Linum catharticum. 167 Geraniumarten , Beschrünkung der Fruchtbarkeit auf die fünf áusseren Antheren Wie bei G. pusillum. Wie bei den Geraniumarten, so kehren sich auch hier die geóff- neten Blumen der Sonne zu und machen sich trotz der Niedrigkeit der Stengel, an denen sie Sitzen, bei sonnigem Wetter durch den lebhaften Glanz ihrer Blätter unter allen anderen Blumen der kargbegrasten sonnigen Abhünge, an denen sich die Pflanze Vorzugsweise häufig findet, mit am meisten bemerkbar. Während bei den Geraniumarten die Blüthe trotz der Schrägstellung noch völlig regelmässig ist, hat-sich hier ein deutlicher Unterschied zwischen oberen und unteren Blumenblättern ausgeprägt, indem die oberen (2, seltener 3) an ihrer Basis das aus feinen schwarzen Linien bestehende Saftmal tragen, die unteren (3, seltener 2) sich durch Verlängerung zu bequemeren Anflugflächen ausgebildet haben.. Die Blüthen sind ausgeprägt proterandrisch, so dass bei nicht zu spät eintretendem Insekten- besuche Fremdbestäubung unausbleiblich ist; bei ausbleibendem Insektenbesuche dagegen befruchten sie sich regelmässig durch Sichselbstbestäubung. Als Besucher habe ich nur bemerkt: Zu Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. und Psd., háufig (SPRENGEL fand Honigbienen und Hummeln Psd.). B. Coleoptera: 2) Coccinella septempunctata E, Honig leckend. Die ungeschickte Art, in welcher dieser der Blumennahrung nicht angepasste ` Käfer sich den Honig verschaffte, war zu komisch, um nicht erwähnt zu werden. Er bewegte, indem er sich auf eines der Blumenblätter setzte, den Mund gegen eines der zu beiden Seiten der Basis desselben sitzenden Nektarien; das Blumenblatt löste Sich dabei in derRegel ab und der Käfer klammerte sich nun entweder noch än einem benachbarten Kelchblatte fest oder fiel mit dem Blumenblatte zur Erde. Im ersteren. Falle setzte er die Runde in der Blüthe ohne weiteres fort und es gelang ihm in manchen Blüthen , alle fünf Blumenblätter abzulósen; im letzteren Falle war er so- gleich wieder auf den Beinen und lief rasch auf einen neuen Stengel derselben Pflanze, um dieselbe Art der Honiggewinnung von Neuem zu beginnen. Ich sah einen und denselben Käfer viermal mit einem von ihm abgelösten Blumenblatt zur Erde fallen, ohne dass er dadurch gewitzigt worden wäre. : Lineae. 121. Linum cathartieum L. y Die fünf Staubfäden sind mit ihrer verbreiterten Basis zu einem am Grunde fleischigen Ringe verwachsen, der aus fünf in der Mittellinie der Staubfäden liegenden, flachen , kaum bemerkbaren Grübchen auf seiner Aussenseite fünf Honigtröpfchen absondert , die, wenn sie anschwellen, mit den darunterstehenden Kelchblättern in Berührung kommen. Demselben durch Verwachsung der Staubfäden gebildeten Ringe Sind etwas über den Honiggrübchen und je zwischen zweien derselben die fünf Blumenblätter angeheftet. Dieselben schliessen in der unteren Hälfte mit Ihren Rändern dicht aneinander, sind jedoch an ihrer Basis plötzlich in der Weise Verschmälert , dass zwischen je zwei benachbarten und gerade über jedem Honig- Srübchen eine runde Oeffnung bleibt, welche dem Rüssel des Insektes den Zutritt ^um Honig gestattet. i Die fünf Staubbeutel stehen mit den fünf Narben in gleicher Hóhe und sind mit ihnen gleichzeitig entwickelt. Obwohl sie sich ringsum mit Blüthenstaub bekleiden, So findet doch Sichselbstbestäubung zu Anfang der Blüthezeit nicht statt, da sie zu- nächst in einiger Entfernung um die Narben herum stehen. Ein um diese Zeit ein- Seführter Insektenrüssel kann , wenn er von einer anderen Blüthe kommend in der 168 III. Von Insekten befruchtete. Blumen: 122. Linum usitatissimum. Mitte eindringt, Fremdbestáubung , ebenso leicht aber auch, wenn er an einer Seite eindringt und die Staubgefässe gegen die Narben drückt, Selbstbestäubung bewirken. d Fig. 53. 1. Jüngere Blüthe, gerade von oben gesehen; die Staubgefásse sind noch nieht in Berührung mit den Narben. 2. Dieselbe schrüg von oben gesehen. 3. Etwas ältere Blüthe, gerade von oben gesehen; die fünf ringsum mit Pollen behafteten Staubgefässe sind in unmittelbarer Berührung mit den Narben. 4. Blüthe nach Entfernung des Kelchs, schräg von oben gesehen, um die Anheftung der Blumenblátter und die Honigdrüsen zu zeigen. f 5. Die Geschlechtstheile in Sichselbstbestiubung begriffen, aus der Blüthe gelóst, von der Seite gesehen. 6. Kelchblatt von der Innenseite, mit einem Honigtrópfehen. 5 a = Antheren, st = Stigma, n = Nectarien, a’ = die verwachsenen Staubfäden.' Bei ausbleibendem Insektenbesuche erfolgt, indem die Staubgefässe ein wenig mehr nach innen rücken, regelmässig Sichselbstbestäubung und diese scheint auch von gutem Erfolge begleitet; denn trotz des sehr seltenen Insektenbesuches, welcher den kleinen einzeln stehenden, des Abends sich schliessenden weissen Blüthen zu Theil wird, sieht man jede Blüthe zu einer mit guten Samenkörnern gefüllten Kapsel sich entwickeln. Trotz der grossen Häufigkeit des Pflänzchens ist es mir nur ein einziges Mal geglückt, ein Insekt in 'Thätigkeit an seinen Blüthen zu beobachten *), nemlich Systoechus sulfureus MIK. (Bombylidae) Sid. 7. 69, sgd. 199. Linum usitatisimum L. Die Blütheneinrichtung stimmt in der Honig- absonderung, in der gleichzeitigen Entwicklung und gegenseitigen Stellung der | Staubgefässe und Narben, und daher auch in der Wahrscheinlichkeit der Fremd- -bestiubung bei eintretendem und der unausbleiblichen Sichselbstbestäubung bei aus- bleibendem Insektenbesuche ganz mit L. catharticum überein. (Vgl. SPRENGEL S. 175—178.) Auch hat HILDEBRAND durch directen Versuch die Fruchtbarkeit durch Sichselbstbestäubung festgestellt. (Geschl. S. 70.) In Folge ihrer grösseren Augenfälligkeit werden aber natürlich die Blüthen (die sich ebenfalls des Abends schliessen) reichlicher von Insekten besucht. SPRENGEL beobachtete an denselben eine Hummel ; ich: A. Hymenoptera Apidae: 1; Apis mellifica L. $, häufig, sgd. 2) Halictus cylin- dricus F.Q, Psd: B. Lepidoptera Noctuae: 3) Plusia gamma L., sgd. Die dimorphen Linumarten sind Gegenstand mehrerer wichtiger Untersuchungen gewesen. *) Während des Druckes (am $. Juli 1872). 2) Empis livida L., sgd. (Thür.). Linum grandiflorum, perenne, Lewisii Oxalideae. 169 CH. Darwın berichtete zuerst 1863 über Dimorphie bei Linum grandiflorum, perenne und flavum und über Befruchtungsversuche mit den beiden ersteren. (»On the existence of two forms, and on their reciprocal sexual relation in several species of the genus Linum.« Journ. of the proc. of the Linn. Soc. 1863. p. 69—83.) . Bei Linum grandiflorum gaben die kurzgriffligen Blumen durch Selbst- befruchtung reichlicher Frucht, als die langgriffligen, die beinahe unfruchtbar blieben. Bei beiden war die Fruchtbarkeit weit grösser, wenn sie mit Pollen der anderen Form bestäubt wurden. Wurde beiderlei Pollen auf beiderlei Narben ge- bracht, so trieb im Allgemeinen jeder Pollen nur auf den ungleichnamigen Narben Seine Schläuche in dieselben hinein, nicht oder nur unbedeutend auf den gleich- Namigen. Bei Linum perenne ergab illegitime Befruchtung der langgriffligen Form absolute, illegitime**) Befruchtung der kurzgriffligen Form fast gänzliche Unfruchtbar- - keit, legitime **) Befruchtung beider bei ?/, der Blüthen volle Fruchtbarkeit. Hınpr- BRAND fand bei Linum perenne die Blüthen der kurzgriffligen Form sowohl mit “genem Pollen. als mit Pollen anderer Blüthen desselben Stocks, als mit Pollen anderer kurzgriffliger Exemplare absolut unfruchtbar, mit Pollen langgriffliger Exemplare durchaus fruchtbar (Bot. Z. 1864. S. 15). Bei Linum Lewisii hat nach PrANCHON jedes Individuum drei ungleiche Blumenformen, eine mit gleichlangen Staubgefássen und Griffeln , eine langgrifflige und eine kurzgrifflige. (Hooxer’s London Journ. of Botany 1848. vol. VIL, p. 175, nach Darwın.) Dr. FRIEDRICH ALEFELD zählt 29 dimorphblüthige Linumarten auf, die sämmt- 7 lich in Europa, Asien und Nordafrika zu Hause sind, während sämmtliche Linum- [ arten Nord- und Süd- Amerika's und des Caps monomorphe Blüthen haben. (Bot. ` 4. 1863. S. 281. 282.) Oxalideae. HILDEBRAND (Ueber den Trimorphismus der Blüthen in der Gattung Oxalis. Monatsberichte der Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1866) untersuchte alle Oxalisarten des Berliner und Bonner botanischen Gartens, des Kgl. Herbars in : Berlin , der Herbarien von TREVIRANUS, A. BRAUN und SELMEYER und des Mün- chener Herbars und constatirte dadurch 20 Oxalisarten, deren verschiedene Formen zum Theil als verschiedene Arten benannt waren, als trimorph; von 51 Arten Wurden nur je zwei Formen vorgefunden, von etwa 30 Arten nur je eine Form; unsere drei einheimischen Arten O. acetosella*), stricta und corniculata, stellten sich Mit Bestimmtheit als monomorph heraus. Künstliche Befruchtungsversuche, welche HILDEBRAND später mit 2 trimorphen Oxalisarten , ©. Valdiviana und O. Regnelli Miquel anstellte (Bot. Z. 1871. 8. 415—425, 491—442) und Aussaatversuche mit den erzielten Samen ergaben Resultate. welche mit den von Darwın an Lythrum Salicaria gewonnenen überein- stimmten : sie zeigten nemlich 1) das Statthaben der grössten oder alleinigen Frucht- barkeit bei legitimen **) Verbindungen, 2) den vorwiegenden Einfluss der beiden Eltern auf die Form der Nachkommen, 3) die gleiche Grösse der in gleicher Höhe befind- lichen Pollenkörner und die stufenweise Grössenabnahme vom Pollen der oberen An- e r ren zu dem der unteren. er *) Nach Vollendung des Manuscripts (20. April 1872) fand ich die Blüthen von Oxalis vetosella (Nr. 122b) von folgenden Insekten besucht: A. Coleoptera a) Staphylinidae: n paliem florale Pk., äusserst zahlreich, oft 4 in einer Blüthe. b) Nitidulidae : 2) Me- "Sethes, häufig, B. Thysanoptera: 3) Thrips, häufig. **) Vgl. S. 10. \ i 170 ce pup Von. Insekten befruchtete Blumen ; 123. Tilia. europaea. Eine Abbildung der trimorphen Blüthen von Ox. gracilis gibt HILDEBRAND (Geschl. S. 42). Ueber kleistogame Blüthen bei O. Acetosella berichtet H. v. MoHL (Bot. 2. 1863. S. 314. 321. 322). Balsamineae. Impatiens Balsamina. Die Insekten (Bienen, Hummeln) , welche ihren Rüssel in den honigführenden Sporn senken, streifen in jüngeren Blüthen die Staub- gefässe, welche den noch geschlossenen Narben kapuzenförmig aufsitzen und deren hervorgequollener Blüthenstaub sich leicht der Oberseite der Insekten anheftet, in älteren, nachdem die Staubgefässkapuze sich abgelöst hat, die auseinander gebreiteten Narben. (Hirp., Bot. Z. 1867. S. 284. Taf. VII. Fig. 36—47. DELP., sugli app- p. 30. 91.) Ueber kleistogamische Blüthen von Impatiens noli tangere und nordameri- kanischen Impatiensarten berichtet H. v. Mont (Bot. Z. 1863. S. 313. 322). Tropaeoleae. Einige allgemeine Andeutungen über die Blütheneinrichtung von Tropaeolum gibt DxenPrwo (sugli app. p. 30); von Tropaeolum majus ist dieselbe schon von SPRENGEL eingehend erklärt, auch die Proterandrie constatirt worden (S. 213—217). Ordnung Columniferae. Tiliaceae. ‚123. Tilia europaea L. l Die Blütheneinrichtung der Linden ist von SPRENGEL (S. 275. 276) eingehend beschrieben und erklärt; die von ihm übersehene Proterandrie hat HILDEBRAND (Bot. Z. 1869. S. 479) festgestellt. Der Honig wird von den hohlen Kelchblättern abgesondert und beherbergt; er ist daher auch den kurzrüssligsten Insekten zugänglich. Kelch und Blumenblätter werden von den zahlreichen auswärts gebogenen Staubgefässen nach aussen und unten überragt; anfliegende Insekten können daher nur auf Staubbeuteln und Narbe oder in dem zwischen beiden frei bleibenden Raume Fuss fassen und müssen dabei in jüngeren Blüthen sich mit Pollen behaften, in älteren die Narbe durch Fremd- bestäubung befruchten. Die Möglichkeit einer Sichselbstbestäubung ist fast aus- geschlossen, da die Staubgefässe bis zuletzt auswärts gebogen bleiben, während der Griffel die Achse der Blüthe einnimmt; nur höchst ausnahmsweise sind Blüthen zu finden, bei denen das eine oder andere Staubgefäss einwärts gebogen und mit der Narbe in Berührung ist. Fremdbestäubung ist in der That in dem Grade gesichert, dass Sichselbstbestäubung auch der Möglichkeit nach verloren gehen konnte. Denn durch kräftigen Wohlgeruch und Tausende von Blüthen mit leicht zugänglichem Honig lockt die Linde mannichfaltige Insekten verschiedener Ordnungen in grosser . Zahl an sich. An den untersten meiner unmittelbaren Beobachtung zugänglichen Blüthen fand ich: : | A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. Bei schönem Wetter sind die blühenden Linden von Tausenden honigsuchender Bienen umsummt; keine einzige aber fand ich mit Pollen in den Körbchen; sie scheinen also nur den Honig der Linde zu suchen. Daher mag die Meinung vieler Bienenzüchter rühren, die Linde locke die Bienen nur an, ohne ihnen etwas zu bieten. 2) Bombus agrorum F. 9, häufig, sgd. 3) Prosopis, zahlreich. b) SpAegidae: 4) Oxybelus uniglumis L., häufig, Honig leckend. B. Diptera a) Syrphidae: 5) Eristalis nemorum L. 6) E. arbustorum L. 7) E. sepul- Malvaceae. el cralis L. 8) E. tenax L. 9) Helophilus floreus L., alle sehr háufig, bald sgd., bald Pfd. 10) Volucella pellucens L. b) Muscidae: 11) Sarcophaga carnaria L., sgd. 12) Lucilia cornicina F. 13) Musca domestica L., sgd. i 7 Malvacede. Malva silvestris und rotundifolia. 3 1—4. Malva silvestris. 1. Geschlechtstheile der Knospe.. 2. Dieselben in der ersten Blüthenperiode. = Dieselben zwischen der ersten und zweiten, 4. dieselben in der zweiten Blüthenperiode. % Malva rotundifolia sich selbst bestäubend. st Stigma. a Antheren, Malvarotundifolia und silvestris sind, da sie an denselben Standorten, oft untermischt. wachsen und Monate lang gleichzeitig blühen , zwei im Wettkampfe ‚um alle Lebensbedingungen, auch um den Insektenbesuch, befindliche Arten. Malva rotundifolia hat in diesem Kampfe die Genügsamkeit mit ärmerem Boden, das Vorauseilen ihrer Blüthezeit um eine oder mehrere Wochen und die Möglichkeit Tegelmüssiger Sichselbstbestiubung, Malva silvestris dagegen kräftigeren Wuchs und viel wirksamere Anlockung der Insekten voraus. Beiderlei Vorzüge müssen sich _ Ziemlich die Wage halten, da sich, wenigstens um Lippstadt, beide Arten durch- einander wachsend an Wegeründern überall in ziemlich gleicher Häufigkeit finden. . . Die Blütheneinrichtung beider ist im Ganzen dieselbe, indem bei beiden zu An- ; fang der Blüthezeit eine pyramidenförmig aufgethürmte Gruppe von Staubbeuteln die Mitte der Blüthe einnimmt und die noch unentwickelten zusammengelegten Narben- äste umschliesst, während später die frei hervortretenden , sich strahlig auseinander breitenden und zurückkrümmenden Narbenäste an ihre Stelle treten, so dass In- Sekten, welche den in fünf Grübchen zwischen der Basis je zweier Blumenblätter abgesonderten und durch Wimperhaare überdeckten Honig aufsuchen, in jüngeren Blüthen sich mit Blüthenstaub behaften, in älteren einen Theil desselben an den Narben haften lassen und so regelmässig Fremdbestäubung bewirken müssen. Während aber bei Malva silvestris, welche mit ihren viel grösseren und lebhafter ge- fürbten Blüthen die Aufmerksamkeit der Insekten wirksam auf sich zieht und sehr zahlreichen Besuch erhält, die freien Staubfadenenden, ehe die Narben zur Ent- faltung kommen, sich soweit abwärts krümmen, dass sie Sichselbstbestäubung un- . Möglich machen , befruchtet Malva rotundifolia, welcher wegen ihrer viel kleineren . @sseren Blüthen nur spärlicher Insektenbesuch zu Theil wird. bei ausbleibendem Insektenbesuche sich regelmässig selbst, indem ihre Staubfäden so weit aufgerichtet bleiben , dass ihre mit Pollen bedeckten Staubbeutel von den sich immer stärker “urtckkrümmenden Narbenästen auch mit der papillösen Seite vielfach berührt Werden (Fig. 54, 5). 2t ^ Wie bedeutend der lediglich durch die wirksamere Anlockung der M. silvestris Wirkte Unterschied im Insektenbesuch beider Arten ist, ergibt sich aus der ee P. , . D 7 172 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 124—236. Malva silvestris, rotundifolia, Alcea. - Zusammenstellung der in vier Sommern an beiden Arten von mir beobachteten Insekten. x 124.- Malva silvestris L. s | Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, saugend, in grósster Háufigkeit, ihr ganzes Haarkleid mit Pollen behaftend. 2) Bombus lapidarius L.9, häufig. 3) B. hortorum L. Q. 4) B. silvarum L.9. 5) B. agrorum F. 8. 6) Ci- lissa haemarrhoidalis F. Q g, wiederholt. 7) Andrena parvula K. 3. 8) A. Gwynana KR. 9) A. fulvierus K. 5. 10 Halictus maculatus Sm. ©. 11) H. albipes F. ©. 12) H. moro F.@. 13) H. Smeathmanellus K. Q. 14) H. zonulus Sm. &. 15) Nomada late- ralis Pz. Q. 16) Osmia aenea L.(j. 17) Megachile Willughbiella K. §. 18) M. ligni- seca K: $. 19) Coelioxys simplex Nyr. Q ő. 20) Chelostoma campanularum L.6, alle 20 bis jetzt aufgezählten Arten, obgleich sie sich stets reichlich mit Pollen behafteten, nür saugend, niemals Pollen sammelnd. 21) Ch. nigricorne NYL, $ 9, sehr häufig, sowohl saugend, als Pollen sammelnd. Diess ist die einzige Art, welche ich überhaupt die unge- gewöhnlich grossen,‘ durch ihre stachligen Vorsprünge sich anheftenden Pollenkugeln habe einsammeln sehen. 22) Prosopis hyalinata Sm. d. 23) P. communis NYL. 59; wiederholt. 24) P. signata SCHENCK d$. 25) P. pictipes NYL. $. 26) P. dilatata K. 5: ebenfalls sämmtlich sgd. b) Jehneumonidae: 27) verschiedene Arten. Ob es diesen gelang. Honig zu erlangen, weiss ich nicht. B. Diptera a) Stratiomydae: 28) Sargus cuprarius L. (schien bloss durch die Blume angelockt, ohne sich dieselbe zu Nutze machen zu können). b) Syrphidae: 29) Rhingia rostrata L., sgd., häufig. C. Lepidoptera 30) Pieris rapae L., sgd. D. Coleoptera: 31) Haltica fuscicornis L., in den Blüthen sitzend. . Dagegen fand ich an Malva rotundifolia im Ganzen nur vier verschiedene In- sektenarten : 125. Malva rotundifolia L. (Fig. 54, 5). Besucher: Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8. 2) Bombus agro- rum F. 8. 3) Anthophora quadrimaculata F. 3. 4) Halictus morio F. ($$, sámmtlich saugend. Zum Schlusse will ich noch auf eine Eigenthümlichkeit der Blüthen von Malva silvestris aufmerksam machen, welche den Beweis liefert, dass auch diese in Kräftig- keit der Anlockung und Sicherung der Fremdbestäubung ihrer Concurrentin so weit überlegene Art noch keineswegs vollkommen ihren Lebensbedingungen angepasst ist. Nachmittags, wann die Blüthen sich zu schliessen begannen, sah ich sehr oft Honig- bienen an noch frischen, aber schon zugedrehten Blumen aussen am Kelche herum- klettern, den Rüssel der Reihe nach hinter die fünf Kelchblätter stecken und so von aussen die Honigbehälter entleeren. Einige Male sah ich sogar Bienen, welche mehrere zugedrehte Blüthen nacheinander von aussen her angesaugt hatten, dieses ‚Verfahren auch an den nächsten noch offenen Blüthen, an die sie gelangten , fort- setzen. Die Blüthen von M. silvestris haben also ihren Honig gegen Raub nicht hinlänglich verwahrt. 126. Malva Alcea L. Die Blumen sind noch augenfälliger als bei M. silvestris, denn sie stehen auf höheren Stengeln und breiten ihre Blumenblätter so weit aus- einander, dass eine einzelne Blüthe als eine rosenrothe Fläche von 40 mm Durch- messer erscheint. Auch ist den Blüthen durch dieselbe Einrichtung wie bei M. silv. die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung entzogen. Es ist daher nicht zu bezweifeln, dass der Insektenbesuch dieser Art ein mindestens eben so zahlreicher sein wird, als bei M. silvestris. Ich habe nur ein einziges Mal (13. Juli 1868) bei wenig günstigem Wetter einige blühende Exemplare ins Auge gefasst und daher nur wenige ` Besucher bemerkt, nemlich: . Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sehr zahlreich, sgd. und sich über und über bestäubend. 2) Cilissa haemarrhoidalis F. € , sgd. 3) Halictus cylindricus. F. 9, desgl. 127. Malva moschata. | 173 127. Malva moschata L. Die Blüthen sind eben so ausgeprägt proterandrisch als bei den drei vorigen Arten. Nach einer Zeichnung zu schliessen, die ich im Sommer 1867 angefertigt habe, krümmen sich die freien Staubfadenenden nach dem Verblühen der Staubgefässe nach unten; die Narben breiten sich über denselben ?useinander, so dass Sichselbstbestäubung nicht zu erfolgen scheint. Ich darf indess nicht verschweigen, dass ich damals auf die Möglichkeit bei ausbleibendem Insekten- besuche eintretender Sichselbstbestäubung nicht besonders geachtet habe. Besucher: A, Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Chelostoma migritorne L. €, sgd. 3) Andrena Coitana K. $, sgd. (Sld.). B. Diptera Bombylidae: 4) Sy- . Stoechus sulfureus MIKAN sgd. (Sld.). C. Lepidoptera: 5) Hesperia silvanus EsP., sgd. Derprno erwähnt als Besucher der Malvaceen Xylocopa violacea (Sugli app. P. 30). W. Oere sagt (Pop. Science Review July 1869. p. 270), bei manchen Malvaceen seien Staubgefässe und Narben gleichzeitig entwickelt und finde regel- lässig Sichselbstbestäubung statt: bei diesen seien keine Nektarien vor- anden, da sie der Insektenvermittlung zur Befruchtung nicht bedürfe n. Leider nennt er die Malvaceen nicht, von denen er spricht und ent- “eht dadurch die Richtigkeit seiner Behauptung der Controlle. : Anoda hastata. Abbildung und Beschreibung der proterandrischen Blüthen (bei denen in der ersten Periode die blühenden Antheren aufgerichtet, die Narben nach unten zurückgeschlagen sind, während in der zweiten die Narben über die An- = theren hervorragen) gibt HILDEBRAND (Geschl. S. 48. 49. Fig. 7). ; Goethea coccinea ist nach DELPINO proterogyn mit langlebigen Narben *). "a vierblätterige Involucrum bewirkt die Augenfälligkeit der Blüthe; der Honig Wird von fünf Drüsen im Grunde des napfförmigen Kelches abgesondert , während die Blumenkrone als Saftdecke dient. Als Besucher vermuthet Derıno Bienen oder Kolibris (Altri app. p. 59, Hrrp., Gesch: S. 19). : ` Abutilon. Aus sehr zahlreichen Befruchtungsversuchen , die mein Bruder RITZ MÜLLER am Itajahy in Südbrasilien mit Abutilonarten anstellte, ergeben sich, nach brieflichen Mittheilungen desselben **), bis jetzt folgende Resultate: I) Alle dortigen Abutilonarten und ihre Bastarde sind (mit vielleicht einer Aus- nahme) mit eigenem Pollen unfruchtbar. : 2) Bei diesen mit eigenem Pollen unfruchtbaren Arten ist der Pollen ihrer - Nächsten Verwandten (Vater, Mutter, Geschwister) weniger wirksam, als der nicht oder minder noch verwandter Stöcke. i ; 3) Bestäubung mit Pollen mehrerer fremder Arten gibt bei ihnen reichlicheren n, als Bestäubung mit einer einzigen dieser Arten. ; 1) Eine gleichzeitige Bestäubung mit zweierlei Pollenarten liefert bei Abutilon à "mer auch zweierlei Sämlinge (abweichend von KoELREUTER's und GAERTNER's Er- fahrungen an anderen Pflanzen, bei welchen sie nach gleichzeitiger Bestäubung mit verschiedenen Pollenarten immer nur einerlei Sämlinge erhielten). : le natürlichen Befruchter der dortigen Abutilonarten, welche das Geschäft der | Tg emdbestäubung so fleissig besorgen , dass die Möglichkeit der Fortpflanzung durch hs elbstbestäubung verloren gehen konnte, sind Kolibris. Am 26. August 1871 Schrieb mir mein Bruder über seine den künstlichen Befruchtungsversuchen unter- - WOrfenen le: K »Ein prüchtiger grosser Kolibri, dessen schwarze Brust wie eine rothglühende Sohle aufglüht, wenn er irgend erregt wird, hat mit seinem unscheinbareren Weibchen Same * ——— xx lb 12, Anm.:**, ya ; Be Ihre en Versuche sind inzwischen ausführlicher mitgetheilt in Jhrg. 1879 8 © der Jen. Zeitschrift, 22— 45. a 174 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 128. Polygonum fagopyrum. sich dieses Jahr fast vollständig die Alleinherrschaft über meine Abutilon angemaasst und verjagt alle anderen Arten. Alle unbedeckten Blüthen werden durch denselben befruchtet «. Ordnung Centrospermae. : Chenopodiaceae. . Chenopodium ambrosioides wird von HrrpzsRAND als Beispiel einer sich selbst bestäubenden Pflanze angeführt und abgebildet (Geschl. S. 62. Fig. 11). j Amarantaceae. $ Chamissoa bietet ein Beispiel des Ueberganges von Dimorphie in Diklinie (FRrrz Münver, Bot. Z. 1870. S. 152). Polygoneae. 128. Polygonum fagopyrum L. Fig. 55. 1. langgrifflige, 2. kurzgrifflige Blüthenform, nach Wegnahme zweier Perigonblätter. a Antheren, st Stigma, n Nectarium. Die Blüthen machen sich durch die weisse oder róthliche Farbe ihrer Perigon- blätter, durch ihr massenhaftes Zusammenstehen und durch ihren Duft den Insekten von weitem bemerkbar und locken, da sie zugleich aus 8 an der Basis der Staub- fäden sitzenden gelben kugligen Drüsen reichlich Honig absondern, welcher, offen im Grunde des flach auseinander gebreiteten Perigons beherbergt, auch den kurz- rüssligsten Insekten bequem zugänglich ist, ein Heer der mannichfaltigsten Besucher verschiedener Insektenordnungen an sich. Da drei Staubgefüsse, ihre staubbedeckte Seite nach aussen kehrend, dicht um die Griffel herum in der Mitte der Blüthe, fünf dagegen, ihre staubbedeckte Seite nach innen kehrend, am Umfange der Blüthe stehen, und die acht Honigdrüsen © zwischen der Basis der inneren und äusseren Staubgefässe im Grunde der Blüthe sitzen, so müssen Insekten, um den Honig zu erlangen, zwischen den inneren und &usseren Staubgefüssen hindurch in den Blüthengrund vordringen, wodurch sie einer Bestäubung von beiden Seiten ausgesetzt sind. In den langgriffligen Blüthen (5.339 55) streifen die meisten Besucher mit dem in den Blüthengrund eindringenden Kopfe die Steubgefüsse, mit der Unterseite oder den Seiten der Brust oder des Hinterleibes die Narben, in den kurzgriffligen dagegen mit dem Kopfe die Narben mit der Unterseite oder den Seiten der Brust oder des Hinterleibes die Staubgefässe, so dass sie bei wechselndem Besuche lang- und kurzgriffliger Blüthen vorwiegend legitime Kreuzungen bewirken, obgleich weder die Möglichkeit illegitimer Kreuzungen, noch selbst die Möglichkeit der Selbstbestäubung durch ihre Bewegungsart aus- geschlossen ist. a 02 / 128. Polygonum fagopyrum, 129. Polygonum Bistorta. 175 . Die kleineren Besucher, welche regellos in der Blüthe umherkriechen (z. B. Andrena nana), vermögen ebensowohl Selbstbestäubung und illegitime als legitime Kreuzungen zu bewirken. 5 | Einzelne Blüthen werden übrigens an langgriff ligen Stöcken angetroffen, bei denen die Griffel in dem Grade hinter der gewóhnlichen Länge zurückgeblieben sind, dass ihre Narben zwischen den drei inneren Staubgefüssen liegen und vom Blüthen- Staube derselben behaftet werden. Unter veränderten Lebensbedingungen, welche den Insektenbesuch beschränkten, | Würde mithin dem Buchweizen Fortpflanzung durch Sichselbstbestäubung wohl mög- || lish sein, während unter normalen Bedingungen bei nicht zu ungünstigem Wetter | die grosse Zahl seiner Besucher die Fremdbestäubung und zwar die Kreuzung ge- trennter Stócke mit verschiedenen Blüthenformen in dem Grade sichert, dass Sich- selbstbestäubung wahrscheinlich thatsächlich wirkungslos bleibt. Die nachfolgend verzeichneten Besucher des Buchweizens wurden fast sämmtlich an einem einzigen sonnigen Tage (21. Juni 1868) auf einem grossen Buchweizen- . felde in der Nähe von Salzkotten von mir beobachtet und eingesammelt: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, äusserst zahlreich, saugend und Pollen sammelnd, wohl neun Zehntel aller Besucher ausmachend. 2) Bombus lapidarius ; 98, saugend. 3) Andrena fulvicrus K. $5 Q, häufig, saugend und Pollen sammelnd. YA dorsata K. Q. 5) A. pilipes F. Q9. 6) A. helvola L. Q. 7) A. varians Rossi 9. -9 A. albicrus K. ©. 9 A. Gwynana K. Q. 10) A. nana K.9. 11) A. bicolor F. (aestiva SM.) $. 12) Sphecodes gibbus L., Nr. 4—12 nur saugend. b) Sphegidae: Hy Pompilus trivialis KL. 14) -Cerceris labiata F.Q. 15) C. nasuta DIB. (quinquefasciata sämmtlich sgd. c) ;Tenthredinidae: 16) Athalia spinarum F., sgd. B. Di- ) Syrphidae: 17) Eristalis tenax L. 18) E. pertinax SCOP. 19) E. nemorum L. E. arbustorum L. 21) E. sepulcralis L. 22) E. intricarius L., sämmtlich häufig, vala saugend, bald Pollen fressend. 23) Helophilus floreus L. 24) Syritta pipiens L. 25) Chry- Sotoxum festivum L. 26) Melithreptus scriptus L. 27) M. taeniatus Men. 28) Syrphus Pyrastri L. 29) Pipiza funebris Man. 30) Cheilosia scutellata FALLEN. b) Muscidae : 31) Pollenia Vespillo F. 32) Musca corvina F. 33) Lucilia cornicina F. 34) Sarcophaga Carnaria p, ce) Stratiomydae: 35) Odontomyia viridula F. 36) Stratiomys Chamaeleon i häufig. 37) Str. riparia MGN., die meisten dieser Fliegenarten saugend, die Schweb- fliegen auch Pollen fressend. C. Lepidoptera: 38) Vanessa urtieae L. 39) Pieris řassicae L, 40) P. napi L. 41) Polyommatus Phloeas L., alle sgd. 129. Polygonum Bistorta L. Wie bei P. fagopyrum, so fallen “uch bei P, Bistorta die Blüthen durch gefärbte Perigonblätterund massenhaftes Zusammenstehen von weitem in die P Augen, und da sie ebenfalls aus § an er Basis der Staubfäden sitzenden flei- Schigen Anschwellungen, die bei ihnen S thlich gefärbt sind, reichlich Honig “bsondern , der sich im Grunde des en sammelt, so ist auch ihnen so disc licher Insektenbesuch gesichert, ii * Sichselbstbestäubung thatsächlich € zur Wirkung gelangt und daher auch SET peer ons Blichkeit nach verloren gehen 37 Duis, (weiblichen) Zustande ede. und verloren gegangen ist, wüh- E ap Bas: x sich die Blüthen ausschliesslicher Fremdbestäubung angepasst ha ger = T et ds fagopyrum bei eintretendem Insektenbesuche Fremdbestüubung dure t 176 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 129—130. Polygonum Bistorta, Persicaria. Ausprägung langgriffliger und kurzgriffliger Stöcke gesichert wird, haben die Blüthen von P. Bistorta denselben Vortheil durch vollständige Ausbildung proteran- drischer Dichogamie erlangt. Zu Anfang der Blüthezeit ragen die Staubbeutel rei aus den Biüthen, die sich nie weit aus einander thun, hervor; erst nach deren Abblühen und nachdem dieselben meist sogar abgefallen sind, die narbentragenden Griffelenden. Als Besucher und Befruchter der Blüthen habe ich Bienen und Fliegen beob- achtet. a Auf den Wiesen bei Brilon, wo die Pflanze in Menge wüchst, sah ich ihre Blüthen ziemlich häufig von Fliegen besucht, versäumte jedoch, mit anderen Beob- achtungen beschäftigt, dieselben einzusammeln und kann daher nur die auf den ersten Blick kenntlichen Schwebfliegen Rhingia rostrata L., Volucella bombylans L. und Syrphus ribesii L. namhaft machen. Alle drei sassen nebst anderen Fliegen- arten nicht selten an den Blüthenständen und senkten ihren Rüssel zur Gewinnung des Honigs in die einzelnen Blüthen, wobei sie natürlich mit ihrer Unterseite die Geschlechtstheile zahlreicher Blüthen zugleich berührten und, da an demselben Blüthenstande ältere und jüngere Blüthen zugleich vorkommen, sowohl Blüthen des- selben Stockes als Blüthen verschiedener Stöcke mit einander kreuzten. In meinem Garten sah ich Sarcophaga carnaria L. wiederholt viele Minuten lang an den Blüthen von P. Bistorta beschäftigt; bei ihrem Versuche, den Rüssel in die Blüthen zu senken, fuhr sie häufig neben denselben vorbei, bisweilen brachte sie ihn jedoch auch hinein. Auch Syritta pipiens L. fand sich ziemlich häufig an den Blüthen ein; der Versuch, den Rüssel in dieselben einzuführen, misslang ihr aber stets. War der Blüthenstand schon im zweiten Entwicklungszustande befindlich, mit hervorragenden Narben und der Antheren beraubt, so flog sie nach einigen ver- geblichen Versuchen weg; war derselbe dagegen noch im ersten Zustande, so ent- schädigte sie sich durch Pollenfressen für die getäuschte Hoffnung auf Honig. Auch Andrena albicans L. 9 sah ich in meinem Garten oft an P. Bistorta an- fliegen und an Blüthenstánden von unten bis oben hin klettern. Einige Mal hatte ich Gelegenheit, dasselbe Exemplar erst an mehreren Blüthenständen regelmässig mit dem Rüssel neben den Blüthen vorbeifahren, dann aber allmählich die Sache ge- schickter anfangen und schliesslich den Rüssel regelmässig in die Blüthen einführen zu sehen. Der Honigbiene , welche sich zu gleicher Zeit ziemlich zahlreich Honig suchend an den Blüthen einfand, gelang es stets sofort, ihren Rüssel in die Blüthen ein- zuführen. Besucher also: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8. 2) Andrena albicans L. ©. B. Diptera a) Syrphidae: 3) Volucella bombylans L. 4) Syrphus ribesii L. 5) Syritta pipiens L. 6) Rhingia rostrata L. b) Muscidae: 1) Sarcophaga car- naria L. ; Polygonum viviparum L., ebenfalls proterandrisch, nach AXELL (Ab- bildung S. 26). 130. Polygonum Persicaria L. Die Blüthen haben zwar, ebenso wie die der beiden vorigen Arten, ganz weiss oder röthlich gefärbte Perigonblätter und stehen zu einem. länglichen Blüthenstande von 20—30mm Länge und 6—10mm Breite zusammengedrängt, so dass sie aus ziemlicher Entfernung in die Augen fallen; die viel geringere Grósse der einzelnen Blüthen und der ganzen Blüthenstünde, ihre Geruchlosigkeit und die viel spärlichere Menge von Honig, welche sie liefern, bewirken aber, slass der Insektenbesuch ein 130. Polygonum Persicaria. 177 sehr viel seltnerer ist. Dem entsprechend war es für die Pflanze von grösse ımVor- theile, bei ausbleibendem Insektenbesuche, die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung, . als bei eintretendem Insektenbe- ‚Suche die Unausbleiblichkeit der Fremdbestäubung zu besitzen. Die Befruchtungseinrichtung ist daher von derjenigen beider vorigen Arten wesentlich ver- schieden. a Von den 8 Staubgefässen 1. Eine Blüthe mit 5 Staubgefässen. Sind meistens 3 zu kürzeren oder 2. Eine Blüthe mit 7 Staubgefássen. là . " 3. Stempel. ageren Staubfadenrudimenten a die fünf äusseren, a’ die inneren Antheren, a* Staubfaden- verkümmert oder. ganz ver- rudiment, ov Ovarium, st Stigma, n Nectarium. Schwunden , jedoch kommen auch Blüthen mit 6, 7 und 8 Staubgefässen häufig vor; die 5 regelmässig vorhandenen : Staubgefásse wechseln mit den Perigonblättern ab ; die 3 übrigen stehen vor Perigon- blättern ; alle sind dem verwachsenen Grunde des Perigons eingefügt; am Grunde jedes Perigonblattesist eine Honigdrüse, die jedoch nur sehr spürlichen Honig absondert, der ihr als Feuchtigkeitsschicht anhaften bleibt. Der Fruchtknoten ist meist zweikantig und trägt einen Griffel, dersich in 2 an ihren Enden mit knopfförmiger Narbe versehene Aeste auseinander spreizt, jedoch kommen auch dreizühlige Stempel nicht selten vor. Staubgefässe und Narben sind gleichzeitig entwickelt und stehen in gleicher Höhe. Beim Aufblühen thun sich die Blüthchen so weit offen, dass das Perigon eine un- gefähr halbkuglige Schale bildet, und die 5 mit den Perigonblättern abwechselnden Staubgefässe stellen sich so weit auseinander, als es diese beschränkte Ausbreitung . des Perigons gestattet. Die Narben werden daher nicht oder doch nur ausnahms- Weise von diesen Staubgefässen berührt, während dagegen die vor den Perigonblättern Stehenden Staubgefässe, wenn solche vorhanden sind, sich nach der Blüthenmitte biegen und die Narben berühren. Obgleich nun ebenso wie bei P. fagopyrum die. ? Dach aussen gebogenen Staubgefásse nach innen, die nach innen gebogenen dagegen Dàch aussen aufspringen, so findet doch bei ausbleibendem Insektenbesuche in allen Blüthen mit mehr als 5 Staubgefässen regelmässig Sichselbstbestäubung statt, da die : Aufgesprungenen Staubbeutel sich so weit zurückklappen, dass sie ringsum mit Pollenkörnern behaftet sind. _Ob auch diejenigen Blüthen, welche nur fünf Staub- gefässe haben, sich bei ausbleibendem Insektenbesuche regelmässig selbst bestäuben, kann ich nicht aus directer Beobachtung entscheiden ; ich halte es aber für sehr wahr- Scheinlich ; da trotz des spärlichen Insektenbesuches fast alle Blüthen von P. Persi- Caria sich zu Früchten entwickeln. Da die Blüthen, wie ich wiederholt gesehen habe, auch bei Regen geöffnet bleiben, so kann die Sichselbstbestäubung der mit > Staubgefässen versehenen Blüthen, wenn sie überhaupt stattfindet, erst am Ende der Blüthezeit dadurch erfolgen, dass die Perigonblätter sich zusammenschliessen und dadurch Staubgefässe und Narben mit einander in Berührung bringen. Bei eintretendem Insektenbesuche wird durch die Kleinheit der Blüthen bewirkt, dass jedes Insekt, welches den Kopf in dieselben steckt, sowohl Staubgefässe als, me der Narben berührt. Da nun die Stellen, welche in derselben Blüthe beiderlei Geschlechtstheile berühren, in der Regel etwas auseinander liegen, so wird bei ein- Maligem Hineinstecken des Rüssels in jede Blüthe meist Fremdbestäubung, bei Wiederholtem Hineinstecken in dieselbe Blüthe ebenso leicht Selbstbestäubung be- Wirkt. Als Besucher der Blüthen beobachtete ich: Müller, Blumen und Insekten. ; : 12 478 III.Von Insekten befruchtete Blumen: 131—133. Polyg. lapathifolium, minus, aviculare. A. Diptera Syrphidae: 1) Eristalis tenax L., wiederholt 2) Exristalis sepulcralis L., verhältnissmässig häufig. 3) E. arbustorum L. 4j Syritta pipiens L., als häufigsten Besucher. 5) Ascia podagriea F., fast eben so häufig. 6; Melithreptus scriptus L., 7) M. taeniatus MaN., sämmtlich saugend, die Eristalis und Melithreptusarten auch Pollen fressend. B. Hymenoptera Apidae: 8) Andrena dorsata K.9. 9) Halictus albipes F. 9. 10) Prosopis armillata NYL. 5, alle 3 nur in einzelnen Exemplaren und nur saugend. C. Lepidoptera: 11) Pieris rapae L., setzte sich einmal an die Blüthen und steckte flüchtig den Rüssel in eine derselben, entfernte sich aber sogleich wieder. 131. Polygonum lapathifolium L.stimmt in seiner Blütheneinrichtung im Ganzen mit P. Persicaria überein. Wie bei diesem sind in der Regel 5 Staubgefässe vor- handen, von denselben aber häufig | oder mehrere nach innen gebogen und von selbst mit der Narbe in Berührung. Besucher: Diptera Syrphidae: 1) Eristalis sepulcralis L., sgd. 2) Syritta pipiens L., sgd. 3) Ascia podagrica F., sgd. : 132. Polygonum minus Hups. Diese Art hat zwar eben so grosse einzelne Blüthen wie P. Persicaria, dieselben sind aber zu viel dünneren Blüthenständen zusammenge- stellt und daher weniger augenfällig und weniger häufig von Insekten besucht, wie ich durch directe Beobachtung des Insektenbesuchs festge- stellt habe. . TERES An einem mit einem Gemische von Poly- 2. Dieselbe, nach neue der beiden. CONUN minus und Persicaria bewachsenen Erd- re ee d On ge- haufen sah ich in den heissen sonnigen Mittag- ; 3 ; 8.57. stunden des 16. August 1871 6 verschiedene Fliegen- und 2 Bienenarten die Blüthen von P. Persicaria besuchen , aber nur zwei Fliegenarten an die Blüthen von P. minus gehen. ; Mit der geringeren Aussicht auf Insektenbesuch hängt das häufigere Erhalten- bleiben vor den Perigonbláttern stehender, sich nach innen biegender Staubgefässe zusammen, da diese Sichselbstbestiubung sichern und durch dieselbe einen Ersatz für die ausgebliebene Fremdbestäubung bieten. Es finden sich nemlich in den Blüthen von P. minus seltener, wie es bei P. Persicaria Regel ist, 5, sondern meist 6—8 Staubgefässe um einen dreizähligen Stempel. Im Uebrigen stimmen die Blüthen mit denen von P. Persicaria überein. Besuchende Insekten: Diptera Syrphidae: 1) Ascia podagrica F., saugend. 2) Syritta pipiens L., sgd. 3) Melithreptus pictus Men. und 4) M. menthastri L., saugend und Pollen fressend. 133. Polygonum avieulare L. | Die winzigen, kaum 2!/;mm Durch- messer erreichenden Blüthchen stehen verein- zelt an den Stengeln und. fallen daher sehr wenig in die Augen; da sie ausserdem ge- ruchlossind und keinen Honig erkennen lassen, so werden sie nur sehr selten von Insekten SINN besucht. Dagegen bestäuben sie sich regel- En vo CMM: ; mässig selbst, und jede Blüthe entwickelt sich 2. Dieselbe, nach Entfernung der beiden vor- : ; deren Perigonblätter und der Hälfte der Staub- ZUY Frucht. į gefässe, von der Seite er Hr Die Zahl und Anordnung der Blüthen- a die fünf äusseren, «/ die drei inneren An- theren, ov Ovarium, st Stigma. theile ist dieselbe wie bei P. fagopyrum. Die fünf Perigonblätter aber, welche bei P. fago- pyrum ganz als Blumenkrone dienen, d. h. die Blüthe den Insekten von weitem 1 Rückblick auf die betrachteten Polygonumarten. 179 sichtbar machen, dienen'bei P. aviculare mit ihrer grünen Mitte als Kelch (d. h. sie umhüllen schützend die Geschlechtstheile), und nur mit ihrem weissen oder Tóthlichen Saume als Blumenkrone. Sowohl die fünf Staubfäden, welche mit den Blumenblättern abwechselnd sich nach aussen biegen, als die drei übrigen, welche Sich in die Mitte der Blüthe biegen, so dass ihre Staubbeutel gerade über die drei Narben zu stehen kommen, sind an ihrer Basis fleischig verdickt; es ist mir aber nie gelungen, Honigtröpfchen an diesen Verdickungen wahrzunehmen. Wenn die Blüthe wirklich keinen Honig absondert, so bietet sie bloss Pollen fressenden Flie- sen und Pollen sammelnden Bienen Veranlassung zu wiederholten Besuchen dar. In jedem Falle können, bei der gleichzeitigen Entwicklung der beiderlei Geschlechts- theile und bei der Lage der drei inneren Staubgefässe nahe über den drei Narben, die besuchenden Insekten ebensowohl Selbst- als Fremdbestäubung bewirken. Nach oftmaligen vergeblichen Ueberwachungen gelang es mir an einigen sehr heissen , sonnigen Mittagen des August 1871, wiederholt Insektenbesuche an den Blüthen von P. aviculare zu beobachten. Es waren mehrere Exemplare dreier kleiner Schwebfliegenarten, nemlich Ascia podagrica F., Syritta pipiens L. und Me- lithreptus menthastri L., die ihre Rüssel in die winzigen Blüthchen steckten und damit abwechselnd wieder im warmen Sonnenscheine umherschwebten. Bei wiederholten Beobachtungen überzeugte ich mich, dass Syritta pipiens nicht Qur Pollen frass, sondern auch mit dem Rüssel wie zum Honigsaugen in den Blüthengrund tupfte ; entweder suchte sie hier vergeblich nach Honig oder leckte eine fache adhärirende Honigschicht ab. Rückblick auf die betrachteten Polygonumarten. Die soeben betrachteten Polygonumarten lassen, ebenso wie die oben besprochenen Geraniumarten, deutlich erkennen, wie mit der Augenfälligkeit der Blüthen und mit ihrem Honigreichthum die Zahl und Häufigkeit ihrer Besucher und damit die Wahr- Scheinlichkeit der Fremdbestäubung durch dieselben sich steigert und die Wichtigkeit der Sichselbstbestäubung herabsinkt, wie umgekehrt mit der Unscheinbarkeit und Honigarmuth der Blüthen die Zahl ihrer Besucher herabsinkt und die Wichtigkeit der Sichselbstbestäubung sich steigert. Zugleich aber zeigen sie, dass die Häufigkeit einer Anzenart keineswegs durch die Sicherung der Fremdbestäubung allein bedingt ist. P. fagopyrum und Bistorta haben die augenfälligsten und honigreichsten Blüthen und den reichsten Insektenbesuch ; bei beiden ist Fremdbestäubung ge- Sichert und Sichselbstbestäubung erschwert oder fast unmöglich gemacht, bei der "1Steren Art durch Dimorphie, bei der letzteren durch ausgeprägte proterandrische Dichogamie. P. Persicaria und lapathifolium haben viel kleinere, honigärmere "üthen, die aber immer noch durch Vereinigung zu gedrängten Blüthenständen . ` "lemlich augenfällig sind und einen mässig zahlreichen Insektenbesuch an sich ziehen ; beide schwanken daher zwischen Sicherung der Fremdbestäubung und Sicherung der chselbsthestäubung und machen von beiden in grosser Ausdehnung Gebrauch. Bei Minus sind die Blüthen zwar eben so gross und honigreich als bei Persicarla, aber rel lockerern, dünneren Blüthenständen vereinigt, daher weniger augenfällig, “Pärlicher von Insekten besucht und häufiger auf Sichselbstbestäubung angewiesen. AP, aviculare endlich, dessen Blüthen nicht nur weit kleiner, sondern auch honig- cer oder wenigstens honigarm sind und vereinzelt stehen, findet Insektenbesuch und dur i i £ ; ch denselben bewirkte Fremdbestäubung nur ausnahmsweise, Sichselbstbestäubung 12 * 180 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 134. Scleranthus perennis. 135. Moe hringia. dagegen regelmässig statt. Trotzdem aber ist diese Art die häufigste unserer Poly- gonumarten und eine der gemeinsten aller einheimischen Pflanzen. Die Rumexarten sind windblüthig (Axerı bildet S. 57 die Windblüthe von Rumex cripus und zum. Vergleich damit die Insektenblüthe von Rheum Rhaponticum ab) ; trotzdem fand ich in den Blüthen von Rumex obtusifolius L. eine Biene, Ha- "jietus cylindricus F. 9, an den Antheren beschäftigt. Nycetagineae. . Pisonia hirtella nach DxrPrwo proterogyn ; im ersten Stadium kommen die Narben, im zweiten die Staubgefässe einige Millimeter weit aus der Blumenkronen- röhre hervor (Altri app. p. 60). | Neeatheifera OERD. Beschreibung der diklinischen Blüthen durch E. War- wING und A. S. OzmsrED (Bot. Z. 1869. S. 217—222). Ordnung Caryophyllinae. Portulaceae. =~ Montia fontana. Die Blüthen bleiben bei trübem Wetter geschlossen und befruchten sich selbst (Axxrr S. 13). Caryophylleae. Illecebrum verticillatum, unter Wasser kleistogam (Hrrp., Geschl. S. 7 jp 134. Seleranthus perennis L. Den kleinen, unscheinbaren Blüthen fehlen die Blumenblätter: die Kelchblätter vertreten mit ihrem weisslichen Rande deren Stelle. Der in der unteren Häfte des Kelches abgesonderte Honig ist auch den kurz- rüssligsten Insekten zugänglich. Narben und Staubgefässe sind gleichzeitig ent- wickelt; nur durch die auseinandergespreizte Stellung der letzteren ist Fremd- bestäubung begünstigt. . Ich fand nur ein einziges Mal (23. Juli 1869) ein Insekt in den Blüthen, nemlich eine Goldwespe, Hedychrum coriaceum DHLB., Honig sgd. Saginanodosa E. MEYER ist proterandrisch (AxELL, S. 34. Barauın, Bot. Z. 1870. S. 53). 135. Moehringia trinervia Crargv. Im Grunde der geöffneten Blüthe sieht man an der Aussenseite der Basis jedes der fünf mit den Blumenblättern abwechselnden Staubfäden einen verhältnissmässig grossen Honigtropfen. Die fleischigen Anschwel- lungen an der Basis der äusseren Staubfäden, welche als Honigdrüsen fungiren, sind, dieser grossen Honigmenge entsprechend, nach beiden Seiten so stark ausgedehnt, dass je zwei benachbarte Honigdrüsen aneinander stossen und alle fünf einen ` fleischigen, die Basis des Fruchtknotens umschliessenden Ring bilden, dem auch die inneren (vor den Blumenbláttern stehenden) Staubfäden aufzusitzen scheinen. — Wann die Blüthe sich óffnet, stehen die Narben schon auseinander und kehren ihre von langen Papillen rauhe Seite nach oben, während alle Antheren noch ge- schlossen sind; im zweiten Stadium springen die äusseren , auf längeren Staubfäden stehenden, im dritten die inneren, kürzer gestielten Staubbeutel auf, während die Narben immer noch frisch sind; die Blüthen sind also proterogyn mit langlebigen Narben *). Fremdbestäubung ist bei eintretendem Insektenbesuche dadurch ziemlich gesichert, dass in der Regel die Narben einer jeden Blüthe früher als die Staubgefässe derselben von den Besuchern berührt werden. In manchen Blüthen fand ich die äusseren, die Honigdrüsen tragenden Staub- füden in dem Grade verkümmert, dass sie kaum die Hälfte der Länge der inneren. *) Vgl. 8. 12, Anm. ***. i . 136. Stellaria graminea. Seide erreichten und winzige, verschrumpfte, pollenleere Antheren trugen; hier- urch wird vermuthlich das Zeitintervall zwischen der Entwicklung der Staubgefässe und der Narbe verlängert und die Wahrscheinlichkeit der Fremdbestäubung bei ein- “retendem Insektenbesuche vergrössert. Bei ausbleibendem Insektenbesuche kommen die Sich nach innen biegenden, noch mit Pollen behafteten Staubgefässe (sowohl “ussere als innere) zum Theile mit den Narben in unmittelbare Berührung und es erfolgt so Sichselbstbestäubung. Sr Ich fand in den Blüthen nur einen kleinen Käfer aus der Familie der Phala- eridae , Olibrus affinis SruRM, Honig leckend. Krascheninikovia Turcz. hat nach Kvmw kleistogamische Blüthen (Bot. Z. 1867. S. 67). ‚136. Stellaria graminea L. " "sa Honigdrüsen umgeben die , ausseren Staubfäden an ihrer Basis als grüne fleischige Wülste. Die Blüthen lassen drei Ent- Wicklungsperioden unterschei- den, die jedoch allmählich in ein- ander übergehen: in der ersten sogen sich die fünf äusseren taubfäden nach der Blüthen- mitte hin, ihre Staubbeutel sprin- Sen nach aussen auf, klappen sich aber soweit zurück, dass sie Ez. ringsum mit Blüthenstaub fi. ecken ; die inneren Staubge- Se sind inzwischen nach aussen Shopen und geschlossen, die "fel noch nicht völlig ent- Mekel, einwärts gebogen , ihre Papillöse Seite nach unten keh- rend. Noch vor dem Verblühen der fünf ersten erfolgt das Auf- "Pringen der fünf anderen Staub- Sefässe, die auch jetzt noch Weiter nach aussen gebogen blei- "ied und deren Blüthezeit die weite Entwicklungsperiode be- . Erst mit dem Ver- 1. Blüthe im ersten Entwicklungszustande. Die fünf áussern blü G iaa dieser richten sich die Staubgefässe haben sich nach innen gebogen und mit Pollen bedeckt. TiMfel in di f . . 2, Blüthe im letzten Entwicklungszustande. Alle Staubgefásse ie 3 1 £ : Höhe, spræzen sich, sind entleert und verschrumpft. Die Griffel haben sich über den wäh 2 Vie die Staubfáden sich Staubgefässen aus einander gespreizt und zurückgekrümmt, ihre pa- erkürze illóse Seite nach oben kehrend on. pillöse Seite nach oben kehrend. und ae ae ql'Aeusserer Antherenkreis. a? Innerer Antherenkreis. n Nek- iim über denselben aus- tarien. Seiten er, kehren ihre papillósen unten res TW "e krümmen ihre ebenfalls papillösen Enden nach aussen und es nun zurück (dritte Periode). Jedes nicht zu kleine Insekt muss daher, mag es ei der Mitte der Blüthe oder auf einem der Blumenblätter auffliegen, indem en Honigdrüsen vordringt, in jüngeren Blüthen mit Pollen, in älteren mit D 189 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 137. Stellaria holostea. 138. Stellaria media. Narbenpapilln in Berührung kommen und so bei wiederholten Blüthenbesuchen Fremdbestiubung bewirken, während Sichselbstbestäubung bei hinreichendem Insektenbesuche durch die ungleichzeitige Entwicklung der beiderlei Geschlechts- theile verhindert ist. Bei ausbleibendem Insektenbesuche kommen die sich weiter zurtickkrümmenden Narbenäste von selbst mit noch mit Pollen behafteten Antheren in Berührung, und es erfolgt Sichselbstbestäubung. Der Insektenbesuch ist, wie es die geringe Augenfälligkeit der Blüthen erwarten lässt, ein spärlicher. Ich fand nur ein einziges Mal Volucella bombylans L. (Diptera, Syrphidae) sgd. auf den Blüthen. : ` 137. Stellaria holostea L. Die Blütheneinrichtung ist dieselbe wie bei St. gra- minea; nur sind die Blüthen grösser und augenfälliger , die Honigdrüsen gelb, auf die Aussenseite der äusseren Staubfäden beschränkt, oben mit einem honigabsondern- den Grübchen versehen, grösser und ausgibiger und die drei Blüthenperioden noch deutlicher ausgeprägt; in der ersten stehen die Isseren, in der zweiten die inneren Staubgefässe, die staubbedeckte Fläche mehr oder weniger nach oben kehrend, um die Mitte der Blüthe, während die nichtblühenden jedesmal nach aussen gerückt sind: in der ersten Periode sind die Narbenäste einwärts gebogen (wie in 1. Fig. 60), in der zweiten aufgerichtet, aber die papillöse Seite einander zukehrend,, in der dritten endlich wie (in 2. Fig. 60) auseinander gespreizt, während die Staubbeutel meist ab- gefallen oder nur noch als abgeblasste, den Blumenblättern anliegende Häutchen vor- handen sind. | An Blüthen jedoch, welche ich im Zimmer abblühen liess, trat zuletzt häufig Sichselbstbestäubung ein, indem nicht nur die Spitzen der sich auseinander spreizenden Narben oft mit den noch mit Pollen behafteten inneren Staubgefässen in Berührung traten, sondern auch auf andere Theile der Narbe Pollen herabfiel. Besucher: A. Diptera a) Empidae: 1) Empis tesselata F. 2) E. opaca F., beide ~ sgd., nicht selten. b) Syrphidae: 3) Rhingia rostrata L., häufig, sgd. u. Pfd., indem sie auf einem der Blumenblätter steht und den Rüssel bald in den Blüthengrund senkt, bald nach den Staubgefássen richtet. 4) Eristalis arbustorum L., sgd. u. Pfd. 5) Platy- cheirus peltatus Mex., desgl. 6) Syrphus ribesii L., desgl., häufig. c) Muscidae: 1) Hy- drotaea dentipes F., sgd. B. Hymenoptera a) Apidae: 8) Apis mellifica L. 8, zahlreich und andauernd, sgd. (27. Mai 1871). 9) Nomada flavoguttata K. Q. 10) N. ruficornis b. oc ME) Andrena cineraria L. 9. 12) A. parvula K. Q, die letzten 4 sgd. 13) Ha- lietus cylindricus F. Q, Pfd. b) Tenthredinidae: 14) Cephus pallipes Kr., sgd. C. Co- leoptera a) Nitidulidae: 15) Meligethes, zahlreich, sgd. b) Oedemeridae: 16) Oedemera virescens L. (Tekl. B). D. Lepidoptera Rhopalocera : 17) Pieris napi L., sgd. E. Thysanoptera: 18) Thrips, häufig. . 138. Stellaria media Vrnr. Die Blüthen sind nicht nur unscheinbarer als bei den beiden vorigen, sondern, da sie mit Ausnahme strengen Frostwetters zu jeder Jahres- zeit sich entwickeln, wührend eines grossen Theiles des Jahres schon durch die Witterung vom Insektenbesuche ausgeschlossen und daher häufig auf Sichselbst- bestiubung angewiesen; ihre Einrichtung weicht daher einigermassen von der der beiden vorigen ab. AN? Von den 10 Staubgefässen sind fast immer einige, meistens sogar 5—1, ver- kümmert, im Ganzen, wie mir schien, um so mehr, je kälter die Jahreszeit. Zu- nächst verkümmern stets die 5 inneren und verschwinden oft vollständig; die äusseren, welche an der Aussenseite der Basis ihrer Staubfäden die Honigdrüsen tragen, werden immer erst nach völligem Verschwinden der inneren von der Ver- kümmerung betroffen; von ihnen verschwinden jedoch höchstens 2 und auch von diesen bleibt dann noch die Honigdrüse erhalten. Die Honigabsonderung ist bei ` 138. Stellaria media. 139. Cerastium arvense. 1114188 Jera Wetter so stark, dass man die 5 Honigtröpfchen gut mit blossem Auge TOR n. Die Staubgefässe treten , besonders wenn sich ihre Zahl auf 3 redueirt Oeffnen . saeh einander in Wirksamkeit. Während, unmittelbar nach dem on Blüthe, das erste Staubgefäss aufzuspringen beginnt, haben sich die en A zwar noch nicht auseinander gebreitet, sondern stehen aufrecht, die "nn js einander zugekehrt, ihre Spitzen sind aber schon etwas auswärts ge- ARA d taben die Papillen nach oben gekehrt. Während dann das zweite und UM di gefäss aufspringen , breiten sich auch die Narbenäste völlig auseinander E. is ihre ganze papillóse Fläche nach oben. Bei eintretendem Insekten- Ps fis also vom Anfange des Aufblühens an die Möglichkeit der Fremdbestäu- COT PAN net, hee Selbsbestäubung gleich wahrscheinlich; bei ausbleibendem m x que periu Part sich die Narben durch unmittelbare Berührung mit den E * rm regelmässig selbst. „Da auch in kalter Jahreszeit, in der keine In- P ES und ebenso bei anddernd regnerischem Wetter St. media sich durch- A "i ar zeigt, so kann kaum bezweifelt werden, dass die Sichselbstbestáu- ng bei ihr erfolgreich ist. E in Aussicht auf Fremdbestäubung hat Stellaria media im Beginne des bin denn vorher fliegen noch keine Insekten , nachher machen ihr zahlreiche Ich vig anlockende Blumen Concurrenz. Meine Beobachtungen bestätigen diess. | an den Blüthen von Stellaria media: iu Pamenoptera Apidae: 1) Andrena Gwynana K. 9, sgd. und Psd.. (11. April k ) A. albicans K. &, sgd. (desgl.). 3) A. dorsata K. Q, sgd. (desgl.). 4) A. par- sed "AL sgd. (21. April 1869). 5j A. albicrus K. &, sgd. (desgl). 6) Osmia rufa L. $, . SW TLT: April 1869). B. Diptera a) Syrphidae: 7) Syritta pipiens L., sgd. (27. Mai 187 asi b) Museidae: 8) Chlorops circumdata MGN., emsig sgd. (9. März 1872). 9) Musca B F., desgl. 10) M. domestica. L., desgl C. Thysanoptera: 11) Thrips, mit n behaftet, emsig aus- und einkriechend (30. April 1868;. 139. Cerastium arvense L. Die Blüthen stimmen in der Lage i Sorte , in der Aufeinanderfolge Tora pum "Mae M beiden Staubgefäss- in der A er Narben und daher auch stäubun REIN der Fremdbe- elbstbes p eintretendem,, der Sich- EAE bei ausbleibendem In- Bener, w^ e poit Stellaria, holostea san ics ! je Auen. Auch wird ihnen bei gleicher. Mrs kn tle de na ac Sn Insektenbesuch eben so nicht ganz ausgewachsen, die Nerbanätte einwärts ge- eil. krümmt. , 2. Blüthe zu Ende des dritten Stadiums, die äussern Staubbeutel sind theils abgefallen, theils verschrumpft, > die innern noch spärlich mit Pollen behaftet, die Narben entwickelt. c) Zeptidae: 4) Leptis strigosa iul d) Syrphidae: 5) Eristalis nemorum L. 6) E. arbustorum L. 7) E sepul- äufig 2) Syritta pipiens L., alle vier häufig, sgd. 9) Platycheirus manicatus MGN., 12) E ze 19) Syrphus sp., sgd. 17) Melanostoma mellina L., sgd. e) Muscidae: ien E 13) Anthomyia aestiva MGN., sgd. B. Hymenoptera Apidae: 14) Andrena Bifidiuseu] M. Q, sgd. 15) A. albicans K. €, sgd. 16) Halictus € (von der Grósse des CH ti sgd. C. Coleoptera Staphylinidae: 17) Omalium florale Pk. D. Thy- lyom ra: 18) Thrips, im Grunde der Blüthen zahlreich. E. Lepidoptera: 19) Po- matus Phloeas L., sgd. 184 III. Von Insekten befruchtete Blumen : 140-41. Cerastium triv., semid. 142. Malachium. 140. Cerastium triviale Lrxx hat kleinere Blüthen, daher spärlicheren Insekten- besuch und, im Zusammenhange damit, bei übrigens gleicher Blütheneinrichtung, weniger ausgeprägte Proterandrie als C. arvense. Bei Insektenabschluss ist es durch Sichselbstbestäubung fruchtbar (Axxrr S. 18. 108). Besucher: Diptera a) Syrphidae: 1) Syritta pipiens L., sgd. u. Pfd. b) Empidae: 2) Empis livida L., sgd. 141. Cerastium semidecandrum L. hat ncch kleinere unscheinbarere Blüthen als die vorige Art, daher noch spärlicheren Insektenbesuch und noch schwächer ent- wickelte Proterandrie, befruchtet sich aber bei ausbleibendem Insektenbesuche eben- falls regelmässig selbst. Wie bei Stellaria media die inneren, honiglosen Staubblätter meistens ver- schwinden, so ist diess bei C. semidecandrum stets der Fall, jedoch sind von den verkümmerten Staubgefässen nicht selten noch Reste der Staubfäden, die bisweilen die halbe Länge der äusseren Staubfäden erreichen, vorhanden. Wann die Staub- gefässe aufblühen, drängen sie sich in die Mitte der Blüthe um und über die Narben- äste, welche, mit der papillösen Innenseite einander zugekehrt, dicht aneinander liegen , jedoch die papillösen Enden schon frei nach oben kehren und mit denselben leicht Pollen aufnehmen. Später treten die Antheren mehr nach aussen, die Narben- äste strecken sich noch ein wenig, spreizen sich in der Mitte der Blüthe auseinander und kehren ihre von langen Papillen rauhe Innenfläche nach oben. Besucht daher ein Insekt eine jüngere Blüthe, so behaftet es sich in derselben mit Pollen, bestäubt aber zugleich das umgebogene Narbenende mit Pollen derselben oder einer anderen Blüthe , besucht es eine ältere Blüthe, so bestäubt es die Narbe derselben mit Pollen früher besuchter Blüthen; bleibt endlich Insektenbesuch ganz aus, so erfolgt Sich- selbstbestäubung,, indem die sich auseinander spreizenden Narbenäste mit den noch mit Pollen behafteten Staubbeuteln in Berührung kommen. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Rhingia rostrata L., sgd. (10. Mai 1870). b) Muscidae: 2) Pollenia vespillo F. 3. P. rudis F., beide sgd., in jede Blüthe 3—5mal. den Rüssel senkend (17. April 1871). B) Hymenoptera Apidae: 4) Apis mellifica L. 8 sah ich (3. April 1871) in grosser Anzahl über ein kahles, mit C. semidec. bewachsenes Saatfeld theils emsig kriechen, theils fliegen und die kleinen Blüthchen aussaugen, indem sie in jede nur einmal die Rüsselspitze senkten. 142. Malachium aquaticum Fries besitzt augenfälligere Blüthen als Cerastium triviale und semidecandrum, steht aber hinter C. arvense und Stell. holostea in dieser Beziehung zurück; dem entspricht die in der Mitte zwischen beiden stehende Reich- lichkeit seines Insektenbesuches und seine zwischen Begünstigung der Fremd- und der Sichselbstbestäubung schwankende Blütheneinrichtung. Bei übrigens gleicher Blütheneinrichtung und gleich ausgeprügter Proterandrie, wie wir sie bei Stellaria holostea und Cerast. arvense kennen gelernt haben, bringt es nemlich bei ausbleiben- dem Insektenbesuche die Enden seiner sich auseinander spreizenden Narbenäste regelmässig mit den noch mit Pollen behafteten Staubbeuteln in Berührung und sichert sich so die Fortpflanzuug durch Sichselbstbestäubung. Die Zahl der Griffel schwankt zwischen 3 und 5 (letztere Zahl ist die häufigste), so dass Malachium in dieser Beziehung wahrscheinlich den gemeinsamen Stammeltern der Cerastium und Stellariaarten gleicht. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Helophilus lineatus F. 2) Eristalis arbu- storum L. 3) Syritta pipiens L. 4) Ascia podagrica F., sämmtlich häufig, sgd. b) Mu- seidae: 5) Anthomyiaarten, sgd. B. Coleoptera: Nitidulidae: 6) Meligethes, häufig, Honig leckend. C. Thysanoptera: 7) Thrips, sehr zahlreich. D. Hymenoptera Apidae: 8! Prosopis communis NYL. Q. 9) Pr.hyalinata Sw. Q. 10) Halictus sexnotatus K. $$, alle sgd. Rückblick auf die betrachteten Alsineen. 143. Dianthus deltoides. Rückblick auf die betrachteten Alsineen.. Die von uns betrachteten Alsineen sind sämmtlich mehr oder weniger dicho- gamisch , die meisten proterandrisch in sehr verschiedenen Graden, Moehringia pro- terogynisch ; die Dichogamie ist um so ausgeprägter, je augenfälliger die Blüthen und Je zahlreicher in Folge dessen der Insektenbesuch; Sichselbstbestäubung ist dagegen um so mehr gesichert, je unscheinbarer die Blüthen und je beschränkter dadurch und durch die Ungunst der Jahreszeit der Insektenbesuch ; völlig verhindert ist Sichselbst- bestäubung bei keiner der betrachteten Arten. Bei der Offenheit der Blüthen und der Zugänglichkeit des Honigs ist der Insektenbesuch ein sehr gemischter, vor- wiegend aus Fliegen und wenig ausgeprägten Bienen zusammengesetzt. 143. Dianthus deltoides L. " Fig. 62. 1. Blüthe im ersten Zustande gerade von oben gesehen. Fünf Staubgefässe ragen mit Blüthenstaub bedeckt aus Blüthe hervor. Zwei noch geschlossene sind im Blütheneingange zu erkennen. 2. Der Stempel einer Blüthe zu Ende des ersten Zustandes, wenn schon alle 10 Staubgefässe aufgesprungen > Die beiden Griffel sind noch zusammengedreht. j ; j TERS Derselbe, nebst der Basis der Staubgefässe und Blumenblätter, Istärker vergrössert. 1 Selber, fleischiger Ring den Stiel des Fruchtknotens umgibt. b Staubfäden. e Blumenblätter. 4. Blüthe im zweiten Zustande, nach Entfernung der Blumenblätter, von derSeite gesehen. Die meisten Staub- be $ "tel sind abgefallen. st Stigma. : * Stempel im zweiten Zustande. Die beiden Griffel sind auseinander gegangen, jeder hat aber seine schrauben- für. er Drehung beibehalten, so dass nach allen Seiten hin Narbenpapillen zu stehen kommen, ‚der sind & Honigdrüse, welche Die untersten Enden der Staubfäden und Blumenblätter sind zu einem Ringe “erwachsen, welcher den Stiel des Fruchtknotens umschliesst. Dieser Ring zeigt auf der Innenseite rings um den Stiel des Fruchtknotens herum eine gelbe fleischige An- Schwellung, welche den Honig absondert (Fig. 82,3), . Da der Stempel, die Staubfäden und die Nägel der Blumenblätter, deren jeder “nes der fünf inneren Staubfäden mit einer Längsrinne umschliesst, von einer Beta mm langen und nur wenig über 2mm weiten Kelchröhre dicht umschlossen "Ind, so bleibt nur ein sehr schmaler, 12—14 mm. langer Zugang zum Honige offen, er Sich zwischen den untersten Theilen der Staubfäden und des Fruchtknotens hält. „eser schmale Zugang wird während des ersten Zustandes der Blüthen noch durch le in ihm eingeschlossenen fünf inneren Staubbeutel so erheblich verengt, dass nur Schmetterlingsrüssel dünn genug sind, um zum Honige zu gelangen. Die Blüthen Seben sich hierdurch mit Bestimmtheit als Schmetterlingen angepasst zu erkennen; UE können ihre frei hervortretenden Staubbeutel auch von Pollen suchenden Hen ausgebeutet werden, und diese kónnen selbst als untergeordnete Be- Tuchter wirken. 186 III. Von Insekten befruchtete Blumen : 143—144. Dianthus deltoides, Carthusianorum. Das Blühen beginnt, indem die Blumenblätter ihre bis dahin aufgerichteten und eingerollten Blattflchen in eine wagerechte Ebene auseinander breiten; diese sind rosenroth mit dunkelpurpurfarbener schwach ausgezackter Querlinie nahe der Basis und ausserhalb dieser Querlinie mit kleinen weissen Sprenkelflecken, deren jeder ein aufrechtstehendes Haar trügt; sie stellen zusammen eine rosenrothe, am Umfange fein ausgezackte, durch fünf tiefe, strahlige Einschnitte zerspaltene Kreisfläche dar, deren weisslich gefärbte Mitte von einem purpurnen Ringe umzogen und ausserhalb desselben mit weissen Punkten bestreut ist (siehe 1. Fig. 62). Sobald die Blüthe durch Ausbreitung dieser schön gefärbten Fläche sich den durch ihren Farbensinn ausgezeichneten Schmetterlingen bemerkbar zu machen begonnen hat, strecken sich auch die fünf äusseren Staubgefässe, rings mit Blüthenstaub bekleidet, ziemlich rasch nach einander aus der engen Blumenröhre hervor, so dass jeder Schmetterling , der seinen Rüsselin dieselbe senkt, mindestens seinen Kopf mit Blüthenstaub behaftet. Die fünf übrigen Staubgefüsse sitzen inzwischen noch in der Blumenróhre einge- schlossen und verengen dieselbe so, dass eben nur Schmetterlingsrüssel zwischen ihnen hindurch bis in den honigführenden Blüthengrund vordringen können. Erst mit dem Verblühen der fünf äusseren rücken auch die fünf inneren Staubgefässe nacheinander hervor; die beiden Griffel aber liegen wührend dieser Zeit noch immer zusammengedreht in dem engen cylindrischen Hohlraum der Blüthe eingeschlossen (Fig. 62, 2, 3). Erst wenn alle Staubgefásse verblüht sind und grósstentheils selbst ihre Staubbeutel verloren haben, strecken sich die beiden Griffel so, dass ihre narben- tragenden Enden frei aus der Blüthe hervorragen ; diese thun sich nun auseinander, behalten aber einzeln ihre schraubenförmige Drehung bei, so dass nun ein Schmetter- ling, welcher den Honig der Blüthe saugen will, von welcher Seite er auch kommen mag, unfehlbar mit dem Kopfe einen Theil der Narbenpapillen berühren, und, falls er vorher jüngere Blüthen derselben Art besucht hat, durch Fremdbestäubung be- fruchten muss. Pollensuchende Insekten können natürlich, wenn sie sich nur auf Jüngere mit blühenden Antheren versehene Blüthen begeben, nicht befruchtend wirken, wohl aber, wenn sie, wie es die Fliegen oft thun, auch auf ältere Blüthen mit entwickelten Narben anfliegen , wenn sie auch dieselben, in ihrer Hoffnung auf Blumennahrung getüuscht, alsbald wieder verlassen. Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insek- tenbesuche ist durch die zeitlich völlig getrennte Entwicklung der beiderlei Geschlech- ter derselben Blüthe ausgeschlossen. Als normale Befruchter von Dianthus deltoides habe ich bis jetzt nur Pieris rapae L. und Satyrus Janira L., diese aber wiederholt beobachtet. Mehrere Schwebfliegen, nemlich Rhingia rostrata L., Melithreptus scriptus L., M. pictus Mex. und Helophilus pendulus L. beschäftigen sich mit dem Verzehren des Pollens, fliegen bisweilen auch auf ältere im weiblichen Zustande befindliche Blüthen und bewirken daselbst durch Betupfen der Narbe mit den bestäubten Rüsselklappen gelegentlich auch Fremd- bestäubung. Rhingia rostrata sah ich einmal den vergeblichen Versuch machen, zum Honige zu gelangen; sie steckte an 4 Blüthen nach einander den Rüssel mit grosser Anstrengung in die Röhre, kam aber, da derselbe nur 11 mm lang ist, jedenfalls nicht bis zum Honig; nach kurzem Verweilen zog sie ihn wieder heraus und frass Pollen. 144. Dianthus Carthusianorum L. hat dieselbe Bestäubungseinrichtung wie del- toides. An seinen Blüthen habe ich in Thüringen (Mühlberger Schlossberg) zahl- reichere Besucher beobachtet und zwar lauter Schmetterlinge , nemlich: 115. Dianthus chinensis. 146. Gypsophila panieulata. 147. Saponaria officinalis. 187 ,. 8) Rhopalocera : 1) Colias hyale L., wiederholt. 2) Rhodocera rhamni L., sehr zahl- reich. 3) Polyommatus Phloeas L. 4) Hesperia, wiederholt. b) Sphinges: 5) Macro- glossa stellatarum L. 6) Zygaena carniolica Scor. c) Noctuae: 7) Plusia gamma L., äufig. — Von anderen Insekten fand ich nur einmal (Sept. 1871) einen kleinen Halictus Psd. auf den Blüthen. : 145. Dianthus chinensis L. Ich sah die Blüthen desselben in meinem Garten von Noctuae : 1) Plusia gamma L., 2) Agrotis pronuba L. und 3) Brotolamia meti- culosa L. besucht. 146. Gypsophila paniculata L. Obgleich die einzelne Blüthe bei voller Auseinanderbreitung Ihrer Blumenblätter kaum 4 bis ?mm Durchmesser erreicht, so werden doch durch die vielen Hunderte von Blüthen, welche em einziger Stock gleichzeitig darbietet und durch den reich- lichen und leicht zugänglichen Honig und Blüthenstaub so zahlreiche Insekten angelockt, dass die Uebertragung des |. Blüthe im ersten (männlichen), Blüthenstaubes durch dieselben 2. dieselbe im zweiten (weiblichen) Zustande. anf Narben aderar Biifhon a Antheren. st Stigma. hinlänglich gesichert ist, um | Sichselbstbestäubung völlig ausser Thätigkeit zu setzen. In der That sind die Blü- then durch zeitliches und räumliches Auseinanderrücken der beiderlei Geschlechts- | theile derselben Blüthe ausschliesslicher Fremdbestäubung angepasst und haben die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung vollständig eingebüsst. y . Der Honig sitzt im Grunde eines etwa 2!/; mm tiefen und am Eingange eben so Welten Kelchglöckchens zwischen dem zu einem grünen fleischigen Ringe verdickten "unde der 10 Staubfäden und dem Fruchtknoten und ist daher selbst den kurz- Tüssligsten Insekten zugünglich. Indem sich nun zuerst die fünf mit den Blumen- lättern abwechselnden, dann die vor ihnen stehenden Staubgefässe zur Reife 2 twickeln , divergirend aus der Blüthe hervortreten (1. Fig. 63) und nach ihrem Verblühen nach aussen und unten biegen, dann erst die beiden kurzen, bis dahin SIDWürtg gebogenen Griffel sich strecken und divergirend aus der Blüthe hervortreten 2. Fig. 63), bewirken die rasch von Blüthe zu Blüthe eilenden Insekten fortwährend "emdbestäubungen. 1) Chrysops coecutiens L., sgd. b) Syrphidae : Sristalis aeneus L. 3) E. nemorum L. 4) E. arbustorum L., alle drei häufig, sgd. Hn Pfd. 5) Syritta pipiens L., besonders zahlreich. 6) Ascia podagrica F. 7) Syrphus alteatus DEG. 8) Melithreptus pictus Men. 9) M. taeniatus MGN., alle bald sgd., bald €) Muscidae: 10) Pyrellia cadaverina L. 11) Onesia floralis RoB. DESY. 12) Sarco- Phaga carnaria L. 13) Lucilia silvarum MeN., sämmtlich sgd. 14) Anthomyiaarten. 15). OMM > i : F 'cidae : 5) Sepsis. E : fie Ta dae: 16) Foenus jaeulator F. b) Former B. Hymenoptera a) Zvanindae J 19) Odynerus e Mehrere Arten. c) Sphegidae: 18) Oxybelus uniglumis L. d) Vespidae: plex F, 20) O. parietum L. — Sámmtliche Hymenoptera sgd. Besucher: A. Diptera a) Tabanidae: T 147, Saponaria offieinalis L. Wie die oben besprochenen Dianthusarten den 3 „Sschmetterlingen, so ist Sap. off. den Abend- und Nachtschmetterlingen angepasst. aher fehlt ihr die lebhafte Farbe und die zierliche Zeichnung, an welcher sich Tag- 188 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 148. Lychnis flos cuculi. falter ergótzen ; ihre Blüthen sind einfarbig hell und duften Abends am stürksten; dagegen theilt sie mit jenen die Bergung des Honigs im Grunde eines langen , engen Zuganges. Die Kelchröhre ist 18—21mm. lang, wird aber von den Nägeln der Blumenblätter noch um einige Millimeter überragt. Wie bei Dianthus so sind auch hier die Blüthen ausgeprägt proterandrisch. Erst kommen die fünf äusseren Staub- gefässe einige Millimeter weit aus der Blüthe hervor und öffnen sich gerade über deren Eingange, nach ihrem Ausstäuben aber spreizen sie sich auseinander und machen den Blütheneingang frei; aus diesem treten nun die fünf. inneren Staubgefässe einige Millimeter weit hervor und kehren, ebenso wie vorher die fünf äusseren, ihre auf- springende Seite nach oben, so dass der Kopf eines honigsuchenden Schmetterlinges sie sicher berührt. Die Griffel sitzen jetzt noch in der Róhre eingeschlossen und klaffen nur am Ende schwach auseinander. Nach dem Verblühen der inneren Staub- gefüsse wachsen endlich auch die beiden Griffel aus der Blüthe hervor und spreizen sich, ihre stark papillóse innere Fläche nach oben kehrend, auseinander. Honig- absonderung wie bei Dianthus. Ich habe versäumt, die Blume zur passenden Zeit zu überwachen und daher als Befruchter nur Sphinx ligustri L. bemerkt, der einmal in meinem Garten gegen Abend bei schwachem Regen mit der den Schwärmern . eigenthümlichen Geschwindigkeit an den Blüthen saugte. Ausserdem fand ich (18. Juli 1869) Halictus morio F. Q Psd. auf den Blüthen. | Silena inflata Smm, Eine Abbildung der auf drei Stöcke vertheilten männlichen, weiblichen und zweigeschlechtigen (triöcisch polygamischen) Blüthen gibt Axezır (S. 46). Lychnis alpina L. Abbildung und Beschreibung der proterandrischen Blüthen siehe bei Axeıı (S. 33): 148. Lychnis flos cuculi L. (SPRENGEL S. 261). Die Blüthen dieser Pflanze stehen in Bezug auf Bergung des Honigs in der Mitte zwischen den offenen Blüthen- formen von Stellaria, Cerastium und selbst Gypsophila pan. einerseits und den engröhrenförmigen, nur Schmetterlingen zugänglichen von Dianthus und Saponaria off. andererseits; dem entspricht der Insektenbesuch, der sich aus Bienen, Schmetter- lingen und einer besonders langrüsseligen Fliege zusammensetzt. : Die an der Basis der Staubfäden sitzenden Honigdrüsen sind zu einem den un- tersten Theil des Fruchtknotens umschliessenden fleischigen Ringe verschmolzen ; eine 6—7 mm lange Kelchróhre, deren aufrechtstehende 3mm lange Zähne auch die Nägel der Blumenblátter aufrecht halten, verschliesst den zwischen dem honigabson- dernden Ringe und der Basis des Fruchtknotens beherbergten Honig allen den- jenigen Insekten, welche nicht entweder einen wenigstens 9—10 mm langen Rüssel haben oder mit einem wenigstens 6mm langen Rüssel die Kraft vereinigen, den die Kelehróhre überragenden Theil der Blumenkrone auseinander zu zwüngen oder endlich klein genug sind, um ganz in das Innere der Blüthe hineinzukriechen. Die Blüthen sind ausgeprägt proterandrisch. Zuerst öffnen sich die fünf äusseren, mit den Blumenblättern abwechselnden Staubgefässe, während sie im Blütheneingange stehen und die aufspringende Seite einander zugekehrt haben. Der Blütheneingang ist weit genug, um einen Bienenrüssel bequem durch zu lassen, aber durch die angegebene Stellung der Staubgefässe zugleich hinlänglich verengt, um auch jeden eindringenden Schmetterlingsrüssel unvermeidlich mit Pollen zu behaften. Während des Abblühens der fünf äusseren rücken aus dem Inneren der Blüthe die fünf inneren Staubgefässe in die Höhe und springen, wenn sie im Blütheneingange stehen, ebenfalls einander zugekehrt auf, wührend die inzwischen noch etwas ver- làngerten, nun verblühten äusseren Staubgefässe sich in den Zwischenräumen 148. Lychnis flos euculi. 149. Lychnis vespertina. 150. Lychnis Githago. 189 “wischen je zwei Blumenblättern nach aussen biegen. Erst nachdem auch die inneren Staubgefässe verblüht sind, erlangen die fünf Griffel ihre volle Länge, die Narben- Papilen, welche die Innenseite derselben der ganzen Länge nach bekleiden ,. ihre rote Ausbildung. Indem sich die Griffel bis in den Blütheneingang strecken und ihr Ende bis zu 11/,—2 Umgüngen schraubenförmig drehen, machen sie es den Be- Suchern der Blume, den dünnrüssligen Schmetterlingen ebensowohl wie den Bienen, unmöglich, ihren Rüssel in den Blüthengrund zu senken, ohne die Narbe zu streifen. E Die Blüthen werden vorzugsweise des Honigs wegen besucht; nur die Honig-, _ biene habe ich auch Pollen sammelnd, nur zwei Schwebfliegenarten Pollen fressend an denselben gefunden, alle übrigen Insekten Honig saugend oder wenigstens Honig Suchend. 2 B reber; A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus Rajellus ILL. 9 (12—13). 4 5. lapidarius L. 9 8 (10— 14). 3) B. agrorum F. Q (12—15). 4) B. terrestris L. 8 Pas 5! Apis mellifica L. 8 (6), häufig, sgd. und Psd. 6) Osmia rufa L. 9 (9). | Andrena nitida K. Ọ (3—4); diese machte in mehreren Blüthen den vergeblichen Ver- ; b Honig zu erlangen. B. Lepidoptera a) Rhopalocera: 8) Pieris brassicae L. (15) E rapae L., beide häufig. 10) Lycaena icarus Rorr. b) Sphinges : 11) Macroglossa ormis L. 12) Ino statices L. c) Noctuae: 13) Euclidia glyphica L., sehr häufig. 16) Diptera Syrphidae: 14) Rhingia rostrata L. (11—12), sgd. 15) Volucella plumata L. | Syrphus pyrastri L., die beiden letzten Pollen fressend. Dass auch die Schmetterlinge beim Besuche der Blüthen von Lychnis flos cuculi Pollen übertragend wirken, sah ich bei der mikroskopischen Untersuchung ihrer Staubgefässe , indem sich dieselben mit Schmetterlingsschuppen behaftet zeigten und noch unzweideutiger bei der Untersuchung eines auf Lychnis flos cuculi gefangenen Pieris rapae, dessen Vorderkopf zwischen den Haaren und Schuppen zahlreiche Pollenkörner von Lychnis flos cuculi zeigte. 149. Lychnis vespertina Srsrz. (dioica L.). x Die Blütheneinrichtung ist schon von SPRENGEL (S. 255—260) eingehend er- Ortert. Der Honig wird von der fleischigen Unterlage des (entwickelten oder ver- kümmerten) Fruchtknotens abgesondert und bei weiblichen Exemplaren 20—25, bei männlichen 15—18 mm tief geborgen. Beiderlei Blüthen sind gegen das obere Ende . hin durch den Kelch eng zusammen geschlossen und kónnen nur im allerobersten heile durch einen eindringenden Insektenkopf erweitert werden; zur Erlangung des 'onigs ist daher ein dünner Rüssel von mindestens 15— 20mm Länge erforderlich ; le durch kein Saftmal verzierten, rein weissen Blüthen öffnen sich des Abends, ohne Sich jedoch bei Tage vollständig wieder zu schliessen. Alle diese Eigenthüm- Sd hkeiten zusammen genommen schliessen den Besuch der Taginsekten, ausgenommen die Pollen suchenden, aus und bewirken um so stärkere Anlockung der Abend- und achtfalter, Nach Dexpiso sollen sich die Antheren in fünf aufeinander folgenden Gruppen zu je zwei entwickeln (Ult. oss. p. 161—164), was ich nicht beobachtet abe. Die fernere Angabe DRLPINO'S, dass die Blüthen wagerecht stehen und die Exemplare Staubgefässe an ihrer Oberseite hervortreten lassen, passt auf die hiesigen "az und gar nicht; dieselben haben vielmehr stets, wie auch SeRENGEL (Taf. XIV, Fig. 35) abbildet, eine fast senkrechte Stellung. Als Befruchter bemerkte ich wie- erholt Sphinx porcellus L., der an den Blüthen saugend mit Rüssel und Kopf im lütheneingange bei männlichen Blüthen die Staubgefässe, bei weiblichen die N arben ae und bei der Schnelligkeit seiner Bewegungen in kurzer Zeit zahlreiche "emdbestäubungen bewirkte. tung A Lychnis Githago L. (Githago segetum Dzsr.) : urch Tagfalter angepasst und stimmt in Bezug auf 8 ist wie Dianthus der Befruch- aftdrüse, Safthalter , pro- 190 IM. Von Insekten befruchtete Blumen. Rückblick a. d. Caryophylleen. terandrische Dichogamie und aufeinanderfolgende Entwicklung der Antheren mit Dianthus überein (siehe SPRENGEL S. 254. 255). Besucher: A. Lepidoptera Rhopalocera: 1) Hesperia silvanus EsP., sgd. 2) Pieris brassicae L., sgd., sehr häufig. B. Diptera Syrphidae: 3) Rhingia rostrata L. sah ich wiederholt den Rüssel in Blüthen senken und so den jedenfalls vergeblichen Versuch machen, zum Honige zu gelangen. ; Silene acaulis L. nach Rıcca bald diöcisch, bald zwitterblüthig, die Zwitter- blüthen ausgeprägt proterandrisch (Atti della Soc. Ital. di Sc. Nat. Vol. XIH. Fasc. III. p. 256). Rückblick auf die Caryophylleen. Die Caryophyllen bieten uns eine interessante Stufenfolge von zunehmender Bergung des Honigs bei völlig offen bleibender Lage der Staubgefässe dar und sind daher geeignet, durch Vergleich der Insektenbesuche die Wirkung der Bergung des Honigs erkennen zu lassen. i Während die Blüthen der Alsineen und der kurz- und weitröhrigen Gypsophila paniculata, die ihren Honig allgemein zugänglich darbieten, ausser einigen Käfern und anderen kurzrüssligen Insekten vorzüglich von Fliegen besucht werden und von Bienen fast nur einerseits die unausgeprägtesten (Prosopis, Halictus, Andrena), an- dererseits die ausgeprügteste und betriebsamste (Apis) zu andauernder Honigaus- beute veranlassen, wird Lychnis flos cuculi, deren 9—10 mm tief geborgener Honig kurzrüssligen Insekten unzugänglich ist, sehr überwiegend von ausgeprägten Bienen und von Schmetterlingen besucht, mit welchen sich in den Honiggenuss nur eine einzige langrüsslige Schwebfliege, Rhingia, theilt. Der Vortheil für die Pflanze, durch welchen die Röhrenverlängerung von Lychnis flos cuculi bedingt gewesen ist, liegt demnach ohne Zweifel in dem durch den Ausschluss der kurzrüssligen Honig suchenden Insekten gesteigerten Zutritt der nahrungsbedürftigeren und daher in ihren Blüthenbesuchen und ihrer Befruchtungsarbeit emsigeren langrüssligeren In- sekten. Dass die frei hervorragenden Staubgefásse trotzdem von Pollen fressenden Fliegen und Pollen sammelnden Bienen ausgebeutet werden kónnen, thut dieser vor- theilhaften Wirkung der Róhrenverlingerung wenig oder keinen Eintrag; denn wohl nur selten ist die Entfernung des Pollens durch dieselben eine vollständige, dagegen nützen diese Pollen suchenden Insekten noch als untergeordnete Befruchter. Durch die noch weitere Verlängerung und gleichzeitige Verengerung des Zu- ganges zum Honige, welche bei den Dianthusarten , Saponaria , Lychnis vespertina und Githago stattgefunden hat, sind auch die Bienen vom Genusse des Honigs aus- geschlossen und ist der Zutritt zu demselben ausschliesslich auf Schmetterlinge be- schränkt worden. Der Vortheil dieser Beschränkung kann nur in dem durch Aus- schluss aller übrigen um so gesicherteren Besuche derjenigen Insekten, welchen nun der Honig allein zugänglich geblieben ist, der Schmetterlinge, gesucht werden. Auch. diese Wirkung wird durch das Hervorragen der Staubgefässe ebensowenig beein- trächtigt als bei Lychnis flos cuculi *). *) Ich habe früher in meinem Aufsatze » Anwendung der DamwiN'schen Lehre auf Blumen und blumenbesuchende Insekten« (Verhandl. des naturh. Vereins für preuss. Rheinl. und Westf. 1869) darauf hingewiesen, dass Bienen und Fliegen nicht nur durch Pollenübertragung den Pflanzen nützen, sondern zugleich durch Pollenraub ihnen scha- den, dass dagegen Schmetterlinge, da sie nur Honig saugen, den Pflanzen nur durch Pollenübertragung nützen, ohne ihnen zugleich zu schaden und daraus die Steigerung der 151. tw. Salicaria, Ordnung Thymeleae. L Aquilariaceae. i eucosmia und Drymispermum dimorph (Asa Gray in SILLIMAN und Dana’s Jo zm. 1865. p. 101., Hrrp., Geschl. S. 40). - 1 Proteaceae. ^n Proteaceen sind nach Dxrrrwo proterandrisch. Oberflächlich betrachtet ihren Bisd.. Sich selbst zu befruchten, da die in der Knospe sich óffnenden Antheren Bot. z SO auf den Narbenkopf ablagern. (So fasste denn auch TREVIRANUS, Steh P d S. 6, die Blüthen auf.) Aber erst viel später, also wohl meist nach FF ^ vis Blüthenstaubes durch die Besucher (nach Derpıno’s Vermuthung für Menus en Honig saugende Vögel) entwickeln sich die Narben. (Ult. oss. p. Vol. XIH Hirp., Bot. Z. 1870, S. 670; vgl. ausserdem Journ. of Linn. Soc. : p. 58. Bex THAM, »Notes on the styles of Australian Proteaceae‘‘, einen schei Sehr i x Interessanten Aufsatz.) Ordnung Myrtiflorae. Callitricheae. \ Callitriche verna hat proterogynische Blüthen (Abbildung Axzrr S. 38). Com bretaceae. Ms Combretum wird in Südbrasilien sehr fleissig von Kolibris besucht (FRITZ ; ULLER, Bot. 7.4870. S. 315). * Lythraceae. 91. Lythrum Salicaria L. i Fig. 64. gefüss Longgrifflige Blüthe nach Entfernung des obersten Drittels des Kelchs, der Blumenkrone und der Staub- EIS oben gesehen. , d ; 3. witteleriflige Blüthe, desgl. urzgrifflige Blüthe, desgl. 5 Geschlechtstheile grösster Länge, in Fig. 1 Narbe, in Fig. 2und 3 Staubgefässe mit grünem Blüthenstaub. s Geschlechtstheile mittlerer Länge, in Fig. 2 Narbe, in Fig. 1 u. 3 Staubgefásse mit gelbem Blüthenstaub. a) wichlechtstheile geringster Lánge, iif Fig. 3 Narbe, in Fig. | u. 2 Staubgefässe mit gelbem Blüthenstaub. onis, Mi d, p En littelgrifflige Blüthe, schräg von vorn und der rechten Seite gesehen. Röh 1 re : x xt können ingen der dem Besuche der Schmetterlinge. angepassten Blüthen erklären zu Blumen geglaubt. Diese Erklärung ist aber natürlich unzureichend für alle diejenigen ranzise welche nicht zugleich die Staubgefässe in der Röhre geborgen haben, wie Z Merkung (Fig. 98). DELPINO hat desshalb vollkommen Recht, wenn er in einer An- Meiner 4 zu seiner italienischen Uebersetzung meines Aufsatzes die Allgemeingültigkeit Ort gegebenen Erklärung bestreitet. d. t 192 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 151. Lythrum Salicaria. i Diese Pflanze hat durch die Ergebnisse der sehr zahlreichen und mühsamen Versuche, welche DaARwIN mit ihr angestellt hat (LINNEAN Societys Journal Botany. Vol. VIII. p. 31 ff. p. 169 ff. »On Lythrum Salicaria«, vol. X. p. 393—437 »On the character and hybridlike nature of the offspring from the illegitimate unions of dimorphic and trimorphic plants«) eine so hervorragende Wichtigkeit für die Frage nach der Entstehung der Arten erlangt, dass auch ihre in freier Natur erfolgende Befruchtung durch Insekten, der sich ja ihre ganze Blütheneinrichtung angepasst haben muss, unsere besondere Aufmerksamkeit verdient. Ich werde daher, um diese Aufmerksamkeit beanspruchen zu dürfen, zuerst über die Eigenthümlichkeiten der Blütheneinrichtungen, darauf über die Resultate der DanwiN'schen Versuche berichten und dann erst die von mir beobachteten Insekten- besuche mittheilen. Die in dichtblüthigen Quirlen zu einer verlängerten Aehre angeordneten Blüthen sind fast regelmässig gestaltet, meist sechszühlig, bisweilen jedoch auch fünfzählig, beides an einem und demselben Stocke, haben jedoch durch ihre fast wagerechte, nur schwach schräg aufsteigende Stellung einen Theil ihrer Regelmässigkeit eingebüsst. Von den fünf oder sechs Blumenbláttern nemlich, welche dem Rande der 5—7 mm langen cylindrischen Kelchróhre eingefügt sind, haben die drei unteren meist eine etwas grössere Länge als die zwei oder drei oberen (sie sind 7—11, die oberen nur 6—10 mm lang! und stellen sich bei volhger Entfaltung, die jedoch durch zu dichtes Zusammenstehen der Blüthen nicht selten gehemmt ist, etwas schräg nach vorne ge- - richtet, wührend-die oberen sich in senkrechter Ebene auseinander breiten ; sie bieten also die erste schwache Andeutung eines Anflugplatzes für besuchende Insekten dar. Noch erheblicher ist die Unregelmässigkeit in der Stellung der Staubgefässe und Stempel; diese verlaufen nemlich sämmtlich an der unteren Seite der Blüthe, so dass besuchende Insekten nicht zwischen ihnen hindurch, sondern nur über ihnen hinweg in den Blüthengrund gelangen können, und biegen sich nur mit ihren Enden soweit aufwärts, dass die in den Blüthengrund vordringenden Insekten Narbe und Staub- gefässe mit ihrer Unterseite berühren müssen. Dass aber die durch die stattlichen lebhaft rothen Blumenähren von weitem angelockten Insekten regelmässig diesen Weg nach dem Blüthengrunde einschlagen , welcher ihnen durch die dunkelrothe Farbe der inneren Kelchseite und durch die nach der Blüthenmitte zusammen- laufenden dunkeln Mittellinien der Blumenblätter deutlich genug vorgezeichnet ist, dazu werden sie durch den Honig veranlasst, welcher, von dem fleischigen Grunde der Blüthe abgesondert, den kurzen Stiel des Fruchtknotens umgibt und den Zwischenraum zwischen ihm und der Kelchwand ausfüllt. Dass nun die nach diesem Honige gehenden Insekten in der Regel Kreuzung getrennter Stócke verursachen. müssen, wird durch die Längenverhältnisse der Staubgefässe und Stempel bewirkt, welche die merkwürdigste Eigenthümlichkeit der Blüthen von Lythrum Salicaria bilden. In jeder Blüthe nemlich haben die Geschlechtstheile (1 Stempel und zweimal sechs oder zweimal fünf-Staubgefässe) dreierlei Längen: die kürzesten Geschlechts- theile sind in der Kelchröhre eingeschlossen, die Geschlechtstheile mittlerer Länge ragen 3—4, die längsten 6— 8mm weit aus derselben hervor; die Vertheilung der Geschlechtstheile auf diese dreierlei Längen ist bei allen Blüthen desselben Pflanzen- stockes stets dieselbe, bei verschiedenen Pflanzenstöcken aber verschieden und zwar dreierlei, indem bei der einen Art von Pflanzenstöcken der Griffel die grösste, die eine Hälfte der Staubgefässe die mittlere, die andere Hälfte die geringste Länge hat, bei der zweiten Art von Pflanzenstöcken die eine Hälfte der Staubgefässe die grösste, der Griffel die mittlere, die andere Hälfte der Staubgefässe die geringste, bei der dritten Art. von Pflanzenstöcken endlich die eine Hälfte der Staubgefässe die grösste, die andere Hälfte derselben die mittlere und der Griffel die geringste Länge besitzt. Hierzu kommt, dass weder die Pollenkörner noch die Narbenpapillen verschieden 151. Lythrum Salicaria. Zuger Geschlechtstheile unter sich gleich sind. Alle Pollenkórner sind im trocknen EEE E ae und schwellen angefeuchtet zu Kugeln an. Die Pollenkörner der SE aber aubgefäsge (die also nur der mittel- und kurzgriffligen Form eigen sind) Hc T grener; die der mittellangen und kurzen dagegen von gelber Farbe. sine = ya die Pollenkörner aller drei verschieden langen Staubgefässarten an Binibeca eblich verschieden , ja sogar zwischen den Pollenkörnern gleich langer ; in, verschiedener Blüthenformen findet eine, wenn auch nur geringe erenz statt, wie aus folgender Tabelle ersichtlich ist. m Blüthenfor | D conc muhs bio d PS 5 : | Durchmesser der an- m | 5 isse | Grösse der Pollenkörner im | gefeuchteten Vase des | | (lang-, mit ä ‚ mittel- oder | _derStaubgefässe | : i Kurzgrifflig) ET | (längste, EIG. trocknen Zustande in ir mm | Pollenkórner in |Pollenkrner 1 PET 1 es EN anggriftlig | mittellan ge ; Ya T. dia | gelb JURE ürzeste 5 6 — ô! elb ` mittelgrifflig längste gez fa erii Te. kürzeste j 7 1): 6 gelb urzgrifflig längste 91/5—101/» ve grün " mittellange T — Thi gelb Grös Es haben sonach die längsten Staubgefässe die grössten , die mittellangen an Fe der Mitte stehende, die kürzesten die kleinsten Pollenkörner. B Follonkórüer der lüngsten Staubgefässe aber sind yon denen mittlerer und X Mr sing A " Länge auffallender unterschieden, als diese unter sich. Dem entsprechend ^ z TSR » die Narbenpapillen der langgriffligen Form auffallend länger und mit ihren | y dd s nden weiter auseinander stehend als die der mittel- und kurzgriffligen , die j ; lich Na aan nicht so sehr unterscheiden. Bei allen drei Formen bestehen nem- eine hal arbenpapillen aus langen, beiderseits gerundeten Zellen, deren Ende durch Sfórmige Einschnürung als kugliges oder elliptisches Köpfchen abgesetzt er- U lang und stehen, |; Schei A i À ent. Bei der langgriffligen Form sind diese Zellen T à si : Des unter der halsfórmigen Einschnürung etwa zur doppelten Dicke des fre Te anschwellen, mit ihren freien Enden ungefähr eben so weit auseinander, reien Enden selbst dick sind; bei der mittelgriffligen Form sind diese Zellen "muy 2050 iol 1054-45 T 300 mm, bei der kurzgriffligen —, mm lang und lassen hei beiden, da sie jen als unter T€ Ind der halsfórmigen Einschnürung nur wenig dicker sind als an ihrem freien e : F : : 5 5 ; zwischen ihren freien Enden sehr viel schmalere Zwischenräume. Griffellàngen und Pollenkórner von so ungleichen Di~- erscheint selbst- E Narbenpapillen , beca. nicht in gleichem Grade für einander pässen können, ich. E es a weis ER ne Versuche mit Lythrum Salicaria den unzweideutigen Be- in "He x ta zu haben, dass die Geschlechtstheile verschiedener Länge sich sowohl Bean Porras Fruchtbarkeit, als n ni era der rue Nee eben en 80 zu einander verhalten, wie die Geschlechtstheile verschiedener Arten 5 Hem attung, dass mithin allgemein die gegenseitige Unfruchtbarkeit zweier heit zu JA cim man früher einen unzweifelhaften Beweis ihrer Artverschieden- a ED zen glaubte, als Beweis der Artverschiedenheit durchaus hinfällig ist, tichten ei r die letzte Schranke, weiche man zwischen Arten nnd Varietäten auf- Ex dian meinte, gefallen ist. 3 men und Insekten. erdienst ist es nun, durch eine grosse Reihe mit Geduld und 13 194 III. -Von Insekten befruchtete Blumen: 151. Lythrum Salicaria. Von den 18 möglichen Befruchtungsarten, welche sich ergeben, wenn man jede - der drei Narbenarten mit jeder der sechs Blüthenstaubarten befruchtet, sind nur die- jenigen sechs von voller Fruchtbarkeit begleitet, in denen Geschlechter gleicher Länge mit einander vereinigt werden. Die Vermuthung, welche sich schon aus den Di- mensionen der Geschlechtstheile schöpfen lässt, dass die grossen Pollenkörner der längsten Staubgefässe nur für die langen, weit Seen us stehenden Narbenpapillen der längsten Griffel passen und dass ebenso die Pollenkórner der mittellangen Staub- gefüsse sich den Narben der mittellangen Griffel, die der kürzesten denen der kür- zesten angepasst haben, wird also durch das Ergebniss der künstlichen Befruchtungs- versuche durchaus bestätigt. Erklärbar aber ist diese getrennte Anpassung, diese Differenzirung der Geschlechtstheile in drei gesondert wirkende Gruppen, nur unter der Voraussetzung, dass bei der in der Natur stattfindenden Befruchtung durch Insekten in der Regel nur Geschlechter gleicher Lünge mit einander vereinigt werden, und diese Voraussetzung wird durch die Beobachtung des Insektenbesuches durchaus bestätigt. Im Grunde einer 5—7 mm langen Kelchröhre eingeschlossen ist der Honig von Lythrum Salicaria 1) denjenigen Insekten zugänglich, die einen wenigstens 5—7 mm langen Rüssel besitzen, dann aber, da der Eingang der Kelchröhre 21, —3 mm weit ist, 2) auch noch weit PE Insekten, deren Kopf schmal genug ist, um theilweise oder ganz in den Kelch ke zu werden, endlich b lich 3) denjenigen Insekten, welche klein genug sind, um ganz in den Blüthengrund zu kriechen. í Fast alle honigsaugenden Insekten nun, deren Körper mit ausgerecktem Rüssel wenigstens 12— 15 mm lang ist, berühren während des Saugens mit der Unterseite. des Rüssels oder wenn dieser Jedes wenigstens 5—7 mm lang ist, mit der Unterseite des Kopfes die im Kelche eingeschlossenen kürzesten, mit einer 4—5 mm. weiter nach hinten gelegenen Stelle ihrer Unterseite die mittellangen und mit einer wieder 4—B5mm weiter nach hinten gelegenen Stelle ihrer Unterseite die längsten Ge- schlechtstheile, woraus mit Nothwendigkeit folgt, dass bei wechselndem Besuche aller drei Blüthenformen die Narben aller drei Griffelarten vorwiegend mit Blüthen- staub gleichlanger Staubgefässe befruchtet werden. Wären auch die mittellangen und längsten Geschlechtstheile in der Kelchröhre eingeschlossen, so würde der in dieselbe eindringende Rüssel oder Kopf in jeder Blüthe der Reihe nach alle drei Arten von Geschlechtstheilen berühren, bei wechselndem Besuche aller drei Blüthen- formen also alle 18 möglichen Vereinigungen und in den mittel- und kurzgriffligen Formen beim Eindringen, in den langgriffligen beim Zurückziehen regelmässig Selbst- . bestäubung bewirken. Da aber die mittellangen und längsten Geschlechtstheile weit von einander abstehend frei aus der Blüthe hervorragen und sich als nur mit den Enden schwach nach oben gebogene Anfliegestangen unterhalb der Blüthenmitte den . anfliegenden Insekten entgegenstrecken, so nehmen diese auf ihnen Platz und stecken den Rüssel oder den Kopf mit dem Rüssel in den Kelch, meist ohne mit denselben Theilen, welche die kürzesten Geschlechtstheile berühren, die mittellangen oder längsten berührt zu haben. Ebenso rückt derjenige Theil der Unterseite, welcher zuerst die längsten Geschlechtstheile berührt, während des Saugens nicht bis zu den mittleren vor, so dass auf diese Weise thatsächlich in der Regel nur Vereinigung gleich langer Geschlechtstheile (legitime Kreuzung, Darwın) bewirkt wird. In der beschriebenen , regelmässig legitime Kreuzungen herbeiführenden Weise wirken jedoch nur die grösseren und mittleren Bienen und die grösseren Fliegen, wie sich aus der näheren Betrachtung der einzelnen beobachteten Insektenbesuche 151. Lythrum Salicaria. js 195 ergibt. Ich beobachtete: 1) Cilissa melanura Nyl. d und 9 überall, wo Ly- p T t : hrum Salic. wüchst, nicht selten, sowohl saugend als Pollen sammelnd und sich fast hrünkend. Da ihr Rüssel reich auf den Besuch dieser einen Pflanzenart besc om ER n lang ist, so muss sie, um den Honig zu erlangen, emen grossen The i m" I M. breiten Kopfes mit in die Kelchróhre stecken; sie berührt dann mit dim —n des Kopfes die kürzesten, mit der Unterseite der Brust die mittleren, Kë às Unterseite des Hinterleibs die längeren Staubgefässe und passt so in ihren Orperdimensionen gerade für die Blume, sowie diese offenbar der Cilissa am besten B da sie sich fast ausschliesslich auf ihren Besuch beschränkt. Ich habe von ein RT nur eine einzige Ausnahme beobachtet, indem ich einmal E ännchen von Cilissa melanura an Thrincia hirta saugend fand. 2) Saropoda 3! po Pz. 9 & nicht selten (Körper ohne Rüssel 10—11, Rüssel 9mm lang) -- n » pis mellifica L. % (Körper ohne Rüssel 11—13, Rüssel 6mm lang). z ombus terrestris L. % (Körper 19-165 Russel 7-5 mm);. 5) B..agrar E F. $ (Körper 10—13, Rüssel 9—11mm). 6) B. silvarum L. $ (Körper —12, Rüssel 10—12 mm) , alle drei Hummeln wiederholt und ebenso wie Nr. 2 ES S^nur saugend. 7) Megachile centuncularis L. d (Kórper 10. Rüssel BST mm) ebenfalls saugend. Die sechs letztgenannten Arten waren, wie die ange- gebenen Maasse zeigen, sämmtlich langrüsslig genug, um durch blosses Hineinstecken des Rüssels in den Kelch den Honig zu erlangen ; sie berührten daher sämmtlich mit ? er Unterseite des Rüssels die kürzesten, mit der Unterseite des Kopfes die mittel- angen und mit einem 4—5 mm weiter hinten gelegenen Theile ihrer Unterseite die längsten Geschlechtstheile; nur die -Honigbiene musste in den langróhrigsten Exemplaren auch noch mit dem verschmälerten Kopfende 1 mm tief in die Kelchröhre eindringen. Ausser diesen Bienenarten, welche in erster Linie als legitime Befruchter genannt Jes Werden verdienen , besuchen eine Anzahl langrüssliger Fliegen die Blüthen des Weiderich, am häufigsten Rhingia rostrata. Auf einem oder einigen der Blumen- blätter stehend, reckt sie, nach gemächlichem Aneinanderreiben der Vorderfüsse und bbürsten des Rüssels und Kopfes mit beiden Vorderfüssen zugleich, den Rüssel bis = emer Länge von 11—12 mm aus und senkt ihn in den Grund der Blüthe, wo sie » sud Secunden saugend verweilen lisst; unmittelbar nach dem Zurückziehen N S Rüssels aus der Kelchröhre bearbeitet sie in der Regel ganz kurze Zeit (1—2 “cunden) mit den beiden Klappen am Ende des Rüssels eine der Antheren, um der flüssigen, stickstofffreien Nahrung auch etwas feste , stickstoffhaltige (Pollenkörner) hinzuzufügen. Beim Einführen des Rüssels in den Blüthengrund stösst sie mit dem kegelförmigen Vorsprunge des Kopfes an die mittellangen Geschlechtstheile, während ; 3i Rüssel die kürzesten Geschlechtstheile streift ; die lingsten Geschlechtstheile da- Segen werden oft mit der Bauchseite, oft aber auch gar nicht von ihr berührt. Sie : errichtet also nur zwei Drittel der legitimen Befruchtungsarbeit regelmässig ; das eite Drittel, die Vereinigung der längsten Geschlechtstheile unter sich, weit seltener. - . Zwei andere Schwebfliegen, Helophilus pendulus L. und trivittatus F. (Rüssel- ange 6— 7 mm) fliegen meist auf die längsten Geschlechtstheile auf und befruchten daher, indem si ken saugen, alle drei Blüthenformen legitim; cb ie auf verschiedenen Stöc enso Volucella plumata L. mit einer Rüssellànge von 7—8 mm. Mehrere kleinere : d vebfliegen, deren Rüssel zu kurz ist, um zum Honig zu gelangen, nemlich Sy- E Pipiens L. mit 3, Syrphus balteatus Dee. mit 2mm Rüssellänge und Meli- "Meptus taeniatus Max. fressen bloss Pollen und können daher zufällig auch Pollen Auf die Narben übertragen, dber ebensowohl illegitime als legitime Befruchtungen BE | 13* 196. IIl. Von Insekten befruchtete Blumen: 152. Circaea lutetiana. bewirken. Dasselbe gilt von Halictus cylindricus F. 9, welcher, ebenfalls zu kurz- rüsslig um zum Honig zu gelangen, nur Pollen sammelt, von ganz kleinen Insekten, Nanophyes Lythri F., Meligethes und Thrips, welche ganz in die Kelchróhre hinein- kriechen und von einer Capsusart, die, wie auf den Blättern, so auch auf den Blüthen von Lythrum Salic. sich in ganz unregelmássiger Weise umhertreibt. - Auch zwei Tagfalter, Rhodocera rhamni L. und Pieris rapae L., finden sich ziemlich häufig an den Blüthen von Lythr. Salic. ein. Auf Nachbarblüthen sitzend senken sie den etwa 15 mm langen Rüssel in den Grund einer Blüthe und berühren dabei mit dem Rüssel die mittellangen Geschlechtstheile kaum, die längsten gar nicht, regelmässig aber die kürzesten derselben, mit der Unterseite ihres Leibes aber längste und mittellange Geschlechtstheile anderer Blüthen. Uebersicht der Besucher von Lythrum Salicaria. (Diejenigen Besucher, welche alle drei Arten legitimer Befruchtungen regel- mässig vollziehen, sind mit! bezeichnet, diejenigen, welche nur 1 oder 2 legitime - Befruchtungsarten-regelmássig vollziehen, sind schlechtweg genannt; diejenigen end- lich, welche überhaupt nur zufállig befruchten und dann ebensowohl illegitime als legitime Befruchtungen vollziehen, eingeklammenrt.) A. Hymenoptera Apidae: 1) Cilissa melanura NYL. d! sgd. und Psd., hàufig. 2) Saropoda rotundata PZ. $5 Q! sgd., nicht selten. 3) Apis mellifica L. 8! sgd. 4) B. ter- restris L. 8! sgd. 5) B. agrorum F. 8! sgd. 6) B. silvarum L. 8! sgd. 7) Megachile centuncularis L. $! sgd. .8) (Halictus minutissimus K. Q@,.sgd.) 9) (H. cylindricus F. € Psd.). B. Diptera Syrphidae: 10) Rhingia rostrata L., sgd. und Pfd. 11) Helophilus pendulus L.! sgd. 12) H. trivittatus F.! sgd. 13) Volucella plumata L.! sgd. 14) (Sy- ritta pipiens L., Pfd.). 15) (Syrphus balteatus DEG., Pfd). 16) (Melithreptus taeniatus Men., Pfd.). C. Lepidoptera Rhopalocera: 17) Rhodocera rhamni L., sgd., häufig. 18) Pieris rapae L., sgd., häufig. D. Coleoptera a) Curculionidae: 19) (Nanophyes lythri F.). b) Nitidulidae : 20) (Meligethes). E. Thysanoptera: 21) (Thrips). F. Hemi- ptera: 22) (Capsus). . Wie L. Salicaria, so ist auch L. Graefferi trimorph, dagegen thymifolia dimorph, hyssopifolia homomorph (Darwın, on the sexual relations of the three forms of Ly- thrum Salicaria, Journ. of the Proc. of Linn. Soc. VIII. p. 31). Ausser Lythrum haben Nesaea Comm. und Lagerstroemia L. trimorphe, Hu- gonia L. und Pemphis Forst. dimorphe Arten aufzuweisen (Kumw, Bot. Z. 1867. 8 6T). z . Cuphea silenoides, floribunda und Melvilla sollen sich nach Trevıranus bei noch geschlossener Blüthe selbst bestäuben (Bot. Z. 1863. S. 6). - Onagraceae. 152. Circaea lutetiana L. Die Befruchtung dieser Pflanze hat grosse Ach dores mit der von Veronica Chamaedrys, trotz des weiten Abstandes in der Verwandtschaft beider. Zwei Staub- fäden und ein Griffel ragen divergirend aus der Mitte der senkrecht abwärts stehenden Blumenkrone hervor und bilden die Anfliegestangen, auf welche ein Insekt sich stützen muss, um zu dem im Grunde der Blüthe in reicher Menge beherbergten, von einem die Griffelbasis umschliessenden fleischigen Ringe abgesonderten Honig zu ge- langen. Da der Griffel etwas tiefer steht als die beiden Staubfáden und ein wenig weiter vorragt, so ist er von den drei Anfliegestangen die bequemste und wird am häufigsten als solche benutzt. Indem ein Insekt auf ihm anfliegt, berührt es un- 152. Circaea lutetiana. 197 sa p t Unterseite den am Griffelende liegenden zweilappigen Narben- eie ibt er daher, falls seine Unterseite von früheren Blitliesbesuchen her evang. 3 haftet ist, Fremdbestáubung. Indem es etwas weiter vorrückt und mit fäden cue einen die Basis der beiden Staub- Stützen d > die sich diesen als alleinige cie ient schlügt es, ohne es zu wollen, TNR en asis sehr verdünnten und daher hier iden. rehbaren ‚Staubfäden nach innen und E. = vites die Staubbeutel die Unterseite iis eibes mit neuem Blüthenstaube be- eine : Obgleich dieses Verfahren augen- one s bequemste und zugleich das am EL. "rud Premäbestäubung führende ist, Ba E ein Insekt einschlagen. kann, so ist es m _. das ausschliesslich in Anwen- E rachte. Nicht selten erwühlen die be- np s Insekten einen der Staubfáden als E. Il angen, fassen aber dann, da sich der- TN ss Aufstützen sofort abwärts biegt, so- l selben = den Vorderhein Sie Dae dee Blüthe schrüg von oben gesehen : aubfadens und den Griffel. Wenn EEE sevi an; 1 amd nun noch mit der Narbe die Unterseite b. = ee Pus; pote berührt, was in der Regel, aber sytellappigin Blumenbhitter ECCO ER mer der Fall ist, so wird, da er die d. Die beiden Staubgefässe, ibit Seite der Bauchflüche trifft als ; ee Blüth aubgefäss, ebenfalls Fremdbestäubung bewirkt, falls das Insekt schon vorher en gleicher Art besucht hat. ou ei ausbleibendem Insektenbesuche verwelken, wie ich an im Zimmer abblühen- Ich "à durum beobachtete, die Blüthen meist, ‘ohne dass Sichselbstbestäubung erfolgt. hime wenige Blüthen, bei denen die Narbe von Anfang an, anstatt zwischen aubgefüssen schrüg abwürts zu stehen, mit einem derselben sich berührte. e 2 Besucher habe ich ausschliesslich kleine Fliegen beobachtet und in der be- 1) asinis Weise verfahren sehen. Ich habe von denselben nur a) Syrphidae: SUR 8 elongata F., 2) Ascia podagrica I 3) Melanostoma mellinaL., b) Mu- AR 4) Anthomyia sp. mit gelbem Hinterleibe, eingesammelt. Mehrere andere usciden und Syrphiden sind mir entwischt. À u einem Strausse von Circaea lutetiana, den ich in einem Wasserglase in rg Zimmer blühen liess, fand sich sehr häufig die Stubenfliege 5) Musca do- a L. Honig saugend und befruchtend ein. 2 | TG o peris coronata. Bei dieser Pflanze , deren Blütheneinrichtung HILDE- A = Z. 1866. S. 76. Taf. IV. Fig. 10—14) beschreibt und abbildet, ist i. x lüthe ein, einziges normal ausgebildetes Praet Tanp vorhanden ; ein zweites E unter diesem stehendes hat sich zu einem gestielten löffelförmigen Blatt PR et , dessen beide Hälften sich nach oben zusammenklappen und im ersten : Bus wagerecht aus der Blüthe hervorragend die Staubbeutel des normal fied Tie eten Staubgefüsses umschlossen halten. Der Stiel des lóffelfórmigen Blattes 3 d'a GE Spannung nach unten, der 2 elastische Spannung nach oben. er aher ein Insekt sich auf den als einziger Anfliegeplatz hervorragenden Löffel ; um die beiden Honigtröpfehen, die an der knieförmigen Umbiegung der oberen . Sr 4 £ : À As * 198 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 153. Epilobium angustifolium. Blumenblätter sitzen, zu gewinnen, schnellt der Löffel elastisch nach unten und das hervortretende Staubgefäss drückt, indem es sich etwas nach oben bewegt, geinen Blüthenstaub an die-Unterseite des besuchenden Insekts. Nachdem das Staubgefáss. nun seinen Dienst gethan, krümmt es sich allmählich nach oben, aus der Blüthe heraus, und der beim Losschnellen noch unentwickelte Griffel wächst allmählich als Anfliegestange wagerecht aus der Blüthe hervor, so dass auf ältere Blüthen an- fliegende Insekten den von jüngeren Blüthen mitgebrachten Pollen unfehlbar an der Narbe absetzen. Selbstbestäubung ist durch die ausgeprägte Proterandrie unmöglich. Ich habe in meinem Zimmer das Losschnellen und das Uebertragen des Blüthen- staubes auf die Narben älterer Blüthen wiederholt durch die Stubenfliege (Musca do- . mestica L.) und durch die gemeine Stechmücke (Culex pipiens L.). auch im offenen ‘ Fenster häufig durch die Honigbiene bewirken sehen. dais. Lopeziaracemosa scheint in ihrer Blütheneinrichtung , nach der Beschrei- . bung, welche W. Oce (Pop. Science Review July 1869. p. 271) von derselben gibt, völlig mit L. coronata übereinzustimmen. Lopeziaminiataistebenfalls ausgeprägt proterandrisch, der Staubfaden ist aber nicht reizbar und liegt nicht in dem löffelförmig gestalteten Staminodium eingeschlossen, sondern über demselben (Hınv., Bot. Z. 1869. S. 478. 419. Taf. VI. Fig. 15. 16). 153. Epilobium angustifolium L. Die ausgeprügt proterandrische Blütheneinrichtung ist bereits von SPRENGEL (Entd. Geh. S. 224—227) eingehend erórtert; auch hat derselbe bereits Hummeln als Befruchter beobachtet. Die zu höchst augenfälligen Blüthenstünden (fusslangen, lebhaft rothen Trauben) vereinigten Blumen bieten ihren, von der grünen, fleischigen Oberseite des Frucht- knotens abgesonderten Honig mannigfaltigen Insekten leicht zugänglich ünd doch gegen Regen wohl verwahrt dar. Die verbreiterten unteren Enden der Staubfäden neigen sich nemlich zu einem Hohlkegel zusammen, welcher die Griffelbasis und den diese umgebenden Honig umschliesst; und da, wo der Griffel aus der offenen Spitze dieses Kegels heraustritt, hindert die Behaarung des Griffels das Eindringen von , Regentropfen, während Insekten leicht zwischen den Staubfäden hindurch zum Honige vordringen. , i Als Auffliegestangen bieten sich den Insekten in jüngeren Blüthen die nach vorn gestreckten oben mit Blüthenstaub bedeckten Staubgefässe dar, während der Griffel noch kurz und nach unten gebogen ist und seine Narbenäste noch zusammen- schliesst; aus älteren Blüthen dagegen ragt der inzwischen sehr verlängerte Griffel mit vier auseinandergespreizten und zurückgekrümmten Narbenästen als Auffliege- stange hervor, während die entleerten Staubgefässe nach unten gebogen sind. Durch diese Einrichtung ist gleichzeitig den besuchenden Insekten das Anfliegen, Saugen und Pollensammeln bequem gemacht, (was für die Pflanze selbst den Vortheil zahl- reicher Befruchtungen in kurzer Zeit mit sich bringt), Fremdbestäubung bei ein- tretendem Insektenbesuch gesichert und Selbstbestäubung unmöglich gemacht. Aus- reichender Insektenbesuch selbst aber ist durch die augenfällige Farbe, Grösse und Gruppirung der Blüthen und durch die reichliche Menge und Leichtzugänglichkeit des Blüthenstaubes und Honigs bei irgend günstigem Wetter ausser Zweifel gestellt. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., in grösster Häufigkeit. 2) Bombus lapidarius L. Q 8. 3) B. pratorum L.Q85. 4) B. terrestris L.9 84. 5) B. confusus SCHENCK ©, sämmtlich häufig, sgd. 6) B. agrorum Prud. sehr häufig, sgd. 7) B. (Apathus) campestris Pz. $, sgd. 8) Sphecodes gibbus L. €. 9 Nomada Roberjeotiana Pz. Q. 10) N. Jacobaeae Pz. $, ebenfalls sämmtlich 154. Epilobium parviflorum. 13) Ammophila sgd. EA s b) Sphegidae: 11) Cerceris nasuta LATR. 12) Crabro alatus Pz. B..Di- sab ulosa L. c) Tenthredinidae: 14) Tenthredo scrophulariae L., sämmtlich sgd. t ; us 3 Empidae: 15) Empis rustica FALLEN. 16‘ E. livida L., beide sgd., häufig. Yrphus ribesii L., Pfd. D. Lepidoptera Sphinges: 18) Ino statices L., sgd. . 154. Epilobium parviflorum SCHREBER. Bos es PO Kräftigkeit der Anlockung der In- Pr E Möglichkeit der Sichselbstbestäubung Er ia zwei Arten derselben Gattung in einem folia E 8 Ei Gegensatze stehen als Epil. angusti- TEE parviflorum. Die eine, durch fusslange, > ae: lebhaft rothe Blüthentrauben zu den ie R endsten fierden der einheimischen Blumen- E end, macht sich auch dem ungeübtesten Auge B -- bemerkbar und wird daher von zahlreichen pP pener Ordnungen häufig besucht; E Vv n ihren vereinzelten, unscheinbaren, oid m Blümchen selbst von gadbterpn Augen va u ergehen, erzeugt ihren Honig in der Regel : Ph. da ihr nur ausnahmsweise Insektenbe- Ins k a ads de PN zT cn podtgpu Blüthe von der Seite gesehen, nach- c e&tenbesuch regelmässige Fremdbestäubung ge- dem der grösste Theil det Früchtuos N Sichert ist, hat sich dieser entsprechend vollständig tens, die beiden vorderen Blumenblätter P poh ausgebildet und dadurch die Möglich- ee c da | der Sichselbstbestäubung eingebüsst; die andere "Mr de a! längere , a? kürzere Rem welcher der Vortheil der Fremdbestäubung 3 ‚ausnahmsweise zu Theil wird, bestäubt sich regel- Mässig selbst. ee Honig wird bei E. parviflorum ebenfalls von der Oberseite des Frucht- B ns, rings um die Basis des Griffels herum, abgesondert und beherbergt , aber Ner Bh die Staubfáden als durch einen Ring yon Haaren, welche vom unteren TE = Blumenblätter nach innen preben ; gegen eindringenden Regen geschützt. A En ässe und Narben sind gleichzeitig entwickelt P die vier kürzeren dienen, da ; er er stehen als die Narben und von honigsuchenden Insekten unvermeidlich be- uc Werden, ausschliesslich der Fremdbestüubung; diese ist bei eintretendem In- y enbesuche durch die Stellung der Narben in der Mitte der engen Blüthe be- S'instigt, da in Folge dieser Stellung die N arben in der Regel zuerst berührt werden. d vier längeren Staubgefässe stehen rings um die Narben herum und behaften E da sie auch auf der Aussenseite dicht mit langen Papillen besetzt sind, stets selbst reichlich mit Blüthenstaub, dienen also in der Regel nur der Sichselbst- ed Es kann wohl kaum bezweifelt werden, dass bei eintretendem In- E NERINN die Wirkung des eigenen Pollens von der des fremden überwogen TN Von besuchenden Insekten habe ich, trotz wiederholter Ueberwachung der nze, bisher nur Meligethes sgd. in den Blüthen beobachtet. Epilobium hirsutum L. hat zwar, indem sich seine Blumenblätter zu einer Schön r * $ : hón rosenrothen Fläche von 25—30 mm Durchmesser auseinander breiten, einzeln als E. angustifolium, aber durch Vereinigung hter von weitem bemerkt, und daher wahr- Ich hatte leider noch keine Ge- Orte zu überwachen , finde aber j en noch augenfälligere Blüthen E Blüthen wird letzteres viel leic | M ich auch reichlicher von Insekten besucht. eit, E. hirsutum zur rechten Zeit am rechten 200 . III. Von Insekten befruchtete Blumen: 155. Oenothera biennis. die aus seiner geringeren Augenfälligkeit geschöpfte Vermuthung etwas weniger reich- lichen Insektenbesuches auch durch seine Bestäubungsvorrichtung bestätigt. Denn während bei E. angustifolium durch sehr ausgeprägt proterandrische Dichogamie, verbunden mit einer Platzveränderung der Geschlechtstheile, Sichselbst- bestäubung verhindert ist, bleibt sie bei E. hirsutum möglich. Die Narben sind hier mit den Staubge- fässen gleichzeitig entwickelt, Fremdbestäubung ist bei eintretendem Insektenbesuche durch die hervor- ragende Stellung der Narben vollständig gesichert; bei | ue "m i ausbleibendem Insektenbesuche aber kommen die UN | sich weiter zurückkrümmenden Narbenüste mit den SS noch mit Pollen behafteten längeren Staubgefässen in Fig. 67: Berührung. Epilobium alpinum bei Insektenabschluss durch Sichselbstbestäubung fruchtbar (Axzrr S. 18. 109). | Ein Rückblick auf die betrachteten Epilobiumarten führt zu dem- . ‚selben Resultate, welches sich uns aus der vergleichenden Betrachtung der Geranium- arten, der Polygonumarten, der Alsineen etc. ergab und befestigt uns in der Ansicht, dass aus der Blütheneinrichtung einer einzelnen Art ein allgemeines Urtheil über die ganze Gattung nicht gewonnen werden kann, sondern dass jede neue Art auch von neuem untersucht werden muss. Wenn daher Derrıno (Alcuni appunti p. 19. Bot. Z. f1869. S: 810) Epilobium als dichogamisch und ausschliesslich durch Bienen be^ ruchtbar bezeichnet, so mag diess Urtheil in Bezug auf eine bestimmte mir unbe- kannte einzelne Art vielleicht richtig sein; auf die ganze Gattung bezogen ist es jedenfalls unhaltbar. Godetia Cavanillesii SPAcK., in den mittleren Provinzen von Chile, ent- wickelt kleistogamische Frühlingsblüthen (PxrriPPr, Bot. Z. 1870. S. 104—100). 155. Oenothera biennis L. Die Blütheneinrichtung dieser Pflanze ist von SenENGEL (S. 217—223) eingehend beschrieben und erklärt. Es ist eine Blume, die sich dadurch, dass sie des Abends aufblüht und am stärksten duftet, der Be- fruchtung durch Abend- und Nachtschmetterlinge angepasst zu haben scheint. Aber nicht nur ist bei ihr, wie bei den bisher betrachteten Nachtblumen, der Blüthenstaub dem Raube der Bienen und Fliegen ausgesetzt, sondern auch ihr Honig langrüssligen Bienen zugänglich. Da überdiess ihre Blumenfarbe nicht, wie sonst bei Nacht- blumen, weiss oder weisslich, sondern lebhaft gelb ist, und sie auch bei Tage geöffnet bleibt, so darf sie wohl mit grösserem Rechte als gleichzeitig dem Besuche von Abend- schmetterlingen und Bienen angepasst betrachtet werden. Besucher: A. Lepidoptera Sphinges: 1) Macroglossa stellatarum L., gegen Abend, schwebend saugend. Wahrscheinlich wurde dieselbe Art auch von SPRENGEL (S. 221) beobachtet. B. Hymenoptera .4pidae: 2) Bombus lapidarius L. Q. 3) B. silvarum L.Q9.' 4) B. agrorum F. 9, alle drei sgd. 5) Apis mellifica L. 8, sgd. und Psd. 6) Col- letes Davieseana K. Q, Psd. 7) Panurgus calcaratus Sco». 9 g, sich gemáchlich im Blü- thenstaube wälzend. C. Diptera Syrphidae: 8) Eristalis tenax L. 9) E. arbustorum L 10) E. nemorum L., alle drei Pollen fressend,- sehr häufig. Pháladelpheae. 156. Philadelphus coronaria L., proterogynisch. Wann die Blüthe sich öffnet, sind die Narben schon entwickelt, die Staubgefässe dagegen noch geschlossen; bei dem Insektenbesuche günstigem Wetter gelingt es 155. Philadelphus coronaria. 157. Pyrus Malus. haftet ist, el stehen theils in daher lej ö e ira Blüthen zu finden, deren Narbe schon mit Blüthenstaub be Dodis ie Staubbeutel noch geschlossen sind. Die zahlreichen Staubbeut Bisher sb nach dem Aufspringen nahe rings um die Narbe herum, ep i e mit derselben, theils hóher, theils tiefer; die áussersten springen zu- mit Nu ie innersten zuletzt; alle bedecken sich nach dem Aufspringen ringsum d E oM Besuchende Insekten, welche Blüthenstaub sammeln oder fressen os Kopf zwischen den Staubgefässen hindurch in den Grund der Blüthe Weisse Meg " en Honig zu saugen, welchen die dem Fruchtknoten aufsitzende, ` eb eischige Scheibe absondert, können daher junge Blüthen nur durch Fremd- O « bestäuh ng, alte, dem Verblühen nahe, eben so leicht durch Selbst- als durch Fremd- E ung befruchten. ike ES Narben zum Theil in der Falllinie des Blüthenstaubes liegen, so tri Honig en am Insektenbesuche leicht Sichselbstbestäubung ein. Uebrigens ist der Bag. durch die Staubgefásse etwas verdeckt, so zahlreichen Besuchern zu- der Blüth und dieselben werden durch die weisse Farbe und den starken Geruch ' en : P^ SUME : i: sepia Stark angelockt, dass bei günstigem Wetter Insektenbesuch nicht Be I torum Tones A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Bombus pra- Psd. "E , A ae und Psd. 3) B. Barbutellus K. Q, sgd. 4) Andrena fasciata Wesm. €, zahlreich . fulvierus K. Q, Psd. 6) A. dorsata K. ©, Psd.. 7) A. albicans K. § €, sehr NYL. 4 Bes und Psd. 8) A. Trimmerana K. Q, sgd. und Psd. 9) Prosopis armillata ribesii L d. B. Diptera Syrphidae: 10) Eristalis pertinax SCOP. , Pfd. 11; Syrphus Behes^ 4 sgd. und Pfd. 12) Rhingia rostrata L.,sgd. €. Coleoptera: 13) Meli- : 14) Dasytes, beide häufig. tt bei Ordnung Rosiflorae. I 57. Pyrus Malus L. Pormaceae. à E Staubgefässe werden besuche 3 (ame diese schon entwickelt sind. Leichtzu 2 i et günshigem Wetter durch die Augenfälligkeit nur Abe Mrd des Honigs in reichem Maasse veranlasst : Fig, 10) ie hervorragende Stellung der Narben (Hınn., Geschl. S. 59. 60. Sichert, iom auch durch die Proterogynie der Blüthen Fremdbestäubung ge- bestäubun ei ausbleibendem Insektenbesuche erfolgt in vielen Blüthen Sichselbst- - Sondern = Tega die meisten Blüthen sind nicht senkrecht nach oben gerichtet, Selbst Bod. r oder weniger nach der Seite, dem Lichte zu, gewendet, so dass von lüthen ARES auf die Narben fallen kann. Auch findet man hie und da - befin E eren Narben sich in unmittelbarer Berührung mut den Staubgefüssen von den fünf Narben überragt und sind noch ge-. Bei zeitig eintretendem Insekten- der Blüthen und die wird, ist daher nicht 1) Bombus terrestris L. 9 2) B. agrorum alle vier sehr häufig. 5) Apis melli- alle 7 sgd. und um B F. nr A. Hymenoptera a) Apidae: fica T, 8 . lapidarius L. ©. 4) B. hortorum LE. Psd, g) H 6) Anthophora pilipes F. €. 7) Andrena albicans K. 59; fast Tei alictus sexnotatus.K. Q, .agd. 9) Osmia rufa L. &, sgd. Die Bienen fliegen lem sie zu m der Mitte der Blüthen auf und bewirken daher auch in älteren Blüthen, in- bung. b) c. die Narben mit der bestáubten Unterseite berühren, meist Fremdbestäu- 11) Bora, "ormicidae: 10) verschiedene Arten häufig, sgd. B. Diptera a). Bombylidae : 13) in lius major L., sgd. b) Æmpidae: 12) Empis livida L., sgd. ©) Syrphidae: Tastrj T, gia rostrata L., höchst zahlreich, meist sgd., aber auch Pfd. 14) Syrphus py- '": Sgd. und Pfd. d) Muscidae: 15) Onesia floralis R. D., sgd. e Bibionidae : 18: Dir. j il 5 ophus vulgaris Mex., in grosser Menge, sgd. 209 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 158. Pyrus éotitiinis. 159. Sorbus aucuparia. 158. Pyrus communis L. Die Staubfäden sind hier zwar länger als die Griffel, beim Aufblühen aber nach innen gekrümmt und geschlossen, während die Narben entwickelt hervorragen. Fremdbestäubung ist daher hier, bei eintretendem Insektenbesuche, nur zu Anfang der Blüthezeit gesichert; bei ausbleibendem Insektenbesuche erfolgt in gleicher Weise wie bei P. Malus Sichselbstbestäubung. Bei Birnblüthen sowohl als bei Apfel- blüthen habe ich, während die Antheren noch sämmtlich geschlossen waren, die Narben mit aufgesprungenen Antheren anderer Blüthen berührt und mich dadurch überzeugt, dass fremder Blüthenstaub schon vor dem Oeffnen der eignen Staub- gefässe leicht an den Narben haftet. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Eristalis tenax L., sehr häufig. 2) E. ar- bustorum L.. 3) E. nemorum L., häufig. 4) E. intricarius L. 5) Syritta pipiens L. 6) Ascia podagrica F., beide häufig. 7) Melanostoma mellina I., alle Syrphiden sowohl sgd. als Pfd. b) Muscidae: S) Anthomyia radicum R. D. $ Q , sehr häufig. 9) Pollenia’ Vespillo F. 10) P. rudis F. 11) Musca corvina F. 12) M. domestica L. 13) Lucilia cornicina F. 14) Calliphora erythrocephala Men. 15) Sepsis sp., sámmtlich sgd. 16) Sca- tophaga merdaria F., sgd. und Pfd. B. Hymenoptera a) Apidae: 11) Apis mellifica L. 8, in grösster Zahl, sgd. und Psd. 18) Bombus terrestris L. €. sgd., nur einzeln und nach Besuch weniger Blüthen sich wieder entfernend. 19) Andrena albicans K. 9 ($, Psd. und sgd., häufig. 20) A. Gwynana K ©. 21) A. parvula K.Q. 22) A. Collinsonana K. Q, alle sowohl sgd. als Psd. 23) Halictus rubicundus CHR. 9, Psd. u. sgd. b) Formicidae: 24) Lasius niger L. 8, Honig leckend. c) Tenthredinidae : 25) Dolerus gonager Kı., einzeln. 26) Nematus capraeae L., in Mehrzahl, sgd. C. Coleoptera a) Nitidulidae: 27) Meli- gethes, häufig. b) Curculionidae: 28) Rhynchites aequatus L. cj Coccinellidae: 29 Coc- cinella 14 punctata L. d) Phalacridae: 30) Olibrus aeneus F., alle 4 Honig leckend. D. Thysanoptera: 31) Thrips, häufig. ; 159. Sorbus aucuparia L., proterogynisch. ; Wann die Blüthen sich óffnen, sind die Staubgefüsse noch geschlossen, die äusseren aufgerichtet, die inneren soweit einwärts gekrümmt, dass ihre Staubbeute unter die Narbe hinabreichen, die Narben entwickelt und in der Mitte der Blüthe hervorragend. Die nach innen aufspringenden Staubgefässe klappen sich so weit zurück, dass sie sich ringsum mit Pollen bekleiden ; die innersten bleiben bei kaltem, trübem Wetter auch nach dem Aufspringen unter die Narben hinabgebogen, während die äusseren die Narben überragen, aber gegen dieselben einwärts gekrümmt bleiben ; bei ausbleibendem Insektenbesuche, bei andauernd kalter Witterung, erfolgt daher leicht Sichselbstbestiubung. Bei warmem Sonnenschein dagegen spreizen sich die Staubgefässe von den Narben weg, so dass zwischen beiden der durch Wollhaare (von der Wurzel der Griffel ausgehend) gedeckte honigabsondernde Ring zum Vor- schein kommt und honigsuchende Insekten, welche nach diesem sich bücken, mit entgegengesetzten Seiten’ des Kopfes Staubgefässe und Narben berühren, wodurch Fremdbestäubung begünstigt ist. Durch ihre Vereinigung zu grossen, dichtgedrängten Blüthenständen haben die kleinen Blumen ihre Augenfälligkeit so gesteigert und bieten zusammen eine so lohnende Ausbeute, dass sie an sonnigen Maitagen ein Tummelplatz sehr mannigfaltiger Insekten werden. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. und Psd., sehr zahlreich. 2) Andrena &lbierus K Q9 ($$. 3) A. albicans K.9, sehr häufig. 4) A. dor- sata K. 9 d$, alle 3 sgd. und Psd. 5) A. Smithella K. 9, Psd. 6) A. atriceps K. ©. 7) A. convexiuscula K.Q. 8) Halictus rubicundus CHR. Q. 9) H. zonulus Sw. 9, sámmtlich sgd. und Psd. 10) Nomada ruficornis L. Q g. 11) N. signata JUR. 9, beide sgd. b) Formicidae: 12) Formica congerens N.8. 13) Lasius niger L. 8. 14) Myrmica sp. 8; alle drei sgd., häufig. B. Diptera a) Empidae: 15) Empis livida L. 16) E. rustica FALLEN, beide sgd., häufig. b) Syrphidae: 17) Helophilus floreus L. 18\ Eristalis arbu- - Sed 160. Crataegus Oxyacantha. 203 ps rum L. 19) E. nemorum L. 20) E. horticola Men. 21) Rhingia rostrata L., alle d sgd. und Pfd., häufig. c) Muscidae: 22) Echinomyia fera L. 23) Onesia floralis 96 D 24) Scatophaga stercoraria L. 25) 8. merdaria F., die letzten drei gemein, sgd. à Sepsis, häufig. d) Conopidae: 27) Myopa testacea L. e) Bibionidae: 28) Dilophus vuigaris F., gemein, sgd. Ausserdem zahlreiche unbestimmte kleine Fliegen und Mücken. $ Coleoptera a) Nitidulidae: 29) Epuraea. 30) Meligethes, beide zu Hunderten. E Dermestidae: 31) Byturus zu Hunderten. 32) Attagenus pellio, einzeln. c) Elateridae : ) Agriotes aterrimus L. 34) Dolopius marginatus L. 35) Corymbites holosericeus L. 39 Limonius cylindricus Pr. 37) L. parvulus Pz. d) Lamellicornia: 39) Cetonia aurata L. e Melolontha vulgaris L., beide alle Blüthentheile abweidend. e) ‚Malacodermata : 0) Malachius aeneus F., Honig leckend und Antheren fressend. f) Mordellidae: 41; Anaspis rufilabris Gyon. g) Tenebrionidae: 42) Microzoum tibiale F.! nur einmal, mit dem opf nach dem Honig absondernden Ringe gebeugt. h) Curculionidae: 43) Apion spec: ; 4) Phyllobius maculicornis GERM., beide sgd. i) Cerambycidae: 45) Clytus arietis L., sgd. k) Chrysomelidae: 46) Adimonia sanguinea F., sgd. 160. Crataegus Oxyacantha L. Proterogynie, Einwärtskrümmung und Aufspringen der Staubgefässe und daher auch die überwiegende Wahrscheinlichkeit der- Fremdbestäubung bei eintretendem . Insektenbesuch ganz wie bei der vorigen Art. Das Aufspringen der äusseren Staub- gefässe beginnt erst 1—2 Tage nach dem Oeffnen der Blüthe. Daher ist, da die Pflanzen mit ihren augenfälligen Gruppen grösserer honigreicher Blüthen bei son- ngem Maiwetter eine bunte Schaar der mannigfachsten Insekten an sich locken, unter günstigen Umständen die Fremdbestäubung aller Blüthen gesichert. Bei aus- bleibendem Insektenbesuche erfolgt in vielen Blüthen Sichselbstbestäubung. ex Besucher: A. Diptera a) Empidae: 1) Tachydromia connexa Man., häufig. 2) Empis vida L., sgd., in grösster Menge. 3) Microphorus velutinus Maca. (nach der Bestim- mung von WINNERTZ). b) Syrphidae: 4) Pipiza notata Men. 5) Rhingia rostrata T5 S » in grösster Menge. 6) Eristalis tenax L. 7) E. intriearius L. 8) E. nemorum L. ) E. arbustorum L. 10) E. sepuleralis L. 11) E. pertinax Scor., alle Eristalisarten 5d. und Pfd., alle ausser 7 sehr häufig. 12) Helophilus floreus L. 15) H. pendulus L., beide häufig. 14) Xylota segnis L. c) Muscidae: 15) Echinomyia fera L. 16) Sarcophaga carnaria L., sgd. 17) Onesia floralis R. D., sgd. 18) O. sepulcralis Man., sgd. 19) Gra- Phomyia maculata Scor. 20) Mesembrina meridiana L. 21) Cyrtoneura sp. 22) Aricia serva Max. d) Bibionidae: 23) Bibio Marci L., sgd. 24) Dilophus vulgaris L., ‚sehr mr B. Coleoptera: a) Dermestidae: 25) Attagenus pellio L., Honig leckend. 26) An- Tenus Scrophulariae L., in grösster Menge. 27) A. pimpinellae F., noch vielma] äufiger. 28) A. claviger ER., einzeln, alle drei Honig leckend. b) Nitidulidae: 29) Meli- gethes, Honig leckend, sehr häufig. c) Buprestidae : 30). Anthaxia nitidula L. d) Mala- i dermata : 31) Malachius (elegans OL.?), Antheren abfressend. 32) Telephorus testaceus L. ©) Oedemeridae: 33) Asclera coerulea L. f) Mordellidae: 34) Anaspis frontalis L., Honig eckend. 35) Mordella abdominalis F., Honig leckend. g) Cerambycidae: 36) ‘Clytus Mysticus T,, Honig leckend. 37) Grammoptera ruficornis F., zahlreich, Honig leckend. Chrysomelidae: 38) Clythra cyanea F., Blumenblätter verzehrend. C. Hymenoptera Apidae: 39) anion Schrankella NYL. $, sgd. 40) A. helvola L. 9, sgd. 41) A. fulvi- BU os, sgd. 42) A. nitida K.Q 5, sehr zahlreich, sgd. und Psd. 43) A. varians Rosst o, 44 A. Trimmerana K. Q d. 45) A. atriceps K. 9 97146) A. Gwynana K. €. 47) A. fulva K.o. 48) A. albicans K. Q 8, höchst zahlreich. 49) A. dorsata K. ©. "sí A. chrysosceles K. Q. 51) A. parvula F. 9. 52) A. connectens K.Q, die 10 etzten sowohl sgd. als Psd. 53) Halictus cylindricus K. Q, sgd. 54) Nomada ruficornis fic Sg, sgd. 55) N. signata JUR. €. 56) Eucera longicornis L. §, sgd. 57) Apis melli- ca L. $, sed. und Psd., häufig. . Die jungen Zweigspitzen zeigen bisweilen fre dann ebenfalls von Insekten aufgesucht wird. So fand ich am 9. Mai.1868 an N eissdornsträuchern, welche eben aufzublühen begannen, Anthophora pilipes F. d, Bombus terrestris L. 9, eine Andrena und Odynerus parietum L. 9 den ausge- etenen Saft der jungen Triebe leckend. i hervorgetretenen süssen Saft, der "ELM 304 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 161. Rosa canina. 1615. Rosa Centifolia. Calycanthaceae. Chimonanthus fragrans hat nach HILDEBRAND proterogynische Blüthen ; im ersten Stadium biegen sich die noch geschlossenen Staubgefässe von den centralen Narben hinweg und diese werden mit Pollen älterer Blüthen bestäubt; im zweiten Stadium legen sich die aufspringenden Staubgefässe über den Narben zusammen und machen dieselben unzugünglich (Bot. Z. 1869. S. 491—494. Taf. VI. Fig. 3322367 DzrPriNo sah bei Florenz die Blüthen einmal von einer Osmia besucht (Altri app. p. 59). Calycanthus floridus nach DELPINO ausgeprägt proterogynisch mit kurz- lebigen Narben*), honiglos, vermuthlich von Cetonien befruchtet (Altri app. p. 58). -Rosaceae. 161. Rosa canina L. Obgleich der obere Rand der Kelchröhre innerhalb der Einfügung der Staub- fäden mit einem dicken fleischigen Ringe versehen ist, welcher die Griffel dicht um- schliesst und nur die Narben in der Mitte der Blüthen frei hervortreten lässt, so scheinen die Blumen doch entweder gar keinen Honig oder nur eine äusserst flache adhärirende Schicht desselben abzusondern; es ist mir wenigstens, trotz oft wieder- holten Nachsuchens , noch nie gelungen, Honigtröpfchen zu entdecken. Die durch die Grösse ihrer Blumenblätter und ihren kräftigen Wohlgeruch von weitem bemerk- baren Blüthen entschädigen übrigens die zahlreich herbeigelockten Insekten durch die Fülle des Blüthenstaubes, welchen die zahlreichen Staubgefässe darbieten, einiger- massen für den Mangel an Honig, und der die Griffel umschliessende Ring ist in einer anderen Beziehung von wesentlichem Vortheile. Denn da die Staubgefässe beim Oeffnen der Blüthen sich nach aussen biegen und die Blumenblätter mehr oder weniger aufwärts gerichtet bleiben, so bildet der Ring nebst den in seiner Mitte her- . vorragenden Narben den einzigen bequemen Auffliegeplatz für die Insekten, so dass dieselben, wenn sie aus anderen Blüthen mit Pollen behaftet ankommen, indem sie meist zuerst die Narben berühren, in der Regel Fremdbestäubung bewirken. Hier- durch allein ist, da Narben und Staubgefüsse gleichzeitig entwickelt sind, Fremd- bestäubung bei eintretendem Insektenbesuche begünstigt. Bei andauernd trübem, regnerischem Wetter bleibt derInsektenbesuch fast völlig aus, aber bei allen Blüthen, welche nicht zufällig in senkrecht nach oben gerichteter Stellung festgeklemmt sitzen, fällt, indem sie sich der Sonne zukehren und damit - etwas schrüg stellen, von selbst ein Theil des Blüthenstaubes auf die Narben. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, Psd. 2) Andrena albicans K. Ọ ($, Psd. und Pfd. 3) A. fucata Sm. Q, Psd. 4) Halictus nitidus SCHENCK 9, Psd. 5) Megachile circumcincta K. 9 , Psd. 6) Prosopis communis NYL. 965, Pfdi häufig. B. Diptera Syrphidae: 7) Helophilus floreus L. 8) Syritta pipiens L., häufig, beide Pfd. C. Coleoptera a) Nitidulidae: 9) Meligethes, häufig. bj Dermestidae: 10) Anthrenus pimpinellae F. 11) A. scrophulariae L., beide häufig, Pfd. c) Malacodermata : 12) Anthocomus fasciatus L. d) Lamellicornia : 13) Cetonia aurata L. 14) Phyllopertha horticola L. Beide fressen oft grosse Löcher in die Blumenblátter , weiden aber auch die Narben und die ganzen Antheren ab. e) Mordellidae: 15) Mordella aculeata L. 16) Anaspis fron- talis L. f) Cerambycidae: 17) Rhagium inquisitor F. 18) Strangalia armata HBST. 19) Str. nigra L., Antheren und zarte Blüthentheile überhaupt benagend. g) Chryso- melidae: 20) Luperus flavipes. - 1615. Rosa Centifolia hat, jedenfalls in Folge ihrer augenfälligeren Blüthen, noch reichlicheren Insektenbesuch; denn obwohl ich sie seltener als canina ins Auge —*) Vgl. S. 12, Anm. *** 162. Rubus idaeus. Ä 205 fasst A : Miner m ich eine noch grössere Zahl verschiedener Besucher an ihr bemerkt, Ta S imenopter a) Apidae: 1) Andrena albicans K.Q 5, Psd. und Pfd., sehr 4) Hstotis - pilipes F.9ó, desgl., seltener. 3) A. dorsata K.Q, Psd., häufig. alle 3 Psd e Sm. Q. .5) H. sexstrigatus ScueNck Q. 6) H. sexnotatus K. Q, häufig. 9) P 7) Megachile circumcincta K. Q. 8) M. centuneularis L. Q, beide Psd., Pfq. b) (Oi Eee propinqua NYL. o&. 10) P. communis NYL. 9 5, beide sehr häufig, patellatus er 12) Chrysis ignita L. 13) Chr. cyanea L. c) Sphegidae: 14) Crabro aeneus VON : 2 B. Diptera Syrphidae: 15) Brachypalpus valgus Pz. 16) Eristalis sämmtlich Pfq 17, E. nemorum L. 18) Chrysogaster viduata L. 19) Syritta pipiens L., Weide.) A C) Coleoptera a) Nitidulidae: 20) Meligethes in Menge. b) Der- R. EUR 1) Anthrenus pimpinellae F. 22) A. scrophulariae L.,.häufig. 23) A. claviger : en. c) Malacodermata: 24) Dasytes sp., selten. 25) Anthocomus fasciatus L., häufi 8- d) Zumellicornia: 26) Cetonia aurata L. 27) Phyllopertha horticola L. 28) Me- e) Mor- lolo = à olia Sed vain L.; ale 3 zarte Blumentheile ohne Unterschied abweidend. urina x doi e aculeata L. 30) Anaspis ruficollis F. f) Cistelidae: 31) Cistela Moptera $ = Cerambycidae : 32) Strangalia atra F. 33) Str. attenuata L. 34) Gram- ruficornis F., sehr zahlreich. 35) Clytus arietis L.; sämmtlich zarte Blüthentheile, Vorzüglich Antheren, verzehrend. A er .. letzten Besucherlisten liefern nicht nur einen neuen Beleg, wie mit E S älligkeit der Blüthen die Reichlichkeit ihres Insektenbesuches sich steigert; E joa die Unhaltbarkeit der Ansicht Drrrıno’s, dass die eigentlichen Be- rne: er Rosen Cetonien und Glaphyriden seien, dass daher die geographische p.225 ss der Rosen durch das Vorkommen dieser Küfer bedingt sei. (Ult. oss. le EC E leuni app. p. 18: »Le peonie e le rose debbono arrestarsi dove si arrestano nie.«) à 162. Rubus idaeus L., Himbeere. ; EU Honig wird in den Blüthen der Himbeeren und Brombeeren von einem Ns n. Ringe des Kelchrandes innerhalb der Staubgefässe ın reichlicher Menge ; aim ert. Bei der Himbeere bleiben die kleinen, schmalen Blumenblätter aufrecht ted : st nach oben zusammengeneigt, und die Staubgefässe , welche ihre aufge- ee Seite bald nach aussen, bald nach innen kehren, haben keinen Raum, sich Stempel iten, sondern bleiben zwischen den die Mitte der Blüthe einnehmenden E und den Blumenblättern so dicht zusammengedrängt, dass ein honig- DOE en zwar Tniehg mit dem Rüssel, aber schwer ‚mit dem ganzen Kopfe _ S diues 1 taubgefässen und Stempeln hindurch bis zum honigführenden Ringe vor- is: B Die Allgemeinzugänglichkeit des Honigs ist daher durch diese Lage a HN entheile erheblich beschränkt , zugleich aber, da ein Theil der Narben stets ms mit Staubgefässen in Berührung kommt, Sichselbstbestäubung bei aus- ee > Insektenbesuche unausbleiblich gemacht. Bei eintretendem Insekten- Vorher b ann Fremdbestäubung leicht bewirkt werden, da Insekten oft mit Pollen fnm esuchter Blüthen behaftet auf der Mitte der Blüthe, also auf den Narben, gen oder den bereits mit Pollen vorher besuchter Blüthen behafteten Kopf, um zwischen Staubgefüssen und Narben hinabbücken. Der geringeren Augenfälligkeit der sehr viel spürlicher und lbstbestáubung kommt 2 Honiga zu gelangen, : E oo ist indess, offenbar in Folge der viel ; Weniger und der schwereren Zugänglichkeit ihres Honigs, - gewi t mannigfaltig als bei den Brombeeren, und Sichse 88 Sehr háufig in Anwendung. —— Sgd. nebat. A. Hymenoptera a) Apidae : 1) Apis mellifica L. zahlreich sd. 2) Bombus agrorum F. ©, sgd., häufig. 3) B. pratorum L. 8 ĝ, 1 Ana . 4) B. hortorum 1:8, Psd. 5) B. senilis SM. €, rena nigroaenea K. &, sgd. 8) A. albicrus K. $, sgd. 9) 8, äusserst häufig, sowohl sgd. und Psd., sgd. 6) B. silvarum L. 9, sgd. Halictus sexnotatus K. ©. LI 206 III. Von Insekten befruchtete Blumen 163. Rubus fraticonas. 10) H. lucidus ScHENCK Q. 11) H. nitidiuseulus -K.Q, alle drei sgd. b) Sphegidae : 12) Gorytes mystaceus L. c) Tenthredinidae: 13) Tenthredo rustica L. B. Diptera Syrphidae: 14) Rhingia rostrata L., sgd. und Pfd. 15) Volucella pellucens L. /Sld.), sgd. und Pfd. C. Coleoptera a) Dermestidae: 16) Byturus fumatus L., Antheren fressend und Honig leckend. b) Cerambycidae: 17) Pachyta 8 maculata F., Honig leckend und - Blüthentheile fressend ; im Sld. häufig. 163. Rubus fruticosus L., Brombeere. Die Blüthen der Brombeeren haben vor denen der Himbeeren mehrere vortheil- hafte Eigenthümlichkeiten voraus: durch grosse Blumenblätter, die sie flach aus- einander breiten, fallen sie den Insekten viel leichter von weitem in die Augen; durch Auseinanderbreiten der Staubgefässe machen sie es auch den kurzrüssligsten Insekten leicht, den Kopf zwischen Staubgefässen und Stempeln bis zu dem honig- absondernden Ring in den Blüthengrund zu senken. Diese beiden Eigenthümlich- keiten sichern ihnen einen viel zahlreicheren und mannigfaltigeren Insektenbesuch, als er den Himbeeren zu Theil wird. Da ferner von den weit auseinander stehenden Staubgefässen die äussersten zuerst aufspringen und sich nach oben kehren, während die Narben gleichzeitig schon entwickelt sind, so bewirken die meisten Besucher, da sie eben so bequem in der Mitte als auf dem Umfang der Blüthe auffliegen können und bald das eine, bald das andere thun, überwiegend Fremdbestäubung und die meisten Blüthen werden schon befruchtet, während der grösste Theil der Staubgefässe noch geschlossen ist. Dagegen kann Sichselbstbestäubung wegen des Sichausbreitens der Staubgefässe viel weniger leicht stattfinden. Nur die innersten Staubgefässe kommen bisweilen, indem sie sich aufrichten, nachdem sie sich schon geöffnet haben, mit den äussersten Narben in Berührung. Bei dem ausserordentlich reichlichen In- . gektenbesuche kann übrigens auch die in beschrünktem Maasse stattfindende Sich- selbstbestäubung nur bei andauernd schlechtem Wetter zur Wirkung gelangen. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 2, Psd. und sgd., sehr häufig. 2) Bombus agrorum F. € 3) B. terrestris L. Q. 4) B. hortorum L. 8. 5) B. pratorum L. 8 $. 6) B. Scrimshiranus K.8. 7) B. silvarum L. 9, alle diese Hummeln bald saugend, bald Pollen sammelnd, dagegen die Schmarotzerhummeln 8) B. (Apathus) ' vestalis Fourc. €. 9) B. campestris Pz. 9 natürlich nur saugend. 10) Macropis labiata Pz. d$. i1) Andrena Gwynana K.Q. 12) A. albicrus K. 5. 13) A. thoracica K. €. .14) Halictus zonulus Sx. 9. 15) H. lucidulus ScHENCK Q. 16) H. villosulus K. 2. 17) H. sexnotatus K. Q. 18) H. cylindrieus F. O 3, 10—18 sämmtlich saugend. 19) H. leucozonius K. 9, Psd. 20) H. albipes F.Q, Psd. 21) Coelioxys umbrina SM., 9 8- 22) Nomada ruficornis L. 5. 23) N. lineola Pz. g. 24) N. lateralis Pz. Q. 25) N. Fabriciana L. Q. 26) Diphysis serratulae Pz. Q. 27) Osmia fusca CHRIST È. 28) Stelis breviuscula NYL. &. 29) Prosopis excisa SCHENCK j. 30) P. variegata F. §. 31) b» communis NYL. g; sämmtlich sgd. b) Sphegidae: 32) Crabro patellatus v. d. L. 9 $. 33) Oxybelus uniglumis L. © 5. 34 Ammophila sabulosa L. @ $. 35) A. (Miscus) cam- pestris JUR. &. 36) Cerceris nasuta DLE. &, sämmtlich sgd. B. Diptera a) Stratio- mydae: 37) Sargus cuprarius L., sgd. 38) Chrysomyia formosa ScoP., sgd. b) Empidae: 39) Empis livida L., häufig. 40) E. tesselata F., beide sgd. c) Syrphidae: 41) Ascia po- dagrica F. 42) Syritta pipiens L., háufig. 43) Eristalis tenax L., häufig. 43b) Helophilus pendulus L., desgl. 44) Chrysotoxum arcuatum L. (Sld.) 45) Volucella pellucens L (Sld.). 46) Rhingia rostrata L., alle bald sgd., bald Pfd. d) Conopidae: 41) Physo- cephala rufipes F., sgd. e) Tipulidae: 48) Tipula oleracea L., sgd. C. Coleoptera a) Dermestidae; 49) Byturus fumatus L., sgd. und Blüthentheile fressend. b) Zlateridae: 50) Diacanthus aeneus L. 51) Limonius cylindricus PAYK., beide zarte Blüthentheile fressend. c) Lamellicornia: 52) 'Trichius fasciatus L., desgl. d) Malacodermata: 53) Te- lephorus rusticus L. 54) Malachius bipustulatus F., desgl. e) Oedemeridae : 55) Oedemera virescens L., Honig leckend und zarte Blüthentheile fressend, f) Cerambycidae: 56) Clytus arietis I. 57) Leptura livida F. 58) Pachyta 8 maculata F. (Sld., häufig). 59) Stran- galia armata HBsT. 60) St. atra F. 61) St. nigra L. 62) St. melanura L., sämmtlich 164, Fragaria vesca. 165. Potentilla verna. 207 bald Honig leckend, bald Pollen, Antheren und andere Blüthentheile fressend. g) Niti- dulidae: 63) Meligethes häufig. D. Lepidoptera Rhopalocera: 64) Argynnis Paphia L. 5) Pieris crataegi L. 66) P. napi L. 67) Hesperia paniscus F., alle sgd. 164. Fragaria vesca L., Erdbeere (proterogynisch). Der Honig wird von einem schmalen , fleischigen Ringe des Kelchgrundes ab- 8esondert, welchen die äusseren Stempel von innen überdecken und die Staubgefässe von aussen umschliessen. Da die Blumenblätter sich in eine Ebene anseinander breiten, so bieten sie den anfliegenden Insekten bequeme Halteplätze dar, welche auch häufig benutzt werden. Um zum Honige zu gelangen, muss ein auf ein Blumenblatt angeflogenes Insekt den Kopf zwischen den Staubgefässen hindurch- stecken und dann mit dem Kopfe an Narben vorbei streifen; bei gleichzeitiger Ent- wicklung beider Geschlechter würde dadurch regelmässig Selbstbestäubung bewirkt . Werden, und nur in der Mitte auffliegende Insekten würden, indem sie zuerst die Narben, dann Staubgefässe berühren, in der Regel Fremdbestäubung bewirken. Thatsächlich entwickeln sich aber die Staubgefässe weit spüter zur Reife als die Narben, wodurch bewirkt wird, dass auch die von aussen her nach dem Honigringe vordringenden Insekten in der Regel Fremdbestüubung verursachen. Als eme zweite Anpassung an diese Wirkungsweise der Insekten ist die Gestalt und die Art des Aufspringens der Staubgefässe zu betrachten ; denn dieselben sind zu flachen Scheiben verbreitert, wodurch der Zwischenraum zwischen zwei benachbarten so ver- ngt wird, dass auch Halictus und kleinere Fliegen den Kopf nicht zum Safthalter wegen können, ohne ein paar Antheren zu streifen ; sie springen ferner am Rande dieser Scheiben auf und sind nur hier mit Pollen behaftet, also gerade an denjenigen Stellen , welche von den Köpfen der von den Blumenblättern her nach dem Honig- : Hnge hin vordringenden Insekten gestreift werden. Bei ausbleibendem Insekten- besuche fällt, wie ich an in meinem Zimmer blühenden Exemplaren festgestellt habe, ? vielen Blüthen ein Theil des Pollens schliesslich von selbst auf Narben, was durch die dem Lichte sich zukehrende Stellung der Blumen bedingt wird. Besucher: A. Diptera a) Empidae: 1) Empis livida L., sgd. b) Syrphidae: Tistalis sepulcralis L., sgd. 3) Syrphus, sgd. 4) Melithreptus ee ve miyia Ingia rostrata L., sgd. 6) Syritta pipiens L., sgd., häufig. c) ect E ex 2»: üellae F 8) Musca corvina F. B. Coleoptera a) Dermestidae : a Es eus De n Honig leckend. 10) A. scrophulariae Li desgl. b) Nitidulidae : x pee ei 8 C) Malacodermata: 12) Dasytes flavipes F. 13) Malachius bipustulatus F., wohl Honig leckend als Antheren fressend. d) Mordellidae: 14) Mordella aculeata L., ches poene: e) Cerambycidae: 15) Grammoptera uno Tus , nicht selten x e i und Antheren fressend; selbst in Paarung , a, | pes in a C. Thysanoptera: 16) Thrips, häufig, sgd. SELF RO ue mci ud Opis communis NyL. Q. 18) Halictus lucidulus SCHENCK 9, sgd. ; 53 Bafüs SCHENCK Q. 20) Andrena dorsata K. Q, Psd. 21) Nomada sexfasciata te^ ó b) ^V ruficornis L. Q, sgd. 23) N. signata JUR. 5; sgd. 24) Apis mellifica L. 8, Psd. Splegida, : 25) Oxybelus uniglumis L., Honig leckend. 165. Potentilla verna L. y4 1 5) AT erjenige ringfórmige Theil der inneren Kelchwand, welcher die Wurzeln der i Aubfäden umgibt und sich durch dunkle, bisweilen röthlich gelbe Farbe und ege auszeichnet, sondert zwar keine Tropfen, wohl aber eine deutlich cgit Sei X adhärirende Honigschicht ab. Die Staubgefässe bekleiden sich au z lten mit Pollen und sind mit der Narbe zugleich entwickelt. Die besuchenden rm fliegen bald in der Mitte, bald auf Blumenblättern auf. Thuen sie i Ee . Umen sie oft mit den Narben gar nicht in Berührung, dader Honig absondern e behaften sich in ; : 3 8 des Kelches weiter nach aussen liegt als bei der vorigen Art, ; 908 LI. Von Insekten befruchtete Blumen : 166—168. Potentilla reptans, anserina, fruticosa. ! aber stets mit Pollen; fliegen sie bei einer anderen Blüthe auf der Mitte auf, so be- fruchten sie die Narben durch Fremdbestäubung. Von vielen Besuchern wird indess auch Selbstbestäubung häufig bewirkt. Da die Blumen bei kaltem , trübem Wetter sich halb, Nachts ganz schliessen und dadurch Staubgefässe mit Narben in Be- rührung bringen, so ist bei ausbleibendem Insektenbesuche Sichselbstbestäubung unausbleiblich. Besucher (vom 21. April bis zum 24. Mai): A. Hymenoptera Apidae: 1) Halictus leucopus K. ©, sgd. und Psd. 2) H. flavipes K.@, Psd. 3) H. sexstrigatus SCHENCK €; Psd. 4) H. cylindricus F. Q, Psd. 5) Andrena albicans K. Q9 d$, Psd. und sgd., häufig: 6) A. albierus K. $, sgd. 7) A. nana K. d$, sgd. 8) A. argentata SMITH (— gracilis SCHENCK) &, sgd. -9) A. fulvierus K. $, sgd. 10) A. parvula K. OQ, sgd. 11) A. dor- - sata K. ©, Psd. 12) A. chrysosceles NYL. Q, sgd. 13) Nomada ruficornis L. $.. 14) Osmia fusca CHRIST (bicolor SCHRANK) €, sgd. und Psd. 15) Apis mellifica 1.8, «sd. HE Duas ptera a) Stratiomydae: 16) Odontomyia argentata F., sgd. b) Syrphidae: 17) Syritta pipiens L., sgd. 18) Syrphus, sgd. 19) Rhingia rostrata L., sgd. 20) Cheilosia praecox ZETT., häufig, sgd. 21) Ch. modesta Ecc., sgd. c). Muscidae: 22) Pollenia vespillo F. 23) Onesia cognata Men. 24) O. floralis R. D., alle 3 sgd. C. Coleoptera Niti- dulidae: 25) Meligethes, Honig leckend, häufig. 166. Potentilla reptans L. Blütheneinrichtung wie bei voriger. Befruchter ebenfalls vorwiegend wenig ausgeprügte Bienen, nemlich (Ende Mai bis Anfang Juli) : A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Prosopis armillata NYL. Q. 2) Pr hyalinata Sm. 9. 3) Halictus maculatus Sm. ©, Psd. 4) H. leucozonius SCHRANK Q,Psd 5) H. sexstrigatus SCHENCK C, Psd. und sgd. 6) Andrena albicrus K.d. 1) À. nana K. oi sgd. 8) Sphecodes gibbus L. $, sgd. 9) Nomada xanthostieta K. &, sgd. 10) N. suc- cincta PZ. &, sgd. b) Sphegidae: 11) Ammophila sabulosa L. 5. B. Diptera Syrphidae: 12) Syrphus arcuatus FALLEN, Pfd. 167. Potentilla anserina L. Blütheneinrichtung wie bei verna. Besucher: Hymenoptera a) Apidae: 1) Halictus flavipes K.Q. 2) H. sexstrigatus ScHENCK ©, beide Psd. b) Sphegidae: 3) Oxybelus uniglumis L. 4j ©. bellus DIB. 168. Potentilla fruticosa L. In Tröpfchen abgesonderten Honig habe ich auch in den Blüthen dieser Pflanze noch nie entdecken können , doch wird der glänzend glatte, die Basis der Staubfáden um- gebende Ring des Kelchgrundes so häufig von Insekten, selbst von den Honigbienen, beleckt, dass sich kaum zweifeln lässt, dass eine dünne, der glänzenden Oberhaut adhärirende Honigschicht sich hier vorfindet. Die Narben sind mit den an den Seiten aufspringenden Staubgefässen gleich- zeitig entwickelt und werden von den besuchenden Insekten bald früher, bald später als die Staubgefässe berührt, je nachdem dieselben in der Mitte der Blüthe oder auf einem Blumenblatte auffliegen. Fremdbestäubung und Selbstbestäubung haben daher bei eintretendem Insektenbesuche ziemlich gleiche Wahrscheinlichkeit. Bei ausbleibendem Insektenbesuche ist die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung vor- handen, da die verwelkenden Staubgefässe sich zum Theil nach innen krümmen und bisweilen, noch mit Blüthenstaub behaftet, mit Narben in Berührung kommen ;- bei sonnigem Wetter aber locken die augenfälligen Blüthen so zahlreiche Insekten an sich, dass thatsächlich Sichselbstbestäubung dann nicht zur Wirksamkeit gelangt. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, häufig. Sie fliegt auf der Mitte der Blüthe auf und führt, indem sie sich auf derselben herumdreht, die Zunge ringsum an den die Wurzel der Staubfáden umgebenden Ring, bewirkt also, da sie die mit Pollen vorher besuchter Blüthen behaftete Unterseite in jeder neu besuchten Blüthe zunächst auf die Narben setzt, regelmässig Fremdbestäubung. 2) Halictus zonulus Sw. ©; ebenfalls Honig leckend. b) Sphegidae: 3) Oxybelus bellus DLB., sehr häufig, oft vier $ —S €—ÁÁáíPBM E — x 169. Potentilla Tormentilla. 170. Agrimonia Eupatoria. 171. Alchemilla vulgaris. 209 einzeln, beide Honig leckend. B. Di- b) Tabanidae: 6) Chrysops 8) E. arbustorum L. 9 He- Angleich in einer Blüthe. 4) O. uniglumis L., M rn a) Stratiomydae: 5) Sargus cuprarius L., häufig. lo ne L. d. c) Syrphidae: 7) Eristalis sepulcralis L. E hilus pendulus L. 10) H. floreus L. 10) Melithreptus taeniatus Mon. 12) Syritta Pipiens L., 7—11 sämmtlich häufig, bald Hld., bald Pfd. d) Conopidae: 13) Sicus ferru- Poena L. e) Muscidae: 14) Sarcophaga carnaria L., häufig. 15) Lucilia silvarum Men. d ) L. cornicina F., beide häufig. 17) Anthomyia, sehr häufig. 18) Scatophaga mer- u E, häufig. 19) Sepsis, sehr zahlreich ; 12—18 nur Hld. Lb. Coleoptera a) T N idae: 20) Meligethes, sehr häufig, Pfd. b) Malacodermata: 21) Dasytes flavipes L., d. und Antheren fressend. . 169.'Potentilla Tormentilla Sern. Blütheneinrichtung wie bei P. verna, jedoch _ w deutlicherer Honigabsonderung. Die plattgedrückten Staubbeutel springen wie ei Fragaria an den schmalen Aussenrändern auf und bieten nur hier Pollen dar. P Besucher: A, Hymenoptera Apidae: 1j Andrena denticulata K. Ọ $, sgd. und s sd. 2) A. parvula K. €, Psd. B. Diptera a) Bombylidae: 3) Systoechus sulfureus F., ann (Sld.). b) Syrphidae: 4) Chrysotoxum bicinctum L., in Mehrzahl (Sld.). 5) Meli- Teptus scriptus L., Pfd. 6) Cheilosia sp. (pietipennis EGGER?), Pfd. Potentilla atrosanguineä Lon». Blüthen nach Dxr?rwo proterogynisch Mit kurzlebigen Narben*) ; im ersten Zustande sind die noch unreifen Antheren strahlig Nach aussen gebogen, im zweiten zur Höhe der Narben aufgerichtet. Als Besucher Wurden Andrena und Halictus beobachtet. (Ult. oss. p. 233. Hmo., Bot. Z. 1870.. P. 673.) 170. Agrimonia Eupateria L. Die beiden in der Mitte der Blüthe hervorstehen- den Griffel sind an ihrer Basis von einem fleischigen Ringe umschlossen, an welchem Die am Rande dieser Scheibe ich jedoch niemals Honigabsonderung bemerkt habe. entspringenden 5—7 Staubfäden sind schwach einwärts gebogen; ihre seitlich auf- Springenden Staubbeutel stehen in gleicher Höhe mit den Narben und kommen vor dem Verblühen, indem sie sich stärker einwärtsbiegen, von selbst mit denselben in Berührung. Der Insektenbesuch ist ziemlich spärlich und bewirkt überdiess häufig Selbstbestäubung, da nur beim Auffliegen auf der Mitte der Blüthe Fremdbestäubung gesichert ist. Da sich trotzdem jede Blüthe zur Frucht entwickelt, so ist höchst Wahrscheinlich die bei ausbleibendem Insektenbesuche regelmässig eintretende Sich- selbstbestäubung auch von Erfolg. x Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Syritta pipiens L. 2) Ascia podagrica F. 3) Melithreptus scriptus L. 4) M. dispar Logw. 5) M. pictus Men. 6) M. taeniatus GN. 7) Melanostoma mellina L. 8) Eristalis tenax L.; alle nur Pfd. 9) Rhingia rostrata L., desgl. b) Muscidae: 10) Anthomyia sp. Pfd. B. Hymenoptera Apidae: 11) Halictus, kleine Arten 9, Psd. 171. Alchemilla vulgaris L. Fig. 68. 1. Blüthe mit entwickelten Staubgefässen und kurzem Griffel, gerade von oben gesehen. 2. Dieselbe, schräg von oben gesehen. 3. Blüthe mit einem entwickelten, drei verk Oben gesehen, 4. Blüthe mit lauter verkümmerten Staubgefüssen und noch entwickelterem Griffel. a Aussenkelch, b Kelch. c Staubgefässe. ce’ verkümmerte Staubgefässe. d Narbe. ümmerten Staubgefässen und entwickeltem Griffel, schräg von e Honigdrüse. *) Nat. 8.12, Anm. *** 14 Müller, Blumen und Insekten. e 210 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 172. Sanguisorba officinalis. 173. Geum rivale. Die winzigen Blüthen entbehren der Blumenkrone. Ein gelber fleischiger Ring der Innenwand des Kelches (e), der zur Zeit der Blüthe den Griffel, zur Zeit der Frucht den Fruchtknoten umschliesst, sondert eine flache adhärirende Honigschicht ab und ertheilt den ganzen Blüthenständen, aus einiger Entfernung gesehen, ein grüngelbes Ansehen. In Folge der geringen Honigausbeute werden sich ohne Zweifel langrüssligere Insekten, in Folge der grüngelben Farbe Käfer und andere nur durch lebhafte Farben angelockte Insekten nicht oder nur spärlich einfinden. Fremdbe- stäubung wird bei eintretendem Insektenbesuche durch theilweise Trennung der Ge- schlechter bewirkt. Es finden sich nemlich nur selten Blüthen mit gleichmässiger Entwicklung beider Geschlechter. In bei weitem den meisten Blüthen sind entweder die ~ Staubgefässe vollständig entwickelt (Fig. 68, 1. 2) und der Stempel ist so kurz geblieben, dass die Narbe kaum aus dem honigabsondernden Ringe des Kelches hervorragt, oder der Griffel ragt weit hervor und die Staubbeutel sind vollstündig verkümmert (Fig. 68, 4) ; bisweilen kommen aber auch Blüthen vor, in denen ein (Fig. 68, 3) oder zwei Staubgefüsse nebst dem Griffel entwickelt, die übrigen verkümmert sind. Sichselbstbestäubung habe ich in keiner Blüthe beobachtet. Ich vermuthe daher, dass Fremdbestüubung durch háufigen Insektenbesuch gesichert sein wird. Ich habe nur sehr spärlich Gelegenheit gehabt, die Blüthen zur rechten Zeit am rechten Ort zu überwachen und daher als Besucher nur eine einzige Schwebfliege, Xanthogramma citrofasciata Dee. (6. Mai 1869), bemerkt. 172. An Sanguisorba officinalis L., dessen Insektenblüthe Axzrr. S. 54 ab- bildet, habe ich (11. Juli 1869 im Sauerlande) zwei Schwebfliegen, Volucella bom- bylans L. und V. pellucens L. an den Blüthen saugend gefunden, jedoch versáumt, die Bestäubungseinrichtung näher anzusehen. Poterium Sanguisorba ist windblüthig mit pinselfórmigen , rothen Narben und an langen, dünnen Füden aus den Blüthen heraushängenden Staubbeuteln. Am 27. Juni 1869 sah ich eine Wespe, Odynerus parietum L. 9, vermuthlich durch die rothe Farbe angelockt, an die Blüthen fliegen, aber nach einigem Umhersuchen sich enttäuscht wieder entfernen. 173. Geum rivale L. Der Honig tritt in zahlreichen Trópfchen im Grunde des Kelches hervor und wird schon, während die meisten Blüthen noch in Knospen stehen, von den Hummeln eifrig aufgesucht. Namentlich liebt B. terrestris L. Ẹ, die sich an sehr verschiedenen Blumen als Honigräuberin bethätigt, auch bei Geum rivale die noch nicht aufgeblühten Blumen von aussen anzusaugen, indem sie den Rüssel zwischen Kelch- und Blumenblättern hindurch steckt. Auch nach dem Auf- blühen gewinnt B. terrestris L. nicht selten, bisweilen aber auch eine andere Hummelart, auf diesem Wege den Honig; meist aber hängen sich die Hummeln von unten an die Blüthen, indem sie dieselben mit den Mittel- und Hinterbeinen von aussen umfassen und die Vorderbeine mit dem Kopfe in die Blüthe stecken. Die äusseren Honigpartien scheinen den Hummeln leichter von aussen erreichbar zu sein. Jedenfalls ist die Zugünglichkeit des Honigs von aussen eine Unvollkommenheit der Blumen, da sie den Hummeln Honiggenuss ohne Beitrag zur Befruchtung gestattet. Die Blüthen sind in geringem Grade proterogynisch , indem in jungen Blüthen die schon empfängnissfähigen Narben die noch geschlossenen Staubbeutel weit über- ragen. Wenn daher zeitig genug Hummeln den Kopf von unten in die Blüthen stecken, so ist Fremdbestäubung gesichert. Später strecken sich die Staubgefásse so, dass sie mit den üusseren Narben in gleiche Hóhe kommen und bedecken sich nach dem Aufspringen ringsum mit Blüthenstaub. Wenn nun die Blüthe sich schliesst, so werden, falls der Blüthenstaub noch nicht von Hummeln entfernt ist, 174. Geum urbanum. 175. Spiraea Ulmaria. “a noch mit Pollen behaftete Staubgefässe gegen die äusseren Narben gedrückt und diese durch Sichselbstbestäubung befruchtet. Da die Pflanze im Walde geschützt steht, 80 wird sie selbst bei rauhem Ostwind von zahlreichen Hummeln besucht. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus terrestris L. Q. 2) B. lapidarius | L o. 3) B. confusus SCHENCK Q. 4j B. hypnorum L.9. 5) B. pratorum L. 9 8. 6) B. Serimshiranus K. 9 8. 7) B. hortorum L. Q 8, sehr häufig. '8) B. agrorum F. 9, 93) B. fragrans K. Q, sehr vereinzelt. 10) B. senilis SMITH Q. 11) B. silvarum L.Q, häufig, sámmtlich sgd., nur silvarum Q und pratorum 8 auch Psd., indem sie, von unten an der Blüthe. hangend, sich unter derselben ringsum drehen. 12) Apis mellifica L. 8, die Blüthen von aussen ansaugend, häufig. 13) Andrena helvola L. Q, vergeblich nach Honig suchend. B. Di ptera Syrphidae: 14) Rhingia rostrata L., äusserst zahlreich, sgd. und Pfd. (C. Coleoptera Nitidulidae: 15) Meligethes, häufig. 174. Geum urbanum L. Die Blüthen sind sehr viel kleiner, als die von rivale; überdiess blüht die Pflanze grósstentheils zu einer Jahreszeit (Juli, August) und an Orien, wo ihr augenfälligere Blumen in der Anlockung der Insekten Concurrenz Machen ; sie wird daher nur sehr spärlich von Insekten besucht und ist grósstentheils auf Sichselbstbestäubung angewiesen. Ein grüner, fleischiger, ringförmiger Wulst, der sich innerhalb der Staubfäden, dicht an deren Einfügungspunkten, vom Kelchboden erhebt, sondert Honig ab. Wann die Blüthe sich öffnet, sind alle Staubgefässe nach innen gebogen, so dass die Staubbeutel sich dicht an die äusseren Stempel anlegen, während die inneren Stempel mit entwickelten Narben aus der Mitte der Blüthe hervorragen. Nun biegen sich erst die äussersten Staubgefüsse nach aussen, springen auf und kehren die staub- bedeckte Seite nach oben, dann weiter nach innen gelegene, Von den aufspringen- den innersten kommt fast stets von selbst etwas Blüthenstaub auf die äusseren Narben. Wird die Blüthe zeitig von Insekten besucht, so sichert die schwach aus- geprägte proterogynische Dichogamie Fremdbestäubung ; wird sie erst spüter von In- sekten besucht, so wird Fremdbestäubung wenigstens jedesmal von denjenigen In- Sekten bewirkt, ; welche, bereits mit Pollen früher besuchter Blüthen behaftet, auf die Mitte der Blüthe auffliegen, während natürlich am Rande der Blüthe auffliegende eben so leicht Selbstbestäubung bewirken. Bei ausbleibendem Insektenbesuche er- folgt in der Regel Sichselbstbestäubung. Als Besucher habe ich nur beobachtet: A. Diptera Syrphidae: 1) Melithreptus Scriptus L., sgd. und Pfd. B. Coleoptera Dermestidae: 2) Byturus fumatus L., Pfd. 175. Spiraea Ulmaria L. E in j \ Fig. 69. t Jünger., 2. ältere Blüthe. a Antheren, st Stigma. We LE] 212 HI. Von Insekten befruchtete Blumen: 176. Spiraea filipendula. Die Blüthen enthalten keinen Honig, aber eine grosse Menge von Blüthenstaub. Die Staubgefüsse sind anfangs in der Mitte der Blüthe zusammengebogen, so dass sie die Narben vollständig verdecken (Fig. 69, 1). Von aussen nach innen fortschreitend richten sie sich allmählich auf, biegen sich etwas auswürts, springen auf und bedecken sich ringsum mit Blüthenstaub. So- - bald sich auch die inneren Staubgefásse aufgerichtet haben, bietet die von den Narben eingenommene Mitte der Blüthe die bequemste Fläche dar, sowohl zum Auffliegen kleiner als auch zum Auftreten über den Blüthenstand laufender -grösserer Insekten. Bei eintretendem Insektenbesuch findet daher sehr leicht Fremdbestäubung statt, obwohl Selbstbestäubung ebenso leicht möglich ist. Die dicht gedrängten Blüthenstände bewirken nicht nur ein erfolgreicheres An- locken. der Insekten, sondern auch gleichzeitig oder in kurzem Zwischenraume er- folgende Befruchtung zahlreicher Blüthen durch die besuchenden Insekten. Bei ausbleibendem Insektenbesuch tritt in Folge der Stellung der Staubgefässe zu den Narben fast stets Sichselbstbestäubung ein, oft auch, wo die nach aussen gebogenen . Staubgefüsse über die Narben einer Nachbarblüthe zu stehen kommen, Kreuzung be- nachbarter Blüthen. Besucher. A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, häufig, Psd. 2) Andrena Coitana K. Q, Psd. 3) Prosopis communis NYL. 9, Pfd. b) Chrysidae: 4) Chrysis ignita L. 5) Elampus auratus WESM. bj Hedychrum lucidulum F. Da ich noch nie Goldwespen Pollen fressen sah, so vermuthe ich, dass diese Arten von den Blüthen angelockt waren, ohne etwas nutzbares in denselben zu finden. B. Diptera a) Syrphidae: 7) Eristalis horticola DEG. (Sld.) S) E. arbustorum L. 9) E. nemorum Eb. 10) E. tenax L. 11) E. sepuleralis L., sämmtlich Pfd., sehr häufig. 12) Volucella bom- bylans L. 13) Helophilus floreus L. 14) Syritta pipiens L., sämmtlich Pfd. b) Muscidae : .15) Anthomyia sp. C. Coleoptera a) Nitidulidae: 16) Cychramus luteus F. b) Der- mestidae: 17) Anthrenus pimpinellae F. c) Lamellicornia: 18) Trichius fasciatus L. 19) Ce- tonia aurata L., beide Blüthentheile fressend. d) Mordellidae: 20) Mordella aculeata L. e) Cerambycidae: 21) Pachyta S maculata F. (Sld.) 22) Strangalia attenuata L., beide An- theren fressend. 176. Spiraea filipendula L. Die Blüthen sondern ebenfalls keinen Honig ab und werden daher ebenfalls bloss von Pollen suchenden Insekten besucht, welche, durch die Stellung der Blü- thentheile veranlasst, in der Regel auf den Narben auffliegen und so Fremdbestäu- bung bewirken. Die Blumenblätter sind nemlich mit so dünnen Nägeln eingefügt, dass sie schon unter dem Drucke einer kleinen Biene oder Fliege sich abwärts biegen und nicht wohl als Standfläche dienen können; sie biegen sich überdiess bei völliger Entfaltung der Blüthe etwas nach unten zurück. Die Staubgefässe biegen sich vor dem Aufspringen weit nach aussen, und in der Mitte der Blüthe breiten sich 9—12 breite zweilappige Griffel in eine wagrechte Ebene strahlig auseinander, so dass sie einen bequemen scheibenfórmigen Auffliegeplatz darbieten, dessen Rand ringsum mit nach aussen und oben gerichteten Narben besetzt ist. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Halictus zonulus Sw. Q, Psd. 2) H. sex- notatus K.Q, Psd. B. Diptera Syrphidae: 3) Eristalis arbustorum L. 4) E. nemorum L. 5) Helophilus foreus L. 6) Syritta pipiens L., sämmtlich Pfd. C. Coleoptera Lamellicormia: T) Trichius fasciatus L., die Staubbeutel rasch von unten nach oben durchkauend. Bei ausbleibendem Insektenbesuche kann leicht Sichselbstbestäubung eintreten, da die innersten Staubfäden häufig bis zum Aufspringen einwärts gebogen bleiben. so dass dann ihr Blüthenstaub unmittelbar mit den Narben in Berührung kommt. Z 177. Spiraea Aruncus. 178. Spiraea salicifolia, ulmifolia, sorbifolia. 913 177. Spiraea Aruneus L., Blüthen ebenfalls honiglos. . Besucher (in einem Garten Lippstadts): A. Hymenoptera a, Apidae: 1) Prosopis signata Pz. O 34, Pfd. b) Sphegidae: 2) Oxybelus bellus Drs., Pfd. ce) Vespidae: 3) Odynerus sinuatus F., wohl vergeblich nach Honig suchend. B. Diptera a) Syrphidae: E Syritta pipiens L., Pfd., sehr häufig. b) Muscidae: 5) Anthomyiaarten, Pfd. C. Co- leoptera a) Nitidulidae: 6) Meligethes, häufig. b) Dermestidae: 7) Anthrenus Scrophu- lariae L., nicht selten. 8) A. pimpinellae F., sehr häufig. 9) A. claviger L., einzeln. 178. Spiraea salicifolia L., ulmifolia L., sorbifolia L. Diese drei in un- seren Gärten als Zier- Sträucher verbreiteten Pflanzen sichern sich durch Honig- und Pol- lenreichthum ihrer Blü- then und durch Ver- einigung derselben zu dichtgedrängten Blü- !henständen, die nicht Dur von weitem leicht in die Augen fallen , son- dern auch den Besuchern rasches und erfolgreiches Absuchen gestatten , bei Sünstigem Wetter einen ungewöhnlich reichen Besuch der mannigfach- Sten Insekten, welcher bei der ausgeprügtenPro- terogynie der Blüthen Fremdbestäubung in ausgedehntem Maasse bewirken muss. Sich- selbstbestäubung kann daher beiihnen höchstens bei andauernd ungün- Stigem Wetter zur Wirk- samkeit gelangen. . Ein ringformiger OrangefarbenerWulstder m. ; Innenwand des Kelches, - Fig. 70. innerhalb der Einfügung der Staubfáden, sondert so reichlich Honig ab, dass man leicht "Trópf- chen desselben erkennen kann. bungen. 1. Blüthe von Spiraeä sórbifolia, unmittelbar nach dem Aufblühen. 2. Aeltere Blüthe, deren Staubgefässe (a) sich zum Theile geöffnet haben. n Nectarium, st Narbe, a aufgesprungene Antheren. Bei salicifolia hat dieser Wulst zehn Einker- | Oeffnen der Blüthe sind die breiten Narbenknöpfe mit ent- Schon vor dem nmitte zusammen- Wickelten Papillen versehen und überragen die in die Blüthe Sekrümmten Staubgefässe. Nach dem Oeffnen der Blüthe richten sich die Staubfäden t 914 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 177. Spiraea salicifolia etc. allmählich auf und beginnen dann langsam, eines nach dem andern, die äusseren zu- erst, spüter die inneren, aufzuspringen und sich ringsum mit Pollen zu bekleiden, während die Narben nogh frisch sind. Zu Anfang der Blüthezeit kann eine Blüthe . mithin bei eintretendem Insektenbesuche nur durch Fremdbestáubung, später auch durch Selbstbestäubung befruchtet werden. Da alle drei Pflanzen bei uns ziemlich gleichzeitig an denselben Orten blühen und von denselben Insekten besucht werden, so habe ich ihre Besucher in eine einzige Liste zusammengefasst: | A. Diptera: a) .Stratiomydae: 1) Stratiomys riparia MGN., sgd. b) Empidae: 2) Empis opaca F., zahlreich. 3) E. tesselata F., sehr zahlreich. 4) E. punctata F., alle drei sgd. c) Syrphidae: 5) Chrysotoxum festivum L. 6) Pipiza funebris MGN. T) Chry- sogaster viduata L. 8) Syrphus ribesii L., Pfd. 9) S. excisus ZETT. 10) Melithreptus : strigatus STAEG. 11) Ascia podagrica F., sgd. 12) A. lanceolata MGN., desgl. 13) Rhingia rostrata L., sgd., in grósster Zahl. 14) Volucella plumata Men. 15) Eristalis arbustorum L. 16) E. nemorum L. 17) E. sepuleralis L. 18) E. tenax L. 19) E. pertinax ScoP. 20) E. intricarius L., sämmtlich sowohl sgd. als Pfd., háufig. 21) Helophilus floreus: dust sgd., zahlreich. 22) Xylota ignava Pz. 23) X. segnis Pz. 24) X. lenta Pz. 25) Syritta pipiens L., sgd. und Pfd., sehr zahlreich. d) Conopidae: 26) Physocephala rufipes be sgd. 27) Myopa polystigma Rondani, sgd. e) Muscidae: 28) Gymnosoma rotundata L. 29) Echinomyia fera L. 30) E. magnicornis ZETT. (Tekl. B.) 31) Sarcophaga carnaria L., sgd. 32) S. albiceps MGN., desgl. 33) Onesia cognata MGN. 34) O. floralis R. D. (beide nach WINNERTZ Bestimmung). 35) Mesembrina meridiana L. 36) Lucilia corni- Toana F., sgd. 37) W silvarum MGN., desgl 38! Musca corvina F. 39) Cyrtoneura simplex LoEw. (nach WINNERTZ’ Bestimmung). 40) Anthomyiaarten. f) JBibionidae: 41) Bibio hortulanus L., Hld. g) Tipulidae: 42) Pachyrhina pratensis L., desgl. h) Chiro nomidae: 43) Ceratopogon, in grosser Anzahl, sgd. B. Hymenoptera a) Tenthredinidae : 44) Tenthredo bicincta L., Hld. b) Ichneumonidae: 45) verschiedene. c) Formicidae : 46) zahlreiche kleine Ameisen lecken den Honig, und erbeuten auch winzige schwarze "Mücken, die sehr zahlreich Honig lecken. d) Chrysidae: 47) Hedychrum lücidulum F.ö- e) Sphegidae: 48) Oxybelus uniglumis L., sehr häufig, sgd. 49) O. bellus DLB., desgl. 50) Crabro lapidarius Pz. &, sgd. 51) Psen atratus Pz., sgd. 52) Passaloecus monili- cornis DLB. Q, sgd. 53) Cerceris arenaria L., nicht selten. 54) Ammophila sabulosa L. 55) Pompilus neglectus WESM., sgd. f) Vespidae: 56) Odynerus quinquefasciatus F, g) Apidae: 51) Halictus sexstrigatus SCHENCK Q, sgd. 58) H. sexnotatus K O Pad, 59) H. flavipes K.Q. 60) Andrena albicrus K. Q &, Psd. und sgd., zahlreich. 61) A. fucata SM. Q, sgd. und Psd. 62) A. Schrankella NYL. §, sgd. 63) A. fulvierus K. ĝ, . sgd. 64) A. parvula K. 9, sgd. und Psd., häufig. 65) A. dorsata K. Q, sgd. und Psd»; sehr häufig. 66) A. albicans K.9, sgd. und Psd., häufig. 67) A. nigroaenea K. ĝ, sgd. 68) A. Trimmerana K. 9, sgd. 69) Osmia rufa L. Q, Psd. 70) Bombus terrestris L. 9; Psd und sgd. 71) B. senilis Sm. Q, Psd. 72) B. Scrimshiranus K. Ì, hastig über die Blüthenstände laufend und Psd. 73) Apis mellifica L. 8, sgd. und Psd. C. Coleoptera a) Dermestidae: 14) Anthrenus scrophulariae L. 75) A. pimpinellae F. 76) A. museorum L. 77) Attagenus pellio L. 78) Byturus 'fumatus L., alle fünf sehr häufig, Hld. b) Mi- tidulidae: 19) Meligethes, häufig. c) \“Elateridae: 80) Lacon murinus L. 81) Cardiophorus cinereus HasT., Hld. d) Zamellicornia: 82) Trichius fasciatus L. 83) Phyllopertha hor- ticola L., beide Blüthentheile abfressend. e) Malacodermata: 84) Malachius bipustulatus F., Antheren fressend. 85) Dasytes flavipes L. f) Mordellidae: 86) Anaspis frontalis L., häufig. 87) A. maculata FOURC., beide Hld. g) Cerambycidae : 88) Clytus arietis L., Hide 89) Strangalia nigra L. 90) Str. attenuata L, zahlreich. 91) Str. armata HBsT. 92) Lep- tura livida F., sehr häufig. 93) Grammoptera ruficornis F., sämmtlich Hld. h) Cistelidae: 94) Cistela murina L., zahlreich, Antheren und Blumenblátter fressend. D. Neuro- ptera: 95) Panorpa communis L., Hld. 96) Agrion flog nicht selten auf Spiraeablüthen, schien sich aber nur zu sonnen (4. Juni 1870). E. Lepidoptera: 97) Tortrix plumba- gana Tr! 98) Adela sulzella W. V., häufig, sgd. (Beide von Dr. SPEYER bestimmt.) LE R——————-—''"'"-————— M GÀ ER . : RE : — = — — —9À D Ó——— E 179. Prunus spinosa. 180. Prunus Padus. Amzygdaleae. 179. Prunus spinosa L., Schwarzdorn. Beim Aufblühen überragt der Griffel die um die Mitte der Blüthe zusammen- gekrümmten Staubfäden, deren Staubbeutel noch geschlossen sind, um einige Milli- eben, soweit er von den Staubgefässen umschlossen ist, ist er etwas abwärts, mit Seinem freien Ende etwas aufwärts gekrümmt; seine Narbe ist zur Zeit des Auf- blühens vollständig entwickelt und ragt meist etwas aus der erst halb geöffneten Blüthe hervor. Anfliegende Insekten kommen mit ihr zuerst in Berührung und Setzen, wenn sie vorher ältere Blüthen besucht haben, unvermeidlich Blüthenstaub derselben auf ihr ab. Im Verlaufe der weiteren Entwicklung breiten sich die Blumen- blätter in eine Ebene und noch darüber hinaus auseinander; die Staubfäden strecken Sich und ‚spreizen sich auseinander; die Staubbeutel springen, ziemlich nach oben gekehrt, auf, die der äusseren zuerst, die der inneren später; der sich ebenfalls Streckende Griffel rückt in die Mitte der Blüthe oder noch etwas über dieselbe hinaus, . die ihn zunüchst umgebenden kürzeren Staubgefüsse etwas überragend; seine Narbe 1st noch frisch; jetzt kann also durch eintretenden Insektenbesuch auch Selbstbestäu- bung bewirkt werden. Beiausbleibendem Insektenbesuche kann, da die Blüthen nicht gerade nach oben stehen, sondern sich der Sonne zukehren, leicht von selbst Pollen auf die Narbe fallen. Die zahlreichen weissen Blüthen machen sich an den schwarzen, noch blatt- losen Zweigen leicht von weitem bemerkbar und veranlassen, da sie aus dem fleischigen Grunde des Kelches reichlich Honig absondern, zahlreiche Insekten, be- sonders Andrenen, zu wiederholten Besuchen, um so mehr, als zur Blüthezeit der Pflanze (frühestens Anfangs April, in der Regel Mitte April, spätestens Anfangs Mai) noch wenige Blumen ihnen Concurrenz machen kónnen. . Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Halictus cylindricus F. Q, sgd. und Psd,, häufig. 2) H. albipes F. €, desgl. 3) Andrena dorsata K. Q, Psd. 4) A. parvula K.o, sgd. und Psd. 5) A. fasciata WEsM. 5, sgd. 6) A. albicans K. Q 5, Psd. und Sgd. 7) A. fulva SCHRANK Q, sgd. und Psd. 8) A. fulvierus K. 9 3, sgd. 9) A. Gwy- Nana K. O, sgd. und Psd. 10) A. Rosae PZ. Q, sgd. und Psd. 11) A. Schrankella Nyr. Q, Psd. 12) A. atriceps K. Q 5, sgd. 13) Nomada succincta Pz. 5, sgd. 14) Osmia rufa L, ö, sgd. 15) Apis mellifica L. 8, sgd. und Psd. b) Tenthredinidae: 16) Dolerus gonager KL., sgd. B. Diptera a) Empidae: 17) Empis rustica FALL., sgd. b) Syr- Phidae: 18) Eristalis arbustorum L. 19) E. nemorum L. 20) E. intricarius L., alle 3 Sgd. und Pfd. c) Muscidae: 21) Scatophaga stercoraria L. 22) S. merdaria F., beide sgd. 23) Chlorops, sgd. 24) Sepsis, sgd., häufig. 25) Anthomyiaarten, sgd. d) Bi- bonidae 26) Bibio Marci L., Hld. C. Coleoptera Nitidulidae: 27) Meligethes, Honig . teckend. 180. Prunus Padus L. stimmt in seiner proterogynischen Blütheneinrichtung im Ganzen mit spinosa überein, jedoch bleiben die Staubgefásse während der ganzen Blüthezeit etwas einwärts gekrümmt, so dass in der zweiten Blüthenperiode ein- tretender Insektenbesuch noch vielleichter als beider vorigen Art Selbstbestäubung be- wirkt. Da die inneren Staubgefässe aufspringen, während sie noch unter die Narbe hinabgekrümmt sind, und dann bei ihrem Sichaufrichten den Rand der Narbe Streifen, so findet bei Ausbleiben des Insektenbesuches regelmässig Sichselbstbestäu- bung statt. Besucher: A. Diptera Empidae: 1) Empis livida L. 2) E. rustica FALLEN, beide . SEd. Ausserdem zahlreiche winzige Mücken, Hld. B. Hymenoptera Apidae: 3) An- drena parvula K. €, sgd. C: Coleoptera Nitidulidae: 4) Meligethes, Hld. Y 916 III. Von Teeken befruchtete Blumen: 181. Prunus domestica, avium und Cerasus. 181. Prunus domestica, avium und Cerasus. | Staubgefässe und Narbe sind gleichzeitig zur Reife entwickelt und ragen , nach allen Seiten auseinander stehend, frei aus der Blüthe hervor. Die Narbe überragt die inneren Staubgefässe, während die äusseren ihr an Länge gleich kommen. Durch den ersteren Umstand wird Fremdbestäubung einigermaassen begünstigt, da Insekten, welche den von der fleischigen Wandung des napfförmigen Kelches abgesonderten Honig saugen, in derselben Blüthe in der Regel mit einer anderen Körperstelle die Narbe, mit anderen einen Theil der Staubgefässe berühren, während Pollen fressende oder sammelnde Insekten allerdings ebenso leicht Selbst- als Fremdbestäubung be- wirkenkönnen. In Blüthen, deren Achse sich schräg oder wagrecht gestellt hat, kann bei ausbleibendem Insektenbesuch leicht von selbst aus äusseren, längeren Staubgefässen Pollen auf die Narbe fallen. , Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., sehr hàufig. 2) Bombus lapidarius L. Q. 3) B. terrestris L.©. 4) B. hortorum L. 9, alle drei sgd- 5) Osmia rufa L. © $, sgd., häufig. 6) O. cornuta LATR.Q &, sgd. 7) Andrena fulva SCHR. €, sgd. und Psd. 8) A. albicans K. 25, Psd. und sgd., sehr zahlreich. B. Diptera Syr- phidae: 9) Rhingia rostrata L., sgd., häufig. 10) Eristalis tenax L. 11) E. arbustorum L., sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 12) Pieris brassicae l. 13) P. rapae L. 14) P- napi L., alle drei sgd. Rückblick auf die betrachteten Rosifloren. Bei allen honighaltigen Rosifloren fungirt als Saftdrüse und Safthalter eine ring- förmige Stelle der inneren Kelchwand, welche bald die Stempel unmittelbar um- schliesst, bald weiter nach aussen gerückt ist und in Bezug auf Honigerzeugung alle Zwischenstufen darbietet zwischen reichlicher Absonderung sichtbarer Tropfen, Her- stellung einer uns nicht mehr sichtbaren, aber von den Insekten doch noch gern be- leckten Schicht und völliger Honiglosigkeit. Die Reichlichkeit des Insektenbesuches ist auch hier in ganz unzweideutiger Weise von der Augenfälligkeit der Blumen und der Menge der gelieferten Ausbeute, . die Mannichfaltigkeit des Insektenbesuches von der Zugänglichkeit der Ausbeute ab- hängig. Was die Reichlichkeit des Insektenbesuches betrifft, so werden z. B. die kleinen, gelben, honiglosen Blüthen von Agrimonia Eupatoria nur sehr spärlich von einzelnen Pollen fressenden Schwebfliegen und Pollen sammelnden Bienen besucht, während sich dagegen auf den wahrscheinlich eben so honiglosen Rosen eine sehr zahlreiche Gesellschaft Pollen und zarte Blüthentheile suchender Insekten einfindet. Ein nicht minder deutliches Beispiel für die Wirkung der Augenfälligkeit der Blumen liefert der V ergleich der Brombeere und Himbeere. Die Beschränkung der Mannichfaltigkeit der Besucher durch geringere Zugänglichkeit des Honigs lässt sich an Geum rivale deutlich erkennen, dessen honigreiche, aber halb geschlossen bleibende Blumen sehr reichlich, aber fast nur von den langrüssligsten Bienen und Fliegen (Bombus und Rhingia) besucht werden; ebenso an Rubus idaeus in Vergleich mit R. fruticosus. Die meisten Rosifloren mit ihren offenen Blüthen mit leicht zugänglichem Honig finden wir von einer sehr gemischten Insektengesellschaft besucht, in erster Linie von Fliegen (besonders Schwebfliegen) und Bienen (besonders Halictus und An- drena), zu denen sich dann im reicher besuchten Blüthen andere Hymenopteren, Käfer und bei einigen honigreicheren Arten selbst Schmetterlinge gesellen. 182. Lotus corniculatus. 2 : Fremdbestäubung ist bei eintretendem Insektenbesuche häufig durch Protero- gynie, bisweilen durch die Stellung der Staubgefüsse und Narben, in einzelnen Fällen durch theilweise Diklinie, niemals durch Proterandrie begünstigt oder ge- Sichert. Bei ausbleibendem Insektenbesuche scheint Sichselbstbestäubung in‘ den Meisten, wenn nicht in allen Fällen möglich zu sein. Ordnung Leguminosae. Papilionaceae. Trib. Loteae: 182. Lotus corniculatus L. Fig. 71. - Blüthe gerade von vorn. - Dieselbe schräg von der Seite und vorn. . Dieselbe nach Entfernung der Fahne von der Seite. « Dieselbe gerade von oben. - Dieselbe, nachdem auch die Flügel entfernt sind, von der Seite, stärker vergrössert. - Dieselbe nach vorsichtiger Entfernung des rechten Blattes des Schiffchens, von der rechten Seite gesehen. - Blüthe nach Entfernung der Fahne und der Flügel, gerade von oben gesehen. Fr Die in der vordern Hälfte des Schiffehens eingeschlossenen Geschlechtstheile, stärker vergrössert, als in 6. 9. Die Geschlechtstheile einer Knospe, unmittelbar nach der Abgabe des Blüthenstaubes, aus der Blüthe ge- Senommen, von der Seite gesehen. Ein Vergleich von 8 und 9 ergibt, wie viel die äusseren Staubfäden vom Zeit- Punkte der Abgabe des Blüthenstaubes bis zum Oeffnen der Blüthe noch länger und dicker werden. = 10. Dieselben Geschlechtstheile von oben gesehen, um zu zeigen, wie die äusseren, am Ende verdickten Staub- en, vom Drucke des Schiffchens befreit, auseinander weichen. 11. Die 9 verwachsenen Staubfäden einer entwickelten Blüthe, auseinander gebreitet. $ tl Zugänge zum Honig. b Aufwürtsbiegung des freien Staubfadens. c Einbuchtungen der beiden Blátter des „chiffchens, in welehe die Einbuchtungen der beiden Flügel (e) eingreifen. d die fünf inneren, kurz bleibenden, ? die fünf äusseren, sich verlängernden und keulig verdickenden Staubfäden. fNarbe. e—g mit Pollen gefüllter Hohlkegel des Schiffchens. g Oeffnung des Hohlkegels, durch welche der Pollen herausgepresst wird. Qo N OD Qt 4 C2 o Die Blütheneinrichtung von Lotus corniculatus ist von DELPINO (Sugli appar. P. 25) nur kurz angedeutet; sie dient ihm als erstes Beispiel der Schmetterlings- 218 THO Von Insekten befruchtete Blumen: 182. Lotus corniculatus. blüthen mit Nudelpumpen- Einrichtung, die er später ausführlicher an Coronilla Emerus auseinander gesetzt hat (Ult. oss. p. 39—44). Da ich der Befruchtung dieser Pflanze durch Insekten besondere Aufmerksamkeit gewidmet habe, so halte ich es für der Mühe werth, auch ihre Blütheneinrichtung genauer zu erörtern. | Das Aufspringen der Staubbeutel erfolgt in der Knospe, während Schiffehen und Flügel noch von der Fahne umschlossen sind und alle Blumenblätter noch bei weitem nicht ihre volle Grösse erreicht haben. Während in noch früherer Knospenzeit die fünf äusseren (mit den Blumenblättern abwechselnden) und die fünf inneren Staub- gefässe sich in dem Grade ungleich entwickelt zeigen, dass ihre Staubbeutel in zwei den Griffel umschliessenden Kreisen hinter einander liegen (wie in Fig. 78, 1), sind zur Zeit des Aufspringens alle 10 Staubfäden gleich lang und reichen mit ihren Staub- beuteln gerade bis in die Basis des von der Spitze des Schiffchens gebildeten Hohl- ' kegels; ihre Enden sind an Dicke noch nicht erheblich verschieden , doch lässt sich an den fünf äusseren schon deutlich die keulige Verdickung, welche sich später noch stärker ausprägt, bemerken (9. 10. Fig. 71), während die fünf inneren, zu denen auch der obere nicht verwachsene Staubfaden gehórt, bis zum Ende fast gleichmássige Dicke zeigen. Indem nun die Staubbeutel, welche jetzt noch reichlich doppelt so dick sind als die Enden der Staubfüden, sümmtlich im untersten, breitesten Theile des Hohlkegels aufspringen, füllt sich der Hohlraum desselben vollständig mit Blüthenstaub an, und die Staubbeutel schrumpfen, ihres Inhaltes entleert, auf kaum 1/, ihres früheren Durchmessers zusammen. Die sämmtlichen Blumenblätter wachsen nun zu ihrer vollen Grösse, und in gleichem Verhältnisse wachsen die fünf äusseren Staubfüden in die Länge und ihre Enden in die Dicke, so dass sie trotz der Streckung des Schiffchens beständig bis in den von seiner Spitze gebildeten Hohlkegel hinein- reichen und trotz des Zurückbleibens der fünf inneren Staubfáden den untersten wei- testen Theil desselben vóllig ausfüllen. Wann die Blüthe ihre Reife erreicht hat, befinden sich daher die Geschlechtstheile in der in Fig. 71, 8 dargestellten Lage. Die fünf inneren Staubfüden (d) sind nach Abgabe ihres Blüthenstaubes nutzlos geworden und liegen, von der Entwicklung der übrigen Theile weit überholt, verschrumpft im unteren, weiteren Theile des Schiffchens; die fünf äusseren (e), welche noch einen wichtigen Dienst zu verrichten haben, sind mitgewachsen und liegen mit ihren ver- breiterten Enden im Grunde des mit Blüthenstaub gefüllten Hohlkegels, den sie dicht verschliessen ; ein Stück unter der Spitze dieses Hohlkegels liegt die Narbe (f); in der Spitze (bei g) hat der Hohlkegel eine schmale Oeffnung; der ganze Hohlraum zwischen den verdickten Staubfadenenden und der Oeffnung ist mit zusammenge- presstem Blüthenstaub erfüllt; die Pumpeneinrichtung ist damit fertig. Denn ein schwaches Herabziehen des Schiffchens presst die verdickten Staubfadenenden weiter in den Hohlkegel hinein und damit eine entsprechende Menge Blüthenstaub aus der Spalte bei g als bandfórmige Masse heraus; 'hört der Druck auf, so gehen die zu- sammengepressten, verdickten Staubfadenenden in Folge ihrer eigenen Federkraft wieder etwas auseinander, schieben dadurch den Hohlkegel des Schiffchens wieder in die Hóhe und bringen dadurch das ganze Schiffchen wieder in seine frühere Lage, wozu in geringem Grade auch die Elasticität des Schiffchens selbst mitwirkt. Wird das Schiffchen stürker abwürts gezogen oder gedrückt, so kommt auch die Spitze des Griffels, rings mit Blüthenstaub bedeckt, aus der Oeffnung des Hohlkegels hervor; hórt der Druck auf, so kehrt sie in das Schiffehen zurück, aber die nach oben zusammenschliessenden Ränder der Oeffnung, welche einem Drucke von innen her leicht nachgaben und den die Griffelspitze umkleidenden Blüthenstaub ungehindert mit heraustreten liessen, schliessen nun elastisch zusammen und schaben, während die 182. Lotus corniculatus. . Griffelspitze in das Schiffchen zurückkehrt, den Pollen ziemlich vollständig von der- 'Selben ab. Sobald die Pumpenvorrichtung nun soweit fertig ist, richtet sich die Fahne Senkrecht in die Hóhe, so dass sie ihre breite dunkelgelb gefärbte Fläche voll nach vorn kehrt, die beiden Flügel wölben ihre ebenfalls dunkelgelb gefärbten Flächen zu zwei das Schiffchen umschliessenden Halbkugeln auswärts, so dass sie von vorn, von oben und von den Seiten gesehen gleich stark in die Augen fallen, die fleischig ver- dickte Basis der verwachsenen Staubfäden sondert nach innen Honig ab, der. die Basis des Fruchtknotens ringfórmig umschliesst und nur durch zwei kleine Oeffnungen Techts und links von der Basis des oberen Staubfadens erreicht werden kann, und die Blume ist nun zum Empfange der Insekten bereit (1. 2. Fig. 71). Es bleibt nur noch zu erörtern, wodurch das Herabdrücken des Schiffchens bewirkt wird. Auch diesen wichtigen Dienst vermitteln die Flügel. Dieselben bilden den Halteplatz für die besuchenden Insekten und sind mit dem Schiffchen in der Weise vereinigt, dass mit ihnen auch dieses hinabgedrückt wird. Jeder Flügel hat nemlich nahe der Basis . Seiner Blattfläche eine tiefe Einbuchtung 3, c', welche sich in eine entsprechende Vertiefung der Oberseite der Basis des Schiffchens 5, c legt, und dicht hinter dieser Stelle sind die oberen Ränder der beiden Flügel mit einander verwachsen. Kommt nun eine Biene angeflogen und drängt sich, während sie mit Mittel- und Hinterbeinen die Flügel umfasst, mit dem Kopfe und den Vorderbeinen unter die Fahne, um ihre Rüsselspitze in einen der beiden Saftzugänge einzuführen, so drückt sie die Flügel und mit ihnen das Schiffehen abwärts, aus der Spitze des Schiffchens quillt etwas Blüthenstaub hervor und hängt sich an die behaarte Bauchseite des Insekts ; bei wei- terem Vorwürtsdringen des Insekts und tieferem Abwürtsdrücken der Flügel und des Schiffchens kommt auch die Narbe aus der Spitze des Schiffehens hervor und reibt Sich an der Bauchseite des Insekts. T Da dieselbe nicht bloss von derselben Blüthe, sondern auch von den vorher- besuchten Blüthen noch mit zahllosen Pollenkórnern behaftet ist, so ist es unver- Meidlich, dass auch zahlreiche Pollenkórner anderer Blüthen mit der Narbe in Be- rührung kommen, und esist kaum zu bezweifeln, wiewohl nur schwer durch directen Versuch zu erweisen, dass der fremde Blüthenstaub auch bei Lotus den derselben Blüthe bedeutend in seiner Wirkung überwiegen wird. Nach Derrıno’s Vermuthung Wird die Narbe erst empfängnissfähig, nachdem sie durch Zerreiben ihrer zarten Pa- Pillen klebrig geworden ist. Wenn diese Vermuthung richtig ist, so wird bei wieder- holten Insektenbesuchen in der Regel Fremdbestäubung bewirkt werden, da die Narbe den ihr anhaftenden Pollen vorher abgerieben haben muss, ehe sie durch Zer- reiben ihrer Papillen klebrig werden und befruchtenden Pollen aufnehmen kann, und då es desshalb die grössere Wahrscheinlichkeit für sich hat, dass das letztere an einer Mit fremdem Pollen behafteten Stelle der Unterseite des Insektes erfolgt. In jedem Falle ist es zum vollen Verständnisse dieser Blütheneinrichtung sehr wünschenswerth, dass der Versuch angestellt werde, ob Lotus bei Insektenabschluss fruchtbar ist oder nicht. Das Herauspressen kleiner bandförmiger Pollenmassen durch Abwärtsdrücken des Schiffchens lässt sich S—12 Mal wiederholen, wenn man jedesmal mit schwachem rucke sich begnügt. Die Pollen sammelnden Bienen aber drücken, um möglichst Teiche Ausbeute zu haben, Flügel und Schiffchen möglichst kräftig abwärts, so dass Schon nach einigen wenigen Besuchen der Blüthenstaubvorrath erschöpft ist. Bienen, Namentlich Bauchsammler, sind die hauptsächlichen Befruchter der Pflanze, an deren Blüthen ich überhaupt folgende Besucher bemerkt habe: 220 IH. Von Insekten befruchtete Blumen: 183. Trifolium repens. A. Hymenoptera Apidae: a) Bauchsammler: 1) Osmia interrupta SCHENCK € (L. Sid. Thür.). 2) O. aurulenta Pz. 9 (Sld. Thür.), sehr zahlreich. 3) O. aenea L. 25 (L.), zahlreich. 4) Diphysis serratulae PZ. 9 5 (L. Sld.), zahlreich. 5) Megachile Wil- lughbiella K. €. (L. Sld.). 6) M. pyrina LEP. Q 5, zahlreich. 7) M. circumcincta K. 9 Ó (L. Sid.), häufig. S) Anthidium manicatum L. Q (L.). 9) A. punctatum LATR. 9 ő (Thür.), häufig. 10) A. strigatum LATR. 9 & (Thür.), nicht selten; von allen diesen die © stets gleichzeitig saugend und Psd., die 5 natürlich bloss sgd. b) Schenkel- unc Schienensammler: 11) Bombus agrorum F.Q 8, sgd., seltener Psd. 12) B. terrestris L. Q, desgl 13) Apis mellifica L. 8, sehr häufig, desgl. 14) Eucera longicornis b. GOs sehr häufig, nur sgd. 15) Rhophites canus Eversm. Q 5 (Thür.), sgd. 16) Andrena labialis K. €, sgd. 17) A. xanthura K. Q, Psd. 18) A. convexiuscula K. 9, sgd. und Psd. 19) Halictus rubicundus CHR. Q, sgd. und Psd. 20) H. flavipes K.9, sgd. o Ku- kuksbienen: 21) Nomada ruficornis L. Ọ, sgd. 22) Coelioxys sp. Ö, sgd. B. Di- ptera a) Conopidae: 23) Conops flavipes L. (4—5), sgd., den Rüssel unter der Fahne einführend — nur einmal beobachtet. b) Syrphidae: 24) Melanostoma mellina 1... 280g C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 25) Lycaena icarus RoTT. 26) Hesperia tages L. 27) H. alveolus H. b) Sphinges: 28) Sesia empiformis E. (Thür.. 29) Zygaena loni- cerae EsP. (Thür.). c) Bombyces: 30) Porthesia auriflua S. V., an eine Blüthe fliegend, vergeblich nach Honig suchend, dann sich wieder entfernend, alle übrigen Schmetterlinge sgd. d) Noctuae: 31) Euclidia glyphica L., sgd. Die Schmetterlinge und Conops senken ihren Rüssel unter der Fahne in den Blüthengrund, ohne das Schiffchen merklich herab- zudrücken und sind desshalb hóchst wahrscheinlich für die Befruchtung vóllig nutzlos. Von den Bienen haben die Bauchsammler den gróssten Vortheil von den Blüthen, da sie gleich- zeitig saugen und Pollen sammeln kónnen, beides mit dem geringsten Zeitverlust, da sich durch das blosse Abwärtsdrücken des Schiffchens der Pollen ihren Sammelhaaren an- heftet; sie bilden daher, auch der Individuenzahl nach, den bei weitem grössten Theil aller Besucher von Lotus. Dass auch die Blüthen den grössten Vortheil vom Besuche der Bauchsammler haben, ist leicht einzusehen; denn diese arbeiten am raschsten und be- fruchten daher in gegebener Zeit die meisten Blüthen. 183. Trifolium repens L. x Die Blütheneinrichtung ist hier wesentlich einfacher als bei Lotus und fast so einfach, wie sie überhaupt beiSchmetterlingsblumen vorkommt. Staubgefüsse und Stempel sind im Schiffchen einge- Schlossen, treten beim Nieder- drücken desselben hervor und kehren beim Aufhóren des Druckes in ihr Versteck, welches sie vor der Wit- terung und dem Pollenraube der Fliegen schützt, zurück. Wie bei allen honighaltigen Schmetterlings- blumen, wird der Honig von der Basis der verwachsenen Staubfáden abgesondert, umgibt ringfórmig die |. Blüthe von unten gesehen. Basis des Fruchtknotens und kann duo PIE nach der Entfernung des Kelchs und der Fahne von nur durch 2 Oeffnungen (a, 9. Fig. 3. Rechter Flügel von der Innenseite. .— 12) beiderseits der Basis des oberen, dad n mie" Anschwellung an der Basis des oberen Flügel- freien Staubfadens erreicht werden. $edeatung der übrigen Buchstaben wie in Fig. 71. Insekten müssen daher, um zum Honige zugelangen, den Kopfunter der Fahne hineinstecken und haben, wenn sie diess thun wollen, keinen anderen Halteplatz als die beiden Flügel. Indem sie sich an diese anklammern und den ' 183. Trifolium repens. 221 Kopf unter die Fahne zwüngen, drücken sie die Fahne nach oben, die Flügel und Mit ihnen das Schiffchen nach unten, so dass die aus dem Schiffchen hervortretenden Geschlechtstheile nun gegen die Unterseite des besuchenden Insektes drücken; so- bald sich aber die Biene aus der Blüthe zurückzieht, kehren auch alle Theile der- Selben in ihre frühere Lage zurück. Indem die Biene dasselbe Verfahren bei jeder folgenden Blüthe wiederholt, bewirkt sie regelmässig Fremdbestäubung, da sie in Jeder Blüthe die über die Staubgefässe etwas hervorragende Narbe mit der bestäubten Unterseite etwas früher berührt als die Staubgefässe. 7 . - Neben diesen Einrichtungen, welche dem weissen Klee mit vielen Schmetter- ‚lingsblumen gemeinsam sind, müssen als Besonderheiten desselben hervorgehoben werden 1) diejenigen Eigenthümlichkeiten, welche gewisse kurzrüsslige Insekten aus- Schliessen. 2) Die Bedingungen der Drehbarkeit der Flügel und des Schiffchens. 3) Die Umstände, welche beim Aufhören des Druckes die Blüthentheile in ihre frühere Lage zurückführen : e 1) Die Kelchröhre, welche die Stiele der Blumenblätter umschliesst und dadurch dem Auseinanderbiegen der Fahne und der Flügel eine Grenze setzt, ist hier nur 3mm lang; daher sind selbst so wenig ausgeprägte Bienen, wie Andrena und Halictus, vom Honiggenusse nicht ausgeschlossen. 2) Die Flügel sind mit dem Schiffchen j ederseits an einer Stelle (bei c, . 2. 3. Fig. 72) verwachsen, so dass beide nur gemeinsam nach oben und unten ge- dreht werden kónnen ; diese Drehung wird dadurch ermóglicht, dass die blattfórmigen Theile der Flügel und des Schiffchens auf sehr schwachen Stielen sitzen, welche auf den grössten Theil ihrer Länge mit dem oben offen gespaltenen Cylinder der zusam- mengewachsenen Staubfäden verwachsen, am vorderen Ende jedoch frei sind. In- dem die Flügel das Schiffchen erheblich überragen, wirken sie bei der Drehung des letzteren als lange, Hebelarme. Dieselbe Wirkung hat in Bezug auf die Fahne das überragende vordere Ende derselben. 3) Das Zurückkehren der Blüthentheile in ihre frühere Lage bewirken, ausser - dem die Stiele der Blumenblätter umschliessenden Kelche, vorzüglich die Fahne und die Flügel. Derkräftige breite Stiel der Fahne umschliesstnemlich, indem er sich beider- seits abwärts biegt, die übrigen Blumenblätter und die Geschlechtstheile von oben und von den Seiten vollständig und führt daher die Basaltheile derselben durch seine Fahne in die Höhe gedrückt war und der Druck aufhört, in Elasticitàt, wenn die Theile der Geschlechtssäule ihre frühere Lage zurück ; dass aber auch die vorderen und der sie umschliessenden Blumenblätter ihre frühere gegenseitige Lage wieder ein- E nehmen, wird hauptsüchlich durch die oberen Basallappen der Flügel bewirkt, Welche, zu zwei elastischen Blasen (v) umgebildet, auf der Oberseite der Geschlechts- Säule dicht neben einander liegen. dae: 1) Apis mellifica L. 8, sehr häufig, sgd. und Megachile Willughbiella K.&. 4) Halictus tar- Satus SCHENCK Q, sgd. 5) H. maculatus Sm.Q, Psd. 6) Andrena fulvierus K. 9, sgd. B. Diptera a) Syrphidae: 7) Volucella bombylans L., sgd. b) Conopidae: 8) Myopa buc- cata L. 9) M. testacea L., beide sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 10) Pieris . brassicae L., sgd. 11) Hesperia, sgd. Von diesen Besuchern verfahren nur die Bienen in der beschriebenen Weise und bewirken regelmässig Befruchtung durch Fremdbestäubung, während die übrigen Besucher nur zufällig solche bewirken können. Besucher: A. Hymenoptera Api Psd. 2) B. pratorum L. 8, sgd. 3) Der RE Klee ist eine der ersten Schmetterlingsblumen, an welchen die Nothwendigkeit des Insektenbesuchs zu voller Fruchtharkeit nachgewiesen wurde, i X " D 999 III. Von. Insekten befruchtete Blumen: 184-185. Trifolium fragiferum, pratense. D DARWIN fand nemlich bei Abschluss der Insekten durch ein feines Netz den weissen Klee nur ein Zehntel so fruchtbar als bei ungehindertem Insektenzutritte. and Mag. of Nat. Hist. 3 Series. Vol. 2. p. 460.) (Annals 184. Trifolium fragiferum L. stimmt in seiner Blütheneinrichtung mit repens ` überein, nur sind seine Blüthen weit kleiner, die Kelchröhre ist kaum 2 mm lang; und die Flügel sind nach aussen gebogen. Honigbiene saugend. Ich sah an seinen Blüthen häufig die Während sonst die Honigbiene sich meist streng an dieselbe Blumenart hält, geht sie, wo T. fragiferum und repens nebeneinander blühen, ohne Unterschied von den Blüthen der einen Art auf die der anderen über. 185. Trifolium pratense L. 4. Blüthe von unten gesehen. i 2. Dieselbe, nach Entfernung der Fahne, von oben gesehen. 3. Vorderer Theil derselben, nachdem die Ränder des Schiff- chens auseinander gedrückt sind, doppelt so sark vergrössert. 4. Rechter Flügel, mit losgerissenem Stiel, von der Innenseite. 5. Rechte Hälfte des Schiffchens von der Aussenseite (Stiel ab- gerissen). 3 6. Die nach dem Niederdrücken des Schiffchens hervorgetretene Geschlechtssäule nebst dem Schiffehen, von der Seite gesehen. In allen Figuren bedeutet: & Kelch, 5 die durch Verwachsung von 9. Staubfäden mit den Stielen der Fahne, der Flügel und des Schiff- chens gebildete Röhre, c Fahne , d hohler Theil der Innenseite der Flügel, e auswürts gebogener unterer Rand der Innenseite der Flügel, f Aussenseite der Flügel, g die zu einer Blase angeschwollne Basis des Flügels, A Schiffehen, 4 Griffel, k oberster , freier Staub- faden, ? Narbe, m Staubbeutel, 7 Verwachsungsstelle zwischen Flügel und Schiffehen, o Drehpunkt des Schiffchens, p nach aussen gebogener Theil des oberen Randes des Flügels, g auf die Unterseite übergreifende Erweiterung der Fahne. Der Honig sitzt im Grunde einer 9—10 mm langen Röhre, g welche durch die Verwachsung der 9 unteren Staubfäden unter sich und mit den Stielen des Schiffchens, der Flügel und der Fahne gebildet wird. Er wird auch hier von dem fleischigen un- tersten Theile dieser Róhre, der Basis der Staubfüden , abgeson- dert und umgibt ringsum die Basis des im Grunde der Röhre sitzenden Fruchtknotens. Wäh- rend aber bei Trif. repens, wie bei Lotus und den meisten Pa- pilionaceen nur 2 kleine Oeff- nungen zu beiden Seiten der aufwärts gebogenen Basis des obersten Staubfadens den Zugang zum Honig gestatten und die be- suchenden Bienen zwingen, ihren Rüssel bis zu diesen Oeffnungen ausserhalb der Staubfadenröhre nach dem Blüthengrunde hin zu bewegen, tritt bei Trifolium pra- tense der Bienenrüssel, so bald er unter der Fahne eingedrungen ist, in das Innere der mit den. Blumenblättern verschmolzenen Staubfadenröhre ein. Er würde nun, an der obern Seite der Röhre längs der Mittellinie vordringend, mit dem oberen, in die Röhre einge- schlossenen Staubfaden zusammenstossen und durch denselben behindert werden, wenn dieser seine normale Lage hätte; dieser verläuft aber, mit Ausnahme seiner beiden wirklich in der Mittellinie liegenden Enden, ganz an einer Seite und lässt s07 mit den Rüssel unbehindert eindringen. Von der 9—10mm langen, gemeinsamen Röhre sondern sich nun an ihrem vorderen Ende: 1) die breite Basis der Fahne, welche die obere und die beiden seit- 185. Trifolium pratense. lichen Flächen der Röhre fortsetzt und mit einer Erweiterung gleich an der Basis des ‚freiwerdenden Theiles (q) sogar noch einen kleinen Theil der Unterseite umfasst. 2) Die Basis des Schiffehens, welche zwischen den Erweiterungen der Fahnenbasis die Unterseite der Röhre fortsetzt und, obgleich noch nicht halb so breit als die Basis der Fahne, doch breit und kräftig genug ist, um, abwärts gedreht, durch ihre eigene Elasticit&t wieder in die Höhe zu schnellen. 3) Die beiden Flügel, welche sich von der gemeinsamen Röhre zunächst mit dünnen, leicht drehbaren Stielen lostrennen, dann aber mit 2 noch stärkeren blasigen Anschwellungen als beirepens (g Fig. 73) die Geschlechtssiule-von oben umschliessen und durch die Elasticität derselben die gegenseitige Lage der Geschlechtssäule und der sie umschliessenden Blumenblätter Sichern. 4) Die Staubfadenröhre , in deren oberen Spalt sich der 10te freie Staub- faden einfügt und welche sich im Hohlraume des Schiffchens alsbald in freie, steife, aufwürts gebogene, am Ende etwas verdickte Staubfüden zerspaltet. Mitten zwischen den nach oben gekehrten, unter dem offenen Spalte des Schiff- . chens liegenden Antheren krümmt sich der Griffel soweit in die Höhe, dass die an Seinem Ende liegende Narbe die Antheren etwas überragt. Schiebt nun eine Biene ihren Rüssel unter die Fahne hinein, während sie mit ihren Vorderbeinen die mit . dem Schiffchen zusammenhaftenden Flügel festhált und Mittel- und Hinterbeine auf tiefer gelegene Theile des Blüthenkópfchens stützt, so dreht sich das Schiffchen nebst den Flügeln nach unten, und es drückt sich zuerst die N arbe und unmittelbar darauf die ganze Gesellschaft nach oben geöffneter Staubgefässe der Unterseite des Bienen- kopfes àn; die Narbe empfüngt den von einer früheren Blüthe mitgebrachten Blüthen- Staub, und die Antheren behaften die Unterseite des Bienenkopfes mit neuem Pollen. B temdbestäubung ist also gesichert; Selbstbestäubung kann beim Zurückziehen des Bienenkopfes zwar auch stattfinden, wird aber wahrscheinlich durch die unmittelbar . Vorher erfolgte Fremdbestäubung unwirksam gemacht. Um auf diesem Wege zum Honige gelangen zu können, muss ein Insekt einen Wenigstens 9— 10 mm langen Rüssel besitzen; der Blüthenstaub dagegen ist allen enjenigen Insekten zugünglich, welche geschickt genug sind, das Schiffchen ab- Würts zu drehen, und es leuchtet von selbst ein, dass Blüthenstaub sammelnde lenen, ebenso gut wie Honig saugende, regelmässig Fremdbestäubung bewirken Müssen. Dagegen ist der rothe Klee, wie die meisten Blumen, welche ihren Honig über 7—9 mm tief geborgen haben, einem der Pflanze nutzlosen, gewaltsamen Honig- raube durch Bombus terrestris und durch andere Insekten, welche die von B. ter- Téstris eingebrochnen Löcher nachträglich benutzen, ausgesetzt. Da die kleinen Blüthen des Klees sich zu ansehnlichen Kópfen vereinigen und reichlich Honig dar- bieten, so werden sie sehr reichlich von Insekten besucht. In der nachfolgenden Liste seiner Besucher sind alle diejenigen Arten, welche regelmässig Fremdbestäu- bung bewirken, mit ! bezeichnet, diejenigen, welche nur zufällig Fremdbestäubung bewirken, ohne besondere Bezeichnung gelassen, diejenigen endlich, welche für die Pflanze völlig nutzlos sind, eingeklammert. ] Besucher des rothen Klees (die hinter den Namen eingeklammerten Zahlen be- Zeichnen die Rüssellängen in Millimetern) : A. Hymenoptera Apidae : 1) Bombus sil- varum L. Ọ (14)! 2) B. lapidarius L 8 Q (10—14)! 2) B. Rajellus ILL. 8 € (10—13)! 4) B. agrorum F. 8 Ọ (10—15)! 5) B. senilis Sm. € (14—15)! 6) B. confusus SCHENCK 8 © (2—14! 7) B. muscorum F. € (13—14)! 8) B. fragrans PALK. © (15)! 9) B. (Apathus) rupestris F. Ọ (14)! 10) B. vestalis Fourc. Q (12)! 11) B. campestris Pz. € (10—12)! 12) B. Barbutellus K. C (12)! sämmtlich sgd., einige auch Psd. 13) (Bombus terrestris L. [7—9]), bohrt die Blumenróhre mit den Spitzen der Kieferladen von aussen an und Selangt so zwar mit grösserem Zeitverluste zum Honig, hat dafür aber den Vortheil, 994 U. Von Insekten befruchtete. Blumen: 186—191. Trifolium arvense, rubens etc. dessen sie sich auch in ausgedehntem Maasse bedient, auch Blüthen, deren Fahnen sich noch nicht aufgerichtet haben, ihres Honigs berauben zu kónnen. 14 (B. pratorum L. 8[8] verfáhrt wie vorige. 15) Apis mellifica L. 8 (6) besucht in der Regel den rothen ^ Klee nur des Honigs wegen und gewinnt denselben mit ihrem nur 6mm langen Rüssel | natürlich, wie die beiden vorigen, nur durch Einbruch. Jedoch habe ich sehr wiederholt | auf einem einzigen Kleestücke hunderte von Honigbienen mit Einsammeln des Pollens von T. pratense beschäftigt gesehen. 16) Anthophora pilipes F. 9 (19—20) sgd.! 17) Eucera longicornis L. Q 5 (10), sgd.! 18) Cilissa leporina Pz. Q (31/5, Psd. ! 19) An- drena xanthura K. Q (8), Psd.! 20) A. Schrankella NYL. 9 (4j. 21) A. fulvierus K.9 (81/5. 22) A. fasciata Wesm. Q($ (3—4); die drei letzten sah ich nur vergeblich nach Honig suchen; ihre Sammelhaare blieben ohne Pollen. 23) Colletes fodiens K. Q (21/9), Psd.! 24) Halictus flavipes K. © (21/5), Psd.! 25) Anthidium manicatum L. 9 d$ (9—10), sgd.! 26) Megachile circumcincta L. Q (11), sgd. und Psd.! 27) Osmia aenea L. e (9—10), sgd. und Psd.! 28) Diphysis serratulae PZ. 9 (7—8), Psd.! B. Dipteraa) Bom- bylidae: 29) (Systoechus sulfureus MIKAN [6—7]). b) Syrphidae: 30) (Volucella bomby- jans L. [7—8]). c) Conopidae: 31) (Sicus ferrugineus L. [6—7]); alle drei sah ich den Rüssel unter die Fahne stecken, obwohl ihr Rüssel jedenfalls zu kurz ist, um den Honig des rothen Klees auf normalem Wege zu erreichen. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 32) Pieris brassicae L. (15). 33) P. rapae L. 34) Vanessa urticae L. (12), sgd. 35) Sa- tyrus Megaera L. 36) 8. Janira L. 37) Hesperia sylvanus EsP. 38) H. thaumas HFN. b) Noctuae: 39) Plusia gamma L., sämmtlich sgd. Aus den mitgetheilten Beobachtungen der am rothen Klee stattfindenden In- sektenbesuche géht hervor, dass die Hummeln allerdings die hauptsächlichsten Be- fruchter desselben sind, dass jedoch auch nach Ausschluss derselben noch immer hinreichend zahlreiche normal saugende und Pollen sammelnde Insekten übrig bleiben würden *), um die zur vollen Fruchtbarkeit nóthigen Fremdbestäubungen zu besorgen. In der bekannten Kette von Schlüssen ,,Je mehr Katzen, desto weniger Mäuse, je weniger Mäuse, desto mehr Hummeln, je mehr Hummeln , desto fruchtbarer der rothe Klee‘‘ ist also das letzte Glied unhaltbar. 186. Trifolium arvense L., Blumenróhre kaum 2mm lang. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8. 2) Bombus Bas jelus Inn. 9 8, sehr zahlreich. 3) B. lapidarius L. 8. 4) Cilissa leporina Pz. e. 5) Andrena xanthura K. Q. 6) Halictus zonulus SM. Q. 7) H. quadricinctus F 02 8) Colletes marginata Sw. d$, sgd. 9) Diphysis serratulae Pz. 5. 10) Osmia caementaria GERST. & (Thür) 11) Megachile maritima K. $, sämmtlich nur sgd. b) Sphegidae: 12) Psammophila affinis K.Q, sgd. B. Lepidoptera: 13) Hesperia thaumas Hury., sgd. 187. Trif. rubens L. (Thüringen, Rehmberg bei Mühlberg). Besucher: Apidae: 1) Bombus muscorum F. 8, Psd. (14. Juli 1868). 2) Anthophora Haworthana K. (aestivalis Pz.) Q, sgd. (8. Juni 1870). 188. Trif, filiforme L. Besucher: Apidag: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Halictus albipes F. 5, sgd. 3) H. cylindricus F. Q, Psd. ; i 189. Trif. medium L. Besucher: Apidae: 1) Andrena dorsata K. Q, Psd. 2) Bombus agrorum F. €, nor- mal sgd. | 190. Trif. procumbens L. | Besucher: Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2, Halictus flavipes K. €, sgd. 191. Trif. montanum L. (Sid.) Apis mellifica L. 8, sgd. Trifolium mit kleistogamischen Blüthen nach Kun (Bot. Z. 1867. 8. 6 7)- / *) Nach DARWIN (Origin of species, Chap. III.) soll Trifolium pratense nur von Hummeln befruchtet werden. Y 192. Melilotus officinalis. 193. Melilotus vulgaris. 194. Medicago sativa. 295 192. Melilotus officinalis WILLD- Der Blüthenmechanis- mus ist ganz der bei Trif. repens angegebene, mit fol- senden kleinen Abwei- chungen: d DerKelch ist noch weit kürzer (nur 2mm lang) und zugleich weiter, der Honig daher nicht nur unmittel- bar noch kurzrüssligeren Insekten zugänglich , son- dern auch mittelbar, da die grössere Weite des Kel- ches ein weiteres Ausein- anderbiegen der Blumen- blätter gestattet. Dem entsprechend sind auch die JE asini E i Bedingungen Vice med did or nach Entfernung der Fahne und des Kelchs, von oben keit der Flügel und des i 3. Dieselbe, nach Abwärtsdrückung der Flügel und Schiff, on der Seite gesehen chen A es von c gesehen. , 1 sund desZurück a Antheren, d Drehpunkt des Schiffehens, e eingedrückte Stellen der kehrens in ihre frühere Lage Flügel, deren Innenflächen mit den Aussenflächen der beiden Blätter des ab eänder > Schiffehens durch Ineinanderstülpung. der Oberhautzellen zusammenge- 8 ert. Flügel und halten sind, f fingerförmige Fortsütze der oberen Basalecken der Flügel, Schiffchen sind weiter nach g Geschlechtssáule, h Honigzugänge, gr Griffel, n Narbe. unten drehbar, indem ihre Stiele nicht wie bei Trif. repens mit dem Staubfadencylinder verwachsen sind. Das Zurückkehren der Flügel und des Schiffchens in ihre frühere Lage beim Aufhóren des Druckes ist trotzdem gesichert, da sich hier an der oberen Basalecke der Flügel statt der-elastischen Blasen zwei nach hinten und innen gerichtete fingerförmige Fort- Sätze (f) ausgebildet haben, welche die Geschlechtssäule oben umfassen, ‚beim Ab- wärtsdrehen der Flügel und des Schiffchens zwar etwas auseinander gehen, aber der Geschlechtssäule dicht angedrückt bleiben und daher, da sie im Bogen nach oben zu- sammenlaufen, mit dem Aufhóren des Druckes von selbst in ihre frühere Lage zu- rückkehren und auch Flügel und Schiffchen zurückführen. Fremdbestäubung ist ebenso gesichert, Selbstbestäubung noch mehr erschwert, als bei Tr. repens, da die Narbe noch weiter über die Staubgefässe hervorragt. a Besucher: Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 2, sehr zahlreich, sgd. be Psd. 2) Andrena dorsata K. 9, sgd. u. Psd. 3) Heriades truncorum L. Q, Psd, 5 Coelioxys quadridentata L. Ö, sgd. 5) Osmia sp. b) Sphegidae: 6) Ammophila sabu- osa L. $, sgd. c) Tenthredinidae: 1) Tenthredo, spec., vergeblich nach Honig suchend. des Schiffehens, 193. Melilotus vulgaris WirıD. (= alba THOUILL.) fand ich nurvon der Honigbiene besucht, die zu Hunderten sgd. und Psd. an den blühenden Stócken beschäftigt war. 194. Medicago sativa L. um Obgleich die Blütheneinrichtung dieser Pflanze schon mehrfach Gegenstand ein- gehender Untersuchungen *) gewesen ist, so ist eine vollständige Erklärung derselben EMG M ale asd GEORGE HENsLow [Note on the structure of Med. sativa as apparently affording E ities for the intererossing of distinct flowers. Proc. of the Linn. Soc. Vol. IX. 1867. - (Read. Nov. 16, 1865) p. 327—329] gibt eine klare und richtige Beschreibung des Müller, Blumen und Insekten. i 15 V 226 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 194. Medicago sativa. doch noch keineswegs erreicht; durch nochmalige Erörterung derselben hoffe ich wenigstens die Kenntniss der Spannungs- und Hemmungsverhältnisse etwas zu ver- vollstándigen. ; 1. Jungfráuliche Blüthe, von unten gesehen. 2. Dieselbe, nach Entfernung der Fahne und der oberen Kelchhälfte, von oben gesehen. 3. Rechter Flügel, von der Innenseite gesehen. 4. Schiffehen von rechts oben gesehen, so dass man von dem rechten Blatte desselben die Aussenseite, von dem linken die Innenseite erblickt. ; 5. Blüthe nach dem Losschnellen, nachdem Fahne und obere Hälfte des Kelchs entfernt sind, von rechts oben gesehen. (Vergrösserung 3!|» : 1). a Kelch, b Fahne, e Flügel, d Stiel des Flügels, e nach innen und vorne gerichtete Einsachung des Flügels, f Eingang in diese Einsackung, g nach hinten und innen gerichteter, finger- förmiger Fortsatz des Flügels, A Schiffehen, t Einsackungen des | Schiffchens, in welche sich die nach innen und vorn gerichteten Medicago sativa gehórt mit Sa- | rothamnus scoparius und Genista tinctoria zu den losschnellenden Schmetterlingsblumen ; wie bei die- sen ist die Geschlechtssäule vor dem Losschnellen in dem auch mit den oberen Rändern verwachsenen Schiffehen eingeschlossen ; wie bei diesen tritt sie bei einem Druck, welchen ein besuchendes Insekt auf das Schiffehen ausübt, nicht nur aus demselben hervor, sondern schnellt mit Federkraft noch weiter empor, so dass ein Zurückkehren in die frühere Lage dann niemals stattfindet; wie bei Genista tinctoria werden die- emporgeschnellten Ge- schlechtstheile der Fahne angedrückt und dadurch ein weiteres Ein wirken der besuchenden Insekten auf die Geschlechtstheile verhindert. Von den beiden andern unterscheidet - sich aber Medicago sativa dadurch, Einsackungen der Flügel stülpen, % die verwachsenen Staub- füden, Z der oberste, freie Staubfaden, m Honigzugänge, z Staub- beutel, o Narbe. 1 dass sowohl’ 1) die Federkraft als 2) die Hemmung derselben auf andere Organe vertheilt sind. 1) Während bei Sarothamnus der lange Griffel allein als losschnellende Feder fungirt, bei Genista tinct. dagegen die Geschlechtssäule nach oben, das Schiffchen mit den Flügeln nach unten gespannt ist, liegt bei Medicago sativa die Federkraft fast ausschliesslich in den oberen Staubfüden; man kann diess deutlich sehen, wenn. man die oberen Staubfäden von den unteren durch Zerspaltung des Staubfaden- bündels trennt, indem dann die oberen sich noch etwas stürker aufwürts krümmen, während dagegen der Stempel und die unteren Staubfäden bis fast in die wagerechte Lage herabsinken. Mit den oberen Staubfüden sind aber die unteren durch Ver- wachsung, der Stempel durch Umschliessung zu gemeinsamer Bewegung verbunden. . 2) Die Hemmung , welche die aufwärts federnde Geschlechtssäule in der jung- fräulichen Blüthe gewaltsam in wagerechter Lage gespannt erhält, liegt bei M. sativa nicht wie bei Sarothamnus und Genista in der Verwachsung der oberen Ränder des Blüthenmechanismus und erwähnt, dass er die Blüthen häufig von der Honigbiene be- sucht sah, ohne. dass dieselbe das Losschnellen bewirkte, Die Honigabsonderung un die Zugänge zum Honige lässt aber HENSLOW unerwáhnt und stellt über den Grund der Diadelphie der Staubfáden eine ganz unhaltbare Hypothese auf, indem er sie in ursäch- lichen Zusammenhang mit dem Emporschnellen der Geschlechtssäule zu bringen sucht. Unabhängig von G. HEnsLow haben HILDEBRAND (Bot. Z. 1866. p. 74. 75. 1867. p. 283) und DELPINO (sugli app. p. 26 — 28, Ult. oss. p. 47—48) den Blüthenmechanismus von M. sativa erörtert und die eben bezeichneten Mängel beseitigt. 194. Medicago sativa. 227 Schiffchens, obgleich dieselben auch hier mit einander verwachsen sind; denn man kann bei M. sativa diese Ränder vollständig von einander trennen, ohne dass Los- schnellen erfolgt; sie liegt vielmehr in 2 nach vorn und 2 nach hinten gerichteten Fortsützen, mit welchen die vereinigten unteren Blumenblätter die Oberseite der Geschlechtssäule umfassen. Die nach vorn gerichteten Fortsätze bestehen in 2 Einsackungen der Blätter des Schiffchens in den oberen Basalecken desselben (i; 4. 5. Fig. 7 5), welche, indem Sie sich dicht neben einander legen, die Geschlechtssäule in ihrer vorderen Hälfte, etwa bei 2/, ihrer, Länge, von oben umfassen und in zwei noch tieferen Einsackungen d der Basis und dem oberen Rande der Flügel (e, 2. 5), welche, indem sie sich in . die Einsackungen des Schiffchens stülpen, Flügel und Schiffchen zu gemeinsamer Be- - Wegung fest verbinden und zugleich die vordere Umfassung der Geschlechtssáule verstärken. (Diese nach. vorn gerichteten Einsackungen der Flügel [e, 2. 5] sind weiter nichts als die weitere Ausprägung jener flachen Einsackungen, in welchen wir bei "Trifolium und Melilotus die Flügel mit dem Schiffchen zusammenhaften sahen.) Ausser dieser nach vorn gerichteten Einsackung gibt nun jeder Flügel an der Basis seines oberen Randes noch einen langen fingerförmigen Fortsatz (die weitere Ausprägung desselben, den wir schon bei Melilotus auftreten sahen) nach hinten ab; beide fingerförmige Fortsätze (gg, 2. Fig. 75) krümmen sich in der Weise nach oben und innen, dass sie die Geschlechtssäule etwa bei ! /3 ihrer Länge von oben umfassen und sich mit ihren Enden entweder dicht aneinander legen oder doch fast berühren. Um die Spannungsverhältnisse, welche durch die Verwachsung der kräftig nach oben federnden oberen Staubfäden mit den unteren, durch das Umschlossensein des Stempels von den 9 verwachsenen Staubfäden und durch die eben beschriebene Ver- bindung der unteren Blumenblätter mit einander und mit der Geschlechtssäule be- wirkt werden, noch deutlicher zu. überblicken, durchschneide man an einer jungfräu- lichen Blüthe den Stiel des Schiffchens , dann werden sofort Flügel und Schiffchen freiten oberen Staubfäden ein Stück von dem Schiffchen um- Vorsicht auch den anderen fingerförmigen Fortsatz ab, und das Losschnellen der Ge- schlechtssäule erfolgt unvermeidlich sofort. Die Federkraft der oberen Staubfäden wirkt also ziehend auf den Stiel des Schiffehens und in dem Grade auseinander drückend auf die vorderen Einsackungen der Flügel und des Schiffchens, dass nur durch das gleichzeitige Aufgreifen der fingerförmigen Fortsätze auf die hintere Hälfte _ der Geschlechtssäule das Aufwürtskrümmen derselben verhindert wird. Das Lösen der Hemmung und damit das Losschnellen der Geschlechtssäule kann daher ebenso- Wohl durch das Auseinanderbiegen der vorderen Einsackungen (e2), als durch das Auseinanderbiegen der fingerförmigen Fortsätze (y 2), als endlich durch das Niederdrücken der Flügel und des Schiffchens bewirkt werden. Drängt sich daher ein Insektenrüssel in der Mittellinie der Blüthe zwischen den vorderen Ein- Sackungen und den fingerförmigen Fortsätzen in den Blüthengrund, oder stützt sich en Insekt mit den Beinen auf die Flügel und zwängt den Kopf in der Mittellinie unter die Fahne, so erfolgt in beiden Fällen das Losschnellen der Geschlechtssäule ; le am weitesten hervorragende Narbe (o Fig. 5) schlägt zuerst gegen die Unterseite des eindringenden Rüssels oder Leibes und behaftet sich, falls das Insekt vorher 15 * / 928 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 194. Medicago sativa. andere Blüthen derselben Art besucht hat, mit fremdem Blüthenstaub; fast gleich- zeitig, aber doch einen Moment später und nicht genau an derselben Stelle, sondern rings um dieselbe herum, treffen die Staubbeutel dieselbe Unterseite und behaften sie mit neuera Blüthenstaub; es tritt also bei derartiger Insektenthütigkeit beim Besuche jeder neuen Blüthe regelmässig Fremdbestäubung ein; nur bei denjenigen Blüthen, mit welchen die besuchenden Insekten den Anfang machen, ist Fremdbestüubung ausgeschlossen ; bei diesen kommt, indem das Insekt sich aus der Blüthe zurückzieht, . fast unvermeidlich eigner Blüthenstaub auf die Narbe. Dass derselbe wirksam ist, unterliegt. keinem Zweifel, da HrrnzsmAxDp (Bot. Z. 1866. S- 75) durch den Versuch bewiesen hat, dass Blüthen, welche bei Abschluss des Insektenbesuchs verwelken, ohne dass ein Losschnellen der Geschlechtstheile erfolgt, durch Sichselbstbestäubung fruchtbar sind. . : Trotz des sehr prücis wirkenden Mechanismus haben die Blüthen , wie ich mich durch Beobachtung des Insektenbesuches überzeugt habe, zwei bemerkenswerthe Un- vollkommenheiten, indem sie nicht nur nach erfolgter Explosion noch fortfahren, Honig abzusondern, sondern auch in jungfrüulichen Blüthen hinreichend schlauen Insekten den Genuss des Honigs ohne Gegendienst gestatten. Dass die nach der Explosion fortgesetzte Honigabsonderung den Pflanzen nach- theilig ist, liegt auf der Hand; denn sie veranlasst die Insekten zu dem der Pflanze völlig nutzlosen Besuche explodirter Blüthen und entzieht dadurch den noch vor- handenen jungfrüulichen Blüthen ihre Befruchter. Ich habe Hunderte von Honig- bienen an bereits losgeschnellten Blüthen saugen sehen, indem sie den Rüssel von einer Seite her über einem der Flügel hineinsteckten und so mit den der Fahne dicht angedrückten Geschlechtstheilen gar nicht in Berührung kamen. Auch die andere Unvollkommenheit der Blüthen macht sich, wie schon HENSLOW beobachtete, die Honigbiene zu Nutzen. Wahrscheinlich ist es ihr unbequem, bei jedem Blüthenbesuche durch die losschnellenden Geschlechtstheile von unten gegen den Rüssel geschlagen zu werden; denn sie zieht es vor, auch jungfrüuliche Blüthen von einer Seite her anzusaugen, indem sie den Rüssel neben einem Flügel in den Blüthengrund senkt, so dass sie eine Explosion der Blüthen gar nicht bewirkt. Ob- wohl die Honigbiene bei weitem am zahlreichsten die Blüthen von Med. sativa be- sucht, so habe ich sie nie das Losschnellen bewirken sehen; wohl aber konnte ich häufig aus nächster Nähe beobachten, dass sie in der eben angegebenen Weise verfuhr. Leider ist es mir, trotz oftmaligen Ueberwachens der Pflanze überhaupt noch nie gelungen, das durch Insektenbesuch veranlasste Losschnellen der Geschlechts- theile direct zu beobachten, obwohl es, nach der Zahl der Blüthen zu schliessen , die ich im losgeschnellten Zustande fand, sehr hüufig geschehen muss. Da nun ausser . der Honigbiene, die, wie es scheint, niemals das Losschnellen bewirkt, nur Schmetterlinge in grosser Zahl an den Blüthen saugen, so bleibt kaum eine andere Annahme möglich , als dass diese es sind, die, ihren Rüssel mitten unter der Fahne in den Blüthengrund einführend, das Losschnellen der Blüthen und die Befruchtung durch Fremdbestäubung bewirken; sie sind aber meist zu scheu, um eine Beobach- tung ihrer Befruchtungsthätigkeit aus nächster Nähe zu gestatten. Nur ein einziges Mal gelang es mir, Hesperia thaumas Hury. aus nächster Nähe an einer jungfráu- - lichen Blüthe saugen zu sehen, aber auch hier erfolgte, da sie von der Seite her saugte, kein Losschnellen. Da schon eine feine in der Mitte in den Blüthengrund eingeführte Nadel dasLosschnellen der Geschlechtssäule bewirkt, unterliegt es keinem Zweifel, dass auch der dünne Rüssel eines Schmetterlings dazu genügen würde. 195. Medicago falcata. 229 m die directen Beobachtungen müssen erst noch gemacht werden. Als Besucher r Blüthen habe ich überhaupt bemerkt : Jen Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., sehr zahlreich. 2) Mega- E ros Lisi, sgd. B. Lepidoptera a) Rhopalocera: 3) Pieris brassicae L. 4) P. iius " >) P. napi L., alle 3 häufig. 6) Vanessa urticae L. 7) Colias hyale L. 8) Sa- H yperanthus L. 9) Lycaena argiolus L. 10) Hesperia thaumas Hury. b) Noctuae: ) Plusia gamma L. 195. Medicago faleata L. (Thüringen, Rehmberg bei Mühlberg). Fig. 76. - Blüthe, schräg von unten gesehen. . Dieselbe, nach Eutfernung des Kelches und der F - Linker Flügel, von rechts und oben geschen, - Schiffehen, von rechts oben gesehen. ahina ai Blüthe, nach Entfernung erkürzt. ; d iN b Habe, c Saftmal, d Flügelstiel, e Flügelblatt, p nach, vorn gerichtete Einsackung des Flügels, g nach in D ig Fortsatz des Flügels, A Stiele des Schiffohens, i Blátter desselben, k Einsackung des Schiffchens, e die nach vorn gerichtete Einsackung des Flügels eingreift, 1 Geschlechtssáule, m oberer freier Staubfaden, n Zusä Y Sánge zum Honig, o Narbe. (Vergr. Frhr) ahne, von oben gesehen. der Fahne, von rechts oben gesehen. „Die Geschlechtssäule scheint Obwohl im Ganzen mit M. sativa übereinstimmend bietet die Blütheneinrichtung von M. faleata doch bemerkenswerthe Eigenthümlichkeiten dar, welche das Los- schnellen der Geschlechtssäule bei einem Drucke von oben erleichtern , den Bienen das Wegnehmen des Honigs mit Umgehung der Losschnellung erschweren und so die Blüthen für die Befruchtung durch Bienen geeigneter machen. Denn die nach aa gerichteten Einsackungen und die nach hinten gerichteten fingerförmigen Fort- nn der Flügel halten, wie aus Fig. 76, 9. ersichtlich ist, die Geschlechtstheile loser eh cha so da8s ein geringerer Druck sie zum Losschnellen bringt, wührend dagegen = I Rüssel leichter in der Mitte in den Blüthengrund gesenkt werden kann, ac osschnellung zu bewirken. Die Flügel gestatten , da sie kürzer und breiter E in ihrer Basalhälfte auf eine kürzere Strecke dem Schiffchen anliegen, einem Boii. der neben ihnen zum Honige vorzudringen versuchen würde ; geringeren den ui: Dem entsprechend sah ich von den sehr zahlreichen Bienen. die ich an Jung SN von M. falcata zu beobachten Gelegenheit hatte, keine einzige an einer ulichen Blüthe saugen oder Pollen sammeln , ohne dass sie die Losschnellung 330 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 195—196. Medicago faleata u. lupulina. der Geschlechtssäule bewirkt hätte, wohl aber Schmetterlinge. Die Blüthen von M. sativa scheinen demnach mehr für Befruchtung durch Schmetterlinge, die von M. falcata mehr für Befruchtung durch Bienen geeignet. Aus dem thatsächlich statt- findenden Insektenbesuche beider Arten lässt sich schliessen, dass die Blüthen von M. sativa auch mehr Anlockung auf die Schmetterlinge, die von M. falcata mehr An- lockung auf die Bienen ausüben; doch bin ich nicht im Stande gewesen, einen Grund für diese Verschiedenheit der Anlockung zu erkennen. Besucher von Medi- cago falcata (in Thüringen, am Rehmberge bei Mühlberg, Juli 1868) : A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., zahlreich. 2) Bombus muscorum F. 8, sgd. 3) Rhophites canus Ev. 9 $, sgd. 4) Cilissa leporina Pz.9 5, sgd. u. Psd. 5) Andrena denticulata K. €, sgd. 6) A. fulvierus K. 9, sgd. 7) Halictus quadricinetus F. Q, Psd. 8) Nomada Solidaginis Pz. €, sgd. 9) N. varia Pz. 9, sgd. 10) N. ferruginata K. ©, sgd. 11) Osmia aurulenta Pz. Q, sgd. und Psd., häufig. B. Di- ptera a) Bombylidae: 12) Systoechus sulfureus MIK., sgd. b) Syrphidae: 13) Helophilus trivittatus F. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 14) Hesperia, sgd. 15) Lycaena, sgd. b) Sphinges: 16) Sesia asiliformis RoTT., sgd. 17) Zygaena carniolica EsP., häufig. c) Noctuae: 18) Euclidia glyphica L., sgd. 196. Medicago lupulina L. Den Blüthen dieser Art, deren obere Staubfäden nur sehr geringe Federkraft zu besitzen scheinen, fehlt es trotz ihrer Winzigkeit nicht an eifrigen Besuchern. Ich bemerkte: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., sehr zahlreich. Es ist bezeichnend für den Sammelfleiss der Biene, dass sie es nicht verschmäht, selbst die winzigen Honigtrópfchen dieser Blüthen zu saugen. Unter dem Gewichte der Biene senkt sich das ganze Blüthenköpfchen, so dass sie von unten an demselben hangend, das Saugen vollziehen muss. Sie thut diess mit äusserster Behendigkeit, indem sie an jedem Köpfchen an einzelnen (meist nicht über 4) Blüthen die Zungenspitze unter die Fahne steckt und dann zu einem anderen Köpfchen fliegt, auf diese Weise in ausgedehntem Maasse Kreuzung verschiedener Stöcke bewirkend. 2) Andrena convexiuscula K. €, sgd. 3) A. xanthura K. Q, Psd. 4) Halictus flavipes K. Q, Psd. B. Diptera Conopidae: 5) Myopa buccata L. 6) M. testacea L., beide sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera : 7) Thecla rubi L. 9, sgd. Auch Darwın sah Med. lupulina häufig von Bienen besucht und fand die Pflanzen, durch Ueberdecken eines Netzes gegen Insektenzutritt geschützt, weit weniger fruchtbar (Proc. of the Linn. Soc. Vol. IX. 1867. Bot. S. 328). Bonjeaniahirsuta. Die Blüthen haben nach DELPINO Pumpeneinrichtung mit verdickten Staubfadenenden (Ult. oss. p. 45). ; Parochetus Ham. hat nach Kunx kleistogamische Blüthen. (Bot. Z. 1867. S. 67). | | Amorpha fruticosa. Schiffehen und Flügel sind verkümmert, Staubgefässe und Griffel stehen frei hervor; die kleinen, eines Halteplatzes entbehrenden Blüthen sind zu einer endständigen Aehre geordnet, an welcher Bienen leicht von Blüthe zu Blüthe kriechen können. Die Blüthen sind proterogynisch mit langlebiger Narbe (Dxrerwo, Ult. oss. p. 64—68. Bot. Z. 1870. S. 621—623). Astragalus alpinus, oroboides und Phaca frigida haben nach AXELE los- schnellende Blüthen, die nur einmaligen Insektenbesuch gestatten (Axxnrn S. 17). Indigofera. Die Blüthen sind nach HILDEBRAND's Beschreibung und Ab- bildung (Bot. Z. 1866. 8. 74. 75. Taf. IV. Fig. 6—9) in der Weise losschnellend, dass sich das Schiffchen und die Flügel nach unten klappen, wührend die nun frei hervorstehenden Geschlechtstheile in ihrer wagerechten Lage bleiben; beim Ver- blühen tritt Sichselbstbestäubung ein. Georez HrexsLow (Proc. of the Linn, Soc. IX. 1867. Bot. p. 355—358) beschreibt die Blüthen von I. speciosa mit Be~- 197. Anthyllis Vulneraria. . 931 z , : : ugnahme auf HirpEBRAND's Beschreibung und betont mit Recht, dass diese Blüthen- dins h n nur durch die Annahme erklärbar ist, dass sie Fremdbestäubung her- ührt. : s = macrostachya VENT. sah DEnPINO von Bombus italicus besucht. (Ult. oss. 197. Anthyllis Vulneraria L. Fig. 77. E ü o : Blüthe, von unten gesehen. . - nach Entfernung des Kelches, von der Seite gesehen. ; A 3 - A und der Fahne, von oben gesehen. 3 ordere Hälfte des Schiffehens, schräg von oben und links gesehen. EEE z - - und des Flügels, von der linken Seite her gesehen. i Linker Flügel (mit Hiuweglassung der Basis) von der Innenseite her gesehen, . Fahne von der Unterseite gesehen (Vergrösserung 32:1). ER Ben des Schiffehens, nach Entfernung seiner linken Hälfte, nebst ffel, von der linken Seite gesehen (Vergrösserung 7 : 1). : en b Unterseite der Fahne, b’ Rinne derselben, c Ohgrseite (Aussenseite) der Fahne, d Flügel und en nn Lappen der Fahne, e Innenseite der Flügel, f Aussenseite der Flügel, g schmale, tiefe legt sich i. Som auf doe Aussenseite des'Flügels, welche innen als scharfe Kante (A) vorspringt. Diese scharfe Kante du ae tiefe Einfaltung (i) der oberen Seite des Schiffchens (X) und bekommt durch einen spitzen Vorsprung ER iei T (D, der hinter die scharfe Kante A, in den ee n% eingreift, um so festeren Halt, m Oeffnung RE sonos aus welcher der Blüthenstaub heraustritt, m’ vordere Einfaltung des oberen Randes der Flügel, chlechtssäule, o Zugänge zum Honig, P verdickte Staubfadenenden, 4 zusammengeschrumpfte, entleerte Staub- be u ` utel, + Blüthenstaub, s Narbe, tt Stiele der Flügel. darin eingeschlossenen Staubgefässen T: Anthyllis Vulneraria gehört zu den Schmetterlingsblumen mit Nudelpumpen- Einrichtung, weicht aber von Lotus in den meisten Stücken so auffallend ab, dass sie > gesonderte Beschreibung verdient. (Eine kurze Andeutung der Blütheneinrich- ung gibt Derrino, Ult. oss. p. 45.) U Die ‚sehr verlängerten Stiele der Blumenblätter sind von. einem 9— 10 mm langen, TARY Mitte etwas blasig angeschwollenen, weichbehaarten Kelche (a Fig. 1) um- lossen, aus welchem die am Ende flach auseinander gebreitete, schräg aufwärts a qn Fahne 6—7mm weit hervorragt. Sie umschliesst mit dem rinnenfórmigen e e ihrer Basis (i 7) die Flügel, welche von ihr etwas überragt werden, von oben SP sg zugleich mit zwei gerundeten Lappen beiderseits ihrer Basis (d d 7) nach eas dieselben herum , so dass sie dieselben fast vollständig umfasst. will Ein Insekt, welches zu dem im Grunde der Blüthe geborgenen Honig gelangen 5 a Ku daher die Flügel von den Seiten umfassen und einen Rüssel von wenig- ~ — 10 mm Länge unter der Fahne hingin zwüngen. "i En Flügel umschliessen das Schiffehen und sind mit demselben so innig ver- pft, dass mit ihnen auch dieses herabgedrückt wird, indem 1) eine tiefe schmale e Dee SEI duse pai pied i " > ^ ; : à » 9 39 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 197, Anthyllis Vulneraria. 198. Ononis spinosa. Einfaltung an der Oberseite jedes Flügelblattes nahe seiner Basis (g 9 von oben, A 5.6 yon unten gesehen) im eine Falte des darunter liegenden Schiffchenblattes (i 4. 5) eingreift, 2) ein ausserhalb dieser Falte des Schiffchenblattes vorspringender spitzer dreieckiger Zahn (2 4. 5) in den hinter der Einfaltung des Flügels liegenden Hohlraum (A 5. 6) greift und 3) eine Einfaltung der oberen Flügelränder vor ihrer Mitte (m' 3. 5. 6) ein festes Zusammenschliessen derselben über dem Sehiffchen be- wirkt. Dicht vor der Stelle, wo die oberen Flügelränder mittelst einer Einfaltung über dem Schiffchen sich dicht an einander legen, tritt beim Niederdrücken der Flügel die mit einem Spalte geóffnete Spitze (m 4. 5) des hinter diesem Spalte auch mit den oberen Rändern verwachsenen Schiffchens hervor, und aus dem Spalte des Schiffehens selbst quillt, indem durch die Flügel auch das Schiffchen niedergezogen wird, von hinten durch die verdickten Enden der 10 Staubfäden (p 8).gepresst. eine bandfórmige Masse von Blüthenstaub heraus. Beim Nachlassen des Druckes kehren Flügel und Schiffchen in ihre frühere Lage zurück, bei Erneuerung des Druckes werden neue Portionen Blüthenstaub hervor- gepresst. Nachdem der grósste Theil des Blüthenstaubes auf diese Weise heraus- gepresst worden ist, tritt aus demselben Spalte auch die Narbe (s Fig. 8) hervor, die zwar im Schiffehen rings von eignem Blüthenstaube umschlossen gelegen hat, aber doch bei ihrem Hervortreten frei von demselben ist, da ihre Papillen noch nicht die zum Festhalten des Pollens nóthige Klebrigkeit besitzen und beim Heraustreten aus dem Spalte durch die elastisch zusammenschliessenden Ränder desselben von den umgebenden Pollenkörnern befreit werden. Streicht man mit der Narbe mit einigem Druck über ein Glasplättchen , so sieht man ihren Weg durch einen Streifen záher Flüssigkeit, welche dem Glaspláttchen an- haften geblieben ist, bezeichnet; bringt man sie nun mit Blüthenstaub in Berührung so bleibt derselbe so fest an ihr haften, dass er nicht leicht wieder abgestrichen werden kann. Ohne Zweifel geschieht dasselbe bei wiederholtem Insektenbesuch ; bei den ersten Besuchen gibt die Blüthe Pollen an das Haarkleid der Unterseite des Besuchers - ab; ist sie denselben los, so reibt sich bei neuen Besuchen die Narbe an der Unter- seite des Insekts einen Theil ihrer zarten, mit zäher Flüssigkeit gefüllten Zellen offen. und behaftet sich nun mit Blüthenstaub, welcher der Unterseite des Insektes von früheren Blüthenbesuchen her anhängt; so ist bei eintretendem Insektenbesuche Fremdbestäubung gesichert. Ob bei ausbleibendem Insektenbesuch der die Narbe umgebende eigene Blüthenstaub befruchtend wirkt, muss durch den einfachen Ver- such, die Pflanze bei Abschluss von Insekten abblühen zu lassen und dann auf ihre Samenkörner zu prüfen, entschieden werden. Als Befruchter beobachtete ich vom 14—14. Juli 1868 in Thüringen (am Rehmberge bei Mühlberg) folgende Bienen: 1) Bombus silvarum L. & (10*) sgd. 2) B. hortorum EASTERN 9B. m scorum F. 9 (13—14), sgd. 4) Osmia aurulenta Pz.Q9 (8—9), Psd., alle vier sehr wieder- holt. Ausserdem sah ich Lycaena alsus W. V. Q und einen Capsus an den Blüthen den , Versuch machen zu saugen. \ 198. Ononis spinosa L. ; ; Auch Ononis spinosa hat Blüthen mit Nudelpumpen-Einrichtung, die jedoch von denen von Lotus und Anthyllis wieder wesentlich abweichen. Sie sind honiglos und, wie fast alle honiglosen Schmetterlingsblumen , smonadelphisch. Da nemlich die Absonderung des obersten Staubfadens bei den übrigen Schmetterlingsblumen : *) Die hinter den Namen eingeklammerten Zahlen bezeichnen die Rüssellängen in Millimetern. 198. Ononis spinosa. 235 Se — gestiens > als den ; durch RE des Staubfaden- er Oberseite Zugänge zum Honig zu eröffnen, welcher die Insekten zu wiederholten Besuchen veranlasst, so wird mit dem Verluste der Honigabson- derung auch die Trennung des ` obersten Staubfadens nutzlos, und kann, da natür- liche Auslese nicht mehr auf 5m einwirkt, verloren gehen. Die Flügel, welche bei Ononis, Nie;bel den meisten Schmet- terlingsblumen als Halteplatz für die besuchenden Bienen Ee zugleich als Hebel zum Pe Fig. 78. Een Schiffchens 1: ee einer ; ; essen hier den 9, Geschlechtstheile einer Blüthe (7 : 1). Oberen us desiSchiffeheng d 3. Blüthe nach Entfernung der Fahne eite gesehen. als Zwei nach unten diver- 4. Einige Staubgefässe, girende chene Blatter und "' P iter m, ds emi Kd n wm Sind mit demselben durch kehrend. l ZWei nac : 6. Derselbe von der Aussenseite, ach vorn und unten a Aeussere, b innere Staubgefásse, € Blüthenstaub, durch das gerichtete Spitzen (d 5) ver- Schiffehen durchscheinend, d nach vorn und unten gerichteter spitzer ; 3 Vorsprung des Flügels, e nach hinten gerichteter Lappen des oberen bu nden ; welche von der riügelrandes. Innenfläche der Flügel nahe deren Basis und iöoberem Rande ausgehend , in zwei tiefe Falten der beiden Blätter des Schiffchens eingreifen. Zwei nach hinten gerichtete , aber nicht blasig ange- Schwollene Lappen an der Basis des oberen Randes der beiden Flügel (e, 3. 6) liegen : lose und ohne sich zu berühren auf der Oberseite der Geschlechtssäule und können debes nur wenig dazu beitragen, Schiffchen und Flügel in ihrer bestimmten Lage hes Geschlechtssäule zu erhalten. Eine Verwachsung der beiden Flügel unter sich ndet nirgends statt. Das Schiffehen ist anfangs. mit seinen oberen Rändern bis auf e an der Spitze verwachsen, und das Hervorpressen des Blüthenstaubes erfolgt dann gerade so wie bei Lotus. Nach wiederholtem Hinabdrücken aber, bei einigen Blüthen früher, bei anderen später, spaltet sich die obere Naht des Schiffchens offen, und wenn nun das Hinabdrücken nochmals wiederholt wird, so treten die Staubgefässe einfach àus dem oberen Spalte hervor und, falls das Hinabdrücken nicht zu stark war, beim een des Druckes in das Schiffehen zurück; nach einem kräftigen Abwärts- Cua aber, wie es auch die besuchenden Bienen hüufig ausführen, bleiben sie nun oft nebst der Narbe theilweise oder ganz aussen. Man muss desshalb hier durchaus ` | * ciN Blüthen nehmen, um das Hervorpumpen des Blüthenstaubes mit Be- N zu Behen, Die Blüthen von Ononis bieten somit eine Art Zwischenstufe Dese en der Nudelpumpen - Einrichtung von Lotus und den einfach aus dem iffchen hervortretenden Geschlechtstheilen von Melilotus dar. en Bezug auf die als Pumpenknollen fungirenden Theile steht Ononis in der er Lotus und Anthyllis, bei Lotus dienen nur die fünf äusseren mit den ER n ättern abwechselnden , bei Anthyllis gleichmässig alle 10 Staubfäden mit verdickten Enden zum Hervorpressen des Blüthenstaubes; bei Ononis sind und des Kelchs, von der stürker vergróssert, um den Unterschied in ine Oeffnung - 234 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 198. Ononis spinosa. 199. Cytisus Laburnum. zwar auch alle 10 Staubfadenenden verdickt, jedoch die äusseren viel stärker als 4. die inneren. Während so die äusseren Staubgefässe in höherem Maasse als diea innern die Arbeit des Pumpenkolbens verrichten, erzeugen dagegen die innert (b, 1) in viel reichlicherer Menge als die äusseren (a, 1) Blüthenstaub. Es ist die88 ein bemerkenswerther Beginn der Theilung der beiden Staubgefüsskreise in die beiden von ihnen verrichteten Arbeiten. Trotz ihrer Honiglosigkeit werden die Blüthen von Ononis von zahlreiche? Bienen, und zwar ebenfalls vorzugsweise von Bauchsammlern, besucht; sie stehe? aber in dieser Beziehung den honigreichen Lotusblüthen sehr erheblich nach. Merk- würdiger Weise besuchen nicht nur Bienenweibchen, sondern auch Bienenmünnchen oft mehrere Blüthen nach einander und führen an ihnen genau dieselben Bewegunge? aus, wie beim Aussaugen einer Schmetterlingsblüthe. Offenbar haben sie ke!" äusseres Kennzeichen für die Abwesenheit des i x : h i Honigs, sondern müssen sich dure Probiren von derselben überzeugen. Die Weibchen entschädigen sich, nachdem Sie sich von der Abwesenheit des Honigs überzeugt haben, durch Einsammeln des Blüthenstaubes, die Münnchen dagegen stellen nach einigen vergeblichen Proben ihre Blüthenbesuche an Ononis ein, wenn sie sich auch, um den Weibchen nachzujage?: noch längere Zeit an den Stöcken umhertreiben. Besucher ausschliesslich Bienen, und zwar vorwiegend Bauchsammler, nemlich : A. Bauchsammler: 1) Osmia aurulenta Pz. Q (Thür.), häufig. 2) O. aenea L. Q, wiederholt. 3) Megachile versicolor Sw. Q (Haar. 4) M. pyrina LEP. 9 ĝ, wiederholt- 5) M. circumcincta K. Ọ, häufig. 6) M. maritima K. 9. 7) Anthidium manicatum L. 9 ô: häufig. 8) A. punctatum Latr. Ọ 3. b) Schienensammler: 9) Apis mellifica L. 8: 10) Cilissa leporina Pz. Q. 11) Anthophora quadrimaculata Pz. Ọ d, häufig (Thür.)- 12) Bombus lapidarius L. 8. 13) B. terrestris L. Q. Bei den meisten Ononisarten schlagen nach BENTHAM im südl. Europa im Frühjahre häufig die Corollen fehl und sie befruchten sich dann kleistogamisch (H. v. Mont, Bot 4. 1863. S. 312; Kunn, Bot. Z. 1897. S. 61). . 99. Cytisus Laburnum L. | Cytisus Laburnum hat, wie D T Y A Melilotus und Trifolium, Blüther mit einfach aus dem Schiffchen hervortretenden und wieder i” dieselben zurückkehrenden Ge- schlechtstheilen. Die Zusammen- fügung der Flügel mit dem Schiff- chen ist eine ziemlich lose, indem eine flache Einsackung jede? Flügels (e, 1) in eine entspre“ 1 LONE er chende Vertiefung der zugehö- d dere, e ed Eam nach Entfernung des Kelches rigen Hälfte der Schiffchens ein- au Durchschnittsfläche des Kelches, b Einfügungsstelle der greift; jedoch genügt diese lose Fahne, c der die Einfügungsstelle der Fahne vorn umgebende flei- 3 v j schige Höcker, welcher von Insekten vermuthlich angebohrt wird, Zusammenfügung zur Sicherung Siege Vine do aansen der Pug welche in: dor Befruchtung bei eintretenden y aora; g offner Spalt desselben. ENT Bus un Insektenbesuche, da Flügel und 2.9. 4. Narben jüngerer Blüthen, Schiffehen schon durch schwa- 5. Narbe einer ülteren Blüthe. éheti! Brod White gedreht werden. Auch die Elasticitit des Schiffchens ist gering ; sie genügt zwar, üm mehr- mals nach einander das schwach abwärts gedrehte Schiffchen wieder in die foni Lage zu bringen, reicht aber dazu nicht aus, wenn das Schiffchen sehr tief hinab- 199. Cytisus Laburnum. 200. Genista tinetoria. | 235 gedrückt wurde. Nach mehrmaligem Besuche von Hummeln stehen daher die Ge- schlechtstheile frei aus der Spalte des tiefer hinabgedrückten Schiffchens hervor. Die Blüthen sind durch eine eigenthümliche Art proterandrischer Dichogamie ausgezeichnet. Zu Ende der Knospenzeit liegt die Narbe in der Spitze des Schiff- - chens rings von glashellen, steifen, aufrechten Haaren umschlossen, welche die Narbe : überragen und zu Anfang der Blüthezeit über den Papillen derselben etwas zu- sammen neigen und diese vor unmittelbarer Berührung mit der Unterseite der besu- chenden Insekten schützen; allmählich verschrumpfen dann die Haare, so dass in älteren Blüthen die Narbenpapillen frei hervortreten (5. Fig. 79); gleichzeitig krümmt sich der Griffel immer mehr einwärts und streckt sein mit der Narbe ge- kröntes Ende immer weiter aus dem offenen Spalte des Schiffehens hervor. Fremd- bestäubung ist hierdurch bei eintretendem Insektenbesuche gesichert, Selbstbestäu- . bung bei eintretendem und Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche ausgeschlossen. Die bemerkenswertheste Eigenthümlichkeit der Blüthen von Cytisus Laburnum ist die, dass sie, gleich Orchis mascula, morio etc., den Insekten nur in Zellgewebe eingeschlossenen Saft darbieten. Die gewóhnliche Honigabsonderung und die ġe- / wöhnlichen Honigzugänge der Schmetterlingsblumen fehlen hier, die Staubgefässe sind monadelphisch ; die Einfügungsstelle der Fahne aber (b, 1) ist nach vorn von einer dicken fleischigen Anschwellung (c, 1) umwallt, welche so honigreich ist, dass ein hineingestossenes dünn ausgezogenes Glasröhrchen eine Säule klarer Flüssigkeit in sich aufnimmt. Die Fahne ist mit dunkeln, nach dem Blüthengrunde zusammen- . laufenden Linien versehen, die nur als Saftmal gedeutet werden kónnen; ein unter der Fahne in die Blüthe gesteckter Rüssel trifft unfehlbar auf den saftreichen Wulst ; Bienen sowohl als Schmetterlinge sah ich wiederholt nicht nur an einzelnen, sondern an zahlreichen Blüthen nach einander den Rüssel unter die Fahne stecken und an Jeder Blüthe einige Zeit verweilen ; den Sammelapparat dieser Bienen ee nach wiederholten Blüthenbesuchen pollenleer bleiben; sie waren also nicht mit Pollensammeln beschäftigt. Diese Thatsachen scheinen mir keine andere Deutung zuzulassen, als dass der die Einfügungsstelle der Fahne nach vorn umschliessende Saftreiche Wulst wirklich von Bienen und Schmetterlingen des Saftes wegen an- gebohrt wird. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus lapidarius L..9 8, bald sgd., bald Psd. 2) B. terrestris L. Q, sgd. 3) Andrena atriceps K. 26, sgd. 4) A. albicans K. Q, Psd. 9) A. xanthura K.Q , Psd. 6) Apis mellifica L. 8 Psd., sehr häufig. B. Lepid ojptera No- ciae: 7) Plusia gamma L., sgd., wiederholt. C. Coleoptera Nitidulidae: 8) Meligethes, in den Blüthen herumkriechend. Bei Cytisus canariensis und albus soll sich, nach HıLDEBRAND, das Schiffehen bei einem Drucke von oben etwas abwärts biegen, Antheren und Griffel dieser Bewegung ein wenig folgen, dann aber nach oben schnellen, so dass der Pollen herausfliege und sich unfehlbar zum Theil auf die Narbe setze (Bot. Z. 1866. 8. 75). Es ist jedoch kaum denkbar, dass ein durch Insektenbesuch bewirktes Los- schnellen der Blüthen nur Selbstbestäubung bewirke. 200. Genista tinctoria L. *). ; ; ; In der jungen Knospe lassen sich die 10 Staubgefässe leicht als zwei Blattkreisen angehörig erkennen (Fig. 80, 1). Die fünf Staubgefässe des äusseren Blattkreises en, *) Das Losschnellen der Blüthen von Genista tinctoria ist meines Wissens zuerst beschrieben von GEorRGE HrNsLow (Note on the structure of Genista tinctoria as appa- Vol Y affording facilities for the intererossing of distinct flowers, Proc. of the Linn, Soc. 9^ X, 1868, Bot. p. 468). : 236 MI. Von Insekten befruchtete Blumen: 200. Genista tinctoria. (2, 4, 6, 8, 10 in Fig. 80, 1) überragen die des inneren, und die 4 oberen derselben entwickeln sich früher zur Reife. In dem Knospenzustande, welchen Fig. 80, I darstellt, sind sie bereits im Begriffe aufzuspringen, während die des inneren Kreises Fig. S0. . Die aus einer jungen Knospe genommenen Geschlechtstheile. . Lage der im Schiffchen einer jungfräulichen Blüthe eingeschlossenen Theile. . Rechter Flügel, von innen gesehen. 4. Blüthe nach dem Losschnellen. - Jungfräuliche Blüthe nach Entfernung des Kelchs und der Fahne, von oben gesehen. 3. Dieselbe, nachdem das Schiffehen durch Druck von oben bis gegen die Spitze hin offen gespalten ist. - Jungfräuliche Blüthe, nach Entfernung der Fahne und der Flügel, von oben gesehen. - Vordere Hälfte einer jungfräulichen Blüthe, soweit offen gespalten, dass das Losschnellen erfolgt, doppelt so stark vergrössert, von oben gesehen. In allen Figuren bedeutet : @ Geschlechtssáule, b die 4 kurz gebliebenen äusseren Staubgefässe (2, 4, 8, 10 in Fig. D, c die fünf inneren Staubgefässe (1, 3, 5, 7, 9), ^d das unter dem Griffel liegende äussere Staubgefüss, e Spitze des Griffels, f Narbe g Blüthenstaub, % seitliche Falte des Schiffchens, in welche eine Falte (%’) des zugehörigen Flügels eingreift, kl der schon vor dem Losschnellen getrennte Theil der oberen Ränder des Schiffchens, m Flügel, » Schiffchen. noch kaum ein Viertel ihrer vollen Grösse erreicht haben. Alle zehn Staubgefäss® sind, eben so wie der zwischen ihnen hervorragende Griffel, von den beiden Blätter® des Schiffchens, die mit ihren obern und untern Rändern verwachsen sind, dicht um“ schlossen. Indem nun die 4 oberen der 5 äusseren Staubgefässe nach innen auf- springen und zusammen schrumpfen, bleibt ihr Blüthenstaub, von den Seitenwänden des Schiffchens zusammengepresst, über dem Griffel, welcher längs der unteren Naht des Schiffchens verläuft, liegen und wird durch die sich streckenden inneren Staub- gefüsse, welche rasch die entleerten und verschrumpften äusseren überwachsen , 19 den vordersten Theil des ebenfalls noch wachsenden Schiffchens geschoben , also vo” den Staubbeuteln, aus welchen er hervorgegangen ist, entfernt. Nur das unterste, gerade unter dem Griffel liegende der fünf üusseren Staubgefüsse (6 in Fig. 80, lj bleibt, obwohl es seine volle Grósse erreicht hat, noch geschlossen, wührend die an“ deren sich öffnen, wächst, während die anderen verschrumpfen und zurückbleiben, mit den fünf inneren Staubgefässen zu gleicher Länge und springt mit ihnen ZU” gleich auf. 300. Genista tinctoria. s 237 Wenn es mit den 4 anderen desselben Blattkreises zugleich aufspränge und dann verschrumpfte, so würde sein Blüthenstaub völlig nutzlos im Grunde des Schiff- chens etwas vor der Mitte seiner Länge liegen bleiben. Indem es sich aber mit den fünf inneren Staubgefässen zu gleicher Länge entwickelt und gleichzeitig aufspringt, vereinigt sich sein Blüthenstaub grösstentheils mit dem seiner beiden Nachbarn (5 und 7 in Fig. 80, 1) und häuft sich mit demselben über dem Griffel an. Das Aufspringen und Zusammenschrumpfen der fünf innern Staubgefässe und des untersten der fünf äusseren erfolgt kurze Zeit vor dem Entfalten der Fahne. Die Lage, welche hierdurch die im Schiffchen eingeschlossenen Geschlechtstheile an- nehmen, ist durch das Schiffchen hindurch, wenn man dasselbe gegen das Licht hält, zu erkennen und in Fig. 80, 2 dargestellt. Das Schiffchen.stellt jetzt eine stark seitlich zusammengedrückte, ringsum ge- schlossene Scheide dar, welche den Griffel und den auf seinem obersten Theile zu- Sammen gehäuften Blüthenstaub aller 10 Staubgefässe dicht umschliesst und sich durch das Gleichgewicht zweier nach entgegengesetzten Seiten gerichteter Spannungen . in wagerechter Lage erhält. Die Geschlechtssäule, d. h. der Stempel nebst den ihn umschliessenden Staubgefässen , ist nemlich aufwärts gespannt, so dass er, von den umschliessenden Blättern befreit, bis an die senkrecht aufgerichtete Fahne empor- Schnellt.* Die Stiele der beiden Blätter des Schiffchens und der mit ihnen verbun- denen Flügel sind dagegen abwärts gespannt, so dass sie, von der senkrecht aufwärts drückenden Federkraft des Griffels befreit, sich plötzlich nach unten krümmen und Flügel und Schiffehen in eine senkrecht nach unten gerichtete Lage versetzen. Flügel und Schiffchen sind dadurch zusammen gehalten, dass eine Einsackung an der Basis und nahe dem oberen Rande jedes Flügels (% 3. 5. 6) sich von oben in den- Winkel legt, welcher eine nach oben gerichtete Aussackung des entsprechenden Schiffchenblattes (^, 7) mit dem oberen Rande desselben bildet. Die entgegengesetzten Spannungen halten sich im Gleichgewicht, so lange die: oberen Ränder des Schiffchens (n, 5) zusammenhaften und die Einsackungen der Flügel über der Geschlechtssäule sich berühren (m, 5). | Sobald aber ein Insekt sich mit den Beinen auf die Flügel stützt und den Kopf unter die Fahne zwüngt, gleiten die Einsackungen der Flügel beiderseits von der Geschlechtssäule herunter (m, 6) ; gleichzeitig spaltet die obere Naht des Schiffchens, ‚ in ihrem hintersten Theile von der Geschlechtssäule gedrückt, von hinten nach vorn auseinander (n, 6), und sobald der Spalt die Griffelspitze erreicht hat, welche in der Spitze des Schiffchens eingeklemmt liegt, ist die gegenseitige Hemmung der nach entgegengesetzten Seiten gespannten Blüthentheile gelöst, und dieselben schnellen nach unten und oben auseinander. Bewirkt man das Lösen der Hemmung mit der Spitze einer Nadel oder eines Stifts, die man, während man die Blüthe mit der einen Hand festhält , mit der andern Hand auf die Spitze des Schiffchens drückt, so sieht man deutlich den Spalt allmählich von hinten nach vorn fortschreiten und die Ein- Sackungen des Schiffchens allmählich auseinander rücken, also die Blüthentheile aus der jungfräulichen Lage Fig. 80, 5 in die halbgeöffnete Fig. S0, 6 übergehen ; drückt Man nun noch ein wenig stärker, so setzt sich der Spalt bis über die Griffelspitze_ a ee *) Dass die aufwärts gerichtete Spannung der Geschlechtssäule nicht wie bei Medi- cago in den oberen Staubfäden allein, sondern in dem Stempel und allen ihn mona- delphisch umschliessenden Staubfäden zugleich liegt, kann man sehen, wenn man in einer lüthe den Staubfadencylinder der Länge nach aus einander spaltet, in einer andern ‚den tempel vorsichtig am Grunde durchschneidet und herauszieht; in beiden Fällen bleiben - Blüthentheile, die man von einem möglichen Drucke oder Zuge .der benachbarten eireit hat, gleich stark aufwärts gerichtet. 338 III. Von Insekten befruchtete Blumen : 200. Genista tinctoria. hinaus fort (Fig. 80, 8) und in demselben Augenblicke schnellt die Geschlechtssáule; ein Staubwölkchen in die Höhe schleudernd, bis zur Fahne aufwärts, und Schiffche? und Flügel schnellen gleichzeitig bis in eine senkrecht nach unten gerichtete Lag? abwärts. Bewirkt dagegen ein Insekt, indem es auf die Flügel der Blume gestützt den Kopf unter die Fahne zwängt, die Lösung der Hemmung, so kann, während Flügel und Schiffchen nach unten schnellen, die Geschlechtssäule nur so weit aufwärts rücke® als der Druck des Insekts es zulässt; es wird kein Staubwölkchen in die Höhe 8° schleudert, sondern die aufwürts gespannte Griffelspitze drückt den Blüthenstaub UN dicht vor demselben die Narbe gegen die Unterseite des Insekts. Ist dieselbe scho? von früheren Blüthenbesuchen her mit Pollen behaftet, so wird die Narbe durch Fremdbestäubung befruchtet; ‚macht dagegen das besuchende -Insekt mit der Tone schnellenden Blüthe den Anfang seines Ginsterbesuchs, so wird die Narbe, indem sich das Insekt aus der Blüthe zurückzieht, mit Blüthenstaub derselben Blüthe be- haftet, also durch Selbstbestiubung befruchtet. Ob bei ausbleibendem Insekten“ besuche Sichselbstbestiubung eintritt, müsste durch Beobachtung im Zimmer ius blühender und verblühender Exemplare entschieden werden. Exemplare mit jungfräulichen Blüthen, welche ich über 14 Tage im Wasser stehen hatte, liessen dieselben verwelken, ohne dass Losschnellen oder Fruchtbildung erfolgte. Da die Blüthen keinen Honig enthalten und beim einmaligen Losschnellen $07 fort ihren gesammten Blüthenstaub von sich geben und die entleerten Staubbeutel und die Narbe nebst der ganzen Geschlechtssäule in die Fahne bergen . welche sich nun wieder, wie in der Knospenzeit, zusammen legt, so können sie nur P ollen sammelnden Insekten, also ausschliesslich den mit ihrer Brutversorgung beschäftigte” Bienenweibchen Ausbeute gewühren und gestatten auch diesen nur einen einzige? Besuch. Gleichwohl werden sie von sehr mannichfaltigen Insekten besucht , welche nach einigen vergeblichen Versuchen, Honig oder Blüthenstaub zu gewinnen, aus“ beutelos sich wieder entfernen. Ich beobachtete im Juli 1869 an ausgedehnten mit G. tinctoria bewachsenen Strecken bei Brilon und Warstein, die ich bei sonnige Wetter làngere Zeit überwachte, folgende Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Megachile circumcincta K. Q, sehr zahlreich- 2) M. centuneularis L. Q, sehr zahlreich, beide Psd , einzelne ($ der letzteren, vergeblie? nach Honig suchend. 3) M. villosa SCHENCK Q*), Psd., nur 1 Exemplar. 4) M. versicolor . Sm. Q, in Mehrzahl. 5) M. Willughbiella K. 3. 6) Diphysis serratulae Pz. §. 1) An^ thidium punctatum LATR. ($, auch die drei letzteren vergeblich nach Honig suchend- $) Apis mellifica L. 2, häufig, Psd. 9) Bombus terrestris L. @, einzeln, Psd. 10) Col- letes Davieseana K. Q, Psd. 11) Andrena albicrus K. ($. 12) A. fulvescens SM. d, beide vergeblich nach Honig suchend. 13) A. xanthura K. Q. 14) A. fulvierus K. 9- 15) Ha- lietus rubicundus CHR. Q. 16) H. albipes F. Q, die letzten 4 vereinzelt, Psd. Alle, auch die vergeblich nach Honig suchenden Männchen, bewirkten, indem sie mit den Beinen auf die Flügel der Blüthe gestützt, den Kopf unter die Basis der Fahné drángten, das Losschnellen und damit Befruchtung. b) Vespidae: 17) Odynerus trifasciatus F. 9 B. Diptera a) Conopidae: 18) Sieus ferrugineus L. 19) Myopa testacea L. b) Syr- phidae: 20) Chrysotoxum bicinctum L. C. Lepidoptera Rhopalocera: 21, Satyrus Me- gaera L. Die fünf letzten Insektenarten suchten vergeblich nach irgend welcher Blüthen- nahrung und bewirkten kein Losschnellen. D. Coleoptera Chrysomeltdae : 22) Crypto” cephalus sericeus L. 23) Cr. vittatus F. 24) Cr. Moraei L., Blüthentheile nagend. Dieser Insektenbesuch ist insofern von besonderem Interesse, als er deutlich zeigt, dass die Blumen besuchenden Insekten nicht etwa, durch einen ererbten m stinkt geleitet, sich auf den Besuch derjenigen Blumen beschrünken, welche ihnen die *) Es ist vielmehr eine Osmia und nach KRIECHBAUMER identisch mit platycera GERST. 200—201. Genista tinctoria, anglica. 239 nützlichsten sind, sondern dass sie frei umhersuchen , wo sie Blumennahrung finden und daher sehr oft auch vergebliche Versuche machen. Von den Pollen sammelnden Bienen, welche hier allein ihre Versuche belohnt finden, haben natürlich die Bauchsammler die leichteste Arbeit, da die losschnellende Blüthe ihnen den Blüthenstaub unmittelbar in die Sammelhaare drückt; sie sind zu- gleich, da sie in Folge dessen am raschesten von Blüthe zu Blüthe fliegen, der Pflanze am nützlichsten. | 201. Genista anglica L. Bei dieser Ginsterart sind die entgegengesetzten Span- nungen der Geschlechtstheile emerseits, des Schiffchens und der F lügel andererseits viel schwächer ausgeprägt. Beim Losschnellen sinken Schiffchen und Flügel nur wenig abwärts; auch krümmt sich nicht die 1. Jungfräuliche Blüthe, von der Seite gesehen. ganze C TE o € Geschlechtssäule , Son- 2. Dieselbe, von vorn gesehen. dern nur der Griffel aufwärts 3. Rechter Flügel von der Innenseite. 4. Eine losgeschnellte Blüthe, deren Griffel sich ungewöhnlich und mi 1 1 : NT mit seiner Spitze ein wärts. schwach zurückgebogen hat. Als Befruchter habe ich nur 5. Eine normal losgeschnellte Blüthe, von links oben gesehen. Schienen- u. Schenkelsammler ‚beobachtet. Es würde deshalb auch bei G. tinctoria ein übereilter Schluss sein, dass sich seine Blüthen, weil sie von Bauchsammlern am erfolgreichsten ausgebeutet und befruchtet werden, nur diesen angepasst haben können. Die günstigste Gelegenheit, das Verfahren der Honigbiene an den Blüthen von G. anglica zu beobachten, bot mir der sonnige Vormittag des 3. Mai 1871. Da es nach längerem Regenwetter zum ersten Male wieder schön sonnig war, so befanden Sich alle vorhandenen Blüthen noch im jungfräulichen Zustande. Mit lebhaftem Summen flogen die Honigbienen von einer Blüthe zur andern, klammerten sich mit den Beinen an den Flügeln der Blüthe fest und steckten den Kopf mit ausgerecktem Rüssel unter die Fahne, während ihr Hinterleib nach unten hing. Während sie nun den Kopf mit vorgestrecktem Rüssel genau in dieselbe Lage brachten, als ob sie im Grunde der Blüthe geborgenen Honig saugen wollten, streiften die Mittelbeine in lebhafter Hin- und Herbewegung den Blüthenstaub an die Körbehen der Hinterbeine. Am 14. Mai 1871 sah ich den Honigbienen wieder zu: Jetzt waren die meisten Blüthen bereits losgeschnellt. Eine einzelne Biene flog an 10 bis 20 Stócken, die keine jungfrüuliche Blüthe mehr besassen, suchend vorbei, ohne sich an einer Blüthe aufzuhalten. Endlich in den Besitz einer jungfräulichen Blüthe gelangt, fiel sie mit Srósstem Eifer über dieselbe her und drückte so lange das Schiffchen nach unten, bis 98 explodirte, worauf sie mit Mittel- und Hinterbeinen den Blüthenstaub in die Körbchen sammelte. Dieses lange vergebliche Umhersuchen und vereinzelte Aus- beuten jungfräulicher Blüthen wiederholten die Bienen andauernd ; jedoch sah ich auch einige Male Bienen, die lange vergeblich umhergesucht hatten, an schon explo- dirte Blüthen gehen und mit dem Rüssel heftig unter die Fahne stossen, als müsste da Honig sein. Einige Male sah ich auch Honigbienen eine jungfräuliche Blüthe Suchen, ohne sie zum Explodiren zu bringen. 240 III. Von Insekten befruchtete Blumen : 202. Genistapilosa. 203. Sarothamnus scoparius. Ausser der Honigbiene habe ich nur Andrena fulvicrus K. 9 und Halictus cylin- dricus F. 9, diese beiden aber sehr wiederholt, an den Blüthen von Genista anglica Pollen sammeln sehen. i : 202. An Genista pilosa, deren Blütheneinrichtung mit der von anglica übe stimmt und von Dzrrrwo (Ult. oss. p. 48—52, Hirp., Bot. Z. 1870. S. 608. 609 eingehend erörtert ist, sah ich nur die Honigbiene Psd. Derrıno fand die Blüthen dieser Art mit eignem Pollen unfruchtbar. 203. Sarothamnus scoparius Koch. . Jüngfräuliche Blüthe, von der Seite gesehen. . Dieselbe mit etwas höher aufgerichteter Fahne von rechts vorn gesehen, um das Saftmal zu zeigen. . Dieselbe, nach Entfernung der Fahne, von eben gesehen. 3 . Dieselbe, nachdem auch die Flügel entfernt worden sind. 4b. Der linke Flügel von der Innenseite, die Falte f zeigend, welche sich auf die Aussackung des Schiffehen® f legt. 4c. Die Aussackung des Schiffchens, gerade von vorn geschen. 5. Lage der Geschlechtstheile in der jüngfräulichen Blüthe. X ^i 6. Blüthe, nach Explosion der kurzen Staubgefässe und Entfernung der Fahne und der Flügel, von der Seite gesehen. 7. Lage der Blüthentheile nach vollendeter Explosion. h . 8. Die Staubfadenröhre, unmittelbar rechts von dem oben in der Mitte liegenden Staubfaden (1) der Länge und offen geschnitten und auseinander gebreitet. 9. Ende des Griffels, von der Innenseite gesehen. pl Die den Blüthenstaub wegschleudernde Platte. z Narbe. Die Blüthen sind, wie die unserer Ginsterarten , honiglos und losschnellend- Darwin beobachtete, dass die Blüthen von selbst nicht losschnellen und ohne In* sektenbesuch kaum irgend eine Kapsel ansetzen, dass bei eintretendem Insekten“ besuche zuerst die kurzen Staubgefässe losschnellen und das Insekt von unten be- stäuben, dann die längeren, die es von oben bestäuben, dass endlich der der Bauchseite der Insekten von den kürzeren Staubgefässen angeheftete Pollen die Be fruchtung derjenigen Narben bewirkt, die beim Losschnellen nicht mit Pollen T sehen worden sind. . (Proc. of the Linn. Soc. Vol. IX. 1867. S. 358.) In welcher Weise der Insektenbesuch auf die Blüthen einwirkt, habe ich am genauesten an der Honigbiene beobachten kónnen. Die anfliegende Biene umfasst 203. Sarothamnus scoparius. y ve 941 mit Mittel- und Hinterbeinen die Flügel, während sie die Vorderbeine und den Kopf unter die Mitte der Fahne drängt. Die Flügel werden dadurch mit grossem Nach- drucke abwärts gedrückt, und da jeder derselben mit einer Falte (f 4") in den Winkel eingreift, den die spitzwinklig hervorragende Aussackung jeder Hälfte des Schiff-. chens (f 4, 4°, 6) mit dem oberen Rande derselben bildet, so wird mit den Flügeln Zugleich das Schiffehen abwürts gedrückt, und die zusammenschliessenden oberen Ränder des Schiffehens gehen, von der Basis nach der Spitze zu fortschreitend, aüs- einander. Sobald sie bis zur Mitte auseinander gegangen sind, schnellen die fünf kürzeren Staubgefässe, welche schon in der Knospe sich nach oben geöffnet haben und den hervorgetretenen Blüthenstaub nun mit Spannung gegen die Naht des herab- gedrückten Schiffchens gepresst halten (5, Fig. 82), aus der Blüthe hervor und Schleudern einen Theil ihres Blüthenstaubes der Biene an den Bauch. Die Er- schütterung , welche die Biene dadurch erfährt, ist jedoch zu unbedeutend, als dass sie sich dadurch in ihrer emsigen Arbeit sollte stören lassen ; höchstens hält sie einen Augenblick inne, fährt aber, da alles ruhig bleibt, sogleich mit erneuter Anstrengung fort, den Kopf und die Vorderbeine mit aller Kraft zwischen Flügel und Fahne zu “wängen, Der Spalt des Schiffchens rückt dadurch rasch weiter und hat kaum den Punkt erreicht, gegen welchen die Spitze des Griffels drückt, so erfolgt eine zweite, Weit heftigere Explosion. Der lange Griffel, welcher sich, von üusserem Drucke be- freit, sofort in dem Grade in sich selbst zusammenrollt, dass er mehr als eine ganze Windung darstellt (7, Fig. 82), liegt nemlich bis zur zweiten Explosion wie eine ge- Spannte Feder in der Weise im Schiffchen festgehalten, dass er den áussersten, unteren und vorderen Winkel seines Hohlraumes ausfüllt und seine Spitze gegen den hervor- ragendsten Punkt der Naht des Schiffchens drückt (5, Fig. 82), während sein un- mittelbar unter der Spitze liegender, zu einer Platte erweiterter Theil den in der Zusammengedrückten Spitze des Schiffchens eingeschlossenen, schon längst auf- Sesprungenen längeren Antheren dicht anliegt. Kaum ist also das Offenspalten der Naht des Schiffchens bis zu dem Punkte, gegen welchen die Griffelspitze drückt, fort- geschritten, so schnellt die gespannte Feder (der Griffel) los und schlägt mit ihrer, die Narbenpapillen tragenden Spitze der Biene auf den Rücken; fast in demselben Augenblicke wird der grösste Theil des Blüthenstaubes, welchen der plattenförmige Theil des Griffels mitgerissen hat, der Biene auf den Rücken geschleudert, der nun - ganz roth bestäubt erscheint; zugleich schnellen die langen Staubfäden, an denen hoch einiger Blüthenstaub haften geblieben ist, sich einwärts krümmend, aus der Blüthe hervor. Wenn die Biene, was oft geschieht, so getroffen ist, dass die Griffelspitze nicht seitlich von ihr herunter gleiten kann, sondern mitten auf dem Rücken mit Federkraft angedrückt bleibt, so bleibt sie einige Secunden verdutzt . Stehen, dreht sich dann gewaltsam um nach dem Kórper, der sie gestossen hat, wird dadurch, indem nun die Griffelspitze abgleitet und der Griffel seine Einrollung voll- endet, von dem Drucke befreit und macht sich sofort mit Mund und Beinen über die nun aus der Blüthe hervorragenden Antheren her, um den an ihnen noch haften ge- bliebenen Blüthenstaub zu sammeln. : Das Benehmen der Hummeln stimmt mit dem eben beschriebenen der Honig- bienen im Ganzen überein. Während aber die Kräfte der Honigbienen nur eben hin- reichen, die Blüthen zum Explodiren zu bringen und sie sogar an einzelnen fester Beschlossenen Blüthen den Spalt nur bis zum Explodiren der kurzen Staubgefässe Offen bringen, vermögen die Hummeln mit Leichtigkeit jede Blüthe , welche die ahne schon aufgerichtet hat, zu erbrechen ; ja man sieht sie nicht selten , allerdings Müller, Blumen und Insekten. 16 249 IHM. Von Insekten befruchtete Blumen: 203. Sarothamnus scoparius. mit ziemlicher Anstrengung und mit Zeitverlust, Blüthen, deren Fahne noch die F läge! .umschliesst, gewaltsam offen brechen. à Da die Narben der explosionsfihigen Blüthen schon völlig entwickelt sind, m der Rücken der Biene bei jeder Explosion etwas früher von der Narbe berührt = mit neuem Blüthenstaube bestreut wird , so ist für jede Blüthe, mit welcher die Biene nicht gerade den Anfang macht, offenbar Fremdbestüubung gesichert. Aber selbst diejenigen Blüthen, mit welchen die besuchenden Bienen den Anfang machen, und deren Narben zunächst unbestäubt bleiben, haben noch ziemliche Wahrschein“ lichkeit, nachträglich mit fremdem oder eigenem Blüthenstaube behaftet zu werden. Denn der Griffel rollt sich so stark zusammen , dass seine Narbe nach Durchlaufung einer Windung wieder nach oben zu stehen kommt. Wenn daher nicht scho? wührend der Explosion oder durch das Pollensammeln der erstbesuchenden Biene eigner Blüthenstaub auf die Narbe einer solchen Blüthe gelangt ist, so kann leich durch einen zweiten Besucher fremder oder eigner Blüthenstaub dahin gebracht werden. Und an zweiten Besuchern fehlt es keineswegs. Hummeln und Honig- bienen sah ich zwar nur ausnahmsweise an schon explodirte Blüthen gehen ; se räumen eben das erste Mal schon so weit mit dem Pollenvorrathe auf, dass sie di im Nothfall zu einer Nachlese sich entschliessen. Aber was sie von Blüthenstaub sitzen lassen, ist kleineren Bienen, Fliegen und Blumenkäfern, die zu schwach sind, jungfräuliche Blüthen zu erbrechen , noch immer ein gefundenes Fressen. Ich fan Weibchen von Andrena fulvierus K., von Halictus zonulus Sw. und von Osmia fuse? Omnis emsig beschäftigt, den hangen gebliebenen Blüthenstaub explodirter Blüthe? 'zu sammeln; von Fliegen ist Rhingia rostrata sehr häufig mit dem Verzehren solche? Blüthenstaubes beschäftigt, von Käfern Meligethes und Anthobium. Es unterliegt keinem Zweifel, dass manche Sarothamnusblüthe, welche, von einer noch nich! bestäubten Biene erbrochen, zunächt unbefruchtet bleibt, nachtrüglich von den die Nachlese haltenden Gästen befruchtet wird. Die kürzeren Staubgefässe, welche die besuchenden Bienen und Rhingia von unten bestäuben und die nach vollendete? Explosion wieder aufwärts gerichtete Narbe, welche nun ebenfalls nur mit der Unte” seite dieser Insekten in Berührung kommen kann, sind im engsten Zusammenhang? stehende Einrichtungen , welche die Befruchtung solcher Blüthen," mit denen die frisch anfliegenden Bienen den Anfang machten, bewirken. Bei Sarothamnus scoparius sind, ebenso wie bei Cytisus Laburnum, am Grunde der Fahne dunklere Linien zu sehen, welche nach dem Blüthengrunde zusamme? laufen, und, wenn die Blume Honig enthielte, nur als Saftmal gedeutet werden gewordene Eigenthümlichkeit honigführender Stammeltern sein, oder sie können der Pflanze insofern nützen, als sie die zum ersten Male diese Blumen besuchende? Bienen zunáchst zur Hoffnung auf Honig und damit zu den zum Herabdrücken des Schiffehens nóthigen Bewegungen veranlassen. Erfolgt nun die Explosion, so sieht i sich die Biene zwar in ihrer Hoffnung auf Honig getäuscht, findet aber, sobald sie n sich vom ersten Schrecken erholt hat, ihre Mühe durch eine so reiche Pollenerníe| | - belohnt, dass sie nun andere Blüthen in der blossen Absicht, Pollen zu sammeln: | in gleicher Weise bearbeitet. í Uebersicht der beobachteten Besucher : A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. $!, sehr häufig. 2) Bombus lap" darius L. ©! 3) B. terrestris L. Q!, beide häufig. 4) Andrena fulvierus K. Q. 5) Ha 204. Lupinus luteus. 243 li f MA : | dm pe Sw. 9. 6; Osmia fusca CHRIST. 9, sämmtlich Psd., die mit ! bezeichneten Ce I en erbrechend. B. Diptera Syrphidae: 7) Rhingia rostrata L., Pfd., häufig. - Coleoptera a) Staphylinidae: 8) Anthobium, Pfd. b) Nitidulidae : 9) Meligethes, Pfd. x “= lex europaeus besitzt losschnellende Blüthen, welche nach W.: OGLES se reibung (Pop. Science Review, April 1870. p. 164. 165) im Wesentlichen ganz mit Genista tinctoria übereinstimmen. 204. Lupinus luteus L. l Die Blüthen von Lupinus luteus sind honiglos mit Nudelpumpen - Einrichtung . Wie die von Ononis spinosa, bieten jedoch folgende Eigenthümlichkeiten dar: Die Flügel sind mit einander durch Verwachsung des vorderen Randes, mit dem Schiffchen durch eine seitliche Falte nahe ihrer Basis, die sich in eine Ein- sackung des entsprechenden Schiffchen- blattes legt, verbunden. Sie umschliessen dieses wie bei Lotus, wölben sich aber nicht halbkuglig, sondern nur flach nach Bm die einzelne Blüthe fällt daher, pair tie Fahne nach beiden Sei- 1. Geschlechtstheile der Knospe während des Aui- i ckschlägt , von den Seiten am springens der äussern Staubgefässe. meisten in die Augen. * Rn we cd 4, 3, 5, 7, 9 die fünf à Die bei Ononis spinosa angefangene inne Staubgefüsse, 2 Narbe. Theilung der beiden Staubgefässkreise in die beiden Arbeiten des Pollenerzeugens und Pollenhervorpressens finden wir bei Lupinus weiter fortgeschritten (1, 2, Fig. 83), die Staubbeutel der fünf äusseren - Staubgefässe sind vielmal grösser als die der inneren; sie springen schon in der Knospe auf, während die inneren noch von ihnen überragt werden und noch weit von ihrer Reife entfernt sind (1, Fig. 83), verschrumpfen dann, nachdem sie ihren Blüthenstaub in den Hohlkegel der Spitzé des Schiffehens abgegeben haben, voll- Ständig und bleiben im unteren, weiten Theile des Schiffchens zurück; die fünf inneren dagegen beginnen nun erst ein lebhaftes Wachsthum, pressen, weniger mit ihren kaum verdickten Staubfadenenden, als mit ihren kuglig bleibenden Staub- beuteln, welche die Basis des Hohlkegels ausfüllen, den Blüthenstaub in die Spitze des Hohlkegels zusammen und fungiren, sobald die Blüthe fertig entwickelt ist und Insektenbesuch eintritt, als Pumpenkolben , welchem letzteren Dienste sich jedoch das oberste Staubgefäss (1) entzieht, indem es an Länge und Dicke hinter den vier anderen zurückbleibt. Der kuglige Narbenknopf ist, ähnlich wie bei Cytisus Laburnum, an seiner Basis mit einem Kranze steif aufrecht stehender Haare umschlossen, welcher die Be- Stäubung mit eigenem Pollen hindert oder beschränkt. Von Besuchern habe ich nur bemerkt: c iiri" Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, zahlreich. 2) Bombus lapidarius ‚ einzeln. 3; Megachile circumcincta K. Q, alle drei Psd. eu Lupinus albus weicht in einigen Stücken der Blütheneinrichtung von luteus - (Vgl. Dzrerwo, Ult. oss. p. 46. 47.) oF 244 - II. Von Insekten befruchtete Blumen: 205. Lathyrus pratensis. Lupinusspec. Mr. Swarz hat, nach DARWINS Mittheilung, in Neuseeland beobachtet, dass Gartenvarietäten der Lupine unfruchtbar waren, wofern er nicht die Staubgefässe mit einer Nadel aus dem Schiffchen brachte (»released the stamens with a pin.«). i In England werden nach Darwın die Lupinen von Hummeln, nicht von Honig- bienen besucht. (Annals and Mag. of Nat. hist. 3 Series. Vol. 2. 1858. p: 461). 2 ER Trib. Vicieae. 205. Lathyrus pratensis L. Fig. 84. . Blüthe, schwach vergrössert, von der Seite gesehen. . Blüthe nach Entfernung des Kelches und der Fahne, von oben gesehen (Vergr. 31], : 3. Linker Flügel, Innenseite. . Blüthe nach Entfernung der Fahne und der Flügel, von oben gesehen. . Dem Aufblühen nahe Knospe, nach Entfernung des Kelches, der Fahne und der Flügel, von der Seite gesehen: . Der vorderste Theil derselben, von oben gesehen. . Griffel, von der Seite. . Derselbe von innen (vom Blüthengrunde aus) gesehen. a Schwache Einsackung des Flügels, welche sich in die weit tiefere Einsackung (a^ des Schiffehens legt, b nach vorn und unten gerichtete Anschwellung des Flügelrandes, welche sich in den engsten Theil der taschenartigen Ein- sackung des Schiffchens klemmt, c Quereindruck des Flügels, dicht hinter dem vorderen, dunkelgelb gefärbten Lap- pen, an welchen sich eine nach unten als scharfkantige Schwiele (0) vorspringende Einsackung der Fahne dicht an^ schliesst, d nach hinten gerichtete Anschwellung des oberen Flügelrandes, e Stiel des Flügels, f umgelegter Rand desselben, gg Ränder des Schiffehens, Ah oberster Staubfaden, i die verwachsenen Staubfäden, kk Saftzugünge und im Grunde die Saftdrüse, /Stiele des Schiffehens, m Stelle, an welcher beim Niederdrücken des Schiffehens die -Griffelspitze heraustritt, v blattartige Erweiterung der Verwachsungslinie beider Hälften des Schiffehens, o Schwiele der Fahne, p bauchige Aussackung des Schiffehens, welche die Staubgefässe und den Griffel umfasst und von dem oberen Rande des Schiffchens jederseits durch eine tiefe Falte getrennt ist. Lathyrus pratensis bietet uns das erste Beispiel derjenigen Schmetterlingsblumen dar, bei welchen beim Hinabdrücken des Schiffchens nur die Griffelspitze aus dem- selben hervortritt, mittelst einer Bürste einen Theil des Pollens aus der Spitze des Schiffchens herausfegt, an die Unterseite der besuchenden Biene abgibt und beim Aufhóren des Druckes in das Schiffchen zurückkehrt *). Der Griffel, welcher vom Ende des wagerechten Fruchtknotens senkrecht auf- steigt und sich‘ sogar schwach einwärts krümmt, verbreitert sich unmittelbar unter der an seiner Spitze sitzenden eifórmigen Narbe zu einer elliptischen Platte, die nicht *) DELPINO, Ult. oss. p. 55—59. 205. Lathyrus pratensis. 945 bloss, wie DELPINO (Ult. oss. p. 56) angibt, am Rande, sondern auch auf der ganzen, dem Blüthengrunde zugekehrten Fläche dicht mit schräg aufwärts abstehen- den Haaren besetzt ist. Diese Platte liegt, indem der Griffel, wie auch sonst bei den Schmetterlingsblumen, der Verwachsungslinie beider Blätter des Schiffchens folgt, an der Wand des Schiffehens, in der senkrecht in die Höhe stehenden kegel- förmigen Spitze desselben ; ihre Bürstenfläche ist dem Blüthengrunde, somit auch den freien Rändern der aufrechten Spitze des Schiffchens zugekehrt. Zwischen der Bürste und den freien Rändern bildet die Spitze des Schiffchens Jederseits eine Aussackung (p, 5. 6), welche von den freien Rändern desselben durch eine tiefe Falte (a') getrennt ist und nur an der Spitze des Kegels (bei m, 4. 5.6) einen Ausgang darbietet. i Diese Aussackung umschliesst in der Knospenzeit simmtliche Staubgefässe , die erst ganz zu Ende der Knospenzeit oder während des Aufblühens aufspringen und die Aussackung, in deren untersten 'T'heil sie selbst sich zurückziehen, mit Blüthen- Staub füllen. Die ganze Bürstenfläche und die Narbe sind daher zu Anfang der Blüthezeit mit Blüthenstaub bedeckt und fegen bei jeder Abwärtsdrückung des Schiff- chens, indem sie zur Oeffnung an der Spitze des Kegels heraustreten , einen Theil des Blüthenstaubes zu derselben Oeffnung heraus. Da die Griffelbürste nicht in die seitlichen Aussackungen hineinreicht, so würden diese unentleert bleiben, wenn nicht das Hinabdrücken des Schiffchens zugleich die entleerten Staubgefässe und die Enden ihrer Staubfäden von unten in diese Aussackungen hineindrängte und so den Blüthenstaub in den oberen Theil des Kegels führte, aus welchem die Griffelbürste ihn bei einem neuen Hinabdrücken des Schiffchens herausfegt. Das Hinabdrücken des Schiffchens erfordert einen für die Grösse der Blüthe erheblichen Kraftaufwand, da es nur mit gleichzeitigem Hindurchzwüngen der Griffelbürste durch den Spalt der Spitze des Schiffchens geschehen kann. Es steht daher mit der beschriebenen Bürsteneinrichtung in untrennbarem Zu- sammenhange, dass die Zusammenfügung beider Blätter des Schiffchens durch einen blattartigen Auswuchs (n, 4) verstärkt ist und dass Flügel und Schiffchen in sehr haltbarer Weise mit einander und mit der Geschlechtssäule verbunden sind. Die Verbindung der Flügel mit dem Schiffchen ist auf folgende Weise ausgebildet. Die- selben beiden Einfaltungen, welche in der senkrecht aufsteigenden Spitze des Schiffehens .die den Blüthenstaub umschliessenden. Aussackungen von den freien Rändern dieses Theiles trennen, setzen sich in der Richtung nach dem Blüthengrunde Zu über den ganzen wagerechten Theil der Oberseite des Schiffchens fort und bilden Zunüchst da, wo die senkrecht aufgerichtete Spitze in den wagerechten Theil umbiegt (bei 4,4, 5, 6), eine breite gerundete Grube, in welche sich eine Einfaltung des zuge- gehörigen Flügels (a, 1, 2, 3) legt, sodann weiter nach dem Blüthengrunde zu eine schmale und tiefe, taschenförmige Einsackung zu jeder Seite des oberen Spaltes des Schiffchens (b', A), in welche sich eine nach vorn und unten gerichtete Anschwellung des oberen Randes des zugehórigen Flügels (b, 2, 3) sehr fest einklemmt. Diese ; Finklemmung ist um so fester, als die Anschwellung des Flügelrandes mit zahl- reichen warzigen Vorsprüngen dicht besetzt ist; es gelingt daher bei erwachsenen Blüthen nur schwer, den Flügel ohne Zerreissung von dem Schiffchen zu trennen. Die Verbindung der Flügel und des Schiffehens mit der Geschlechtssäule ist, - ähnlich wie bei Medicago sativa, durch zwei lange, blasig angeschwollne, nach hinten (nach dem Blüthengrunde zu) gerichtete Fortsätze der Flügel gesichert, welche sich auf die Geschlechtssäule legen (d, 2, 3), auf der Mittellinie derselben mit ihren Spitzen sich berühren, wenn Flügel und Schiffehen herabgedrückt werden, die Ge- 246 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 206-208. Lathyrus tuber., silvestris; montant schlechtssäule umfasst halten , und sobald der Druck aufhört, durch ihre Elastieität beide in die frühere Lage zur Geschlechtssäule zurückführen. Der Zutritt unnütze! Insekten, z. B. Fliegen , zu dem Honige, der an der gewöhnlichen Stelle sehr reich- lich abgesondert wird und zwei ungewöhnlich grosse Zugänge hat, ist durch festes Anschliessen der Fahne an die Flügel versperrt. Die Fahne hat nemlich da, WO ibr stielförmiger Theil in die aufgerichtete Fläche umbiegt, zwei tiefe, schmale Em- sackungen, welche auf der Unterseite als scharfe nach vorn convergirende Kanten weit vorspringen (o, 1) und sich zweien Eindrücken der Flügel (c, 2, 3) dicht a7" schliessen. Obgleich die Narbe von Anfang an von Pollen derselben Blüthe umgeben ist so ist bei eintretendem Insektenbesuche doch wahrscheinlich Fremdbestäubung 8° sichert. Denn der eigene Blüthenstaub, mit welchem die Narbe bedeckt ist, reibt sich, schon wenn man dieselbe über ein Glasplättchen streicht, leicht ab; unmittelbar darauf aber zerreiben sich Narbenpapillen und lassen Streifen einer wasserklaren: klebrigen Flüssigkeit auf dem Glasplättchen zurück. Bei dem starken Reiben der Narbe an der Bauchseite der Biene, welches eine nothwendige Folge der durch den Blüthenmechanismus veranlassten Kraftanstrengung der Biene ist, wird daher ohne Zweifel ebenfalls, wie DELPINO annimmt, der eigne Blüthenstaub abgerieben , die Narbenfläche durch Zerreiben von Papillen klebrig gemacht und fremder Blüthenstaub an dieselbe geheftet. 3052 Ob bei ausbleibendem Insektenbesuche die Narben schliesslich von selbst klebrig und empfängnissfähig werden und sich durch Sichselbstbestäubung befruchten, bleibt vorläufig dahin gestellt. Befruchter ausschliesslich Bienen, nemlich : 1) Eucera longicornis L.!&, sgd., häufig. 2) Bombus agrorum F. €, sgd., in Mehr- zahl. 3) Diphysis serratulae PZ. Q, sgd. 4) Megachile maritima K. 3, sgd. 5) M. versi- color SM. 9, sgd. und Psd. (Brilon 10. Juli 1869). 206. Lathyrus tuberosus L. sah ich im Juli 1868 in Thüringen sehr häufig von der Honigbiene besucht. Beim Honigsaugen steckte sie den Rüssel von einer Seite, übe! einem der Flügel, in die Blüthe hinein. Indem sie sich an dem einen Flügel fest- hielt und den Rüssel seitlich zwischen Fahne und Schiffchen hineinzwüngte , drückte sie das Schiffehen so weit hinab, dass der Griffel mit Blüthenstaub aus demselbe? hervortrat; in einigen Fällen berührte er aber die Biene gar nicht, in anderen Fällen streiften Narbe und Griffelbürste die Biene von der Seite. Beim Pollensammeln da- gegen steckten die Honigbienen, indem sie sich an beiden Flügeln festklammerten, Kopf und Vorderbeine mitten unter der Fahne hinein und bewirkten daher, inde? sich die aus dem Schiffehen hervortretende Narbe an der bestäubten Unterseite ab- rieb, regelmässig Fremdbestüubung. Ausser der Honigbiene sah ich nur 2 Tagfalter: eine gelbe Hesperia und Pieris rapae L. an den Blüthen saugen. - 207." Lathyrus’silvestris L. sah ich im Sauerlande (12. Juli 1869) ebenfalls von saugenden und Pollen sammelnden Honigbienen besucht; ausserdem von zahlreiche? - Schmetterlingen, die! jedoch keine Befruchtung bewirkten (Rhodocera rhamni L-, Pieris rapae L., Vanessa Io L., V. urticae L., Plusia gamma L.). DerrIxo notirt als Hauptbefruchter des Lathyrus silvestris die in Westfalen nicht vorkommende Xylocopa violacea und hebt als vortheilhafte Eigenthümlichkeit seiner Blüthen mit Recht die Schrägstellung der Griffelbürste hervor, welche den be- suchenden Bienen das Herabdrücken des Schiffchens erleichtert. (Ult. oss. p. 57. 58.) 308. Lathyrus’'montanus Bxmxwu. (Orobus tuberosus L.) sah ich im Sauerlande . (Juli 1869) von Eucera longicornis L. 9 (sgd. und Psd.), Bombus pratorum L. Y (sgd.) und Hesperia silvanus Esr. (sgd.) besucht. 209. Lathyrus vernus. 210. Pisum sativum. i 247 209. Lathyrus vernus Bernu. (Orobus vernus L.) ` Ich fand Bombus hortorum L. 9 wiederholt sgd. an den Blüthen. 2 Lathyrus grandiflorus, in England áusserst selten von Bienen besucht, erweist sich daselbst fruchtbarer, wenn man die Blüthen erschüttert. (Ann. and Mag. of Nat. Hist. 1858. Dee. p. 459.) DELPINO nennt als Befruchter der Lathyrusarten überhaupt die Bienengattungen Apis, Bombus, Eucera, Anthophora und Xylocopa (Ult. oss: p. 58). 210. Pisum sativum L. ^ Blüthe nach Entfernung des linken Flügels, von der linken Seite gesehen. ^ Linker Flügel, Innenseite. 3. Fahne, Innenseite. 1. Schiffehen nebst Inhalt, von oben gesehen, vergrössert. 5. Dasselbe, noch von den Flügeln umschlossen (der vordere Theil der Flügel ist weggelassen). 6. Basalhälfte des linken Flügels, Aussenseite. 7. Die aus der Knospe genommenen Geschlechtstheile. 8. Oberer Theil des Griffels, von innen (vom Blüthengrunde her 9. ‚Einzelnes Staubgefáss der Blüthe. (Die Bedeutung der Buchstaben ergibt sich aus dem Texte.) ) gesehen, doppelt so stark vergróssert (7 : 1). Die Blütheneinrichtung dieser Pflanze stimmt in den meisten Stücken im esentlichen mit der von Lathyrus pratensis überein, zeigt jedoch so zahlreiche . Eigenthümlichkeiten , dass eine Betrachtung fast aller einzelnen Stücke zum Ver- Ständniss unerlässlich ist. | Der Griffel steigt vom Ende des wagerechten Fruchtknotens ebenfalls senkrecht auf, sein Ende krümmt sich aber so stark einwärts, dass die an seiner Spitze stehende Narbe fast wagerecht gegen den Blüthengrund gerichtet ist (st, 7). Eine Verbrei- terung des Griffelendes findet nicht statt, aber die dem Blüthengrunde zugekehrte Seite des Griffels ist von der Narbe an bis über ein Drittel der ganzen Griffellänge abwärts mit weit längeren Bürstenhaaren dicht besetzt (7, 8, Fig. 85). Da der Griffel auch hier der Verwachsungslinie beider Blätter des Schiffchens folgt, so ist 248 III. Von Insekten befruchtete Blumen. 210. Pisum sativum. auch dieses stark sichelförmig einwärts gebogen und seine kegelförmige Spitze, welche die Griffelbürste umschliesst , gegen den Blüthengrund hin gerichtet (1, Fig. 85)- Eine die Staubbeutel in der Knospenzeit umschliessende Aussackung an beiden Seiten der Spitze des Schiffchens ist auch hier vorhanden (a, 1, 4), jedoch verbreitert sie sich weniger nach beiden Seiten, die Falte , welche sie von den freien Rändern der Spitze des Schiffchens trennt, ist weniger tief eingedrückt, und der Hohlraum der die Staubgefässe in der Knospe umschliessenden Aussackung ist ziemlich genau kegelförmig ; die Spitze des Kegels ist natürlich ebenfalls mit einer den Griffel eben hindurchlassenden Oeffnung verschen (o, 4, 5). Auch hier springen die Staubgefäs®® zu Ende der Knospenzeit auf und füllen, indem sie sich selbst in den unteren Theil des kegelförmigen Hohlraums der Spitze des Schiffchens zurückziehen, diesen mit Blüthenstaub an, so dass die ganze Bürste und die Narbe zu Anfang der Blüthezeit mit Blüthenstaub erfüllt sind und bei jeder Hinabdrückung des Schiffchens, indem sie zur Oeffnung an der Spitze des Kegels heraustreten, einen. Theil des Blüthen- staubes zu derselben Oeffnung herausfegen. Indem die Ränder der Oeffnung einem Drucke von innen nachgeben, dann aber wieder zusammenschliessen , streifen sie, wenn Griffelbürste und Narbe sich wieder in den Kegel zurückziehen, den diesen an^ haftenden Blüthenstaub grósstentheils ab und lassen ihn aussen. Die in dem un- teren Theile des Hohlkegels liegenden Enden der Staubfäden sind bei Pisum sativum schon in der Knospe schwach keulig verdickt (7, Fig. 85), verdicken sich aber nach dem Aufspringen der Staubbeutel noch mehr (9, Fig. 85) und drüngen daher viel vollkommener, als es bei Lathyrus pratensis der Fall ist, wenn das Schiffchen hinab- gedrückt wird und sie selbst in dem Hohlkegel weiter hinaufrücken, den im unteren Theil des Hohlkegels liegenden Blüthenstaub vor sich her und in den oberen T heil desselben, so dass die beim Aufhóren des Drucks in das Schiffchen zurückkehrende Bürste sich von neuem mit Blüthenstaub beladet und bei abermaligem Niederdrücken des Schiffchens eine neue Portion aus der Spitze desselben herauspresst. Die plüthe der Erbse stellt somit eine Vereinigung der Bürsten- mit der Pumpeneinrichtung dar. Die zum Herabdrücken des Schiffchens nóthige Kraft ist nicht nur absolut, son- dern auch verhältnissmässig noch grösser als bei Lathyrus pratensis, da die aus der Kegelspitze hervorzupressende Bürste stürker einwürts gekrümmt ist und die ver- dickten Staubfadenenden nicht ohne Reibung in dem Hohlkegel hinaufrücken kónnen- "Daher ist die Zusammenfügung beider Blätter des Schiffchens durch einen noch weit ausgeprägteren blattartigen Auswuchs verstärkt (b, 1, 4), und Flügel und Schiffchen sind mit einander und mit der Geschlechtssäule in noch haltbarerer Weise verbunden. Jeder Flügel hat nemlich an der Basis seiner Blattflüche, dicht unter dem oberen Rande derselben, eine tiefe, nach vorn und unten gerichtete Einsackung (c', 2, 5, 6), die sich einer entsprechenden Einsackung auf der Oberseite des anliegenden Blattes des Schiffchens (c, 1. 4) auf das innigste einfügt, indem nicht nur die Einsackung des Flügels im Ganzen in die des Schiffchens eingestülpt ist, sondern ausserdem auf einem grossen Theil der Berührungsfläche grosse sechseckige Zellen des einen Blattes sich mit blasiger Anschwellung in entsprechende Vertiefungen der Zellen des ander? Blattes einstülpen, so dass es kaum gelingt, Flügel und Schiffchen ohne irgend welche - Zerreissung von einander zu trennen. Ueberdiess wird der vordere Theil der Flügel dadurch in bestimmter Lage zum Schiffchen gehalten, dass eine weiter vorn von aussen nach innen in den oberen Flügelrand eingedrückte Falte (d', 2, 5) sich in die- jenige Falte des Schiffchens legt, welche den die Bürste umschliessenden Hohlkegel von den freien Ründern des Schiffchens trennt (d, 1, 4). Dieses zweite Ineinander- greifen der Flügel mit den Blättern des Schiffchens wird noch durch zwei tiefe und 310. Pisum sativum. Schmale Einsackungen der Fahne verstärkt, welche auf der Unterseite derselben als harte, kantige, nach vorn convergirende Schwielen scharf vorspringen (d", 1, 3) und Sich in die vorderen Falten der Flügel (d’) legen. . Wie die gegenseitige Lage der Flügel und des Schiffchens, so ist auch die Lage beider zur Geschlechtssäule durch besondere auf einander passende Vorsprünge in sehr haltbarer Weise gesichert. Jedes Schiffchenblatt erweitert sich nemlich un- mittelbar an seiner Basis zu einem nach oben und innen gerichteten Läppen (e, 4, 5), der sich auf die Oberseite der Geschlechtssäule legt und fast bis zur Mittellinie der- selben reicht. Diese die Geschlechtssäule umfassenden Lappen des Schiffchens werden durch zwei nach hinten und innen gerichtete Fortsätze der Flügel (e3: DE, 6) nieder- gedrückt und in ihrer Lage festgehalten. Der festhaltende Theil der Flügel selbst aber wird wieder durch die Fahne in seiner Lage gesichert, indem unmittelbar neben den nach hinten und innen gerichteten Fortsätzen der Flügel und von denselben Wagerecht nach aussen gehend noch zwei schmale Flächen (f, 5, 6) von den Flügeln nach hinten vorspringen, auf welche 2 rundliche Schwielen der sehr breiten, festen, den halben Blüthengrund umfassenden Basis der Fahne (/^, 3) drücken. Dieses feste Ineinandergreifen und Zusammenschliessen der Blüthentheile ist der Pflanze in dreifacher Beziehung von Nutzen: Erstens nöthigt es das Honig suchende Insekt Flügel der Blume gestützt, den Kopf ünter die Fa des Kopfes zwischen Flügel und Fahne diejenige Kraft anzuwenden, welche nöthig ist, um den Bürsten- und Pumpenapparat in Thätigkeit zu versetzen , die Narbe an iese Unterseite mit neuem der bestäubten Unterseite des Insekts zu reiben und d Blüthenstaub zu behaften. Zweitens bewirkt es nach dem Aufhóren des Druckes ein vollständiges Zurück- kehren aller Theile in ihre frühere Lage, erhält also der Blüthe andauernd ihr jung- fräuliches Ansehen und sichert ihr dadurch, wenn überhaupt hinreichender Insekten- zuflug stattfindet, den wiederholten Besuch derselben , auf welchen der ganze Blü- thenmechanismus eingerichtet ist. . Drittens verschliesst er allen denjenigen Insekten, welche nicht kräftig genug ^ Sind, die zur Fremdbestäubung nöthige Arbeit auszuführen , den Zutritt zum Honig. : Neben diesen unverkennbaren Vortheilen hat das feste Zusammenschliessen der Blüthentheile aber zugleich die unter Umständen sehr verhängnissvolle Folge, dass 88 auch solchen Bienen, welche zur Gewin , welches mit den Beinen auf die hne drängt, zum Hineinzwängen Schwierigkeit bereitet und sie, wenn Nähe sind, vom Besuche der un- thslande hat sich die Erbse wahr- nung des Honigs und zur Herbeiführung Jio ( SE AREIS Ee JO E ei aii im Eres ^ 250 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 210. Pisum sativum. 211. Vicia Cracca. gleichzeitig und auf abwechselnden Beeten blühenden grossen Bohnen (Vicia Faba) von zahlreichen Hummeln besucht und befruchtet wurden. Die einzigen Insekten, welche ich im Verlaufe von 4 Sommern an den Blüthen n Erbsen zu beobachten Gelegenheit hatte, sind: 1) Eucera longicornis L. 9y-Megachi!e pyrina LEP., die Männchen beider Arten Honig saugend, die Weibchen sowohl Honig saugend als Blüthenstaub sammelnd ; beide Arten wiederholt, doch nicht häufig; ausser dem 3) zweimal das sehr viel kleinere und schwächere Weibchen von Halictus sexnotatu* K., welches mühsam Blüthenstaub sammelte, indem es den vorderen Theil der Ründer des Schiffchens mit den Beinen aus einander arbeitete. Obgleich die, Mehrzahl der Erbsenblüthen von Insekten unberührt bleibt, 59 entwickeln doch alle gute Früchte. Die in Folge der beschriebenen Blütheneinrich- tung unfehlbar eintretende Selbstbestiubung muss also bei der Erbse Befruchtung bewirken. *) 211. Vicia Craeca L. Fig. 86. 1. Blüthe von der Seite gesehen (3 : 1). 2. Dieselbe nach Entfernung des Kelchs und der Fahne, von oben gesehen, ein wenig stürker vergr. 3. Dieselbe, nachdem auch die Flügel entfernt sind. 4. Linker Flügel, Innenseite. 5. Griffel, erheblich stärker vergr. . a Vordere Einsackung des oberen Flügelrandes, æ’ entsprechende Einbuchtung des Schiffchens, 5 hintere Ein- sackung des oberen Flügelrandes, b’ entsprechende Einbuchtung des Schiffehens, c nach hinten und innen gerichtete Fortsätze des oberen Flügelrandes, d Stiele der Flügel, e Stiele des Schiffchens, f Pollen führende Anschwelluß8 des Schiffehens, g obere Basallappen des Schiffchens, h Honig, p Bürste, o Oeffnung zum Austritt des Griffels! st Narbe. Die Viciaarten zeigen wiederum deutlich, wie sehr man sich hüten muss, igo: der Blütheneinrichtung einer einzelnen Art auf die ganze Gattung zu schliessen. Die Beschreibung der Griffelbürste, welche Dxrrrwo (Ult. oss. p. 58) als der Gattung Vicia überhaupt zukommend gibt, ohne die Arten zu nennen, welche er beobachtete; passt auf V. sepium nur unnühernd, auf V. Cracca ganz und gar nicht. Auch 17 den übrigen Einzelheiten des Blüthenbaues zeigen die von mir beobachteten Vicia- arten bemerkenswerthe Verschiedenheiten. Bei V. Cracca ist der sehr kurze (nur etwa 1!/;mm lange) Griffel dicht unter der narbentragenden Spitze bis weit über seine Mitte hinab mit langen, schräg auf- wärts abstehenden Haaren dicht besetzt (5, Fig. 85) und gleicht somit, obgleich die Haare an der Aussenseite etwas länger und dichter sind, als an der Innenseite, weit mehr einer Cylinderbürste als einem Körbchen (cestella, Derrıno). Wann die Blüthen noch kaum die Hälfte ihrer vollen Grösse erreicht haben, springen die dicht *) Nach Vollendung meiner Arbeit finde ich diese aus dem Verhalten der ye gefolgerte Behauptung durch directe Versuche W. ‚Ocue's (Pop. Science Review. a 1870. p. 163.) bestätigt. W. OGLE fand nemlich die Erbse bei Abschluss von Inse eben so fruchtbar als bei freiem Insektenzutritt. 211. Vicia Cracca. um die Cylinderbürste herum liegenden Staubbeutel auf und lassen ihren Blüthen- staub in den Haaren derselben sitzen ; auch die von den oberen Haaren ringsum, am stärksten aber auf der Aussenseite überragte Narbe wird mit einem Haufen Blüthen- staub überdeckt. Die auf diese Weise oben und ringsum mit Blüthenstaub reich beladene Griffelbürste liegt in einer Anschwellung der übrigens eng zusammen- gedrückten Spitze des Schiffchens (f, 2, 3) und tritt, sobald das Schiffchen nieder- gedrückt wird, aus dem schmalen Spalt an der Spitze desselben hervor. Der Blüthen- Staub heftet sich also der Unterseite des das Schiffchen niederdrückenden Insekts an, und an eben derselben reibt sich die Narbe. Das Niederdrücken desSchiffchens wird, wie bei anderen Schmetterlingsblumen, durch die fest mit ihm vereinigten Flügel bewirkt, welche den besuchenden Insekten als Halteplatz dienen und auf das abwürts zu drehende Schiffchen als lange Hebel- arme wirken. Jeder Flügel ist an 2 Stellen mit dem anliegenden Blatte des Schiffchens ver- einigt. Ungefähr in der Mitte seines oberen Randes hat nemlich jeder Flügel eine kleine aber tiefe Einsackung (a, 2. 4), die sich unmittelbar hinter der den Pollen be- herbergenden Anschwellung des Schiffchens einer Einbuchtung an der Oberseite des- selben (a', 3) dicht anlegt. Unmittelbar dahinter hat jeder Flügel eine weit breitere und dabei nicht weniger tiefe Einsackung (b, 2, 4), welche sich einer breiten, aber ziemlich flachen Einbuchtung auf der Oberseite des Schiffchens (b, 3) so innig an- fügt, dass es nur mit grosser Vorsicht gelingt, Flügel und Schiffehen ohne Zer- reissung von einander zu trennen. Diese innige Vereinigung ist dadurch bewirkt, dass die Oberhaut beider Blätter an einem Theile der Berührungsfläche aus grossen séchseckigen Zellen von etwa !/,;—1/,1jmm Durchmesser besteht, von welchen die = les einen Blattes bauchig angeschwollen und mit diesen Anschwellungen in ent- sprechende Vertiefungen der einzelnen Zellen des anderen Blattes eingestülpt sind. Dieselbe Art der Vereinigung , welche sonst die Blattflächen im Ganzen zusammen- hält, verbindet also hier zahlreiche einzelne Zellen und bewirkt, dass Schiffchen und Flügel in ihrem hinteren Theile ungewöhnlich fest zusammenhalten. Dass die auf diese Weise zusammen gehaltenen unteren Blumenblátter nach jeder Abwärtsdrehung ihre bestimmte Lage zur Geschlechtssäule wieder einnehmen, bewirken: 1) ihre eigne Elasticitát, 2) 2 von den oberen Basalecken der Flügel nach hinten und innen gehende Fortsätze (c, 2, 4), welche sich auf die Oberseite der Ge- schlechtssäule legen, 3) die beiden oberen Basallappen des Schiffchens us Ue V welche die Geschlechtssäule bis auf einen schmalen Spalt umfassen, 4) die breite Basis der Fahne, welche sich beiderseits so weit herumbiegt, dass sie die Stiele der Flügel und des Schiffchens vollständig umfasst, während sie selbst vom Kelche hin- reichend weit umfasst wird, um in ihrer Lage gesichert zu sein. Durch das Zusam- menwirken dieser 4 Umstände wird ein vollständiges Zurückkehren aller Blüthen- theile in ihre ursprüngliche Lage nach jedem Insektenbesuche bewirkt; die Blüthen behalten daher dauernd ihr jungfrüuliches Ansehen und werden wiederholt von In- sekten besucht, so dass sie nicht nur ihren Blüthenstaub in einzelnen Portionen ab- geben, sondern danach auch ihre Narbe.an der Unterseite der besuchenden Insekten klebrig reiben (vgl. Lathyrus pratensis) und'mit Pollen anderer Blüthen behaften können. Obgleich die Blüthentheile vortrefflich aneinander schliessen, so bieten sie doch bei ihrer Kleinheit den meisten Bienen keine Schwierigkeit dar, auf normalem Wege . zum Honige zu gelangen. Die Vereinigung vieler Blüthen zu stattlichen Trauben und der Honigreichthum der einzelnen sichern der Pflanze reichlichen Insektenbesuch, Ich beobachtete : 252 III. Von Insekten befruchtete Blumen : 211. Vicia Cracca. 212. Vicia sepium. A. Hy menoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, äusserst häufig. Sie geht. an den Blüthentrauben aufwärts und verweilt, nachdem sie den Rüssel unter die Fahne 8°- „steckt hat, saugend an jeder Blüthe 2—3 Secunden. Wenn sie Pollen sammelt, zwängt sie, um das Schiffehen möglichst tief hinabdrücken zu können, den Kopf noch tiefer unter die Fahne und gebraucht zum Abbürsten des Pollens an jeder Blüthe wenigsten® 6— 8 Secunden. 2) Bombus agrorum F. Q8. 3) B. hortorum L. 8. 4) B. Rajellus Int. 8. 5) B. Serimshiranus K. $9 8. 6) B. (Apathus) vestalis Fourc. d. T) Eucera longicornis L. Q g, sámmtlich nur saugend, dagegen verschiedene Bauchsammler, nemlich : 8) Megachile versicolor SM. OQ, 9) M. circumcincta K. Q, (häufig), 10) M. maritima K. Ç, 11) M. Willughbiella K.Q, 12) Diphysis serratulae Pz. Q, 13) Osmia adunca LATR. €» zugleich sgd. und Psd.; ausserdem die Männchen von go do uso B) Vespidae: 14) Odynerus simplex F.Q fand ich einmal an den Blüthen beschäftigt, ohne dass e$ ihm gelang, sich dieselben zu Nutze zu machen. B. Diptera Empidae: 15) Empis livida L., háufig, sgd. Sie kommt schrág von oben oder von der Seite und steckt, auf einer Nachbar- blüthe stehend, ihren Rüssel unter der Fahne in die Blüthe, ohne befruchtend zu wirken- C. Lepidoptera: 16) Pieris rapae L., saugt ebenfalls , ohne Befruchtung zu bewirken. 212. Vicia sepium L. . Blüthe gerade von vorn. 2. Dieselbe, nach Entfernuug des Kelchs und der Fahne, von oben gesehen. 3. Dieselbe, nachdem auch die Flügel entfernt sind, von oben gesehen. . Dieselbe, von der Seite gesehen. 5. Griffel mit Griffelbürste und Narbe, von der Seite gesehen. . Griffelbürste und Narbe, von oben gesehen. . Geschlechtstheile einer Knospe. Bedeutung der Buchstaben wie in Fig. 85.) Der 2!/; mm lange Griffel trügt an seiner Spitze eine eifórmige Narbe und dicht i . E] 25112 > 7 5 unter derselben an der Aussen- und Innenseite zwei völlig von einander getrennte Bürsten, die sich auf eine Strecke von 1 mm Länge an ihm abwärts ziehen. Dıe Bürste der Innenseite, welche beim Heraustreten des Griffels aus der oberen Spalte des Schiffchens bahnbrechend vorangehen muss, ist dem entsprechend aus einer em- fachen Reihe gerade in der Halbirungsebene des Griffels (und der ganzen Blüthe) entspringender, steifer, schräg aufwärts gerichteter Haare gebildet; die Bürste der Aussenseite dagegen besteht bloss an ihrem untersten Ende aus einer einfachen Haarreihe ; weiter aufwärts verbreitert sie sich in dem Grade, dass sie unter der Narbe mehr als die Hälfte des Griffels umfasst; zugleich treten ihre ebenfalls steifen, schräg aufwärts gerichteten Haare nach oben immer mehr strahlig auseinander, 89 dass das dicht unter der Narbe gerade abgeschnittene obere Ende der Bürste einen flachen, tellerförmigen Hohlraum darbietet (p, 5, 6). Diese beiden Griffelbürste 212. Vicia sepium. liegen nun in der Knospe, von sämmtlichen Staubbeuteln umgeben (p, 7), in einer bauchigen Anschwellung der Spitze des Schiffchens (f, 3, 4). Die Staubbeutel öffnen sich erst, nachdem die Blumenblätter ziemlich ausgewachsen sind, und füllen, indem sie sich selbst zusammenziehen, und durch Zusammenziehung der Staubfäden sich aus der Anschwellung des Schiffchens (f, 3, 4) zurückziehen, diese rings um die beiden Griffelbürsten herum dicht mit Blüthenstaub an. Sobald diess geschehen ist, richtet die Fahne ihre mit dunkeln Linien geschmückte Fläche in die Höhe, schlägt die Seiten derselben nach hinten; die Flügel wölben sich auswärts, so dass sie den Bienen bequeme Anflugplätze darbieten, und die Blüthe, welche schon in der letzten Knospenzeit ihre sehr reichliche Honigabsonderung begonnen hat, ist nun in jeder Hinsicht zum Empfange ihrer Befruchter bereit. : Obgleich, abgesehen von der Griffelbürste , der ganze Mechanismus der Blüthe mit dem von V. Cracca übereinstimmt, so bewirkt doch ihre bedeutendere Grósse, verbunden mit einigen, scheinbar unerheblichen Abweichungen, einen’auffallenden Unterschied in der Zahl ihrer Besucher, namentlich vólligen Ausschluss der Fliegen und Schmetterlinge, welche bei V. Cracca den Honig saugen, ohne der Pflanze zu nützen. Folgende Umstünde wirken zu diesem Erfolge zusammen : 1) Die Blüthen sind nicht bloss erheblich grösser, sondern auch die Blumenblätter erheblich dickwandiger und fester, so dass schon aus diesem Grunde eine viel bedeuten- dere Kraft erforderlich ist, Fahne und Flügel auseinander zu zwüngen als bei V. Cracca. 2) Die Kelchröhre umschliesst auf eine weitere Strecke die stielfórmigen Theile der auseinander zu zwüngenden Blumenblätter. 3) Bei V. Cracca sowohl als bei sepium ist der Eingang zwischen Flügeln und Fahne dadurch dicht verschlossen, dass an der Umbiegungsstelle zwischen Stiel und aufgerichteter Fläche der Fahne an der Oberseite derselben 2 nach vorn convergirende Rinnen eingedrückt sind, die auf der Unterseite als den Flügeln anschliessende Kanten vorspringen. Bei Cracca ist dieser den Verschluss bildende Vorsprung der Unterseite der Fahne dünnwandig, so dass es selbst einer Empis gelingt, ihren Rüssel unter der Fahne einzuschieben ; bei sepium ist er schwielig verdickt. 4) Die von den Flügeln gebildeten Hebelarme zum Herabdrehen des Schiffchens sind bei sepium relativ kürzer als bei Cracca. Durch das Zusammenwirken dieser den Zutritt zum Honige erschwerenden Um- stände wird nun bewirkt, dass nur die krüftigsten Bienen, namentlich Bombus und Anthophora, die zur Honiggewinnung erforderliche Arbeit leisten kónnen. Diess ist der Pflanze insofern von Vortheil, als es Fliegen und Schmetterlinge, die bei Cracca oft den Honig wegnehmen, ohne befruchtend zu wirken, völlig vom Honiggenusse ausschliesst; es bringt jedoch auch einen unverkennbaren Nachtheil mit sich, welcher den Vortheil wahrscheinlich vollstindig aufwiegt. Bombus ter- restris nemlich beisst, durch die Schwierigkeit der normalen Honiggewinnung abge- schreckt, bei Vicia sepium regelmässig an einer Seite der Blüthe ein Loch durch Kelch und Blumenkrone hindurch, durch welches sie dann ihren Rüssel einführt.*) *) Dieser Honigdiebstahl durch Einbruch ist besonders desshalb auffallend, weil es | der Erdhummel weder an der nöthigen Körperkraft, noch an der nöthigen Rüssellänge fehlt, um auf normalem Wege den Honig von V. sepium zu erlangen; denn sie ist eine der grössten von den einheimischen Hummeln und hat einen 7-—9 mm langen Rüssel, während V. sepium zur normalen Honiggewinnung nur 5 — 7 mm Rüssellänge erfordert. Aber von allen Hummeln die kurzrüssligste sieht sie sich in vielen anderen Fällen durch die Länge der honigführenden Röhren zu gewaltsamem Einbruch veranlasst (vergl. Aqui- legia, Corydalis, Galeobdolon, Pedicularis u. a.) und wird dadurch überhaupt geneigt, bei irgend ‚welchen Schwierigkeiten, welche eine Blume ihrem Versuche, auf normalem Uu 254 IM. Von Insekten befruchtete Blumen: 212. Vicia sepium. 213. Vieia Faba. An manchen Plätzen ist fast keine Blüthe zu finden, au Loud nicht in dieser weite erbrochen wäre; selbst an noch nicht geöffneten Blüthen verübt B. terrestris nicht selten diesen Einbruch. Ausserdem hält die Schwierigkeit, das Schiffehen soweit zurück zu biegen, als es zum Einsammeln des Blüthenstaubs nóthig wäre, diejenige? Bienen, welche an V. sepium auf normale Weise Honig saugen, ab, auch Pollen ju ihr zu sammeln und beschränkt damit die Zahl der nützlichen Besuche. In Bezug auf das Abreiben des eignen Blüthenstaubes von der Narbe und das Zerreiben der Narbenpapillen stimmt V. sepium, wie ich mich durch denselben a: such mit einem Glasplättchen überzeugt habe, völlig mit Lathyrus pratensis überelP- Besucher ausschliesslich Bienen, nemlich: 1) Bombus agrorum F. 9 8. 2) p. Ra- jellus Inn. 9. 3) B. lapidarius L. Ọ 8. 4) B. silvarum L. Q. 5) Anthophora pilipes F. 9 $, sämmtlich normal sgd. 6) Bombus terrestris L. Q, Honigdiebstahl mit Einbrue verübend. 7) Osmia rufa L. Q, S) Apis mellifica L. $, beide die von Bombus terrestri gebrochenen Löcher zu nachträglichem Honigdiebstahl benutzend. Beide haben zwar einen hinreichend langen Rüssel (Osmia rufa 8 mm, Apis 6 mm), sind aber zu schwach, um auf normalem Wege den Honig zu gewinnen. r4 213. Vieia Faba L. Die Bürsteneinrichtung stimmt ganz mit der von sepium überein; aber trotz der mehrfachen Grösse ihrer Blüthen ist sowohl ihr Honig $9 . ihr Blüthenstaub leichter zugänglich als der von sepium, wenn auch die Gewinnung des ersteren einen längeren Rüssel erfordert. Denn Fahne und Flügel schliesse" weit weniger fest an einander, und das Schiffchen ist weit leichter nach unten ZU drehen. Die schwielenförmigen Vorsprünge, welche bei sepium die Unterseite der Fahne dicht an die Flügel andrücken , fehlen hier; der 13—16 mm lange Basaltheil der Fahne greift zwar ziemlich weit nach unten herum, wird aber von der Kelchróhre nur lose umfasst, und zwar oben nur auf eine Länge von 6—7mm, unten 8—10 mm; die Fahne lässt sich daher mit geringer Anstrengung etwas in die Höhe biegen, und diejenigen Hummeln , deren Rüssel zur normalen Honiggewinnung be Faba überhaupt lang genug sind, gelangen mit geringerer Anstrengung zum Honig? von V. Faba, als zu dem von V. sepium. Die beiden Einsackungen , durch welche bei Cracca und sepium Flügel und Schiffchen zusammen gehalten werden, finden sich auch bei Faba, doch ist die Einstülpung der einzelnen Zellen bei letzterer wenige! ausgebildet, so dass sich Flügel und Schiffchen leicht ohne Zerreissung von einander ziehen lassen., Auch die beiden nach hinten gerichteten Fortsätze der Flügel, welche sonst die Lage der Flügel und des Schiffchens zur Geschlechtssäule sichern, sind hie! weit weniger entwickelt und gleiten leicht von der Oberseite des Schiffchens herunter. Flügel und Schiffchen sind um die Endpunkte ihrer Stiele leicht abwärts drehbar: und diese Drehung, welche die Narbe und die Griffelbürste hervortreten lässt, kan um so leichter bewirkt werden, als die Flügel das Schiffchen um das Doppelte seine! Länge überragen und daher den Bienen, welche sich mit den Beinen auf die Flügel stützen, sehr wirksame Hebelarme darbieten. Die Gewinnung des Blüthenstaube® bereitet daher hier sehr geringe Schwierigkeit und kann selbst von kleineren Biene? mit Erfolg betrieben werden. In Folge der geringeren Elasticität der Flügel und des Schiffchens kehren dieselben, wenn sie stark abwärts gedrückt worden sind, nicht wieder in die frühere Lage Wege den Honig zu erlangen, entgegensetzt, gewaltsamen Einbruch vorzuziehen. lässt sie sich im vorliegenden Falle durch die grosse Festigkeit, mit ‚welcher Fahne er Flügel eng an einander schliessen, zurückschrecken. Beim Offenbeissen der einzeln er Blüthen verliert sie zwar an Zeit, hat aber zugleich, indem sie auch noch nicht geöffne : Blüthen erbricht, den Vortheil, allen anderen Insekten in der Gewinnung des erste Honigs zuvor zu kommen. 313. Vicia Faba. 214. Coronilla varia. 555 Zurüek und lassen die mit Narbe und Bürste versehene Griffelspitze und selbst die entleerten Staubgefásse unbedeckt. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus hortorum L. Q i. 5 d senilis Sm. @ (14—15). 3) B. confusus SCHENCK 9 (14). 4j B. lapidarius L. Q (12—14), 5) B. silvarum L. © (14), sämmtlich normal sgd., häufig. 6) B. terrestris L. Q (7—9) sah ich (27. Mai 1870) den Kopf unter die Fahne zwängen und den Rüssel auf das längste ausrecken, was durch die Fahne hindurch deutlich erkennbar war. Da sie den Kopf ganz unter den Basaltheil der Fahne drängte, so mochte sie mit der Spitze ihres 9 mm langen Rüssels den Honig eben zu berühren im Stande sein. Sie strengte sich lange an und putzte, als sie den Kopf aus der Blüthe zurückgezogen hatte, andauernd den Rüssel mit den Vorderbeinen, indem sie ihn zwischen denselben abwechselnd aus- reckte und einzog, als wollte sie ihn noch dehnbarer machen. Dasselbe wiederholte sie an einer zweiten, dritten und vierten Blüthe. Die Honigausbeute hatte jedenfalls ihren Anstrengungen nicht entsprochen, denn an der 4. Blüthe biss sie nun mit den Ober- kiefern dicht über dem Kelche ein kleines Loch in die Oberseite der Fahne und führte durch dasselbe ihren Rüssel in den honigführenden Blüthengrund ein. Ausser diesem . einen Fall sah ich B. terrestris immer nur durch Einbruch Honig gewinnen. 7) Apis mellifica L. 8 (6), bald durch die von der Erdhummel eingebrochenen Löcher sgd. bald Psd.; im letztern Falle wirkt sie natürlich eben so gut wie normal saugende Hummeln befruchtend. 8) Andrena convexiuscula K. Q, Psd. 9) A. labialis K. ($, machte nur den vergeblichen Versuch, zum Honige zu gelangen. 10) Osmia rufa L. Q, normal sgd., in- dem sie so tief unter die Fahne kriecht, dass der ganze Kopf unter dem Basaltheile der- selben geborgen ist. B. Coleoptera Malacodermata: 11) Malachius bipustulatus F., frisst die durch wiederholten Hummelbesuch bloss gelegten Staubgefässe ab. V. Faba (Common bean) fand Darwın, wenn er durch ein feines Netz In- sektenzutritt abschloss, nur ein Drittel so fruchtbar, als wenn sie frei blühte. Wur- den dagegen die Blüthen erschüttert, so setzten sie auch unter dem Netze gute Kapseln mit vollem Samenertrage an. (Annals and Mag. of Nat. Hist. 3 Series, Vol. 2. 1858. p. 460.) : Viciaamphicarpa hat neben normalen Blüthen am oberirdischen Theile des Stengels kleistogamische , blumenblattlose Blüthen an unterirdischen Ausläufern (H. v. Most, Bot. Z. 1863. S. 312. Kunn, Bot. Z. 1867. S. 67). “Trib. Hedysareae. Coronilla Emerus. An den Blüthen dieser Pflanze hat Deurıno die Eigen- thümlichkeiten des von ihm so genannten Nudelpumpenapparates*) eingehend er- örtert, den wir bei Lotus corniculatus kennen gelernt haben. Als Befruchter beob- achtete D. Bombus, Anthophora pilipes, Eucera longicornis und Xylocopa violacea (Ult. oss. p. 39—44. Bot. Z. 1870. S. 607). 214. Coronilla varia L., welche ebenfalls die Nudelpumpeneinrichtung (wie Lotus corn.) hat, wie Ononis honiglos, aber trotzdem noch diadelphisch ist (Dxr.- PINO, Ult. oss. p. 45) sah ich in Thüringen häufig von Pollen sammelnden Honig- bienen besucht. ; i Hippocrepis comosa hat nach Deurıno dieselbe Blütheneinrichtung wie Coronilla Emerus und wird von der Honigbiene besucht (Ult. oss. p. 44. Bot. Z. 1870. S. 608). a Stylosanthes Swartz, Arachis L., Heterocarpaea Pur., Lespe- deza Rıcm. und Chapmannia Torr. und GR. haben nach Kunx kleistogamische Blüthen (Bot. Z. 1867. S. 67). *, l'apparecchio dicogamico a pompa e stantuffo — apparecchio che offre una curiosa analogia col meccanismo con cui si fabrica la pasta da vermicellajo (Ult. oss. p. 45. p. 42). III. Von Insekten befruchtete Blumen: 215. Onobrychis sativa. 215. Onobrychis sativa Law. Die Blütheneinrichtung ist dieselbe einfache, welche wir bei Melilotus und Trif. repens kennen gelernt haben; beim | Niederdrücken des Schiffchens treten die Narbe und die von ihr überragte®, schon in der Knospe aufge sprungenen Antheren Aus seinem oberen, offenen Spalte frei hervor ; beim NachlasseP . des Druckes kehrt das Schiff- chen in seine frühere Lage zurück und umschliesst die Geschlechtstheile von neuem. Die Einrichtung Fig. 88. ist aber insofern hier noch E TED HII DP Y RD einfacher als bei den früher Mito taie tiet Entfernung der Fahne und der oberen Hälfte des betrachteten Gattungen, als 3. Geschlechtstheile, von der Seite ql. das Schiffchen allein die z a Kelch, b Schiffehen, c Flügel, d Fahne, hellroth mit dunkleren Functionen ausübt, die ihm .inien (Saftmal), e Stiele der Flügel, f verwachsene Staubfáden, g freier š -i r- Staubfaden, A Zugänge zum Honig, i offener Spalt des Schiffehens, durch sonst mit den Flügeln - welchen Narbe und Staubgefüsse Karor : einigt zufallen, da die Flügel hier zu zwei kleinen, nur die Stiele des Schiffchens deckenden Blättchen verkümmert sind, die nur noch insofern nützen, als sie ein Entwenden des Honigs von der Seite her hindern oder wenigsten? erschweren. Das Schiffchen für sich allein bildet hier den Halteplatz für die be- suchenden Insekten, den Hebel zum Hinabdrehen der von ihm selbst gebildeten Um- ‚hüllung der Geschlechtstheile; seine eigne Elasticitüt allein führt es beim Aufhören des Druckes in seine frühere Lage zurück. Fremdbestäubung ist bei eintretendem Insektenbesuche durch das Hervorragen der Narbe gesichert, die in Folge dessen von der bestäubten Unterseite der besuchenden Insekten früher berührt wird, als sich | diese mit Pollen derselben Blüthe behaftet; Sichselbstbestiubung kann bei aus” bleibendem Insektenbesuche nicht eintreten, um so weniger, als der Griffel im Ver- laufe des Blühens sich mehr und mehr aufrichtet, so dass er aus älteren Blüthen 1—1!/;mm aus der Spalte des Schiffehens hervorragt. Die lebhaft gefärbten , Zu stattlichen Trauben vereinigten Blüthen sind augenfällig genug, um zahlreiche In- sekten anzulocken. Die Kelchröhre ist nur 2—3 mm lang; die breite Fahne richtet sich nur wenig auf, und dient um so leichter als Stütze, gegen welche besuchende Insekten den Kopf stemmen , um mit den Beinen das Schiffchen nieder zu drücken. Honig sowohl als Blüthenstaub sind daher auch kurzrüssligen Bienen zugänglich: Bei sonnigem Wetter sind daher die Blüthen der Tummelplatz so zahlreicher In- sekten, dass sie die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung wohl verlieren konnten. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8 (6), sgd. u. Psd., so häufig, dass sie wenigstens 9/,, aller Besucher ausmacht. 2) Bombus senilis Sm. 9 14-15). 3) B. silvarum L. Q9 (12—14). 4) B. agrorum F. 9 (12—15). 5) B. confusus Scuenck © (12—14). 6) B. terrestris L Q (7—9). 7 B. muscorum F. 9 8 (10-14): Sj B. pratorum L. € $8 (8—11!/). 9; B. Serimshiranus K. 8 (9), sämmtlich bald sgd., bald Psd. 10) B. (Apathus) rupestris F. 9 (412—14). 11) B. campestris Pz. Q (10—12) — 4 E | | | g I'd | TOUERTUDETUNUCNRXDREUEEYUPWRPE EUER UU URSIPPIPUCI I ENPURGRUNISPUCU EA UICE QU NGÜUURRUT ERU 215. Onobrychis sativa. 957. beide sgd. 12, Eucera longicornis L. $ € (10—12), sgd. und Psd. 13) Andrena labialis K. 9$, Psd. u. sgd. 14) A. nigroaenea K. $ (3). 15) Halictus albipes F.Q (3), sgd. u. Psd. 16) H. flavipes F O, sgd. u. Psd. 17) H. lugubris K. GO. 18) Megachile cir- cumeincta K. Q, sgd. u. Psd. 19) Osmia aurulenta Pz. Q (8—9), sgd. u. Psd. (Thür.). 20) O. spinulosa K. €, (Thür. 21) Chalicodoma muraria F. Q (10), sgd. u. Psd. (Thür.). 22) Coelioxys conoidea ILL. Q, sgd. B. Diptera Syrphidae: 23) Volucella plumata L. (7—8). C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 24) Pieris napi L., sgd. 25) Lycaena sp., b) Sphinges: 26) Zygaena carniolica Scor. (Thür.). c) Noctuae: 27) Euclidia glyphica L., 28) Plusia gamma L., häufig, sämmtlich sgd., aber wahrscheinlich nicht befruchtend. Trib. Phaseo leae. Amphicarpaea hat nach TogREy und Asa Gray (Flor. of. N. Americ. I, 291) fruchtbare kleistogamische und meist unfruchtbare sich öffnende Blüthen, beide am oberirdischen Theile des Stengels; ausserdem werden von H. v. Monz und von Kvzw die Gattungen Neurocarpum Desv., Martiusia Scuurr., Glycine L., Galactia P. Br. und Voandzeia Prr. Tz. als kleistogamische Blüthen darbietend verzeich- net (H. v. Mont, Bot. Z. 1863. S. 312. Kumm, Bot. Z. 1867. 8. 67). Bei Erythrina crista galli hat sich nach Dzrrrxo die Blüthe umgekehrt, die Flügel sind fast verschwunden, das Schiffchen bildet eine die Geschlechtssáule von oben umschliessende Scheide, die sich unten in einen grossen Honigbehälter er- weitert. Da die Narbe den Kreis der Antheren etwas überragt, so berühren die Besucher, vermuthlich Kolibris, zuerst die Narbe, dann die Antheren und bewirken daher, indem sie von Blüthe zu Blüthe fliegen, nothwendig Fremdbestáubung; bei E. velutina ist die Blüthe nicht umgekehrt, Flügel und Schiffchen sind zu win- zigen Ueberresten verkümmert, die Geschlechtssäule liegt nackt unter der Fahne. Besucher, vermuthlich Bienen, müssen, um den wie bei anderen Papilionaceen ab- gesonderten Honig zu erlangen, zwischen Geschlechtssäule und Fahne eindringen und so Narbe und Staubgefässe streifen (Derr,,, Ult. oss. p. 64—68. Hirp., Bot. Z. 1870. S. 621—623). Erythrina setzt in Neu-Südwales, wie Darwın nach Macarruurs Beobach- tungen mittheilt, nur dann gute Früchte an, wenn man die Blüthen erschüttert (Ann. and Mag. of. Nat. Hist. 3 Series. Vol. 2. 1858. p. 461). Phaseolus. Die Phaseolusarten sind von den übrigen Schmetterlingsblu- men mit Bürsteneinrichtung durch schneckenförmige Dre- hung des Griffels und der ihn umschliessenden Spitze des Schiffchens ausgezeichnet; es tritt aber bei ihnen, gerade so wie bei den übrigen, beim Nieder- drücken des Schiffchens die Grif- felspitze mit Narbe und Pollen fegender Bürste aus der Um- schliessung hervor, beim Auf- hören des Druckes wieder in 1. Blüthe von Phaseolus vulgaris, schräg von oben und vorn dieselbe zurück. Die Drehung ei Yergröskent. geht nach Derrıno bei einigen a Kelch, b Fahne, c Flügel, d Spitze des Schiffchens, e Frucht- AH rechts, daran A knoten, f Griffel, g Griffelbürste, h Narbe. und bietet alle Zwischenstufen dar von einfach sichelförmiger Biegung (bei Ph. Müller, Blumen und Insekten. 17 258 III. Von Insekten befruchtete Biden‘ Phaseolus. angulosus u. a.) bis zu 4 bis 5 Umläufen (bei Ph. Caracalla). (DELPINO, apparecchi p. 25. 26, Ult. oss. p. 55.) ; Die Blütheneinrichtung und natürliche Befruchtung der türkischen Bohne (Par seolus coccineus Lam., Scarlet Runner der Engländer) ist in den Annals a Magaz. of Nat. Hist. 4 Series, Vol. 2. 1868. p. 256—260 von Mr. T. H. FARBE? ausführlich beschrieben. Die Honigbiene und andere, kleinere Bienenarten, welche zu schwach sind, das Schiffehen hinabzudrücken, benutzen zum Gewinnen des Honigs die Löcher, welche eine Hummelart (nach meiner Vermuthung Bombus ier restris L.) durch den Kelch beisst. Kräftigere Bienenarten mit hinreichend lange Rüssel fliegen auf dem linken Flügel der Blumen an und bringen, indem sie den Rüssel in den Blüthengrund zwüngen, die Basis des Rüssels zunächst mit der Narbe in Berührung, die sich dadurch mit aus früher besuchten Blüthen mitgebrachten Pollen behaftet. Indem sie nun die Flügel und das mit ihm verbundene Schiffche? stärker hinabdrücken, tritt aus der röhrigen und zu beinahe 2 Umläufen schnecken” förmig gedrehten Spitze des Schiffchens die eben. so gedrehte Griffelspitze in der Weise hervor, dass die Narbe sich nach links unten kehrt und die mit Pollen be f haftete Griffelbürste die Basis des Bienenrüssels berührt und mit neuem Pollen be^ haftet. Auf diese Weise ist bei eintretendem Insektenbesuche Fremdbestäubun gesichert, Selbstbestäubung ausgeschlossen. Auch kann bei ausbleibendem In- sektenbesuche Sichselbstbestäubung nicht eintreten, da die Narbe aus der Spitze des Schiffchens hervorragt, während der Blüthenstaub in derselben eingeschlossen ist. Die hiermit übereinstimmende Befruchtung der Schminkbohne , Phaseolu® er vulgaris L., (Kidney bean) durch Bienen hat Darwı schon ein Decennium vorher w p "beobachtet und beschrieben, auch durch den Versuch bewiesen, dass Insektenbesuch zur Befruchtung dieser Pflanze wesentlich ist. Mit einem feinen- Netz überdeckt® Schminkbohnenstöcke blieben nemlich alle unfruchtbar, wofern nicht die T hätigkeit der Bienen an den Blüthen künstlich nachgeahmt wurde. Als D. den Versuch in grösserem Maassstabe wiederholte, setzten einzelne Blüthen einzelner Stöcke Frucht an; zu diesen hatten aber vermuthlich Blasenfüsse (Thrips) Zugang gefunden. *) Einen andern Beleg dafür, dass bei Phaseolusarten in ausgedehntem Maass® Fremdbestäubung durch die Insekten bewirkt wird, hatte Darwın ebenfalls scho? 10 Jahre früher berichtet: Mr. Cox pflanzte 4 Reihen der schwarzen Zwergschmink- bohne (Negro Dwarf Kidney Bean) zwischen einige Reihen der weissen und braune? Zwergschminkbohne in der Nähe einiger türkischen Bohnen (Scarlet Runners) und liess die ersten in Samen gehen. Ueber ?/, der erhaltenen Bohnen boten alle mög- lichen Farbenschattirungen zwischen Hellbraun und Schwarz und zum Theil Weiss gesprenkelt dar. Von den aus diesen Bohnen erzogenen Pflanzen differirte jede v0? den anderen in Grósse, Blüttern, Farbe und Umfang der Blüthe, Zeit der Blüthe und Fruchtreife, Umfang, Gestalt und Farbe der Hülsen, und es ergaben sich Bohnen . von jeder erdenkbaren Farbe zwischen Schwarz und Hellbraun, einige dunkelpuf” purn, einige schwach gesprenkelt, von verschiedener Grósse und Gestalt (Gardener? Chronicle 1857, p. 725. 1858. p. 824 und 844. Ann. and Mag. of Nat. Hist. 3 Series. Vol. 2. 1858. p. 462—464). Auf TREVIRANUS' Ansicht, dass bei den [Schmetterlingsblumen Sichselbstbestäubung die Regel sei, ist es um so weniger nóthig, einzugehen, als die einzige Einwendung *| W. OGLE gibt (Pop. Science Review April 1870, p. 166) ebenfalls eine ausführ- liche Beschreibung der Blütheneinrichtung von Ph. vulgaris (French bean) und h. coccineus (Scarlet Runner) Von den Blüthen, welche W. OGLE durch ein Gazenetz von Zutritt der Bienen abschloss, trug nicht eine einzige Früchte. & Rückblick auf die betrachteten Papilionaceen. | 359 welche er gegen Darwın’s Versuche machte, dass nemlich durch die Netze die wohl- thätige Bewegung der Luft gehemmt gewesen sei (Bot. Z. 1863. S. 2—1.), von D. bereits durch den Versuch widerlegt war. Denn diejenigen unter dem Netze sich entwickelnden Blüthen, bei welchen D. die Thätigkeit der Bienen nachgeahmt hatte, hatten sich als vollstándig fruchtbar erwiesen. Rückblick auf die betrachteten Papilionaceen. Die von uns betrachteten Papilionaceen werden sämmtlich durch Bienen be- fruchtet und stimmen, trotz ihrer mannichfaltigen Eigenthümlichkeiten im Einzelnen, in Bezug auf Anordnung und Function der Blüthentheile in folgenden Stücken überein : Die Blüthen stehen mehr oder weniger wagerecht und bieten Narbe und Blü- thenstaub der Berührung der besuchenden Bienen (abgesehen von Sarothamnus) nur von unten her dar, indem die Geschlechtstheile den untersten Theil der Blüthe ein- nehmen und nur am Ende aufwärts gebogen sind. In der Knospe werden die Ge- schlechtstheile von den beiden unteren, diese von den beiden seitlichen, diese wieder von dem oberen Blumenblatte umschlossen. : Die beiden unteren Blumenblätter sind zu einem kahnfórmigen Behältnisse, dem Schiffehen, zusammengewachsen, welches die Geschlechtstheile auch während der Blüthezeit umschliesst und dadurch gegen Regen , sowie gegen Pollen fressende Insekten schützt. Die beiden seitlichen Blumenblätter (Flügel) haben die dreifache Function 1) den besuchenden Bienen als Halteplatz zu dienen, 2) als Hebelarme zur Abwärtsbiegung des Schiffchens, welche nöthig ist, um Narbe und Blüthenstaub aus demselben hervortreten zu lassen und mit der Unterseite der besuchenden Biene in Berührung zu bringen, 3) als Klammerorgane, mittelst deren das Schiffchen in Seiner bestimmten Lage zur Geschlechtssäule gehalten, und, wenn wiederholter Insekten- besuch zur Befruchtung erforderlich ist, in dieselbe zurückgeführt wird. Um als Hebelarme zum Herabdrücken des Schiffchens dienen zu können, müssen die Flügel mit dem Schiffehen in haltbarer Weise verbunden sein. Diess ist entweder durch Einstülpung gewisser Stellen der ganzen Blattflächen der Flügel in Vertiefungen des Schiffehens oder durch Ineinanderstülpung der sich berührenden Oberhautzellen beider bewirkt, und zwar in um so haltbarerer Weise, je öfter das Schiffchen nieder- . gedrückt und in seine frühere Lage zurückgeführt werden muss, um Fremdbestäubung durch die besuchenden Bienen zu bewirken. | Das Festhalten des Schiffchens in seiner bestimmten Lage zur Geschlechtssäule und das Zurückführen in diese bewirken in erster Linie die oberen Basallappen der Flügel, welche die Geschlechtssäule von oben umfassen und bald zu elastischen Blasen anschwellen (Trifolium) , bald sich zu fingerfórmigen Fortsátzen, die sich an der Geschlechtssäule festhalten, verlängern (Melilotus, Medicago a. u.). : Das obere Blumenblatt trägt während der Blüthezeit durch seine grosse, auf- gerichtete, bunte Flüche am meisten dazu bei, die Blume von weitem bemerkbar zu machen und hätte daher gar nicht passender benannt werden können, als es wirklich benannt worden ist; denn es dient als Fahne oder als Aushüngeschild, welches den Insekten die Blüthe als eine Fundgrube von Honig und Blüthenstaub oder wenig- stens von Blüthenstaub bemerkbar macht; gleichzeitig dient es den besuchenden Bienen als Stütze, gegen welche sie den Kopf stemmen, wührend sie mit den auf die Flügel gestützten Beinen das Schiffchen nach unten drehen. Blüthenstaub und Narbe müssen die Unterseite der besuchenden Biene an der- - selben Stelle berühren, wenn diese Fremdbestäubung bewirken soll. Ihre bestimmte 17% i 260 III. Von Insekten befruchtete Blumen: Rückblick gui die betrachteten Papilionacee?- gegenseitige Lage, welche dazu erforderlich ist, wird durch Verwachsung der Staub- fäden zu einem den Stempel umschliessenden Hohleylinder gesichert. Der Honig wird in allen honighaltigen Schmetterlingsblumen von der Innenseite der Wurzel der Staubfäden abgesondert und in einem ringfórmigen Hohlraume zwischen der Basis des , Fruchtknotens und des Staubfadencylinders beherbergt. Da nun die Geschlechts- theile sich von unten der Berührung der besuchenden Bienen darbieten und diese nur über denselben in den Blüthengrund eindringen kónnen, so konnte nur ein an der Oberseite der Geschlechtssáule befindlicher Zugang zum Honig den besuchende? Bienen und damit der Pflanze selbst von Nutzen sein. Bei allen honighaltigen Pet pilionaceen ist daher der Staubfadencylinder in der Mitte seiner Oberseite offen ge spalten, der hier liegende Staubfaden ist von den übrigen getrennt und lässt zu beiden Seiten seiner Basis zwei Zugänge zum Honige offen, entweder indem sich diese Basis aufwärts biegt, oder indem die angrenzenden verwachsenen Staubfäden sich a0 der Basis auswärts biegen, oder indem beides zugleich stattfindet. Die so eben beschriebene Anordnung und Function der Blüthentheile, in welcher. abgesehen von Onobrychis, alle von uns betrachteten Schmetterlingsblumen überein- stimmen, schreibt den besuchenden Bienen, mögen sie nun Honig oder Blüthenstaub einernten wollen, die ganz bestimmte, im Vorhergehenden mehrfach beschriebene Be- wegungsweise an den Blüthen vor, welche zugleich mit Sicherheit dazu führt, Narbe und Blüthenstaub mit der Unterseite der besuchenden Bienen in Berührung Zu bringen und dadurch Fremdbestäubung zu vermitteln. Nach der besonderen Art jedoch, in welcher der Blüthenstaub sich den be- suchenden Bienen anheftet, lassen sich bei den Schmetterlingsblumen viererlei, ZU” erst von Drrerwo (Sugli app. p. 24—28. Ult. oss. p. 39—66. Bot. Z. 1867. S. 281—283. 1870. S. 15—2 3) eingehend erórterte Blütheneinrichtungen unter- scheiden, zwischen denen es jedoch, wie im Vorhergehenden nachgewiesen ist, nicht an Uebergängen fehlt: 1) Schmetterlingsblumen mit aus dem Schiffchen hervortretenden und wieder in dasselbe zurückkehrenden Staubgefässen und Narben (Melilotus, Trifolium und Ono- brychis mit offen abgesondertem, Cytisus mit in Zellgewebe eingeschlossenem Safte) - Sie gestatten wiederholten Bienenbesuch, 2) Schmetterlingsblumen mit hervorschnellenden Geschlechtstheilen (Medicago mit honighaltigen, Genista und Sarothamnus mit honiglosen Blüthen), die nur ein- maligen , (bei Sarothamnus unter Umständen zweimaligen) auf die Geschlechtstheile wirkenden Bienenbesuch gestatten. 3) Schmetterlingsblumen mit einer Pumpeneinrichtung, die den Blüthenstaub 12 einzelnen Portionen aus der Spitze des Schiffchens hervorpresst und wiederholten Bienenbesuch nicht nur gestattet, sondern zur Befruchtung durchaus erfordert- (Lotus und Anthyllis mit honighaltigen, Ononis und Lupinus mit honiglosen Blüthen.) 4) Schmetterlingsblumen mit einer Griffelbürste, die den Blüthenstaub, eben- falls in.einzelnen Portionen, aus der Spitze des Schiffchens hervorfegt (Lathyrus, Pisum, Vicia mit gerader, Phaseolus mit schneckenfórmig gedrehter Griffelspitze ; sämmtlich honighaltig). Sie erfordern meist ebenfalls zur Befruchtung wiederholten Bienenbesuch. Bei allen diesen Bestäubungsarten werden Narbe und Blüthenstaub der Unter- seite der besuchenden Bienen angedrückt; der Blüthenstaub kann daher in der Regel bequemer und rascher von Bauchsammlern, als von Schenkel- und Schienensammlern | ^ Rückblick auf die betrachteten Papilionaceen. 261 eingesammelt werden; dem entsprechend fanden wir Lotus, Ononis und Genista tinctoria mit besonderer Vorliebe von Bauchsammlern besucht. Nur bei Sarothamnus werden sowohl ‚Ober- als Unterseite der besuchenden Bienen mit Blüthenstaub be- haftet und mit der Narbe berührt. - Fremdbestiubung ist bei den Schmetterlingsblumen mit einfach aus dem Schiffchen hervortretenden und bei denjenigen mit losschnellenden Geschlechtstheilen dadurch gesichert, dass in jeder Blüthe die am meisten hervorragende Narbe zuerst mit der Unterseite der besuchenden Biene in Berührung kommt und sich mit dem aus früher besuchten Blüthen mitgebrachten Blüthenstaub behaftet ; bei denjenigen Schmetterlingsblumen dagegen, bei denen der Blüthenstaub in einzelnen Portionen hervorgepresst oder hervorgebürstet wird, ist die Narbe anfangs von eigenem Blüthen- staube bedeckt; derselbe reibt sich aber bei den ersten eintretenden Insektenbesuchen leicht ab und wirkt wahrscheinlich nicht auf die Narbe derselben Blüthe ein, da die- selbe erst durch Zerreibung ihrer Narbenpapillen klebrig und damit zugleich wahr- scheinlich erst empfängnissfähig wird. Sichselbstbestäubung scheint bei ausbleiben- dem Insektenbesuche nur bei wenigen Schmetterlingsblumen (Pisum) in ausge- dehntem, bei manchen (Trifolium repens, Vicia Faba) in beschränktem Maasse, bei vielen (Phaseolus, Onobrychis, Sarothamnus) gar nicht stattzufinden. Wo sie in den gewöhnlichen Blüthen unmöglich ist, bieten dafür vermuthlich unter der Fremd- bestäubung ungünstigen Bedingungen die bei Papilionaceen verhältnissmässig häufig auftretenden, sich regelmässig selbstbefruchtenden kleistogamischen Blüthen einen Ersatz. i ; Obschon fast ausschliesslich der Befruchtung durch Bienen angepasst*), lassen sich doch viele :Schmetterlingsblumen auch von Schmetterlingen und langrüssligen Fliegen ihren Honig rauben (z. B. Onobrychis, Lotus, Medicago falc.) ; bei anderen dagegen (z. B. Vicia sepium) schliessen die Blumenblätter so dicht und fest aneinan- der, dass nur die mit Aufwand aller Kräfte sich in Höhlen hinein arbeitenden Bienen sich den Zugang zum Honig zu erzwingen vermögen. Letztere haben den Vortheil, alle diejenigen Besucher, welche ihnen den Honig ohne Entgelt wegnehmen würden, auszuschliessen; derselbe wird aber mehr oder weniger durch den Nachtheil aufge- wogen, dass damit zugleich auch die Zahl der nützlichen Besucher erheblich einge- schränkt wird. i ; Trifolium pratense schliesst durch Verwachsung der 9 verwachsenen Staubfäden mit den Stielen der Blumenblätter zu einer langen Röhre kurzrüsslige Bienen vom Genusse des Honigs aus; Vicia Faba bewirkt dasselbe durch lange Basaltheile der Blumenblätter und lange Kelchröhre; beide werden dadurch um so häufiger von den viel nahrungsbedürftigeren und emsiger arbeitenden Hummeln besucht; dieser Vor- theil wird aber wieder mehr oder weniger durch den Nachtheil aufgewogen , dass sie die Erdhummel zu häufigen gewaltsamen Einbrüchen veranlassen. Die Mannichfaltigkeit der Blütheneinrichtungen scheint hiernach zum Theile dadurch bedingt, dass ein Vortheil auf der einen Seite einen Nachtheil auf der andern nothwendig mit sich führt; denn dadurch ist die Möglichkeit einer Mannich- * Mr. SwaLE hat, nach DARwIN's Mittheilung, in Neuseeland mehrere Heuschrecken- arten Schmetterlingsblüthen befruchten sehen (Ann. and Mag. of Nat. Hist. 3 Series. Vol. 2. 1858. p. 461), leider aber nicht angegeben, welche Arten und auf welche Weise; es ist diess um so mehr zu bedauern, als eine regelmässige Befruchtung irgend einer von unseren Schmetterlingsblumen durch irgend eine unserer Heuschreckenarten absolut undenkbar ist. 252 II. Von Insekten befruchtete Blumen Er 216. Convolvulus arvensis. faltigkeit neben einander bestehender, den gegebenen Lebensbedingungen gleich voll- kommen angepasster Blütheneinrichtungen gegeben. D Caesalpiniaceae und Mimosaceae. Bei diesen beiden Familien fehlt der die Geschlechtstheile verschliessende AP” parat; diese liegen offen. Alle Blumenblätter oder mit ihnen zugleich die Staub- fäden oder die Staubfäden allein locken die Insekten an; die Blüthen sind regel- mässig und vereinigen sich bei den Mimosaceen zu Köpfchen. Bei Acacia Julibrizzin ist die mittlere Blüthe des Köpfchens in ein grosses Nectarium umge“ wandelt. Bei Amherstia nobilis ist nur das Schiffchen verkümmert, die Flügel nehmen an der Function der Fahne (Anlockung) Theil; der Honigbehälter ist in eine lange Röhre ausgehöhlt, die ebenso wie die brennende Blumenfarbe auf Ko- libris als Befruchter hinweist (DELPINO, Ult. oss. p. 64—68. Hirp., Bot. Z. 1870. S. 621—623). ' II. Unterklasse: Sympetalae. Ordnung Tubiflorae. Convolvulaceae. 216. Convolvulus arvensis L. Die hervorstechendsten Eigenthümlich- keiten dieser Blume im Vergleich mit sepium sind bereits von SPRENGEL (S. 107 und 108) klar auseinandergesetzt. Die trichterfórmige Blumenkrone ist im Grunde gelb gefärbt, übri- gens entwederweiss oder röthlich, im letzteren Falle mit fünf strahligen, weissen Streifen ver- sehen. à Dieses Saftmal und die Eigenschaft der Blume, sowohl Abends als bei regnerischem Wetter sich zu schliessen, kennzeichnet sie mit Bestimmtheit als dem Besuche bei Tage |. Querdurehschnitt durch die Basis der fliegender Insekten angepasst. Die orange- EE nn während der Blüthezeit, mp Unterlage des Fruchtknotens sondert yc von der Seite gesehen (31), : 1). Honig ab, der im untersten, engsten Theile maribus er dm Bertrand ey 368 Blumenkronentrichters durch dio verbrei- stachligen Vorsprüngen versehenen Staubfüden, terten untersten Enden der Staubfäden bis np Bien er Basis abgeschnitten, c Saftzugänge, auf fünf enge Zugänge abgeschlossen wird, enkrone, e Kelch, : : indem sich die am Grunde der Blumenkrone mit verbreiterter Basis entspringenden Staubfäden nach kurzer Verwachsung mit der- selben von ihr trennen und dicht aneinander schliessend zur Blüthenmitte hinbiegen, so dass nur zwischen der Loslósungsstelle je zweier benachbarten ein enger Zugang zum Honige frei bleibt. An ihren Berührungslinien sind die den Griffel | um- schliessenden Staubfäden dicht mit kleinen steifen Hervorragungen besetzt, welche die besuchenden Insekten hindern, den Rüssel zwischen den Staubfäden hindurchzu- zwüngen. Den besuchenden Insekten bleibt also kein anderes Mittel, zum Honige zu gelangen, als zwischen der Wand des Blumenkronentrichters und den den Griffel umschliessenden Staubfáden in den Grund des Trichters vorzudringen und dann den Rüssel in einen der fünf engen Saftzugünge zu senken. Da nun die den Griffel umschliessenden Staubgefásse nach aussen aufspringen, so werden sie von einem auf 3 i 216. Convolvulus arvensis. 217. Convolvulus sepium. » diese Weise vordringenden Insekte, wenn es nicht allzu klein ist, jedenfalls berührt, und da die beiden Narbenäste die Staubgefässe überragen und sich über denselben hinweg nach aussen spreizen, so werden sie in jeder Blüthe von den besuchenden Insekten noch früher berührt als die Staubgefässe, wodurch bei eintretendem In- sektenbesuche Fremdbestäubung gesichert ist. Bei ausbleibendem Insektenbesuche kann Sichselbstbestäubung leicht eintreten; denn nicht nur, wenn die Blüthe sich nach unten biegt, oder wenn die Blumenkrone beim Verblühen sich ablöst, kommt leicht eigener Blüthenstaub auf die Narbe, sondern auch in noch blühenden und auf- rechten Blumen sieht man nicht selten eines der Staubgefässe mit einem seiner mit Pollen behafteten Ränder unmittelbar an Narbenpapillen liegen (2, Fig. 90). Die Blüthen besit zeneinen angenehmen, würzigen Geruch, und nur dieser erklärt es, dass sie theils des Pollens, theils des Honigs -wegen von viel zahlreicheren Insekten ver- schiedener Ordnungen aufgesucht werden, als die weit grösseren von C. sepium. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sehr häufig, sgd. u. Psd. Um zu saugen kriecht sie auf der Wand des Blumenkronentrichters in den Blüthengrund und bestäubt sich daher Kopf und Rücken, nachdem sie vorher in jeder Blüthe mit denselben Theilen die Narbe gestreift hat. 2) Halictus morio F. 5, sgd., weder Narbe noch Staubgefässe berührend. 3) H. villosulus K. 9. 4) H. longulus Sm. 9. 5' H. nitidiusculus K. €, alle 3 Psd. Indem sie meist auf die Narbe auffliegen und von da sich auf die Staubgefässe begeben, bewirken sie ebenfalls häufig Fremdbestäubung. 6) Chelostoma campanularum K. 8, sgd., (wie 2.) B. Diptera a) Empidae: 1) Empis livida L., áusserst háufig, sgd., den Rüssel der Reihe nach in die fünf Saftzugánge der Blüthe senkend. b) Syrphidae: 8) Helophilus floreus L. 9) Eristalis arbustorum L., beide sowohl sgd. als Pfd., E. arbustorum auch gegen Regen Obdach in den Blüthen suchend. . 10) Syrphus nitidicollis Men. 11) S. balteatus DEG. 12) Melithreptus scriptus L. 13) M. taeniatus Men., alle 4 Pfd. Die grösseren saugenden Fliegen bewirken in derselben Weise wie Nr. 1, die kleineren Pollen fressenden in derselben Weise wie Nr. 3—5 Fremd- bestäubung. o) Muscidae: 14) Sepsis, häufig an den Honigzugängen. C. Coleoptera a) Nitidulidae: 15) Meligethes, sehr häufig in den Honigzugángen. b) Oedemeridae: 16) Oedemera virescens L., Pfd. c) Cerambyerdae: 17) Leptura livida L., Pollen und Antheren fressend. D. Hemiptera: 18) Nabis, sgd. 217. Convolvulus sepium L. Die Blüthen sind geruchlos und ohne Saftmal; nur daraus erklärt sich, dass sie trotz ihrer Grösse und von weitem bemerkbaren weissen Farbe nur verhältnissmässig spärlich von bei Tage umher fliegenden Insekten besucht werden. Sie bleiben bei Regen geöffnet. An recht dunkeln Abenden fand ich (zwischen 8 und 10 Uhr) sämmtliche Blüthen geschlossen, in mondhellen Nüchten dagegen geóffnet. Im Uebrigen haben sie ganz dieselbe Einrichtung wie arvensis. Es gelang mir nicht, Abend- oder Nachtschmetterlinge an den Blüthen zu beobachten; aber mehrere meiner Schüler haben Abends zahlreiche Exemplare von: Sphinx convolvuli L. an denselben gefangen. Bei Tage sah ich einige Male Halictus cylindricus K. 4, einmal Megachile centuncularis L. d und ausserordentlich häufig . Empis und Rhingia in den Grund der Blüthen kriechen und den Rüssel in die Saft- zugänge senken. Rhingia rostrata L. betupft auch häufig die Staubgefässe, die Narben und die Innenwand des Blumenkronentrichters mit den Rüsselklappen ; sie scheint verstreuten Blüthenstaub zu geniessen. Ausserdem treiben sich bei Tage Meligethes, Thrips und winzige Poduren zahlreich in den Blüthen umher. Auch DEzrPrwo gibt Sphinx Convolvuli als Befruchter des C. sepium an (Alcuni appunti p. 17; Bot. Z. 1869. 8. 794) und theilt mir ausserdem brieflich mit, dass einer seiner Freunde zahlreiche Sphinx Convolvuli auf die Weise gefangen, dass er sich an eine mit Conv. sepium bewachsene Hecke stellte, mit Daumen und Zeige- finger den Eingang einer Blüthe umfasste, und, sobald ein Windenschwärmer ange- flogen war, den Blütheneingang durch Zusammenschlagen der Finger schloss. D 264 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 218. Phlox panieulata. 219. Echium vulgare. Cuscuta hat nach KUHN kleistogamische Blüthen (Bot. Z. 1867. S. 67). 3 Ipomea pes tigridis hat kleistogamische Blüthen, wie schon DrLtENIUS el kannt hat (Bot. Z. 1863. S. 3 10). Calonyetion ist mit eigenem Pollen unfruchtbar. (Fritz Mürter, Bot. i 1870. S. 274.) Polemoniaceae. 215. Phlox paniculata L. wurde schon von SPRENGEL (S. 105) als proteran- drisch erkannt und von Schmetterlingen besucht gefunden. Ich sah an den Blüthen Conops flavipes L. saugen und Eristalis tenax L. sehr wiederholt Pollen fressen. Polemonium coeruleum ist ebenfalls proterandrisch. SPRENGEL (S. 109) hat hier die Dichogamie übersehen; AxErr aber gibt S. 33 eine Abbildung der pro^ terandrischen Blüthen. Der Honig wird bei beiden hier genannten Polemoniaceen von der fleischiger Unterlage des Fruchtknotens abgesondert, welche die Basis desselben ringfórmig um- schliesst. (Nach TmzvrgANUS sollten sich Polemoniaceen bei noch geschlossenen jBlüthen selbst befruchten. Bot. Z. 1863. S. 6.) Boragineae. 219. Echinm vulgare L. Die Blüthen dieser Pflanze be- Sitzen ausser hochgradiger Augen- fälligkeit, die von Srrensen (S. 99 bis 101) eingehend erörtert ist, in hohem Grade die Eigenschaft, zahl- reichen Insekten sehr verschiedene? Grösse den Zutritt zum Honige und selbst das Wegnehmen des Blüthen- staubes nur gegen Leistung von Fremdbestäubung zu gestatten. Der von der fleischigen Unter- lage des Fruchtknotens abgeson- Fig. 91. — ^ derte Honig, welchen die meisten 1. Aeltere Blüthe, von der Seite gesehen. Man denke sich Besucher erstreben, sitzt im Grunde dieselbe bis in wagerechte Lage rechts herumgedreht ! einer trichterfórmig erweiterten Blu- E a RA der Blüthe an-ihrer Basis, stärker sg fünflappigem Saume: m Kelchblätter, dl Blumenkrone, st Staubgefässe, g Griffel, Das den Honig umschliessende, Ew ie ran ^X engste Stück der Röhre steht schräg aufwärts; seiner Innenwand sind auf eine Strecke von 4mm Länge die ver- breiterten, untersten Enden der fünf Staubfüden angewachsen. Da wo sich diese von der Blumenróhre frei ablósen, erweitert sich dieselbe plótzlich stürker und zwar in der Weise, dass ihre obere Wand in schrüg aufsteigender Richtung eine etwa 12mm lange Strecke weiter läuft, ihre Seitenwände eine etwa 9 mm lange Strecke ziemlich gleichmässig auseinander rücken, ihre untere Wand dagegen aus der schräg aufsteigenden in eine wagerechte und am Ende sogar schwach abwärts geneigte Richtung übergeht und nur 6 mm weit sich erstreckt. Die so gestaltete und von fünf stumpfen noch stärker auseinander stehenden Saumlappen begrenzte Blu- menröhre bietet daher einen so erweiterten Eingang und so vielHohlraum im Innern dar, dass die grössten Hummeln bequem mit dem Kopfe und einem Theile der Brust; 219. Echium vulgare. | 265 kleinere Hummelarbeiter mit mehr als der Hälfte ihres Leibes, noch kleinere Bienen ganz und gar direct in die Blüthe hineinfliegen können und durch die trichterfórmige Zusammenziehung der Blumenkrone ganz von selbst mit dem Rüssel in den Blüthen- grund geführt werden, der sich, der natürlichen Biegung des Bienenrüssels ent- sprechend, abwärts krümmt. Anfliegen und Saugen ist daher hier die Sache eines Augenblicks: so vollkommen hat sich die Blumenform nicht einer, sondern zahl- reichen Bienenarten zugleich angepasst. Aber keiner der mannichfachen Besucher wird zum Honige zugelassen, ohne in jüngeren Blüthen von unten her mit Blüthen- staub behaftet zu werden und ohne in ültern einen Theil des aus anderen Blüthen mit- gebrachten Blüthenstaubes an die Narbe abzusetzen. Denn die Staubfüden verlaufen von der Stelle an, wo sie sich von der Blumenróhre getrennt haben, nahe der un- teren Wand derselben in wagerechter Richtung neben einander, und die 4 unteren ragen als bequeme Anfliegestangen für Hummeln noch 7mm über den unteren Rand = des Blütheneinganges hervor. Der obere Staubfaden biegt sich, wo er frei wird, auch sogleich nach unten , theilt dadurch den Eingang in den honigführenden Blü- thengrund in 2 nebeneinander liegende Oeffnungen und verlàuft dann ebenfalls wagerecht, aber nur bis in den Blütheneingang. Da alle Staubfáden ihre freien Enden schwach aufwärts biegen und die zugleich mit dem Aufblühen der. Blume sich öffnenden Antheren ihre pollenbedeckte Seite nach oben kehren, so kann keine Hummel, aber auch keine kleinere Biene anfliegen , ohne ihre Bauchseite mit Blüthenstaub zu behaften. Denn die grösseren Hummeln stützen, indem sie so weit als möglich in die Blüthe hinein fliegen, die Unterseite ihrer Brust, die kleineren die Unterseite ihres Hinterleibs auf die längeren, frei aus der Blüthe hervorragenden Antheren, und noch kleinere Bienen, welche sogleich ganz und gar in die Blüthe hinein fliegen können, bringen ihre Unterseite wenigstens mit dem mitten im Blütheneingange stehenden, fünften Staubgefässe in Berührung. Der Griffel verläuft mitten zwischen den 5 Staubfüden und spaltet sich am. Ende in zwei kurze, an ihren Spitzen die Narben tragende Aeste. Wann die Blüthe sich öffnet, ist er noch so | kurz, dass er kaum den Blütheneingang erreicht, sein Ende ist gerade vorgestreckt, seine beiden Aeste liegen noch dicht aneinander, seine Narben sind (wahrscheinlich) noch nicht befruchtungsfähig. Im Verlaufe der Blüthezeit streckt er sich aber, bis | er den Blütheneingang 10 mm weit überragt, biegt sein Ende schwach aufwärts und / spreizt seine beiden Aeste , die nun an ihren Spitzen befruchtungsfähige Narben tragen, auseinander; er bildet nun die am weitesten. hervorragende und am stärksten aufwärts gebogene Anflugstange, und weder grössere noch kleinere Bienen können jetzt in die Blüthen einfliegen, ohne mit ihrer Bauchseite eine der beiden Narben zu streifen. Da die entwickelten Narben jeder Blüthe in Folge ihrer Stellung früher von der Bauchseite der anfliegenden Insekten berührt werden, als die Staubgefässe der- selben, so wird durch den Insektenbesuch Fremdbestäubung selbst in dem Falle be- wirkt, wenn zur Zeit der Reife der Narbe die Staubgefässe noch mit Blüthenstaub behaftet sind. Wie reichlich die Blüthen von Echium in Folge ihrer Augenfällig- keit, ihres Honigreichthums und des bequemen, ohne allen Zeitverlust zu bewerk- stelligenden Zugangs zum Honig und zum Pollen von den mannichfachsten Insekten besucht und befruchtet werden, ergibt sich aus der nachfolgenden Liste der von mir an Echium beobachteten Insekten: A Hymenoptera a Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, in grösster Anzahl, sgd. 2) Bombus silvarum L. 9 8, sgd. und bisweilen auch Psd. 3) B. lapidarius L. 9 89. 4) B. agrorum F. 9 8. 5) B. hortorum L.9 8d. 6) B. terrestris L. O ó. 7) B. mu- Te Gupta m nn aae m 266 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 219. Echium vulgare. 220. Borago officinalis scorum F. 8. 8) B. pratorum L. Q.! 9) B. Rajellus ILL. 8. 10) B. hypnorum L. A 11) B. (Apathus) rupestris F.Q. 12) B. vestalis FovRC. C. 13) B. campestris Pz. - a 14) B. Barbutellus K. € ; sámmtliche 13 Hummelarten mehr oder weniger háufig, de _ ersten am häufigsten; mit Ausnahme von silvarum alle nur sgd. 15) Anthophora qua 7 maculata F. Q 3 (Thür.), sgd. u. Psd., häufig. 16) A. furcata Pz. 9 &$ (Thür.), sgd. 2 Psd. 17) Saropoda bimaculata Pz. Q ö, sehr häufig, sgd. 18) Melecta luctuosa ScoP. e (Thür.). 19) Eucera longicornis L. &. 20) Andrena fulvicrus K.&. 21) A. albicr |s K. 3. 22) Andrena labialis K. GO. 23) Halictus nitidus SCHENCK €. 24) H. albipes F. ó 25) H. cylindricus F. Ọ 5. 26) H. sexnotatus K. Ọ, Nr. 18—25 sämmtlich sgd. 27) P. nitidiuseulus K. Q, Psd. 28$) Nomada sexfasciata PZ. ©, sgd. 29) Ceratina coerulea VILL. Q, sgd. 30) Megachile Willughbiella K. ö, sgd. 31) M. circumcincta K. €; sgd- u. Psd. 32) Diphysis serratulae Pz. Ọ &, Psd. u. sgd., sehr häufig. 33) Osmia fa CHRIST. (bicolor SCHRANK! C, sgd. u. Psd. 34) O. aenea L. Q $$, sgd. u. Psd. 39) caementaria GERST. Q ($, Psd: u. sgd., in Thüringen und im Sauerlande sehr häufig, Ihre Brutzellen in Vertiefungen der Steine mauernd und ausschliesslich mit Honig und Blüthen- staub von Echium versorgend. 36) O. adunca LATR. OQ $, äusserst häufig; ebenfalls ihre Brut ausschliesslich . mit Honig und Blüthenstaub von Echium versorgend. 37) O. aie: comelaena K. Q, Psd. 38) O. rufa L. Q, sgd. 39) Coelioxys quadridentata L. (= conica L.) 9 G, sgd., häufig. 40) C. conoidea ILL. (punctata LEP.) €, sgd. 41) C. simplex NYL. ©: sgd. 42) C. umbrina Sw. €, sgd. 43) Chelostoma nigricorne NYL. 89, sgd. 44) Stelis phaeoptera K. €, sgd. 45) St. breviuscula N. ö, sgd. 46) Prosopis hyalinata SM. $> sgd. b) Sphegidae: AT) Crabro patellatus v. d. L. Q 3. 48) Ammophila sabulosa L- Q- 49) Psammophila affinis K. Q, alle 3 sgd. c) Vespidae: 50) Odynerus parietum L. ĝ, sgd. d) Chrysidae: 51) Cleptes semiaurata F., sgd. Alle kurzrüssligeren Hymenopteren kxier chen ganz in die Blüthe hinein, um den Honig zu erreichen. B. Diptera a) Syrphidae: 32) Rhingia rostrata L., sgd. 53) Helophilus trivittatus F., Pfd. 54) Syrphus pyrast L., Pfd. 55) S. arcuatus FALL., Pfd. 56) Melanostoma ambigua FALL., Pfd.. b) Cono- pidae: 57) Physocephala vittata F., sgd. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 58) Satyru* Janira L., 59) Pieris brassicae L. 60) Lycaena sp. 61) Hesperia sylvanus Esr. 62) Co- lias hyale L. (Thür.j. 63) Melitaea cinxia L. b) Sphinges: 64) Zygaena lonicerae ESP: (Thür.). 65) Macroglossa stellatarum L. c) Noctuae: 66) Plusia gamma L., häufig, sämmt- lich sgd. D. Coleoptera: 67) Oedemera virescens L., kroch tief in die Blüthe hinein, und schien dem Honige nachzugehen. Ein Ueberblick über dieses Heer verschiedenartiger Besucher, die sich zum Theil in grosser Zahl zu den Blüthen von Echium drängen , ergibt, dass bei weitem die meisten nur den Honig derselben suchen und die Staubgefässe dafür nur als An- fliegestangen benutzen. Die Weibchen der Bauchsammler unter den Bienen streifen jedoch regelmässig beim Anfliegen, ohne besonders darauf gerichtete Arbeit, auch Blüthenstaub mit ihrer Bauchbürste ab und füllen dieselbe durch wenige Besuche völlig mit Blüthenstaub an. Ihnen sind daher diese Blüthen in dem Grade bequem und ausgiebig, dass wir mehrere Bauchsammler (Osmia adunca und caementaria) sich für ihre eigene Ernährung und für die Versorgung ihrer Brut ganz ausschliess- lich auf Echium beschränken sehen. Ausserdem machen sich auch Schwebflieger häufig den Blüthenstaub zu Nutze, während dagegen die Schenkel- und Schienen- sammler unter den Bienen nur sehr ausnahmsweise auch einmal Pollen sammeln und alle übrigen Insekten ausschliesslich saugen. | F remdbestäubung ist durch den ungemein reichen Insektenbesuch und durch das rasche Zu- und Abfliegen der meisten Besucher, welches durch die ihnen so be- quem angepasste Blüthenform bedingt ist, bei Echium in dem Grade gesichert, 'das$ die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung hat verloren gehen können und auch wirk- lich verloren gegangen ist. 220. Borago officinalis L. Die Blütheneinrichtung dieser Pflanze und ihre Befruchtung ist von SRENGEL (S. 94—98) sehr eingehend beschrieben und grósstentheils, wenn auch nicht durch- güngig, richtig gedeutet. 220. Borago officinalis. 267 Der Honig wird von der blassgelben, fleischigen Unterlage des Fruchtknotens abgesondert und in einer kurzen, von der Basis der Staubfüden gebildeten Röhre be- herbergt; durch die nach unten gekehrte Stellung der Blüthen ist er gegen Regen völlig gesichert. Die Antheren sind zu einem Kegel zusammen geneigt, springen nach innen, langsam und allmählich ` von der Spitze nach der Basis zu, auf und lassen ihren glatten, pulvri- gen Blüthenstaub in die Spitze des geschlossenen Kegels fallen, der zu- gleich, etwas oberhalb der Spitze, den Griffel mit noch unentwickelter Narbe umschliesst. Insekten, welche den Honig geniessen wollen, müssen sich von unten an die Blüthe hängen und den Rüssel zwischen 2 Staub- fäden hindurchstecken ; dadurch ver- 4. Blüthe nach Abschneidung der Staubgefüsse, gerade schieben sie 2 Staubgefásse, öffnen Fm Ne ec Um in natürlicher Stellung von der Seite dadurch die Spitze des Kegels etwas gesehen. und bewirken so, dass etwas Blü- ,, t e e S itta, dedi thenstaub herausfällt. Nur Bienen verdickter Staubfaden, e Fortsatz desselben, $ Oeffnung der bringen diese Arbeit zu Stande und Staubbeutel. . $ zwar, indem sie sich so unter der Blüthe festklammern, dass ihre Bauchseite sich gerade unter der Spitze des Kegels befindet. Bei jedem Honigsaugen wird daher ihre Bauchseite mit etwas Blüthenstaub bestreut. Da die Antheren sehr langsam von der Spitze nach der Basis zu ihren Blüthen- staub reifen lassen, so vermögen sie sehr wiederholt besuchende Bienen zu bestäuben ; auch erfordert die ausgeprägte proterandrische Dichogamie der Blüthen, deren Griffel erst nach der Entleerung der Antheren aus der Spitze des Kegels herauswächst und seine Narbe ausbildet, durchaus wiederholten Bienenbesuch. Auch bei oftmaligem Bienenbesuche findet eine dauernde Verschiebung des Antherenkegels nicht statt, da | die kurze breite Form und fleischige Beschaffenheit der Staubfäden (d, 2), die starren äusseren Anhänge derselben (e, 2) und die Aussackungen der Blumenkrone*), welche die Basis des Antherenkegels umgeben, ihn völlig in seiner Lage sichern und nach jeder Verschiebung in dieselbe zurückführen. | Dass bei eintretendem Insektenbesuche Fremdbestäubung gesichert ist, bedarf keiner weiteren Erörterung. Ob bei ausbleibendem Insektenbesuche der noch mit Pollen gefüllte Antherenkegel sich schliesslich von selbst öffnet und Pollen auf den "Rand der Narbe fallen lässt, habe ich versäumt, ins Auge zu fassen. Als Befruchter "beobachtete ich im Juni und Juli 1868 folgende Bienen: 1) Apis mellifica L. $, sehr zahlreich, sgd. u. Psd. 2) Bombus pratorum L. 9, sgd. u. Psd. 3) Halictus zonulus Sx. Q, sgd. 4) H. sexnotatus K. Q, sgd.; wiederholt. - 5) Megachile centuncularis L. $, sgd. *) SPRENGEL deutete diese Aussackungen als Saftdecke, als solche würden. sie aber bei der nach unten gekehrten Stellung der Blüthen ganz nutzlos sein. DELPINO (Ult. oss. p. 172—174) deutet sie ebenso wie ich. 268 IIl. Von Insekten befruchtete Blumen: 221. Symphytum officinale. 221. Symphytum officinale L. (Sexxxoxz S. 93. 94). Die weisse, wulstig e geschwollne Basis des Fruchtknotens sondert den Honig ab, der oberste Theil der herabhangenden Blumenglocke beherbergt ihn; die ganze Glocke ist 14, der obere: engere Theil derselben 8mm lang. Die langen, dreieckigen Taschen der Blumen“ krone, welche gerade an der Grenze des engeren und weiteren Theils von ausse? nach innen in den weiten Theil der Glocke eingestülpt sind und gerade die Zwischen- räume zwischen je 2 Staubfäden verdecken, deutet SPRENGEL wiederum als Saft- decken. Als solche würden sie, ebenso wie die kurzen Taschen der vorigen Art, völlig nutzlos sein, da ja der Honig durch die herabhangende Stellung der Blumen“ glocken völlig gegen Regen geschützt ist. Denken wir uns aber diese Taschen Weg: so würden die besuchenden Insekten den Rüssel bequemer durch einen der weiten Zwischenräume zwischen den Staubfäden als zwischen den eng aneinander schliessen- den Staubbeuteln hindurch Stecken, also der Blume den Honig entziehen, ohne sich zu bestäuben. Diess wird durch die dreieckigen Taschen verhindert. Die spitzen Zacken, mit welchen dieselben besetzt sind, dienen gewiss nicht, wie SPRENGEL meinte, als Saftmal; denn dem Insekte, welches seinen Kopf von unten in die Blüthe steckt, erscheinen diese Zacken nicht, wie SPRENGEL angibt, in eigenthümlichem Glanze, sondern als schwärzliche Spitzen, die jeden seitlichen Zugang zum Honig ver- wehren; sie veranlassen also das Insekt, den Rüssel zwischen den Staubbeuteln selbst in die Blumenglocke zu stecken und so sich mit Blüthenstaub zu bestreuen. Die Richtigkeit dieser Deutung wird durch die Rüssellängen derjenigen Insekten, welche auf normale Weise den Honig gewinnen, verglichen mit den Rüssellängen derjenigen, welche den ®ngen Theil der Blumenglocke von aussen anbeissen oder anbohren, um den Honig durch Einbruch zu stehlen, durchaus bestätigt. Um nemlich zwischen den Staubbeuteln hindurch den Honig aus dem Grunde der Glocke holen zu können; muss ein Hummelrüssel, wie die Ausmessung der Blüthe ergibt, wenigstens 11mm lang sein; um dagegen zwischen den Staubfäden hindurch ihn zu holen , brauchte er nur Smm lang zu sein. Nun fand ich Rhingia rostrata L. (11—12), Bombus sil- varum L. 9 8 (11—14), B. agrorum F. 9 (13— 15) und B. Rajellus Irt. Q V (11—13) , Anthophora pilipes F. 2 (20—21), stets normal saugend, dagegen B- terrestris L. € (7—9), kleine Arbeiter von B. lapidarius L. (9—10) , sowie B. pra- torum L. $ (8—9) nur durch ein in den engen Theil der Kronenröhre gewaltsam gebrochenes Loch den Honig gewinnend. Hätte den drei letzteren der Weg zwischen den Filamenten hindurch frei gestanden, so hätte ihre Rüssellänge ausgereicht, um auf diesem Wege den Honig zu saugen, und sie würden ihn , als den rascher zum Ziele führenden, gewiss gewählt haben. Da sie diess nicht gethan haben, so müssen sie sich durch die stachligen Spitzen an den Seiten der dreieckigen Taschen davon haben abschrecken lassen. | Die um den Griffel zusammengeneigten, wie bei Borago einen mit der Spitze nach unten gekehrten Kegel bildenden Staubgefässe springen schon vor dem Oeffnen der Blüthe nach innen auf; der Blüthenstaub bleibt jedoch theils in der Spitze des Kegels, theils in den geöffneten Staubbeuteln sitzen, bis eine Hummel oder Rhingia ihren Rüssel zwischen die leicht auseinander biegbaren Antheren eindrüngt und ein Herausfallen des Blüthenstaubes bewirkt. Derselbe besteht aus lànglich runden. glatten Körnern von 0,02 mm Länge und 2/, so grosser Breite, welche aussehen, wie zwei zusammen gewachsene, an der Berührungsstelle plattgedrückte Kugeln; beim Benetzen mit Wasser schwillt jedes Korn zu einer kugligen Form von reichlich 0,02 mm Durchmesser an. Der herausfallende Blüthenstaub vertheilt sich grössten- theils in einzelne Kórner; zum Theil bleibt er jedoch zu Gruppen aneinander haften- 221. Symphytum officinale. 222. Anchusa officinalis. 969 der Kórner vereinigt, und eine merkliche Menge bleibt auch beim Verblühen an den Wänden der Antheren haften. Dadurch dass der Kopf der normal saugenden Insekten zuerst an die am wei- testen nach unten ragende, schon beim Oeffnen der Blüthe entwickelte Narbe stósst und dann erst mit Blüthenstaub bestreut wird, ist bei eintretendem Insektenbesuche Fremdbestüubung gesichert. Bei ausbleibendem Insektenbesuche tritt wahrscheinlich Sichselbstbestäubung ein. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Anthophora pilipes F. Q! 2) Bombus agrorum F.Q.! 3) B. silvarum L. 9 8! 4) B. "Rajellus In. 0 8 ! 5) B. terrestris L. 9. 6) B. pratorum L.,8. 7) B. lapidarius L. 8 ; die letzteren drei den engen Theil der Blumenróhre von aussen anbeissend. 8) Eucera longicornis L. g, ganz in. die Blüthe kriechend. 9) Halictus sexnotatus K.Q. 10) Apis mellifica L. 8, beide durch die von Hummeln gebissnen Lócher sgd. B. Diptera Syrphidae: 11) Rhingia rostrata L., sgd. ! Nur die mit ! bezeichneten saugen normal und wirken befruchtend. C. Coleoptera Nitidulidae: 12) Meligethes. 222. Anchusa officinalis L. (SPRENGEL S. 89. Taf. II. Fig. 10. 11. 16. 17). Der Honig wird von der grünen, fleischigen, viertheiligen Unterlage des viertheiligen Fruchtknotens abgesondert und sammelt sich im untersten Theile der 7mm langen Blumenkronen- róhre, die innen nackt, ohne Saftdecke, aber am Eingange durch fünf dicht zusammen- schliessende, rauhhaarige, taschenförmige Aussackungen gegen das Eindringen von Regen- . tropfen und von unnützen d. Blüthe, von oben gesehen. i 4 E k 9. Dieselbe nach Entfernung des vorderen Theils des Kelches Gästen (Fliegen) verschlossen ist. und der Blumenkrone. Am oberen Ende breitet sich a Honigdrüse. diese Róhrein einen anfangs hoh- len und violett gefärbten, später flachen und tiefblauen, fünflappigen Saum von 10 mm Durchmesser aus, der den Insekten von weitem bemerkbar wird, um so leichter, als die Stöcke sehr viele Blüthen, wenn auch nur 2—5 dicht neben einander, gleich- zeitig darbieten. Die taschenförmigen Aussackungen, an der Aussenseite der Basis der Saumlappen als schmale Querspalten erscheinend, dienen durch ihre weisse Farbe zugleich als Honigmal. Die nach innen aufspringenden Staubgefässe und die sie überragende Narbe sind gleichzeitig entwickelt; Fremdbestäubung ist bei eintreten- dem Insektenbesuche durch die Stellung der Narbe gesichert; bei ausbleibendem In- sektenbesuche löst sich die Blumenkrone von ihrer Einfügungsstelle ab, die noch mit Blüthenstaub behafteten Staubgefässe streifen beim Abfallen der Blumenkrone an der Narbe vorbei und behaften diese mit Blüthenstaub, so dass nun unvermeid- lich Sichselbstbestäubung eintritt. Uebrigens ist Insektenbesuch so zahlreich, dass bei günstigem Wetter stets Fremdbestäubung erfolgt. Noch am 13. Sept. 1871 fand ich am Wandersleber Schlossberg in Thüringen folgende Besucher : A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. u. Psd., zahlreich.. 2) Bom- bus pratorum L. 8, sgd. u. Psd. 3) B. agrorum F.&Q. 4) B. silvarum L. g. 5) B. v 270 HI. Von Insekten befr. Blumen: 223. Lycopsis. 221. Lithosp. 225. Pulm. officinalis lapidarius L. $ 8. 6) B. muscorum F. 8, die vier letzten nur sgd. B. Lepidopter* Noctuae: T) Plusia gamma L., äusserst zahlreich, sgd. 223. Lycopsis arvensis L. Als Saftdrüse, Safthalter, Saftmal und Saftdecke fungiren dieselben Theile wie bei Anchusa. Die Blüthen werden ohne Zweifel eben” falls hauptsächlich von Bienen und nebenbei von Schmetterlingen besucht und be- fruchtet. Ich sah nur einmal (8. September 1871 in Thüringen) Hesperia thauma® Hury. an denselben saugen. 224. Lithospermum arvense L. Der glatte Fruchtknoten. selbst sondert eine spärliche Menge von Honig ab, den die 41/,mm lange und nur 1 mm weite Blumen“ röhre in ihrem untersten Theile umschliesst- Unterhalb der Mitte der Röhre sind auf Ku zen Stielen die fünf Staubgefässe eingefügt: die schon vor dem Oeffnen der Blüthe mit Längsspalten nach innen aufspringen UP Blüthenstaub hervortreten lassen. Der etw? 2 mm lange Griffel endet mit 2 glatten, abge“ rundet kegelfórmigen, dicht an einander lie- genden Lappen und trägt unter denselbe? 1. Griffelspitze der Knospe (36 ; 1), st Narbe. einen aus zwei diesen Lappen entsprechende? 2. Lage der Geschlechtstheile in der Blüthe. Hälften zusammengesetzten, mit Narben ' papillen besetzten, ringfórmigen Wuls (st, 1), welcher, mitten zwischen den Staubgefässen stehend, den engen Durchgang: welchen diese nach dem Blüthengrunde frei lassen, noch vollends ausfüllt. D!® Auseinanderbiegung der oberen Enden der Staubgefässe führt den eindringenden In^ sektenrüssel gerade in die Mitte der Blüthe, so dass er sich zwischen Narbe und Staubgefássen hindurchdrängen muss. Wird zu Anfang der Blüthezeit ein dünne; schon mit Pollen behafteter Insektenrüssel in den Blüthengrund gesenkt, so bewirkt er, an der Narbe vorbei streifend, unvermeidlich Fremdbestäubung und behaftet sich zugleich mit neuem Pollen. Sehr bald aber bedeckt der aus den Antheren mehr und mehr hervorquellende Blüthenstaub die Narbe ringsum und macht Fremdbestäubung schwierig oder unmöglich, dagegen Sichselbstbestäubung unausbleiblich. Die regelmässig erfolgende Sichselbstbestäubung erklärt sich aus der geringe? ‚Augenfälligkeit der einzeln stehenden, kleinen, weissen Blüthen und dem spárliche? Insektenbesuche, welchen sie in Folge derselben erfahren. Als Besucher beobachtete ich, ebenso wie SPRENGEL, nur Weisslinge, nemlich Pieris brassicae L. und P. nap! L., die, wenn sie einmal an den Blüthen beschäftigt waren, zahlreiche nach einande? besuchten. 225. Pulmonaria officinalis L., dimorph (Abbildung: Hrrp., Bot. Z. 1865. S. 13). Der Honig wird von der weisslichen, vierlappigen Unterlage des Fruchtknoten® abgesondert, im untersten Theile der Blumenróhre beherbergt und durch einen Ring von Haaren, mit welchem die Röhre an der Stelle, wo sie sich erweitert, an ihre! Innenwand besetzt ist, gegen Eindringen des Regens geschützt. In den kurzgriff- ligen Blüthen stehen die Staubgefässe im Eingange der 10— 12mm langen Blumen" röhre, die Narbe am Ende eines 5—6 mm langen Griffels in der Mitte derselben; !? den langgriffligen Blüthen steht umgekehrt die Narbe am Ende eines 10 mm lange? Griffels im Eingange der Blumenröhre, die Staubgefüsse, 5mm über dem Blüthen“ 325. Pulmonaria oe dele 1 211 grunde eingefügt, in der Mitte derselben. Da die Blumenröhre sich am Eingange etwas erweitert, so kónnen auch Insekten mit nur $8 mm langem Rüssel, indem sie den Kopf einige mm tief in den obersten Theil der Róhre stecken , den honigführen- den Blüthengrund erreichen. Die besuchenden Bienen berühren mit dem Kopf oder der Basis des Rüssels die im Blütheneingange stehenden, mit den als Rüsselscheide dienenden Kieferladen die in der Mitte der Róhre stehenden Geschlechtstheile und übertragen daher regelmässig Pollen langgriffliger auf Narben kurzgriffliger , Pollen kurzgriffliger auf Narben langgriffliger Blüthen, bewirken also regelmässig die von Darwin sogenannten legitimen Kreuzungen. Da die Blumen sehr honigreich und hinlänglich augenfällig sind, überdiess aber zu einer Jahreszeit blühen, in welcher noch wenig andere Blumen ihnen Concurrenz machen, so werden sie so reichlich von Insekten besucht und legitim gekreuzt, dass die Möglichkeit der Fruchtbarkeit nicht nur mit eigenem Blüthenstaub, sondern auch mit Blüthenstaub derselben Blüthen- form verloren gehen konnte und thatsächlich verloren gegangen ist. HILDEBRAND' erhielt nemlich (Bot. Z. 1865. 8. 13—15) durch künstliche Befruchtungsversuche bei der Bestäubung jeder der beiden Blüthenformen mit ihrem eignen Pollen oder mit dem Pollen anderer Blüthen derselben Form gar keine Früchte, bei Bestäubung mit Pollen der anderen Blüthenform dagegen ungeführ dieselbe Fruchtbarkeit, wie sie in freier Natur stattfindet. Seine Untersuchung der im Freien in Frucht gegangenen Exemplare ergab, dass in einigen Fällen die allerersten Blüthen der Pflanze und fast constant die letzten jedes Zweiges keine Früchte trugen. Das erstere erklärt H. aus dem Nochnichtvorhandensein der befruchtenden Insekten, das letztere aus der Ab- nahme des Nahrungszuflusses nach der Zweigspitze, sobald weiter unten stehende Früchte die Nahrung für sich benutzen. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Anthophora pilipes F. 3 9. (19—21), sehr häufig, sgd. u. Psd. (bald Primula elatior, bald Corydalis, bald Pulmonaria sgd., ohne sich andauernd an dieselbe Art zu halten). 2) Bombus hortorum L. Q (21), sehr häufig, sgd. und zwar andauernd dieselbe Blumenart. 3) B. lapidarius L. 9 (12—14), sgd., 4) B. senilis Sw. 9 (14— 15), sgd. 5) D. agrorum F.9 (12—15), häufig, sgd. 6) B. silvarum L. 9 (12—14), sgd. 7) B. Rajellus ILL. 9 (12—13), sgd. 8) B. terrestris L. € (1—9), sgd. 9) B. pratorum L. Q (11—12), sgd., zeigt entschiedene Vorliebe für Pulmo- naria und lässt die dazwischen stehende Primula elatior ganz unbeachtet. 10) Osmia fusca CHRIST. (bicolor SCHRANK) © & (8), Psd. u. sgd., häufig. Diese Bienenart beköstigt sich und ihre Brut fast ausschliesslich mit Honig und Blüthenstaub von Pulmonaria; auch ihre in Schneckengeháusen (bei Lippstadt in denen von Helix nemoralis einzeln) angelegten Brutzellen fand ich nur in Gebüsch, in welchem Pulmonaria in Menge wuchs. 11) O. pilicornis Sm. $Q, sgd. u. Psd. Diese meines Wissens von mir zuerst auf dem euro- päischen Festlande aufgefundene Biene habe ich bis jetzt ausschliesslich an Blüthen von Pulmonaria beobachtet und zwar im Rixbecker Busche bei Lippstadt, einzeln unter zahl- reichen Exemplaren der vorigen Art, mit der sie vermuthlich auch in Bezug auf die Wahl der Brutstätten übereinstimmt. 12) O. rufa L. g (7—8), sgd. Bei den meisten der genannten Bienen habe ich mich von der Bestäubung der Kieferladen direct über- zeugt. B. Diptera a) Bombylidae: 13) Bombylius discolor Mex. (11—12), senkt schwe- bend, ohne sich zu setzen, den Rüssel in die Blüthe, verweilt saugend etwa 2 Secunden und schwebt dann stossweise zu einer anderen Blüthe. Häufig, aber nur bei warmem Sonnenschein. 14) B. major L. (10). Ebenso. b) Syrphidae: 15) Rhingia rostrata L. (11—12), sehr häufig, sgd., aber nur gegen Ende der Blüthezeit (18. Mai 1870!) C. Le- pidoptera Rhopalocera: 16) Rhodocera rhamni L., sgd., häufig. D. Coleoptera Staphylinidae: 17) Omalium florale PK., häufig, in den Blüthen herumkriechend. Es unterliegt keinem Zweifel, dass auch die genannten Bienen und Schmetter- linge, indem sie mit dem Kopfe oder der Basis des Rüssels die im Blütheneingange, . mit einem weiter vorn gelegenen Theil des Rüssels die in der Blüthenmitte befind- lichen Geschlechtstheile während des Saugens berühren, zahlreiche legitime Kreu- 272 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 226. Myosotis silvatica. "RM . . : = 1 1 jen zungen bewirken, während die in den Blüthen herumkriechenden kleinen Omali ganz beliebige Arten von Befruchtung vermitteln können. 226. Myosotis silvatica Horrw. gcn . Blüthe von oben. . Dieselbe im Längsdurchschnitt (7 : P . Pollenkórner. Sarbe Hellblaue; Saumlappen, b weisse Strahlen, c gelbe Mitte der Blumenkrone, d Staubgefüsse, e Nar J Honigdrüse. Sobald die Blüthe sich geöffnet hat, beginnen die an der Wand der Blumen“ röhre oberhalb der Narbe eingefügten und etwas nach oben zusammenneigenden Staubgefässe der Länge nach aufzuspringen und sich an der der Narbe zugekehrte? Seite mit winzigen Pollenkörnern von weisser Farbe (jedes derselben hat die Form zweier aneinander gedrückten Kugeln und 0,005mm Länge bei 0,003mm Breite) zu bedecken. Die Narbe ist mit den Staubgefässen gleichzeitig entwickelt. Bei 8027 nigem Wetter treiben sich auf den zu ansehnlichen Flächen zusammengestellten; augenfälligen Blüthen zahlreiche Fliegen umher, ihren Rüssel in die einzelnen Blüthen steckend und in jeder meist nur kurze Zeit, höchstens 2—3 Secunden, verweilend. Aus dieser kurzen Aufenthaltszeit lässt sich schliessen , dass sie Honig saugen, da das Einmahlen des Blüthenstaubes ihnen stets längeren Aufenthalt verursacht. Di nun der Honig von der fleischigen Unterlage des Fruchtknotens abgesondert und E untersten Theile der 2—3 mm langen Blumenróhre beherbergt wird, so müssen die honigsuchenden Insekten ihren Rüssel zwischen Narbe und Staubgefässen hindurch | stecken und mit der einen Seite desselben die Staubgefüsse, mit der entgegenge- setzten die Narbe streifen. Die mit Blüthenstaub behaftete Seite des Rüssels kommt nun, da derselbe bald rechts bald links von der Narbe, bald vor, bald hinter a: selben in den Blüthengrund gesenkt wird, in anderen Blüthen mit der Narbe in " rührung und bewirkt Fremdbestiübung. Da die Fliegen nicht selten den Rüsse mehrmals in dieselbe Blüthe stecken, so muss auch Selbstbestäubung häufig v0? ihnen bewirkt werden. Bei ausbleibendem Insektenbesuche tritt regelmässig Sich” selbstbestäubung ein, indem die Staubgefässe Pollen auf die Narbe fallen lassen. An Exemplaren, die ich gegen Insektenzutritt geschützt im Zimmer aufblühen liess, fand ich die Narben älterer Blüthen stets dicht mit Pollen belegt. Nach Axxrr's Versuch ist die Sichselbstbestäubung auch von voller Fruchtbarkeit begleitet (AxErr S. 17. 98). Besucher der in meinem Garten blühenden Exemplare: A. Hymenoptera Apidae: 1) Adrena albicans K. 9, andauernd sgd. B. Du a) Syrphidae : 2) Eristalis arbustorum L. 3) E. sepuleralis L., beide háufig. 4) Syri 227—-29.- Myosotis intermedia, palustris, hispida. 230. Omphalodes verna. 273 pipiens L., sehr häufig. 5) Rhingia rostrata L. b) Muscidae: 6) Scatophaga merdaria p 7) Echinomyiaarten. 8) Onesia floralis R. D. 9) O. sepulcralis Man. 10) Pollenia vespillo F. 11) Musca corvina F. 12) Calobata cothurnata Pz., alle in der oben be- schriebenen Weise verfahrend, also jedenfalls sgd. (DELPINO bezeichnet Myosotis als dichogamisch und ausschliesslich durch Bienen be- fruchtbar !) i 227. Myosotis intermedia Link. Die Blüthen dieser Art weichen, abgesehen von der ‚geringeren Grösse, von der vorigen in zwei Stücken ab, durch welche bei ihr Fremdbestäubung bei eintreten- dem Insektenbesuche noch mehr gesichert ist: 1) Die Narbe steht in gleicher Höhe mit den Antheren, mit- ten zwischen denselben; ein zwischen beiden hindurch- gleitender Rüssel kann also noch weniger als bei sil- E AAO RE i vatica mit derselben Seite Narbe und Staubbeutel dersel- (7+1). Bedeutung der Buchstaben ben Blüthe berühren (falls er nicht wiederholt in dieselbe ^ er Be ee 3 gefäss, stärke gesteckt wird, was allerdings nicht selten geschieht) . grössert, von der Seite geschen, um 2) Das Connectiv setzt sich nach oben in eine breite N Ar raa Anschwellung fort, die zwar auswärts gebogen ist, : aber dennoch, da die Antheren nach oben convergiren, die Staubbeutel von oben - deckt und ein Behaften der eindringenden Rüsselspitze mit Pollen, der dann leicht auf die Narbe derselben Blüthe abgesetzt werden könnte, hindert. (Schwächer aus- geprägt ist diese Eigenthümlichkeit auch bei silvatica vorhanden.) : Bei ausbleibendem Insektenbesuche erfolgt regelmässig -Sichselbstbestäubung. Die taschenfórmigen Einsackungen , welche den Blütheneingang der Myosotis- arten verengen , dienen dadurch als Saftdecke, durch ihre gelbe Farbe als Saftmal ; ausserdem nóthigen sie die Insekten, ihren Rüssel in der Mitte in die Blüthe zu stecken und so die Narbe zu streifen. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, zahlreich, sgd. Senk- recht oder schräg rückwärts übergeneigt hangend, lenkt sie die Zungenspitze mit grosser Sicherheit in die kleine Blumenöffnung. 2) Andrena fasciata Wesm. d, sgd. 3) A. albicans K.Q, sgd. B. Diptera a) Bombylidae: 4) Bombylius major L. sgd. b) Syr- phidae: 5) Chrysogaster viduata L., sgd. 4t 228. Myosotis palustris L. stimmt, abgesehen von. der bedeutenderen Grósse (ihre Blumenkronenróhre ist 3mm lang) in ihrer Blütheneinrichtung ganz mit M. in- termedia überein. : umm Besucher: A. Lepidoptera Rhopalocera: 1) Lycaena icarus ROTT., sped. B. Di- ptera Empidae: 2) Empis opaca F., sehr häufig, sgd. 229. Myosotis hispida SCHLECHT. Besucher: Hymenoptera Apidae: Halictus zonulus Sm. 9, sgd. (Tekl. B.) 230. Omphalodes verna MoENCH. Blumenkronenróhre 3mm lang, Saum der- selben eine lebhaft blaue Fläche von 15—15 mm Durchmesser bildend. ^ Mittelband der Antheren ohne verbreiterten Anhang. Blütheneinrichtung übrigens wie. bei Myosotis; Sichselbstbestäubung ebenso unausbleiblich. = e pd Hymenoptera Apidae: 1) Bombus terrestris L. Q, sgd. 2) Osmia rufa ^ 5, sgd. Eritrichium SCHRAD hat nach Kum kleistogamische Blüthen, A ms inckia Lznuw., Lithospermum 'lTovngN., Pulmonaria Tovrn., Arnebia Fonsk. und Hockinia Garpy. enthalten dimorphe Arten (Kvuw, Bob. A. 18067: 8: 67). Müller, Blumen und Insekten. 18 ER P ana uU NIE LIO Ur nre 274 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 231. Solanum tuberosum. Amsinckia spectabilis und Mertensia dimorph nach DARWIN (otn of the Linn. Soc. VI. 1862. S. 71—99) Rückblick auf die betrachteten Boragineen. Bei allen von uns betrachteten Boragineen ist Fremdbestäubung bei eintreten” dem Insektenbesuche gesichert oder wenigstens begünstigt, bei verschiedenen aber auf sehr verschiedene Weise: bei Pulmonaria durch Dimorphie, bei Echium U” Borago durch ausgeprägte proterandrische Dichogamie, bei Symphytum und An- chusa durch die hervorragende Stellung der Narbe, bei Lithospermum , My sotis und Omphalodes durch die Engigkeit der Blumenróhre, welche bewirkt, das® ein honigsuchendes Insekt Narbe und Staubgefässe mit entgegengesetzten Seiten des Rüssels berühren muss. In Bezug auf Möglichkeit der Sichselbstbestäubuns bei ausbleibendem Insektenbesuche dagegen bieten die betrachteten Boragineen: je nach der gróssern oder geringeren Augenfälligkeit und Honigergiebigkeit ihrer Blüthen, Abstufungen von Null bis Unendlich dar. Die beiden Extreme bilden einerseits Echium und Pulmonaria, welche in Folge ihrer sehr augenfälligen un honigreichen Blüthen dem reichsten Insektenbesuche ausgesetzt sind und gar keine Sichselbstbestäubung erfahren, andererseits Lithospermum arvense und Myosotis in- termedia, die mit ihren kleinen, honigarmen Blüthen nur sehr spärlich von Insekten besucht werden und sich regelmässig selbst bestäuben. Die Befruchter sind für die meisten der betrachteten Boragineen in erster Linie Bienen; es ist jedoch eine un richtige Verallgemeinerung, wenn Dzrrrwo (Alcuni appunti p. 23) die Bienen als die ausschliesslichen Befruchter der Boragineen bezeichnet; denn alle von uns be- trachteten, ausser Borago und Omphalodes, fanden wir ausser von Bienen auch vO” Insekten anderer Ordnungen, namentlich von Fliegen und Schmetterlingen , besucht und befruchtet, die Myosotisarten sogar überwiegend von Fliegen, Lithospermum arvense von Schmetterlingen. In Bezug auf Abschliessung des Honigs gegen Fliegen und kurzrüsslige Biene? hat Symphytum den hóchsten Grad der Ausbildung erreicht; aber auch bei ihm sehe? wir wieder, wie schon früher in ühnlichen Füllen, den Vortheil, ausschliesslich vo" den sehr emsigen, langrüssligsten Bienen besucht zu werden, durch den gewaltsamen Einbruch kurzrüssligerer Hummeln theilweise vereitelt. Solaneae. 231. Solanum tuberosum L. Die Blüthenstiele stellen sich zur Blüthezeit an“ nähernd wagerecht, und die Blumenkronen breiten sich zu annähernd senkrechte! fünfeckigen Flächen auseinander. Aus jeder dieser Flächen stehen fünf kegelfórmig zusammenneigende Staubgefässe gerade hervor; sie umschliessen den Griffel, der sie überragt und sein mit einem Narbenknopf versehenes Ende mehr oder weniger ab- würts biegt. Die strenge Regelmässigkeit der Blüthe wird nicht nur durch die deutliche Ab- würtsbiegung des Griffels, sondern gleichzeitig durch eine geringe Abwärtsbieguns aller und ein etwas stürkeres Hervorragen der unteren Staubgefässe gestört. D" Staubgefässe springen an der Spitze auf und lassen beim Anstossen eine sehr ge” ringe Menge Blüthenstaub herausfallen ; in den von mir untersuchten Antheren wa" ein grosser Theil der 0,,,3 bis 0,04, mm dicken Pollenkórner in verschrumpftem ZU“ stande. 231—33. Solanum tuberos., Dulcam., nigr., 234. Lycium barbar. 235. Hyoscyam. niger. 2775 Da die Blüthe Honig gar nicht absondert und Blüthenstaub nur in sehr geringer Menge darbietet, so wird sie von Insekten nur sehr spürlich besucht. Ich habe trotz oftmaligen Ueberwachens nur 2 gemeine Schwebfliegen , Eristalis tenax L. und Sy- ritta pipiens L., einige Male Pollen fressend an den Blüthen beobachtet. In Folge Ihrer hervorragenden und nach unten gekrümmten Lage wird die Narbe von den be- suchenden Fliegen meist zuerst berührt und, falls die Fliegen bereits mit Blüthenstaub behaftet sind, durch Fremdbestäubung befruchtet. Die Abwärtskrümmung des Griffelendes ist übrigens in vielen Blüthen so stark, dass die Narbe in die Falllinie des Blüthenstaubes zu stehen kommt, so dass sie dann bei ausbleibendem Insekten- besuche unvermeidlich der Sichselbstbestäubung ausgesetzt ist. TREVIRANUS hat also Jedenfalls nicht ganz Unrecht, wenn er (Bot. Z. 1863. 8. 6) angibt, dass Solanum- arten durch Zurückkrümmen des Griffels gegen die Antheren sich selbst befruchten. 232. Solanum Dulcamara L. ist ebenfalls honiglos und wird mindestens eben so spärlich von Insekten besucht als tuberosum. Ich sah nur Rhingia rostrata L. die grünen Flecken in der Mitte der violetten Blumenkrone um die Basis der Staub- | fäden herum und dann die Spitze der Antheren mit den Rüsselklappen betupfen. 233. Solanum nigrum L. An den ebenfalls honiglosen Blüthen fand ich wieder- holt zwei gemeine Schwebfliegen, Melithreptus scriptus L. und Syritta pipiens L., mit Pollenfressen beschäftigt. Beide betupften mit den Rüsselklappen auch die Aussenseite der Antheren von der Spitze abwärts bis zur Mitte der Blumenkrone hinab. SrazxGEL fand Bienen und Hummeln, erstere Psd., an den Blüthen 8: 129), . | 234. Lyeium barbarum L Der nackte Fruchtknoten selbst sondert eine reichliche Menge von Honig ab, der sich rings um ; den Fruchtknoten herum im Grunde der 7—10 mm langen Blumenkronenróhre sammelt. Die Blumen- kronenróhre ist am Ende trichterförmig erweitert, innen glatt, im Grunde der trichterförmigen Erwei- terung jedoch durch dichte, wollige Behaarung, die — , pu, gerade von vorne gesehen. ‚einen Ring an der Innenwand der Blumenkrone und 2. Dieselbe im Längsdurchschnitt, fünf Ringe um die fünf Staubfäden herum bildet, ^ Sarda AB d gegen den Zutritt von Regentropfen verschlossen. Am Ende der trichterförmigen Erweiterung theilt sich die Blumenkrone in fünf vio- lette Lappen, welche sich zu einer Fläche von 16—22 mm Durchmesser auseinander- breiten und dadurch die Blüthe den Insekten von weitem bemerkbar machen. Der trichterfórmige Blütheneingang ist hell gefärbt und mit dunkelvioletten , nach dem ... Blüthengrunde zusammen laufenden Linien gezeichnet (Saftmal). Narbe und Staub- - gefässe sind gleichzeitig entwickelt und gleich lang; die Narbe ist bisweilen über die Staubgefüsse hinaufgebogen (wie in der Figur), in der Regel aber in unmittelbarer Berührung mit denselben. Bei eintretendem Insektenbesuche kann daher ebensowohl Selbst- als Fremdbestäubung bewirkt werden, bei ausbleibendem tritt in den meisten Fällen Sichselbstbestäubung ein. ER Besucher: Hymenoptera Apidae: 4) Apis mellifica L. 8, sgd , häufig. 2) Bom- bus agrorum F, Q, sgd. 3) B. lapidarius L. 9, sgd., beide sehr wiederholt. 235. Hyoscyamus niger L. (SPReENGEL, S. 124. 125). . Fremdbestäubung ist bei eintretendem Insektenbesuche durch die hervorragende Stellung der Narbe gesichert oder wenigstens begünstigt. SPRENGEL fand die Blüthen 187 276 IH. Von Insekten befruchtete Blumen: 235, Hyoscyamus niger. von Hummeln besucht, und diesen scheinen sie auch nach ihren Dimensionen aM besten angepasst. Ich sah nur Halictus eylindricus F. 9 Psd. an Mandragora vernalis proterogyn (Hirp., Geschl. S. 18). : Jocroma tubulosum BENTE., proterogyn mit langlebigen Narben, hat tief- blaue, röhrige, am Ende etwas trichterförmig erweiterte, herabhangende Blumen, die nach DELPINO’s Vermuthung von Kolibris befruchtet werden (Dzrs., altri app- p. 60). p ‚Scopolina atropoides, proterogyn (Hrrp., Geschl. S. 18). Ordnung Labiatiflorae. Scrophulariaceae. Browallia elata. Der Röhreneingang der stieltellerförmigen Blumenkron® ist durch die dem Schlunde eingefügten, sehr verbreiterten Filamente der beide” oberen Staubgefässe geschlossen, bis auf 2 sehr enge Oeffnungen, durch welche ein dünner Insektenrüssel (nach DELPINO’S Vermuthung von Sphingiden oder Bomby- liden) eindringen kann. Durch diese Oeffnungen eindringend streift der Rüssel 807 wohl die Risse der Antheren, deren unteres Paar in der Róhre eingeschlossen ist, als den zwischen beiden Antherenpaaren liegenden Narbenkopf, der im ersten Blüthenstadium den Rüssel mit Klebstoff behaftet , im zweiten mitgebrachten Pollen ihm abnimmt. Die braune Farbe der verbreiterten obern Staubfüden hält DxrPINO. für ein Pollenmal, d. h. für eine Fürbung, durch welche den besuchenden Insekten der Weg zum Pollen angezeigt wird. Dem widerspricht indess die andere Annahme DnrrPro's, dass Sphingiden und Bombyliden die Befruchter seien ; denn diese gehen nur nach Honig. Anthophoraarten, welche DELPINO ausserdem noch als mögliche Befruchter erwähnt, würden ebenfalls kaum im Stande sein, aus der Browalliablüthe | Pollen zu gewinnen (Derr., Ult. oss. p. 140—143. Hırv., Bot. A. 1870. S. 654. 655). Einen ganz ähnlichen Bau; wie den von DxrPrwo bei Bro- wallia beschriebenen, fand mein Bruder Fmgrrz .Mürser, nach brieflicher Mittheilung vom 10. Nov. 1869, bei der nàchstver- wandten Gattung Franziscea Ponr., von welcher eine schöne Art am Ita- jahy in Südbrasilien im Walde blüht. Es finden: sich bei dieser . dieselben beiden seitlichen Ein- Fig- 98, gänge in die Blumenröhre, aber Blüthe von Franciscea Pohl. von Itajahy, nachdem die zwischen ihnen ist der Schlund en Rt, panmi nicht durch eine von den Staub- Die punktirte Linie bezeichnet den Weg, welchen der Insekten- fäden gebildete Klappe (valvola rüssel einschlagen muss, um zum Honige zu gelangen. staminale DELP.) j sondern durch den Griffel geschlossen, der sich auf die vordere Wand des Schlundes biegt und fest an sie anlegt. Scrophulariaceae. 236. Verbascum nigrum. . 277 Schizanthus Rz. et P. Die beiden Staubgefässe sind von der Unterlippe umschlossen und schnellen empor, wenn ein Insekt sich auf diese setzt; der anfangs kürzere Griffel streckt sich nach dem Losschnellen, so dass er die Staubgefässe über- ragt und von einem nun die Blüthe besuchenden Insekte zuerst berührt wird. (Hirp., Bot. Z. 1866. S. 76.) Caleeolaria pinnata. Die beiden Antheren haben sich, wie beiSalvia off., in zweiarmige Hebel umgewandelt, deren einer Arm, die pollenlose Antherenhälfte, ; im Blütheneingange steht und von dem besuchenden Insekte so gedreht wird, dass der andere Hebelarm, die pollenhaltige Antherenhälfte, den Blüthenstaub aus seinem Verschlusse heraus befördert. Beim Abfallen der Blumenkrone findet Sichselbst- bestäubung statt. (Hirp., Bot. Z. 1867. S. 284. Taf. VIL. Fig. 48—50.) | 236. Verbascum nigrum L. Die langen Blüthenstände fallen durch ihre gelbe Farbe von weitem, die einzelnen Blüthen durch orangerothe Staubbeutel und violette Haare der Staubfäden aus der Nähe in die Augen und werden daher von ver- Schiedenen Insekten besucht, die sich in verschiedener Weise die Blüthen zu Nutze machen. Nach Honig habe ich mich in den Blüthen lange vergeblich umgesehen ; ich war bereits der Meinung, dass sie keinen Honig absonderten, als ich am 28. Juli 1871 gegen Abend an einem. in meinem Zimmer blühenden Exemplare eine kleine Motte, Ephestia elutella Hüzn.*), an die Blüthen fliegen ünd an verschiedenen Blüthen sehr andauernd mit Saugen beschäftigt sah. Sie steckte, indem sie auf einem der Blumen- blätter stand, den Rüssel stets zwischen zwei Staubfäden hindurch **) in die kurze Blumenróhre hinein und saugte, wührend die Rüsselspitze bald die eine bald die an- dere Stelle der Innenseite der Blumenróhre berührte. Nachdem sie sich geraume Zeit auf einer Blüthe aufgehalten, rollte sie den Rüssel ein und flog zu einer an- deren, wo sie dieselbe Thätigkeit wiederholte. Da sie minutenlang ihren Blüthen- besuch fortsetzte, so konnte ich nicht mehr zweifeln, dass sie wirklich Honig fünde, und als ich nun am andern Morgen die glänzende, glatte Innenwand der Blumenröhre nochmals mit der Lupe besah, fand ich wirklich, wenn auch nicht in allen, doch in manchen Blüthen winzige Honigtröpfchen an derselben sitzen. E Ausser dieser unbedeutenden Menge Honig. bieten die Blüthen recht in die Augen fallend und allen Insekten leicht zugänglich eine grössere Menge von orange- rothem Blüthenstaub und, wie es scheint, ausserdem in den keulig verdickten, vio- . . letten Haaren noch ein drittes Anlockungsmittel dar. s — Die Stellung der Blüthentheile macht bei eintretendem Insektenbesuche Fremd- bestüubung zwar nicht unvermeidlich, doch überwiegend wahrscheinlich , bei aus- bleibendem Insektenbesuche Sichselbstbestäubung leicht möglich Die kurze Blumen- röhre breitet sich "nemlich in fast senkrechter Ebene in einen flachen , fünftheiligen Saum aus, von welchem der unterste Abschnitt der längste, die beiden seitlichen etwas kürzer, die beiden oberen die kürzesten sind, so dass die besuchenden Insekten am bequemsten auf dem untersten Abschnitte anfliegen können. Aus der kurzen Blumenröhre ragen nun die mit den Blumenblätteru abwechselnden Staubfäden fast wagerecht (nur schwach aufwärts gebogen) und etwas divergirend hervor; von ihnen ist ebenfalls das oberste das kürzeste, die beiden seitlichen sind etwas länger, die | *) Nach der Bestimmung meines Freundes Dr. SPEYER in Rhoden. **| Gerade an diesen Stellen, zwischen je 2 Staubfáden, hat die Mitte der Blumen- krone fünf kastanienbraune Flecken, die SPRENGEL (S. 122) für Saftmale deutete, obwohl er keinen Honig in den Blüthen fand. Meine Beobachtung bestätigt die Richtigkeit der SPRENGEL'schen Deutung. Cie M^ 278 III. Von Insekten befruchtete Blümen : 236—838. Verbascum nigr., phoenic., Thapsu*. / beiden untersten am lingsten; ihre zusammengedrückten Staubbeutel springen längs der Aussenkante auf und bekleiden sich alsbald vollständig mit orangerothem Blüthen“ staube. Der Griffel ist etwas kürzer als die beiden untersten Staubfäden, aber meis etwas weiter nach unten gebogen. Ein auf dem untersten Blumenblatt stehende Insekt berührt daher, wenn es sich den Staubbeuteln zuwendet, in der Regel zuel® die knopfförmige Narbe am Ende des Griffels, und bewirkt, da diese gleichzeitig mit den Staubgefässen entwickelt ist, Fremdbestäubung , falls es von früheren Blüthe? j her mit Pollen behaftet ist, Bei ausbleibendem Insektenbesuche aber kann leicht Sichselbstbestäubung eintreten, da die Narbe häufig in der Falllinie des Blütlien“ staubes liegt. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus agrorum F. 8, sgd. 2) B. ter xestris L. Q, sgd. u. Psd. 3) Andrena pilipes F. ©, Psd. 5) P. communis Nyl. Ọ, beide Pfd. B. Diptera a) Bombylidae: 6) Systoechus sulfu- reus MIK., sgd. b) Syrphidae: 7) Syrphus balteatus DEG., Pfd. und Staubfadenhaare be” leckend*). 8) Eristalis arbustorum L. 9) Syritta pipiens L., auch diese beiden abwech- selnd Pfd. und die Staubfadenhaare mit den Rüsselklappen bearbeitend. c) Lepido- ptera Mierolepidoptera: 10) Ephestia elutella HÜOBN., sgd. D. Coleoptera Nitidulidae: 11) Meligethes, häufig. ` E. Thysanoptera: 12) Thrips, häufig. F. Neuroptera: 13) Panorpa communis L., an verschiedenen Blüthentheilen leckend. 4) Prosopis signata PZ. 9 U 237. Verbascum phoeniceum L. stimmt in der Blütheneinrichtung mit der vorige". überein, nur ist es mir bis jetzt eben so wenig als SPRENGEL gelungen, Honig M ihren Blüthen zu entdecken ; auch sah ich nie Insekten saugend an den Blüthen. Nur Andrena fulva ScHRANK 9 sah ich einmal unmittelbar nach dem Anfliegen ihre? ausgestreckten Rüssel an verschiedenen Stellen in den Blüthengrund stecken, abe! augenblicklich wieder zurückziehen , und nachdem sie dasselbe an’3 oder 4 Blüthen wiederholt hatte, ganz davon fliegen ; offenbar hatte sie keine Ausbeute gehabt. Besucher: A. Hymenoptera Apidae. 1) Apis mellifica L. 8. 2) Bombus muscorum i L.8. 3) Andrena dorsata K. Q, alle drei Psd. 4) A. fulya SCHRANK Q, vergeblich nac” - Honig suchend. 5) Halictus sexnotatus K. Q, Psd. Ich konnte hier deutlich sehen, w!® diese Biene mit den Oberkiefern den Blüthenstaub losbiss und mit den Fersenbürsten der Vorder- und Mittelbeine an die Sammelhaare der Hinterbeine fórderte. B. Diptera Syrphidae: 6) Rhingia rostrata L., sehr zahlreich, Pfd.; oft sah ich fast auf jeder Blüthe ein Exemplar dieser Schwebfliege sitzen und nicht bloss Pollen fressen, sondern auch die Haare der Staubfáden andauernd mit den Rüsselklappen bearbeiten. 238. Yerbascum Thapsus L. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8. 2) Bombus Sc shiranus K. Q. 3) B. hortorum L. 8. 4; Halictus Smeathmanellus K. Q, alle 4 Psd. *) Diese schön gefärbte Schwebfliege gab mir durch ihr Verhalten bei Verbascum nigrum einen deutlichen Beweis ihres ausgeprägten Farbensinnes. Ich sah ihr (11. Augus 1868) über eine Viertelstunde lang aus nächster Nähe zu, ohne dass sie sich durch meme .- Anwesenheit stören liess. Sie schwebte längere Zeit (10 und mehr Secunden) in eine! Entfernung von 6 —10 Centimeter vor den prächtigen Blüthen an einer und derselben Stelle, anscheinend sich am Anblicke derselben weidend, schoss dann plötzlich wagereo?. vorwärts, so dass sie eine der Blüthen auf einen Augenblick berührte, und sogleic? wieder zurück. Erst nachdem sie längere Zeit dieses Spiel wiederholt und volle Augen weide genossen hatte, setzte sie sich auf eines der Blumenblätter, fasste mit den Vorde! beinen den mittleren, mit den Mittelbeinen den unteren Theil eines Staubfadens be begann, durch eifriges Hin- und Herschieben der Rüsselklappen Pollen onn aree und in den eignen Leib zu mahlen. Nachdem sie diess 5—10 oder mehr Secunden € : getrieben, bearbeitete sie einige Secunden lang die in ein keuliges Knöpfchen enden gn violetten Haare des Staubfadens mit den Rüsselklappen und ging dann zu einem ander Staubgefässe derselben Blüthe über, welches sie ebenso behandelte. Auch die be wurde von ihr beleckt und mit Pollenkórnern behaftet. Nachdem sie so auf einer Blüt dem Magen genug gethan, begann sie von Neuem die oben beschriebene Augenweide. I i k 239 Verbascum Lychnitis 240. Linaria vulgaris Lake 379 5) H. cylindricus F.&. 6) Andrena parvula K. 5; diese beiden schienen zu saugen. b) Sphegidae: 7) Polistes gallica F. Q (Thür.), schien ebenfalls zu saugen. B. Diptera Syrphidae: 8) Helophilus floreus L. 9) Syritta pipiens L. 10) Ascia podagrica F., alle . drei Pfd. 239. Verbaseum Lychnitis L. sah ich in Thüringen von Pollen sammelnden Ha- lictus leucopus K. 9 besucht. k 240. Linaria vulgaris Minr. Die von mir untersuchten Blüthen stimmen nicht - in allen Stücken mit der von SPRENGEL (S. 317—320) gegebenen Beschreibung überein. Der Honig wird in denselben allerdings von der grünen, fleischigen Unter- lage des Fruchtknotens abgesondert, welche besonders vorn, nach der Seite der Unterlippe hin, anschwillt; er fliesst aber in der Regel nicht, wie SPRENGEL angibt, ruckweise in den Sporn, so dass die Spitze desselben mit Luft gefüllt bleibt, sondern gleitet in einer schmalen glatten Furche, welche sich von der Honigdrüse an zwischen den beiden vorderen Staubfäden hindurch bis in die Spitze des Spornes zieht und von kurzen, steifen Härchen umgeben ist, in demselben Maasse als er abgesondert wird, in den tiefsten Theil des Spornes hinab, so dass sich dieser von der äussersten Spitze an meistens bis auf 5— 6mm, bisweilen aber auch noch höher, anfüllt. Unter . mehreren hundert untersuchten Blüthen fand ich nur 2, welche der Beschreibung SPRENGEL's entsprachen, so dass sich wohl annehmen lässt, SPRENGEL habe in diesem Falle eine Ausnahme als Regel beschrieben. À Hervorragende Spitzen, mit denen die verbreiterten Basalstücke der unteren Staubfäden an den einander zugekehrten Seiten. dicht besetzt sind, schützen die Honigdrüse gegen unmittelbaren Zutritt kurzrüssliger Insekten , denen es, wie z. B, "häufig den Ameisen, gelingt, sich in die Blüthe einzudrängen. ' Der Streifen steifer Härchen, welcher beiderseits der Honigrinne sich in die Spornspitze hinabzieht, schützt nicht nur die Honigrinne ebenfalls gegen unmittelbares Ablecken, sondern verhindert zugleich den Honig, sich seitlich auszubreiten und die Spitze des Spornes abzusperren. Die Verlängerung des Spornes würde ja auch völlig nutzlos sein, wenn der Honig nicht in der Spitze desselben sich sammelte. Durch die ansehnliche Verlängerung des Spornes (10—13 mm) sind die für die Uebertragung des Blüthenstaubes zu kleinen, kurzrüssligeren Bienen vom Genusse | des Honigs ausgeschlossen, durch das feste Anschliessen der Unterlippe an die Ober- lippe ist Fliegen und Käfern die Blüthe versperrt und die Verwüstung ihres Blüthen- staubes unmöglich gemacht; durch beide Eigenthümlichkeiten zusammen hat sich die Blüthe der ausschliesslichen Befruchtung durch die am emsigsten arbeitenden, lang- rüssligen Bienen angepasst. Durch das orangefarbene Saftmal orientirt, drücken diese die Unterlippe mit Leichtigkeit abwärts und kriechen so weit in den erweitert tröhrenförmigen Theil der Blume hinein, dass sie, indem sie nóthigenfalls noch den Kopf in den erweiterten Theil des Spornes stecken, diesen seines Honigs entleeren kónnen; dabei streifen sie mit der Oberseite Narbe und Staubgefüsse. Da diese gleichzeitig entwickelt sind und die Narbe zwischen den kürzeren und längeren Staubgefässen liegt , ^ go kann durch die besuchenden Bienen ebenso leicht Selbst- bestäubung als Fremdbestäubung bewirkt werden; vermuthlich wird aber auch hier, wenn fremder und eigener Pollen gleichzeitig auf die Narbe gelangen, der erstere in seiner Wirkung überwiegen. Bei ausbleibendem Insektenbesuche ist durch die Lage der Geschlechtstheile Sichselbstbestäubung ermöglicht. Befruchter ausschliesslich Bienen! | ; Besucher: Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sehr zahlteich. Um onig zu saugen, kriecht sie fast ganz in die Blüthe hinein und steckt den Kopf in den erweiterten Eingang des Spornes, den sie nun bis auf 2—3 mm. entleert. Mit bestáubter 380 II. Von Insekten befruchtete Blumen : 240. Linaria vulgaris. 241. Antirrhinum mus Oberseite wieder hervorkommend , sucht sie häufiger seitlich gelegene Blüthen benach- barter als hóher gelegene derselben Stócke auf, sie bewirkt daher vorwiegend Krap getrennter Stöcke. In andern Fällen sah ich die Honigbiene, übereinstimmend mit v 1 GEL'S Angabe, ein Loch in den Sporn beissen und durch dieses ihn ganz entleeren. t Benehmen beim Pollensammeln hat schon SPRENGEL richtig beschrieben. »Sie pe .die Unterlippe der Krone ein wenig von der Oberlippe, und steckt den Kopf so bo hinein, dass sie die Antheren berühren und ihren Staub erhalten kann«. 2) Bombu terrestris L. €, normal sgd. Sie kriecht mit Kopf, Brust und Vorderbeinen in die Blüthe, _ reicht dann mit ihrem 7—9 mm langen Rüssel fast bis in die Spitze des posu d kommt mit dicht bestäubter Oberseite des Kopfes, der Vorder- und Mittelbrust Wie i aus der Blüthe hervor. Disweilen bürstet sie einen Theil dieses Blüthenstaubs mit ji Fersenbürsten der Vorder- und Mittelbeine ab und bringt ihn an die Hinterschiene- SPRENGEL’S Ansicht, »dass die grossen Hummeln in den natürlichen Eingang nicht hin einkommen können«, ist mithin irrig. 3) Bombus hortorum L. 9 8 u. d$, sah ich sehr wiederholt andauernd die Blüthe ihres Honigs völlig entleeren, was ihnen mit dem 17—21 mm langen Rüssel rascher gelang als der vorigen Art. Auch die Männchen fest dann und wann den Pollen mit den vorderen Beinen von Kopf und Vorderrücken thet- weise ab und hatten stets in den Fersenbürsten aller Beine eine Menge Pollenkörnei sitzen. 4) Megachile maritima K. 8 (8—9), sgd. 5) Osmia aenea L. Q (9—10) wieder- holt, sgd. u. Psd. 6) O. leucomelaena K. (parvula Dur.) Q (21/2) Psd. 7) Anthidium manieatum L. O &$ (9—10), häufig, sowohl sgd. als (©) Psd. 8) Andrena Gwynana L. $ (21/2) Psd b) Formicidae: 9) verschiedene Arten, häufig, sgd. DzrPrwo sah Linaria vulgaris von Apis und Bombus italicus befruchtet (sugli app. p. 32). ; Bei Linaria kommen nach Kuux kleistogamische Blüthen vor (Bot. Z. 1867. S. 67). | 241. Antirrhinum majus L. (SPRENGEL S. 320. 321) unterscheidet sich von der vorigen 1) durch die viel betrüchtlichere Grösse der Blumen, welche selbst unsere gróssten Hummeln ganz und gar in sich aufnehmen, 2) durch den festeren Ver- schluss des Einganges, der selbst kleinere Bienen ausschliesst , 3) durch Saftdrüse und Safthalter. Der Honig wird, wie SPRENGEL richtig angibt, von der glatten, grünen , fler- schigen, vorn am meisten angeschwollenen Basis des übrigens fein behaarten, weiss- lich grünen Fruchtknotens abgesondert, fliesst jedoch nicht, wie SPR. meint, in das sehr kurze Horn hinab — dieses ist innen behaart und schon deshalb als Safthalter nicht geeignet —, sondern bleibt gerade über dem Horne an der glatten , nach vorn gerichteten Basis der vorderen Staubfäden und an der Honigdrüse selbst haften. Das kurze, weite Horn gestattet den Rüsseln der besuchenden Insekten nur von unten her Zutritt zum Honige; denn von oben und vorn ist der Honig durch einen dichte? Besatz steifer, mit einem kugeligen Köpfchen endender Haare an der Umbiegungs” stelle der vorderen Staubfüden versperrt. i Die Blüthen werden ausschliesslich von Hummeln befruchtet und zwar fand ich folgende Arten: 1) Bombus hortorum L. 2) B. terrestris L. 3) B. agrorum F. 4) B. sil- varum L. 5) B. lapidarius L. Die Weibchen und Arbeiter und- im Spütsommer auch die Mánnchen dieser Arten kriechen ganz in die Blüthen hinein und kommen rückwärts gehend mit bestüubter Oberseite wieder aus denselben heraus, um sofort andere aufzusuchen. Von Zeit zu Zeit bürsten sie mit den Fersenbürsten der Vorder- u. Mittelbeine vom Thorax, mit denen der Hinterbeine vom Hinterleibe den angehef- teten Pollen ab. Da diess jedoch nicht nur die Weibchen und Arbeiter, sondern ebens9 auch die Männchen thun, so lässt sich mit Bestimmtheit annehmen, dass es mehr 2m Reinigung als zur Pollengewinnung geschieht , obgleich Weibchen und Arbeiter sich 241. Antirrhinum majus. 242. Scrophularia nodosa. | 281 natürlich den abgebürsteten Pollen zu Nutze machen, indem sie ihn auf die Aussen- fläche der Hinterschienen bringen. Nur ganz ausnahmsweise dringen kleinere Bienen, die dann für die Pflanze nutzlos sind, in noch frische Blüthen ein; ich sah diess nur ein einziges Mal der Megachile centuncularis L. 9 gelingen; dagegen sah ich wiederholt zahlreiche kleine Halictus (zonulus Sx. 9, morio F. 9, Smeathma- nellus K. 9) von Blüthe zu Blüthe fliegen und überall an den verschlossenen Thüren wieder umkehren, bis sie an alte Blüthen kamen, die sich durch Welken etwas ge- öffnet hatten ; in diese krochen sie hinein, um den etwa noch vorhandenen Honig zu saugen. Diese Halictus zeigten mir deutlich, in wiefern das feste Schliessen des Blütheneinganges der Pflanze nützlich ist. Denn wäre derselbe von Anfang an so undicht verschlossen , wie er es beim Verwelken wird, so würden die Halictus sehr häufig sämmtlichen Honig stehlen und die Blumen dann natürlich von Hummeln viel weniger eifrig besucht werden. W. Ocrx fand Antirrhinum (ob majus oder eine andere Art, ist leider nicht gesagt) bei Abschluss des Insektenzutrittes durch ein übergespanntes Gazezelt un- fruchtbar (»I covered a large Antirrhinum with a tent of gauze« Pop. Science Review. - Jan. 1870. p. 52). Maurandia Orr., Chelone L., Pentstemon L’HER. sind nach DELPINO proterandrisch mit Ortsveränderung der Staubgefässe und des Griffels; bei den beiden letzteren sind die Staubfäden an ihrer Basis verbreitert, fleischig , ausgehöhlt, den Honig absondernd und beherbergend; Pentstemon wird von Bombus, Anthidium, Apis befruchtet (Derr. Ult. oss. p. 149. 150. Hird., Bot. Z. 1870. S. 667). Ueber die Stellung. des fünften Staubgefässes bei Pentstemon und seine hüufige theilweise oder gänzliche Verkümmerung siehe W. OGLE (Pop. Science Rev. Jan. 1870. p. 51). 242. Serophularia nodosa L. 1. Blüthe im ersten Stadium, gerade von vorn gesehen (av 1: 2. Dieselbe von unten gesehen (3!|» : 1). 3. Aeltere, sich selbst bestäubende Blüthe, von der Seite gesehen. N ^ Kelchblätter, b Blumenblätter, c Staubgefüsse, c' umgewandeltes, fünftes Staubgefáss, d Fruchtknoten, e Griffel, f Narbe, g Saftdrüse, A Honigtropfen. 4—7. Rückfall des umgewandelten, fünften Staubgefässes in seine ursprüngliche Form in verschiedenen Zwischenstufen (12 : 1). P . i schwarzes Blättchen, % Staubbeutel. | Bei den meisten Labiatifloren bieten sich die Staubgefässe in 2 hinter einander liegenden Paaren von oben der Berührung der besuchenden Insekten dar; die Narbe 989 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 242. Scrophularia nodosa. muss dann, um Fremdbestäubung erfahren zu können, ebenfalls den Rücken der besuchenden Insekten streifen, so dass für den Griffel kaum eine andere Lage mög“ lich bleibt, als zwischen den 2 Paar Staubfäden längs der Oberseite der Blumenkrone zu verlaufen. Das oberste Staubgefäss ist dabei im Wege und verschwindet dess- halb *); ein Wiederauftreten desselben ist äusserst selten, da es direct nachtheilig wirkt und daher durch natürliche Auslese sofort wieder ausgejätet wird.- Ich fand nur ein einziges Mal eine Blüthe von Lamium album ohne Oberlippe und mit wohl- ; ausgebildetem, hinter den 4 anderen aber an Länge zurückbleibendem, fünftem Staubgefässe. i . Bei Scrophularia dagegen bieten sich die Staubgefüsse von unten der Berührung der besuchenden Insekten dar; das fünfte Staubgefäss ist dabei zwar auch nutzlos, aber doch nicht hinderlich, sondern völlig gleichgültig und daher dem Einflusse det - natürlichen Auslese entzogen. Dadurch ist es. jedenfalls bedingt, dass das kleine schwarze Blättchen an der oberen Wand der Blumenkrone von Scrophularia (c, 1. 2. 3), welches das umgebildete , fünfte Staubgefäss darstellt, gar nicht selten einen mehr oder weniger vollständigen Rückfall in die ursprüngliche Form darbietet (4—7, Fig. 99. Je vollständiger es äusserlich in die ursprüngliche Form zurück- kehrt, um so vollständiger gelangen auch die Pollenkörner in ihm wieder zur Aus- bildung; so hatte in dem Staubbeutel k, 4 noch nicht die Hälfte der Pollenkörner > normale Grösse n mm Durchmesser) ; die meisten waren weit kleiner (nur von nte mm Durchmesser) und verschrumpft; in den Staubbeuteln 4, 7 dagegen blieben — nur wenige Pollenkörner hinter der normalen Grösse zurück. In vereinzelten. Fällen springen sogar die Staubbeutel auf und lassen einen Theil ihres Pollens her- vortreten. , Im Uebrigen sind die Blüthen von Scrophularia durch die Art ihrer regel- mässigen Befruchter bemerkenswerth. Das kuglige, weit geöffnete Blumenglóckchen von etwa 5 mm Durchmesser, welches im Grunde an seiner obern Seite zwei grosse; von der gelblichen Unterlage des Fruchtknotens abgesonderte Honigtropfen erkennen lüsst, scheint nemlich in seinen Ausdehnungen und seinem leicht sichtbaren ; reich- lichen Honige, vielleicht auch durch die ungewöhnliche Farbe, den Wespen angepasst. Diese besuchen die Blüthen in grósster Häufigkeit, stecken , indem sie sich mit allen 6 Beinen an den Aussenwünden des bauchigen Glóckchens festklammern , wührend ihr Hinterleib der Unterseite desselben anliegt**), den Kopf bequem zwischen die gerade vorgestreckten oberen und seitlichen Lappen der Blumenóffnung in dieselbe hinein und haben so mit geringem Zeitverluste eine reiche Honigernte. Dabei streifen sie mit der Unterseite des Kopfes, der Vorder- und Mittelbrust in alten Blüthen die Staubgefässe,, in jungen die Narbe und befruchten so, wie schon SPRENGEL festge- stellt hat, regelmässig jüngere Blüthen mit dem Pollen älterer. SEVERIN AxELLS Zweifel an der Möglichkeit proterogynischer Dichogamie bei Insektenblüthen ist durch Beobachtung blühender Scrophularia im Freien auf das Leichteste zu widerlegen- Denn man findet, wie ebenfalls schon SPRENGEL angibt und wie ich nach oftmaliger Beobachtung nur auf das Bestimmteste bestätigen kann, sehr häufig Blüthen, deren Staubbeutel noch geschlossen und in’ der Blumenglocke verborgen sind, deren Narbe aber schon reichlich mit Blüthenstaub belegt ist. Unrichtig ist dagegen die weitere *. Vgl. W. OGLE (Pop. Science Review Jan. 1870. p. 51). ** Siehe SPRENGEL, Titelkupfer XXV. 242. Scrophularia nodosa. 243. Digitalis purpurea. go 983 Angabe SenzExGEL's, dass Befruchtung auf andere Weise als durch Insekten über- ‚haupt nicht zu Stande käme. Allerdings biegt sich die Narbe, wenn Insektenbesuch stattfand und sie mit Blüthenstaub älterer Blüthen belegte, über die Unterlippe hinab und wird welk, während die Staubbeutel sich zur Reife entwickeln und über den unteren Rand des Blütheneinganges hervorstrecken. Bleibt aber Insektenbesuch aus, so bleibt die unbefruchtete Narbe, wie ich an zahlreichen im Zimmer aufgeblühten Exemplaren gesehen habe (siehe Fig. 99, 3), frisch und gerade vorgestreckt, während die Staubgefässe gerade über ihr sich öffnen und den Blüthenstaub immer weiter hervorquellen lassen, so dass ein Theil desselben unfehlbar auf die Narbe fällt. j - Auch führt die von selbst eintretende Selbstbestäubung , wie ich ebenfalls an Exemplaren im Zimmer gesehen habe, regelmüssig zur Bildung mit wohl ausgebil- deten Samenkórnern gefüllter Kapseln. Man findet daher im Freien auch nach an- dauernd kaltem und regnerischem Wetter, bei welchem weder Wespen noch Bienen umherfliegen, alle Samenkapseln der Scrophularia entwickelt. Bei sonnigem Wetter dagegen fehlt es nicht an Fremdbestäubung ; denn alle unsere Vespaarten ausser V. Crabro sind häufige Besucher. Ich fand überhaupt an den Blüthen : . Hymenoptera a) Vespidae: 1) Vespa vulgaris L. 2) V. rufa L.: 3)-V. goma; nica F. 4) V. media DEG. 5) V. holsatica F., sámmtlich sgd., sehr häufig. b) Apidae : 6) Bombus agrorum F.Q 8, sgd. (einzeln). 7) Halictus sexnotatus K. Q, sgd. u. Psd. 8) H. zonulus Sm. &, sgd. 9) H. flavipes E: 5, sgd. Scrophularia kommt mit kleistogamischen Blüthen vor (KUHN, Bot. Z. 1867. S. 67). Collinsia bicolor und verna. Staubgefässe und Griffel befinden sich an der Unterseite, das als Honigdrüse fungirende umgewandelte fünfte Staubgefäss und der Safthalter (eine Aussackung an der Basis der Blumenkrone) an der Oberseite der Blüthe, die sich sehr vollständig, selbst bis zur Herstellung einer Fahne, zweier Flügel und eines Schiffchens, in die Schmetterlingsblumenform umgewandelt hat (Dere., Ult. oss. p. 151. 152). Die Blüthen bestäuben sich bei Insektenabschluss selbst und sind mit eigenem Pollen fruchtbar (HrrD., Bot. Z. 1870. S. 658). Mimulusguttatus. In die Blüthe eindringende Bienen streifen zuerst den die Antheren verdeckenden, unteren Narbenlappen und behaften ihn, wenn sie vor- her andere Blüthen besucht haben, mit Pollen. Unmittelbar nach der Berührung. aber richtet sich der reizbare Narbenlappen auf und gibt nun auch die Antheren der Berührung der besuchenden Biene frei, die sich so mit neuem Pollen behaftet (Ba- TALIN, Bot. Z. 1870. 8. 53;.54). ji > .Diplacusp uniceus verhält sich ähnlich‘ (Hinp., Bot. Z. 1867. S. 284). Bei Vandellia L. kommen kleistogamische Blüthen vor (Kunn, Bot. Z. 1867. - 8. 67). : | | 243. Digitalis purpurea L. Rother Fingerhut. ‘ (Sprenger, S. 325. W. Ocuz, Pop. Sc. Rev. Jan. 1870. p. 49.) Die Basis des Fruchtknotens ist von einem ringfórmigen Wulst (a, 1. 2. Fig. 100) umgeben, welcher den Honig absondert. Dieser Wulst ist aber nicht, wie SPRENGEL angibt, »mit kurzen Haaren dicht überzogen«, sondern völlig glatt; erst über ihm be- ginnt die Behaarung des Fruchtknotens. : Die Geschlechtstheile liegen auf dem Wege zu diesem Honige, an der obern Wand desselben, nach unten gekehrt. Die längern Staubgefässe eilen den kürzeren, 284 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 243. Digitalis purpurea. diese der Narbe in der Entwicklung voraus; dadurch ist bei eintretendem Besuche geeigneter Insekten Fremdbestäubung gesichert. Aus den Ausdehnungen der Blüthe lässt sich schliessen, dass sie sich dem Besuche der Hummeln angepasst hat. Den kein anderes unserer Blumen besuchenden Insekten ist gross genug, um in die weite Blumenróhre kriechend den Hohlraum derselben soweit auszufüllen, dass es mit dem Rücken Narbe und Staubgefässe streifen könnte. In der That sind es auschliesslich Hummeln, welche dem Honige des Fingerhuts nachgehend seine Befruchtung bewirken: | III 22222277 Fig. 100. 1. Junge Blüthe, deren längere Staubgefässe eben offenspringen, nach Hinwegnahme der rechten Hälfte des Kelchs und der Blumenkrone, von der rechten Seite gesehen. Man denke sich diese Figur rechts herumgedreht , bis der Pfeil senkrecht abwärts zeigt! 2. Griffelspitze derselben Blüthe, vergrössert; die Narbenlappen schliessen noch zusammen. ^ 3. Etwas ältere Blüthe, deren längere Staubgefässe bereits entleert, deren kürzere offen gesprungen und mit plü- thenstaub bedeckt sind, nach Hinwegnahme der unteren Hälfte des Kelchs und der Blumenkrone, von unten gesehen. 4. Griffelspitze derselben Blüthe, vergróssert, von der Seite gesehen. 5. Entleerte Staubgefässe und auseinandergegangene Narbenlappen einer alten Blüthe, von unten gesehen. Schon SPRENGEL hat, wie man aus einer Abbildung des Titelblattes sehen kann, Bom- bus terrestris L. 9 in die Blüthen kriechen sehen. Wenn reichlicher Hummelbesuch stattfindet, so werden alle 4 Staubgefässe ihres Blüthenstaubes beraubt, ehe die Narbenlappen (5, 1. Fig. 100) sich auseinander thun, und Fremdbestäubung ist dan? unausbleiblich. Bei ausbleibendem Hummelbesuche dagegen sind alle 4 Staub- gefässe noch reichlich mit Blüthenstaub behaftet, nachdem sich die Narbenlappe? schon auseinander gethan haben, und wenn dann die Blumenkrone sich ablóst und herunterfällt, so werden die geöffneten Narbenlappen von den pollenbehafteten Staub- gefässen gestreift und mit «ignem Pollen befruchtet, wenn nicht schon vorher Blüthenstaub auf die Narbenlappen gefallen ist, was bei der herabhangenden Stellung der Blumenróhren leicht geschehen kann. Aus der fast ausnahmelosen Fruchtbar- keit der Blüthen auch bei andauernd regnerischem Wetter lässt sich mit grosse" Wahrscheinlichkeit vermuthen, dass die regelmässig eintretende Sichselbstbestäubung in diesem Falle auch von Wirksamkeit ist.*) *) Ob diese Vermuthung richtig ist, bleibt durch den Versuch des Insektenabschlusse? festzustellen. Dass die noch ungeóffneten Narben nicht befruchtet werden können, : HILDEBRAND durch besondere Versuche nachgewiesen hat (Bot. Z. 1865. S. 5. 6), bewei® jedenfalls nichts gegen dieselbe. 243. Digitalis purpurea. 244. Veronica Chamaedrys. 985 Den grossen, weit geóffneten Blumen fehlt es natürlich nicht an mancherlei un- nützen Gästen, die Honig und Blüthenstaub einernten , ohne Befruchtung zu be- wirken. Wenn sie hierdurch gegen Antirrhinum majus im Nachtheile sind, so haben sie andererseits den Vortheil, ihren Befruchtern, den Hummeln, rascheres Zu- und Abfliegen und daher auch raschere Befruchtung zahlreicher Blüthen zu gestatten. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus terrestris L. Q. 2) B. hortorum .L.9. 3) B. agrorum F. 9, alle drei háufig, sgd. 4) Andrena coitana K. 9 (Sld.) häufig, Psd. 5) Halictus cylindricus F. OQ, häufig, Psd. B. Coleoptera a) Nitidulidae: 6) Me- ligethes, sehr häufig. b) Cryptophagidae: 7) Antherophagus pallens OL., einzeln. cj Mala- codermata: 8) Dasytes. Die fünf letzten waren natürlich bloss unnütze Gäste. 244. Veronica Chamaedrys (Sprenger S. 51). Eine unter dem Fruchtknoten sitzende, 'gelb- liche, fleischige Scheibe (g 3, Fig. 102) sondert den Honig ab, der im untersten Theil der Róhre ge- halten und durch Haare, welche von der Kronenróhre ausgehen und ihn überdecken, gegen Regen ge- . Schützt wird. Die Blumen machen sich durch hell- blaue Farbe und Gruppirung zu Trauben von weitem bemerkbar; dunkelblaue Linien des Kronensaums und dessen helle Mitte bezeichnen den anfliegenden Insekten die Honigfundgrube. Antheren und Narbe sind gleichzeitig entwickelt; der Griffel steht schräg Fig. 101. | abwärts gerichtet über der Mitte des untern Blumen- Blüthe von vorne gesehen blattes, die 2 Staubgefüsse stehen auseinander ge- (3:1). Spreizt rechts und links vor den seitlichen Blumen- blättern; Bestäubung kann daher, bei dieser Stellung der Geschleektstheile , nur durch Insektenvermittlung bewirkt werden. Da das untere Blumenblatt den . bequemsten Anfliegeplatz bildet, so wird die Narbe meist zuerst von der Bauch-_ Seite des besuchenden Insekts berührt. Wenn dann das Insekt, um zu saugen, mit den Vorderbeinen am Eingange der kurzen Blumenróhre Halt sucht, so fasst es mit denselben regelmässig die dünnen. leicht nach innen drehbaren Wurzeln der Staubfäden, und ehe es sich versieht, hat es sich die Staubfäden unter dem Leibe zusammen geschlagen und seine Bauchseite mit Pollen behaftet. So oft es dasselbe Verfahren auf einer andern Blüthe wiederholt, bewirkt es Fremdbestäubung und be- haftet sich aufs Neue mit Pollen. Auch die Verdünnung des Griffels an seiner Basis - ist eine Anpassung an diese Bestäubungsweise, da sie Berührung der Narbe mit der Bauchseite des auf dem unteren Blumenblatt auffliegenden Insektes sichert und dabei ein so leichtes Abwärtsbiegen des Griffels gestattet, dass die Bequemlichkeit des An- fliegens durch die Anwesenheit des Griffels nicht beeintrüchtigt wird. Auch beim Auffliegen auf einem der beiden seitlichen Blütter schlagen Sich die besuchenden In- Sekten bisweilen mit einem der Vorbeine das über dieseni Blumenblatt liegende Staubgefäss an den Leib, aber bei weitem nicht so sicher und regelmässig. Besucher: A. Diptera Syrphidae: 1) Rhingia rostrata L., sgd., wiederholt. 2) Me- lanostoma mellina L. 3) Ascia podagrica F., beide sehr zahlreich; beide sah ich sehr wiederholt in der oben beschriebenen Weise Fremdbestäubung bewirken. B. Hymeno- Ptera Apidae: 4) Apis mellifica L. 2, Psd. 5) Andrena Gwynana K. 9. 6) A. ful- Vierus K. Q. 7) Halictus longulus Sm. 9, die letzten drei sowohl sgd. als Psd. C. Co- leoptera Cistelidae: 8) Cistela rufipes F., Antheren fressend. a ELCH nr t 9286 III. Von Insekten befruchtete Blimen "245. 245. Veronica Beccabunga L. Fig. 102. 1. Blüthe, schräg von oben gesehen, so dass sich das oberste Blumenblatt verkürzt, das unterste aber in v9 Ausdehnung erscheint (3 : 1). 2. Blumenkrone nach Entfernung der Staubgefässe, gerade von vorn gesehen (3 : 1). 3. Blüthe, nach Entfernung der Blumenkrone mit den Staubgefässen, von der Seite gesehen (7 ; 1). x a Kelchblätter, b Blumenkrone, c Staubfaden, d Fruchtknoten, e Griffel, f Narbe, g Saftdrüse (grün), h Saftdecke. ller In Saftdrüse, Saftdecke und Saftmal mit der vorigen Art übereinstimmend, weicht diese Art nur in der Entwicklung und Stellung der Staubgefässe und des Griffels, scheinbar unerheblich, von derselben ab; diese geringe Differenz bedingt aber einen wesentlichen Unterschied in der Bestäubungsweise und in der Möglich- keit der Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche. Die Narbe ist, wann die Blüthe sich öffnet, schon wohl entwickelt, mit langen Papillen versehen und fähig, auf sie gebrachten Pollen leicht fest zu halten ; die Staubbeutel dagegen sind noch geschlossen. Staubfäden und Griffel ragen als An^ fliegestangen gerade aus der Blüthe hervor. Bei kaltem, windigem oder regnerische® : Wetter óffnen sich die Blüthen nur halb, die aufgesprungenen Staubbeutel bleiben in Berührung mit der Narbe, und es erfolgt regelmässig und unvermeidlich Sichselbsi- - bestäubung; bei warmem Sonnenschein dagegen breiten sich die Blumenblätter $0 weit auseinander, dass sie fast in eine Ebene zu liegen kommen , die Staubfáden werden dadurch etwas mehr nach oben und auseinander gerückt und die Staubbeute schon vor dem Aufspringen von der Narbe entfernt. Insekten finden sich nun ziemlich zahlreich ein: in grósster Menge eine zierliche kleine Schwebfliege , Syritta pipiens L., die des Sonnenscheines sich freuend vor den schönen blauen Blumen a” einer Stelle schwebt, ruckweise sich nähert, wieder schwebt, bis sie plötzlich mit einem neuen Rucke sich auf eine Blüthe bewegt. Bald setzt sie sich auf die untet ihrer Last sich neigenden drei Auffliegestangen, um nach ein paar Schritten vorwärts den 3 mm langen Rüssel in das nur 1mm lange Blumenkronenröhrchen zu senken, bald fliegt sie auf das untere oder ein seitliches Blumenblatt auf und biegt mit den Vorderbeinen einen Staubfaden so weit herunter, dass sie mit ihren Rüsselklappe? den Pollen einmahlen kann; bisweilen schreitet sie auch unmittelbar von einer Blüthe auf eine andere hinüber. So bringt sie die verschiedensten Körpertheile mit Staubbeuteln und Narbe in Berührung und bewirkt bald Fremdbestáubung, bald Selbstbestäubung. Am regelmässigsten bewirkt sie Fremdbestäubung, wenn sie auf die drei Auffliegestangen auffliegt, indem sie dann sofort die Narbe mit einem schon bestäubsten Theile ihrer Unterseite berührt. Auch eine noch kleinere Schwebfliege: Ascia podagrica F., besucht die Blüthen sehr häufig und in ganz gleicher Weise: Alle übrigen Besucher kommen nur vereinzelt. Ich bemerkte überhaupt: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Syritta pipiens L. 2) Ascia podagrica F. 3) Erigtané sepuleralis L., sed. will. b) Muscidae : 4) Scatophaga stercoraria L., sgd. u. pfd., ausserdem mehrere kleine Musciden. B. Hymenoptera Apidae: 5) Apis mellifica L.8: sgd. 6) Andrena parvula K. Q, sgd. u. Psd. 7) Halictus sexstrigatus SCHENCK Q, sgd- Ti Pad: 246. Veronica officinalis. 247. Veronica spicata. 987 246. Veronica officinalis L. Die Blüthen öffnen sich bei dieser Art auch bei warmem Sonnenschein nie so weit als bei Chamaedrys. Das obere und untere Blumenblatt divergiren vielmehr in völlig geöffneten Blüthen nur unter einem Winkel von 70—80 , die beiden seit- lichen unter 90— 1009. Die beiden an ihrer Basis stark verdünnten Staubfäden Stehen gerade aus der Blüthe hervor, unter einem Winkel von 30 bis 40° von einan- der und von dem etwas unter ihnen stehenden Griffel sich entfernend. Insekten, Welche den Honig der Blüthen aufsuchen, berühren mit verschiedenen Kórpertheilen bald Staubgefässe, bald Narbe und bewirken in ungeregelter Weise bald Fremd-, bald Selbstbestiubung. Lässt man die Blüthen bei Insektenabschluss im Zimmer sich ' entwickeln, so sieht man beim beginnenden Verschrumpfen der Blüthen die Staub- | fäden sich so weit nach innen und unten drehen, dass die Staubbeutel mit einander ^ und mit der Narbe in Berührung kommen, so dass Sichselbstbestäubung erfolgt. Die Verdünnung der Basis der Staubfäden, welche bei V. Chamaedrys bei eintretendem Insektenbesuche in eben so einfacher als überraschender Weise Fremdbestáubung veranlasst, scheint hier nur der Sichselbstbestüubung zu dienen. Besucher: A. Diptera a) Empidae: 1) Empis livida L., sgd., häufig. bj Syrphidae: 2) He- lophilus floreus L., sgd. 3) Syritta pipiens L., häufig, sgd. B. Hymenoptera Apidae: 4) Halictus albipes F., Psd. 5) Bombus (Apathus) vestalis FOURC. Q, sgd. 6) B. Barbutellus K. Q, sgd. (Die winzige Honigausbeute schien diese grosse Hummel doch wenig zu befriedigen, denn nachdem sie einige Blüthen besucht hatte, ging sie zu Glechoma hederacea über.) 247. Veronica spicata L. (Mühlberger Schlossberg, Thüringen.) Fig. 108. 1. Blüthe, kurz vor dem Aufspringen der Staubgefásse (a), gerade von vorn gesehen; die Narbe (b) ist noch unentwickelt und wird von den Staubgefässen weit überragt. à : 9 Oberes Blumenblatt. ss seitliche, « unteres. 2. Dieselbe, etwas weiter geöffnet, von der Seite gesehen. : 3. Dieselbe, nach dem Verblühen der Staubgefásse, von der Seite gesehen; die Narbe hat sich entwickelt und steht unter.und vor den Staubgefüssen. (Vergr. 31, : 1.) 4. Junge Blüthe eines anderen Stockes; der Griffel ragt bereits aus der Blüthe hervor, seine Narbe ist ziemlich ` entwickelt; Blüthenstaub bleibt leicht auf ihr haften. Die Staubgefässe sind noch geschlossen und in der Blüthe - verborgen. : uam 5. Eine andere, etwas ältere Blüthe desselben Stockes, von vorn gesehen. Die Narbe ist vollständig entwickelt, die Staubgefässe sind im Begriffe aufzuspringen (31]2 : 1). Nac 3 6. Fruchtknoten mit der darunter sitzenden Honigdrüse (7) von der Seite. 7. Honigdrüse nach Entfernung des Fruchtknotens, von oben gesehen. 8, Ein Fruchtknoten mit 2 verkümmerten Griffeln (7 : 1). Veronica spicata bietet ein merkwürdiges Schwanken zwischen proterandrischer "und proterogynischer Dichogamie dar. An manchen Stöcken ragen die Griffel schon vor dem völligen Oeffnen der Blüthen aus denselben hervor (b, 4), biegen sich ab- wärts und entwickeln ihre Narben vollständig, noch ehe die Staubgefässe aufspringen . 288 II. Von Insekten befruchtete Blumen. 247—49. Veronica spicata, hederaef., serpyllil (b, 5). An andern Stócken wird der Griffel zur Zeit des Oeffnens der Blüthe noc ; weit von den Staubgefässen überragt (b, 1. 2) und erreicht seine volle Länge unddie © volle Ausbildung seiner Narbe erst nach der Entleerung der Staubgefässe (P; < Ausserdem finden sich an beiderlei Stöcken nicht selten Blüthen, deren Griffel g% nicht zur vollen Entwicklung gelangen, sondern in der Blumenröhre versteckt bleiben ' ja an manchen Stöcken ist diess durchgehends bei allen Blüthen der Fall. Diese 7 verkümmerten- Griffel sind oft in der Zweizahl vorhanden (5, 8). 3 Der von der fleischigen Unterlage des Fruchtknotens (A, 6. 7) abgesonderte. Honig wird in einer 2—3 mm langen Blumenkronenröhre beherbergt und durch einen . Ring langer, steifer Haare, die im Eingange dieser Röhre stehen und von der Innen“ wand derselben bis in dieMitte ragen, gegen Eindringen von Regentropfen geschützt. Bei eintretendem Insektenbesuche ist Fremdbestäubung durch die im entwickelten Zustande die Staubgefässe überragende Narbe, so wie durch bald proterandrische bald proterogynische Dichogamie gesichert. Sichselbstbestäubung habe ich nicht beob- achtet; sie kónnte bei ausbleibendem Insektenbesuche vielleicht hie und da durch Herabfallen des Blüthenstaubes auf die Narbe erfolgen. Besucher: Hymenoptera aj Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, bald Psd., bald sgd. und dann den Rüssel auch in die untersten, alten Blüthen senkend, deren Blumenkron® schon abgefallen ist! 2) Prosopis communis NYL. Q &, sgd. b) Sphegidae: 3) Psammo- phila viatica L. ($, sgd. 4) Cerceris labiata F. Q g, häufig, sgd. 5) C. nasuta KL. sgd. 248. Veronica hederaefolia L. Obgleich die kleinen, einzeln stehenden , bla®® gefärbten Blüthchen dieser Pflanze von allen hier betrachteten Veronicaarten am wenigsten in die Augen fallen und nur sehr selten von Insekten besucht werden, 9? liefern sie doch fast ausnahmelos gute Früchte, und die Art ist eine der gemeinste? ihrer Gattung. Wenn diess schon mit grósster Wahrscheinlichkeit auf ausgedehnte und erfolgreiche Sichselbstbestäubung schliessen lässt, so wird diese Vermuthung durch Besichtigung der Blüthen und Verblühenlassen derselben unter Insektenab- schluss zur vollen Gewissheit. In den sich eben erst öffnenden. Blüthen sieht man nemlich die Staubgefässe schon aufgesprungen und mit ihren bestäubten Flächen die Narben umschliessend, und im Zimmer bei Insektenabschluss verblühende Exemplare bilden, wie ich mich durch directe Versuche überzeugt habe, regelmässig gute Früchte. - 5 In Bezug auf Absonderung und Verwahrung des Honigs stimmt diese Art mit Chamaedrys überein; den Staubfàden fehlt aber die Verdünnung und Leicht- drehbarkeit der Basis. Fremdbestäubung ist auch bei eintretendem Insektenbesuche. vor Selbstbestäubung in keiner Weise begünstigt; doch kann sie neben derselbe? stattfinden, und dann wird vermuthlich der fremde Blüthenstaub den eignen in seine" Wirkung überwiegen. Nur in den ersten sonnigen Frühlingstagen habe ich die Blüthchen bisweilen von Insekten besucht gesehen; später wird ihnen wohl die Concurrenz wirksame” anlockender Blumen den Besuch entziehen. Besucher: Hymenoptera Apidae: 1) Andrena parvula K. Q, sgd. 2) Halictus nitidiusculus K. Q. 3) H. leucopus K. Ọ. 4) H. albipes F. 9, alle drei an einem son“ nigen Abhange, an dem noch wenig andere Blumen blühten, ziemlich zahlreich an den Blüthen dieser Pflanze sgd. (11. April 1869). 249. Veronica serpyllifolia L. Die Blüthen sind durch dunkelviolette Linien des oberen und der beiden seit“ lichen Blumenblätter etwas augenfülliger, als die von hederaefolia und werden ohne Zweifel auch etwas häufiger von Insekten besucht und fremdbestäubt; dem ent- 249. Veronica serpyllifolia. Rückblick auf die betrachteten Veronicaarten. 289 Sprechend tritt bei ihnen Sichselbstbestáubung etwas weniger früh ein. In manchen Blüthen sind anfangs die Staubgefüsse noch geschlossen, während die Narbe schon ^ wohl entwickelt ist. Werden Blüthen in diesem Zustande von schon bestäubten In- sekten besucht, so können sie natürlich nur Fremdbestäubung erfahren. In den meisten Blüthen sind dagegen von Anfang an Narbe und Staubgefässe gleichzeitig entwickelt. Die Staubgefässe stehen mehr oder weniger dicht über und zu beiden Seiten der Narbe und keh- ren ihre aufspringende Seite derselben zu; in Fig. 104. vielen Fällen stehen sie derselben so nahe, dass 1. Blüthe von vorn gesehen. ^ 2. Grundriss derselben. der hervorquellende Blüthenstaub sich unmittel- a Narbe, b Staubgefässe, c Blumenblátter bar auf die Narbe legt. 4’Kelchblätter. An Exemplaren, dıe in meinem Zimmer blühten, habe ich eine Muscide, Calliphora erythrocephala Mex., sgd. und befruch- tend beobachtet. Sie steckte in jede Blüthe den Rüssel mehrmal nach einander und konnte daher in Blüthen mit gleichzeitig entwickelten Staubgefässen und Narben ebensowohl Selbstbestäubung als Fremdbestäubung bewirken. : Rückblick auf die betrachteten Veronicaarten. Auch bei den Arten dieser Gattung geht, wie bei Polygonum , Geranium u. a., in augenfälliger Weise die Sicherung der Fremdbestáubung bei eintretendem und der Verzicht auf Sichselbstbestiubung bei ausbleibendem Insektenbesuche der Augen- fälligkeit der Blüthen und damit der Sicherung des Insektenbesuchs parallel. Nach der Augenfälligkeit ihrer Blüthen geordnet bilden nemlich die von uns betrachteten Veronica- arten etwa folgende Reihe: 1)spicata, 2) Chamaedrys, 3) officinalis, 4) Beccabunga, 5) serpyllifolia, 6) hederaefolia (wenn man nemlich nicht die einzelnen Blüthen, son- dern die ganzen Blüthengruppen ins Auge fasst). Nun ist aber bei eintretendem Insektenbesuche Fremdbestäubung bei 1 durchaus gesichert, bei 2 überwiegend ‚ Wahrscheinlich, bei allen übrigen etwa ebenso wahrscheinlich als Selbstbestäubung. Bei ausbleibendem Insektenbesuche dagegen findet Sichselbstbestäubung bei 1 und 2 | niemals oder nur ausnahmsweise, bei 3 regelmässig, aber erst beim Verblühen, bei 4 bei trübem Wetter regelmässig schon inmitten des Blühens, bei 5 bei vielen Blüthen schon zu Anfang der Blüthezeit, bei 6 bei allen Blüthen schon zu Anfang der Blüthezeit statt. Da die Absonderung und Verwahrung des Honigs.bei allen 6 Arten ziemlich gleich ist, so kann der Unterschied in der Sicherung der Fremdbe- stäubung und der Wahrscheinlichkeit der Sichselbstbestäubung hier nur durch die verschiedene Augenfälligkeit der Blüthen bedingt sein. Wulfenia carinthiaca proterogyn (Hınn., Geschl. S. 18). 250. Euphrasia Odontites L. l Der Honig wird von dem unteren , nackten und nach unten angeschwollenen . Theile (b, 6) des oben behaarten-Fruchtknotens abgesondert, im Grunde der innen nackten ,. 4—5 mm langen Blumenkronenróhre beherbergt, durch die breiten, den Eingang der Róhre fast verschliessenden Staubfáden gegen Eindringen des Regens einigermassen geschützt, und den angeflogenen Bienen durch 2 oder 4 purpurrothe Flecken auf der Basis der Unterlippe nüher angezeigt. Im Eingange der Blüthe stehen die breiten Staubfäden ; da sie unten sich fast berühren und an der Innenseite mit spitzen Müller, Biumen und Insekten. 19 290 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 250. Euphrasia Odontites. Vorsprüngen bekleidet, dicht unter den Staubbeuteln dagegen "weiter ausein- ander tretend und glatt sind, so bleibt der angeflogenen Biene, welcher die g lappige Unterlippe einen bequemen Halteplatz darbietet, keine andere Wahl, 9. Fig. 105. . Knospe mit weit hervorragender Narbe (3Y2 1 1) - Blüthe mit zwischen die Staubbeutel rückender Narbe. . Blüthe mit weit über die Staubbeutel hinweggew . Blüthe mit seitlich liegendem Griffel. . Die beiden Staubgefässe der linken Blüthenhälfte, von de . Fruclitknoten. Unterster, sitzen bleibender Theil der Blumenkrone, achsenem Griffel, r Innenseite gesehen (7 : 1) b Honigdrüse, c oberer, behaarter Theil des i ý knotens, d Griffel, e Haare, welche die Staubbeutel zusammenfilzen, f Haare, welche ein seitliches Verstreuen 4 f n herausfallenden Pollens hindern (Streuhaare), g Spitzen, welche die Biene abhalten, den Rüssel zwischen del unteren Theile der Staubfáden hindurchzustecken, A Weg des Bienenrüssels. (Die Blüthen 2 u, 4 stehen mehr schräg nach vorn geneigt ale die Abbildung darstellt.) dicht unter den Staubbeuteln (in der Richtung 4, 2) den Rüssel in die Blüthe ein- zuführen, wobei sie unvermeidlich die schräg abwärts gerichteten Spitzen einige! Staubbeutel anstösst. Da nun alle vier Staubbeutel hinten durch zusammengefilzte Haare (e, 5) zusammen gehalten werden und vorn mit einem weiten Spalte von der Spitze aus nach innen aufspringen (5, Fig. 105), so theilt sich ein von der besuchen- den Biene einem derselben zugefügter Stoss allen mit und bewirkt, dass aus allen ei? Theil ihres pulvrigen Blüthenstaubes herausfällt. Da nach unten gerichtete Haare an den Rändern der Staubbeutel (f, 5) ein seitliches Verstreuen des herausfallen- den Blüthenstaubes verhindern, so gelangt ein grosser Theil desselben auf den Rüssel der besuchenden Biene, von dem er in anderen, jüngeren oder auch älteren Blüthen an die Narbe abgesetzt wird. ; Die Blüthenentwicklung von E. Odontites bietet nemlich ein eigenthümliche$; wie es scheint, von der mehr oder weniger sonnigen Lage des Standorts bedingte? Schwanken dar. Der Griffel ragt meist mit wohl entwickelter Narbe schon weit aus der dem Aufblühen nahen Knospe hervor (1, Fig. 105) und kann daher schon, wann die Blüthe kaum sich öffnet, durch Fremdbestäubung befruchtet werden. AB versteckt und schattig, z. B. zwischen dem Getreide, wachsenden Exemplaren bleibt nun, während die Blumenkrone mit den Staubgefässen noch erheblich wächst, das Wachsthum des Griffels in dem Grade zurück, dass seine Narbe zwischen die längeren Staubbeutel rückt und durch Sichselbstbestäubung befruchtet wird (2, Fig. 105). Dass diese Befruchtung von Erfolg ist, glaube ich aus der vollstán- digen Fruchtbarkeit aller Samenkapseln an solchen schattigen Standorten, an denen nur ausnahmsweise Insektenbesuch stattfindet, schliessen zu dürfen. 250. Euphrasia Odontites. . 351. Euphrasia officinalis. 9091 An sonnigen Standorten wüchst dagegen der Griffel mit der Blumenkrone und den Staubgefüssen weiter, so dass er bis zuletzt die Staubgefüsse überragt, er mag nun über denselben liegen bleiben (3, Fig. 105) oder an eine Seite derselben rücken (4, Fig. 105). In diesem Falle kónnen die Narben, und zwar sowohl jüngere als ültere, nur durch Insektenbeihülfe mit Blüthenstaub anderer Blüthen befruchtet werden. Obgleich die angegebene Verschiedenheit der Entwicklung im Allgemeinen durch die sonnigere oder schattigere Lage des Standorts bedingt zu sein scheint, so müssen doch auch noch andere unbekannte Ursachen, vielleicht Vererbung, mitwirken, denn ich habe bisweilen an demselben Standorte, ja sogar an demselben Exemplare sich- selbstbestäubende und der Sichselbstbestäubung unfähige Blüthen gefunden. Eine Unvollkommenheit der Blüthen verdient noch besondere Erwähnung. Die Oberlippe ist, wie die Abbildung zeigt, so knapp ausreichend zur Beherbergung der Staubgefässe, dass sowohl Staubfäden als Staubbeutel zum grossen Theile nach vorn aus derselben hervortreten. Diess ist nun gar nicht selten in dem Grade der Fall, dass Bienen ihren Rüssel über den Staubgefässen in die Blüthe senken und daher den Honig aussaugen und den Blüthenstaub ausschütteln können, ohne Be- fruchtung zu bewirken. Als Besucher habe ich bis jetzt ausschliesslich Bienen bemerkt, nemlich : . 1) Apis mellifica I. 8, sgd., sehr häufig, den Rüssel in der Regel unter, bisweilen jedoch über den Staubgefässen in die Blüthe senkend; sie dringt auch in junge, noch nieht entfaltete Blüthen mit lang, hervorragendem Griffel ein. 2) Bombus lapidarius L.O 8. sgd. 3) B. silvarum L 9 8, sgd. 251. Euphrasia officinalis L. Fig. 106. 1. Blüthe der kleinblumigen Form, von vorn gesehen (7: Ds 2. Die beiden Staubgefässe der rechten Blüthenhálfte von der Aussenseite. 3. Dieselben, stärker vergrössert, von der Innenseite. 4. Blüthe der grossblumigen Form im ersten Aufblühen, von der Seite gesehen (31]2:1). a Narbe, b obere Hälfte des oberen Staubgefásses, e untere Hälfte des oberen vereinigt mit der oberen Hälfte des unteren Staubgefüsses, d untere Häfte des unteren Staubgefásses, e Griffel. = Absonderung und Verwahrung des Honigs wie bei der vorigen. Blumenkronen- röhre 4— 6 mm lang, aber am Ende erheblich erweitert; der Honig daher auch In- sekten von noch weniger als 4mm Rüssellänge, welche den Kopf in den erweiterten Theil zu stecken vermögen, zugänglich. | TAE ————— Ka! | enthalten. 299 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 251. Euphrasia officinalis. Die Oberlippe bildet hier ein über die Staubgefässe gewölbtes Dach, welches b und den im Grunde der Röhre geborgenen Honig gegen Regen schützt und ein Ein- dringen der Bienenrüssel über den Geschlechtstheilen , welches bei der vorigen Art möglich war, verhindert. Die dreilappige Unterlippe bildet einen bequemen An fliegeplatz für kleinere, einen Halteplatz für die Vorderbeine grösserer Besucher. Ein orangegelber Fleck auf der Unterlippe, ein zweiter im Eingange der Röhre und dunkelviolette, nach dem Röhreneingange zusammenlaufende Linien der Ober- und Unterlippe dienen als Saftmal. Die Staubbeutel enthalten, wie bei der vorigeP; glatte, ausstreubare Pollenkórner, welche auf Rüssel oder Kopf der besuchenden In- sekten fallen; im Einzelnen aber ist die zum Bestretuen dienende Vorrichtung v0? der der vorigen Art wesentlich verschieden. Während bei Odontites die Staub- beutel nur durch zusammengefilzte Fäden hinten zusammen gehalten werden , ist bel officinalis der untere Beutel des oberen mit dem oberen Beutel des unteren Staub- gefásses derselben Seite verwachsen : ; ebenso sind die beiden obersten Beutel fest mit einander verbunden. Diess hängt mit einer anderen Eigenthümlichkeit untrennbar zusammen. Während nemlich bei Odontites alle Staubbeutel gleichmässig in kurze Spitzen enden, ist bei officinalis der obere Beutel jedes Staubgefüsses ohne Spitze; der untere dagegen mit einem dünnen, steifen Dorn versehen (3, Fig. 106); von den 4 Dornen werden jedoch fast ausschliesslich die beiden unteren von den besuchenden Insekten angestossen, da sie nicht nur weit länger sind als die beiden oberen, s01- dern auch die sie tragenden unteren Beutel der unteren Staubgefüsse, welche sich von den oberen unter einem Winkel von etwa 60 Grad entfernen, richtet sind, dass 1, Fig. 106). | Bei is müssen zur Ausstreuung des Blüthenstaubs die zugespitzte? Staubbeutel unmittelbar angestossen werden; die Staubfäden sind daher so ver” breitert, nahe aneinander gerückt und an der Innenseite mit Spitzen besetzt, das$ dem Rüssel der besuchenden Biene eben nur unmittelbar unter den Staubbeutel®, wo die Staubfüden weiter auseinander treten und ohne Spitzen sind, ein Eingang frei . bleibt; bei officinalis dagegen braucht zur Ausstreuung des Blüthenstaubes nur einer der beiden untern, tief in den Blütheneingang hinabreichenden Dorne an werden; die Staubfäden sind so abwärts ge^ die beiden unteren Dorne tief in den Blütheneingang hinabrage? gestossen ZU daher im Gegentheile so weit auseinander gebogen, dass sie sich an die Seitenwände drängen und dabei schmal und "glatt, so dass ein Honig suchendes Insekt unbehindert den Kopf in den Blütheneingang stecken kann. Indem es diess thut und die unteren Dorne anstósst, erschüttert es den ganzen Antherencomplex und bewirkt Herausfallen von Pollen ; welcher, durch Streuhaare der oberen Beutel an seitlicher Verstreuung verhindert , Sicher auf den Kopf des Be- suchers fällt. In den bisher besprochenen Eigenthümlichkeiten stimmten alle von mir bisher untersuchten Exemplare von Euphr. officinalis überein. In Bezug auf Grósse und Augenfülligkeit der Blüthen dagegen und in Bezug auf Möglichkeit der Sichselbstbe- || stáubung fand ich zwei verschiedene Formen dieser Art, eine grossblumige , die sich . niemals selbst befruchtet und eine kleinblumige, die sich bei ausbleibendem Insekten- besuche regelmässig selbst befruchtet. Zwischenstufen zwischen beiden werden wohl vorkommen, waren Jedoch unter den von mir untersuchten Exemplaren nicht l Bei der grossblumigen Form, welche Fig. 106, 4-kurz nach dem Aufblühen in 3! /5maliger. Vergrösserung darstellt, ragt schon vor dem Aufspringen der Staubbeutel die Narbe aus der Blüthe hervor und wird daher von besuchenden Insekten stets zu” 251. Euphrasia officinalis. 252. Euphrasia lutea. erst berührt, so dass sie auch nach dem Aufspringen der Staubbeutel durch Insekten, welche bereits bestäubt die Blüthe besuchen, regelmässig durch Fremdbestäubung be- fruchtet wird, bei ausbleibendem Insektenbesuche aber unbefruchtet bleibt. : DEL- PINO hat offenbar nur diese Form vor sich gehabt; denn er bezeichnet E. officinalis als proterogynisch (Ult. oss. I. p. 130). | ; ; Bei der kleinblumigen Form, welche Fig. 106, 1. in Tmaliger Vergrösserung darstellt, liegt zu Anfang der Blüthezeit die Narbe noch so weit über und hinter den Staubbeuteln, dass sie von den die Blüthe besuchenden Insekten nicht berührt wird?) ; allmählich rückt sie indess durch Streckung des Griffels immer weiter nach vorn und unten und wird nun von dem Kopfe oder Rüssel der eindringenden Insekten zuerst angestossen, und, falls derselbe schon bestäubt ist, durch Fremdbestäubung befruch- tet. Bei ausbleibendem Insektenbesuche fällt von selbst Pollen der obersten Beutel auf die Narbe. Bei beiden Formen ist also bei eintretendem Insektenbesuche Fremd- bestäubung durch die gegenseitige Lage der Geschlechtstheile in gleicher Weise gesichert, bei ausbleibendem Insektenbesuche aber bei der grossblumigen Form Sichselbstbestäubung unmöglich, bei der kleinblumigen dagegen unausbleiblich. Leider habe ich den Unterschied der beiden Formen zu spät beobachtet, um die ` ohne Zweifel stattfindende Verschiedenheit in der Reichlichkeit des Insektenbesuches ‚auch im vorliegenden Falle durch directe Beobachtung feststellen zu können. Ich beobachtete überhaupt an Euphrasia officinalis folgende / Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus agrorum F.8. 2, B. pratorum L.8.. 3) Apis mellifica L. 8. 4) Nomada lateralis Pz. ©, sämmtlich sgd. B. Diptera a) Bombylidae: 5) Systoechus sulfureus Mix. (Sld.) b; Syrphidae: 6) Syrphus sp. 7) Me- lithreptus taeniatus MoN., ebenfalls sämmtlich sgd. ; 252. Euphrasia lutea L. (Rehmberg bei Mühlberg, Thüringen). Der Honig wird, wie bei den ESON beiden vorigen, von der nackten, unte- TI. e ren Hälfte des oben behaarten Frucht- knotens abgesondert und im untersten Theile einer nur 21/; mm langen Blu- menkronenróhre, die innen nackt, aber am Eingange mit abstehenden Härchen (Saftdecke) besetzt ist, be- herbergt. Die Staubgefässe stehen . getrennt von einander, werden aber auch, bei der Kleinheit der Blüthen, . 1. Blüthe, von der Seite gesehen (ls: 1). leicht alle zugleich von besuchenden' 5% Wind A Eihed: Insekten angestossen; Streuhaare sind . Staubgefáss. nicht vorhanden; die Spalte, mit denen Sich die einzelnen Staubbeutel öffnen , sind weniger weit als bei den beiden vorigen Arten. Der Griffel ragt oft schon aus der Knospe weit hervor**) (3, Fig. 107); in anderen Fällen ist er während der Knospeüzeit unter die aufwärts gebogne Unter- lippe zurückgebogen und tritt erst, wann die Blume sich öffnet, gleichzeitig mit den Staubgefässen hervor. Die Narbe ist mit den Staubgefässen gleichzeitig ent- wickelt und steht unter und vor denselben, so dass sie von besuchenden Insekten Arr Y deg ER AXELL hat offenbar nur diese Blüthenform vor sich gehabt; denn er bezeichnet die Blüthén von Euphr. off. als proterandrisch. (Siehe Abbildung, AxELL S. 28.) *| HILDEBRAND bezeichnet daher die Blüthen als proterogyn. (Bot. Z.1810. S. 652; 294 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 253. Rhinanthus crista galli. meist zuerst berührt und mit fremdem Pollen behaftet wird. Bei ausbleibendem Insektenbesuche fällt in der Regel eigner Blüthenstaub auf die Narbe. Als Befruchte! habe ich nur einmal (28. August 1869) eine Hummel, Bombus muscorum L. % sgd., beobachtet. : 253. Rhinanthus erista galli L. Fig. 108. . Staubgefásse von vorn gesehen, 2. Dieselben nebst dem Griffel, von der Seite gesehen. . Ein einzelnes Staubgefáss von der Innenseite. - Fruchtknoten nebst Griffelbasis, Honigdrüse (2) und sitzenbleibender Basis der Blumenkrone (eo). 5. Blüthe der Varietät minor, nach Entfernung der rechten Hälfte des Kelches, von der Seite gesehen. . Oberer Theil derselben, zu Anfang der Blüthezeit, von vorn gesehen. - Derselbe zu Ende der Blüthezeit. . Griffel der Varietät minor. 9. Griffel der Varietát major. 1—3 sind 7 mal, 4—9 3![; mal vergróssert. Auch diese Art bestreut, wie die drei vorigen, die ihre Blüthen besuchenden Bienen von oben mit losem, glatten , pulvrigen Blüthenstaube, aber die Einrichtung und Verwahrung des Bestäubungsapparates ist von den vorigen wesentlich verschie- den. Jeder Staubbeutel der einen Blüthenhälfte liegt hier dem entsprechenden der andern Blüthenhälfte mit seinen Rändern ringsum so dicht an und öffnet sich an der Berührungsfläche mit diesem so vollständig, dass beide zusammen ein einziges Pollen- behältniss bilden, welches durch zusammengefilzte Haare, mit denen die aneinander- liegenden Ränder besetzt sind, noch dichter verschlossen wird (Fig. 108, 1. 2. gy Diese Pollenbehültnisse oder Bestreuungsmaschinen werden nun von steifen Staub- fäden getragen und von aussen umfasst, von denen die vorderen unten einander ge- nähert und an der Innenseite mit Spitzen besetzt sind, so dass sich hier eine Hummel mit ihrer Rüsselspitze nicht hineinwagt; oben dagegen (die letzten beiden Millimeter unter den Staubbeuteln) sind die Staubfáden glatt und stehen so weit auseinander, dass eine Hummel ihren Rüssel mit der Spitze bequem zwischen ihnen einführen kann; sobald sie mit demselben aber weiter vordringt, drückt sie die Staubfäden auseinander, trennt dadurch jedes Pollenbehältniss in die beiden symmetrisch gleichen Hälften, aus welchen es zusammengesetzt ist, und bewirkt auf diese Weise das Herausfallen des Blüthenstaubes. Dieser fällt, da ein seitliches Verstreuen durch den Haarbesatz der unteren Ränder der Staubbeutel verhindert ist, der Hummel ge- rade auf den Rüssel. Die Verwahrung dieser Bestreuungsmaschinen ist eine sicherer® 353. Rhinanthus crista galli. 295 als bei den vorigen Arten, indem die helmförmige, seitlich zusammengedrückte Ober- lippe denselben nicht nur von oben, sondern auch von den Seiten umschliesst und anfangs nur einen schmalen, unter den Staubbeuteln etwas erweiterten Spalt für die Rüssel der besuchenden Hummeln offen lässt. Der Honig wird nicht wie bei den vorigen Arten von dem Fruchtknoten selbst, sondern von seiner Unterlage abgeson- dert, die sich nach vorn und unten in einen länglichen , fleischigen, am Rande auf- wärts gebogenen Lappen (n, 4) verlängert. Wie bei Euphrasia off. so kommen auch bei Rhinanthus crista galli 2 verschie- dene Formen*) vor, von denen die eine unscheinbarere Blüthen hat und sich regelmässig selbst befruchtet, während dagegen die andere mit augenfälligeren Blüthen sich niemals selbst befruchtet. Dxrrrxo, welcher die Blütheneinrichtung von Rh. crista galli eingehend erörtert (Ult. oss. p. 130— 133), hat auch in diesem Falle nur die augenfälligere Form vor sich gehabt; denn er bezeichnet die ziemlich richtige Be- Schreibung, welche Vaucher (Hist. physiolog. des plantes d'Eur. 1841. t. III p. 539) von der stattfindenden Sichselbstbestäubung gibt, als bloss auf Einbildung be- ruhend. **) bU. Rhinanthus minor. Bei der kleinblumigen Form ist die Blumenkronenröhre, deren Grund den = Honig beherbergt, 7—8 mm lang, mithin, da unsere kurzrüssligste Hummel, Bombus terrestris L., noch 7—9 mm Rüssellänge besitzt, der Honig allen unsern Hummeln zugänglich. Der Blütheneingang ist eine 6—7 mm lange Spalte, die aber durch die mit ihrer Basis aufrecht angedrückte Unterlippe bis auf etwa 4mm verkürzt wird. Hinter diesem freibleibenden Theile des Blütheneinganges bilden dann die vorderen Staubfäden den oben beschriebenen, zweiten Verschluss, welcher die Hummelrüssel nur dicht unter den Staubbeuteln eindringen lässt. Die Narbe biegt sich aber in dem - Grade über die Staubbeutel hinab (Fig. 108, 6), dass ein eindringender Hummel- rüssel vor dem Auseinanderdrängen der Staubfäden mit derselben Stelle die Narbe Streifen muss, die kurz darauf mit Pollen bestreut wird. Hierdurch ist natürlich, wenn die Hummel von Blüthe zu Blüthe fliegt, Fremdbestäubung vollständig ge- sichert. Im Ganzen ist aber der Hummelbesuch nur spärlich ; denn die Blüthen sind zum grössten Theile in dem blasigen Kelche eingeschlossen und fallen daher nur wenig in die Augen. Bleibt Hummelbesuch aus, so findet unausbleiblich Sichselbst- bestäubung statt; denn im Verlaufe des Blühens öffnet sich der Blütheneingang er- heblich weiter, indem die Unterlippe sich etwas weiter nach unten biegt und die seitlichen Ränder der Oberlippe etwas weiter auseinander treten (Fig. 108, 7), und in gleichem Grade streckt sich der Griffel und biegt sich nach unten und innen (7. 8, Fig. 108), so dass die Narbe unter oder häufig selbst zwischen die beim Ver- welken von selbst auseinander gehenden Staubbeutel zu liegen kommt. Rhinanthus major. Bei der grossblumigen Form ist die Blumenkronenröhre nur etwa 2 mm länger als bei der kleinblumigen; aber dieser geringe Unterschied genügt, um den Honig unseren kurzrüssligsten Hummeln auf normalem Wege unzugänglich zu machen und sie zu gewaltsamem Einbruche zu veranlassen. In der That beobachtete schon ED AS ih 2 LINNÉ hat dieselben als Varietáten (a u. B) unterschieden; spätere Autoren haben hen zum Theil den Rang selbständiger Arten (Rh. minor und major) zuerkannt. ‘*) Ult. oss. p. 133: »Ora tutto ciò non è che un parto della imaginazione <. 296 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 253. Rhinanthus maj. 254. Melampyrum prat- . BPRENGEL (S. 314) in die Blumenröhre gebissene Löcher; dieselben werden abe? nicht, wie SPRENGEL vermuthet, »von einer grossen Hummel, für welche der natür liche Eingang zu eng ist«, hineingebissen (alle Hummeln stecken ja nicht den Kop^ sondern nur den Rüssel in diese Blüthen l), sondern von den kurzrüssligsten, nem lich, wie ich wiederholt direct beobachtete, von Bombus terrestris L. 2 und (Rüssellànge 7 —9 mm) und B. pratorum L. $ (Smm Rüssellänge).. - In stärkerem Grade als die Länge der Röhre differirt bei den beiden Varietäten die Grösse der aus dem blasigen Kelche hervorragenden Theile, nemlich der Unter lippe und Oberlippe. Letztere ist bei minor 7— 8, bei major 10—11 mm lang. Dae Blüthen von.major fallen daher mehr in die Augen, und ihre Augenfälligkeit wir durch die bleiche Farbe der Blüthendeckblütter, sowie durch die grössere Länge uP stets violette Farbe der hervorragenden Zipfel der Oberlippe, welche bei minor !? der Regel weiss gefärbt sind, noch erhöht. Da beide Arten an denselben Standorte? neben einander wachsen und gleichzeitig blühen, so bieten sie bequeme Gelegenheit; sich durch directe Beobachtung zu überzeugen, dass wirklich die grossblumige ForM weit reichlicher von Hummeln besucht wird, als die kleinblumige. Durch die grössere Augenfälligkeit und den durch dieselbe bedingten häufigeren Hummelbesuch ist für die grossblumige Form Fremdbestäubung in dem Grade gesichert, dass Sich- selbstbestäubung auch der Möglichkeit nach verloren gehen konnte und thatsüchlich verloren gegangen ist. Denn anstatt sich in den Blütheneingang und unter die Staub- beutel zu biegen; streckt sich der Griffel immer länger gerade aus der Blüthe hervor. Wir haben also in R. major und minor wieder 2 im Kampfe um das Dasei? begriffne Formen vor uns *), von denen die eine augenfälligere Blumen und daher háu^ figeren Insektenbesuch und häufigere Fremdbestäubung, die andere dagegen regel- mässige Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche voraus hat. Die durch häufigere Fremdbestäubung begünstigte Form scheint vor der anderen im Vor- theile zu sein; denn nicht nur in Westfalen, sondern, nach AscmERsow's Flora, auch in der Mark Brandenburg ist sie weit häufiger als die sichselbstbestäubende. Als Befruchter beider fand ich ausschliesslich Hummeln, nemlich : 1) Bombus (Apathus) Barbutellu K. Q (12). 2j B. Rajellus Inn. 9 (12—13). 3) B. hortorum L. Q 8 (19—21). 4) B. silvarum L. Q 8 (10—14). 5) B. senilis Sm. 9 8 (14—15). 6) B. Serimshiranus K. 8 (10). 7) B. hypnorum L. 8 (10—12), sämmtlich nu" normal sgd. S) B. terrestris L.Q8 (7-9). 9) B. pratorum L. 8 (8), beide an mino” normal sgd., an major den Honig durch Einbruch gewinnend. Einige dieser Hummelarten traf ich mit Rhinanthuspollen in 'den Sammel- kórbchen, namentlich B. terrestris 9$ und besonders zahlreich (im Hoppekethale 11. Juli 1869) B. hypnorum $ und pratorum 3. Die Honigbiene, welche SPrENGEL (S. 314) ausser den Hummeln als häufigen Besucher nennt, habe ich noch nicht be- obachtet. Sie könnte mit ihrem 6 mm langen Rüssel den Honig jedenfalls nur durch Einbruch gewinnen. Von Schmetterlingen sah ich eine Eule, Euclidia glyphica L., wiederholt an den Blüthen saugen. Da aber die Schmetterlingsrüssel so dünn sind, dass sie bequem, ohne die Staubfäden auseinander zu drängen, zum Honige gelangen können, so sind Schmetterlinge für diese Pflanzenart völlig nutzlos. 254. Melampyrum pratense L. : Der Bestreuungsmechanismus von Melampyrum ist wieder von allen vorherige? wesentlich verschieden; denn hier bilden alle 4 Staubgefässe, indem sie sich mit den * | Vgl. Malva rotundifolia und silvestris, Seite 171. 254. Melampyrum pratense. 297 Rändern aneinander legen, ein einziges Pollenbehältniss, und dieses wird durch Aus- einanderbiegen von Dornanhängen der einzelnen Staubbeutel geöffnet. Auch im Uebrigen bietet die Blütheneinrichtung von Melampyrum bemerkenswerthe " Eigen- thümlichkeiten dar. Fig. 109. 1. Blüthe, von der Seite gesehen (3 : 1). 2. Dieselbe, von oben gesehen. 3. Dieselbe, gerade von vorn gesehen ‚ Unschattirt gelassen.) 4. Das von den Staubbeuteln gebildete Pollenbehältniss, von hinten gesehen. 5. Dasselbe, nachdem es sich geöffnet hat, von vorn gesehen, 6. Die beiden Staubgefässe der rechten Blüthenhälfte, von der linken Seite gesehen. 7. Gegenseitige Lage des Pollenbehältnisses und der Narbe. d. a Seitliche Einfaltung des vorderen Theils der Blumenkrone, b Saftmal, c Narbe, d Haarbesatz des Pollenbe- hältnisses, e Spitzenbesatz der Staubfäden, f Dornanhänge der Staubbeutel. . (7:1). (Blütheneingang und Unterlippe sind grösserer Deutlichkeit wegen Der Honig wird von der Unterlage des Fruchtknotens abgesondert, die sich nach der Seite der Unterlippe hin zu einem weisslichen, rundlichen, fleischigen Kórper erweitert, an dessen jeder Seite eine Honig absondernde Rinne verläuft. Der in reichlicher Menge abgesonderte Honig füllt den Grund der 14—15 mm langen, wagerecht stehenden Blumenróhre auf 2—3 mm Länge und ist gegen eindringenden Regen durch einen vor ihm gelegenen Ring nach vorn zusammenneigender Haare ge- schützt. Um auf normalem Wege den Honig aussaugen zu können, ohne den Kopf "mit in die Blüthe zu stecken, müssten also Insekten wenigstens 14— 15mm Rüssel- länge besitzen, wodurch ein erheblicher "Theil unserer Hummeln von der Befruchtung ausgeschlossen sein würde. Die Blumenröhre ist aber in den vordersten 4—5 mm ‚80 stark erweitert, dass ein Hummelkopf bequem in ihr Platz findet; daher genügt schon eine Rüssellänge von 10—11 mm zum Gewinnen des Honigs, und von allen unseren Hummeln sind nur B. terrestris und kleine Arbeiter einiger anderen Arten unfähig, denselben auf normalem Wege auszusaugen. * 298 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 254. Melampyrum pratense. Schon in ihrem engeren Theile ist nemlich die Blumenróhre dreikantig, Y” einer unteren, wagerechten und von zwei seitlichen, unten stark einwärts gebogene? und dann fast senkrecht sich erhebenden, längs der oberen Kante den Griffel zwische? Sich nehmenden Wänden umschlossen. Alle drei Begrenzungsflächen erweiter® sich von der Basis der Blumenröhre auf eine Strecke von etwa S—10mm ziemlich gleichmässig, dann aber plötzlich weit stärker, indem die Seitenwände zu einer das Pollenbehältniss umschliessenden Kapuze sich erheben und die Grundfläche sich vo® 3 auf 5mm verbreitert. In diesem etwa 5mm langen, erweiterten Theile der Röhre ist nun der unterste Theil der Seitenwände, durch eine eingedrückte Falte (a, 2, 3j: die sich von innen her auseinander dehnen lässt, der unteren Fläche in der Weise angedrückt, dass ein kaum 3 mm breiter Blütheneingang übrig bleibt, welcher durch 2 dunkelgelb gefürbte Außsackungen der Unterlippe (das Saftmal, 5, 3) und durch eine Einschnürung dicht hinter dem freien Rande der kapuzenförmigen Oberlippe 7" 1—2 mm Höhe verengt wird; werden aber die beiden Falten der Seitenwände und | die Einschnürung der Oberlippe durch einen eindringenden Hummelkopf von inne? her auseinander getrieben, so findet der durchschnittlich etwa 5 mm breite und 93mm dicke Hummelkopf bequem in dem erweiterten Theil der Röhre Raum. So ist durch die eigenthümliche Gestaltung des Blumeneinganges gleichzeitig schwächeren, kurz- rüssligen Insekten der Zugang versperrt, Hummeln das Einführen des Kopfes ge stattet. Es sind jedoch noch einige weitere Eigenthümlichkeiten des Blüthenein- ganges hervorzuheben, welche gleichzeitig ein noch wirksameres Absperre® schwächerer , kurzrüssliger Insekten und ein Fremdbestäubung bewirkendes Ein- dringen der Hummelrüssel veranlassen. Die Staubfäden , welche im engen Theile der Blumenröhre mit derselben verwachsen und dünn sind, lösen sich nemlich im er^ weiterten Theile von derselben ab und erheben sich als breite, steife, auf der Innen“ seite mit starren Spitzen besetzte Stäbe schräg aufsteigend bis in den kapuzenfór-. migen Theil der Oberlippe, der die Staubbeutel umschliesst. Die beiden vorderen Staubfäden liegen mit ihrem aufsteigenden Theile beiderseits so dicht hinter dem Eingange der Blumenkrone, dass sie von demselben jederseits noch einen !/) mm breiten Streifen versperren. Sieht man daher gerade von vorn in den Blütheneingang hinein, so sieht man nur eine 2 mm breite und kaum ebenso hohe Oeffnung, welche rechts und links von dem stachligen Besatze der Innenseite der Staubfäden, oben da- gegen von den weichen Zotten der Oberlippe und von den vom untern Spalte der Antherentasche herabhangenden weichen Haaren (d, 3) umgrenzt ist. Obgleich nun die Hummel, nachdem einmal der Rüssel vorausgegangen ist, auch noch den ganzen Kopf in den Blütheneingang steckt, so vermeidet sie doch beim Einführen der mit zarten Tastspitzen versehenen Rüsselspitze jeden rauhen Anstoss; im Blüthenein- gange von Melampyrum pratense führt sie daher die Rüsselspitze weder rechts noch links, wo sie mit den Stacheln zusammenstossen würde, sondern oben, an den weichen Zotten der Oberlippe und dem Haarbesatze des Pollenbehältnisses dicht vor- bei streifend, in die Blumenröhre ein. Diess ist aber gerade die zur Bewirkung der Fremdbestáubung erforderliche Bewegung. f Denn der Griffel, welcher in der ganzen Blumenröhre längs der oberen Kante verläuft, biegt sich derselben folgend über die Antherentasche hinab, so dass sein narbentragendes Ende im obersten Theile des Blumeneinganges zwischen den weichen Zotten der Oberlippe herabhängt und von dem hier eingeführten Hummelrüssel un- vermeidlich gestreift wird. Die 4 Paar Staubbeutel aber, selbst steifwandig und in starrer Verbindung mit den steifen Staubfüden, sind mit ihren hintern und oberen Rändern dicht aneinander gefügt, während die mit Haaren eingefassten unteren und 354. Melampyrum pratense. 255. Pedicularis silvatica. vorderen Ränder bei geringem seitlichen Stosse auseinander klaffen. Jeder Staub- beutel setzt sich ausserdem nach unten in eine starre Spitze fort, so dass 4 Paar starrer Spitzen divergirend nach unten ragen, von denen die hintersten, welche bei gleicher Länge am leichtesten verfehlt werden könnten, zur grössten Länge ent- wickelt sind. Dieselben Rüsseltheile also, welche, in der oben beschriebenen Weise in den Blütheneingang eingeführt, die Narbe streiften, stossen unmittelbar darauf die divergirend nach unten ragenden Dornfortsätze der Staubbeutel und bewirken so das Auseinanderklaffen der unteren und vorderen Ränder der Antherentasche und ein Bestreuen des Hummelrüssels mit feinpulverigem Blüthenstaub. So oft in dieser Weise eine neue Blüthe besucht wird, wird natürlich Fremdbestäubung bewirkt und neuer Blüthenstaub mitgenommen. 2 Trotz ihrer mannichfachen schönen Anpassungen werden die Blüthen, nament- lich an schattigen Standorten, meist nur spärlich von Hummeln besucht, aber regel- mässig eintretende Sichselbstbestäubung leistet ihnen für ausbleibenden Hummel- besuch Ersatz ; denn wie bei Rhinanthus minor krümmt sich die Griffelspitze immer weiter abwärts und zuletzt einwärts, so dass die Narbe unter die im Alter sich von selbst öffnende Spalte des Pollenbehältnisses (5, Fig. 109) zu liegen kommt und mit Pollen derselben Blüthe bestreut wird. In Blüthen, die sich bereits röthlich gefärbt haben, findet man die Narbe immer in dieser Lage. : In der nachfolgenden Liste der von mir beobachteten Besucher sind die Be- fruchter mit | bezeichnet. Die hinter den Namen eingeklammerten Zahlen bezeichnen . die Rüssellängen in Millimetern. Besucher: Hymenoptera Apidae: 1) Bombus agrorum F. 8 9! (10—15), normal sgd. Die Blüthe, an welche sie sich hängt, biegt sich unter ihrem Gewichte abwärts. Sie verfährt genau so, wie oben beschrieben, d. h. sie führt erst die Rüsselspitze vor- sichtig im oberen Theile des Blütheneinganges ein, dann steckt sie den ganzen Rüssel und den Kopf selbst in die Blumenröhre. Sie fliegt fast stets nach dem Besuche einer einzigen Blüthe, der nur wenige Secunden dauert, zu einem anderen Stocke über und bewirkt daher vorwiegend Kreuzung getrennter Stöcke. 2) B. hortorum L. 8! (18—20), normal sgd., gerade so wie vorige (Siebengebirge 8. Juli 1870). 3) B. terrestris L. € (I—9), beisst dicht über dem Kelche die Blumenróhre an, so dass der eine Oberkiefer rechts, der andere links von der oberen scharfen Kante derselben ein Loch in dieselbe drückt; durch eines der beiden Lócher steckt dann die Hummel ihren Rüssel in den Blüthengrund.*) 4) B. pratorum L. 83 (8—9), verfährt gerade so (Siebengebirge, 8. Juli 1371). 5) Apis mellifica L. 8 (6), desgleichen, sehr häufig. 6) Megachile circumcincta K. Q! (11), normal sgd. (ein einziges mal beobachtet). B. Diptera Sfratiomydae: T) Oxy- cera pulchella Mex., sah ich bei Warstein an den Blüthen beschäftigt; sie konnte aber Wahrscheinlich keinen Pollen und sicher keinen Honig erlangen. 255. Pedicularis silvatica L. Wie bei Rhinanthus und Melampyrum , so legen sich auch bei Pedicularis sil- - Staubbeutel mit den Rändern dicht aneinander: alle vatica je 2 gegenüberliegende Fig. 110, 3) bilden so ein vierfächriges Pollenbehält- vier Staubgefässe zusammen ( niss, das von der kapuzenförmigen Oberlippe umschlossen wird. Der Mechanismus, durch welchen aus diesem Pollenbehältniss Pollen auf das besuchende Insekt ge- Streut wird, ist jedoch complicirter und an Anpassungen an die besuchenden In- Sekten reicher, daher ohne directe Beobachtung des Insektenbesuches schwerer in seinen Einzelheiten zu verstehen als bei den übrigen hier betrachteten Arten. Es ist a VEO SE *| W. OGLE, der in Pop. Science Review (Jan. 1870, p. 47) einige kurze Andeu- tungen über die Blütheneinrichtung von Melampyrum gibt, fand von 100 Blüthen 96 ge- Waltsam erbrochen. P 300 III. Von Insekten befruchteté Blumen: 255. Pedicularis silvatica. daher sehr natürlich, dass sowohl SPRENGEL (S. 316. 317) als HILDEBRAND (Bot. a 1866. S. 73), denen beiden es nicht gelang, Insekten an den Blüthen in Thätigk@ zu beobachten, die interessantesten Anpassungen übersehen haben. W. OGLE, der. = Fig. 110. 1. Blumenkrone, von vorn gesehen. 2. Ganze Blüthe, von hinten gesehen. [S 9. Oberster Theil der Blumenkrone, nach Wegschneidung der linken Hälfte und Auseinanderschiebung 4°” Staubbeutel, von der linken Seite gesehen. 4. Querdurchschnitt der Blumenkrone bei c, 1. 2. Die 3 ersten Figuren sind bei 3!|», die letzte bei 7 maliger Vergrösserung gezeichnet. j a Einfügungsstelle der vorderen Staubfáden, b Einfügungsstelle der Unterlippe, c die Stelle des Blütheneln- ganges, bis zu weleher die Unterlippe aufrecht angedrückt ist, d umgerollter, mit Stacheln besetzter Rand des Blü- theneingangs (Rolle), e weiteste Stelle des Blütheneinganges, in welche die Hummel ihren Rüssel und Kopf einführt f die Kapuze, welche die Staubbeutel umschliesst, g herabhängende Zipfel der Kapuze, A harte Leiste der Seiten waB der Blumenkrone, welche sich bei e mit der Rolle vereinigt, A kürzere, l längere Staubgefässe. die Blüthen im Freien überwacht und von Hummeln besucht gesehen hat, gibt (Pop. Science Review Jan. 1870. p. 45—47) eine durchaus richtige Beschreibung der unausbleiblich Fremdbestäubung bewirkenden Befruchtung; aber auch ihm sind zahlreiche Anpassungen entgangen, und einige hat er unrichtig gedeutet. Es ist da- her gewiss der Mühe werth, die ganze Blütheneinrichtung noch einmal eingehend zu erórtern. : Die Blume birgt den von der grünen, fleischigen Unterlage des Fruchtknotens abgesonderten Honig im untersten Theile einer 10—14 mm langen; seitlich zusam- mengedrückten Röhre, die so eng ist, dass eine Hummel nur mit dem vordersten, verschmälerten Theile ihres Kopfes in dieselbe einzudringen vermag. In der Höhe von 10—14 mm spaltet sich dann die Blumenröhre in einen ihre Richtung und Ge- stalt fortsetzenden, jedoch etwas weiteren und vorne offnen Theil, die Oberlippe: 355. Pedicularis silvatica. 301 . deren kapuzenförmiges Ende die Staubbeutel umschliesst und die Griffelspitze mit der Narbe schräg nach unten gerichtet aus sich hervortreten lässt, und in eine Unterlippe, welche mit ihrer 3—5 mm langen Basis der Oberlippe in der Weise aufrecht ange- drückt ist, dass sie die untersten 3—5 mm der Blumenöffnung verschliesst, während ihre als Anfliege- und Halteplatz dienende dreilappige Fläche in auffallend unsym- metrischer Weise schräg von rechts nach links abfällt, so dass der rechte Lappen 2 bis 8mm höher zu stehen kommt als der linke (1, Fig. 110). Der ganze Blumen- eingang stellt, wenn man die Unterlippe bis zu ihrer Anheftungsstelle (b, 1.2) herab- zieht, einen 8—10 mm langen Spalt dar, der im grössten Theile seiner Länge nur 1—2 mm breit ist, etwa 3mm unter seinem oberen Ende sich plötzlich auf 4mm Breite erweitert le, e, 1) , dann aber noch plótzlicher sich wieder zusammenzieht , so dass etwas über 1mm unter seinem oberen Ende zwel spitze Zipfel der Kapuze (g,.1. 2) sich fast berühren und den Spalt in eine sehr kleine obere und eine lange untere Abtheilung theilen. Aus der kleinen, oberen Oeffnung ragt der Griffel, welcher, von dem zweifächrigen Ovarium entspringend , der hinteren Wand der Blüthenkrone dicht anliegend verläuft, mit seiner eine knopfförmige Narbe tragenden Spitze schräg _ abwärts gerichtet, hervor; die lange untere Oeffnung dient dem Kopfe der besuchen- den Bienen zum Eingange. Soweit jedoch diese lange Oeffnung nur 1 —2 mm breit ist, also von der Einfügungsstelle der Unterlippe bis zur erweiterten Stelle auf- wärts, sind ihre Ränder sehr stark! nach auswärts zusammen gerollt, und der- Jenige Theil der Innenfläche der Blumenwand, welcher durch das Zusammenrollen des Randes zur Grenze des engen Spaltes wird, ist mit spitzen Hervorragungen dicht besetzt BET, während die erweiterte Stelle selbst (e, 1) von glatten Rändern umschlossen ist. Ausserdem befindet sich an jeder Seite der Oberlippe eine röthlich ‚gefärbte Leiste (4, 2), welche gerade an der erweiterten Stelle, am oberen Ende des zusammen gerollten Randes (bei e) beginnt, einen spitzen Winkel mit derselben bil- dend nach unten und hinten verläuft und etwa in der Hóhe der Basis der Unter- lippe verschwindet. Was bewirken nun alle diese Eigenthümlichkeiten? Was hat die aufwürts ange- drückte Basis der Unterlippe, die Schrägstellung ihrer dreilappigen Fläche, die Zusammenrollung des Randes der Eingangsöffnung , ihr stachliger Besatz, ihre plötzliche Erweiterung mit glattem Rande, was haben die röthlich gefärbten Leisten an den Seiten der Oberlippe mit der Befruchtung durch Hummeln zu thun? Sind es zufällige Unregelmässigkeiten , von denen man absehen muss, wie es in der Abbil- ‘dung der botanischen Zeitung (1866, Taf. IV) und der Pop. Sc. Rev. (Jan. 1870) geschehen ist? Wenn man die besuchenden Insekten aufmerksam beobachtet, wird man anderer Ansicht. Mit lang vorgestrecktem Rüssel kommt eine Hummel sum- mend angeflogen, lenkt, durch den spitzzackigen Besatz des schmalen Spaltes vor diesem gewarnt, schon im Anfliegen die mit zarten Tastern versehene Rüsselspitze in die weiteste Stelle der Blumenöffnung (e, 1), fasst dann, mit der Oberseite des Kopfes die kaum 2 mm über der weitesten Stelle frei hervorragende Narbe streifend, und durch die schräg abfallende Anflugfläche zu eben so schräger Kopfstellung ver- anlasst, mit den Vorderfüssen den Basaltheil der Unterlippe, mit den Mittelfüssen den hinteren Theil der Blumenröhre in etwa gleicher Höhe mit der Unterlippe, wäh-. rend die Hinterfüsse sich auf tiefer stehende Blätter oder Blüthen stützen, und steckt nun auch ihren 21/5 bis 3mm dicken, 5 mín breiten Kopf an der auf 4mm erwei- terten Stelle des Einganges und gerade in derjenigen Schrägstellung, in der es über- haupt möglich ist, ibh in die Erweiterung zu bringen, in dieselbe hinein, um mit der Rüsselspitze den Honig zu erreichen. Und nun leisten der durch die Zusammen- 302 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 255. Pedicularis silvatica. rollung zu einem festeren Stabe gewordene Rand (d, 1. 2) und die an seinem obere? Ende unter einem spitzen Winkel mit ihm vereinigte Leiste der Oberlippe (h, 2 ihren sehr wesentlichen Dienst. - Denn Rolle und Kiste der beiden Seiten UM“ rahmen zwei spitzwinklige, nach oben divergirende Flächen, die durch den Hummel- kopf nicht krumm gebogen, sondern nur weiter auseinander gerückt werden könne” Indem aber so die Vereinigungspunkte von Rolle und Leiste zu beiden Seiten der. weitesten Stelle des Einganges (e, 1) mehr und mehr auseinander rücken , wird der Winkel, welchen die über diesen Punkten liegenden Ränder des Einganges ein- schliessen (e, g, e, 1), in noch weit stärkerem Verhältnisse vergrössert, da ja seine Schenkel mehrmals kürzer sind und zu gleicher Weite auseinander gesperrt werden: Die diesen Rändern angehórenden, bisher sich fast berührenden , Spitzen Fortsätz® der Kapuze (y, 1. 2), welche die beiden Hälften des Pollenbehältnisses unten 2U° sammenhielten , werden also auseinander gesperrt; die Staubbeutel selbst, welche M Folge der eigenthümlichen Krümmung ihrer Staubfäden (A, Z, 3) eine nach ausse” gerichtete Spannung besitzen*), werden unten von dem sie zusammenhaltende? Drucke befreit, während sie oben eingeklemmt bleiben; sie klaffen also unten aus” einander und lassen einen Theil des pulvrigen Blüthenstaubes senkrecht hinabfalle® gerade auf dieselbe Stelle der Oberseite des Hummelkopfes, welche kaum eine Se cunde vorher die Narbe gestreift und mit dem aus der zuletzt besuchten Blüthe mit- gebrachten Blüthenstaube belegt hat. Ein seitliches Verstreuen des herunter fallen“ den Blüthenstaubes wird durch die von den längeren Staubfäden (2, 3) in senkrechte! Ebene abstehenden Haare **) verhindert, welche die Zwischenräume je zweier übe! einander liegender Staubgefässe von aussen decken und nach unten etwas über die auseinander klaffenden Ränder hervorragen. | : Bombus hortorum L. 9 mit 20—21mm langem Rüssel braucht ihren in di? weiteste Stelle.des Blütheneinganges gesteckten Kopf nur ganz wenig, soweit als e® die Standfläche von selbst mit sich bringt, abwärts zu drücken, um den im Blüthen- grunde angesammelten Honig auszusaugen; je kurzrüssliger aber eine Hummel ist, um so tiefer muss sie mit dem Kopfe in der Oberlippe hinabrücken; reicht der übel der Anflugfläche vorhandene Raum dazu nicht aus, so lässt sich diese selbst noch 3—5 mm (bisd, 2) abwärts drücken, so dass selbst Hummeln mit nur 10mm lange? Rüssel nach völligem Hinabdrücken der Unterlippe noch im Stande sind, mit de! Spitze des Rüssels den Blüthengrund zu erreichen. Nachdem sich die Hummel ent- fernt hat, kehrt die Unterlippe in ihre frühere Lage zurück und die ganze Eingangs” öffnung nimmt die frühere Form wieder an. Die Blume ist auf diese Weise allen einheimischen Bombus und Anthophora- arten, ausgenommen B. terrestris L. und kleine Arbeiter einiger andern Arten, vortrefflich angepasst; sie schliesst dagegen durċh ihre erhebliche Röhrenlänge de? Besuch aller kleineren Bienen aus, welche, wenn die Röhre kürzer wäre, den Honig wegnehmen könnten, ohne die Narbe zu berühren; ebenso schliesst sie durch die Verwahrung der Staubgefässe in der Kapuze der Oberlippe die Pollenverwüstung def *) Dass die Aussenwand der Staubbeutel der Innenwand der Blumenkrone anhaftet: wie W. OGLE (Pop. Sc. Rev. Jan. 1870. p. 46) angibt, habe ich nicht bemerkt; jeden“ falls kann es nur in sehr schwachem Grade der Fall sein. **) Nach W. OGLE sollen durch den Druck dieser Haare gegen die Wand der a Blumenkrone die unteren Ántheren zusammen gehalten werden (Pop. Sc. Rev. Jan. 1810, p. 46). Um diese Wirkung ausüben zu können, müssten sie schräg nach aussen gerichtet sein. Das sind sie aber nicht, sondern sie liegen parallel der Halbirungsebene der Blüth®- - ^ 9 à cd 3 U A 255. Pedicularis silvatica. Rückblick auf die betrachteten Bestreuungseinrichtungen. 303 : Fliegen und anderer Insekten *) aus; dagegen muss sie sich den gewaltsamen Ein- bruch der kurzrüssligsten Hummeln gefallen lassen.**) Dieser Einbruch ist ihr aber von geringem oder gar keinem Nachtheile, da die normal saugenden Hummeln auch die durch Einbruch ihres Honigs beraubten Blüthen noch besuchen. . Die hinlänglich augenfälligen und sehr honigreichen Blüthen von Ped. silvatica Werden so reichlich von Bienen besucht und durch Fremdbestäubung befruchtet, dass die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung verloren gehen konnte und auch thatsäch- lich verloren gegangen ist. . Besucher: Hymenoptera Apidae: 1) Anthophora retusa L. 5 (16-5 1350008 2) Bombus hortorum L. 9 (20—21). 3) B. agrorum F. (12—15). 4) B. lapidarius L.9 (12—14). 5) B. silvarum L. 9 (12-14). 6) B. Scrimshiranus L. Q (10), sámmtlich nor- mal sgd., sehr häufig. B. Scrimshiranus L. 8 (9), die Blumenkronenróhre dicht über dem Kelche anbeissend und den Honig durch Einbruch gewinnend! 7) B. terrestris L. € (1—9), nur durch Einbruch saugend, sehr häufig. Einmal sah ich sie auch an der die Staubgefässe umschliessenden Kapuze der Oberlippe kauen. Pedicularis rostrata L., verticillata L., tuberosa L. sah Rıcca von | Hummeln besucht (Atti della Soc. Tt. di Sc. Nat. Vol. XII. fasc. III p. 260. 261.) Die 6 auf Nowaja Zembla wachsenden Pedicularisarten werden, nach DzrnPINO'S Vermuthung, sämmtlich von Bombus terrestris befruchtet, ebenso die unter dem 79. Breitengrade an der Westküste Grónlands wachsende Pedicularis Kanei (Drır., Al- cuni appunti p. 18. 19. Bot. Z. 1869. S. 810). Wenn diese Vermuthung richtig ist, so müssen alle diese Arten eine kürzere Blumenróhre haben als P. silvatica! Rückblick auf die betrachteten Bestreuungseinrichtungen. ; Die sechs von uns betrachteten Scrophulariaceen , welche die besuchenden In- sekten mit pulrigem Blüthenstaube bestreuen, Euphrasia lutea, E. Odontites, E. of- ficinalis , Melampyrum, Rhinanthus und Pedicularis, zeigen bemerkenswerthe Ab- Stufungen in Bezug auf die Verwahrung der Antheren, die Beherbergung des Blüthenstaubes, den Bestreuungsmechanismus und die Leitung des eindringenden Bienenrüssels. : a) Verwahrung der Antheren. Bei Euphr. lutea stehen die Antheren frei aus der Blüthe. hervor, wie bei Veronica; bei E. Odontites werden sie hinten nur wenig von der Oberlippe umfasst, bei E. officinalis ganz von der gewölbten Oberlippe überdeckt; bei den drei übrigen endlich sind sie ganz in die kapuzen- förmige Oberlippe eingeschlossen. *| DELPINO bestreitet die von mir schon früher (Verhandl. d. nat. V. für Rheinl. und Westf. 1869) ausgesprochene Ansicht, dass die Umschliessung der Antheren hier auch als Schutz gegen Pollenverwüstung der Insekten den Pflanzen nützlich sei, indem er da- gegen anführt, dass die Hummeln und Bienen. auch den der Oberseite ihres Haarkleides anhaftenden Pollen abfegen (DELP., applic. p. 9. 10). Diese Thatsache war mir längst bekannt ; sie beeinträchtigt aber nicht die Richtigkeit meiner Behauptung. Denn wenn auch wirklich Bienen Pedicularisblüthen zum Zwecke der Pollengewinnung besuchen Sollten, was ich nie gesehen habe, so würde doch schon die vóllige Abschliessung Pollen fressender Fliegen und Antheren fressender Käfer der Pflanze von unbestreitbarem Nutzen sein. ; : **) W. OGLE behauptet (Pop. Science Review April 1870. p. 168) ganz mit Unrecht, dass Pedicularis silvatica durch ihren weiten Kelch gegen gewaltsamen Honigraub durch Zu kurzrüsslige Bienen geschützt sei. , ; . ^" Die hinter den Namen eingeklammerten Zahlen bezeichnen die Rüssellángen in Millimetern. * 304 III. Von Insekten befruchtete Blumen: Rückblick u. s. w. b) Beherbergung des Pollens. Bei den drei Euphrasiaarten bildet jede Staubbeutel für sich ein Pollenbehältniss, welches sich an der Spitze öffnet; ber lutea stehen alle Staubgefässe getrennt, bei E. Odontites sind alle durch verfil/te Haare hinten mit einander verbunden , bei E. off. mit den Rändern fest aneinande! gefügt; bei Melampyrum, Rhinanthus und Pedicularis schliessen die einander gege” über liegenden Staubgefässe in der Weise mit den Rändern dicht aneinander, da sie ein einziges, mehr oder weniger Afüchriges Pollenbehältniss bilden. 1 c) Bestreuungsmechanismus. Bei E. lutea und Odontites müssen die Staubgefüsse direct angestossen werden, um Pollen auszustreuen, und zwar bei lute? jedes für sich, bei Odontites eines für alle; bei E. off. tragen die unteren, bei Me- lampyrum alle Staubbeutel spitze, nach unten gerichtete Anhänge, welche angestosse? das Ausstreuen des Pollens bewirken; bei Rhinanthus óffnen die auseinander g9^ drängten Staubfüden das Pollenbehältniss und bewirken so das Herausfallen de® Pollens; bei Pedicularis endlich werden durch ein complicirtes Hebelwerk die Rände! der das Pollenbehältniss umschliessenden Kapuze auseinander gebogen und dadurch das Pollenbehältniss geöffnet; bei allen mit Ausnahme von E. lutea verhindern ab“ wärts gerichtete Haare (der Staubbeutelränder oder der Staubfüden) das seitlich® Verstreuen des Pollens und sichern sein senkrechtes Herabfallen. dj Leitung deseindringenden Bienenrüssels. Bei E. lutea und off. ist dem eindringenden Bienenrüssel der Weg nur durch den Eingang der im Grunde honighaltigen Blumenróhre vorgezeichnet; bei E. lutea stösst er auf diesem Weg? unvermeidlich an das eine oder andere Staubgefáss, bei off. an den einen oder aD“ deren Dornfortsatz; bei den 4 übrigen Arten nóthigt ein stachliger Besatz der Staub“ fäden oder der Ränder der Oberlippe die Biene, die Spitze ihres Rüssels gerade à? derjenigen Stelle in die Blüthe einzuführen, wo er zuerst die Narbe berühren, dan” die Pollenbehältnisse anstossen oder das Pollenbehältniss öffnen und sich mit Polle® bestreuen muss. In allen 4 Beziehungen steht mithin E. lutea am tiefsten , Ped silvatica am hóchsten. Fremdbestäubung ist bei eintretendem Insektenbesuche bei allen 6 Arten da” durch gesichert, dass in allen oder einem Theile der Blüthen zuerst die Narbe v0? demselben Theile des eindringenden Insekts berührt wird, welcher unmittelbar da” nach mit Pollen bestreut wird ; bei dreien der 6 Arten treten zweierlei Blüthenforme? auf, nemlich solche, die nur spärlich von Insekten besucht werden und sich bei aus” bleibendem Insektenbesuche regelmässig selbst bestäuben, und andere, welche reich- . lich von Insekten besucht werden und bei denen Sichselbstbestäubung überhaupt nie stattfindet; bei Euphr. off. und Rhinanthus crista galli ist.es die kleinblumige, be E. Odontites die im Schatten wachsende Form, welcher so spärlich Fremdbestäubung durch Insektenbesuch zu Theil wird, dass als Ersatz für dieselbe regelmässig Sich“ selbstbestäubung eintritt; auch bei Melampyrum und Euphr. lutea tritt bei ausblel“ bendem Insektenbesuche Sichselbstbestäubung ein, aber bei allen Blüthen in gleiche? Weise; nur bei Pedicularis silvatica ist durch die Augenfälligkeit der Blumen und die Vollkommenheit des Bestreuungsmechanismus Fremdbestäubung bei allen Blume? in dem.Grade gesichert, dass Sichselbstbestäubung niemals stattfindet. Rückblick auf die betrachteten Scrophulariaceen. Sämmtliche von uns betrachtete Scrophulariaceen lassen sich nach ihren Be stäubungsvorrichtungen und der Art ihrer Befruchter in 4 Gruppen ordnen: "1 Rückblick auf die Scrophulariaceen. Acanthaceaé. ——— 305 "aia e Verbascum und Veronica haben kurzröhrige , offne Blüthen mit frei hervor- A en Geschlechtstheilen , welche die besuchenden Insekten meist an beliebigen. Beh en, Jedoch mit der Narbe in der Regel früher als mit den Staubgefüssen, be- ren. Nur bei einigen, Veronicaarten, am vollkommensten bei Chamaedrys, haben Sich die Staubfäden, durch Auseinanderbiegung und Verdünnung ihrer Basis zu einem Ax Zerlichen Bestäubungsmechanismus umgebildet. Befruchter Fliegen und Bienen. Ebo 2) Scrophularia hat kurzglockige, bräunliche, weit geöffnete Blüthen mit reich- cone Jo sichtbarem Honig, welche Narbe und Staubgefässe nacheinander ent- E n und von unten der Berührung der besuchenden Insekten darbieten. Be- . iruchter hauptsächlich Wespen. TUA = Digitalis, Antirrhinum und Linaria haben lange und weite, bei D. offne, . und L. geschlossne Blumenröhren , welche die besuchenden Insekten ganz oder zum grossen Theile in sich aufnehmen und ihre Oberseite mit Staubgefässen . un x A : d Narben berühren. Befruchter grössere Bienen. ad 4) Euphrasia , Rhinanthus, Melampyrum und Pedicularis haben enge Blumen- Ohren, die sich in eine die Antheren schützende Oberlippe und eine als Halteplatz . der anfliegenden Insekten dienende Unterlippe theilen, und bestreuen die besuchen- aen Insekten mit glattem, pulvrigem Blüthenstaube. röhrigsten Formen Bienen und Fliegen, bei den langröhrigen fast ausschliesslich Hummeln. Fremdbestäubung ist bei eintretendem Insektenbesuche bei fast allen von uns betrachteten Scrophulariaceen dadurch gesichert, die Narbe früher von den besuchenden Insekten berührt wird, als die Staubgefässe oder der Bestreuungsapparat, in einigen Fällen ausserdem durch Dichogamie. Bei ausbleibendem Insektenbesuche erfolgt bei den meisten Sichselbstbestäubung ; nur bei einigen ist Insektenbesuch und dadurch regelmässige Fremdbestäubung in dem Grade gesichert, dass Sichselbstbestäubung nie zur Anwendung kommt und auch der Möglichkeit nach verloren gegangen ist. Acanthaceae. Thunbergiaalata. Das in den honigführenden Grund eindringende Insekt streift in der. Blumenröhre mit seinem Rücken die mit nach unten gerichteten Dornanhängen Pollen bestreuen, welcher dann in einer zweit gestreift wird (Hrrp., Bot. Z. 1867. S. 285). Cryphiacanthus barb adensis NEES (Ruellia clandestina L.) schon von DrrrzgxrUs als kleistogamisch erkannt (H. v. Mont, Bot. Z. 1863. S. 310). Ta Acanthus mollis und spinosus. Die 4 einfächrig gewordenen Staubge- fässe liegen so zusammen, dass sie den losen Blüthenstaub, an den nach unten ge- ‚Nehteten Spalten durch Haare gedeckt, zwischen sich halten. Die unteren Staub- fäden verlaufen unter und vor den Staubbeuteln und biegen sich erst kurz vor der Anheftestelle derselben plótzlich nach denselben hin um. Besuchende Hummeln (Bombus italicus und terrestris) müssen daher zwischen den unteren Staubfüden vor- dringen, mit denselben auch die Staubbeutel auseinander zwüngen und sich so von oben mit Pollen bestreuen. Nach mehrtägiger männlicher Blüthenperiode biegt sich der bis dahin gerade Griffel mit seinem Ende nach unten und vorn, so dass seine Narbenlappen nun von den besuchenden Hummeln gestreift werden (DELP. , sugli pen Ult. oss. p. 135—140. Hn. , Bot. Z. 1870. 8. 652—654. Taf, X. ig. 15—19). His : E Müller , Blumen und Insekten. versehenen Staubgefüsse, die es mit en Blüthe an der Tute der Narbe ab- ` 20 Befruchter bei den kurz-. ; dass in allen oder vielen Blüthen zuerst die tutenfórmige Narbe, dann. en EE III. Von Insekten befruchtete TORREN p Acanthaceae ete Aphelandra cristata. Die beiden die Oberlippe bildenden Blumenkronen- lappen sind um die Antheren zusammengerollt; die beiden seitlichen Lappen näher" sich so, dass sie eine die Blumenröhre verschliessende Flügelthür bilden. wir diese von eindringenden Besuchern (vermuthlich Kolibris) geöffnet, so thun sieh da- durch auch die beiden oberen Lappen auseinander, und die blossgelegten Anthere! streuen Pollen auf den Besucher (Derr., Ult. oss. p. 231. 232). Rhinacanthus communis N&EEs. Ausgeprägt proterandrisch. Im ersten- Stadium sind die beiden Antheren von oben in den Eingang der Blumenróhre hinab- gebogen, die noch unentwickelte Narbe ist aufwärts gebogen; im zweiten Stadium sind die Antheren nach beiden Seiten auseinander gebogen, die entwickelte Narbe dagegen hat sich dem in den Blüthengrund dringenden Rüssel der Besucher (ver muthlich Schmetterlinge) gerade in den Weg gestellt (Derr., altri appar. p. 55- 56). . V Bignoniaceae. Bi gnonia. Die Blüthen sind proterandrisch mit entgegengesetzter Bewegung der Staubgefässe und des Griffels (DEnP. Ult. oss. p. 149). Die Narbenlappe?: von den besuchenden Insekten zuerst berührt und mit dem aus früher besuchte? Blüthen mitgebrachtem Pollen behaftet, schliessen sich, ehe eigner Blüthenstaub auf sie gebracht werden kann. Ebenso bei Martynia (Sesamaceae) (DErrrwo, sugli app: 8. 32. 33. Hirp., Bot. Z. 1867. 8. 284). Mein Bruder FRrrz MÖLLER bestüubte in Südbrasilien von einer Bignoniaart (Cipo alho der Brasilianer) : 1) an 2 Stócken 29 Blüthen mit Pollen desselben Stockes; alle fielen nach kurzer Zeit ab; 2) an denselben beiden Stöcken 30 Blüthen mit Pollen anderer, in der Nähe wachsender Stöcke; nur 2 Blüthen entwickelten sich, aber die meisten Blüthen hafteten länger am Stocke als im vorigen Falle, und viele zeigten ein be- ginnendes Schwellen des Fruchtknotens. 3) 5 Blüthen eines Stockes mit Pollen eines entfernt wachsenden Stockes; alle fünf waren fruchtbar (Bot. Z. 1868. S. 625—629). Gesneraceae, Die Blüthen sind ausgeprügt proterandrisch. (Derr. , sugli app. p. 33. Ult. oss. p. 153. 154.) In Bezug auf Gesneria vgl. auch W. Ocrx (Pop. Science Review- Jan. 1870. p. 51. 52). Verbenaceae. Aegiphila erwähnt DARWIN in seinem Aufsatze, über die Dimorphie von Pri- mula (Proc. of the Linn. Soc. VI. Bot. p. 77—99) als dimorph. Labiatae*). 256. Teucrium Scorodonia L. Ausgeprügt proterandrisch **). Wann die Blüthe sich öffnet, ragen die Staubgefüsse gerade aus derselben heraus, indem sie der oberen Wand der Blumenróhre anliegen und die Richtung der- selben auch ausserhalb fortsetzen oder sich schwach nach vorn biegen. Die beiden Griffeläste divergiren bereits, stehen aber noch hinter den Staubgefüssen, so dass sie von dem Kopfs besuchender Bienen nicht berührt werden; dagegen geben die mit *) Bei allen Labiaten bezeichnen die hinter den Namen der Besucher eingeklam- merten Zahlen die Rüssellàngen der Besucher in Millimetern. **) Die bei Teucrium so ausgeprägte Proterandrie und Bewegung der Geschlechts” theile ist bereits von DELPINO beschrieben (Ult. oss. p. 148. HILD., Bot. Z. 1870. S. 65. Taf. X. Fig. 22. 23; ebenso von OGLE (Pop. Science Review. Jan. 1870. p. 48.). 1 256. Teucrium Scorodonia. 257. Ajuga reptans. i 307 zu Längsspalt nach unten aufspringenden Antheren den hervorquellenden Pollen u an die Kopfhaare besuchender Bienen ab: Allmählich biegen sich nun die Staubfäden mehr und mehr nach hinten (2, 3, Fig. 111) aus dem Bereiche der 1. Blüthe im ersten (männlichen) Zustande (31|o : 1). 2. Dieselbe im Anfang des zweiten (weiblichen) Zustandes. 3, Dieselbe zu Ende des zweiten Zustandes. Bienenthätigkeit heraus, während der Griffel seine beiden mit Narben- versehenen Aeste immer mehr auseinander spreizt und, sich schwach vorwürts biegend, an die- selbe Stelle tritt, wo vorher die Staubgefässe standen, so dass nun die Narben von besuchenden Bienen berührt und mit Pollen jüngerer Blüthen behaftet werden. Bei . eintretendem Bienenbesuche ist also Fremdbestäubung gesichert; bei ausbleibendem tritt in der Regel Sichselbstbestäubung nicht ein, da die Staubgefässe sich meist nach hinten biegen, ohne die Griffeläste zu berühren ; in manchen Blüthen streifen jedoch die noch mit Pollen behafteten Staubbeutel an den Narben vorbei und bestäuben die- - selben mit Pollen derselben Blüthe. ; Der Honig wird von der Unterlage des Fruchtknotens abgesondert, wie bei allen mir bekannten Labiaten (vgl. Fig. 112, 3.), und zwar in so reicher Menge, dass er den untersten Theil der 9—10 mm langen Blumenröhre oft 4mm hoch anfüllt. Trotz der wenig augenfälligen Farbe der Blumenkronen , die sich nur dadurch yon weitem bemerkbar machen, dass sie in grosser Zahl dicht übereinander stehen, werden daher. die Blüthen so reichlich von Insekten besucht, dass. sie Sichselbstbestäubung fast ent- behren können. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus pratorum L. 8 9 (8—111/5) sgd., sehr zahlreich. 2) B. agrorum F. 8€ (10— 15), desgl. 9) B. hypnorum L. & (10) sgd. 4) Anthophora quadrimaculata Pz. ọ (9—10), sgd. 5; Saropoda bimaculata Pz. Q & (9, - sehr häufig, sgd. B. Diptera Syrphidae: 6) Eristalis nemorum L., Pfd., dabei nur zu- fällig auch einmal befruchtend. — Es verdient bemerkt zu werden, dass die Honigbiene (mit 6 mm langem Rüssel) an den sehr honigreichen Blüthen dieser Pflanze nicht beob- achtet wurde. Sie könnte im günstigen Falie vom Honige nur eben naschen. 257. Ajuga reptans L. - Blumenröhre 9mm lang ,* die untersten 2! h mm bauchig erweitert , weiss, mit Honig gefüllt, der von einer dicken, gelben, fleischigen Drüse an der der Unterlippe zugekehrten Seite der Unterlage des Fruchtknotens abgesondert wird. Die Oberlippe fehlt; aber ein Wetterdach für die frei hervorragenden Antheren jeder Blüthe wird durch das Deckblatt der darüber stehenden Blüthe gebildet. In eben sich öffnenden Blüthen divergiren die beiden Griffeläste fast eben so stark und haben eben so ent- wickelte Papillen, wie in älteren. Fremdbestäubung ist also nicht durch Dicho- gamie, wohl aber durch die Lage der Geschlechtstheile begünstigt, indem in 3 ? a 20 * 308 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 257. Ajuga reptans. 258. Ballota nigra. jüngeren Blüthen ‘der an seiner Spitze mit Narbenpapillen versehene untere Griffel- ast sich auf die dicht aneinander liegenden kürzeren Staubfäden stützt und dureh dieselben, wenigstens beim Besuche kleinerer Bienen, welche die Staubfäden nicht gewaltsam auseinander drängen, von der Berührung mit der besuchenden Biene ab- gehalten werden, während alle Staubbeutel ihre bestäubte Seite nach vorn und unte? kehren und der Berührung der besuchenden Insekten darbieten. E Spüter treten die unteren Staubfüden etwas auseinander, der Griffel verliert dadurch seine Stütze, und sein unterer Ast ragt nun, seine papillöse Spitze nach vor? und unten kehrend, zwischen den Antheren hervor, so dass die Narbe von dem Rücke? besuchender Bienen früher berührt wird, als die Staubgefüsse derselben Blüthe*)- ` Bei ausbleibendem Insektenbesuche bleibt der Pollen in so dicken Klumpen a? der Unterseite der Staubbeutel haften, dass die papillöse Spitze des zwischen ihne? nach unten tretenden Griffelastes leicht mit demselben in Berührung kommt, so dass häufig Sichselbstbestäubung eintritt. | Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8 (6), steckt den grössten Theil des Kopfes mit in die Blumenróhre. 2) Bombus lapidarius L Q **) (12—14): 3) Bombus agrorum F. 9 (12—15). 4) B. confusus SCHENCK Q (12—14) 5) B. musco- rum F.Q (13—14). 6) B. pratorum L. 8 (8). 7) B. silvarum L. Q (12—14). 8) B. hor- torum L. 9 8 (18—21). 9) Anthophora pilipes F. Q ($ (19—21). 10) Osmia rufa L. Ô (1—8). 11) O. aenea L. Q (9—10). 12) O. fusca CHRIST. (= bicolor SCHRK) ; sämmtlich normal sgd. und sich den Kopf bestäubend. 13) Andrena nitida Fourc. Q (31/5). 14) A- labialis K. §. 15) Halictus. zonulus Sm. © (4); auch diese drei stecken den Kopf in die Blumenróhre, um zu saugen; sie gelangen aber jedenfalls nicht bis zum Honig. Dies® ergibt sich sowohl aus ihrer Rüssellänge als daraus, dass sie nach dem Besuche wenige! Blüthen die Pflanze verlassen. B. Diptera Syrphidae: 16) Rhingia rostrata L. (11—12); meist an derselben Blüthe sowohl sgd. als Pfd., beim Saugen sich den Kopf bestäubend. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 17) Pieris brassicae L. (15). 18) P. napi L. 19) > rapae L. 20) Rhodocera rhamni L. (15—16). 21) Papilio Podalirius L. 22) Hesperl4 alveolus H. b) Sphinges: 23) Macroglossa fuciformis L. (STROMBERG), sämmtlich sgd. Ajuga pyramidalis L. homogam, nach Rīcca (atti della Soc. It. di Scienze nat. Vol. XIII. fasc, III. p. 259). ! Bei Prostanthera vermitteln lange 2 oder 3zähnige Anhänge der Connective, welche von den besuchenden Insekten angestossen werden, das Bestreuen derselben mit Pollen (Dzrr., Ult. oss. p. 150. Hınv., Bot. Z. 1870. S. 658). 258. Ballota nigra L. Die Blumenróhre ist nur 7 mm lang, oben so wenig erweitert, dass besuchende Honigbienen nur den vordersten Theil ihres Kopfes mit in die Röhre stecken können und daher mit ihrem 6 mm langen Rüssel den Blüthengrund gerade erreichen. Etwa 2mm über dem Blüthengrunde ist die Blumenróhre durch einen Kranz steifer Haare verschlossen, die einen Bienenrüssel leicht zwischen sich durchlassen, jedenfalls: aber einem in die Blüthe gelangenden Regentropfen den Durchgang versperren wür- den. SPRENGEL bezeichnet daher diesen Haarkranz als Saftdecke. Da indess schon die horizontale Stellung und die gewölbte Oberlippe die Blüthen hinreichend gegen *) Nach DELPINO ist Ajuga proterandrisch mit entgegengesetzter Bewegung der Staub- gefässe und des Griffels (Ult. oss. p. 148). Nach meinen Erfahrungen an Euphrasia unt Rhinanthus, bei denen dieselbe Art verschiedne Bestäubungseinrichtungen zeigt, bin iC weit entfernt, die Richtigkeit von Beobachtungen, die von den meinigen abweichen, 1” Zweifel zu ziehen. Jedenfalls aber ist es unstatthaft, nach Untersuchung einzelner Arten über die ganze Gattung abzuurtheilen. 5 ** Die Hummeln gehen an den Blüthenständen meist von unten aufwärts ; bisweilen fliegen sie aber auch oben an und gehen schräg abwärts. Meist gehen sie schon nac dem Besuche von 3 oder 4 Blüthen zu einem anderen Stocke über; nur selten saugen sie 10 oder mehr Blüthen desselben Stockes nach einander aus. ray 258. Ballota nigra. 259. Lamium album. "d 309 Regen schützen, so scheint mir im vorliegenden Falle ein viel wesentlicherer Nutzen das Haarkranzes die Abhaltung der Fliegen vom Honige zu sein. Denn da die Fliegen bei ihren Blüthenbesuchen meist in sehr regelloser Weise verfahren, so wür- den diejenigen, deren Rüssellänge für die Gewin- nung des Honigs von Ballota ausreicht (Rhingia, Eristalis etc.) viele Blüthen ihres Honigs berauben, ohne Befruchtung zu bewirken; der steife Haarkranz setzt aber ihrem breiten Rüsselende einen wirksamen | Widerstand entgegen. .. Die Unterlippe bietet in ihren in die Blumen- töhre führenden weissen Linien ein Saftmal, in ihrem breiten, zweilappigen Mittelstücke eine bequeme An- flugfläche, in den Einschnitten zwischen dieser und den Seitenlappen Haltpunkte für die Vorder- und Fig. 112. Mittelbeine besuchender Bienen, endlich in den gerade 1. Geschlechtstheile einer jüngeren” Vorgestreckten Seitenlappen selbst und in der mitten er sarta a zwischen ihnen verlaufenden, von 2 Längserhöhungen Blüthe. ' | emgefassten Rinne eine sichere Führung für ein- ELA oen (or und Honig- dringende Bienenrüssel dar. be. i Fremdbestäubung ist bei zeitig eintretendem Insektenbesuche durch schwach -proterandrische Dichogamie und zugleich durch die Stellung der Narbe zu den Staub- gefässen gesichert, indem zu Anfang der Blüthezeit die noch wenig divergirenden "Griffelàste hinter den Staubgefässen liegen (Fig. 112, 1); später dagegen, nach dem Entleeren der Staubgefässe weiter auseinander gehend, sich vor und unter dieselben biegen (Fig. 112, 2). Bei sonnigem Wetter ist Bienenbesuch so häufig , dass aller Blüthenstaub abgeholt wird, ehe die Griffeläste sich auseinander thun und nach unten . biegen. Bei andauernd regnerischem Wetter dagegen und ebenso bei im Zimmer abblühenden Exemplaren bleibt ein grosser Theil des von selbst aus den Antheren - fallenden Blüthenstaubes in den langen, wollig krausen Haaren haften , welche die Unterseite der Oberlippe bekleiden, und der zwischen diesen Haaren sich abwärts biegende untere Griffelast wird auf seiner ganzen Länge, auch auf den Narben- papillen, mit Pollen derselben Blüthe bekleidet. Besucher (Thür., Haar, Sld.): A. Hym enoptera Apidae: 1) Apis mellifica (L. 8, sgd. (6). - 2) Bombus Rajellus Irnn.9 (12—13), sgd. u. Psd. 3) B. silvarum L. (10—12), sgd. 4) B. lapidarius L. 8 (10—12) sgd. 5) B. hypnorum L.8 (10—11), sgd. 6) B. muscorum F. 9 (13—14), sgd. 7) B. (Apathus) rupestris F. Q (11—14), sgd. 8 Antho- Phora quadrimaculata Pz. 9 3 (9—10), sgd. u. Psd., sehr háufig. 9) A. furcata 7.08 sgd. u. Psd. (Thür.), seltener. 10) Osmia aurulenta Pz. Q (8— 9), sgd. (Thür. Sld.) 11) O. aenea L.Q (9—10), sgd. 12). O. fulviventris Pz. Q, sgd. (Thür) 13) Anthidium. manicatum L. Q &, überall wo Ballota wáchst, bei sonnigem Wetter in grösster Häufig- keit; die Weibchen emsig sgd. u. Psd., während die Männchen bald singend im Sonnen- Schein schweben und stossweise weiter rücken, bald sich auf einem Blatte sonnen, bald Weibchen nachjagen, bald saugen. 14) Megachile pyrina Ler. (fasciata Sw.) Q, sgd. B. Lepidoptera a) Rhopalocera : 15) Argynnis Paphia L. 16) Vanessa urticae L. (12). 17) V. cardui L. 18) Pieris brassicae L. -(45). 19) P. rapae L. 20) Colias hyale T^ b) Sphinges : 21) Macroglossa stellatarum L., sámmtlich sgd., und wie die mit Pollen behaf- teten Rüssel der eingesammelten Exemplare schliessen lassen, auch vielfach befruchtend. .259. Lamium album L.*) Die Unterlage des Fruchtknotens breitet sich nach der Seite der Unterlippe hin der die beiden vorderen Abschnitte des Frucht- ^» einen fleischigen Lappen aus, TT NS ber nun *) SPRENGEL S. 302—304. - 310 HI. Von Insekten befruchtete Blumen: 259. Lamium album. knotens bis zur Mitte ihrer Höhe umschliesst (@, 3) und den Honig abundet . Dieser sammelt sich in dem vom Stengel ET TOTER 3—31/. mm langen, untersten, engsten Theile der Blumenkronenröhre, welcher am oberen Ende durch einen dichten Ring nach oben zusammen neigen- der Haare gegen etwaiges Eindrin- gen des Regens geschützt ist. UM mittelbar über dieser Saftdecke erweitert sich plötzlich die Blumen“ rühre, vorn eine deutliche Aus- sackung bildend, sehr erheblich und richtet sich zugleich, parallel dem Stengel, senkrechtin die Hóhe- Während das unterste, vom Stengel Fig. 113. . schräg abstehende Róhrenstück als - 1. Blüthe, von der Seite. ^ Safthalter dient, werden durch die 2». Dieselbe, nach Entfernung des Kelchs. Verlängerung der Röhre in em ^ x cx nra fret Hanse ad - senkrecht aufsteigendes Stück zahl- d'Saftdrüse, b Unterlippe, e Seitenlappen, welche den lose kurzrüsslige Insekten, beson- & Oberlippe (Wetterdacb), /Stmbgetise, g Untererürielut ders Fliegen und kleine Bienen- arten, vom Genusse des Honig$ abgehalten, die wegen ihrer zu geringen Körpergrösse die normale Fremdbestäubung; welcher sich die Blume angepasst hat, nicht zu leisten vermögen ; denn Lamium album hat sich, wie so viele unserer einheimischen Blumen, welche den Honig im Grunde 10 bis 20mm langer Róhren beherbergen, vorzugsweise den emsig Blüthen- ‚nahrung sammelnden Hummeln und anderen grossen, langrüssligen Bienen angepasst. . Dass diess der Fall ist, wird besonders aus den nun folgenden Stücken der Blumen- krone deutlich. Auf den etwa 7mm langen senkrecht aufsteigenden Theil der Róhre folgt nemlich die Theilung der Blumenkrone in eine als Anflugfläche dienende zweilappige Unterlippe (b, 1), in zwei den Hummelkopf zwischen sich aufnehmende, die Seitenwände des senkrechten Röhrenstückes fortsetzende, aufrechte Lappen (e, 1), deren fadenfórmige Anhünge als nutzloses Erbtheil von den mit fünfblättriger Blu- _ menkrone versehenen Urahnen her sich erhalten haben, und in die wagerecht nach vorn gerichtete, ringsum herabgebogene Oberlippe (e, 1) ; die als Schutzdach gegen die Witterung für die gerade unter ihr gelegenen Staubbeutel (f, 1) und für die beiden narbentragenden Griffeliste (g, 1) dient. Von letzteren setzt der eine, über oder zwischen den Staubbeuteln liegend, die Richtung des Griffels fort, wührend der andere, ein wenig kürzere, mitten zwischen den Staubbeuteln sich senkrecht nach unten biegt, so dass seine narbentragende Spitze unter die Staubbeutel hinabreicht. Beide Griffeliste sind an den Spitzen mit schwach hervortretenden Narbenpapillen besetzt, die beim Oeffnen der Blüthe und der Staubbeutel schon eben so entwickelt sind, als später. Fremdbestäubung ist also bei eintretendem Hummelbesuch auch hier nicht durch Dichogamie, sondern nur durch die Stellung der Narbe gesichert. Bei ausbleibendem Insektenbesuche muss, in Folge der gegenseitigen Lage der Ge- schlechtstheile, Sichselbstbestäubung wohl eintreten können, doch geschieht diess ge- ` wiss bei erträglichem Wetter selten, da die Hummeln diese honigreichen Blüthen, die ihnen durchaus angepasst sind, sehr gern besuchen. Wie vortrefflich diese Anpassung ist, lässt sich nur bei directer Beobachtung des Hummelbesuches richtig schützen. Die Hummeln fliegen auf der Unterlippe an; stecken sogleich im Anfluge den Kopf zwischen» den breiten Seitenlappen des Blü- 259. Lamium album. 260. Lamium maculatum. 311 i i . i : : 3 heneingangs in die Blüthe hinein, indem zugleich die Vorderbeine auf die Basıs der | e vorrücken und Mittel - und Hinterbeine sich an den beiden Lappen der _ 3 ast ET festhalten und gelangen so, wenn ihr Rüssel mindestens 10 mm lang et, x selon unmittelbar in den honigführenden Blüthengrund. Während des À ekg füllt ihr Thorax oder bei kleineren Arbeitern auch noch die Basis des Hin- erleibes den Zwischenraum zwischen Ober- und Unterlippe aus, und die abwärts ge- wölbte Form der ersteren passt nicht nur als Wetterdach für die Geschlechtstheile, sondern auch zum Umschliessen des Hummelleibes so vortrefflich, dass dessen Ober- d die geöffnete Seite der Staubbeutel seite während des Saugens gegen die Narbe un gedrückt bleibt. Oft werden diese Theile auch schon von dem in die Blüthe ge- steckten Kopfe gestreift; in jedem Falle aber wird die Narbe des unteren Griffelastes. da gs weiter abwürts ragt, eher berührt als die Staubbeutel. Da die Hummeln nun emsig von Blüthe zu Blüthe fliegen, so ist bei erträglichem Wetter Fremdbestäubung vollständig gesichert. Wie überflüssig reichlich bei gutem Wetter die Blüthen von Hummeln besucht werden , ergibt am deutlichsten folgende Beobachtung: Als ich an einem schönen Frühlingsmorgen (17. Mai 1868) dem Saugen von Bombus agrorum an den Blüthen PA Lamíum albuni piah wurde ich gewalir; dass man u dem Sicherweitern und Wiederzusammensinken des Hinterleibes der Hummel ihre einzelnen Saugacte leicht von aussen sehen kann, dass man daber auch sofort erkennen kann, ob die Blüthe, an welcher die Hummel zu saugen beginnt, schon ausgesaugt ist oder nicht. Ich fasste nun Bombus agrorum bei ihren weiteren Besuchen der Blüthen von Lamium : album genau ins Auge und fand, dass sie schon zwischen 9 und 10 Uhr Vormittags. durchschnittlich 4—5 Blüthen nach einem einzigen Saugacte wieder verliess, ehe sie, eine Blüthe fand, an der sie mehrere (4—6 oder selbst $—10) Saugacte vollzog. Etwa 4/, aller Blüthen waren also schon in dieser frühen Tageszeit von Hummeln entleert worden. A Besucher: Hymenoptera Apidae : ortorum L. 8 € (18— 21). 1) Bombus agrorum F.89 (10—15). 2) B. - 3) B. silvarum L. © (12— t4). 4) B. senilis Sm. Q (14 — 15). 3) B. lapidarius 8 Q (10—14). 6) B. Serimshiranus K. 9 & (10), sehr weit in die Blüthen kriechend. 7) B. Rajellus ILL. © A379) cB. pratorum L. 9 | normal sgd., aber auch den Pollen, der ihrer Oberseite anhaftet, dann (11—12), sämmtlich und wann mit den elkörbehen bringend. 9) B. terrestris L. € fblühen nahen Knospen die Blumenkrone an ihrer Unterseite etwas über dem Kelche und gewinnt so den Honig durch Einbruch. 10) ‚Apis mellifica L. 8 (6), gewinnt den Honig nur durch die von Bombus terrestris netten Löcher. 11) Anthophora pilipes F.9 d. 12) Eucera longicornis L. 5 (10—12). i Melecta Armata Pz.Q- (1247, dié fetten drei normal sgd. 19) Andrena nitida K.Q -81/), durch die von Bombus terrestris gebissenen Löcher sgd. 15) Andrena albicans K. 9. 20) Halictus laevigatus K. @. Die beiden letzten sah ich auf die Oberlippe fliegen, dann auf die Unterseite derselben kriechen und Pollen sammeln. Sie wiederholten dasselbe an mehreren Blüthen und konnten dabei natürlich auch befruchtend wirken, freilich eben- Sowohl .durch Selbstbestäubung als durch Fremdbestäubung. B. Diptera Syrphidae : 17) Rhingia rostrata L. geht ein Stück in die Blüthe hinein, ohne mit Narbe und Staub- Sefássen in Berührung zu kommen, und senkt dann ihren Rüssel in den Blüthengrund. SA culatnm L. stimmt in der ganzen Blütheneinrichtung mit album überein, die Blumenröhre ist aber 15—17 mm lang, so dass eine Hummel, wenn sie auch ihren Kopf 5 mm tief in den obersten, erweiterten Theil der Röhre hineinsteckt, immer noch einen 10— 12mm langen Rüssel haben muss , um den Honig aussaugen Zu kónnen. Mer allizien abfegend und in die Samm —9), durchbeisst an Blüthen und dem Au 260. Lamium ma ; 1) Bombus hortorum L. 8 © (18—21) , "sehr Besucher: A. Hymenoptera Apidae 3) B. terrestris L.9 (7-9), häufig, normal sgd. 2) B. agrorum F. ọ (12—15), desgl. S. tud " D ] p REEL a .312 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 261. Lamium purpureum. 262. Lamium incisum- ; . die Blumenkrone dicht über der Umbiegung bald mit den Kieferladen anbohrend , bald mit den Oberkiefern anbeissend und den Honig. durch Einbruch gewinnend. Sie kriec zu ihrem Einbruch von oben an der Blüthe herab und hält sich in dieser Stellung, de® Kopf nach unten gerichtet, an derselben fest. 4) B. Rajellus ILL. 8 (10—11), benutzt die von B. terrestris gemachten Löcher zum Honigdiebstahl. B. Diptera Syrphidae’ 5) Rhingia rostrata L. (11—12) versucht zu saugen, gelangt aber nicht zum Honig, denn. sie zieht den Rüssel sogleich wieder aus der Blumenróhre zurück und frisst dann, 4 der Unterlippe stehend, Pollen. Em. 261. Lamium purpureum L.*) Die Blumenióhre ist nur 10—11 mm lang; und die obersten 4—5 mm sind so erweitert, dass der Kopf einer Biene oder kleinen Hummel darin Platz findet. Daher ist schon die Honigbiene mit ihrem nur 6mM langen Rüssel im Stande, den Honig normal zu saugen. SPRENGEL nennt die Blüthe? münnlich-weibliche (proterandrische) Dichogamen ; aber alle Blüthen, welche ich bis jetzt gesehen habe, hatten Narben und Antheren gleichzeitig entwickelt, wenn auch anfangs der Winkel, unter welchem die beiden Griffeläste auseinander stehen, ein wenig kleiner war, als später, und der untere Griffelast anfangs über oder zwischen ‚den Antheren stand, während er später zwischen denselben hindurch nach unten trat. Um durch den Versuch zu entscheiden, ob die Narbe schon beim Oeffnen de! Blüthe befruchtungsfähig sei, pflanzte ich (26. April 1871) einen Stock von L. purp: in einen Blumentopf und entfernte alle bereits vorhandenen Blüthen und Frucht- kelche. Am nächsten Morgen waren fünf Blüthen neu aufgebrochen; in jeder der- selben bog ich die Oberlippe und die 4 Antheren zurück, schnitt die letzteren ab; brachte an die Spitzen beider Griffeläste, deren unterer übrigens bei dieser Behand- lung schon etwas Blüthenstaub derselben Blüthe berührt und festgehalten hatte; _ Blüthenstaub frisch aufgebrochener Blüthen eines anderen Stockes und machte die $9 bestäubten Blüthen durch einen auf den Kelch gebrachten Tintenfleck kenntlich. Die übrigen neu aufbrechenden Blüthen überliess ich in dem Zimmer, vor.Insektenzutritt geschützt, sich selbst. Alle Blüthen waren vollständig fruchtbar. Am 21. Mai waren die 20 Samenkörner der fünf am 27. April befruchteten Blüthen ausgefallen ; es gelang mir, alle 20 aufzufinden. Am 8. Juni sammelte ich von der Oberfläche des Blumentopfes 78 inzwischen ausgefallne Samenkörner der durch Sichselbstbe- stäubung befruchteten Blüthen. Lamium purpureum ist also sicher homogam und befruchtet sich bei ausbleibendem Insektenbesuche regelmässig selbst. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8 (6). 2) Anthophora pilipes F. 9 8 (19—21). 3) Bombus hortorum L. Q (21). 4) B. pratorum L. 9 (111/2) 5) B. agrorum F. 9 (12—15). 6) Melecta armata Pz. 9 (121/), alle normal sgd. und bisweilen sich den Pollen vom Kopfe abfegend und sammelnd. 7) Halictus sexnotatu® K.9 (4). 8) H. cylindricus K.Q (3. 9) H. leucopus K. Q. Diese drei krochen M mehrere Blüthen aus und ein, jedenfalls nach Honig suchend, entfernten sich aber als“ bald unverrichteter Sache. B. Diptera Bombylidae: 10) Bombylius major L. (10), sgd. 262. Lamium incisum WILED. : Besucher: Hymenoptera Apidae: 1) Anthophora pilipes F. 9 § (19—21), häufig- - 2) Bombus pratorum L. 9 (11t/). f3) B. Rajellus ILL. O (12—13). 4) Apis mellifica L.&- (6), alle normal sgd. 5) Halictus cylindricus K. Q (3), vergeblich nach Honig suchend. Lamium amplexicaule L. hat eine Blumenröhre von 14—16 mm Länge; deren enger Theil 10—1 1mm lang ist, während die obersten 4— 5mm sich so erweitern, dass ein Hummelkopf darin Platz findet. Ich sah die Blüthen noch nie von Insekten besucht, obwohl sie wahrscheinlich von Hummeln durch Fremdbestäubung befruchtet‘ werden, fand dagegen oft schon unmittelbar nach dem Aufblühen die Spitze des un- teren Griffelastes, der hier von Anfang an nicht über, sondern zwischen und untet *) SPRENGEL S. 304—306. 263. Galeobdolon luteum. 264. Galeopsis Tetrahit. ' 313 i EL eer liegt, mit Pollen (jedenfalls derselben Blüthe) behaftet. Ausser kühlerer ran Sichselbstbestäubung offener Blüthen vermehrt sich diese Pflanze in ee ahreszeit durch kleistogamische Blüthen. Diese sind von Warz (Bot. 2. . S. 145) und Hınperrann (Geschl. S. 74. Fig. 15) näher beschrieben. 263. Galeobdolon luteum Huns. = Blumentöhre 8mm lang, innen im untersten, honighaltigen Theile nackt, darüber haart (Saftdecke), am Eingange erweitert, so dass selbst die Honigbiene mit ihrem nur 6mm langen Rüssel den Blüthengrund noch erreichen kann. Die Griffeläste sind an i - . ihrer Spitze nur mit sehr flachen Papillen besetzt, die sich auch im Verlaufe des ühens nicht deutlicher ausprägen, und divergiren schon kurz nach dem Aufblühen on ae als später. Fremdbestäubung ist also bei eintretendem Insekten- EF dos de hier Tren durch Dichogamie , wohl aber durch die gegenseitige Lage E ener echtstheile begünstigt. Anfangs liegt nemlich die Spitze des nach unten E en Griffelastes etwas über der unteren Flüche der Staubbeutel, in dem he enraum. zwischen allen vieren, und wird daher, wenn ein Hummelrücken die » ren nur sanft streift, gar nicht, wenn die Hummel dagegen dicker ist und die 2 kräftig nach oben drückt, wenigstens an einer andern Stelle als die An- T. EU derselben Blüthe vom Hummelrücken berührt, daher leichter mit fremdem als d eigenem Pollen behaftet. Später tritt die Spitze des untern Griffelastes zwischen. en Antheren nach unten hervor und wird nun regelmüssig von den besuchenden . Hummeln zuerst berührt und durch Fremdbestäubung befruchtet. | Bleibt Insekten- - besuch ganz aus, so fällt, wie ich an im Zimmer abblühenden Exemplaren festgestellt habe, meist von selbst Blüthenstaub auf den unteren Griffelast. .. Befruchter ausschliesslich Bienen, nemlich : 1) Bombus hortorum L.Q (21), häufig. 2) B. silvarum L. 9 ( E. 12), häufig, sämmtlich normal sgd. und bisweilen den Blüthenstaub sich von der —n ‚bürstend und in die Sammelkórbchen häufend. Ein einziges mal Q7. Mai 1871) MA einen kleinen Arbeiter von Bombus pratorum L. in umgekehrter Stellung (den dum R nach unten) unter der Oberlippe sitzen und direct Pollen sammeln. 6) B. terre- "eh St 9 19), durch Einbruch saugend; obwohl sie vermöge ihrer Rüssellänge wohl on sein müsste, den Honig auf normalem Wege zu erreichen , bricht sie in die ho: enróhre an der Unterseite dicht über dem Kelche, bald mit den Oberkiefern issend, bald mit den Kieferladen bohrend, ein Loch un Einmal jedoch (27. Mai 1871) fand ich sie auch brochnen Lócher zum Honigdiebstahl. t gelb bestäubt. po sgd., die Oberseite bis zur Basis des Hinterleibes dich . 264, Galeopsis Tetrahit L. : "Die Unterlage des Fruchtknotens verbreitert sich zu einer die beiden vorderen Fruchtknotenabschnitte umschliessenden Honigdrüse. Der abgesonderte Honig wird Im untersten, innen nackten Theile einer schrág aufsteigenden Róhre beherbergt, die = verschiedenen Abänderungen dieser sehr variabeln Pflanze sehr verschiedene Längen erreicht. Die Röhrenlängen der von mir untersuchten Formen schwankten Zwischen 11 und 17 mm. Da die obersten 4—6 mm dieser Röhre so erweitert sind, dass ein kleiner Hummelkopf ganz, ein mittelmássiger oder grosser wenigstens mit der vorderen Hälfte in der Erweiterung Platz findet, so können grosse Hummeln mit wenigstens 14—15 und kleine mit wenigstens 12mm Rüssellänge in den lang- Tóhrigsten Abänderungen von G. Tetrahit den Rüssel bis in den Grund der Röhre: b» während in den kurzróhrigeren Abänderungen natürlich noch kürzere Rüssel a genügen. Die Röhre theilt sich am oberen Ende in eine die Staubbeutel über- Ir bende Oberlippe und in eine dreilappige, als Anflugplatz dienende , ein Saftmal hu H 5 % Di ne TUR Us I 12—14) 3) B. Rajellus LL. O (12—13). 4) B. agrorum F. 8 (13—15), sehr zahlreich. 5) B. pratorum Bue n d stiehlt durch dasselbe den onig. 7) Apis mellifica L. $, benutzt in der Regel die von Bombus terrestris einge- * E E E E EE camem. 314. II. Von Insekten befruchtete Blumen: 264—065. Galeopsis Tetrahit, ochroleuca: darbietende und der Einführung eines Hummelkopfs angepasste Unterlippe: Das Saftmal besteht in einem gelben, von einem Netz rother Linien durchzogenen Fleck an der Basis des mittleren Lappens der Unterlippe. Die Einführung des Hummel- Fig. 114. 1—3. Galeopsis Tetrahit. 1. Blüthe, von vorn geschen. 2. Geschlechtstheile derselben , von vorn gesehen, stärker veigrössert (7: 1. 3. Fruchtknoten (0v) und Honigdrüse (2) derselben (7 :1). 4—6. Galeopsis ochroleuca. 4. Lage der Geschlechtstheile während des Aufblühens. 5. Dieselbe während * Verblühens. 6. Fruchtknoten (ov) und Honigdrüse (u). les ^ kopfes in den erweiterten Theil der Róhre wird durch 2 Aussackungen an der Basi? der beiden seitlichen Lappen der Unterlippe erleichtert, welche die Basis des mitt- leren Lappens beiderseits kegelfórmig aufsteigend umschliessen , so dass sie eine det -untern Rundung des Hummelkopfs sich ansehmiegende Eingangsöffnung darstellen- Die Staubbeutel öffnen sich kurz vor dem Aufblühen der Blumenkrone und haben; wie alle hier betrachteten Labiaten, ihre staubbedeckte Seite nach unten gekehrt. D1® beiden Griffeläste liegen im Anfange der Blüthezeit etwas über und hinter den Staub- gefüssen, der kürzere obere, welcher die Richtung des Griffels fortsetzt, zeigt äusserst schwach entwickelte, der längere, abwärts gebogene sehr deutliche Narbenpapillen 2? seiner Spitze. Eine Hummel, welche im Anfange der Blüthezeit den Honig der Blüthe saugt, berührt daher mit ihrer Oberseite zuerst die Staubgefässe und un- mittelbar darauf, indem sie dieselben in die Höhe drückt, die papillöse Spitze de® unteren Griffelastes, in der Regel mit einem zwischen den von derselben Blüthe be- stäubten Stellen liegenden Punkte, wodurch bei zeitig stattfindendem Insektenbesuch® Fremdbestäubung ziemlich gesichert ist. Allmählich biegt sich die Griffelspitze etwas abwärts, und der untere Ast der- selben rückt zwischen den oberen Staubgefässen hindurch nach unten, wobei er sich, wenn die Antheren.noch mit ihrem gesammten Blüthenstaub behaftet sind, regel- mässig mit einem Theil desselben behaftet und durch Selbstbestäubung befruchtet. Wie bei zeitigem Insektenbesuch Fremdbestäubung, so ist also bei ausbleibendem Insektenbesuche Sichselbstbestäubung gesichert. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus agrorum F. Q (12—15). 3) b. silvarum L. Q (12—14). 3) B. Scrimshiranus K. ($ (10), alle 3 normal sgd. 4) D. terre” stris L. €, den Honig durch Einbruch in die Unterseite der Blumenkronenröhre gewi nend. 5) Andrena Coitana K. Q (Tekl. B. B. Diptera Syrphidae: 6) Melanostoma mellina L., Pfd. 265. Galeopsis ochroleuca Lax. (siehe Fig. 114, 4—6). Die Honigdrüse hat dieselbe Lage wie bei Tetrahit, umfasst aber auch den un^ teren Theil der beiden hinteren Fruchtknotenabschnitte und überragt erheblich baum, Sei PP ee 2j 265—066. Galeopsis ochroleuca, Die Blumenröhre ist 18—20 mm (während der Blüthezeit) die beiden vorderen. dass jeder Hummelkopf lang, in den obersten 6—7 Millimetern aber so erweitert, in der Erweiterung Platz findet, so dass eine Rüssellänge von 11—14 Millimetern Die Blumenkrone ist gelblichweiss mit gelbem Saftmale auf der Basis der Unterlippe, im Uebrigen mit 'T'etrahit übereinstimmend. Die gegenseitige Stellung der beiderlei Geschlechtstheile weicht insofern von Tetrahit ab, als die Narbenäste noch über die längeren Staubgefässe hinausragen. Da aber in Folge dieser Stellung der untere Narbenast von der Oberseite besuchen- der Hummeln stets zuerst berührt wird und gegen das Ende der Blüthezeit sich so weit zurückkrümmt, dass seine Spitze gerade unter die oberen Beutel der längeren Staubgefässe zu liegen kommt (5, Fig. 114), so ist ebenso wie bei Tetrahit bei ein- tretendem Insektenbesuche Fremdbestäubung, bei ausbleibendem Sichselbstbestäu- bung gesichert. ` zum Aussaugen des Honigs genügt. Als Befruchter bemerkte ich wiederholt Bombus agrorum F.9 (12—15) sgd. Galeopsis versicolor CURT. birgt den Honig im Grunde einer 18—22 mm langen Blumenröhre, die am oberen Ende (auf 6—8 mm Länge) sich so erweitert, dass ein Hummelkopf darin Platz findet. Eine Hummel, welche ihren 5—6 mm langen Kopf ganz in die Blumenróhre steckt, muss älso noch eine Rüssellänge von .12—16 mm haben, um den Honig auszusaugen, und da der Honig nur die untersten .2—3 mm der Röhre füllt, mindestens 10mm, um überhaupt nur von dem Honige . Zu naschen. Von allen unseren Hummeln vermügen daher nur Bombus hortorum L. (19—21) und die langrüssligsten Weibchen von agrorum F. (15), senilis Sm. (15) und fragrans K. (15), alle Blüthen von versicolor ganz oder fast ganz ihres Honigs zu entleeren. Im Uebrigen stimmt die Blütheneinrichtung mit Tetrahit “überein; nur das Saftmal ist weit augenfälliger , indem. die übrigens weissgelbe Blüthe eine auf der vorderen Hälfte dunkelviolett, auf der Basis gelb gefärbte Unter- lippe besitzt. Es ist mir noch nicht geglückt, den Hummelbesuch direct zu beob- achten. Axzıı fand G. versicolor bei Insektenabschluss durch Sichselbstbestäubung fruchtbar (S. 18. 99). | ^s 266. Galeopsis Ladanum L. Der röhrenförmige Theil der Blumenkrone ist 11—16, der erweiterte Theil desselben 5— 6mm lang, so dass aus den kurz- . röhrigsten Exemplaren schon eine Biene mit 6mm langem Rüssel den Honig aus- Saugen kann, falls sie mit den vordersten 5 mm ihres Körpers in die Röhre kriecht. In der gegenseitigen Lage der Narbe und der Staubgefässe stimmt Ladanum völlig mit ochroleuca überein und hat daher dieselbe Wahrscheinlichkeit der Fremdbestäu- bung bei eintretendem, der Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche. ei und Führung des Bienenrüssels im Eingange der Blüthe ungefähr wie bei l'etrahit, i; 1) Bombus agrorum F. 9 (12—15. 2) B. lapidarius L. 5 (8—10). 3) B. silvarum L. 9 (12—14). 4) Nomada Jacobaeae Pz. Q (6), sämmtlich nor- mal sgd. T Befruchtende Bienen: 267. Stachys silvatica L. Die sehr dick fleischig angeschwollne Unterlage des Fruchtknotens sondert den Honig ab, welcher die untersten 2—3 mm der 10—11 mm langen Blumenróhre an- fan und durch einen Ring steifer, von der inneren Blumenwand fast senkrecht ab- Stehender Haare gegen eindringenden Regen geschützt ist. Diese Róhre theilt sich Am vorderen Ende in eine ziemlich kleine, aber bei der fast wagerechten Stellung der "Blüthen die Staubgefässe und die Griffelspitze völlig deckende , gewölbte Oberlippe und eine sehr grosse, dreilappige Unterlippe, die selbst Hummeln als Standfläche ge- Ladanum. 267. Stachys silvatica. 315.. mc EE ESUB \ 7 * - befruchtete Blumen : 267—868. Stachyssilv., palust. 269. Beton. offic. : 316 III. Von Insekten nügt. Die Blüthen sind, wie schon SPRENGEL (S. 307) beobachtet hat, deutlich proterandrisch : in jungen Blüthen findet man die Staubgefässe nach unten geöffnet, hinter ihnen die Griffelspitze mit noch schwach divergirenden Narbenästen, in alte? Blüthen dagegen ist die Griffelspitze mit weit auseinander gebogenen Narbenäste® unter die Staubgefässe hinabgebogen. Bei eintretendem Insektenbesuche ist dah® ‘ Fremdbestäubung und zwar Bestäubung älterer Blüthen durch den Blüthenstaub jüngerer unausbleiblich; bei ausbleibendem Insektenbesuche dagegen findet, wie mal an im Zimmer aufblühenden Exemplaren leicht sehen kann, häufig Sichselbstbestäl” ‚bung statt, indem die Narbenäste allmählich zwischen den nach mit Blüthenstau auf der ganzen untern Fläche bedeckten Staubgefässen abwärts rücken und dadurch häufig in unmittelbare Berührung mit dem Blüthenstaube kommen. | Die Blüthen sind vorzugsweise Bienen mit mindestens S—10 mm langem Rüssel angepasst und durch ihre Röhrenlänge zugleich gegen den Honigdiebstahl der meiste? Fliegen gesichert. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Anthidium manicatum L. 9 d (9—10), eben so häufig wie an Ballota nigra. 2) Anthophora quadrimaculata Pz. OQ & (9—10), desgl- (Thür. Sld.) 3) A. fureata Pz. Q ($. (11— 12), weniger häufig (Thür.. 4) Bombus agro" rum F.8 9 (10—15), häufig. 5) B. pratorum L. 8 & (8—10). 6) B. hortorum L. (17—18). sämmtlich normalsgd. B. Diptera Syrphidae: 7) Rhingia rostrata L. (11—42) sgd. 8) Xylota silvarum L. (WARSTEIN), vergeblich nach Honig suchend. 268. Stachys palustris L.*) Die Blüthen differiren von den vorigen in folgen- den Stücken: Die Blumenröhre ist nur 8—9 mm lang; die äusseren Staubfäden sin mit den inneren von gleicher Länge; die äusseren Staubbeutel liegen, wann de Blüthe sich öffnet, vor den inneren und sind schon aufgesprungen, während diese | noch geschlossen sind. Mit dem Verblühen biegen sie sich auswärts und werde? von den nun blühenden innern abgelöst. Zwischen diesen hindurch rückt endlich die Griffelspitze, welche ihre beiden Aeste nun auseinander spreizt, nach unten un kommt dabei, falls Insektenbesuch ausgeblieben ist, noch häufiger als bei silvatic# mit dem Blüthenstaube derselben in Berührung. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus silvarum L. 8 (10). 2) D. agros rum F. 8 (10—12). 3) B. terrestris L. 8 (7—9), alle drei normal sgd., (auch B. ter- restris, welcher die Blumenröhren von St. silvatica zu lang sind!). B. Diptera 89” phidae: 4) Rhingia rostrata L., sgd., dabei dann und wann auch befruchtend. 5) Melithrep- tus taeniatus Man., Pfd. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 6) Pieris brassicae L. (19 7) P. rapae L. b) Noctuae: 8) Plusia gamma L., alle drei häufig, sgd. 269. Betonica officinalis L. Die Blumenróhre ist 7mm lang, inwendig im unteren, honighaltigen Theile nackt, weiter aufwärts mit abstehenden Haaren bekleidet (Saftdecke) , soweit sie im Kelche steckt, schräg aufwärts gerichtet und etwas enger, ausserhalb des Kelchs fast wagerecht auswärts gebogen und ziemlich gleichmässig weit (etwa 2mm), am Ende . in eine flach gewölbte, vorne aufgerichtete Oberlippe und eine dreilappige Unterlipp® getheilt. Eine Erweiterung des Röhreneinganges zur Aufnahme des Kopfes der be suchenden Bienen würde hier, bei der geringen Länge der Röhre, völlig nutzlos sein; die Krümmung der Röhre entspricht der natürlichen Krümmung der Bienen“ rüssel. Die Blüthen sind deutlich proterandrisch, ohne jedoch die Möglichkeit der Sich- selbstbestäubung auszuschliessen. Kurz nach dem Oeffnen der Blüthe springen die *) SPRENGEL S. 308. DELP. Ult. oss. p. 149. 269. Betonica offieinalis. ia 347 oben mit einer Reihe weisser Kügelchen besetzten*) Staubbeutel auf, während das gespaltene, Narben tragende Griffelende zwischen und etwas hinter den kürzeren Staubgefässen liegt. Obgleich der Griffel jetzt noch lange nicht seine volle Länge 1. Blüthe, im ersten (männlichen) Zustande), von der Seite gesehen 21:1). 2. Vorderer Theil derselben, stärker vergrössert (7:1). 3. Blüthe im zweiten (weiblichen) Zustande, von der Seite gesehen (21]» : 1). 4 5 . Vorderer Theil derselben, stärker vergróssert (od . Fruchtknoten (ov) und Honigdrüse (n) (7 : 1). erreicht hat, so sind doch seine beiden Aeste schon fast eben so stark divergirend und mit Narbenpapillen versehen als später , und auf die Papillen gebrachter Pollen bleibt leicht an denselben haften. Während die Staubbeutel sich nun weiter óffnen und ihren Blüthenstaub hervortreten lassen, streckt sich der Griffel, tritt zwischen den beiden kürzeren Staubgefässen hervor, wobei er sich in der Regel mehr oder weniger mit Pollen behaftet, und ragt endlich weit über die Staubgefässe hervor, so dass nun ein besuchendes Insekt die Narbe zuerst berühren und, so oft es von an- deren Blüthen derselben Art kommt, mit fremdem Blüthenstaube behaften muss. Vermuthlich überwiegt dieser dann den häufig schon an der Narbe haftenden eignen Pollen in seiner Wirkung. Ich hatte nur spärliche Gelegenheit, die Pflanze zu überwachen, und habe daher von ihren Besuchern nur bemerkt: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus agrorum F. 8 Q (10—15), häufig, sgd. B. Diptera Syrphidae: 2) Volucella bombylans L. (1—8), Pfd. (Sld.). Ein Exemplar, welehes ich einfing, war an dem schnauzenförmigen Vorsprunge des Kopfes mit Pollinien: von Orchis maculata behaftet. 3) Eristalis horticola Men. (Sid); Pfd. C Lepido- ptera Sphinges: 4) Zygaena lonicerae EsP., sgd., in Mehrzahl (Thür. 12. Juli 1868). Sideritisromana*). Die Geschlechtstheile sind in der röhrenförmigen Blüthe eingeschlossen; der Griffel ist sehr kurz; die längeren Staubgefässe sind wie ge- "Wóhnlich ; von den kürzeren trägt jedes ein halbkreisförmiges Connectiv, welches an oe e Lega E RDUM qn : *) Bei Sideritis romana wird nach DELPINO von weissen Kügelchen dem Rüssel des besuchenden Insektes Klebstoff angeschmiert (UK. oss. p. 144—146). á vol à — MM HÓ M M € € i ' 318 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 269. Beton. offic. 270. Scut. gal. 271. Prun. vulg einem Ende einen entwickelten, am andern einen varkümmerten Staubbeutel trägt: Indem die beide& Connective sich mit den gleichartigen Staubbeuteln aneinander legen, bilden sie einen vollständigen Ring, durch welchen ein besiichendes Insekt seinen Rüssel stecken muss, um zum Honige zu gelangen. Dabei wird ihm von der der Mitte des Ringes zugekehrten Aussenfläche der entwickelten Staubbeutel Kleb- stoff angeschmiert und Blüthenstaub angekittet. Beim Besuche einer zweiten Blüthe schabt die becherförmig ausgehöhlte Narbe den Blüthenstaub vom Rüssel ab (DE PINO, Ult. oss. p. 144—146. Hirp., Bot. Z. 1870. S. 656). Marrubium hat ebenso wie Sideritis klebrige Kügelchen an den Anthere? (Dzr»., Ult. oss. p. 145). i Physostegia ist nach DELPINO proterandrisch mit entgegengesetzter Be wegung der Staubgefässe und des Griffels. Bei Ph. virginiana begünstigen Zähne am Rande der äusseren Antherenklappen das vollständige Ausstreuen des Pollen® durch besuchende Insekten (Ult. oss. p. 148. 150. Bot. Z. 1870. S. 658). 270. Seutellaria galerieulata L. Ich sah nur einen Tagfalter, Rhodocera rhamn! L., an einigen Blüthen saugen. 271. Prunella vulgaris L. Diese Pflanze hat, wie mehrere andere La- biaten, zweierlei Stöcke , die einen mit grósseren zweigeschlechtigen, die anderen mit kleinereP: weiblichen Blüthen, in denen nur noch verküM“ merte und vóllig nutzlose Ueberreste der Staub“ gefässe vorhanden sind*) ; die weibliche Form ist jedoch bei Prunella schr viel seltener als die zweigeschlechtige. ud Bei der kleinblumigen Form ist die Blumen“ röhre nur 4— 5 mm lang, der Griffel ragt not FEB Er über die Oberlippe hinaus und biegt seine beiden mit Narbenpapillen besetzten Aeste weit zurück: Fig. 116. Nicht nur die Narbenpapillen, sondern auch die SIE EEE Blüthe, von vorn ganze Innenseite des Blütheneinganges der klein- gesehen. oa ar 1 P -i > ^ f- 3. Oberst Theil eins hingeren, blumigen Form fand ich häufig mit Pollen beha 3. eines kürzeren Staubgefässes. tet, zum deutlichen Beweise häufig stattgefuD" dener Insektenbesuche für beide Blüthenformen. Bei der grossblumigen Form ist die Blumenröhre 7—Smm lang; die längere” Staubfäden spalten sich am oberen Ende in 2, unter einem stumpfen Winkel vo® ihnen abgehende Zweige, von denen der eine, etwas kürzere, der Mittellinie . de? Blüthe zugekehrt ist und an einem Connective die beiden übereinander sitzenden Staubbeutel trägt, während der andere, etwas längere, nach aussen gekehrt ist, mit seinem zugespitzten Ende sich an die gewölbte Fläche der Oberlippe stützt und da^ durch den nach unten geöffneten Staubbeuteln diejenige Lage, zur Seite der in der Mittellinie liegenden Griffeläste, sichert, in welcher sie der Berührung der besuchen“ den Bienen am. meisten ausgesetzt sind. (Dieselbe Deutung der Vorsprünge der Staubfäden gibt W. Oere [Pop. Science Rev. Jan. 1870. p. 50].) Die kürzeren Staubfäden (Fig. 116, 3) spalten sich ebenfalls, aber in viel kür- zere Zweige, welche denselben Dienst leisten. In Folge der gesicherten Lage der *) In Bezug auf die Erklärung der Entstehung dieser rein weiblichen Stöcke nebe” zweigeschlechtigen vergl. die folgende Art! H 5 e 4 Y 211. Prunella vulgaris. 272. Nepeta glechoma, 319 Staubgefässe wird die Oberseite der besuchenden Bienen in jeder Blüthe zuerst von den Narbenpapillen des am weitesten nach unten ragenden unteren Griffelastes be- rührt, dann erst mit neuem Pollen behaftet. Fremdbestäubung ist also bei eintreten- dem Insektenbesuche vollständig gesichert ; Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem - Insektenbesuche habe ich an keiner der Blüthen, welche ich in meinem Zimmer ver- blühen liess, beobachet. Nach AxErLr ist jedoch Prunella vulgaris bei Insektenab- . Sehlusse durch Sichselbstbestäubung fruchtbar (S. 18. 99). Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8 (6). 2) Bombus sil- varum L. 8 (10). 3) B. lapidarius L. & (83—10). 4)B. pratorum L. 8 (8). 9) B. ter- restris L. 8 (7—8). 6) Megachile Willughbiella K. $. 7) Anthophora furcata PZ. 5 (11—12), sämmtlich normal sgd., die Weibchen bisweilen mit Pollen in. den Körbchen, den sie vermuthlich von ihrem Haarkleide abgefegt hatten. $) Cilissa haemarrhoidalis Pz. $, versuchte an der grossblumigen Form zu saugen, was ihr hier natürlich nicht ge- lang; dabei behaftete sie aber ihre Oberseite mit Pollen. Sie kann daher, wenn sie von ‘der grossblumigen Form zur kleinblumigen übergeht, deren Honig ihr zugänglich ist, zahlreiche Blüthen derselben befruchten. B. Lepidoptera Rhopalocera: 9) Lycaena argiolus L. 10) Hesperia silvanus EsP. 11) Melitaea Athalia Esr., alle drei sgd., aber da sie ihren dünnen Rüssel, ohne an die Geschlechtstheile zu stossen,'in die Blüthe ein- führen können, nicht regelmässig, sondern nur zufällig befruchtend. 272. Nepeta glechoma Brxwm. (Glechoma hederacea le - | Die kleinblumigen, weiblichen Stöcke haben 61/92—8 mm lange Blumenröhren, welche sich in der vorderen Hälfte nur bis zu 1!/—2!/;mm Breite und etwas ge- ringerer Hóhe erweitern ; die grossblumigen, zweigeschlechtigen Stócke dagegen haben 9— 16, in der Regel 14—16 mm lange Blumenróhren , welche im grössten Theile ihrer vorderen Hälfte 21/,—41/5; mm breit sind, bei etwas geringerer Höhe. Wenn daher bloss die Länge der Röhren in Betracht käme, so würde der Honig der weib- lichen Blumen allen Hummeln auf normalem Wege zugänglich, der Honig der meisten zweigeschlechtigen Blumen dagegen zahlreichen Hummeln auf normalem Wege nicht zugänglich sein. Indem aber die Blumenröhre der letzteren sich am Ende so er- weitert, dass Hummeln den Kopf in dieselbe stecken können, gestatten auch sie allen. kurzrüssligeren Hummeln mit Ausnahme von Bombus terrestris L. den nor- malen Zutritt zum Honige. Die Entstehung von Stöcken mit kleineren, rein weiblichen Blumen lässt sich . bei Glechoma (ebenso bei Origanum, Thymus und Mentha) keineswegs aus dem Vor- 'theile erklären, welchen gesicherte Fremdbestäubung einer von Insekten reich be- | Suchten Pflanze gewührt. Denn bei den genannten Gattungen ist schon in den Zwitterblüthen die Fremdbestäubung in dem Grade gesichert, dass durch die Aus- bildung besonderer Stöcke mit rein weiblichen Blüthen eine Steigerung der Wahr- scheinlichkeit der Fremdbestäubung nicht bewirkt werden kann. Dagegen kann man sich die kleinblumigen, weiblichen Stöcke sehr wohl auf folgende Art entstanden. denken : - Von verschiedenen an. demselben Standorte wachsenden DBlüthen derselben Pflanzenart werden von anfliegenden Insekten diejenigen , welche die augenfälligsten Blüthen haben, zuerst besucht. Sind daher die Blüthen einiger Stöcke, vielleicht wegen mangelhafterer Ernährung derselben, kleiner als die der anderen, so werden . sie durchschnittlich. zuletzt besucht. Wenn daher die Pflanze so reichlichen In- sektenbesuch an sich lockt, dass Fremdbestäubung durch proterandrische Dichogamie völlig gesichert , Sichselbstbestäubung dagegen völlig nutzlos geworden ist, so sind die Staubgefässe der zuletzt besuchten, kleinblumigen Stöcke für die Befruchtung der Pflanzen völlig nutzlos, und da die Ersparung nutzloser Organe für jedes organische í J 2 l; i ö 5 č : i 3 es 3 4 à N | EEE 2 ^ : j EL 2 P R : da , x X D C i a a * ki ud Ene v 3E 2 2 i N ` 1 ` | * $ CA 1 MOST T SOS UNS UN een t ! 320 . HII. Von Insekten befruchtete Blumen: 272. Nepeta glechoma. Wesen von Vortheil ist, so kann natürliche Auslese das völlige Verkümmern der - Staubgefässe der kleinblumigeren Stöcke bewirken. \ ` Diese Erklärung stützt sich auf die Voraussetzungen: 1) dass die Blumen der- - jenigen Pflanzen, bei denen neben Stöcken mit grösseren, zweigeschlechtigen Blüther kleinblumige, rein weibliche Stöcke vorkommen, von Insekten reich besucht und Zu gleich ausgeprägt proterandrisch sind, 2) dass bei denselben ein Variiren der Blüthen“ grósse, nicht innerhalb der Blüthen desselben Stocks, sondern verschiedener Stöcke, stattgefunden hat. Beide Voraussetzungen sind wohl begründet. Denn 1) die Blumen von Gle- choma, Thymus, Origanum und Mentha sind’ von Insekten reich besucht, und ihre -zweigeschlechtigen Blüthen sind in der That ausgeprägt proterandrisch, während vielen anderen Labiaten mit Unrecht Proterandrie zugeschrieben worden ist. Die Griffeláste dieser 4 Gattungen sind nemlich noch aneinander geschlossen, nachdem die Staubg®“ fásse schon aufgesprungen sind, und wenn auch zur Zeit, wo die Griffeläste sich aus- einander breiten, die Antheren bisweilen noch mit Pollen behaftet sein mógen, 80 ist doch durch die die Antheren weit überragende Stellung der Narben Sichselbstbe- stäubung unmöglich geworden. Bei Arten mit weniger gesicherter Fremdbestáu- bung, welche sich häufig durch Sichselbstbestäubung fortpflanzen , würden sich nie- mals kleinblumigere Zwitterblüthen in rein weibliche Blüthen umwandeln kónnen; da bei ihnen die Staubbeutel stets von wesentlichem Nutzen sind und daher nicht durch natürliche Auslese beseitigt werden können. 2 j 2) Dass bei Glechoma, Thymus, Origanum und Mentha die Grösse der plüthen in erheblichem Grade variirt hat, und zwar an Blüthen verschiedener Stöcke, kan? um so weniger bezweifelt werden, als dasselbe Verhalten in ausgeprägtester Weise, wenigstens bei Glechoma und Thymus, noch jetzt stattfindet. Während gleich alte Blüthen desselben Stockes an Grösse nur sehr wenig differiren , findet man an ver- schiedenen Stöcken alle Zwischenstufen zwischen den vorkommenden üusserste? Fällen der kleinsten weiblichen und der grössten zweigeschlechtigen Blüthen, und die grössten Blüthen der weiblichen Stöcke kommen den kleinsten der zweigeschlech“ tigen an Grösse völlig gleich. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus agrorum F. 8 Q (10—15). 2) B. confusus SCHENCK Q (12—14): 3) B. lapidarius L. 8 (10—12). 4) B. hortorum L. € g (18—21). 5) B. pratorum L. 9 (11—12). 6) B. Rajellus Inn. Q (12—13). 7) B. silvarun L.9 (12—14). 8) B. (Apathus) Barbutellus K..Q (12). 9) B. (A.) vestalis Fovnc. 9 (12). 10) B. (A.) rupestris F. Q (11—14), die meisten dieser Arten in grosser Häufigkeit, | sowohl weibliche, als zweigeschlechtige Blüthen normal sgd. 11) B. terrestris L. Q (1—9) gewinnt in den zweigeschlechtigen Blüthen stets, oft aber auch in den kleinblumige? weiblichen, die sie vermóge ihrer Rüssellänge wohl normal aussaugen könnte, den Honig durch Einbruch (bald die Blumenröhre mit den Oberkiefern anbeissend, bald mit den Kieferladen anbohrend). Bisweilen muss sie jedoch den Versuch machen, auf normalem Wege den Honig von Glechoma zu: erlangen ; denn am 7. Mai 1371 sah ich an weibliche? Blüthen von Glechoma ein Exemplar von B. terrestris Q normal saugen, welches auf der Stirn mit Glechomapollen behaftet war, also auch in zweigeschlechtigen Blüthen den Kop in den natürlichen Eingang hineingesteckt haben musste. 12) Apis mellifica L. 8, 8? den weiblichen Blüthen normal sgd. Nur einmal (3. Mai 1871) sah ich sie auch an meh- reren zweigeschlechtigen Blüthen den Kopf in den natürlichen Eingang stecken, aber dan? die Blumenróhre von aussen mit den Kieferladen anbohren. 13) Anthophora pilipe® F. 9 & (19—21), sehr häufig. 14) Osmia aenea L. Q (9—10), einzeln. 15) O. rufa L. € € (1—9), an beiderlei Blüthen normal sgd. 16) O. fusea CHRIST. Q (8). 17) Nomada vari? Pz. & (51/—6), die weiblichen Blüthen normal sgd. 18) Andrena fulvierus K. Q (31/2) Psd. 19) A. fulva K. € (3), vergeblich nach Honig suchend. 20) A. albicans pet. - desg]. 21) Halictus lucidulus ScuENCK ©, desgl. B. Diptera a) Bombylidae: 22) Bom“ bylius discolor Men. (12). 23) B. major L. (10), häufig, beide sgd. und nur zufällig 273. Nepeta nuda. 274. Salvia pratensis. 351 ee b) Syrphidae: 24) Rhingia rostrata L. (11—12), sgd. 25) Eristalis intricarius L., UN C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 26) Pieris brassicae L. (15). b) Sphinges : 1) Macroglossa fuciformis L- (STROMBERG). 28);M. stellatarum L., alle drei sgd., und wie die saugenden und Pollen fressenden Schwebfliegen, nur zufällig befruchtend. 273. Nepeta nuda L. (Thüringen, Wandersleber Gleiche). Ich fand (7. Juli 1870) Halictus flavipes K. 9 Psd. in den Blüthen. i Rosmarinus ist nach Derprwo proterandrisch mit entgegengesetzter Be- wegung der Staubgefüsse und des Griffels. (Ult. oss. p. 148.) 274. Salvia pratensis L. Die merkwürdige Be- Stiubungsvorrichtung dieser Blume und dieArt, wie sie durch Hummeln befruchtet wird, ist von SPRENGEL (S. 58— 62) so eingehend beschrieben und durch Abbildungen (Taf. T. Fig. 18. 24—33. 39.4 2) erläutert worden, dass HILDEBRAND in Seiner Arbeit über Salvia ; (Jahrb. für wissenschaft- liche Bot. IV. 1865. Taf. a uu edu XX T E XIII , Fig. pee 3) 2. Staubgefässe, von rechts und vorn gesehen. (Vergr. DEOS ausser der von SPRENGEL a Staubfaden, b oberer Arm des Connectivs, € unterer Arm des Conneetivs, | überse nib 1 E d obere Antherenhülfte, e untere Antherenhälfte, zu einer die Blumenróhre ver- henent roterandrie schliessenden Platte umgewandelt, f Verwachsungspunkt der beiden unteren nichts Neues hinzuzu- Antherenhälften, g Griffel im ersten Stadium, g' Griffel im zweiten Stadium. fügen bue: Jp wage Die punktirte Linie b' d bezeichnet die Stellung der hervorgedrehten Antheren. rechte Blumenkrone um- Schliesst in ihrem Grunde den von der gelben, fleischigen Unterlage des Fruchtknotens abgesonderten Honig und theilt sich vom in die einen bequemen Halteplatz für ` Hummeln darbietende Unterlippe und eine aufsteigende, helmförmige, die Antheren rings umschliessende Oberlippe, aus der im ersten Blüthenzustande die Spitze des Griffels mit zusammenliegenden Aesten fast wagerecht geradeaus stehend, im zweiten mit auseinandergespreizten und zurückgebogenen Aesten abwärts gerichtet hervor- ragt. Der Eingang zur Blumenröhre ist durch zwei nach vorn zusammen gebogene und hier mit einander verwachsene Platten versperrt , welche an den untern Schen- keln der enorm verlängerten Connective der beiden entwickelten Staubgefässe sitzen und aus Umbildung der untern Antherenhälften derselben hervorgegangen sind; der andere, weit längere Schenkel jedes der beiden Connective erstreckt sich aufwürts bis unter das Schutzdach der Oberlippe und trägt hier die andere, Pollen producirende Antherenhälfte. Da die Connective um ihre Anheftungspunkte an die kurzen, von ihnen nach auswärts stehenden Staubfäden drehbar sind. so werden durch einen in die Röhre eindringenden Bienenkopf die beiden den Eingang verschliessenden Platten nach hinten und oben, die auf ihrer untern Fläche mit Pollen bedeckten , bisher von der Oberlippe umschlossenen Antherenhülften dagegen nach vorn und unten ge- dreht; erstere machen also den Eingang zum Honige frei, letztere schlagen auf den Rücken der Biene und bestüuben denselben. Wenn die Biene ihren Kopf zurück- Zieht, kehren die Connective mit ihren Anhängen in ihre frühere Lage zurück. In Müller, Blumen und Insekten. - 21 Fig. 117. III. Von Insekten befruchtete Blumen: 274. Salvia pratensis. ülteren Blüthen streift nun dieselbe Biene mit ihrem Rücken zuerst die papillös® Seite der zurückgebognen Aeste des nach unten gerichteten Griffels und befruchtel sie mithin durch Fremdbestäubung. = Das zweite, obere Antherenpaar ist bei dieser, wie wohl bei allen andern Salvia- arten, in Form kleiner, völlig nutzloser Rudimente vorhanden, als Erbtheil didyn4" mischer Stammeltern leicht verstündlich, mit teleologischer Schópfungstheorie dagegen unvereinbar. ; Als Befruchter wurden von SPRENGEL und HILDEBRAND nicht näher bestimmte Hummelarten beobachtet. Da die Pflanze bei Lippstadt nicht vorkommt und ich nur einen einzigen Stock einer hellrosablüthigen Abart, die mein Vater bei Mühlberg; Kreis Erfurt, aufgefunden hat, in meinem Garten besitze, so hatte ich nur spärliche Gelegenheit, besuchende Insekten zu beobachten. Als normale Besucher, welche m der oben beschriebenen Weise verfahren und regelmässig Befruchtung durch Fremd- bestäubung bewirken, habe ich daher nur bemerkt : i 1) Bombus silvarum L. Q u. 8. 2) Osmia rufa L. 9. 3) Anthidium manicatum L. Q (sehr wiederholt). 4) Megachile pyrina LEP. (fasciata Sm.) d$, alle normal sgd. Von unnützen Gästen hat SPRENGEL (S. 61) Weisslinge beobachtet, welche ihren Rüsse durch die kleinen Zwischenrüume zwischen den plattenförmigen, unteren Antherenhälften und der Blumenröhre hindurchsteckten und so den Honig genossen, ohne befruchtend ZU wirken. In derselben Weise sah ich Plusia gamma L. verfahren. Ausserdem sah ic^ häufig kleine Bienen (Prosopis communis Nvr. ($ Q, Halictus sexstrigatus SCHOCK. Q, t nitidus Scheck. Q, H. nitidiuseulus K. 9, H. morio F. €) in die Blüthen kriechen un mit geringer und nutzloser Drehung des Hebelwerks zum Honig gelangen. Vor der Pollenverwüstung durch Fliegen ist natürlich dieser Salbei durch die umschlossene Lag® der Antheren völlig gesichert. Auch wurde noch nie eine Biene direct mit den Fersen- bürsten die Antheren abfegend an ihm beobachtet. DELPINO bestreitet daher (Applic- p. 9. 10.) jedenfalls mit Unrecht die von mir*) aufgestellte Behauptung, »dass sich be! Salvia die Staubgefässe mehr oder weniger der verheerenden Einwirkung der Insekten entziehen und diese hauptsächlich oder ausschliesslich auf den Genuss des Honigs de! Blüthe angewiesen sind«. Salvia Sclarea, aethiopica, argentea, virgata, pendula und rubra verhalten sich nach HILDEBRAND ähnlich wie pratensis.. Bei S. nutans (Hınn., Fig. 4—7) tritt dagegen eine viel schwächere Drehung der Connective und daher ein viel schwächeres Hervortreten der Staubgefässe ein, aber die Blüthen stehen in hängenden Trauben, daher in umgekehrter Lage; dem entsprechend setzen sich die befruchtenden Insekten auf die Oberlippe und werden von den schwach hervor- tretenden Antheren an der Bauchseite bestäubt. Bei S. splendens (Hırn., Fig. 8 und 9) sind die untern Antherenhälften in einfache (nicht nach vorn zusammen- gebogne) Platten umgebildet, die fast ihrer ganzen Länge nach miteinander ver- wachsen sind. Alle diese Arten sind im Uebrigen in ihrer Blütheneinrichtung über- einstimmend, einschliesslich der Proterandrie. ; ! Dagegen hat S. Grahami (Hırn., Fig. 10—12) homogame Blütken mit kurzem, die Antheren kaum überragendem Griffel, ebenso S. lanceolata (Hirp.; Fig. 13. 14), bei welcher der untere Narbenlappen sogar zwischen den Antheren liegt und der Sichselbstbestäubung ausgesetzt ist. Bei S. hirsuta (HILD. , Fig- 15—17) endlich krümmt sich der stark verbreiterte, untere Narbenlappen so zurück, dass er gegen beide Antheren drückt und regelmässig Sichselbstbestäubung bewirkt, welche nach HirpEBRAND's Versuchen von voller Fruchtbarkeit begleitet ist. | *) In dem Aufsatze: » Anwendung der DARwiN'schen Theorie auf Blumen und blumen- besuchende Insekten«. Verhandl. des naturhist. Vereins für Rheinland und Westfalen- Correspondenzblatt S. 48. 215. Salvia officinalis. 275. Salvia officinalis L. | Rhone na dieser Art und ihre direct beobachtete Be- etel deine ienen ist, einschliesslich der Proterandrie, schon von SPRENGEL und abgebildet (S. 62—64. Taf. HL 1. 2. 4. 6. 7); jedoch ist HILDEBRANDS Beschreibung (Jahrb. für wissensch. Bot. IV. 1865) weit eingehender. Die wichtigsten Unter- schiede von Salvia pratensis sind folgende: Die beiden Arme jedes Connectivs sind viel kürzer; der untere ist nicht zu einer die Blumenöffnung verschliessenden Platte umgewandelt, sondern . a v | wie der obere gestaltet, nur kleiner, meist ein a Hi mit Pollen gefülltes Antherenfach trapend, asura Seite gesehen. é pus Welches aber stets viel kleiner ist als das obere ger BD Redes Madden Md und nur VU, bis hóchstens halb so viel Pollen- kümmerte Anthere, / Saftdecke. kórner enthält; bisweilen ist es auch ganz ver- | kümmert. Der geringen Länge der oberen Connectivarme entsprechend ist auch die Oberlippe: nur kurz, aber so breit, dass sie den weiten Blütheneingang gegen Regen schützt. Beide Antherenhälften beider Staubgefässe stehen im Blütheneingange , die obern etwas vor und über den untern, die so fest aneinan- der liegen, dass mit dem einen auch das andere sich dreht. Eindringende Bienen stossen zuerst mit dem Kopfe gegen die beiden untern und werden unmittelbar darauf, indem ihr Stoss die Connective in Drehung versetzt, von den beiden obern auf dem Rücken bestäubt. Den Blüthenstaub des Kopfes und Rückens streifen sie in älteren Blüthen an die tief herabgeneigten und auseinander gebogenen beiden Narbenäste ab. 3 Wittram Oct, der in Pop. Science Review (Juli 1869, p. 261—266) eine sehr ausführliche Beschreibung der Blütheneinrichtung dieser Salviaart gibt, hebt ausser den erwühnten mit Recht noch folgende Eigenthümlichkeiten als besondere An- Passungen hervor: 1) die Wölbung der Oberlippe, welche dem wachsenden Griffel eme solche Richtung ertheilt, dass seine sich auseinander spreizenden Aeste den Rücken einer eindringenden Biene streifen müssen ; 2) die Ausbauchung an der Oberseite des vorderen 'l'heils der Blumenkronenróhre, welche den unteren Antheren bei der Drehung des Hebelwerks freien Spielraum gestattet ; 3) die Kürze und Festigkeit der Staubfüden, welche den Connectiven einen festen Drehpunkt gewährt; 4! die auseinandergespreizte Stellung der Staubfäden, welche den Bienen freien Ein- gang gestattet. y Ausser der auch von SPRENGEL und HILDEBRAND beobachteten Honigbiene habe ich noch 2) Bombus silvarum Du Anthophora aestivalis Pz. 9, 4) Anthidium manicatum L. Q9, 5) Osmia rufa L. 9, 6) Osmia aenea L. 9 als regelmässige Be- - fruchter bemerkt; sämmtlich nur saugend. Von unnützen Gästen hat HILDEBRAND einen Schmetterling beobachtet, der mit dem Rüssel leicht den Honig erreichen konnte, ohne sich zu bestäuben. Ich sah eine kleine bauchsammelnde Biene, Che- lostoma campanularum se wiederholt in den Blüthen ein- und auskriechen , ohne sich zu bestäuben, und Herr Apotheker BORGSTETTE schickte mir von Teklenburg Prosopis communis Nvr. 9, die er an Blüthen von Salvia officinalis gesammelt hatte. - Nach DzrPro sind die Antheren von 8. off., ähnlich wie die von Sideritis, mit klebrigen Kügelchen versehen. (Ult. oss. p. 145.) i 21* IL Von Insekten befruchtete Blumen: Salviaarten. 1869. Salvia glutinosa weicht nach W. OGLE (Pop. Science Review. Juli ! i tba p. 267) darin von officinalis ab, dass die untern Antherenhälften völlig unfruch! und ganz in die Blumenröhre BEER sind, und dass statt der oberen die UN” tere Seite des vorderen Theils der Blumenröhre etwas ausgebaucht ist. Sie wird vol grossen Hummeln befruchtet, von kleinen Hummeln und von Honigbienen , deren Rüssel zu kurz ist, um auf len. "Wege zum Honig zu gelangen, durch ein iD die Oberseite der Brasnduse gerade über dem.Nectarium eingebrochnes Loch ihres- Honigs beraubt. Salvia nilotica (Hirp., Fig. 24. 25) unterscheidet sich in der Blüthenein“ richtung von S. officinalis hauptsächlich dadurch, dass die beiden untern Connectv^ hälften lose neben einander liegen und einzeln gedreht werden können. Hupe- BRAND sah sie von Bienen besucht. S. verticillata (Hırn., Fig. 26—30. Dzrrrwo, sugli app. p. 33. 34) hat unbewegliche Connective, aber eine Oberlippe, welche, von den besuchenden Mm- sekten angestossen, zurückklappt und die beiden oberen Antherenhälften der Be rührung derselben aussetzt. Der Griffel, welcher in seiner gewöhnlichen Lage diesem Zurückklappen hinderlich sein würde, hat sich weiter nach unten begeben. HILDEBRAND sah sie ebenfalls von Bienen besucht. Nach Derrıno sind die An theren, ähnlich wie die von Sideritis, mit klebrigen Kügelchen versehen. (Ult. 08% p. 145.) . Bei S. patens (Hirp., Fig. 31) ragen die Antheren theilweise oder ganz aus der Oberlippe hervor, die Connective sind drehbar, die untern Antherenhälften zu , Platten umgebildet, der Griffel so zwischen die obern Connectivschenkel eingeklemmt, dass er beim Drehen der Connective mit nach vorn und unten gedreht wird, wobe! seine die Antheren überragende Narbe zuerst den Rücken des Besuchers be- rühren muss. . W. Oarz's Beschreibung (Pop. Science Review Juli 1869 p. 268) stimmt mit der HrLDEBRAND's überein. Während aber Hirp. Selbstbestiubung und Fremdbe- stäubung für gleich möglich hält, weist OarE nach, dass auch bei dieser Einrichtung Fremdbestäubung gesichert ist. Denn wenn ein besuchendes Insekt gegen die un- tern Connectivschenkel stósst, wird sein Rücken von den Antheren und ein Stück dahinter von der Narbe getroffen. Der Abstand zwischen den beiden getroffenen Stellen wird noch dadurch vergrössert, dass der untere Griffelast bei dieser Art im Vergleich zum oberen auffallend verkürzt ist. Dringt nun das Insekt tiefer ein , 80 reiben sich Antheren und Narbe längs seines Rückens, indem beide auf dem Rücken immer weiter nach hinten rücken, so dass also kein Pollen an die Narbe gelangt. Zieht sich das Insekt aus der Blüthe zurück, so kehren Staubgefässe und Narbe unter die Oberlippe zurück. Besucht es eine andere Blüthe, so berührt deren Narbe nun. eine bestäubte Stelle des Rückens und wird durch Fremdbestäubung befruchtet. manchen Blüthen fand Ocrx den Griffel kürzer und von den Antheren überragt ; bei solchen können offenbar besuchende Insekten auch Selbstbestäubung bewirken. Sehr auffallend ist Ocrg's Angabe, dass bei S. patens nicht wie sonst bei den Labiaten die Unterlage des Fruchtknotens den Honig absondere, sondern eine dichte Gruppe von Drüsenhaaren dicht oberhalb einer starken Einschnürung, welche den untersten, gewöhnlich als Safthalter fungirenden Theil der Blumenröhre vollständig absperre. Bei S. austriaca (Hır., Fig. 32—35) stehen die Antherenhälften weit von einander entfernt aus der Oberlippe hervor. Werden die untern Arme der beiden Connective nach innen gestossen, so convergiren die obern und die Antherenhälften 276. Salvia silvestris. 211—18. Calamintha Clinopodium, Acinus. 325 schlagen, indem sie, sich einander nühernd, nach vorn und unten gedreht werden, vor dem Blütheneingange zusammen. 'S. triangularis (Hirp., Fig. 36—39) hat unbewegliche, fast gerade, von Sen nach hinten gestreckte Connectivé mit einer ausgebildeten Antherenhälfte an jedem Ende. Die beiden vorderen Antherenhälften stehen aus dem Blütheneingange hervor und streifen zuerst den Rücken des Besuchers, die beiden hintern stehen im Blütheneingange und streifen unmittelbar danach die Seiten desselben. Die Narbe liegt im zweiten Blüthenzustande noch vor den vorderen Antherenhülften und wird daher zuerst berührt und mit fremdem Pollen bestäubt. S. tubiflora (Hirp., Fig. 40. 41) unterscheidet sich von der letztgenannten Art in der Blütheneinrich- tung im Wesentlichen nur dadurch, dass der hintere Arm jedes Connectivs statt einer halben Anthere eine längliche, der Oberlippe anliegende Platte trägt. 276. Salvia silvestris L. stimmt in der Proterandrie und im Bestäubungsmecha- nismus im Ganzen mit S. pratensis überein, hat aber so viel kleinere Blüthen, dass Schon ein 4 mm langer Rüssel den Honig erlangen kann. Ich beobachtete als na- türliche Befruchter desselben in Thüringen (Mühlberger Schlossberg) : 1) Apis melli- fica L. $ (6), sgd. und sich den Scheitel bestiubend, mit diesem in älteren Blüthen auch die Narbe streifend; 2) eine Grabwespe, Psammophila affinis K.9 (4), sgd., 1n Mehrzahl. > . Salvia cleistogama DE Bary und PAUL hat, aus Afrika nach Halle a/S. versetzt, während fünfjähriger Cultur nur kleistogamische Blüthen getragen (AscHER- | son, Bot. Z. 1871. S. 555). Die von AscHERSON dieser Mittheilung beigefügte Bemerkung, dass diese Pflanze ein Beispiel ausschliesslicher Sichselbstbestäubung . darbiete, steht jedoch auf sehr schwachen Füssen, da das Verhalten einer Pflanze unter gänzlich veränderten Lebensbedingungen kein Urtheil über ihr normales Ver- halten gestattet und die Annahme, dass dieselbe Art auch offne Blüthen hervor- bringe, durchaus nicht unwahrscheinlich ist.*) Scharlachrothe Salviaarten Südbrasiliens werden sehr häufig von Kolibris be- sucht (Frrrz Mürter, Bot. Z. 1870. S. 275). 277. Calamintha Clinopodium SPENNER (Clinop. vulgare L.). Saftdrüse und Safthalter wie gewöhnlich. Blumenröhre 10—13 mm lang, oft bis 3mm mit Honig gefüllt. i Der untere Griffelast bildet hier eine breite, lanzettliche, sich nach unten biegende Platte ohne deutlich vorspringende Narbenpapillen ; der obere ist weit schmaler und kürzer, in verschiedenen Blüthen von sehr verschiedener Grösse. Ein noch auf- fallenderes Schwanken zeigt die Entwicklung der Staubgefüsse; sie sind in manchen PF. Blüthen bald zum Theile, bald sämmtlich , mehr oder weniger, oft vollständig, ver- e kümmert. Diess ist bemerkenswerth, weil es uns zeigt, wie natürliche Auslese 3 Wirken kónnte und müsste, wenn auch hier bei ausgeprügter Proterandrie klein- -blumigere Stöcke aufträten, welche durchschnittlich zuletzt besucht würden. - Besucher: Lepidoptera Rhopalocera : 1) Pieris brassicae L. (15), nicht selten. 2) Satyrus hyperanthus L., beide sgd. p 278. Calamintha Acinus L. J Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. u. Psd., häufig. (Thür) B. Diptera Bombylidae: 2) Systoechus sulfureus MIK., sgd. (Thür.). *) Nach Vollendung des Manuscripts ersehe ich aus Nr. 17 der Bot. Zeitung 1872, - [ dass in der That von ASCHERSON selbst auch bei Salvia cleistogama offne Blüthen ent- deckt worden sind. i ~ ` 326 IIL Von Insekten befruchtete Blumen: 219. Thymus Serpyllum. 279. Thymus Serpyllum L. : Unsere beiden Thymusarten haben, gerade so wie Glechoma, zweierlei Stöcke, die einen mit grossen, zweigeschlechtigen, die anderen mit kleinen, weiblichen Blumen. IE D A W- | N 11 AP OL. -£ je: In? Fig. 119. 1—3. Thymus Serpyllum. 1. Zweigeschlechtige Blüthe im ersten (männlichen) Zustande. 2. Dieselb® im zweiten (weiblichen) Zustande. 3. Weibliche Blüthe. 4—6. Thymus vulgaris. 4. Weibliche Blüthe. 5. Stempel der zweigeschlechtigen Blüthe im ersten ZU stande. 6. Derselbe im zweiten Zustande. ov Fruchtknoten, » Honigdrüse. (Vergrösserung 7:1). HILDEBRAND hat (Geschl. S. 26) die Entstehung der kleinblumigen weibliche? Stöcke aus der Proterandrie der zweigeschlechtigen zu erklären gesucht; seine Er- klärung beruht, wenn ich sie recht verstehe, auf etwa folgender Schlussfolge: Da zur Zeit, wann die zuerst zur Entwicklung gelangten Blüthen einer proterandrische? Pflanze ihre Staubgefüsse öffnen, Narben noch nicht entwickelt sind, so blühen diese Staubgefüsse vergeblich und sind für die Pflanzen nutzlos, und da jede Ersparund nutzloser Bildungen für die Pflanzen vortheilhaft ist, so können die Staubgefässe der ersten Blüthen proterandrischer Pflanzen durch natürliche Auslese beseitigt werden. Diese Schlussfolge ist unstreitig richtig, aber nur auf die ersten Blüthen von Pro- terandristen anwendbar, nicht auf die weiblichen Stöcke von Thymus, welche den ganzen Sommer hindurch neben den zweigeschlechtigen blühen. . Diese lassen sich 3 nach meinem Dafürhalten nur auf die von mir bei Glechoma angegebene Weise €t- klären. Die Variabilität der Blüthengrósse, welche in meiner Erklärung vorausge^ setzt wird, ist, wie bei Glechoma, so auch bei unseren beiden Thymusarten noch jetz! in dem Grade vorhanden, dass, während die grössten zweigeschlechtigen BlütheP (Fig. 119, 1. 2) mehrmal so gross sind, als die kleinsten weiblichen (Fig. 119, 3) die kleinsten zweigeschlechtigen und die grössten weiblichen an Grösse einander gleich kommen. Die Blüthen desselben Stockes dagegen sind, wie ebenfalls mein® Erklärung fordert, einander gleich; nur wachsen die zweigeschlechtigen noch erheb- | lich, während sie aus dem ersten (männlichen) Zustande in den zweiten (weiblichen) übergehen. Auch die Sicherung der Fremdbestäubung, welche von meiner Erklärung - 279. Thymus Serpyllum. 280. Thymus vulgaris. 327 vorausgesetzt wird, ist bei Thymus nachweislich in hohem Grade vorhanden. Denn die Honigabsonderung ist eine ausserordentlich reichliche , die als Honigdrüse fun- girende Unterlage des Fruchtknotens (n, 5. 6) ist vielmal grösser als dieser selbst, der Honig ist von gewürzigem Geschmack, das dichte Zusammenstehen der Blüthen und ihr starker Geruch macht dieselben den Insekten leicht bemerkbar und gestattet ihnen, ohne Zeitverlust zahlreiche Blüthen auszubeuten , und in Folge des freien Hervorragens der Geschlechtstheile aus den Blüthen werden von den an dem Blü- thenstande umherkletternden Insekten zahlreiche Befruchtungen auf einmal bewirkt. Da ferner die Blumenröhre, in deren glattem Grunde der Honig geborgen und durch Behaarung der Innenseite gegen das Eindringen von Regentropfen geschützt liegt, nur wenige Millimeter lang ist (bei Serpyllum 21/,—4), so ist der Honig sehr zahlreichen Insekten verschiedener Ordnungen zugänglich und wird auch thatsächlich, wie die nachfolgende Liste ergibt, von sehr zahlreichen Insekten eifrig aufgesucht. Fremdbestäubung ist dadurch in hohem Grade gesichert , daher, wenigstens in allen von mir untersuchten Blüthen, die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung verloren ge- gangen. Denn der im ersten Blüthenzustande kurze und noch von den Staubge- füssen überragte Griffel (Fig. 119, 1. 5) streckt sich und wüchst über die Staubge- fisse hinaus, noch ehe er seine beiden an den Spitzen mit Narbenpapillen versehenen Aeste auseinander spreizt. Während HILDEBRAND in der Rheinprovinz, AscHERsoN nach seiner Flora in der Mark Brandenburg, ich in Westfalen und Thüringen nur die beiden genannten Formen auf getrennten Stücken beobachtet haben, hat Derrıno bei Florenz Thymus Serpyllum polygamisch polymorph gefunden, d. h. manche Individuen mit gleich- müssiger Entwicklung beider Geschlechter, andere mit sehr entwickelten Staubge- fässen und allen Abstufungen der Verkümmerung des Stempels bis zu vólligem Ver- Schwinden derselben, endlich noch andere mit sehr entwickelten Pistillen und mehr oder weniger verkümmerten Staubgefässen (Derr., note critiche p. 1s Auch in England scheint wenigstens ein Uebergang zu rein männlichen Blüthen -vorzukommen, da nach W. Oenz (Pop. Sc. Rev. Jan. 1870. p. 54) die Narbe in vielen Zwitterblüthen nie zur Reife gelangt. Ohne genaue Feststellung der Blüthen- Brósse, Entwicklungszeit, Reichlichkeit des Insektenbesuchs und der Art des Neben- einandervorkommens der verschiedenen Formen würde der Versuch einer Erklärung nur zu unsicheren Vermuthungen führen können, vollständig abstehe. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. und Psd., häufig. 2) Bombus pratorum L. Q, desgl 3) Saropoda bimaculata PZ. Q $, häufig. 4) Andrena nigroaenea K. 9, sgd. 5) Megachile circumcincta K. g, sgd. 6) Nomada germanica Pz. Q, sgd. 7) Coelioxys sp. d, sgd. b) Sphegidae: 8) Ammophila sabulosa Leg, sgd, häufig. 9) Cerceris variabilis SCHR. Q 8, sgd. 10) Lindenius albilabris F., sgd. B. Diptera a) Bombylidae : .11) Systoechus sulfureus Mik., sgd. b) Syrphidae: 12) Eristalis arbustorum L., sehr häufig, sgd. 18) E. sepulcralis L., sgd. 14) Syritta _Pipiens L., sgd., häufig. 15) Volucella bombylans L., sgd. c) Conopidae: 16) Conops flavipes L., sgd. 17) Sicus ferrugineus L., sgd. 18) Myopa testacea L., sgd. d) Mu- scidae: 19) Lucilia cornicina F. 20) Echinomyia tesselata F. 21) Gymnosoma rotun- data L. 22) Ocyptera brassicaria F., häufig. 23) Sarcophaga carnaria L., sehr häufig. 24) 8. albiceps Men., sehr häufig, sämmtlich nur sgd. C. Lepidoptera a) Rhopalo- cera: 25) Satyrus pamphilus L. 26) S. Janira L. 27) Argynnis Aglaja L. 28) Lycaena icarus Rorr. b) Sphinges: 29) Sesia empiformis EsP. (Almethal). 30) S. tipuliformis L., sàmmtlich sgd. 280. Thymus vulgaris L. An einigen Stöcken, die in meinem Garten blühten, bemerkte ich: ; weshalb ich von einem solchen t i 328 II. Von Insekten befruchtete Blumen : 281. Origanum vulgare. 282. Lycopus europaeus: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L, 8, sgd. 2) Halictus, kleine Arten, sgd. u. Psd. bj) Sphegidae: 3) Ammophila sabulosa L. Q g, sgd. B. Diptera a) Empidae: 4) Empis livida L., sgd. b) Syrphidae: 5) Syritta pipiens L., sgd. u. pfd., häufig. c) Muscidae: 6) Sarcophaga albiceps MGN., sgd., häufig. C. Lepidopter® Sphinges: T) Sesia tipuliformis L., sgd. stimmt in dem Nebeneinandervorkommen gr059^ auf Wohlgeruch und gewürzigen Geschmack des Honigs nachsteht, so wird diese! Nachtheil durch grössere Blumen, die auf höheren Stengeln dichter gedrängt ZU” sammenstehen , aufgewogen. Der Insektenbesuch ist daher ebenfalls so zahlreich ` und die Fremdbestäubung durch denselben so gesichert, dass die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung verloren gehen konnte und thatsächlich verloren gegangen it^, Die Blümen sind Zwar grösser, ihre Róhren jedoch noch kurz genug (bei den zwei geschlechtigen Blumen 4—5, bei den weiblichen 3—4 mm lang), um zahlreichen In- sekten verschiedener Ordnungen den Zutritt zum Honige zu gestatten. - Wenn ich daher für Origanum eine geringere Zahl von Besuchern anführe als für Thymus Se” pyllum, so ist der Grund davon wohl lediglich darin zu suchen, dass ich wege” seiner viel beschrünkteren Verbreitung weit seltener Gelegenheit hatte, seine Blüthe? zu überwachen. ` Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus terrestris L. Q. 2) Apis mellifica L. 8, in Mehrzahl. 3) Halictus cylindricus F. $. 4) H. albipes F. $, beide sehr zahl- reich. 5) H. nitidus SCHENCK ($; sámmtlich sgd. B. Diptera a) Empidae: 6) Emp! livida L. 7) E. rustica FALLEN, beide sehr häufig, aşgd. b) Syrphidae: 8) Ascia poda- grica F., Pfd., häufig. 9) Eristalis arbustorum D., sgd. u. Pfd., häufig. 10) E. nemo" rum L., desgl. 11) Helophilus pendulus L., sgd. c. Conopidae: 12) Sicus ferrugineus b. 13) Myopa polystigma RONDANI. 14) M. variegata MGN.; alle drei sgd. d) Museidae 15) Ocyptera brassicaria F., 16) O. cylindrica F., beide sehr häufig. 17) Prosena siberita F., häufig, alle drei sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 18) Satyrus Janira L., sgd. 19) S. hyperanthus L.,-sgd. 282. Lycopus europaeus L. Fig. 120. 1. Blüthe im ersten (männlichen) Zustande, von unten gesehen. ` E 2. Dieselbe, im zweiten (weiblichen) Zustande, von der Seite gesehen. (Man denke sich diese Figur bis 1? wagerechte Lage rechts herumgedreht !) 3. Dieselbe, im ersten Zustande, nach Entfernung der Unterlippe auseinandergebreitet und von unten gesehen a Antherenrudimente, n Nectarium, a! entwickelte Antheren vor dem Aufspringen, «a? dieselben blühend: a3 dieselben verblüht, st! Narbe, noch unentwickelt, s/? dieselbe entwickelt. Po Die Blumenkrone bildet ein nur 3—4mm langes, am Eingange etwa 21/,, am Grunde kaum 1 mm weites Glóckchen, welches in dem verengten Grunde den vO”? 282. Lycopus europaeus. 283. Mentha arvensis. ; 329 der gelben, fleischigen Grundlage des Fruchtknotens abgesonderten Honig um- schliesst. ; Dieser ist daher auch sehr kurzrüssligen Insekten zugänglich; gegen Regen ist er durch lange, von der Innenwand des Glóckchens bis gegen die Mitte desselben abstehende Haare geschützt; als Saftmal dienen einige purpurrothe Flecken der Unterlippe ; RER, : Die Blüthen sind ausgeprägt dichogamisch. Wann die aus der Blüthe hervor- ragenden beiden Staubgefüsse blühen, sind die beiden Griffeläste noch zusammenge- schlossen (Fig. 120, 1). Wann diese sich auseinander gethan haben, sind die Staub- gefässe verwelkt und abwärts gebogen. Sichselbstbestäubung scheint ausserdem schon durch die weit auseinander gerückte Stellung der Geschlechtstheile ausgeschlossen. Diess weist auf gesicherte Fremdbestäubung hin, und in der That ist der In- sektenbesuch, trotz der kleinen, wenig augenfälligen Blüthen, ein ziemlich mannich- faltiger und reichlicher. Während bei Salvia das Verkümmern zweier Staubgefässe sich aus der Ausbil- dung des beschriebenen Hebelwerks erklärt, für welches sie hinderlich sein würden, . scheint bei Lycopus diese Verkümmerung lediglich durch die geringe Grösse der Blume bedingt, welche bewirkt, dass auch, wenn nur 2 Staubgefässe vorhanden sind, eine Berührung derselben durch jeden Besucher unausbleiblich ist. _ (Dieselbe Erklärung passt auch auf die Gattung Veronica, welche von allen Scrophulariaceen die kleinsten Blüthen hat, wie Lycopus von den Labiaten.) Besucher: A.jHymenoptera Vespidae: 1) Polistes gallica L. und var. diadema, sgd., in Mehrzahl (Thür.). B. Diptera a) Syrphidae: 2) Melithreptus scriptus L., sgd. und Pfd. 3) Syritta pipiens L., ‚sehr häufig, sgd. und Pfd. b) Muscidae: 4) Lucilia silvarum Men. 5) L. cornicina F., beide sgd., in Mehrzahl. 6) Sarcophaga albiceps Men., häufig, sgd., rings um die Blüthenquirle laufend und die einzelnen Blüthen ab- suchend. 7) Pollenia Vespillo F., sgd. Ausserdem zahlreiche kleine Mücken von 1!/; mm Länge. C. Hemiptera: 8) einige mir unbekannte Wanzenarten. D. Lepidoptera: 9) Adela spec., sgd. E. Thysanoptera: 10) Thrips, sehr zahlreich. 283. Mentha arvensis L. : 4 : Fig. 121. : — 1—4. Mentha arvensis. 1. Weibliche Blüthe. 2. Zweigeschlechtige Blüthe im ersten (männlichen) Zu- Stande, 3. Dieselbe im zweiten (weiblichen) Zustande. 4. Fruchtknoten (ov) und Honigdrüse (n). 5. Mentha aquatica. Weibliche Blüthe, schräg von vorn gesehen, um die Staubgefässrudimente zu zeigen, daher bedeutend verkürzt. (Die erste und fünfte Figur denke man sich bis in wagerechte Lage rechts herumgedreht !) Die Honig absondernde Unterlage des Fruchtknotens ist zur mehrfachen Grösse des Fruchtknotens selbst angeschwollen (n, 4). Der von ihr abgesonderte Honig sitzt im Grunde eines Blumenglöckchens, welches bei den weiblichen Blüthen etwa 2mm, bei den zweigeschlechtigen etwa 3 mm lang und bei beiden im Eingange reich- lich halb so weit als lang ist; er ist daher sehr kurzrüssligen Insekten zugänglich ; / * à i : Y 330 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 283—584. Mentha arv.,aquat. 285, Lavend. ver? durch lange, von der Innenwand des Glóckchens bis in die Mitte desselben reichende Haare ist er gegen Regen völlig geschützt. Die Blüthen machen sich durch starke? Duft den Insekten von weitem bemerkbar; durch gehäuftes, quirlförmiges Zusam“ menstehen fallen sie, wenn auch einzeln sehr unscheinbar, doch schon aus einige? Entfernung in die Augen, die grossblumigen , zweigeschlechtigen natürlich leichter als die kleinblumigen, weiblichen. Die bei Glechoma und Thymus ausgesprochen® Vermuthung, dass anfliegende Insekten zuerst die augenfälligeren , dann die wenige! augenfälligen Blüthen besuchen würden, fand ich bei Mentha arvensis wiederholt durch directe Beobachtung bestätigt (bei Glechoma und Thymus habe ich versäumt, genau darauf zu achten). Damit gewinnt meine bei Glechoma gegebene Er- klärung der Entstehung der kleinblumigen, weiblichen Stöcke einen hohen Grad vo? Sicherheit. Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Odontomyia viridula F. b) Sy phadae: 2) Eristalis sepulcralis L., sehr häufig. 3) Syritta pipiens L., häufig 4) Meli- threptus scriptus L., 5) M. taeniatus MGN., beide nicht selten, sgd. c) Muscidae: 6) Onesia floralis R. D., 7) O. sepulcralis MGN., beide häufig. 8) Lucilia silvarum MGN. 9) L. cornicina F. 10) Pyrellia cadaverina L. 1i) L. albiceps Mon. ; die letzten vie! nicht selten. B. Lepidoptera Rhopälocera: 12) Satyrus Janira L. Sämmtliche Insek- ten sah ich nur Honig saugen, obgleich ich erwartet hätte, dass wenigstens die Schweb- fliegen auch Blüthenstaub fressen würden. 284. Mentha aquatica L. Während bei Mentha arvensis kleinblumige, weib- liche und grossblumige, zweigeschlechtige Stöcke ziemlich gleich häufig auftreten, sind bei aquatica die ersteren sehr viel seltener als die letzteren. Die Blumenkronenröhren der zweigeschlechtigen Blüthen sind 4— 5mm lang mit etwa 2mm weitem Eingange; im Uebrigen ist die Blütheneinrichtung der v0? arvensis gleich. Obgleich der Honig wegen der grösseren Röhrenlänge etwas wenige! leicht zugänglich ist als bei arvensis, so ist doch der Insektenbesuch ein noch reich“ licherer, was sich aus den an höheren Stengeln sitzenden, grösseren und dahet augenfälligeren Blüthenständen erklärt. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Halictus cylindricus F.&, 2) H- maculatus SM. 5, beide häufig. 3) H. longulus Sm. ($$. 4) H. nitidiusculus K. $, sämmt ` lich sgd. b) Ichneumonidae: 5) verschiedene Arten, zum Theil ganz in die Blüthen hin- einkriechend. B. Diptera a) Empidae: 6) Empis rustica FALLEN, 7) E. livida L^ beide häufig, sgd. 8; E. tesselata F., desgl. b) Syrphidae: 9) Ascia podagrica F., sgd- 10) Eristalis nemorum L. 11) E. arbustorum L. 12) E. aeneus Scor. 13) E. sepul- cralis L , alle 4 sehr häufig, sowohl sgd. als Pfd. 14) Syritta pipiens L., häufig. 15) He- lophilus pendulus L., häufig. 16) H. trivittatus F. 17) Syrphus pyrastri L., häufig. 18) Melanostoma mellina L., häufig; auch diese bald sgd., bald Pfd. c) Muscidae: 19) Onesia floralis R. D. 20) O. sepulcralis Men. 21) Sarcophaga carnaria L. 22) Musca corvina F., alle.4 sehr häufig, sgd. d) Tabanidae: 23) Chrysops coecutiens L., sgd. DARwın erwähnt in seinem Aufsatze über den Dimorphismus von Primula (Proc. of the Linn. Soc. VI. Bot. S. 77 ff.) die Gattung Mentha als dimorphe Arte? enthaltend. DELPINO betrachtet Mentha (und Coleus). als eine Degradation des Labiaten- typus (Ult. oss. p. 143. 144. Hınv., Bot. Z. 1870. p. 656), ohne jedoch Gründe anzugeben, weshalb er sie als solche und nicht vielmehr als eine weniger ausge” prügte, den gemeinsamen Stammeltern ühnlicher gebliebene Labiatenform betrachtet. 285. Lavendula vera L. Die zu Aehren vereinten, kleinen, blauen Blüthen locken durch krüftigen Wohlgeruch zahlreiche Insekten, besonders Bienen, an und veranlassen dieselben durch reichlichen, im Grunde der 6 mm langen Blumenkronen“ röhre beherbergten (von einer an Lage und Grösse mit Thymus übereinstimmenden 285. Lavendula vera. Rückblick auf die betrachteten Labiaten. 331 Honigdrüse abgesonderten) Honig zu andauernd wiederholten Besuchen. Diese sichern der Pflanze, obwohl die an der Unterseite der Blumenkronenröhre liegenden Staubgefässe die Narbe überragen, Fremdbestäubung, da die Blüthen ausgeprägt proterandrisch sind. Besucher (in Thüringen) : 1) Anthophora quadrimaculata PZ. Q $$, häufig. 2) Osmia aenea L. $, in Mehrzahl. . 3) O. rufa L. Q, sgd. 4) Megachile pyrina Ler. (fasciata Sm.) $, in Mehrzahl. 5) M. Willughbiella K. &. 6) M. centuneularis L. d. 7) Anthidium manicatum L. 9 3, häufig. _ 8) Crocisa scutellaris Pz. Q ($$, häufig. 9) Coelioxys conoidea ILL.Q, zahlreich. 10) C. umbrina Sm. Ọ 11) Chelostoma nigricorne NYL. $, sämmtlich nur sgd. í Plectranthus fruticosus. Die Geschlechtstheile liegen unterhalb des Eingangs in den Honigbehälter (eine spornartige Aussackung der Basis der Blumen- krone). In der ersten Blüthenperiode liegt der Griffel mit unentwickelten Narben zwischen den Staubfäden versteckt; im zweiten haben sich. die Staubfüden nach unten zurückgebogen, und der Griffel mit auseinander gespreizten ` narbentragenden . Aesten bietet sich nun allein der Berührung der besuchenden Insekten dar (Hirp., Bot. Z. 1870. S. 657. 658. Taf. X. Fig. 20. 21). : Ocymum. Auch hier hat sich der Labiatentypus umgekehrt , indem Staub- gefässe und Griffel sich an der Unterlippe befinden, während die obere Seite der Blumenröhre den Honig, durch Haare der oberen Staubfüden geschützt, beherbergt. Daher biegen sich, entgesetzt wie z. B. bei Teucrium, anfangs die Staubgefässe auf- - wärts, der Griffel abwärts, später umgekehrt. Befruchter Anthidium , Apis, Bom- bus, Halictus (Derr., Ult. oss. p. 147. 148. Hirp., Bot. Z. S. 657). Rückblick auf die betrachteten Labiaten. Derrıno stellt folgende 6 Stücke als charakteristische Eigenthümlichkeiten der Labiatenblüthenform auf: er = 1) Horizontalität der Blüthenachse. 2) Theilung der Blumenkrone in Ober- lippe und Unterlippe. 3) Zusammensetzung der Oberlippe allgemein aus zwei, der Unterlippe aus drei Blüthenblättern. 4) Stellung der Antheren und Narbe unter der ES meist schützend übergewólbten Oberlippe. 5) Stellung des Nectariums an der inneren Basis der Unterlippe, deren vorderer Theil sich zu einem Halteplatz für In- ‚sekten formt. 6) Ausgeprägte Dichogamie (deciso asincronismo nello sviluppo degli organi sessuali). (Dgnr., Ult oss. p. 128. Hirp., Bot. Z. 1870. S. 651.) Aber diese Verallgemeinerung ist nur dann richtig, wenn man eben nur die- Jenigen Labiatenblüthen als »typische« anerkennt, auf welche sie passt; um für die Mehrzahl der Labiaten haltbar zu sein, bedarf sie der erheblichsten Einschränkungen. Denn 1) die Blüthenachse ist niemals oder fast niemals wirklich horizontal, vielmehr in der Regel (bei Lamium, Galeobdolon, Galeopsis, Betonica u. a.) in der Weise ge- bogen, dass sie derjenigen Rüsselbiegung, welche langrüssligen Bienen am be- quemsten ist, entspricht. 2) Die Oberlippe fehlt in manchen Fällen (Ajuga, Teu- cerium) ganz, indem Deckblätter höher stehender Blüthen an ihrer Stelle die Staubgefässe gegen Regen schützen. 3) Die Unterlippe ist keineswegs immer aus 3 Blüthenblättern zusammengesetzt, sondern bei Lamium z. B. nur aus einem ein- zigen; die beiden seitlichen Blüthenblätter haben hier eine besondere Function über- nommen, indem sie zwei den Hummelkopf zwischen sich aufnehmende , aufrechte Lappen bilden. 4) Die Staubgefässe ragen nicht bloss bei Ajuga und Teucrium, wo die Oberlippe fehlt, sondern auch bei Thymus , Lycopus, Mentha etc. frei aus 332 TIT. Von Insekten befruchtete Blumen: 286.” Gentiana Pneumonanthe. . der Blüthe hervor, die Narbe ausser allen diesen Fällen auch bei Salvia. 5) Dr fünfte Satz Deurıno’s ist richtig — abgesehen von Plectranthus, Ocymum, Salvi? . patens etc. — 6) Die Dichogamie ist, wie gezeigt wurde, bei weitem nicht allge- mein, Ajuga, Lamium, Galeopsis u. a. sind homogam, selbst bei den meisten der übrigen ist die Dichogamie nicht in dem Grade ausgeprägt, dass Sichselbstbestäubund verhindert würde. Nur bei den von uns betrachteten Glechoma-, Thymus-, Mentha- und Salviaarten scheint die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung ausgeschlossen. In Bezug auf die Befruchter, welchen sie sich angepasst haben, bieten die a uns betrachteten Labiaten eine bemerkenswerthe Reihe von Abstufungen dar, indem sich der Kreis der Besucher natürlich um so mehr beschränkt, je mehr sich die Blu- menröhre, deren Grund den Honig beherbergt, verlängert. Die kurzröhrigen Blumen von Mentha und Lycopus finden wir überwiegend vO” Fliegen, daneben von Insekten verschiedener anderer Ordnungen besucht. Bei Thy- mus und Origanum treten unter den Befruchtern neben den Fliegen die Bienen meh! und mehr in den Vordergrund, ohne dass Insekten anderer Ordnungen ausgeschlosse? wären, bei Betonica werden Bienen und Fliegen eine ungefähr gleich wichtige Rolle als Befruchter spielen, bei Stachys palustris und silvatica überwiegen entschiede? die Bienen, und bei Lavendula, Salvia, Galeobdolon, Lamium, Galeopsis, Ballota, Teucrium, Ajuga fällt das Befruchtungsgeschäft fast ganz den Bienen anheim, wüh- rend daneben allerdings Schmetterlinge und häufig auch die langrüssligsten Fliege” noch Zutritt behalten. Ordnung Contortae. Gentianeae. 296. Gentiana Pneumonanthe L. (Spreneer, S. 150—152). Der Honig wird von der Basis des Fruchtknotenstiels abgesondert , im Grunde einer 25—30 mm langen, am Eingange S—10mm weiten Blumenróhre beherberg! und dadurch, dass die Blüthen bei trübem Wetter sich schliessen, gegen Regen 89 schützt.*) Die Blumenröhre verengt sich erst unterhalb ihrer Mitte plötzlich, indem die von hier ab bis in den Grund der Blüthe mit der Blumenkrone verwachsene? Staubfüden dem Fruchtknoten dicht anliegen. Eine Hummel kann daher bis etwa in die Mitte der Blumenróhre hineinkriechen ; von da ab muss sie aber den Rüss® zwischen zwei Staubfäden und der Blumenkronenwand in den Blüthengrund senken, um zum Honige zu gelangen, wozu eine Rüssellänge von 12—14mm erforderlich ist. Beim Hineinkriechen in eine jüngere Blüthe streift nun eine Hummel die Staubbeutel, welche die noch unentwickelte Griffelspitze dicht umschliessen und de? Blüthenstaub nach aussen darbieten und behaftet daher ihr Haarkleid mit Pollen; beim Hineinkriechen in ältere Blüthen dagegen streift sie mit einer Stelle, welche sich in jüngeren Blüthen mit Pollen behaftet hat, die papillóse Seite der beider Griffeläste, welche sich über die Antheren hinaus verlängert und so zurückgeboge? haben, dass sie ihre ganze papillöse Innenfläche der Berührung der in die Blume kriechenden Hummeln darbieten. So ist bei eintretendem Hummelbesuch Fremd- ~ x *) SPRENGEL glaubt den Honig durch die »am Fruchtknoten dicht anliegenden Fila mente« gegen Regen geschützt, aber mit Unrecht; denn wenn man einzelne Wassertrop en in die geöffnete Blüthe fallen lässt, so gelangen sie mit Leichtigkeit zum Honige. m wie in manchen anderer Fällen schützt die Saftdecke SPRENGEL's den Saft nicht sowoh gegen Regen als gegen Zutritt kurzrüssliger und für die Befruchtung der Blumen nutt loser Insekten. 286. Gentiana Pneumonanthe. 287. Gentiana Amarella. 288. Erythraea Centaurium. 333 bestäubung unvermeidlich. Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche scheint in Folge der ausgeprägten Dichogamie und der Stellung der Staubgefässe zur entwickelten Narbe unmöglich. Als Besucher .habe ich ausschliesslich Hummeln bemerkt: 1) Bombus agrorum F. 9 (12—15), 2) B. senilis Sm. Ẹ (14—15), beide Sehr wiéderholt, nur sgd. Gentiana asclepiadea und ciliata sind in gleicher Weise ausgeprügt proteran- drisch (DELP., Ult. oss. p. 166. 167. Hirp., Bot. Z. 1870. S. 668. 669). ` 287. Gentiana Amarella L. Der Honig wird von fünf kleinen, grünen, etwas- fleischig verdickten Flecken am Grunde der Blumenkrone zwischen je zwei Staub- fäden abgesondert und durch die langen, von der Grenze zwischen Röhre und Saum der Blumenkrone von der Innenwand derselben senkrecht abstehenden Haare gegen den Zutritt von Fliegen, durch das Sichschliessen der Blüthen bei trübem Wetter gegen den Regen geschützt. Zwischen dem Grase wachsend breitet die Blume die Zipfel der aufrecht stehenden Blumenkrone auseinander und macht sich so, ihrem Standorte entsprechend, nach oben am meisten bemerkbar. À ; Die Blumenröhre ist 16—18mm lang, aber im Eingange 6mm weit, eine Hummel bequem ihren Kopf ganz in dieselbe hineinstecken und schon mit einem 10—12 mm langen Rüssel den Honig erreichen kann. Im Gegensatze zu Pneumonanthe sind die Blüthen homogam. Wann die Blumen Sich öffnen , springen auch die Staubgefässe auf, nachdem sie vorher ihre im jungen Knospenzustande nach aussen gekehrte aufspringende Seite nach oben gewendet haben, so dass dieselbe nun von einem eindringenden Hummelkopfe um so sicherer berührt wird. Die beiden Lappen des Griffelendes sind um diese Zeit schon auseinander gebreitet und mit aufnahmefähigen Narbenpapillen versehen. Selbstbestäubung ist daher bei eintretendem Insektenbesuche nicht unmöglich; aber da die Staubgefässe .. Von der Narbe überragt werden, so kommt das besuchende Insekt in der Regel früher mit dieser als mit jenen in Berührung und bewirkt daher in der Regel Fremdbestäu- bung. Nach dem Ausstäuben stellen sich die Staubbeutel wieder in die Richtung der Staubfäden und legen sich dicht um den Griffel herum. Ob bei ausbleibendem Insektenbesuche Sichselbstbestiubung erfolgt, habe ich nicht beobachtet. Als Be- Sucher bemerkte ich nur (30. Sept, 1869) Bombus silvarum L. 9 (12—14), an zahl- reichen Blüthen saugend. Gentiana germanica Winnp. fand Rıcca von della Soc, Tt. di Sc. Nat. Vol. XIII. Fasc. III. p. 262). Gentiana verna nach DELPINO proterogyn mit kurzlebigen Narben (Ult. oss. pP. 168). : 288. Erythraea Centaurium L. Es gelang mir ebensowenig als SPRENGEL, Honig in den Blüthen zu finden, obgleich ich dieselben wiederholt von Schmetter- . lingen besucht sah, und obgleich die schraubenförmige Drehung der Staubgefässe (geradeso wie die die schraubenfórmige Drehung der Narbe bei mehreren dem Schmet- terlingsbesuche angepassten Sileneen) eine Anpassung zu sein scheint, welche die : Berührung durch den dünnen Rüssel eines an der Blüthe saugenden Schmetterlings sichert. Vermuthlich bohren die Schmetterlinge mit den spitzen Vorsprüngen der . Rüsselspitze saftiges Gewebe an. so dass . Honigbienen besucht (Atti ) Sphünges : Am 10. Juli 1868 sah ich in Thüringen Besucher: Lepidoptera a thus Car- (Mühlberger Schlossberg) Maeroglossa stellatarum L. erst an Blüthen von Dian thusianorum, dann an denen von E. Centaurium saugen. b) Noetuae: Am 1. Septem- ber 1871 sah mein Sohn Hermann bei Lippstadt 2) Plusia gamma L. und 3) Agrotis pro- nuba L. in Mehrzahl und andauernd an den Blüthen von E: Cent. sed. \ 334 IH. Von Insekten befruchtete Blumen: 288. Erythraea Cent. 289. Asclepias sy" Limnanthemum (Kvnn, Bot. Z. 1867. S. 67) und Villarsia (Farm Mürver, Bot. Z. 1868. S. 13) dimorph. i * Von der bekanntlich ebenfalls dimorphen Menyanthes trifoliata wachsen m einem kleinen Sumpfe bei Lippstadt, welcher im Ueberschwemmungsbereiche der Lippe liegt und vermuthlich von dieser einst mit Menyanthessamen versehen worden ist, ausschliesslich langgrifflige Exemplare, an denen ich noch nie entwickelte. Früchte gefunden habe. : Asclepiadeae.*) 289. Aselepias syriaca L. (Cornuti Decaisne). Die Asclepiadeen kónnen, wenn auch nicht an- Mannichfaltigkeit der Blüthen“ formen, so doch an Complicirtheit derselben und an Vollkommenheit der Anpassun an die besuchenden Insekten, den Orchideen an die Seite gestellt ‚werden. wie Asclepias Cornuti (= syriaca L.) durch Insekten befruchtet wird, ist bereits von HILDEBRAND (Bot. Z. 1866. S. 376—378) so eingehend beschrieben worden, dass ich kaum etwas Neues hinzuzufügen habe; doch wird es erwünscht sein, wenn ioh hier den complicirten Blüthenmechanismus durch Abbildungen erläutere und die D d sektenarten nenne, welche die Befruchtung bewirken. T3 Der Fruchtknoten (g, 14) ist ringsum von einer fleischigen Sáule (m, 14. 2.3.4) umschlossen, oben von einem dicken, fleischigen Knopfe ( p, 14) bedeckt und nur al fünf Stellen an der Unterseite des Knopfes (o, 14. 4) mit der Aussenwelt in Vas bindung und der Befruchtung zugänglich. Die Säule, welche ihn umschliesst, träg an ihrem oberen Ende fünf Staubgefässe und fünf Honigblätter. Die Staubgefäs®® liegen dicht rings um den fleischigen Knopf herum; jedes derselben beherbergt I zwei nach dem Knopfe zu geöffneten Taschen (Ak, 6) zwei je eine dünne Platte bu dende Staubkölbchen (i, 4. 9. 10. 11), lässt von aussen diese Taschen nur als ZW? schwache Anschwellungen (d, d, 3. 4. 5) erkennen, legt sich. mit einem häutige® Lappen (c, 5. 14) auf die Oberfläche des Knopfes und breitet sich nach rechts uP links in eine aufwärts gleichmässig verschmälerte und am oberen Rande des Knopfe® spitz zulaufende, blattartige Fläche (e, 3. 5. 14) aus, welche von der Säule senkrech absteht und sich mit der anstossenden blattartigen Fläche des benachbarten Staubge“ füsses so dicht zusammenlegt, dass zwischen beiden nur ein schmaler, am untere? Ende erheblich erweiterter Schlitz (f, 3. 4) bleibt, hinter welchem an der Unterseite des Knopfes gerade die der Befruchtung zugüngliche Stelle, die Narbenkamme? (o, 4. 14), versteckt liegt. Im oberen Ende dieses Schlitzes liegt, von aussen sicht bar, ein symmetrisch gestalteter, schwarzer, glänzender Körper (g, 1—14), der sich bei näherer Betrachtung als eine dünne, hornartig harte Platte zu erkennen gibt, welche in der Mitte ihres unteren Randes einen aufwärts verschmälerten Spalt hat (Fig. 122, 13) und sich ihrer ganzen Länge nach nach vorn so zusammen biegt, dass ihre Ränder dicht aneinander liegen. An diesem schwarzen Körper (Klemmkörpe! sind vermittelst zweier unter den Staubgefässen versteckt liegender Sträng® (h, 4. 9—13) zwei Staubkólbchen befestigt, an den linken Strang das rechte Staub“ kölbchen des links anstossenden Staubgefüsses, an den rechten Strang das linke Staubkölbchen des rechts anstossenden Staubgefässes. *) Vgl. DELPINO, Asclep., Sugli app. p. 6—15. — Hıtp., Bot. Z. 1866. Nr. e 1867 Nr. 34—36. J. P. MANSEL WEALE »Observations on the mode of fert. of certa species of Asclepiadeae«. (Journ. of Linn. Soc. Vol. XIII, p. 48.) (un Ü ) \ 74 n Y | \ Fig. 122, 1. Blüthe nach Entfernung der Kelch- u. Blumenblátter, von oben gesehen (31: 1). 2. Dieselbe von der Seite gesehen. 3, Dieselbe, nach Entfernung der Honigblätter (7:1). 4. Dieselbe, nach Entfernung eines Staubgefässes. 5. Das weggenommene Staubgefäss der Fig. 4, von aussen gesehen. 6. Dasselbe, von der Innenseite gesehen. 7. Ein HonigBehülter, von der Seite gesehen (3!|o: 1). 8. Derselbe im Längsdurchschnitt, um den auf den Staubbeutel sich legenden kegelförmigen Fortsatz zu zeigen. 9. Frisch herausgezogene Staubkölbehen, von aussen gesehen (7:1). 10. Dieselben nach halb vollendeter Drehung ihrer Träger. 11. Dieselben nach ganz vollendeter Drehung. 12. Klemm- körper und Träger der Staubkölbehen, stärker vergrössert, von aussen. 13. Dieselben von innen. 14. Lüngsdurch- Schnitt durch die Blüthe nach Entfernung‘ der Kelehblátter, Blumenblätter und Honigbehälter. a: Honigbehälter, b kegelförmiger Fortsatz desselben, c oberer, häutiger Theil des Staubgefásses, d Aussenseite des unteren, die Staub- kölbehen umschliessenden Theils des Staubgefässes, e seitliche Ausbreitung des Staubgefässes, welche mit der an~ Stossenden seitlichen Ausbreitung des benachbarten Staubgefässes zusammen den Schlitz f bildet, in welchem der Insektenfuss und später ein Staubkólbchen sich fängt, g Klemmkörper am oberen Ende des Schlitzes, an welchen Mittelst der Träger (h) ein Staubkölbchen (i) jedes benachbarten Staubgefässes befestigt ist, A Taschen des Staub- Sefüsses, in welchen ursprünglich zwei Staubkülbchen sitzen, l Verbindungsstück (Connectiv) der beiden Taschen desselben Staubgefässes, m die den Fruchtknoten umschliessende Säule, welche die Honiggefässe und Staubgefässe 1 trägt, v Anheftungsstellen der Honiggefässe, 0 Narbenkammer, p fleischiger Kopf, durch welchen die Pollenschläuche aus der Narbenkammer in den Fruchtknoten gelangen, q Fruchtknoten, 336 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 289. Asclepias syriaca. Ausserhalb der fünf Staubgefässe trägt das obere Ende der den Fruchtknote® umschliessenden Säule fünf eine grosse Menge Honig absondernde , dickfleischig& . hohle Blätter (a, 1. 2), welche den Mitten der Staubgefässe von aussen anliegen UP aus deren jedem ein nach innen gekrümmtes, spitz kegelförmiges Horn (b, 1. 2:38 hervorgeht, welches sich auf die obere Seite des fleischigen Knopfes legt und, indem es hier dem oberen häutigen Lappen (c) des betreffenden Staubgefässes anliegt, das Staubgefäss selbst in seiner Lage festhält. à Die Wirkungsweise dieser sonderbaren Blütheneinrichtung ist nun folgende: Insekten (Bienen, Wespen, Fliegen), welche, von dem süssen. Wohlgeruche a Blüthen angelockt, auf der Blüthendolde umherschreiten, um sich den reichen Honig” vorrath zu Nutze zu machen, gleiten mit ihren Füssen an den glatten Blüthentheile? ^ so lange ab, bis sie mit den Krallen in die untere Erweiterung eines Schlitzes ge rathen, in der sie dann einen Halt finden. Wenn sie dann, um weiter zu schreiten: die Füsse herauszuziehen versuchen , werden die divergirenden Krallen des F usse? von den zusammenschliessenden Rändern zweier benachbarten blattartigen Antheren" ausbreitungen so umfasst und im Schlitze aufwárts geführt, dass unvermeidlich eine der beiden Krallen in die unten erweiterte Spalte des Klemmkörpers gelangt un sich in dieser festklemmt. Zieht also das Insekt mit einem kräftigen Rucke den Fuse heraus, so zieht es den Klemmkórper (g) mit heraus und mit ihm die durch die Stränge (A) mit ihm verbundenen Staubkólbchen (i). Unmittelbar nach dem Heraus“ ziehen aus ihren Antherentaschen stehen die beiden Staubkölbchen weit auseinander (Fig. 122, g.) ; aber indem die beiden Stränge, durch welche sie an den Klemmkórpe geheftet sind, an der Luft trocknen und sich dabei drehen (vgl. 9.10. 11), rücken die beiden Staubkölbchen so dicht aneinander, dass sie mit Leichtigkeit in einen Schlit# eingeführt werden können. Indem daher das Insekt weiter auf den Blüthendolde? umherschreitet und, mit den Füssen an den glatten Flächen abgleitend, unsicher umi hertappt, führt es die Staubkölbchen leicht in. einen Schlitz einer anderen Blüthe eim schleift sie, beim Aufheben des Beines durch den Schlitz geführt, in die Narben“ kammer (o), reisst sie, indem es den Fuss durch einen kräftigen Ruck loszieht , von den Strängen, welche sie mit dem Klemmkörper verbinden, ab und bewirkt 99 Fremdbestäubung, während der Klemmkörper nebst den ihm anhängenden Stránge? am Fusse des Insekts befestigt bleibt. Bei weiteren Blüthenbesuchen fangen sich nun die an den Insektenfüssen haften gebliebenen Stränge in derselben Weise in den Schlitzen, heften bei gewaltsamem Aufwürtsziehen der Beine in derselben Weise neue Klemmkórper an sich und lasse? in derselben Weise die denselben anhaftenden Staubkólbchen in den Narbenkammer? später besuchter Blüthen sitzen, wie vorher die Krallen. Bei oft wiederholte? Blüthenbesuchen kann sich daher ein einzelner Insektenfuss mit zahlreichen , oft dichotomisch aneinander gereihten Klemmkörpern und Strängen behaften (Vgl. HiıLD Bot. Z. 1866. S. 378). | DELPINO sah bei Florenz Asclepias Cornuti in der beschriebenen Weise durch Scolia hortorum und bicincta, Apis mellifica und Bombus italicus befruchtet (DELP? sugli appar. p. 6—14. Hirp., Bot. Z. 1867. S. 266—269). Ich selbst beobachtete in Thüringen (Sept. 1869) auf den Blüthendolden v9? A. Cornuti zahlreiche Honigbienen, Faltenwespen , Ameisen und Fliegen. . HınpE“ BRAND übersandte mir eine grössere Anzahl von Insekten mit Klemmkörpern an den Krallen, welche er in den ersten heissen Julitagen 1870 bei Freiburg von A. Con nuti eingesammelt hatte. Von uns dreien zusammen wurden auf den Blüthen diese Pflanze folgende Insektenarten gefunden : . 989. Asclepias syriaca. —— 337 “Fl. = Florenz, DELPINO; F. = Freiburg, HILDEBRAND ; Th. =, Thüringen, MÜL- LER; ! mit Klemmkörpern an den Krallen). | A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8 ! (Fl. Th.). 2) Bombus ita- licus L.! (Fl). 3) B. terrestris L. 8,5! (FJ. 4) B. hypnorum L. 8! (FJ. 5) Halictus Scabiosae ILL. Q ! (F.). 6) HL cylindricus F. d! (FJ. 7) H. quadricinctus F. € ! (E3-. 5) Mehrere kleinere Halictusarten (Th.), welche ich niemals sich in den Schlitzen fangen sah. 9) Coelioxys sp. Q $ ! (FJ. 10) Stelis aterrima Pz. @ ! (F.). b) Sphegidae: 11) Scolia hortorum L. ! (Fl). 12) Se. bicincta ! (Fl.).. 13) Se. quadripunctata F. © ! (F.) 14) Ammo- phila sabulosa L. © ! (F.). 15) Psammophila affinis. K. Q! {F.). c) Vespidae: 16) Polistes gallica L. Ọ ! (F. Th.) und var. diadema ! (Th.). d) Formicidae: 17) Verschiedene Arten (Th.); diese fingen sich mit den Krallen ip den Schlitzen, vermochten aber nicht, das -gefangene Bein wieder loszuziehen und blieben daher gefangen. Dass sich eine so gefan- gene Ameise das Bein ausgerissen hätte, um wieder loszukommen, habe ich nie beob- achtet. B. Diptera a) Syrphidae: 18) Eristalis tenax L.! (F. Th.). 19) E. arbustorum . L.! (Th.). 20) E. nemorum L.! (Th.). 21) Melithreptus scriptus L. (Th.). 22) M. tae- niatus Men. (Th.); diese beiden saugten Honig, ohne mit den Füssen in Schlitze zu ge- rathen. b) Muscidae: 23} Ocyptera brassicaria F. (F.). 24) Lueilia (Th.). In mehreren Blüthen, welche ich zergliederte, waren Klemmkörper und Staubkólbchen noch an ihrer / Stelle, während in den Narbenkammern sich Staubkólbchen vorfanden, die also von anderen Blüthen hineingeschleppt sein mussten. 2 Asclepias fruticosa. Blütheneinrichtung und Insektenbesuch sind von. SrRENGEL (S. 139—150) sehr ausführlich beschrieben; nur hat Sp. irrthümlicher ` Weise die Oberfläche des fleischigen Knopfes als Narbe betrachtet. : Asclepias curassavica wird nach den Beobachtungen meines Bruders Frırz MtrrER in Südbrasilien zwar auch bisweilen von Wespen, unendlich häufiger „jedoch von den mannichfachsten Schmetterlingen besucht, an deren Beinen man oft Klemmkörper und Staubkölbchen dieser Pflanze findet. Ein abgeflogener Schmetter- ling, einer Vanessa ähnlich, trug an einem Beine nicht we- niger als 11 Klemmkörper die- ser Asclepias. Von den 22 Pollenmassen waren nur noch 8 vorhanden, dieandern jeden- falls zur Bestäubung anderer Blüthen verwendet. (Brief- i liche Mittheilung.) 4 i| j pan rra : 5 Schmetterlingsfuss mit |1 Klemmkórpern ( Ascle pias tenuifolia „ (st) von Asclepias eurassavica. sah HILDEBRAND, durch obige | ; l ; briefliche Mittheilung aufmerksam gemacht, von einem Kohlweissling befruchtet (Bot.. Z. 1871. S. 746). Gomphocarpus wird in ähnlicher Weise wie Ascl. syr. durch die Krallen von Hymenopteren befruchtet, Arau ja albens Bor. (Physianthus Mart.) durch den Rüssel besuchender Hummeln, welchem sich der Klemmkörper fest anklemmt, Vincetoxicum officinaledurch den Rüssel kleiner Fliegen, Stapelia hirsuta und grandiflora durch Musca vomitoria und Sarcophaga carnaria, welche durch den aasühnlichen Geruch der Blüthen angelockt werden. Allgemein wechseln bei denjenigen Asclepiadeen, bei welchen die Befruchtung durch den Rüssel von Insekten bewerkstelligt wird (Arauja, Cynanchum, Vincetoxicum, Stapelia, Bucerosia), die fünf Honigbehälter mit den Staubgefüssen ab; bei denjenigen, bei welchen die Beine der Insekten die Befruchtung bewirken (Asclepias, Gomphocarpus ;. Centrostemma, Hoya) ist es umgekehrt ; bei Stephanotis, die durch den Rüssel von Nachtschmetter- lingen befruchtet wird, ist der Grund der Blumenkronenróhre zu einem grossen 22 2 || J | i | | | N Jj I i | | " | 1| H AA; "| | k) und $ Staubkólbchen Müll er, Blumen und Insekten. 338 Honigbehälter umgewandelt (DELP. S. 266—269). III. Von Insekten befruchtete Blumen: 290. Vinea minor. , sugli app. p. 3— 14. HLD. ` Bot. Z. 1967. Bei Ceropeja elegans bildet die Blüthe ein vorübergehendes Gefängniss ihrer Besucher , sehr ähnlich dem von Aristolochia Clematidis. Kleine ‚Fliegen (Gymnopa opaca) kriechen durch die Röhre der anfangs aufrecht stehenden Blüthe in den die Geschlechtstheile umschliessenden bauchigen Theil, den Kessel, und werden hier durch steife, nach innen gerichtete Haare, in den Kessel besetzt ist, einen Tag lang festgehalten. mit denen der Eingang Am zweiten Tage kräuseln sich diese Haare, die Blüthe neigt sich, die Fliegen kriechen mit an den Rüssel ge- klemmten Staubkölbchen heraus und suchen neue Blüthen auf, in deren Kessel $1€ die Staubkólbchen in die zur Narbe führende Spalte einführen und neue angeklemmt erhalten (DEr»., Ult. oss. p. 224—228. Hirp., Bot. Z. 1870. S. 604. 605) Stapelia nach Kunn kleistogam (Bot. Z. 1867. S. 67). Periploca graeca. Die Bestäubungsvorrichtung ist von DELPINO erörtert (sugli app. p. 14. 15. Hrup., Bot. Z. 1867. S. 273). Apocyneae. 290. Viuca minor L. Blüthe, nach Wegnahme des vorderen Theils ‚der Blu- menkrone. aFruchtknoten, b,b 2 gelbe Honigdrüsen, welche die Ba- sis des Fruchtknotens um- geben und an 2 gegenüber- liegenden Stellen desselben sich erheben, c Griffel, d Punkt, wo der Staubfaden der Blumenkrone trennt, von aussen als Ein- druck sichtbar, de knieför- mig einwärts gebogener Staubfaden, ef Staubbeutel, nach innen aufspringend, g Verdiekung des Griffels, h scheibenförmiger Aufsatz des Griffels, auf der Aussen- fläche ringsum mit Klebstoff bekleidet, zu beiden Seiten der unteren Kante als Narbe fungirend, % der Narben- scheibe aufsitzender Haar- schopf, welcher den aus den Antheren hervortretenden Blüthenstaub aufnimmt. sich von lassener Vinca rosea Die aus vorstehender Abbildung und Erklärung hinläng- lich ersichtliche Blütheneinrichtung wurde schon von SPREN- GEL (S. 135—137) richtig beschrieben, aber, da er auch hier den Vortheil der Fremdbestäubung übersah, unrichtig gedeu- det. SPRENGEL glaubte nemlich, da er nie ein grósseres Insekt an den Blüthen gesehen, in denselben aber Blasenfüsse (Thrips) gefunden hatte, dass diese, in der Blüthe hin und her kriechend, den Blüthenstaub auf die eigne Narbe über- trügen und dass so allein die Befruchtung der Blüthen bewirkt würde. Die richtige Deutung der Bestäubungsvorrichtung der Vincaarten gab zuerst DARWIN, indem er erkannte, dass ein dünner und langer Insektenrüssel, in den honighaltigen Blüthengrund gebracht, beim Hineinstecken sich mit Kleb- stoff beschmieren, beim Herausziehen daher mit Pollen be- haften müsse, der, bei weiteren Blüthenbesuchen an dem als Narbe fungirenden Rande der Griffelscheibe haften bleibend, Befruchtung bewirke. Ja es gelang DAR WwrN, von Vinca major, die er in England niemals von Insekten besucht, aueh nie von selbst hatte Frucht tragen sehen, gute Früchte zu erhal- ten, indem er eine feine Borste nach einander an 6 Blüthen zweier Pflanzen in jeder Blüthe mehrmals zwischen den Staubgefüssen hinabsenkte und wieder hervorzog, wodurch natürlich sowohl Selbst- als Fremdbestäubung bewirkt wurde (The Gardeners Chronicle 1861. p. 552). Durch Darwın's Mittheilung angeregt, machte ein anderer Englünder denselben Versuch mit Vinca rosea, die er sich selbst überlassen eben- falls bestündig unfruchtbar gefunden hatte und erhielt eben- falls gute Früchte (C. W. C., Royal Botanie Gardens, Kew. The Gardeners Chronicle 1861. p. 669). Ein dritter Englinder behauptete dagegen, auch von sich selbst über- reichliche Früchte geerntet zu haben (F. A. P. daselbst. 290—91. Vinca minor, major. 292. Syringa vulgaris. 339 °P. 736). Aber Darwin spricht der letzteren Behauptung gegenüber die Vermuthung au dass die Exemplare des Herrn F. A. P. in einem Gewüchshause mit geóffneten Fenstern standen, in welches Nachtschmetterlinge Zutritt hatten (daselbst p. 831). i-a Ohne von diesen Beobachtungen zu wissen, hat spüter DELPINO die Blüthen- einrichtung der Vincaarten, namentlich die von V. rosea, bei welcher der untere | Rand der Griffelscheibe sich becherfórmig nach unten verlängert, ausführlicher be- schrieben und mit DARWIN übereinstimmend gedeutet (sugli app. P- 15—17) und HILDEBRAND diese Beschreibung durch Abbildungen erläutert (Bot. Z. 1867. S. 274. Taf. VII. Fig. 8—14). Insekten scheint, abgesehen von Thrips, keiner der genannten Forscher an einer Vincaart beobachtet zu haben, was um so auffallender ist, als V. minor zu ihrer Blüthezeit (Anfang April bis Mai) zu den augenfálligsten und honigreichsten Blumen gehört und nach meiner Erfahrung bei sonnigem Wetter auch thatsüchlich reichlich von Insekten besucht wird. Die ganze Blumenróhre von Vinca minor ist 11 mm lang; die Insekten vermögen - aber sehr leicht auch den Kopf in den obersten Theil derselben, bis zu dem Haar- verschlusse dicht über den Antheren, hineinzustecken, und von da bis zum Grunde der beiden neben dem Fruchtknoten stehenden, gelblichen Honigdrüsen betrágt der - Abstand nur noch 8mm ; daher sind schon Insekten mit wenig über 8mm Rüssel- . länge zum völligen Aussaugen des Honigs befähigt. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus hortorum L. 9 D 4 lapidarius L. © (12—14). 3) B. agrorum F. 9 (12—15), alle drei sehr häufig. 4) B. ter- restris L. ọ (7 —9), weniger häufig. 5) B. vestalis Fourc. 9 (12), einzeln., 6) Antho- phora pilipes F. Q § (19—21), sehr häufig. 7) Osmia rufa L. 5 (7—8). B. Diptera Bombylidae : 8) Bombylius maj die letztere Art (18. April 1869) schon 73/4 Uhr Morgens. Sämmtliche Besucher normal sgd. C. Thysanoptera: 10) Thrips, háufig. 291. Vinca major L. An dieser sah ich nurein einziges Mal Bombus agrorum F. 9 (12—15) an zahlreichen Blüthen saugen , wobei sie den Kopf ganz in den Eingang der Blumenróhre steckte. Rhynchospermum ja das Beschmieren des Rüssels mit K desselben mit Pollen beim Herausziehen aus der B Bot. Z. 1869. S. 509. T. VI. Fig. 38—40). Tabernaemontana echinata mit eignem Po then derselben Pflanze unfruchtbar, mit Pollen getrennt gewa bar (Fritz MüLLER, Bot. Z. 1870. 8. VE PES sminoides stimmt nach HinpEBRAND in Bezug auf lebstoff beim Hineinstecken und das Behaften llen und Pollen anderer Blü- chsener Pflanzen frucht- Oleaceae. 292. Syringa vulgaris 14:5) Der vom Fruchtknoten abgesonderte Honi der S—10 mm langen Blumenróhre und ist d Theile ausfüllenden beiden Staubgefüsse gegen Regen, durch die Lünge der Róhre gegen kurzrüsslige Insekten geschützt; von Insekten mit hinreichender Rüssellänge ‚wird er daher um so begieriger aufgesucht. Dieselben streifen beim Hineinstecken des Rüssels die im Röhreneingange sitzenden Staubgefässe, dann erst die tiefer unten . in der Röhre eingeschlossne Narbe und scheinen daher, da beide Geschlechter gleich- .* SPRENGEL (S. 47. 48) hat an Syringa keine Insekten beobachtet. Fe 22 * or L. (10). 9) B. discolor Mix. (11—12), beide sehr häufig, - lüthe mit Vinca überein (HILD., g füllt den untersten Theil (2—4 mm) urch die den Eingang zum grössten 340 III..Von Insekten befruchtete Blumen: 292, Syringa vulgaris. 293. Ligustrum vulgare: zeiüg entwickelt sind*), unvermeidlich Selbstbestäubung bewirken zu müssen. Führt man jedoch eine glatte Nadel trocken in die Blumenröhre ein, so überzeugt man sich leicht, dass beim Hineinstecken kein Blüthenstaub an ihr haften bleibt; wohl aber beim Zurückziehen an der auf 2—4mm Länge vom Honige be- netzten Spitze. Dasselbe findet nu" ohne Zweifel mit dem Rüssel der Honig saugenden Fliegen, Bienen und Schmetterlinge statt, so dass diese regel- mässig Fremdbestäubung bewirken; während dagegen die Pollen fressen“ den Insekten zwar sehr leicht durch das Losarbeiten des Blüthenstaube® von dem dann ein Theil hinabfällt, Selbstbestäubung, aber kaum Je Fremdbestäubung bewirken können. 1. Blüthe, nach Entfernung des vorderen Theils der Bei ausbleibendem Insektenbesuch® Blumenkrone, von der Seite gesehen. erfolgt endlich unausbleiblich Sich- : 2. Dieselbe, gerade von oben gesehen. 3. Eingang der Blüthe, unmittelbar nachdem sie sich selbstbestäubung. geöffnet hat. 4. Derselbe, etwas später. e s Kelchblätter, p Blumenblätter, fi Staubfäden, a Staub- eid a Hymonon beutel, po Pollen, ov Fruchtknoten, st Narbe. a) Apidae: 1) Bombus lapidarius L. 8 ; ] (10—14), zahlreich. 2) B. terrestris L.89 (7—9). 3j B. hortorum L. 9 8 (18—21), sehr zahlreich. 4) Apis mellifica L. 8 (6), zahlreich, sämmtlich sgd. Die Honigbiene kann, nach ihrer Rüssellänge zu schliessen, den Honig nur zum Theil aussaugen. 5).Eucera longicornis L. $ (10—12). 6) Antho- - phora pilipes F. Q 5 (19—21), häufig. 7) Osmia rufa L. 9 (7—9), häufig; auch die dre! letzten sgd. $; Halictus albipes F. Q. b) Vespidae: 9) Odynerus spec.; die beiden letzten vergeblich nach Honig suchend und sich alsbald wieder entfernend. B. Diptera a) Bom- bylidae: 10) Bombylius major L. (10), sgd. b) Syrphidae: 11) Rhingia rostrata L. (11—12), in grösster Häufigkeit, sgd. u. Pfd. 12) Xylota segnis L., versucht vergeblich zu saugen und frisst dann Pollen. 13) Syritta pipiens L. (3), Pfd. 14) Eristalis sepulcralis L., Pfad. 15) E. arbustorum L. (4—5), Pfd. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 16) Papilio Ma- chaon-L. (18). 17) P. Podalirius L., beide zahlreich (Stromberg). 18) Vanessa urticae L- (12, häufig. 19) Pieris cardamines L. (11). 20) P. brassicae L. (15). 21) P. napi L 22) P. rapae L., alle drei häufig. b) SpAinges: 23) Macroglossa fuciformis L., in Mehr- zahl (Stromberg;. 24) M. stellatarum L., desgl. 293. Ligustrum vulgare L. . Der vom Fruchtknoten selbst abgesonderte Honig sitzt im Grunde éiner kaum 3mm langen Blumenróhre, die sich oben in einen meist Alappigen, selten 5lappigen Saum ausbreitet. Der Griffel reicht. bis zum Eingange der Röhre und bietet hier eine bald mehr bald weniger deutlich zweilappige Narbe dar. Ueber dieselbe ragen die 2, selten 3 frei aus der Blüthe hervorstehenden und mit der Narbe gleichzeitig entwickelten Staubgefässe empor, deren Staubbeutel zwar seitlich aufspringen, aber alsbald sich soweit öffnen, dass ihre ganze der Blüthenmitte zugekehrte Seite mit. Blüthenstaub bedeckt erscheint. Die beiden Staubbeutel stehen bald weit auseinan- der (Fig. 126, 4), bald neigen sie sich über der Narbe zusammen (Fig. 126, 1. 2); im ersteren Falle (4) berührt ein in den Blüthengrund gesenkter Insektenrüssel in *) Nach BATALIN (Bot. Z. 1870. S. 54. 55) wächst in den Gärten eine proteran- drische und eine proterogynische Varietät. Ich habe nur einmal in einem Blumenstrausse die proterandrische Varietät gesehen; alle Stöcke, an denen ich meine Insektenbeobach- tungen anstellte, waren homogam. N 293. Ligustrum vulgare. Jasmineae. Utriculariaceae. 341 der Regel zuerst mit einer Seite ein Staubgefüss , unmittelbar darauf mit der ent- gegengesetzten die Narbe und bewirkt daher bei wiederholten Blüthenbesuchen, in- Ä dem erin verschiedenen Blüthen bald mit der einen bald mit der anderen Seite die |. Blüthe, schräg von oben gesehen. 2. Eine weniger geöffnete Blüthe, gerade von oben gesehen. .3. 4. Blüthe, nach Wegnahme des vorderen Theils der Blumenkrone, von der Seite gesehen (3!|7't 1). Narben berührt, in der Regel Fremdbestäubungen ; im letzteren Falle (1. 2) kann er eben so leicht Selbst- als Fremdbestäubung bewirken. Der Insektenbesuch ist bei Tage sehr spärlich ; vielleicht locken die stark duftenden, weiss gefürbten Blüthen Nachtschmetterlinge.in grósserer Menge an. Blüthen mit über der Narbe zusammen- neigenden Staubgefüssen (1, 2) befruchten sich bei ausbleibendem Insektenbesuche ‚regelmässig selbst. Ich beobachtete an den Blüthen nur: A. Hymenoptera Apidae: .1) Heriades truncorum, L., sgd. (27. Juni 1869). B. Diptera Syrphidae: 2) Eristalis nemorum L., sgd. (21. Juni 1868). ER Jasmineae. Jasminumarten sollen sich nach TaEvrRANUS durch Zurückkrümmen des Griffels gegen die Antheren selbst befruchten (Bot. Z. 1863. S. 60), dagegen erwähnt Kuun die Gattung Jasminum als dimorphe Arten enthaltend (Bot. Z SLT EAE OBL y Ordnung Primulinae. Utriculariaceae Eingehende Beobachtungen über Bau und Entwicklung der Pod. 26.1865-°8893).: Die Bestäubungseinrich- 9. S. 505—507. Taf. VI. Fig. 27—37). dieOberlippe steckt, um den in dem hohlen streift zuerst mit seiner Oberseite einen die der papillösen Seite nach unten umgebogenen Insekt schon vorher eine Blüthe besucht Utricularia. Blüthe hat Bucmenau angestellt tung erläutert HILDEBRAND (Bot. Z. 186 Ein Insekt, welches seinen Rüssel unter Sporn geborgenen Honig zu gewinnen, Staubgefässe überragenden und mit Narbenlappen, so dass dieser, wenn das hat, mit Pollen derselben behaftet wird, darauf die Staubgefässe, die es mit neuem Pollen behaften. Da der Narbenlappen so reizbar ist, dass er unmittelbar nach der : Berührung sich nach oben umklappt, so findet Uebertragung eigenen Blüthenstaubes auf dieselbe auch beim Rückzuge des Insekts nicht statt. . Bei Pinguicula alpina ist es ebenso, nur wird : durch eigene Reizbarkeit, sondern durch das sich zurückziehende Insekt umgeklappt. Von Pinguicula vulgaris gibt AXELL (S. 42. 43) eine Beschreibung und. Abbildung der Blütheneinrichtung, welche mit den Angaben HILDEBRAND’s überein- der Narbenlappen nicht Stimmt. III. Von Insekten befruchtete Blumen: 294. Plantago lanceolata. Piwmbagineae. Plumbago und Staticearten dimorph (Frırz MÖLLER, Bot. Z. 1868. S. 113). | | Arm eria befruchtet sich nach TREvrRANUs selbst, indem die Staubfäden sich beim Aufspringen der Antheren so einwürts krümmen, dass die Antheren gerade über der vertieften Mitte des Sternes der ausgebreiteten Narben zu stehen kommer und ihren Blüthenstaub ausschütten (Bot. Z. 1863. S. 6). Plantagineae. 294. Plantago lanceolata L. DELPINO unterscheidet drei Forme? dieser Art.*) Er sagt wörtlich: »Eine Form mit kräftigem und sehr hohem Schaft; mit weisslichen, sehr breiten und im Winde zitternden Antheren, bewohnt die Wiesen und ist ausschliesslich anemophil, da ich sie nie von Insekten besucht gesehen habe- Die zweite Form bewohnt die Hügel; hat einen viel weniger hohen Schaft und ist ebenfalls wesentlich anemophil. Uebri- gens sah ich einigemale auf seine Aehren eine Art Halictus sich setzen, welche den Blüthenstaub zu sammeln versuchte; aber der Bau der Blüthen ist so ungeeignet Zu- diesem Sammeln, dass der grósste Theil des Blüthenstaubes zur Erde fiel, ohne weder dem Insekte noch der Pflanze ZU nützen. Die dritte Form endlich ist zwerghaft, bewohnt die Berge und hat die kurzeste Blüthenähre und weniger lange Staubfäden. Fig. 127: Nun sah ich auf den Wiesen der Apenninen 1. Blüthe im ersten (weiblichen) Zustande; Blumen- bei Chiavari zahlreiche Bienen emsig - blätter und Staubgefässe noch in Knospe. einer Aehre zur andern fliegen, denen e$ 2. Dieselbe, nach Entfernung des Kelches. vollstándig gelang, den Blüthenstaub für 3. Ein Staubgefäss aus dieser Blüthe. sich einzusammeln und die Fremdbestäu* = Biüfke, im zweiten (männlichen) Zustande. à bung ddr Pflanze zu bewirken. 5. Die zusammengewachsenen unteren Kelchblätter. : : : 6. Ein seitliches Kelchblatt. Das ist also eine Plantagoform, welche zwischen Windblüthigkeit und Insekten- blüthigkeit vollstàndig in der Mitte steht und in gleichem Grade fähig ist, ebensowohl vom Winde als von den Bienen befruchtet zu werden. . Stellen wir uns nun vor, dass die Staubfäden dieser Form steif und gefärbt, die Pollenkörner klebrig würden und die Antheren jenes, ihnen eigenthümliche, besondere Zittern verlóren, so würden wir damit die stufenweise Umwandlung der anemophilen ın entomophile Merkmale, die Bildung einer insektenblüthigen Art, die aus einer windblü- thigen hervorginge, vor uns haben. : P Gerade dasjenige nun, was wir als eine Annahme gaben, hat sich in Wirklichkeit ereignet. Plantago media ist eine insektenblüthig gewordene Plantagoart; sie hat schön rosenroth gefärbte Staubfäden, die Antheren haben ihr Zittern, der Pollen hat seine Leicht- beweglichkeit verloren, und'sie wird regelmässig von Bombus terrestris besucht, wie ich an derselben Localität (in den Apenninen bei Chiavari) habe feststellen können «. Ich habe diese Bemerkung Derrıno’s mitgetheilt, um deutsche Botaniker anzu- regen, an möglichst verschiedenen Standorten die Formen dieser Plantagoart in Be- *) Applicazione p. 6, Anmerkung. 294. Plantago lanceolata. 243 zug auf etwaige Anpassungen an den Insektenbesuch möglichst genau ins Auge zu fassen. In der Umgegend Lippstadts habe ich Pollen sammelnde Bienen und Pollen fressende Fliegen sowohl an hochstengligen und langührigen als an niedrigen und kurzührigen Formen getroffen und weder an der einen noch an der anderen die min- deste Anpassung an den Insektenbesuch bemerkt. DELPINO’S Angaben sind indess nicht genau genug, um an anderen Orten beobachtete Formen mit den von ihm auf- gestellten vergleichen zu lassen; es ist daher sehr wohl möglich, dass D. Formen , beobachtet hat, welche bei Lippstadt gar nicht vorkommen. . . Es wäre aber auch möglich, dass Derrıno bloss auf Grund des erfolgreicheren Pollensammelns der Honigbiene, welches-im vorliegenden Falle durch ihre Gewohn- heit, den einzusammelnden Pollen mit Honig zu benetzen, bedingt ist, bei derjenigen Plantagoform, an welcher er die Honigbiene Pollen sammeln sah, Anpassungen, welche thatsächlich nicht vorhanden sind, vorausgesetzt hätte. Die beiden extremen Formen von P. lanceolata, welche ich bei Lippstadt ange- troffen und an denen ich, ebenso wie an den Zwischenformen, Pollen suchende Insekten beobachtet habe, sind: 1) niedrige, kurzährige Exemplare von dem son- nigen, kalkreichen , kargbegrasten Abhange des Rixbecker Hügels, 2) hohe, lang- ährige Exemplare von gedüngten Wiesen des Lippe-Alluviums. 1) Bei den niedrigsten Exemplaren des Rixbecker Hügels sind die Aehrenstiele " kaum 0,1 Meter lang, die Aehren kuglig, von nur 5 mm Durchmesser, die einzelnen Blüthen an der Aussenseite convex, an der der Achse zugekehrten Seite flach oder schwach concav; von den 4 Kelchblättern die beiden unteren bis fast zur Spitze mit einander verwachsen (Fig..127, 5). Während die Blumenkronenzipfel noch auí- recht zusammenschliessen (Fig. 127, 2) und zwischen den Kelchzipfeln versteckt sind (Fig. 127, 1), und die in der Knospe eingeschlossenen , von ihrer Reife noch Weit entfernten Staubgefüsse noch kaum eine Spur von Stielen besitzen (Fig. 127, 3), ragt die Narbe bereits in voller Entwicklung etwas über Knospe hervor (Fig. 127, 1. 2). Erst nach dem Braunwerden und Verschrumpfen der Narbe beginnt ein rapides Wachsthum der Staubfáden, während die übrigen | Blüthentheile sich langsam weiter entwickeln. Endlich klappen sich die Blumen- : ten mit den zur Reife entwickelten Staub- (in der weiblichen Blüthenperiode nur 2) Obgleich sie sich ganz gerade -um von jedem Luftzug in leb- Staubwólkchen trockner, (welche angefeuchtet zu Gleichwohl wird kronenzipfel zurück und die Staubfäden tre beuteln 5—6 mm lang aus den jetzt über 3 Millimeter langen Blüthen hervor (Fig. 127, 4). Strecken, so sind sie doch dünn und biegsam genug, haftes Hin- und Herschwanken versetzt zu werden und ein glatter Pollenkórner von 0,016 bis 0,020 mm Durchmesser 0,021 bis 0,026 mm Durchmesser anschwellen) auszustreuen. -dieser Pollen von der Honigbiene gesammelt. 2) Die hohen, langstengligen Exemplare der Wiesen des gedüngten Lippe-Al- luviums, "welche das andre bei Lippstadt vorkommende Extrem von Pl. lanceolata bilden, haben Aehrenstiele von 0,3 bis 0,44 Meter, Aehren von 15—30 mm Länge und Staubfäden, welche 6—7 mm lang aus den Blüthen hervorragen. In der voll- stándig ausgeprägten proterogynischen Dichogamie, in der Verwachsung der beiden unteren Kelchblätter, kurz in allen übrigen Stücken stimmen sie mit der Rixbecker " Form überein. Ich habe Pollen suchende Insekten ohne Unterschied an beiden ex- tremen, sowie an den zwischen ihnen stehenden Formen beobachtet, und zwar: 4e: 1) Apis mellifica L. 8, sehr häufig, Psd. Schon im Sommer 1868 habe ich von dieser Thätigkeit der Honigbiene folgende Beschreibung - entworfen, von deren Richtigkeit ich mich in den drei darauf folgenden Sommern - A. Hymeno pte ra Apid - 1mm lang frei aus der 344 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 29!—95. Plantago lanceolata, media. wiederholt durch erneute Beobachtungen überzeugt habe: »Mit vorgestrecktem Rüssel fliegt die Honigbiene summend an eine Blüthenähre heran und speit freischwebend etwas Honig auf die frei hervorstehenden Staubbeutel. Dann bürstet sie, immer noch frei schwe bend und summend, mit den Vorderfersen mit einer plötzlich vorwärtsgreifenden UP wieder zurückziehenden Bewegung (wobei der Summton eben so plötzlich sich erhöht) Pollen von den Staubgefässen ab; in demselben Momente sieht man ein Pollen-Staub- wölkchen von den erschütterten Staubgefässen aus sich in der Luft verbreiten. Die piene wiederholt nun, nachdem sie den Blüthenstaub an die Hinterschienen abgegeben hat, das- . selbe Geschäft an derselben oder einer anderen Aehre oder fasst, wenn sie ermüdet ist, festen Fuss auf der freischwebend abgebürsteten und kriecht an derselben aufwärts. Da der frei umherfliegende Blüthenstaub zum Theil auch auf Narben derselben oder benach- barter Stöcke gelangt, so werden in diesem Falle Windblüthen auch durch Insekten“ thätigkeit befruchtet. 2) Bombus pratorum L. 8, Psd. 3) Kleine Halictusarten, an den Antheren beschäftigt«. B. Diptera Syrphidae: 4) Melanostoma mellina L., sehr häufig; Pid. 5) Syrphus ribesii L., Pfd., wiederholt. 6) Volucella pellucens L., Pfd. So oft ich an Pl. lanceolata eingesammelte Bienen mikroskopisch untersuchte, fand ich zwischen den gefiederten Haaren derselben zablreiche Pollenkórner. 295. Plantage media L., Während ich an den verschiedenen Formen von pl. lanceolota keinerlei Anpassung an den Insektenbesuch bemerken konnte, gaben sich Fig. 128. A. (1—5.) Eine Form von Plantago media, welche an trocknen, sonnigen Rändern am Abhange des Rixbecker Hügels bei Lippstadt wächst. 1. Knospe, 2. aufgehende Blüthe, 3. völlig entwickelte Blüthe, 4. Blumenkron® 5. Stempel. s = Kelchblätter, p = Blumenblätter, a = Staubgefässe, st = Narbe. B. (6—8.) Eine andere Form derselben Art, welche ebenfalls am Abhange des Rixberger Hügels, aber an feuch- ten, etwas schattigen Stellen, oft wenige Schritte von der anderen, wächst. 6. Entwickelte Blüthe, 7. Blume?" krone, 8. Stempel dieser Form, r die von mir untersuchten Exemplare von P1. media zum Theile nicht nur durch röth- liche Fárbung-der Staubfüden, sondern auch durch einen angenehmen Geruch in ver” schiedenem Grade als dem Besuche der Insekten angepasst zu erkennen. Gleichwohl sind auch bei allen Formen dieser Art die Staubfüden so lang, dünn und leicht be- 295. Plantago media. | mi 845 weglich, die Staubbeutel so breit und die Pollenkörner so glatt und trocken, dass die Befruchtung sehr leicht durch den Wind bewerkstelligt werden kann. Pl. media stellt also eine wirkliche Mittelstufe zwischen Windblüthen und Insektenblüthen dar. Eine ähnliche Variabilität, wie sie Denrrxo bei Pl. lanceolata beobachtete, bietet in der Umgegend von Lippstadt Pl. media dar. Nur erscheint räthselhafter Weise die von mir an trocknen, sonnigen Rändern beobachtete Form 4 in geringerem, Grade dem Insektenbesuche angepasst als die schattiger stehende B; jedoch muss ich hinzufügen, dass eine mit B im Wesentlichen übereinstimmende, nur weit hóhere Form auch am sonnigen Abhange des Kanaldammes bei Lippstadt wächst und da- selbst häufig von Insekten besucht wird. Die Form A hat 0,2 bis 0,3 Meter lange Aehrenstiele und etwa 40mm lange Blüthenähren, welche sich während des Verblühens bis zu 70—80 mm verlängern; ihre Staubfäden, die sich unter dem Gewichte der Staubbeutel schwach biegen, sind Weiss und ragen 7—9 mm lang aus den Blüthen hervor; ihre Blumenkronenzipfel Sind spitz und breiten sich auseinander; ihre Narben ragen lang aus den Blüthen hervor. Die Form B dagegen hat nur etwa 0,15 mm lange Aehrenstiele, kürzere, róthliche Staubfáden, die sich unter dem Gewichte ihrer Staubbeutel nicht biegen, - rundliche, sich nicht auseinander breitende, sondern nur schrüg aufwürts auseinander Stellende Blumenkronenzipfel und nur wenig aus der Blüthe hervorragende Narben. Der Blüthenstaub ist bei beiden Formen pulvrig, bei der zweiten (B) jedoch etwas leichter anhaftend, wie man namentlich daran sehen kann, dass die Staubfäden dieser Form meist dicht mit Pollenkórnern behaftet sind. ‚Die am sonnigen Abhange des Kanaldamms wachsende Form, an der ich einen grossen Theil der nachfolgend mitgetheilten Insektenbeobachtungen gemacht habe, hat 0,25—0,36 Meter lange Aehrenstiele, 35—90mm lange Aehren, und Staub- füden, die nur’ 4,5 —7 mm lang aus der Blüthe hervorragen; in Form und Entwick- lung der Blumenkrone und des Griffels, sowie in der Beschaffenheit des Blüthen- staubes stimmt sie ziemlich mit 3 vom Rixbecker Hügel überein. Die Proterogynie war bei allen von mir untersuchten Exemplaren von Pl. media schwächer ausgeprägt als bei lanceolata; denn die Narben sind immer noch frisch, wann die Staubbeutel sich entleeren ; doch zeigen, wie der Vergleich von 3 und 6 in Fig. 128 ergibt, die verschiedenen Formen von Pl. media in dieser Beziehung grosse . ‚Verschiedenheit. : Die vorstehenden Bemerkungen bezw Samkeit der Botaniker auf die als Mittelgliede blüthen interessanten Formen von Plantago media zu ‚umfassendere Untersuchungen zu veranlassen, nicht e schliessen. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus terrestris L. Q, Psd., häufig. 2) Rucera longicornis L. 5 (durch den Geruch angelockt?) vergeblich nach Honig suchend. 3) Halictus albipes F. Q9. 4 H. cylindricus F. Ọ, beide wiederholt Psd. 5) AndrenaQ (mittelgrosse Art), desgl. 6) Megachile circumcincta K. €. B. Diptera a) Syrphidae : 7) Melanostoma mellina L. sah ich an einem reich. mit verschiedenen blühenden Pflanzen ; bewachsenen Rasenabhange längere Ze:t zwischen den verschiedensten Blüthen wie suchend ümherfliegen, bis sie an blühende Stócke von Pl. media kam; auf diesen setzte sie sich Sofort und bearbeitete die Antheren mit den Rüsselklappen (Pfd.). 8) Ascia podagrica Did. 9) Syrphus balteatus Dre., Pfd. 10) Eristalis arbustorum L., sehr háufig, Pfd. 11) Rhingia rostrata L., Pfd. b) Muscidae: 12) Spilogaster semicinerea WIED., sehr f häufig, Pfd. e Stratiomydae: 13) Chrysomyia formosa Scor. C. Coleoptera a) Niti- ecken selbstverständlich nur, die Aufmerk- r zwischen Windblüthen und Insekten- lenken und eingehendere und twa, die Frage hiermit abzu- SO- aa MERE a eer i on ill 346 IE Von Insekten befruchtete Blumen: Primulaceae. 296. Primula elatior- dulidae: 14) Meligethes, nicht selten. b) Malacodermata: 15) Anthocomus fasciatus bá 16) Malachius aeneus L., beide in Mehrzahl, Antheren benagend. c) Cerambycidae: 17) Strangalia nigra L., desgl. Plantagoarten nach Darwın dimorph (in seinem Aufsatze über den Dimo! phismus von Primula; Proc. of the Linn. Soc. VI. S. 77—99). Plantagoarten nach Kunx kleistogam (Bot. Z. 1867.-8. 67). Primulaceae. Primula. Die Arten dieser Gattung sind der Gegenstand einer Reihe inter- essanter Untersuchungen gewesen, welche von DARWIN angeregt und in meisterhafte? Weise eröffnet wurden. ; In seinem Aufsatze »On the two forms or dimorphic condition in the species of Primula and on their remarkable sexual relations« (Proc. of the Linn. Soc. vr [1862] Bot. p. 77—99) wies D. nach, dass bei Primula veris (P. offic. Jaco.) die Narben der langen Griffel aus 3mal längeren Papillen bestehen , als die der kurze?» und dass die Pollenkórner der hochstehenden Staubgefässe 1! /3mal SO gross sind al$ die der tiefstehenden, dass es sich ähnlich auch bei P. auricula und sinensis verhält, - dass ferner diese Primeln bei Insektenabschluss sehr unfruchtbar*), bei Insektenzu- tritt, ebenso auch bei künstlicher Befruchtung durchaus fruchtbar sind; und zwa" gaben bei den künstlichen Befruchtungen die legitimen Verbindungen **) ungefähr 11/5mal so grosse Fruchtbarkeit, als die illegitimen. HILDEBRAND wiederholte an Primula sinensis die Darwıw’schen Befruchtungs“ versuche und erhielt fast dieselben Resultate. Er fügte den neuen Versuch hinzu; Blüthen jeder der beiden Formen mit ihrem eigenen Pollen zu bestäuben und fand, dass diese Bestäubungsart die geringste Fruchtbarkeit ergibt. Ausserdem säte HILD. die durch die verschiedenen Befruchtungsarten erhaltenen Samen gesondert aus und stellte dadurch fest, dass die Kreuzung zweier langgriffligen Blüthen überwiegend langgrifflige, die zweier kurzgriffligen überwiegend kurzgriff lige Nachkommen liefert; dass dagegen bei der Kreuzung von beiderlei Blüthen beiderlei Nachkommen in etw gleicher Zahl erhalten werden (Bot. Z. 1864. S. 1—5). Nachdem TREviRANUS bereits Primula farinosa, villosa und minima den von Darwın als dimorph bezeichneten Arten ‚hinzugefügt hatte (Bot. Z. 1863. S. 5) wies JOHN Scorr im Ganzen 36 Primulaarten als dimorph, 6 als homomorph nach; P. mollis als homomorph und regelmässig durch Sichselbstbestäubung fruchtbar, P. scotica als homomorph , mit eigenem Pollen fruchtbar und nur ausnahmsweise sich- selbstbestäubend, P. verticillata als homomorph und meist mit eignem Pollen un- fruchtbar (Observations on the functions and structure of the reproductiv organs in the Primulaceae, Journ. of the Linn. Soc. Vol. VIII. 1864. p. 78 f£). AXELL bildet die homomorphische und proterandrische Blüthe von Primula stricta ab (S. 26) und gibt an, dass sie sich selbst bestüube (S. 18). Rıcca erwähnt Primula longiflora Arr. als homomorphisch und proterandrisch, mit im Eingänge der langen Blumenróhre stehenden Staubgefässen und lang hervor- ragenden Griffeln (Atti della Soc. It. di Sc. Nat. Vol. XIII. Fasc. III. p. 260). 296. Primula elatior Jaca. ' Der von der Basis des Fruchtknotens abgesonderte Honig sitzt bei den kurzgriffligen Blüthen im Grunde einer 15—17 mm langen *) DARWIN fand bei Insektenabschluss die langgrifflige Form von P. sinensis 24 mal fruchtbarer als die kurzgrifflige, HILDEBRAND beide absolut unfruchtbar. ** d. h. die Verbindung von Geschlechtstheilen gleicher Höhe. p m ee ee 396. Primula elatior. A 3AT Blumenróhre, die sich erst bei 12—13mm Höhe erweitert und im erweiterten Ein- gange die Staubgefässe, in der Mitte der Röhre die Narbe trägt, bei der langgriff- ligen im Grunde einer 12— 14mm langen Blumenröhre, die sich schon bei 5—6 mm Höhe erweitert und im untersten Theile des weiteren Stückes, in der Mitte der ganzen Röhre, die Staubgefässe, im Blütheneingange oder etwas über denselben her- vorragend die Narbe trägt. Da die Hummeln ihren etwa 5 mm langen Kopf ganz in die Röhre stecken können, so müssen sie einen wenigstens 12mm langen Rüssel haben, um aus allen Blüthen den Honig aussaugen zu können, einen wenigstens 7mm langen, um diess in den kurzröhrigsten Blüthen zu Stande zu bringen. Wie bei Pulmonaria berühren sie bei ihren Blüthenbesuchen, wofern sie normal saugen und nicht durch Einbruch den Honig stehlen, mit dem Kopfe die im Blüthenein- gange stehenden, mit den Kieferladen die in der Blüthenmitte stehenden Geschlechts- theile und bewirken daher, indem sich diese beiden Körpertheile an den Staubgefässen mit Pollen behaften und an den Narben einen Theil desselben wieder abstreifen, regelmässig legitime Kreuzungen. Pollen sammelnde Bienen können nur die im Blütheneingange stehenden Staubgefässe (der’ kurzgriffligen Form). ausbeuten und bewirken daher, sofern sie klug genug sind, die langgriffligen Stöcke aus einiger Entfernung zu erkennen und zu vermeiden, niemals Kreuzung, sondern höchstens Selbstbestäubung. T Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus hortorum L.9 8 (18—21), nor- mal sgd. und Psd., sehr zahlreich. 2, B. silvarum L. 9 (12—14), normal sgd. 3) B. lapidarius L. OQ (12—14), desgl. 4) B. confusus SCHENCK Q (12-14), desgl. 5) B. ter- restris L. (7—9), bricht etwas über dem, Kelche ein Loch in die Blumenróhre, manchmal mit den Oberkiefern beissend, manchmal aber auch-mit-den Kieferladen bohrend, und Sewinnt dann den Honig, indem sie den Rüssel durch dieses Loch steckt. Einige male sah ich auch B. terrestris den Rüssel an mehreren Blüthen nach einander in Ó 3 "ov p 1 T, den Röhreneingang stecken, aber dann, nach mehreren vergeblichen Versuchen, den Honig auf normalem Wege zu erlangen; die Röhre von aussen anbohren. Diese That- sache ist bemerkenswerth, da sie nebst vielen ähnlichen, von mir berichteten , beweist, . dass die Insekten nicht durch Instinkt zu bestimmten, ihnen angepassten Pflanzen geleitet "Werden, sondern dass sie probiren, wo sie ankommen: kónnen und den Honig nehmen, Wo und wie sie ihn erlangen kónnen. 6) Osmia rufa L. & (7—8), 7) Apis mellifica L. 8 ; beide sah ich einigemal ihre Rüssel in mehrere Blumenróhren nach einander stecken, aber alsdann die Primelstócke überhaupt verlassen. 8) Anthophora pilipes F: Q & (19—21), ~- normal sgd. und Psd., sehr zahlreich. 9) Andrena Gwynana K. 9 (2; an den Blüthen ‚der kurzgriffligen Form Psd., häufig. Sie hält die im Blütheneingange stehenden Staub- Befüsse mit den Vorderbeinen, beisst mit den Oberkiefern Blüthenstaub los und bringt ihn mit den Fersenbürsten der Mittelbeine an die Sammelhaare der Hinterbeine. Sie besucht auch die langgrifllige Form, fliegt aber sogleich wieder weg; ihr flüchtiger Be- such genügt jedoch, einzelne langgrifflige Blüthen legitim zu befruchten. Bei den pollen- pn ^ sammelnden Hummeln habe ich nie gesehen, dass sie an langgrifflige Blüthen angeflogen || Wären; sie scheinen dieselben schon aus einiger Entfernung zu erkennen und, wenn sie | | | eben Pollen sammeln wollen, zu vermeiden. B. Diptera Bombylidae: 10) Bombylius | | discolor May. (141—125 sgd;, zahlreich. 11) B. major L. (10), viel seltener, in den meisten $ ^ . Blüthen wahrscheinlich nicht bis zum Honige gelangend. C. Coleoptera Staphylinidae : 12) Omalium florale PK., zahlreich in den Blüthen herumkriechend. i Primula officinalis Jaco. wächst bei Lippstadt nur spärlich auf einer ein- zigen trocknen Wiese, während. P. elatior in allen Wäldern und Büschen des Lehm- .bodens verbreitet ist und auch auf einigen feuchten Wiesen in Menge vorkommt. Es ist mir daher noch nicht gelungen, die Befruchter der P. officinalis genauer zu beobachten. Nur Rn einiger Entfernung sah ich einmal einige Hummeln an den " Blüthen beschäftigt. Eine Abbildung der beiden Blüthenformen dieser Art gibt HILDEBRAND (Geschl. S. 34). innen: [] 348 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 297. Lysimachia vulgaris. ' ; s E x Androsace Vitaliana K. S. dimorph (TuevrgAwvs, Bot. Z. 1863. S. 6). Cortusaarten befruchten sich nach Treyıranvs durch Zurückkrümmen des Griffels gegen die Antheren selbst (daselbst). Gregoria Dvav, Dionysia Borss. dimorph (Kvux, Bot. Z. 1867. S. 67% 297. Lysimachia vulgaris L. Von dieser Pflanze wachsen bei Lippstadt: a) auf sonnigen Dämmen eine augenfälligere Form, welche sich niemals oder nur aus“ nahmsweise selbst befruchtet, b) an schattigen Grübern eine weniger augenfällig® Form, welche sich regelmässig selbst befruchtet, c) an mittleren Standorten, Z- an der Sonne ausgesetzten Grabenufern, Mittelformen. Bei a sind die Blumenblätter dunkelgelb, am Grunde roth gefürbt, durchschnitt“ lich etwa 12mm lang und 6mm breit, sich weit auseinander breitend und nach ausse? und hinten zurückbiegend, die Staubfäden gegen das Ende hin roth gefärbt, der Griffel die längsten Staubgefäsde um mehrere Millimeter überragend, so dass bei ein- tretendem Insektenbesuche regelmässig Fremdbestäubung bewirkt wird, aber bei ausbleibendem Insektenbesuche Sichselbstbestäubung nicht so leicht eintritt. B% b) sind die Blumenblätter heller gelb ` einfarbig, durchschnittlich etwa 10 mm lang: 5mm breit, sich nicht so weit auseinander breitend, sondern meist nur schräg auf- recht auseinander stehend, die Staubfäden grünlich gelb, der Griffel die beiden un“ teren, längeren Staubgefässe nur eben an Länge erreichend, so dass bei ausbleiben“ dem Insektenbesuche regelmässig Sichselbstbestäubung erfolgt. c) die Mittelforme? unterscheiden sich von b) entweder 1) nur durch röthliche Färbung der Staubfüde? oder 2) nur durch grössere Blumenblätter oder 3) durch beide Abweichungen ZU“ gleich oder 4) ausserdem noch durch schwach rothe Färbung des Blüthengrundes oder 5) ausserdem noch durch schwaches Hervorragen des Griffels über die längere" Staubgefässe. Diese die beiden äussersten Formen vollständig vermittelnde? Zwischenstufen finden sich alle an demselben Standorte und nicht selten sogar 2? einem und demselben Exemplar. Diese Formen von Lysim. vulgaris bilden einen neuen Beleg für das in viele? früher besprochenen Beispielen sich deutlich aussprechende Gesetz, dass es bei ge” sichertem Insektenbesuche der Pflanze von Vortheil ist, nur durch Fremdbestäubung befruchtet werden zu können, dass es ihr aber bei sehr seltenem Insektenbesuche vo! | allem vortheilhaft ist, sich durch Sichselbstbestäubung befruchten und fortpflanze? zu kónnen. Honig konnte ich in keiner der Formen entdecken. Auch fand ich die Blüthe? regelmüssig und andauernd nur von Pollen suchenden, vorübergehend jedoch auch von Honig suchenden Insekten, die nach einigen vergeblichen Versuchen enttäuscht wieder abzogen, besucht. Ich bemerkte nemlich: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Macropis labiata Pz. Q $, 'an den an sonnige” Standorten wachsenden Formen ziemlich zahlreich, wenigstens die Weibchen, die ich überhaupt nur an Blüthen dieser Pflanze, emsig über die Blüthen fegend und sich dicke Ballen durehfeuchteten Polléns rings um die Hiwicbbolitehemn EEE ind; fand. Woher sie . den Saft nehmen, mit welchem sie den Blüthenstaub durchfeuchten, ist mir räthselhaft geblieben. Ich würde vermuthen, dass sie saftiges Zellgewebe der Blüthe anbohrten; aber ihre Kieferladen sind stumpf und am Ende Tanë bewimpert; vielleicht leistet hie! die Spitze, mit welcher ihre übrigens kurze, stumpfe Zuis besetzt ist, den Dienst, wel- chen sonst die Kieferladen ausführen. 2) Halictus zonulus SM. d, einzeln. 3) Andrena denticulata K. $, einzeln. b) Vespidae: 4) Odynerus parietum L. Q, einzeln. Die letzten 3 Arten waren an die Blüthen offenbar nur in der vergeblichen Hoffnung auf Honig an“ geflogen. B. Diptera Syrphidae: 5) Syritta pipiens p , an der sichselbstbestäubenden Schattenform Pfd. und daher ebensowohl Selbstbestäubung als Fremdbestäubung be- wirkend. x d BET: ahi nt een ne an un a - 297. Lysimachia vulgaris. - 349 Lysimachia nummularia L., fast immer steril (DARWIN, Variation, Chap. 18), vielleicht weil alle Exemplare derselben Gegend Theilstócke desselben Stockes sind, Centunculus minimus L: nach Ascuxmsow sich regelmässig selbstbestäu- bend (Bot. Z. 1871); bei der Unscheinbarkeit der Blüthchen kaum anders denkbar. Anagallisarvensis L. und coerulea SCHREB. a] Fig. 129. I. Völlig geöffnete Blüthe von A. arvensis. 2. Halbgeschlossne Blüthe derselben. 3. Völlig geöffnete Blüthe von A. coerulea. 4. Dieselbe, nach Entfernung des vorderen Theils des Kelchs und der Blumenkrone, von der Seite Sesehen (Vergr. 31]2: 1). s sepala, p petala, a Antheren, st Stigma. RUE TUE TURN apr RT EUR Ctt DzrPrwNo spricht die Vermuthung aus, dass A. coerulea und arvensis die selbst- Ständig gewordenen beiden Formen einer ursprünglich dimorphen Art seien (divorzio - di due forme reunite originariamente sovra una pianta dimorpha. Alcuni appunti P. 45), hat diese Vermuthung aber bis jetzt durch nichts. begründet. Die Blüthen beider Arten haben sich in ungemein einfacher und präcis wirken- der Weise dem Insektenbesuche in der Weise angepasst, dass bei eintretendem In- sektenbesuche Fremdbestäubung, bei ausbleibendem Sichselbstbestiubung gesichert ist. Während der sonnigsten Stunden des Tages, etwa von Morgens 9 bis Nach- mittags 3 Uhr, breiten sich die bei arvensis scharlachrothen, bei coerulea blauen Blu- menblätter, die nur am Grunde zu einem Ringe verwachsen sind, in eine fast senk- recht stehende Ebene auseinander (die bei arvensis 10—12mm, bei coerulea einen kleineren Durchmesser hat), aus deren Mitte die fünf Staubgefässe hervorstehen, während der Griffel sich zwischen den Staubgefässen hindurch nach unten biegt, so dass ein auf den untersten Theil der Blumenkrone anfliegendes und nach den Staub- gefässen vorrückendes Insekt zuerst die Narbe berühren, also, wenn es bereits mit Blüthenstaub behaftet ist, Fremdbestäubung bewirken muss. Narbe und Staubgefässe sind gleichzeitig entwickelt; der Blüthenstaub , mit welchem sich. die Staubbeutel ringsum bedecken, ist das Einzige, was die honiglosen Blüthen den besuchenden Insekten darbieten, wenn nicht vielleicht auch die zierlich ge- : gliederten , am Ende keulig verdickten , röthlichen Haare, mit welchen die Staub- fäden bekleidet sind, von manchen Fliegen ebenso mit den Rüsselklappen bear- beitet werden, wie ich es an den Staubfadenhaaren von Verbascum direct beobachtet habe. In jedem Falle sind es also die Staubgefässe, welche von den Insekten aufgesucht werden, und wenn diese, wie es am bequemsten ist, auf den untersten Theil der Blüthe auffliegen , so ist durch die Herabbiegung der Narbe Fremdbestäu- . bung gesichert. — Etwa um 3 Uhr Nachmittags Ziehen sich die Kelch- und Blumen- . blütter so zusammen, dass die von der Blumenkrone gebildete farbige Kreisfläche 350 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 297, Lysimachia vulg. 298. Hottonia palust* nicht mehr den vierten Theil ihrer vorigen Grósse hat (Vgl. Fig. 129, 1 und 2). D mit ist die Anlockung der Insekten aufgegeben, zugleich aber, da mit dieser Zusam“ menziehung die Narbe nach innen rückt und mit den drei unteren Staubbeuteln m Berührung tritt, die Sichselbstbestäubung eingeleitet, wofern nicht während def wärmsten Tagesstunden die Ausbreitung der Blumen den Erfolg gehabt hat, Insekten anzulocken, welche den Blüthenstaub von den Antheren entfernt und die Narbe mit fremdem Pollen belegt haben. Den Insektenbesuch habe ich noch an keiner der - beiden Arten beobachtet. 298. Hottonia palustris L. Fig. 130. 1. Langgrifflige Blüthe. 2. Narbenpapillen derselben. 3. Kurzgrifflige Blüthe. 4. Narbenpapillen derselbe? bei gleicher Vergrösserung wie 2. Der vom Fruchtknoten selbst abgesonderte Honig sitzt bei beiderlei Blüthen im Grunde einer 4—5 mm langen Blumenröhre, in deren Eingange die Organe des eine? Geschlechts stehen, während die des anderen 3—4 mm über die Blumenröhre her- vorragen. Im feuchten Zustande sind die Pollenkörner der langgriffligen Form; deren Schläuche bei legitimen Kreuzungen einen 4—5 mm langen Griffel zu durch“ laufen haben, Kugeln von 0,011—0,014 mm Durchmesser; die Pollenkörner der kurzgriffligen Form dagegen, deren Schläuche bei legitimen Kreuzungen eine? 7—9 mm langen Griffel zu durchlaufen haben, sind im feuchten Zustande Kugel? von 0,018— 0,023 mm Durchmesser. Die Narben der langgriffligen Form, welche die grösseren Pollenkórner zwischen . ihren Papillen aufzunehmen haben, erscheinen schon unter der Lupe sammetartig rauh; ihre Papillen sind vielmal grósser als die der auch unter der Lupe noch ziem- lich glatt erscheinenden Narben der kurzgriffligen Form. (Vgl. Fig. 130, 2 und 4.) Saugende Insekten berühren während des Saugens die in gleicher Höhe stehen- den Geschlechtstheile mit gleichen Körpertheilen und bewirken daher regelmässig legitime Kreuzungen. Pollen suchende haben an kurzgriffligen Blüthen keine Ver- anlassung, den Kopf in den Blütheneingang zu stecken, und berühren daher an diesen. nur die Staubgefüsse, mit deren Pollen sie sich behaften; in langgriffligen Blüthen dagegen müssen sie den Kopf in den Blütheneingang stecken und berühren dabe! leicht auch die aus demselben hervorragende Narbe mit Kopf oder Rüssel. Bei auf- einander folgenden Besuchen mehrerer langgriffliger Blüthen bewirken sie daher i? der Regel deren illegitime Befruchtung. Wahrscheinlich erklärt sich der weit bessere P 398. Hottonia palustris. 51 Mela illegitimer Kreuzungen der langgriffligen Blüthen im Vergleich mit denen der f kurzgriffligen (siehe nachstehende Tabelle) einfach daraus, dass erstere in der Natur | 4 häufig vorkommen und daher bisweilen auch die Fortpflanzung der Art vermitteln, | letztere nicht. Besucher: A. Hymenoptera Sphegidae: 1) Pompilus viaticus L., sgd., indem cT den Kopf in die Blumenröhre steckt. B. Diptera a) Empidae. 2) Empis livida L. 3) E. leucoptera Man. 4) E. pennipes L., alle 3 häufig, sgd. b) Syrphidae: 5) Eristalis : arbustorum I. 6) Eristalis nemorum L., beide nicht selten, bald sgd., bald Pfd. 7) Rhingia rostrata L., sgd., häufig. x : Die Dimorphie dieser Pflanze hat schon Sprenger (S.103) wahrgenommen und die Vermuthung gehegt, dass in derselben noch ein Geheimniss liegen müsse. Joxw Scorr stellte mit Hottonia palustris dieselben künstlichen Befruchtungs- versuche an, welche Darwın zuerst mit Primula angestellt hatte und erhielt eben- falls das Resultat, dass legitime oder heteromorphische Kreuzungen (d. h. Ver- @inigung von Geschlechtstheilen gleicher Höhe) die grösste Fruchtbarkeit ergeben. (Observations etc. Journ. of the Linn. Soc. Vol. VIII. 1864. p. 78 ff.). . [ch wiederholte im Sommer 1867 JoHn Scorr's Versuche an Exemplaren, die Ich in einem grossen Gefässe voll Wasser in meinem Zimmer stehen hatte, und erhielt folgende Resultate: —— EE me Zahl der erzielten Samen | Gewicht der erzielten Samen Bezeichnung der Blüthen, deren Narben künstlich bestáubt wurden Bezeichnung der Blüthen, mit deren Pollen sie bestäubt wurden Zahl der Kapseln Zahl der Kórner Durchschnittszahl der Kórner in einer Kapsel | Zahl der gewogenen Gesammtgewicht der gewogenen Kórner -Durehschnittsgewicht eines Korns in Milligrammen langgrifflig kurzgrifllig poeni langgrifflig kurzgrifflig A. Legitime Kreuzungen. kurzgrifflig langgriff lig . Dlegitime Kr langgrifflig kurzgrifilig 14 [ 1323 94,8 30 | 1786 89,3 14 861-615 6 632 | 105,3 10 495 | 49,5 euzungen getrennter Stó PE TT 764 69,4 7 632 90,3 do 118..:10«47,8 D» 205 19,8 1323 0,078 861 0,040 632 0,043 cke. 164 | 0,076 532 0,063 118 0,117 138 0,129 euzungen zwischen Blüthen desselben Stockes. langgrifflig kurzgrifflig 15/| 134\] 9p 17 5 "| 063 A . durch einen unglücklichen Zufall vereitelt pter rim D. Bestäubung von Narben mit Pollen derselben Blüthen. langgrifflig kurzgrifflig langgrifflig kurzgrifflig 11 226 20,5 1$::]:199 19 klein) 13 68 (38 sehr 5,2 | 17 128 1,5 | 68 9,6 | 0,141 .*) a, b, c derselben Nummer bedeutet verschiedene Stöcke der Pflanze. Y EU RAT EUER ATUS RAE Tett | / 7 EN) ali*- 352 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 293 Hottonia palustris. 299. Erica tetr Obgleich diese Beobachtungen an mehreren Stellen Lücken darbieten, S sind sie doch im Ganzen wohl geignet, als Bestätigung des. von DARWIN gefunden Satzes zu dienen, dass bei ungleichgriffligen (dimorphen und trimorphen) pie die Vereinigung von Geschlechtstheilen gleicher Höhe die grösste Fruchtbarke! ergibt. N Auch das geht unzweideutig aus der vorstehenden Tabelle hervor, dass Kron zung zwischen Blüthen desselben Stockes und Selbstbefruchtung noch weit schlech< tere Resultate liefern als illegitime Kreuzung verschiedener Stöcke. In hohem Grath | ;, auffallend erscheint dagegen die aus meinen Versuchen sich ergebende Thatsach®ı |] dass illegitime Kreuzung zwischen verschiedenen Stöcken der langgriff ligen Form bet. Í j Hottonia eben so hohe Fruchtbarkeit ergibt als legitime Kreuzungen. Ich habe obe? nachgewiesen, dass diese Art illegitimer Kreuzungen bei Hottonia durch Pollen fressende Fliegen in ausgedehntem Grade bewirkt wird)” Denken wir uns daher die überwiegende Wirkung der legitimen Kreuzungen bei andern dimorphen und m morphen Pflanzen dadurch entstanden, dass dieselben in der Natur durch die b€ suchenden Insekten ausschliesslich oder fast ausschliesslich legitim befruchtet werden und dass daher andere Befruchtungsarten, sofern sie nicht in Anwendung komme und völlig nutzlos sind, auch der Möglichkeit nach verloren gehen konnten und mehr oder weniger wirklich verloren gegangen sind, so begreifen wir leicht, weshalb be Hottonia die Befruchtung der Narben langgriffliger Blüthen mit dem Pollen lang" gnífliger Blüthen anderer Stöcke ihre volle Wirkungsfáhigkeit behalten hat. / Ordnung Bicornes. ; Epacridaceae. Epacris. DELPINO. fand eine Art proterogyn (Ult. oss. p. 170). Ericaceae. 299. Erica tetralix L. *) Das 7mm lange, in der Mitte 4 mm weite, herabhängende Blumenglóckche? umschliesst in seinem Grunde den Fruchtknoten (h), dessen Basis von einer schwärZ” lichen Honigdrüse(g) ringförmig umschlossen wird, so dass sich derabgesonderte Hong im Grunde des Glöckchens sammelt. Von der Mitte des Fruchtknotens bis in di Mitte der nur 2mm weiten Oeffnung des Glöckchens verläuft, die Achse desselbe? bildend, der Griffel (7) , am Ende mit einem verbreiterten, schwärzlichen, klebrig nasse? Narbenknopfe (A) versehen, der eben aus der Oeffnung des Glóckchens hervorragt; so dass ein Insekt, indem es sich von unten an die Blume hängt und den Rüssel na^ dem Honig führenden Grunde derselben ausstreckt, unfehlbar mit dem vordere? Theile des Kopfes die Narbe berühren und sich mit klebriger Flüssigkeit behafte? muss. Etwas über dem Narbenknopfe liegen im Kreise dicht um den Griffel herum die acht Staubgefässe, ihre je 2 Oeffnungen nach unten gekehrt und mit ihren je ^ langen, Spitzen, divergirenden Dornfortsätzen bis an die Wand des Glöckchen® reichend, so dass ein Honig suchendes Insekt, unmittelbar, nachdem es mit de? Vorderkopfe die Narbe berührt hat, mit dem Rüssel an einige der Staubbeutelfort- sätze stossen und dadurch das Herausfallen trocknen, pulvrigen Blüthenstaubs aus í ng *) W. OGLE gibt (Pop. Science Review. April 1870. p. 169. 179) eine ErörteruMs der Blütheneinrichtung dieser Pflanze (the crossleaved Heath). s s 299. Erica tetralix. 300. Calluna vulgaris. den Löchern der Staubbeutel bewirken muss, der ihm auf den Vorderkopf fällt. - Beim Besuche jeder folgenden Blüthe wird also sowohl Fremdbestäubung als Be- Streuung des Kopfes mit neuem Blüthenstaub bewirkt. Bei ausbleibendem Insektenbesuche ist, da immer ein Theil des Blüthenstaubes aut den Rand des Narbenknopfes fällt und hier haften bleibt, Befruchtung durch Sichselbstbestäubung wohl möglich. Als Befruchter bemerkte ich hauptsächlich Hummeln, nemlich : g = Hymenoptera Apidae: 1) Bombus senilis SM. 085 (14—15). 2) B. silvarum 1.08 (10—14): a B. agrorum F. 9 8. (10-15). 4) B. Rajellus ILL. 8 (10—11). 5) B. terrestris L. Q (1—9), alle sehr häufig; 15 unten sich an die Glóckchen hángend und die üsselspitze in die Oeffnung derselben steckend. 6) No- mada Solidaginis Pz. $ sah ich ein einziges mal an einigen Glöckchen nach einander den wahrscheinlich E hen Versuch machen, durch die natürliche effnung der Blume den Honig zu erreichen. 7) Apis Pots L.8 ist mit ihrem nur 6mm langen Rüssel aum im Stande, den Grund des Glóckchens auf nor- . malem Wege zu erreichen. Sie ist ein sehr häufiger Besucher von Erica tetralix, beisst aber meist die Glocken etwa in der Mitte ihrer Lünge von aussen an und steckt durch das gebissene Loch den Rüssel hinein. Am 15. Okt. 1871 sah ich sie jedoch auch zahlreich und andauernd normal saugen. Ich habe zu untersuchen versäumt, ob diese Spátlinge von Blüthen vielleicht ein wenig kleiner sind als die in wärmerer Jahreszeit ent- Wickelten. Sollte diess der Fall sein, so würden sie gerade für Apis passen. B. Diptera Syrphidae: 8) Vo- ; lucella bumbylans L. (7—8), häufig, sed. 9 V. plu- mata L., wiederholt, sgd. 10) V. haemarrhoidalis ZETT., einzeln, sed. C. Lepidoptera Noctuae: 11) Plusia gamma 133 sgd. E Erica cinerea (the fine leaved Heath) Stimmt nach W. Ocrz in der Blütheneinrichtung ganz mit E. tetralix überein (Pop. Science Review. April 1870. p.170). : 300. Calluna vulgaris SALISB. . Die Blumenkrone bildet ein nur 2—3 mm langes, der in ihrem Grunde geborgene, von 8 mit den n abgesonderte Honig ist daher Was die Pflanze durch Klein- s Lappen zertheiltes Glóckchen ; | Staubfäden abwechselnden, schwürzlichen Knötche . selbst sehr kurzrüssligen Insekten leicht zugänglich. heit der Blumenkronen an Kräftigkeit der Anlockung einbüsst , litter und durch Zusammenhäufung der Gruppen in dem Grade ersetzt , dass Cal- zahlreichen und, bei der leichteren Zugänglich- faltigeren Insekten besucht wird als Erica te- Während in den senkrecht herabhangenden Blumenglöckchen von Erica Srósserung und Rothfärbung der Kelchb Blüthen zu langen, fast ununterbrochenen luna vulgaris von mindestens eben so keit ihres Honigs, von weit mannich tralix. tetralix strenge Regelmässigkeit in der Anordnung der Bl dem der Stempel die Mitte der Blüthe einnimmt, um welche die Staubgefässe , regelmässig im Kreise herumstehen , wird in den er besuchenden Insekten von Oeffnungen nach unten kehrend, fast wagerechten Blüthen von Calluna die Bestäubung d Müller, Blumen und Insekten. ' ^Blüthe, - durch Wegreissen des vorderen Theils der Blumenkrone und: des Kelches offen gelegt. a Kelchblätter, b Blumenkrone, c zurückgeschlagene Saumlappen der- selben, d Staubgefässe (zum Theil aus ihrer Lage gerückt), e nach unten ge- kehrte Löcher derselben, durch welche der Blüthenstaub herausfällt, f Hörner der Staubbeutel, an welche der in den Blüthengrund gesteckte Insektenrüssel stossen muss, g Saftdrüse, A Frucht- knoten, à Griffel, k Narbe. _ bis weit über die Mitte in wird durch Ver- üthentheile stattfindet, in- ihre 23 354 IH. Von Insekten befruchtete Blumen: 300. Calluna vulgaris. oben dadurch ermöglicht, dass-sich Stempel und Staubgefässe in die obere Hälfte def Blüthe biegen und dadurch den besuchenden Insekten nur von der unteren Halfte her bequemen Zutritt zum Honige gestatten. Grössere Bienen, WS Honigbiene und Hummeln; ziehen allerdings, indem $9". sich mit Vorder- und Mittel- beinen an der Aussenseite de! Blüthen festhalten, diese durch ihr Gewicht in senkrecht nach unten gekehrte Lage und sau- gen, von unten an den Blüthe? hüngend, so dass sie bei cen- traler Stellung der Geschlechts- 1. Aeltere Blüthe, fast gerade von vorn gesehen. ; theile ebenso sicher sich ra Eee a a Cis Des Theile des Kelohs uud ders... eri baue rint : ers 3. ‚Ein einzelnes Staubgefäss. bei nach oben gebogene a Kelchblätter, b Blumenblätter, c Anhänge der Staubgefässe, . . d Fliegen un d Honigdrüse, e Staubbeutelöffnung, f Staubfäden, g Griffel. Kleinere Bienen aber stecken den Kopf oder Rüssel von vorn in die Blü- then und werden daher durch die Aufwärtsbiegung der Geschlechtstheile veran" lasst, in der unteren Hälfte der Blüthe einzudringen und sich von oben zu bestäuben- Die Staubgefässe öffnen sich schon zu Ende der Knospenzeit und sperren ihre rauhen, von sparrig abstehenden Haaren besetzten Anhänge so weit auswärts, dass sie VO? jedem zum Honig vordringenden Insektenrüssel angestossen werden und durch die den Staubbeuteln mitgetheilte Erschütterung die Pollenausstreuung bewirken müssen. Der Griffel, welcher die Staubgefässe schon von der Knospenzeit an weit.überragt. wüchst noch nach dem Oeffnen der Blüthe, wie diese selbst, sehr merkbar (vergleich® Fig. 132, 2u. 1) und erreicht in der Regel erst nach der Entleerung der Antheren seine volle Länge, sowie auch die vierlappige Narbe in der Regel erst dann zur vollen Ent- wicklung gelangt; doch ist die letztere auch in eben erst sich óffnenden ue Schon fáhig, Pollenkórner festzuhalten und wird nicht selten schon in solchen m! Blüthenstaub behaftet gefunden. Fremdbestäubung ist daher mehr durch die abe? die Staubgefásse. hinausragende Lage der Narbe, als, wie SEVERIN AXELL g durch proterandrische Dichogamie gesichert. Sichselbstbestäubung findet nicht statt- Von besuchenden Insekten beobachtete ich: . | A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, äusserst zahlreich, nur saugeno, 2) Bombus terrestris L. Q 8 ($, saugend, noch am 14. Oktober. 3) Diphysis re s Pz. €, saugend. 4) Saropoda bimaculata.Pz. ©, saugend, mit Pollen von Calluna z den Sammelhaaren. 5) Andrena fulvicrus K. Q, saugend. 6) A. fuscipes K. Q $$, saugen 1) A. dorsata K. Q. 8) A. parvula K. €. 9) A. simillima Sm. 9 ĝ, die drei letzten use und Pollen sammelnd. b) Vespidae: 10) Vespa holsatica F. 8, saugend. . B. iios Sn Syrphidae: 11; Chrysotoxum octomaculatum CURT. 12) Melithreptus scriptus L. To od ritta pipiens L. 14) Sericomyia borealis FALLEN (Thüringen). 15) Cheilosia aie 2 FALLEN. 16) Syrphusarten, sämmtlich saugend. C. Thysanoptera: 17) Zahlreic Thrips. TREYIRANUS allgemeine Behauptung, dass die Eriaceen bei noch geschlossene" Blüthen sich selbst befruchten (Bot. Z. 1863. S. 6), bedarf nach Anführung zweier Beispiele reichlich erfolgender Fremdbestüubung durch Insekten keiner weiteren Widerlegung. Fig. 132. 301. Vaccinium Myrtillus. 302. V. uliginosum. à 355 301. Vaccinium Myrtillus L. 302. V. uliginosum E. Beide Arten sind schwach proterandrisch und stimmen in der Bestáubungsvor- richtung mit E. tetralix überein. Nach Srmrwarn (S. 230) wird der Honig bei V. Myrtillus von dem weissen, ringförmigen Wulste ab- gesondert und beherbergt, der in der Mitte der Blüthe dem Fruchtknoten aufsitzt und den Griffel umschliesst ; ich habe denselben jedoch niemals nass angetroffen, auch dann nicht, wenn die Ausbauchung des Glóck- © €kens ganz mit Honig benetzt war; er ist ausserdem - nicht so glatt, wie Honigdrüsen zu sein pflegen, und Honigtrópfchen würden schwerlich im Stande sein, von ihm aus zwischen den Staubfäden hindurch an die Wand des Glöckchens zu gelangen. Dagegen fand ich sehr häufig bei beiden Arten im Grunde der Blumen- . Fig. 133. krone an der Aussenseite der Basis jedes Staubfadens 1. Blüthe von V. Myrtillus, ein Honigtröpfchen; da ausserdem der die Ablösungs- Farid vergrüssert, von der Seite Stelle ringfórmig umschliessende Grund der Blumenkrone ° $. Blüthe von V. uliginosum, viel dicker und fleischiger ist als der übrige Theil Edi un d qusc er Blumenkrone, von der Seite ge derselben, so zweifle ich nicht, dass dieser den Honig sehen (7:1). absondert. - ` j c a ———— nn vaa man we ? Wy " ; en | Bis hierher stimmen beide Arten in ihrer Blütheneinrichtung überein; im Uebrigen hat jede gewisse Vortheile vor der anderen voraus. . Myrtillus sondert reichlicher Honig ab, besitzt zur Beherbergung desselben ein viel stärker ausge- - bauchtes Glóckchen, und die Oeffnung desselben verengt sich so, dass nur Insekten, deren Rüssel von aussen bis in den Grund der Ausbauchung reichen, den Honig, ers < langen können; V. uliginosum dagegen trägt an weit höheren Büschen viel zahl- .reichere, auf der Lichtseite rothgefärbte und dadurch viel augenfälligere Blumen- 8lóckchen, und der fast 3mm weite Eingang derselben gestattet kleineren Insekten. ‚auch das Hineinstecken des Kopfes und der ganzen vorderen Kórperhálfte. V. Myr- tillus hat sich hiernach ausschliesslicher dem Besuche der durch ihre Emsigkeit und Ausdauer ausgezeichneten, langrüssligen Bienen (Honigbiene, Hummeln) angepasst, “die auch in der unscheinbaren Hülle die reiche Honigquelle zu finden wissen und dieselbe mit solcher Ausdauer verfolgen, dass Hunderte von Heidelbeerblüthen durch ein einziges dieser Insekten besucht und befruchtet werden. V. uliginosum hat sich“ dagegen durch augenfälligere Blüthen und leichter zugänglichen Honig viel mannichfaltigeren Insekten angepasst , wird jedoch von den betriebsamsten , lang- rüssligen Bienen wegen des geringeren Honigreichthums, der überdiess meist schon von kurzrüssligeren Insekten weggenommen ist, bei weitem spärlicher und weniger ausdauernd besucht als Myrtillus. Die ungleiche Weite der Oeffnung des Blumen- glóckchens hat noch einen anderen Unterschied im Gefolge, der aus Figur 133, 1 und 2 ersichtlich ist. % » Bei V. Myrtillus ragt odio der Narbenknopf ein wenig aus den Glóckchen | heraus und -wird in dieser Lage, da jedes besuchende Insekt nur den Rüssel in die Blüthen steckt, sicher von dem Knopfe desselben berührt, bevor dieser mit Blüthen- Staub bestreut wird. Hätte bei V. uliginosum die Narbe dieselbe Stellung, so wür- den kleinere Bienen (Halictus, kleine Andrenen und Nomaden) ohne Berührung der Narbe in die Blüthe gelangen können, während bei der aus Fig. 133, 2 ersichtlichen ! 23 356 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 301-2. Vaccinium Myrtillus, uliginosum. Stellung der Narbe im Glöckchen selbst, ein wenig über dem Eingange, auch die kleineren in die Blüthe hineinkriechenden Besucher jedenfalls die Narbe berühren. i Die aus der Blütheneinrichtung zu vermuthende Anpassung der Blüthen voP V. Myrtillus an einen kleinen Kreis langrüssligerer, emsiger Bienen, der Blüthen von V. uliginosum an eine gróssere Gesellschaft theils lang-, theils kurzrüssliger Insekten verschiedener Ordnungen. wird durch die directe Beobachtung der Besucher beider Blumenarten als thatsächlich erwiesen. Ich fand nemlich als Besucher von Vat- cinium Myrtillus nur Bienen und zwar: i 1) Apis mellifica L. 8, sehr häufig, sgd. 2) Bombus agrorum F. ©, ebenfalls häufig- 3) B. lapidarius L. €. 4) B. terrestris L. Q. 5) B. Scrimshiranus K. OC, sámmtlich nur sgd., indem sie sich von unten an die Glóckchen hingen, sámmtlich andauernd Blüthen der Heidelbeeren aufsuchend und von sámmtlichen beobachteten Hummelarten nur Weib- chen, da zur Blüthezeit der Heidelbeeren (Mitte April bis Anfang Mai) Hummelarbeiter noch kaum vorkommen. Ein einziges mal fand ich auch 6) Andrena nigroaenea K. mit 31/2 mm langem Rüssel vergeblich bemüht, den Honig der Heidelbeere zu gewinnen. Dagegen fand ich an den Blüthen von Vaccinium uliginosum an einem einzigen sonnigen Nachmittage am 19. Mai 1870: A. Hymenoptera a) .4pidae: 1) Apis mellifica L. 8, häufig. 2) Bombus terrestris L.9, in Mehrzahl. 3) B. hortorum L.8. 4) B. pratorum L. OQ. 5) B. agrorum F. €- 6) B. confusus SCHENCK €. 7) B. (Apathus) vestalis Fourc. Ç, in Mehrzahl. 8) B. (A.) campestris Pz. Q9. 9) B. silvarum L. ©. 10) Andrena nigroaenea K.9 $. 11) A. pilipes F. d$. 12) A. fulva SCHRANK C. 13) A. Gwynana K. Q. 14) A. atriceps K. $. 15) Ha- - lictus rubicundus Cmm. @. 16) H. flavipes F.Q. 17) H. sexnotatus K. Q.. 18) H. eylin- ' dricus F.Q. 19) H. sexstrigatus SCHENCK C. 20) Colletes cunicularia L. ©. 21) No- mada ruficornis L. Q. 22) N. ferruginata K. Q. 23) Osmia rufa L: 9; sàm mtlich sgd.! b) Vespidae: 24) Vespa rufa L., sgd. B. Diptera Syrphidae: 25) Eristalis arbustorum L., in grósster Menge. 26) E. horticola MGN., einzeln. 27) E. intricarius L., desgl. 28) Rhingia rostrata L., nicht selten, alle 4 sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera : 29) Ly- caena argiolus L. 30) Thecla rubi L., beide sgd. *) Kalmia. Die auffallende Eigenthümlichkeit dieser Gattung, die Staubbeutel in Hóhlungen der Blumenkrone gefangen zu halten, bis ein besuchendes Insekt die. elastischen, nach aussen gebogenen Staubfäden berührt und dadurch veranlasst, los- zuschnellen und sich in aufrechte Lage zu begeben, wurde anK. poliifolia schon von SPRENGEL beschrieben (S. 238—240), aber als Selbstbestäubung bewirkend ge- deutet. Dr. HasskARL scheint sogar diesen so zierlichen Mechanismus als lediglich der Sichselbstbestáubung dienend zu betrachten; da er nichts von Insektenein- wirkung erwühnt und nur angibt, dass die Staubgefüsse von selbst losschnellen und Selbstbestáubung bewirken (Bot. Z. 1863. S. 238). : Derpıno und HILDEBRAND dagegen deuten, jedenfalls mit Recht, die Bestäu- bungseinrichtung von Kalmia als der Fremdbestäubung bei eintretendem Insekten- besuche dienend; beide geben im Widerspruche mit HAssKARL an, dass ein Hervor- springen der Staubbeutel aus ihren Taschen bei K. latifolia von selbst nicht eintrete. Nach Derrıno sind bei dieser Art die Staubfäden am Grunde klebrig und haften da- durch dem besuchenden Insekte, welches, um Honig zu saugen, den Kopf in den Blüthengrund steckt, so an, dass sie von dem sich wieder aufrichtenden Insekte mit in die Höhe gezogen werden (Derr., Ult. oss. p. 169. Hırn., Bot. Z. 1870. S. 669). * Einige allgemeine Bemerkungen über die Blütheneinrichtung von Vaccinium macht W. OGLE (Pop. Science Review. April 1870. p. 170). Derselbe beschreibt daselbst (p. 170. 171) auch die Blütheneinrichtung von Arbutus als im Wesentlichen mit Vaecinium übereinstimmend. 303. Galium Mollugo. 2 2M | B odd cudau ferrugineum L. fand Ricca proterandrisch, in einer Höhe von etwa 2200 Meter von Hummeln besucht (Atti della a Fasc. II. p- 263). | | Ordnung Lonicerinae. Rubiaceae. | - 303. Galium Mollugo L. 1. Jüngere Blüthe mit aufrechtstehenden Staubgefässen und Griffelästen. SN 2. Aeltere Blüthe, mit aus der Blüthe herausgebogenen Staubgefássen und aus sten, 3. Mitte der Blüthe, einander gespreizten Griffel- gerade von oben gesehen, stárker vergróssert. fleischige Scheibe. a Die beiden Narben, b dem Fruchtknoten aufsitzende, die Basis des Griffels umschliessende, Eine dem Fruchtknoten aufsitzende und die Basis des Griffels umschliessende, fleischige Scheibe sondert Honig in so spärlicher Menge ab, dass derselbe nur als sehr dünne Schicht der fleischigen Scheibe adhárirt. In jungen Blüthen (Fig. 134, 1) Stehen die Staubgefässe aufrecht und.-sind -ringsum mit Blüthenstaub bekleidet, während die beiden Narbenknöpfe noch dicht aneinander liegen. Später spreizen Sich die Staubfäden wagerecht auswärts und biegen sich mit ihren Enden nach unten, zwischen zwei Blumenblättern hindurch, aus der Blüthe heraus, während sich gleich- zeitig die beiden Griffel auseinander spreizen (Fig. 134, 2). Die Narbenpapillen erscheinen übrigens in der ersten Blüthenperiode schon ebenso entwickelt als in der zweiten und sind nicht selten schon mit Pollen behaftet, während die Narbenknöpfe noch dicht aneinander stehen. Das beschriebene Wandern der Staubgefässe scheint also nicht von ungleichzeitiger Entwicklung beider Geschlechter begleitet zu sein, sondern für sich allein Sichselbstbestáubung unmóglich zu machen und Fremdbe- stäubung bei eintretendem Insektenbesuch zu begünstigen. BER? er Was den Insektenbesuch betrifft, so bietet der in flacher Schicht anhaftende Honig allen langrüssligeren Besuchern so spärliche Ausbeute dar, däss sie sich zu wiederholten Besuchen nicht veranlasst fühlen können. Ausserdem scheint die Farbe der Blumenblätter, welche nicht nur während der Knospenzeit, sondern auch noch längere Zeit nach dem Aufblühen gelblich weiss ist und erst spüter mehr rein weiss Wird, zu bewirken, dass die Blüthen vom Besuche aller derjenigen Insekten, welche nur durch lebhafte Farben angelockt werden, namentlich vom. Besuche der Käfer, verschont bleiben. In dieser Beziehung ist der Vergleich des Insektenbesuchs von Galium Mollugo und verum besonders lehrreich. — Die Uebertragung des Blüthen- Staubes auf die Narben wird bei dieser und den folgenden Galiumarten in erster Linie von den Fusssohlen, in zweiter von den Rüsseln der auf den Blüthenstünden umherschreitenden Besucher bewirkt. —— Besucher: A. Diptera a) Stratiomydae: 1) Odontomyia viridula F., Hld., nicht ian b) Bombylidae: 2) Anthrax flava Hrrs. (Thür.), desgl. 3) Systoechus sulfureus IE. (Thür., Sld.), sgd., vermuthlich das Nektarium anbohrend. c) Syrphidae: 4) Syritta . 358 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 304. Galium ver. 305. Gal. bor. 306. Asp. eyl- pipiens L., häufig, sgd. u. Pfd. 5) Syrphus ribesii L., sgd. u. Pfd., nicht selten. d) Mus- eidae: 6) Moser corvina F., 7) Scatophaga merdaria F., sgd. e) Tipulidae: 8) Pachy- rhina crocata L., sgd. B. "Hym enoptera Sphegidae: 9) Ammophila sabulosa L.9: habe ich nur einmal angetroffen, ohne zu sehen, dass sie sich die Blüthe zu Nutzen gemacht hätte. 304. 6alium verum L. Fig. 135. 1. Junge Blüthe eines kleinblumigen Stockes, schräg von oben gesehen (7:1); die Staubgefässe sind ringsum mit Pollen bekleidet, aufgerichtet, die Narbe noch nicht völlig entwickelt. 2. Aeltere Blüthe desselben Stoeken Die verblühten Staubgefässe haben sich aus der Blüthe herausgeboge?s 7 die entwickelten Narben stehen divergirend in der Mitte der Blüthe. 3. Blüthe eines grossblumigen Stockes inmitten ihrer Entwicklung (älter als 1, jünger als 2), von oben gesehen (7:1). 4, Dieselbe, von der Seite gesehen. Die ganze Blütheneinrichtung stimmt vollständig mit der von Mollugo überein; doch bieten verschiedene Stócke eine so auffallende Differenz in der Grósse ihrer Blüthen dar, wie in Fig. 135, 1—4 dargestellt ist. Da übrigens die Blüthen hier nur durch ihr massenhaftes Zusammenstehen in die Augen fallen, so hat die ger ringere Grösse der einzelnen Blume in diesem Falle nicht den sonst meist unaus- bleiblichen Nachtheil für die Pflanze, dass sie schwücher von Insekten besucht wird. Der scheinbar für das Leben der Pflanze gleichgültige Umstand, dass ihre Blüthen nicht wie bei Mollugo gelblich weiss, sondern lebhaft gelb gefürbt sind, hat zur Folge; dass dieselben von mannichfaltigeren Insekten verschiedener Ordnungen aufgesucht werden als die von Mollugo, namentlich auch von Käfern. Da G. verum bei Lipp- stadt nur sehr spärlich vorkommt, so habe ich nur einigemal in Thüringen und im Sauerland seine Blüthen ibeidiadhi und dabei folgende Besucher bemerkt: A. Diptera a) Conopidae: 1) Conops flavipes L. (Sld.). b) Muscidae: 2) Ulidia erythrophthalma Mev., häufig, Hld. (Th.). B. Coleoptera a) Lamellicornia: 3) Cetonia aurata L., häufig (Th.). b) Elateridae: 4) Agriotes gallicus Lar. (Th. c) Mordellidae: 5) Mordella fasciata F. (Th. E x M. aculeata L. (Th.) C. Hymenoptera Tenthre- dinidae: 7) Tenthredo rapae K. (Sld.). 305. Galium boreale L. AnBlüthen dieser Art (zwischen Salzkotten und Thüle) sah ich 21. Juni 1869: Diptera, Syrphidae: Tropidia milesiformis FALLEN, hld. Galium boreale, palustre und uliginosum führt AxzErr (S. 97) als proterandrisch an. Asperula scoparia und pusilla Hoox., 2 tasmanische Arten, führt TRE- vIRANUS als dimorph an (Bot. Z. 1863. S. 6). | 306. Asperula cynanchica L. Wie bei Galium, so sondert auch hier ein die Basis des Griffels umschliessender; fleischiger Ring den Honig ab; aber nicht bloss als flache, adhárirende Schicht, son- dern als freie Flüssigkeit; diese wird im Grunde einer 2 mm langen Blumenröhre be- herbergt. Staubgefásse und Narbe sind gleichzeitig entwickelt. Die beiden Narben- knöpfe stehen dicht nebeneinander in der Mitte der Röhre, die Staubgefässe nach oben convergirend im Eingange. Fremdbestüubung ist bei eintretendem Insekten- 306—7. Asperula cynanchica, odorata. i 359 besuche nur dadurch begünstigt, dass in Folge der Convergenz der Staubgefässe der Rüssel eines besuchenden Insektes sich leichter beim Herausziehen aus der Blüthe. als beim Hineinstecken in dieselbe mit Pollen behaftet, sowie dadurch, dass derselbe ‚in jeder einzelnen Blüthe in der Regel mit einer Seite die Narben, mit der ent- Fig. 136. « Blüthe mit’rein weissen, glatten Blumenblättern, gerade von oben is DA « Dieselbe, nach Entfernung der vorderen Hälfte der Blumenkrone, von der Seite. . Blüthe mit rauhen und mit rothen Linien verzierten Blumenblättern, von der Seite. . Dieselbe, gerade von oben. ov Fruchtknoten, n Honigdrüse, St Narbe, a Staubgefässe. 1 2 3 4 gegengesetzten die Staubgefässe streift (Vgl. S. 272. Myosotis). Bei Ausbleiben . des Insektenbesuchs erfolgt durch-Herabfallen eines Theiles des Blüthenstaubes Sich- selbstbestáubung. . Mir fielen an sonnigen Bergabhángen in Thüringen (beiMühlberg, Kreis Erfurt) Manche Stócke haben glatte, ein- 2 verschiedene Formen der Blumen in die Augen. farbig weisse, ziemlich stumpfe Blumenblätter (Fig. 136, 1. 2) ; an anderen Stócken sind dieselben oberseits rauh, jedes mit einer elliptischen und einer die Ellipse der Lànge nach halbirenden rothen Linie verziert, am Ende mit einer etwas zurückge- krümmten Spitze versehen (Fig. 136, 3. 4). Als Besucher sah ich nur: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus muscorum F. 8 (Thür. 8. Juli 1872), flüchtig‘ sgd., dann weiter fliegend. B. Diptera Bombylidae: 2) Systoechus sulfureus MIK., sgd. . (Thür. 14. Juli 1868). . 307. Asperula odorata L. stimmt in der Blütheneinrichtung, sowie in der Länge der Blumenröhre, völlig mit der vorigen überein. Besucher: Apis mellifica L. 8, sgd., häufig. Borreria, Hedyotis und Manettiaarten in Möürrer, Bot. Z. 1868. S. 113), Hedyotis auch schon dimorph angeführt (Bot. Z. 1863. S. 6).- ?Manettia in Südbrasilien sehr fleis Bot. Z. 1870; 8. 275). do Coffea arabica L. bringt nach BERNOULLI rein weibliche, fruchtbare Blüthen hervor (Bot.Z. 1869. S. 17). Mitchella, Knoxia, Cinchona dimorph, nach Damwiw (in seinem Auf- Satze über Primula, Proc. of Linn. Soc. VI. S. 77—99). Chasalia, ?Nertera, Ophiorrhiza, Luculia dimorph nach Kuzw (Bot. Z. 1867. S. 67). . Faramea. einen Bericht über eine dimorphe Art dieser Gattung, Nachweis von Interesse ist, dass die diesen dimorphen Blüthen vortheilhafte Eigen- Südbrasilien dimorph (FRITZ von 'TREVIRANUS .als zu Anfang der Blüthezeit kleine, ` Mein Bruder Fmirz MÜLLER gibt (Bot. Z. 1869. 8. 606—611) welcher besonders durch den thümlichkeit, in der kurzgriffligen Form die Staubgefässe so zu drehen, dass sie ganz . sig von Kolibris besucht (Frrrz MÜLLER, ; Am. nen Feen -Á Len MUR ESSA NI URS Ve Ar o pem mii s "Ar 360 III. Von Insekten befruchtete Blumen : Posoqueria. 308. Symphor. racem. : nach aussen gekehrt sind, noch keineswegs vóllig zur "Ausprägung pln ist, eim Nachweis, welcher als gd mit der teleologischen Schópfungstheorie Beach- tung gos Posoqueria (Martha) fragrans; von meinem Bruder Fritz MiürrER (Bot. Z. 1866. S. 129—133. Taf. VI, A) in meisterhafter Weise*) beschrieben, bietet eine der merkwürdigsten den Sphingiden angepassten Blütheneinrichtungen di sie kenn” zeichnet sich als solche durch weisse Farbe, starken Wohlgeruch und 11—14 Cen- . timeter lange, enge Blumenróhren, in da honigreichen Grund sicher nur der Rüssel eines Sphingiden zu reichen im Stande ist. Die Staubbeutel der fünf aus der Blüthe hervorragenden Staubgefässe sind zu einem schräg abwärts gerichteten, eiförmigen Knopfe vereint, welcher den schon vot dem Oeffnen der Blüthe ausgetretenen 'Blüthenstaub als lose zusammenhangende | Masse umschliesst. Von den Staubfäden besitzt das untere eine äusserst kräftige elastische Spannung nach oben, die oberen und seitlichen eine solche nach aussen und unten. Berührt der Schw dried auf dem ihm allein offenen Zugange zul Blumenróhre einen der beiden oberen Staubfäden an bestimmter Stelle, so wird da- durch die Hemmung der gespannten Federn gelóst und sie schnellen id Der untere Staubfaden schnellt mit solcher Heftigkeit nach oben, dass er den lose zusammen- haftenden Blüthenstaub, mit einer Anfangsgeschwindigkeit von etwa 3 Meter in der Secunde, unter einem Winkel von etwa 50° mit der Richtung der Blumenröhre, an den Schwärmerrüssel schleudert und zugleich diesem den Eingang zur Blumenröhre, vor die er selbst zu liegen kommt, verschliesst; die seitlichen und oberen Staub- ` fáden schnellen gleichzeitig nach WT DR Seiten auseinander, wobei die entleerten Staubbeutel je eines seitlichen und des ihm benachbarten oberen Staubfadens ver- einigt bleiben. " Nach etwa 12 Stunden streckt sich der in die Hóhe geschnellte, untere Staub- faden wieder und öffnet so den Schwärmern die Thür zum Honig. Indem also ein Schwärmer, nachdem er das Losschnellen einer jungfräulichen Blüthe veranlasst hat; weiter fliegt, wird er an Blüthen, die in der vorhergehenden Nacht abgeschossen worden sind, durch reiche Honigernte für seinen Schreck entschädigt und bewirkt hier, indem er seinen bestäubten Rüssel in den Blüthengrund senkt und an der in der Mitte der Röhre sitzenden Narbe vorbei streift, unfehlbar Fremdbestäubung. In seinem Aufsatze über Faramea (Bot. Z. 1869. S. 606—611) kommt derselbe Beobachter noch einmal auf Posoqueria zurück und hebt hervor, dass von ihren Blüthen, die nur durch langrüsslige Abendschmetterlinge befrdobdet werden können, zwar die meisten gegen Abend sich öffnen, allein eine nicht unbetrüchtliche Zahl auch zu verschiedenen Zeiten des Tages, bisweilen selbst am frühen Morgen, und dass diese dann von T aginsekten losgeschossen werden, natürlich ohne der Befruch- tung zu dienen. Die noch nicht zur vollen Ausprügung gelangte vortheilhafte Eigen- thümlichkeit der Prosoqueria, ihre Blüthen des Abends zu óffnen, ist, als unverein- bar mit der teleologischen Schöpfungstheorie, besonderer Beachtung werth. Caprifo liaceae. 308. Symphoricarpus racemosus MicHx. Die Blüthen der Schneebeere scheinen sich, wie die von Scrophularia vorzugs- weise den Wespen angepasst zu haben. *| DARWIN schreibt mir darüber: »Your brothers paper on Martha is I think one of the most wonderful ever published.« ; í 308. Symphoricarpus racemosus. 309. Lonicera Caprifolium. 361 Die Blumenkrone bildet ein röthliches Glóckchen von 7—8 mm Länge und 5 mm Durchmesser, welches etwa bis zur Mitte in fünf abwürtsstehende Lappen zerspalten ist, und in welchem daher der Kopf einer Wespe (5 mm breit, 29—21/;mm dick) sehr bequem Raum findet. In der That sind Wespen an : | wespenreichen Orten die zahlreichsten Besucher und Be- fruchter dieser Blume. Indem sie sich von unten an die Glöckchen hängen und den Kopf in dieselben stecken, lecken sie den in ausserordentlicher Menge von der fleischigen Anschwellung der Griffelbasis abgesonderten Honig, der sich im Grunde des Glóckchens und an der Innenwand seiner Ausbauchung sammelt, durch dicht- Stehende, lange Haare, welche von den fünf Blumen- kronenlappen senkrecht bis in die Mitte des Glóckchens A Rete hineinragen , am Herausfliessen verhindert und durch die sehen. schräg herabhangende Stellung des Glóckchens, sowie au us . durch dieselbe Behaarung, gegen Zutritt des Regens ge- | schützt ist. In dem der Blumenöffnung zunächst gelegenen , untersten Theile des dichten Haarbesatzes stehen, nach innen zusammengeneigt und nach innen aufspringend, die fünf Staubgefässe, deren Filamente etwa in der Mitte des Glóckchens von dem- Selben sich abtrennen; unmittelbar über dem Haarbesatze, gerade in der Mitte des Glóckchens, befindet sich die gleichzeitig mit den Staubgefüssen entwickelte Narbe. Indem die Wespe den Kopf ganz in die Glocke hineinsteckt, kommt derselbe rings- um mit allen fünf Staubgefässen in Berührung und streift sodann mit einer Seite die Narbe; es bleibt aber auf dem Wege bis zur Narbe wenig oder gar kein Blüthenstaub an ihm haften, theils weil derselbe wenig klebrig ist, theils weil etwa anhaftende Kórner in dem dichten Haarbesatze, den sie zu passiren haben, ehe reichen, wieder abgestreift werden. Erst beim Zurückziehen aus dem Glóckchen behaftet sich der “zum grossen Theil mit Honig benetzte Kopf der Wespe reichlich mit Pollen, der sich dann beim nächsten Blüthenbesuche zum Theile auf der Narbe absetzt. Bei eintretendem Wespenbesuche ist also Fremdbestäubung gesichert; bei &usbleibendem Insektenbesuche kann Sichselbstbestäubung,, in Folge der gegensei- tigen Stellung der Staubgefässe und Narbe nicht wohl stattfinden. . Besucher: Hymenoptera a | 3) V. saxonica F. 4) V. rufa L. 5) Polistes gallica L: und var. diadema; diese 5 Arten .machen in Thüringen über ?/i aller Besucher aus, während dagegen bei Lippstadt, wo es weit weniger Wespen g ! : h ich von aussen Lócher in das Blumenglöckchen beissen und wiegt. 6) Odynerus sp. sa 3 : : durch diese die Spitze des Kopfes stecken. b) Apidae: T) Apis mellifica L. 8, häufig. 8) Bombus agrorum F. 8. 9 B. pratorum L. 8. 10) einzeln. 11) Eucera longicornis L. 5- 12) Megachile centuneularis K. $, sámmtlich sgd. 13; Halictus sexnotatus K. €, sgd. u. Psd. c) Sphegidae: 14) Ammophila sabulosa L’, sgd. --309. Lonicera Caprifolium L. SER Die Blüthen haben sich der ausschliesslichen Befruchtung durch langrüsslige Abend- und Nachtschmetterlinge angepasst. Sie blühen um die Jahreszeit, in der | die Schwärmer hauptsächlich fliegen (Mai, Juni), öffnen sich des Abends, duften des Abends am stärksten und enthalten den Honig in so langer und dünner Röhre, dass von den einheimischen Insekten ausschliesslich Schmetterlinge ihn auszusaugen im Stande sind. Die Blumenröhre, deren unterer, fleischiger Theil den Honig absondert, : t nemlich ungefähr 30 mm lang, auf den grössten Theil ihrer Länge nur 1—2 mm sie die Narbe er- ) Vespidae: 1) Vespa holsatica F. 2) V. media DEGEER.- i ibt (und Polistes ganz fehlt) der Besuch der Honigbiene über- : B. muscorum F. 8, alle 3 nur en ee ; ) Toii . Von Insekten befruchtete Blumen : 309, Lonicera Caprifolium. weit, aber durch den von ihr umschlossenen Griffel noch erheblich. verengt; während unsere langrüssligsten Bienen (Bombus hortorum und Anthophora pilipes) nur. 21, unsere langrüssligsten Fliegen (Rhingia, Bombylius discolor) nur 11— 12mm Rüssel- länge erreichen. Nun füllt sich aller- dings die Blumenröhre bis über die Mitte mit Honig, so dass selbst Ine sekten mit 15 mm Rüssellänge einen Theil desselben erreichen können; dieses Maass der Füllung wird aber ebenfalls erst Abends erreicht, wenn Bienen und Fliegen aufgehört haben; nach Honig zu gehen. Ich habe daher auch nie Bienen oder Fliegen Honig saugend am Geisblatt gefun- den; um so reichlicher aber ist das“ selbe an windstillen , warmen Mai- und Juni-Abenden von Schwürmern besucht. Ich fing am 27. und 29. Mai 1868 an einer einzigen Geisblattlaube : Lepidoptera a) Sphingidae: 1. Blüthe, in natürlicher Grösse, von der Seite gesehen. Atv ipe pute m nn Figur bis in wagerechte Lage nach " Ex. 3) &. pinastri L. (29-33) s Ex 2. Dieselbe, von vorn gesehen. 4) Deilephila elpenor L. (20—24) 17 Ex. 5) D. porcellus L. (20! 1 Ex. 6) Sme- rinthus tiliae L. (3) 1 Ex. b) Noctwae: 7) Dianthoecia capsincola S, V. (23—25) 2 Ex. 8) Cucullia umbratiea L: § (18—22) 2 Ex. 9) Plusia gamma L., (15) 1 Ex. C. Bom- . byces: 10) Dasychira pudibunda L, (0) 1 Ex. : Fig. 138. Smerinthus tiliae und Dasychira pudibunda mit ihren ganz verkümmerten Rüsseln waren offenbar nur dem Wohlgeruch gefolgt, ohne weiteren ' Vor- theil von den Blüthen ziehen zu können, Plusia gamma mochte in den noch unbe- rührten Blüthen eben am Honige zu nippen im Stande sein, die vier vorhergehenden Arten konnten schon reichlichere Schlucke thun, aber nur die 3 ersten waren im Stande, den Honig völlig auszusaugen. Ich untersuchte die eingesammelten Exemplare nicht nur auf ihre Rüssellängen, sondern auch auf ihr Behaftetsein mit Blüthenstaub. Bei allen (mit Ausnahme der beiden letzten kurzrüssligen Arten) war wenigstens das Haarkleid der die Rüssel- basis umschliessenden Taster, bei mehreren der grössern die Behaarung und Be- schuppung der ganzen Unterseite vom Kopf bis zur Mitte des Hinterleibs, ein- schliesslich des Rüssels, der Fühler, Beine und Flügel, sehr reichlich mit Pollen be- haftet; der Rüssel hatte bei einigen seiner ganzen Länge nach einzelne Pollenkörner an sich haften. Am reichlichsten waren .die am stärksten abgeflogenen Exemplare der drei langrüssligsten Sphinxarten, am schwächsten’ Dianthoecia, Cucullia und Plusia mit Pollen behaftet. Die Pollenkórner, tetraedrisch- kuglige Körper von 14/, > o „0 mm Durchmesser, vermögen nicht bloss durch ihre Klebrigkeit, sondern zugleich durch kleine, spitze Hervorragungen, mit denen sie dicht besetzt sind, dem Haar- und Schuppenkleid der Schmetterlinge und von diesem der Narbe sich anzu- heften. Mu ` Dass der Besuch der genannten Schmetterlinge, trotz der gleichzeitigen Entwick -ndess merklichen Zeitverlust, eine zum . Srstere von den letzteren nur schwach überragt, 309—11. Lonicera Caprifolium, Periclymenum, tatarica. 363 . lung der Staubgefässe und Stempel, regelmässig Fremdbestäubung bewirkt, folgt aus der die Staubgefässe überragenden Stellung der Narbe. Die Staubgefässe ragen nemlich etwa 15 — 18, der Griffel etwa 25 mm aus der Blüthe hervor; beide sind mit ihren Enden schwach aufwärts gekrümmt, die Staubbeutel mit ihrer pollenbe- deckten Seite nach oben gekehrt. Die anfliegenden Schmetterlinge müssen daher, auch wenn sie ganz frei schwebend saugen, wenigstens mit der Unterseite des Kopfes in jeder Blüthe zuerst die Narbe, dann die Staubgefässe berühren. à Die Reichlichkeit des Schmetterlingsbesuchs macht es erklärlich, dass man an T agen, welche auf warme, windstille Abende folgen, nur Geisblattblüthen findet, die 2 ihres Blüthenstaubs schon vollständig beraubt sind. An Tagen dagegen, die auf kühle , windige Abende folgen, bieten die Blüthen reichlichen Blüthenstaub dar, den sich dann Bienen und Fliegen zu Nutze machen. Ich fand an solchen Tagen die Honigbiene und Halictus sexnotatus K. 9 mit - dem Einsammeln, mehrere Schwebfliegen, Xylota segnis L., Rhingia rostrata L. und Syrphus ochrostoma Zerr., mit dem Fressen des an den Staubbeuteln sitzen geblie- . benen Blüthenstaubes beschäftigt. Dass auch diese Besucher zweiter Ordnung ge- legentlich Befruchtung bewirken können , ist klar, jedoch können sie ebenso leicht Selbst- als Fremdbestäubung bewirken, und jedenfalls sind sie es nicht, denen sich. die Blüthenform angepasst hat. stimmt in der ganzen Blütheneinrichtung mit 310. Lonicera Periclymenum L. denselben Schwärmern wie diese be- - Caprifolium überein und wird jedenfalls von Sucht und befruchtet. Da jedoch ihre Blumenróhre nur 22 —25 mm lang ist, so ist. ihr Honig, sobald er sich zu einer einige Millimeter langen Säule im Grunde der . Röhre angesammelt hat, auch unseren langrüssligsten Bienen zugänglich. In der That sah ich im Juli 1867 Bombus hortorum L. 9 (mit 21 mm Rüssellänge) an einigen ` Blüthen von L. Periclymenum saugen. Es verursachte der Hummel Saugen geeignete Standfläche zu gewinnen, und sie kroch von der breiten Oberlippe her zum Blütheneingange, ohne zuerst die ‚Narbe, dann die Staubgefässe zu berühren. Auch war ihre Honigausbeute jeden- falls nur gering; denn nach dem Besuche einiger Blüthen verliess sie die in voller Blüthe stehenden Stöcke gänzlich. Unsere langrüssligsten Bienen kommen also nur ; als zufällige Besucher in Betracht, welche für die Ausprägung der vorhandenen Blü- theneigenthümlichkeiten von keinem Einflusse gewesen sind. . 811. Lonicera tatarica L. Der Honig wird von der schwachen Aussackung im- Grunde der 6—7mm langen Blumenröhre abgesondert und beherbergt. Narbe und Staubgefässe sind gleichzeitig entwickelt und ragen, nahe bei einander stehend, die aus der Blüthe hervor. Indem In- Sekten ihren Kopf zwischen Staubgefüssen und der Róhre stecken , berühren sie mit der einen Seite desselben die Narbe, mit der . entgegengesetzten einige Staubgefásse und bewirken daher bei wiederholten Blüthen- besuchen mit wechselnden Kopfstellungen (die durch die ungleiche Stellung der paar- . weise zusammenstehenden Blüthen bedingt sind) häufig Fremdbestäubungen ; gleich- zeitig berührt meist die entgegengesetzte Seite des aus seiner Lage gedrückten Narbenknopfes die vom Insektenkopfe nicht gestreiften Antheren und behaftet sich mit eignem Pollen. Da sich nicht selten Blüthen finden, in denen die Narbe sich in unmittelbarer Berührung mit 1 oder 2 Antheren befindet, so muss bei ausbleiben- ‚dem Insektenbesuche häufig Sichselbstbestäubung erfolgen. _ ; Narbe in den erweiterten Eingang 3 364 III. Von Insekten befruchtete Blumen : 312. Lonicera Xylosteum. 313. Viburn. Opulus- Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 2, sgd., häufig. 2) me } gachile centuncularis L. ö, sgd. 3) Andrena albicans K. Ọ, versucht vergeblich, e zu erlangen. B. Diptera Syrphidae: 4) Rhingia rostrata L., sgd. u. Pfd., sehr häulls: 312. Lonicera Xylosteum L. Honigabsonderung und -Beherbergung wie be voriger; Blumenröhre aber nur 3—4 mm lang. Staubgefässe und Narbe lang aU? der Blüthe hervorragend und gleichzeitig entwickelt, aber die ersteren sich auseinaD- 3 der spreizend und weit von der Narbe abstehend. Indem die Hummeln ihren Rüssel bald über bald unter den Staubgefässen, bald rechts bald links von denselben in die Röhre stecken, bestäuben sie ihren Kopf oder Kopf und Brust bei wiederholten Blü- thenbesuchen alsbald ringsum , und da die entgegengesetzte Seite des Kopfes jedes“ mal die Narbe streift, so bewirken sie regelmässig Fremdbestäubung. In unmittel- barer Berührung mit der Narbe befindliche Staubgefüsse habe ich nicht gefunden: wohl aber kann bei ausbleibendem Insektenbesuche durch Hinabfallen von Blüthen- Staub auf die Narbé in vielen Blüthen Sichselbstbestäubung erfolgen. pt Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, in grósster Menge: sgd. 2) Bombus muscorum F. 8, sgd. 3) B. pratorum L. 8, sgd. : B. Diptera a) Em- pidae: 4) Empis opaca F., sgd., zahlreich. b) Syrphidae: 5) Rhingia rostrata L., sg I, k Die regelmässigsten Befruchter sind die Hummeln, da sie in keine Blüthe den Rüssel stecken, ohne Narbe und Staubgefässe mit entgegengesetzten Seiten des Kopfes zu berühren, während die Honigbiene und ebenso die genannten Fliegen an- vielen Blüthen mit der Narbe gar nicht in Berührung kommen. Lonicera caerulea proterogyn nach HILDEBRAND (Geschl. S. 18). 313. Viburnum 6pulus L. ri Die in einer Ebene zu- sammenstehenden Blüthen bilden eine Gesellschaft, deren am Rande stehende Glieder durch Vergrósserung der Blu- menblütter auf Kosten der Geschlechtstheile eine ihnen selbst nutzlose, der Gesell- schaft aber in hohem Grade nützliche Augenfälligkeit er- langt haben, . wie ` schon SPRENGEL (S. 159) richtig auseinander setzt. ; : Wann die Blüthen sich - 1. Randblüthe, von oben (213:1', Rudimente der Antheren und des Griffels zeigend, öffnen (Fig. 139, 2), haben p Fruchtbare Blüthe, kurz nach dem Aufblühen, schräg von die Staubbeutel bereits auf- oben (42]3:1). ; 3. Dieselbe, nach Entfernung des vorderen Theils der Blumenkrone zuspringen begonnen, auch und der Staubgefässe (42]3; 1). | die -Narben sind schon 80 weit entwickelt , dass sie auf sie gebrachten Pollen leicht und in grosser Menge festhalten ; bald darauf bekleiden sich die Staubbeutel ringsum mit Blüthenstaub und ragen auseinander stehend aus den Blüthen hervor, während die Narben dicht auf der Honig absondernden Ober- seite des Fruchtknotens im Blüthengrunde sitzen bleiben. Der völlig offen liegende Honig bildet eine so flache, adhärirende Schicht, das® er nurFliegen und kurzrüssligste Insekten wirksam anzulocken vermag; der Blüthen- Fig. 139. 313. Viburnum Opulus. 314. Sambucus- nigra. i 365 staub bietet ausser den Fliegen auch Pollen sammelnden Bienen Ausbeute ; die weisse - Farbe der Blüthengesellschaften macht dieselben auch den Käfern bemerkbar, und unter diesen finden sich auch entschieden schädliche Gäste ein. Die häufigsten und für die Befruchtung wirksamsten Besucher der Schneeballblüthen sind diejenigen In- - Sekten, welche auch ihrerseits aus den Blüthen den grössten Vortheil ziehen, die bald Saugenden bald Pollen fressenden Fliegen. ` uo. d Bei der geringen Honigmenge, welche das einzelne Blüthchen darbietet, schreiten dieselben rasch auf den ebenen Blüthenstünden umher und bewirken daher, indem sie mit Rüsseln und Fusssohlen Staubgefässe und Narben der verschiedensten Blüthen . berühren , zahlreiche Befruchtungen, und zwar, -da die beiderlei Geschlechtstheile derselben Blüthe in der Regel von verschiedenen Stellen der Fusssohlen oder des Rüssels berührt werden, überwiegend Fremdbestáubungen. Bei ausbleibendem In- sektenbesuche ist die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung nicht ausgeschlossen, da trotz des Divergirens der Staubfäden in vielen Blüthen die Narben senkrecht unter emen Staubbeutel zu liegen kommen. Besucher: A. Diptera a) Syrphidae: 1) Eristalis arbustorum L. 2) E. nemorum L. 3) E. sepuleralis L. 4) E. tenax L. 5) Helophilus floreus L. 6) H. pendulus L., sämmt- lich sgd. und Pfd., häufig. b) Muscidae: ^"; Echinomyia fera L. B. Hymenoptera dpidae: 8) Halictus sexnotatus K., Psd. C. Coleoptera aj Nitidulidae: 9) Meligethes, | häufig. b) Lamellicornia: 10) Phyllopertha horticola L., Blumenblätter und andere Blüthen- theile fressend. Sao (Beiderlei Káfer wurden wahrscheinlich schon von SPRENGEL beobachtet ; denn . Was SPRENGEL »Blüthenkäfer« nennt, ist ohne Zweifel Meligethes; sein »kleiner Maikäfer« wahrscheinlich Ph. horticola). 314. Sambueus nigra L., Hollunder. "Honig habe ich in den Blüthen nicht gefunden. Die gegenseitige Stellung der Geschlechtstheile ist wie bei der vorigen „Art; nur spreizen sich die Staubgefässe noch weiter auseinander. Auch hier sind viele Blüthen zu einer Fläche zusammen- gedrängt; diese ist aber an sich so gross f. Biüthe, gerade von vom. ea und augenfällig, dass eine Vergrösserung 3. Diebe schräg von de ee o? > , 5 A der Randblüthen nutzlos sein würde. Die (Vergr. 3152: 1.) Blüthen sind weit spürlicher von Insekten pot besucht als die des Schneeballs, und Pollen sammelnde Bienen habe ich noch gar nicht auf denselben angetroffen. Es würde indess voreilig sein, daraus zu schliessen, dass. der starke Geruch der Blüthen den Bienen zuwider sein müsse. Denn Ruta, in Bezug auf welche DELPINO eine solche Behauptung aufgestellt hat, fand ich wie- derholt von: Bienen, selbst von der Honigbiene, besucht. Befruchtung wird von den : Fig. 140. Besuchern in derselben Weise wie bei der vorigen Art bewirkt; nur findet „He wes ts niger gesicherter Fremdbestáubung, Sichselbstbestäubung weit häufiger statt, indem -in vielen Blüthen von selbst Pollen auf die Narben fällt. se Besucher: A. Diptera a Stratiomydae: 1) Sargus cuprarius L. b) Syrphidae : i) Eristalis arbustorum L., 3) E. nemorum L., 4) E. tenax L., 5) E. horticola MGN. Bla.) 6) Volucella pellucens L., sämmtlich Pfd. B. Coleoptera Lamellicornia : 1) Ce- "oma aurata L. (Sld.), 8) Tyichius fasciatus L., beide an Blumenblättern und anderen Blüthentheilen nagend, also mehr verwüstend als befruchtend. y Ill. Von Insekten befruchtete Blumen: ‘314b, Adoxa moschatellina. 314^. Adoxa moschatellina L. (Vgl. Rrcca, Atti della Soc. It. di Sc. Nat - XIII. Fasc. III.) Fig. 141. 1-&Gipfelblüthe, von oben gesehen (31|o : 1). 2. Dieselbe, von unten. 2 3. Seitliche Blüthe, noch nieht aufgeblüht, gewaltsam geöffnet und aus einander gebreitet, die Griffel nach unten gedrückt, gerade von vorn gesehen. 4. Dieselbe, von hinten (von der Seite des Stengels her) gesehen. 5. Stück der Blumenkrone mit zwei (gespaltenen) Staubgefässen (7: 1). 6. Griffel der Gipfelblüthe, von der Seite gesehen (7 : 1). a Antherenhälfte, noch nicht geöffnet, a! geöffnet, s Kelchblätter, p Blumenblätter der Gipfelblüthe, p! obere, 7? untere, p? seitliche Blumenblätter einer seitlichen Blüth e, st Narbe, ov Fruehtknoten, n Honigdrüse. E Obgleich es mir noch nicht gelungen ist, Insekten auf den Blüthen von Adox? anzutreffen*), so hege ich nach den bisher mitgetheilten Beobachtungen doch keine? Zweifel, dass dieselben durch ihre äusserst flache, offene Honigschicht den Zutritt langrüssliger Insekten in hohem Grade beschränken, wenn nicht ganz ausschliessen; während zugleich die grünlich gelbe Farbe der Blumen bewirken wird, dass dieselben den meisten Blumen suchenden Käfern unbemerkt bleiben. ‘Wie bei andern Blumen ! mit trübgelber Farbe und flacher Honigschicht werden daher Dipteren und Hyme- nopteren, welche in diesem Falle besonders durch den Moschusgeruch angelockt werden, die ausschliesslichen oder fast ausschliesslichen Besucher und Befruchter sein. Dieselben werden theils an den flachen, von einem fleischigen Ringe der Blü- thenkrone rings um die Basis der Staubfüden herum abgesonderten Honigschicht lecken, theils den Blüthenstaub sich zu Nutze machen, welchen die in der Gipfel- blüthe gerade nach oben, in den seitlichen Blüthen gerade nach aussen gerichteten, in 2 Hälften zerspaltenen Staubgefässe darbieten. Wenn sie, in dieser Weise be- schüftigt, an den kleinen Blüthenstünden über die offen ausgebreiteten Blumen- kronen hinweg rings umher klettern, müssen sie mit Fusssohlen und Rüsseln bald *, Nach Vollendung des Manuscripts (7. April 1872) sah ich an einer reichlich mit Adoxa bewachsenen und durch Wegschlagen des Buschwerks bloss gelegten Waldstelle an einem sonnigen Nächmittage die Blüthen von Adoxa ziemlich reichlich von winzigen Insekten besucht und es gelang mir, 52 Exemplare derselben einzufangen und zwar A. Diptera a) Muscidae: 1) Borborus niger MGN., 2 Ex. b; Mycetophilidae: 2) ver- schiedne Arten von 1'/,—4 mm Länge, 11 Ex. c) Simulidae: 3) Simuliaarten, 14 Ex. dj Cecidomyidae: 4) verschiedene Arten, 10 Ex. B. Hymenoptéra aj Pteromalini: 5) Eulophus $3, 1 Ex. 6) 7 andere Arten, 9 Ex. bj Ichneumonidae : 1) Pezomachus Grav., 2 Arten, 2 Ex. C. Coleoptera Curculionidae: 8) Apion columbinum Grm., 3 Ex. Manche dieser kleinen Gäste kletterten an den Blüthenständen rings umher, andere flogen von Blüthe zu Blüthe, die Apion sassen ziemlich träge, alle leckten die flache Honig- schicht, kein einziger frass Pollen. ' langen Blumenröhren gestattet den Zutri Rückblick auf die betrachteten Caprifoliaceen. 315. Dipsacus silvestris. 367 Staubgefässe bald Narben berühren und zahlreiche Befruchtungen, und zwar, aus demselben Grunde wie bei Schneeball und Hollunder, überwiegend Fremdbestäu- bungen bewirken. Rückblick auf die betrachteten Caprifoliaceen. die wir soeben betrachtet haben, ist Die kleine Gruppe von Caprifoliaceen , r, denen sich so nah merkwürdig durch die grosse Verschiedenartigkeit der Befruchte verwandte Glieder derselben Familie — hauptsüchlich durch ungleiche Verlängerung der Blumenröhren — angepasst haben. Lonicera Caprifolium mit ihren etwa 30 mm tt zum Honige ausschliesslich unseren lang- rüssligsten Schmetterlingen , Periclymenum lässt, bei übrigens gleicher Einrichtung aber nur etwas über 20 mm langen Röhren, neben denselben Insekten auch die lang- rüssligsten Bienen zutreten; bei tatarica und Xylosteum sehen wir die Röhrenlänge zu 7—3mm herabsinken und neben einer grösseren Schaar von Bienen auch einzelne langrüssligere Fliegen sich am Besuche und der Befruchtung der Blüthen betheiligen ; Symphoricarpus ist mit seinen weiten Blumenglöckchen selbst den Wespen bequem zugänglich und lockt durch grossen Honigreichthum gerade diese in überwiegender . Menge an sich ; Viburnum bietet seinen Honig ganz offen, aber nur als flache, anhaf>- - tende Schicht dar und wird daher überwiegend von kurzrüssligen Insekten, Fliegen Seite dicht besetzt sind, von denen aber der eine b .dem in die Blüthe gesteckten Kopfe d dere Narbenast ganz wegfällt. Diese Anpassung ist aber, Sambucus an sich, obwohl und Käfern, besucht; einen ähnlichen Besucherkreis lockt Adoxa lockt ausschliess- er durch seine Honiglosigkeit denselben noch beschränkt; lich winzige Honig suchende Insekten an sich. Fremdbestäubung ist bei eintretendem Insektenbesuche bei allen , bei den ver- Schiedenen aber in sehr verschiedener Weise, gesichert, Sichselbstbestäubung beiaus- bleibendem Insektenbesuche gerade bei denjenigen ermöglicht, die am wenigsten reichlichen Insektenbesuch an sich ziehen. Dipsaceae. i t den Staubgefässen gleichzeitig entwickelte, aber dieselbe überragende Narbe, so dass besuchende Insekten erst diese, dann die Staub- gefässe berühren und daher in der Regel Fremdbestäubung bewirken. Bei ausblei- bendem Insektenbesuche krümmt sich die Narbe so einwärts, dass sie die Staubge- fässe berührt und Sichselbstbestäubung erfolgt (Hinp., Bot. Z. 1869. S. 488—491. Taf. VI. Fig. 19— 22). | . 815. Dipsacus silvestris. Mrrr. Proterandrisch ; Griffel in 2 Aeste zerspa Morina elegans hat eine mi Röhrenlänge 9—11zmm; Blüthe ausgeprägt lten, die mit Narbenpapillen auf der Innen- ald mehr bald weniger, bisweilen vollständig verkümmert ist. Da die Blüthendeckblätter aus dem hochgewölbten Köpfchen als steife, selbst Staubgefässe und Narben noch merklich überragende Spitzen hervorstehen und eine über das Körbchen hinkriechende Hummel verhindern, mit der Bauchseite Staubgefässe und Narben zu streifen, so können diese bloss von er Hummel berührt werden; hierbei ist ein . t eine viel vollkommenere Bestreifung der Hummelkopf möglich, wenn der an=- - so vortheilhaft sie auch rden begriffen. Griffelast dem andern im Wege, und es is ganzen Narbenfläche des einen Astes durch den sein mag, noch keineswegs vollendet, sondern noch im We Als Befruchter bemerkte ich ausschliesslich Hummeln, nemlich: 368 HI. Von Insekten befruchtete Blumen: 316. Scabiosa arvensis. 1) Bombus rupestris L. © (12—14), 3) B. lapidarius L. $8 Q (8—14', häufig, 3) B- agrorum F. 8 C (12—15), alle drei sgd., lapidarius 3 noch am 2. Oktober! 316. Seabiosa arvensis L. Den Blüthen ist bei schónem Wetter durch grosse Augenfälligkeit und bequem zugänglichen’ Honig und Pollen ein ungewöhnlich rc cher und mannichfaltiger Insekten besuch und daher durch ausgeprágte proterandrische Dichogamie Fremd- bestäubung gesichert; dem entspre- chend ist die Wahrscheinlichkeit der Sichselbstbestäubung: bei aus- bleibendem Insektenbesuche bei ihnen nur sehr gering. - | TN Die kräftige Anlockung wird Fig. 142. dadurch bewirkt, dass sich gegen - Zweigeschlechtige Blüthe im ersten (männlichen) Zu- 50 Blüthen zu einem flach gewölb- ius: nach Entfernung eines Blumenkronenlappens (312: 1). ten bis halbkugligen Köpfchen ver- 2. Dieselbe im zweiten (weiblichen) Zustande. einigen, und dass dieselben von der 3. Weibliche Blüthe, nach Entfernung eines Blumenkronen- lappens. Mitte bis zum Rande des Kópfchens Bede dms, ca die Bine digedissent een Mi Grufeneise immer grösser werden und namentlich die nach aussen gerichteten Kronenlappen zu immer grösserer Ausdehnung entwickeln. Denn während die Röhren der innersten Blüthen nur 4—6, ihre unter sich gleichen Kronenlappen kaum 3—-4 mm lang sind, erreichen die Randblüthen 7—9 mm Röhrenlänge, ihr äusserer Lappen ist 6—11, jeder der beiden seitlichen 4—7, der innere nur 3—4 mm lang. Der Honig ist trotz der angegebenen Röhrenlängen einer sehr grossen Zahl von Insektenarten verschiedener Ordnungen bequem zugänglich ; denn die Blumenröhren sind nach oben trichterförmig erweitert, und zwar um so stärker, je länger sie sind, so dass zahlreiche kurzrüssligere Insekten durch mehr oder weniger tiefes Hinein- kriechen in die Blüthe dennoch zum Honig gelangen können. Dieser, von der Ober- seite des Fruchtknotens abgesondert und im untersten Theile der Blumenröhre be- herbergt, ist trotz der trichterförmig geöffneten Blüthe durch die Behaarung der Innenseite der Röhre vor dem Eindringen von Regentropfen hinreichend geschützt.. Auch der Blüthenstaub ist bequem zugänglich; denn die anfangs in die Blüthe zu- rückgekrümmten Staubfäden strecken sich nach dem Aufblühen und ragen dann 4—5 mm lang aus der Blüthe hervor, indem sie ihre mit Pollen bedeckte Seite nach oben kehren. Es ist also sowohl für Honig suchende als für Pollen suchende In- sekten hinreichender Anlass zu eifrigem Besuche der Blüthen vorhanden, um so mehr, als das dichte Beisammenstehen der Blüthen den Zeitaufwand, welcher sonst erfor- derlich ist, um von einer Blüthe zur andern zu gelangen, erheblich abkürzt. Zu wiederholtem Besuche desselben Köpfchens werden die Honig suchenden Insekten durch die langsame Entwicklung und andauernde Honigabsonderung der einzelnen Blüthen, die Pollen suchenden aber dadurch veranlasst, dass die Staubgefässe nicht gleichzeitig, sondern eines nach dem andern zur Entwicklung gelangen (1, 5, c, d). Erst nachdem alle Staubgefässe ihre Entwicklung vollendet haben, streckt sich der Griffel, dessen unentwickelte Narbe bis dahin im Blumeneingange stand, 4 bis 316. Scabiosa arvensis. 5mm aus demselben hervor und entwickelt seine Narbe (a, 2), während die ent- leerten Staubbeutel, wenn sie nicht durch die Insekten entfernt sind (was oft genug | geschieht), durch Verschrumpfen ihrer Stiele sich an den Blütheneingang zurückziehen (d 2). Obgleich jedes’Köpfchen vom Rande nach der Mitte hin aufblüht und seine Staubgefässe entwickelt, so beginnt doch die Streckung der Griffel und die Entwick- lung der Narben erst, nachdem alle Staubgefässe des Köpfchens ihre Entwicklung vollendet haben und dann in allen Blüthen des Köpfchens ziemlich gleichzeitig. Da hiernach das ganze Köpfchen anfangs “ein männlich, später, falls Insektenbesuch stattgefunden hat, rein weiblich ist, so findet bei eintretendem Insektenbesuch nicht bloss, wie bei jeder Dichogamie, regelmässig Fremdbestäubung, sondern sogar regel- mässig Kreuzung von Blüthen getrennter Köpfchen statt, und da alle N arben des- selben Köpfchens gleichzeitig entwickelt sind, während die Staubgefässe sehr allmählich nach einander zur Entwicklung kommen , so ist sowohl massenhafte Fremdbestüubung durch einen einzigen Insektenbesuch in hohem Grade begünstigt, als auch die Möglichkeit der Fremdbestäubung auf einen langen Zeitraum ausge- dehnt. Es genügt mithin schon ein im Vergleich zur ganzen Blüthezeit sehr kurz andauerndes günstiges Wetter, um die vollständige Befruchtung der Blüthen durch | besuchende Insekten zu bewirken. chtigen Blüthen finden sich auch solche, Ausser den Stócken mit zweigeschle deren sümmtliche Blüthen neben wohlentwickelten Narben mehr oder weniger ver- kümmerte Staubgefässe besitzen , welche gar nicht aufspringen und kleinere, zum Theil sehr unregelmüssig gestaltete Pollenkórner umschliéssen. "Wenn diese rein weiblichen Stöcke früher aufblühten als die zweigeschlechtigen, so dass die Entwick- lung ihrer Narben gleichzeitig mit der Entwicklung der Staubgefässe der zuerst auf- ‚geblühten zweigeschlechtigen stattfände, so könnte man sich ihre Entstehung da- | durch erklären, dass, da wegen der ausgeprägten proterandrischen Dichogamie die | Staubgefässe der zuerst aufblühenden Köpfchen nutzlos blühen, ihr Verkümmern | eme Stoffersparniss, also für die Pflanze ein Vortheil wäre. Wenn die rein weib- lichen. Blüthenkópfchen weniger. in die Augen fallend wären, als die zweigeschlech- . tigen, so könnte man dieselbe Erklärung auf sie anwenden , welche ich von den rein | etc. gegeben habe. Es ist aber hier - Weiblichen Blüthen von Glechoma, Thymus "Weder das eine noch das andere der Fall, sondern die weiblichen Stócke haben ebenso || -m die Augen fallende Köpfchen als die zweigeschlechtigen und entwickeln dieselben / gleichzeitig zur Blüthe. Ich kann daher die Erklärung ihrer Entstehung nurinden 80 auffallend ungleichen Zeiträumen finden, während welcher bei der gewöhnlichen weigeschlechtigen Form die Köpfchen Blüthenstaub darbieten und während welcher ihre Narben entwickelt sind. Es ist für Scabiosa entschieden vortheilhaft, dass die Staubgefässe desselben Köpfchens im Laufe mehrerer Tage sehr langsam nach einander, ihre Narben da- gegen an demselben Tage, fast gleichzeitig , zur Reife entwickelt werden. Denn in Folge der ersteren Eigenthümlichkeit fehlt es nie an Blüthenstaub, in Folge der letz- teren werden, sobald einmal einige sonnige Stunden eintreten , welche die Insekten aus ihren Verstecken hervorlocken, in kürzester Frist alle Narben desselben Köpf- chens befruchtet, und zwar mit Pollen getrennter Köpfchen. Die Vereinigung beider Eigenthümlichkeiten ist also, als Anpassung an die veränderliche und oft vorwiegend regnerische Witterung unserer Sommer , der Pflanze von Nutzen. So oft aber son- niges Wetter eintritt, ist bei den zweigeschlechtigen Stöcken die Zahl der gerade im männlichen Zustande befindlichen Köpfchen sehr viel grösser , als die Zahl der im Müller, Blumen und Insekten. 24 370 If. Von Insekten befruchtete Blumen: 316. Scabiosa he weiblichen Zustande befindlichen. Es muss also der Blüthenstaub vieler Kórbcheh nutzlos für die Pflanze verblühen, und es musste desshalb für die Erhaltung der Art von Vortheil sein, wenn bei einem Theil der Exemplare die nutzlosen Staubgefäs®® verkümmerten und die Narben um so rascher zur Entwicklung gelangten, weil nun bei eintretendem sonnigem Wetter noch viel zahlreichere Blüthen in kurzer Zeit be fruchtet werden konnten. Wie jede für die Erhaltung der Art vortheilhafte Eigen" thümlichkeit, welche zufällig als Abänderung auftritt, durch natürliche Auslese €: halten werden kann und muss, so musste also auch bei Scabiosa arv. ein zufällig auftretendes Verkümmern der Staubgefässe gewisser Stöcke durch natürliche Ausles® sich erhalten und ausprügen. Die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung ist bei den zweigeschlechtigen Stöcke! nicht ausgeschlossen; denn an im Zimmer aufgeblühten und unberührt gelassene® Köpfchen sieht man manche der hervorwachsenden Narben von selbst mit noch mit Pollen behafteten Staubbeuteln in Berührung kommen; sie kann indess nur bei an dauernd schlechtem Wetter in Wirksamkeit treten, da bei sonnigem Wetter stets sehr reichlicher und mannichfaltiger Insektenbesuch stattfindet. ; Besucher: A. Hymenoptera aj Apidae: 1) Apis mellifica L. 8. (6), häufig, sgd., seltener Psd. 2) Bombus hortorum L. 882 (17—21). 3) B. terrestris L. 9 $ (1—9). 4) B. lapidarius L. 8 (10—12). 5) B. pratorum L. 9 8 & (8—11). 6) B. Rajellus Inr. $ (10: 7) B. agrorum F. Ọ (12—15). 8) B. hypnorum L. &, sgd. 9) B. silvarum L. Q 8 (12—14). 10) B. rupestris L. Q (12—14). 11) B. vestalis Fourc. Q (12). 12) B. campèstris Pz. € ó (10—12). 13) B. Barbutellus K. SQ (12); sämmtliche Hummeln nur sgd. 14) Andrena Hattorfiana F. $Q (6—7), sowohl sgd. als Psd. und so ausschliesslich auf diese Pflanze sich beschränkend, dass ich nur ein einziges mal ein Männchen an Jasione montana un ein einziges mal ein Weibchen an Dianthus Carthusianorum sgd. getroffen habe. 15) An- drena Gwynana K. Q (21/2), Psd. 16) Halictus albipes F. Q. 17) H. leucozonius ScHK.Ó, ° (4). 18) H. cylindricus: F. 9 $ (3—4). 19) H. sexnotatus K. 9 (4); die Halictusarten bald sgd., bald Psd. 20) Nomada Fabriciana L. Q. 21) N. lineola Pz. € d (6. 22) M. Jacobaeae Pz. Q. 23) N. armata SCHAEFF. Q. 24) Megachile Willughbiella K. $. 25) maritima K. $Q, in Mehrzahl. 26) M. circumcincta K. Q &. 27) M. centuncularis L. Ó- 28) Diphysis serratulae PZ. ($ €, sehr häufig, wie sámmtliche Nomada- und Megachile- arten nur sgd. 29) Osmia fulviventris Pz. Q, Psd. 30; O. aenea L. d, sgd. 31) Coeli- oxys quadridentata L. ($9, häufig. 32) C. conoidea ILL. Q. 33) Heriades truncorum L.. 34) Stelis breviuscula NYL. $, auch die 4 letzten Arten sgd. b) Sphegidae: 33) Bembex rostrata L. (7). 36) Psammophila affinis K. Ọ (5). 37) Ps. viatica L.$ (4): sämmtlich sgd. c) Vespidae: 38) Odynerus parietum L. © (3), sgd. B. Diptera a) Em- pidae: 39) Empis tesselata F. (3—4). 40) E. livida L. (21/—3), beide äusserst zahlreich, sgd. b) Syrphidae: 41) Eristalis tenax L. (7—8). 42) E. arbustorum L. (4—5). 43) E- nemorum L. 44) E. intricarius L. 45) Rhingia rostrata L. (11—12). 46) Volucella bom- bylans L. (7—8). 47) V. plumata L. 48) V. pellucens L. (Sld.), sämmtliche genannte Syrphiden häufig und mit Ausdauer auf diesen Blüthen beschäftigt, bald sgd., bald Psd. 49) Syrphus ribesii L. (3—4), Pfd. o) Conopidae: 50) Sicus ferrugineus L., zahlreich, sgd. d) Muscidae: 51) Echinomyia tesselata F. 52) Ocyptera cylindrica F. 53) Micro- palpus fulgens Men., alle 3 sgd. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 54) Colias hyale L. (Th.) häufig. 55) Vanessa urticae L. (12). 56) Satyrus Janira L. 57) S. Medea S: V- (Sld.) 58) Papilio Machaon L. (18). 59) Hesperia lineola ©. b) Sphingidae: 60) Zygaena lonicerae Esp. (Th.), häufig. 61) Ino. statices L. c) Noctuae:. 62) Mamestra serena S. V.Q (Th.) 63) Euclidia glyphica L. d) Tineina: 64) Adela sp., in grösster Menge, bis- weilen mehrere (bis 4) zugleich auf einem Köpfchen. D. Coleoptera a) Nitidulidae : 65) Meligethes, häufig, Pfd. b) Phalacridae: 66) Olibrus bicolor F., Pfd. c) Zamellı- cornia: 67) Hoplia philanthus Svrz. (Sld.), Blüthentheile fressend. 68) Trichius fasciatus L., sehr häufig, Blumenblätter fressend, auch in Paarung auf den Blüthen. d) Ceram- byeidae: 69) Toxotus meridianus L. (Siebengeb.) 70) Pachyta octomaculata F. (Sld.) 71) Strangalia atra F. (Siebengeb.) 72) Str. armata HBsT. (Siebengeb.). 73) Str. atte- nuata L. 74) Str. melanura L. 75) Leptura livida F.; die Cerambyciden theils Pollen und Be 65 : : 5 VÉ inzeln nacheinander die während der Knospe eınwä 371 ER 317. Scabiosa suceisa. nn fressend, die schmalköpfigen, besonders Str. attenuata, auch sgd. e) Chryso- nelidae: 76) Cryptocephalus sericeus L., Blüthentheile fressend. 317. Scabiosa suceisa L. (Succisa pratensis MoENCHJ. Fig. 143. 1. Blüthe, vor dem Aufspringen der Staubgefásse (nach Entfernung des Aussenkelchs). . 2. Blüthe, nach demselben. 3. Dieselbe, im weiblichen Zustande. aus 50— 80 unter sich ziemlich gleichen Das halbkuglige Köpfchen besteht hreitend sich zur Reife entwickeln. Jede Blüthen, die von aussen nach innen fortsc Sondert aus einem kleinen, fleischigen , die Griffelbasis umschliessenden Ringe der Oberseite des Fruchtknotens Honig ab, der im verengten, glatten Grunde der 3 bis. imm langen, übrigens an der Innenwand durch abstehende Behaarung gegen ein- dringenden Regen geschützten Blumenröhre beherbergt wird und daher ziemlich kurz- Tüssligen Insekten zugänglich ist, umsomehr, als die unten enge Röhre sich gegen den Eingang bis zu 2mm Durchmesser erweitert und die 4, selten 5 (Fig. 143, 3) gerundeten Saumlappen, deren äusserer der grösste ist, sich leicht auseinander biegen lassen. Auf den feuchten, unfruchtbaren Wiesenstellen, auf denen Scabiosa suceisa vorzüglich gedeiht, gehören ihre blauen, halbkugligen Köpfchen von etwa 20 mm Durchmesserzu den augenfälligsten Erscheinungen der Blumenwelt und werden dess- | halb bei sonnigem Wetter bis spät in den September hinein ausserordentlich háufig von Insekten besucht, welche in Folge der proterandrischen Dichogamie der Blüthen regelmässig Fremdbestäubung bewirken. Beim Oeffnen der Blüthe strecken sich rts gebogenen Staubfäden aus der Blüthe heraus; dann springen, wührend der Griffel noch kaum die Länge der Blumen erreicht hat (Fig. 143, 2), die Staubbeutel, eines nach dem andern, auf; erst ‚ Nachdem die Staubgefässe völlig verschrumpft und die Staubbeutel, wenn Insekten- besuch stattgefunden hat, abgestossen sind (Fig. 143, 3), erreicht der Griffel seine Tolle Lünge und noch etwas spüter die Narbe ihre klebrige Beschaffenheit. Sichselbst- bestäubung kann also nur in dem Falle ausnahmsweise stattfinden, wenn um diese Zeit eines der noch mit Pollen behafteten Staubgefässe zufällig mit der Narbe in Be- Tührung kommt. | Ich habe diesen Fall zwar nicht selten an im Zimmer abgeblühten ; "Xemplaren, jedoch noch nie im Freien beobachtet. hà Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. u. Psd., ^àufig. 2) Bombus silvarum L. 9 8 8 (noch am 7. Okt. 18711). 3) B. lapidarius L. 859, t 5 agrorum F. 85 (beide noch am 15. Okt. 1871!) 5) B. senilis SMITH 88, 6) B. errestris L. 8 ($$. 7) B. pratorum L.8,.8) B. vestalis, FoURC. € d, 9) B. rupestris -O (noch am 15. Okt. 1871), sámmtlich sehr häufig, sgd. 10) Andrena Cetii SCHRANK € , 13) H. leu- Pod. 11) A. convexiuscula K. 5. 12) Halictus rubicundus CHRIST. 9 , Psd. | | = 24* i i 372 IH. Von Insekten befruchtete Blumen: 318. Seabiosa Columbaria. Stylidiaceae: cozonius SCHRANK. $j. 14) H. cylindricus F. $, sämmtlich in Mehrzahl B. Dipter& aj Bombylidae: 15) Exoprosopa capucina F., im Juli häufig. b) Syrphidae: 16) Helo- philus pendulus L., háufig, auch in Paarung auf den Blüthen (4. Sept. 1870), 177 Eristalis arbustorum L., 18) E. nemorum L., 19) E. tenax L. (noch Anfang November!), sämmt- lich häufig, sgd. u. Pfd. 20) E. intricarius L., seltner. 21) Syrphus pyrastri L., sgd- u. Pfd. 22) Rhingia rostrata L., sgd. c) Empidae: 23) Empis livida L., sgd., sehr zahl- reich. d) JMwseidae: 24) Luciliaarten. 25) Musca cornicina F. C. Lepidopter? a) Rhopalocera: 26)- Pieris rapae L., zahlreich. 27) Satyrus Janira L. 28) Polyommatus Phloeas L., sehr häufig, b) Noctuae: 29) Plusia gamma L., häufig. c) Crambind: 30) Botys purpuralis L., alle sgd. D. Coleoptera Chrysomelidae: 31) Cryptocephalus sericeus L., Blüthentheile verzehrend. ; 318. Scabiosa Columbaria L.*) stimmt in ihrer Blütheneinrichtung in den meiste? Stücken mitSc. arvensis überein, zeigt jedoch, ausser der Fünfzähligkeit der Blumen- krone, folgende bemerkenswerthe Abweichungen: | Während bei Sc. arvensis die zu einem Köpfchen vereinigten Blüthen in gan? allmählicher Abstufung von der Mitte nach dem Rande hin grösser werden und ihre Kronenlappen einseitiger nach aussen hin entwickeln, ist bei"Sc. Columbaria die Steigerung der Blüthengrösse von der Mitte bis zum Rande viel weniger bemerkbar ; die Randblüthen selbst dagegen entwickeln auffallend grosse und in die Augen fal- lende Kronenlappen. So hatten bei einem von mir nüher untersuchten Exemplar die Randblüthen Róhren von 6mm Lünge mit 2—2!/;mm weitem Eingang, deren äussere Kronenlappen 7—8, deren seitliche 6, deren innere 2—3 mm lang waren. Unmittelbar an diese Randblüthen grenzten Scheibenblüthen mit 5mm langen Röhren und 2mm weitem Eingang, deren entsprechende Kronenlappen nur 3, 2 und 11/; mm Länge hatten; bei den mittelsten Blüthen des Kópfchens endlich waren die Röhren noch 4mm lang mit 11/;mm weitem Eingang und 1—2 mm langen Kronenlappen. In Folge der geringeren Grósse der mittleren Blüthen und der geringeren Steigerung . der Grösse von der Mitte bis zum Rande des Köpfchens haben bei S. Columbarià auf gleichem Fláchenraum weit zahlreichere Blüthen Platz, als bei Sc. arvensis. Ob- gleich daher die Köpfchen von Sc. Columbaria in der Regel merklich kleiner sind als die von Sc. arvensis, so enthalten sie doch etwa 1!/j;mal so viele Blüthen (70—80). N, Stöcke mit verkümmernden Staubgefässen , wie sie bei Sc. arvensis nicht selten | { vorkommen, habe ich bei Columbaria nie gefunden. r Da diese Art bei Lippstadt nur an einem einzigen Standorte in unerheblicher Menge vorkommt, so habe ich nur wenig Gelegenheit gehabt, sie zu überwachen. Ich bemerkte als Besucher derselben nur: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., häufig. 2) Bombus lapi- darius L. &, sehr zahlreich, sgd. B. net a) Syrphidae: 3) Eristalis tenax L., 4) E- nemorum L., 5) Helophilus trivittatus F., alle 3 häufig, sgd. u. Pfd. b) Conopidae: 6) Sicus ferrugineus L., sgd. : Ordnung Campanulinae. Stylidiaceae. Diese sind nach DELPINO (welcher nur getrocknete Exemplare untersuchte) aus“ geprägt proterandrisch und werden vermuthlich von Insekten befruchtet (Ult. 0o88- 2.425.126), *) SPRENGEL gibt (S. 82—84) eine vollstándig richtige Beschreibung dieser Blume; die er als proterandrisch erkannte und von Bienen, Hummeln und Blüthenkäfern (Meli- gethes) besucht fand. Seiner Beschreibung schaltet er treffliche Bemerkungen über die Bedeutung vergrósserter Randblüthen überhaupt ein. 4 e - $ Brunoniaceae. Goodeniaceae. Cyphiaceae. Campanulaceae. 373 Brunoniaceae. Í ; Die kleinen, zu Köpfchen vereinigten, regelmässigen Blüthen haben am Ende des Griffels einen zweilappigen Sammelbecher mit unbehaartem Rande, der beim Hin- durchwachsen durch die Antherenröhre den Pollen in sich aufnimmt. Später wächst die Narbe aus ihm hervor (Derr., Ult. oss. p. 98. Hinp., Bot. 7.1810. 8. 690) 7 Goodeniaceae. der schon in der Auch bei diesen endet der Griffel mit einem Sammelbecher ; schmale, meist Knospe den Blüthenstaub in sich aufnimmt, dann aber bis auf eine durch Haare gedeckte Oeffnung sich schliesst und von oben in den Eingang der. ziemlich wagerechten Blüthe herabbiegt, so dass besuchende Insekten die Haare an- stossen und sich mit etwas pulvrigem Blüthenstaube bestreuen. Indem die Narben- lappen im Sammelbecher empor wachsen, drängen sie immer neuen Blüthenstaub bis m die schmale Oeffnung desselben, wachsen endlich selbst aus demselben hervor, breiten sich auseinander und nehmen nun bei erneuten Insektenbesuchen den Pollen jüngerer Blüthen auf (Frırz MÜLLER, Bot. Z. 1868. S. 115. DELP., Ult. oss. p. 91—98. Hirp., Bot. Z. 1870. 8. 634—636). | Uebrigens ist bei verschiedenen Heitungen (Goodenia, Scaevola, Velleia, Calogyne, Dampiera, Lechenaultia) die Narbeneinrichtung sehr verschieden, wie G. BENTHAM in einem interessanten Auf- Satze nachweist (Proc. of the Linn. Soc. Vol. X. 1869; Bot. p. 203—206). . "Bei | Lechenaultia formosa stösst der Rüsse des Sammelbechers , öffnet dadurch denselbe in einer anderen Blüthe an die ausserhalb des Narbenbechers gelegene N absetzt (Cg. Darwın, The Gardeners Chronicle 1871, p. 1166). l besuchender Insekten gegen die Unterlippe n und behaftet.sich mit Pollen, den er. arbenfläche Cyphiaceae. e Narbenknopf reicht nur bis an den Anfang enstaub als einzige, grosse Masse zwischen. Unterseite der horizontalen Blüthe liegen Der mit einem Haarbüschel gekrönt der dicht zusammenliegenden ung den Blüth Sich beherbergenden Antheren, die an der und beim Besuche der Befruchter (wahrscheinlich Bienen) dass die Unterseite derselben mit Pollen und Narbe in Berührung kommt (DELP., Ult. oss. p. 100—102. Hip., Bot. Z. 1870). \ Campanulaceae. Die Blütheneinrichtung unserer Campanulaarten ist schon von 'SPRENGEL SVART SSi 12) vortreff lich beschrieben und erläutert. Derrıno gibt allgemeine Bemerkungen über diese und mehrere andere Campa- : nulaceengattungen , nennt als Befruchter von Campanula Medium Cetonien, als Be- Íruchter der andern. Campanulaarten Apis un tungen eine ausführliche Besprechung der irrigen Ansichten von WAHLBOM, CASSINI, DU Pxrir- THOUARS, ALPH. DE CANDOLLE, TREVIRANUS, GAERTNER und VaucmEn über die Befruchtung von Campanula bei (Derr., Ult. oss. p. 74—91. Hirp., Bot. Z. 1870. S. 633). | Bei Campanula wird der Honig von einer dem Fruchtknoten aufsitzenden , den Griffel umschliessenden, gelben, fleischigen Scheibe abgesondert und beherbergt, durch die zu dreieckigen Klappen verbreiterten, untersten Stücke der 5 Staubfäden - überdeckt und durch Haare, welche über den fünf zwischen den Klappen frei blei- benden Spalten zusammenschliessen , geschützt, wohl mehr gegen den Diebstahl un- . sich auseinander thun, 80 ` d Halictus und fügt seinen Beobach- . 374 II. Von Insekten befruchtete Eurer 319—21.-Campanula rotund., ach), rapuncul. | Y nützer Gäste, als, wie SPRENGEL meint, gegen Regen, da gegen letzteren meist schon die herabhangende Stellung der Blumen hinreichenden Schutz gewührt. Die drei Griffeläste liegen in der Knospe und oft noch in dem ersten Entwick- lungszustande der Blüthen zu einem Cylinder zusammengeschlossen, dessen Aussen- seite von langen, abstehenden Haaren dicht besetzt ist; dieser Cylinderbürste sind in der Knespe ringsum die Staubgefässe dicht angedrückt, so dass sie zusammen einen den Griffel umschliessenden Hohlcylinder bilden, und, indem sie nach innen auia springen, ihren Blüthenstaub an die Bürstenhaare abgeben. Nachdem diess ge- schehen ist, verschrumpfen die Staubgefässe und ziehen sich in den Grund der Blumenglocke zurück. Diese öffnet sich nun und bietet im ersten Zustande ihrer Entwicklung den hineinkriechenden Insekten eine in ihrer Mitte stehende, ringsum dicht mit Pollen behaftete Cylinderbürste dar, welche ihren Blüthenstaub andauernd und bis zur Erschöpfung dem Haarkleide der vorbeistreifenden Besucher preisgibt; indem sich die Bürstenhaare allmählich in sich selbst zurückziehen ; im zweiten Ent- wicklungszustande dagegen breiten sich die drei Griffeläste auseinander und krüm- men sich zurück, so dass ihre mit Narbenpapillen bekleideten Innenflächen von be- suchendenInsekten gestreift werden müssen. Bei ausreichendem Insektenbesuche ist also Fremdbestäubung und zwar, wie bei jeder ausgeprägten Proterandrie, Befruch- tung älterer Blüthen durch den Pollen jüngerer unausbleiblich. Ob bei ausbleiben- dem Insektenbesuche ein Theil des der Aussenseite des Griffels noch anhaftenden Pollens auf die papillösen Ränder der zurückgekrümmten Griffeläste fallen und Be- ` fruchtung bewirken kann, bleibt noch zu untersuchen. Trotz ihrer weit geöffneten Blumenglocken, welche allen Insekten den Zutritt gestatten, werden die Campanulaarten doch vorwiegend von Bienen besucht, von denen manche hier Nachtquartier und Obdach bei Regen suchen und finden. Wie die Blütheneinrichtung, so ist auch der Insektenbesuch unserer Campanulaarten sehr übereinstimmend. 319. Campanula rotundifolia L. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Bombus pratorum L. 8$, sgd. 3) B. lapidarius L. 8, Psd. 4) Cilissa haemarrhoidalis F. 2 4, sgd- u. Psd. 5) Andrena Coitana K. § (Sld.), häufig. 6) A. Gwynana K. $. 7) Halictus Smeathmanellus K. $. 8) Halictoides dentiventris NYL. $ €, die $ häufig, auch in den Blüthen übernachtend. 9) Chelostoma nigricorne NYL. © &, sgd. u. Psd., häufig. 10) Ch. campanularum L., desgl. B. Diptera a) Bombylidae: 11) Systoechus sulfureus MIK., sgd- (Sld.). b) Zmpidae: 12) Rhamphomyia plumipes FALLEN, häufig. C. Lepidoptera: 13) Ino statices L., sgd. (Sld.). D. Coleoptera a) Staphylinidae: 14) Anthobium. b) Cur- culionidae: 15) Gymnetron Campanulae L. 16) Otiorhynchus ovatus L. 320. Campanula Trachelium L. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., häufig. 2) Cilissa haemarrhoidalis F. C $, sgd. und Psd., die ($ sehr häufig, bisweilen 3 in einer Blüthe. 3) Andrena Coitana K. 9 (3, auch von dieser die & viel häufiger. 4) A. Gwynana K. 9 c, häufig. 5) A. fulvierus K. $, vor Regen Obdach suchend. 6: Halictus cylindricus F. €; Psd. 7) Halictoides dentiventris NYL. Q $, & sehr häufig. 8) Prosopis hyalinata Sw. € 8, zahlreich. 9) Chelostoma campanularum L. B. Diptera Syrphidae: 10) Chrysochlamys ruficornis F. (Lippstadt, Sld.), Pfd. 11) Syrphus balteatus DEG., Pfd. C. Coleoptera a) Nitidulidae: 12) Meligethes in grósster Menge. b) Cryptophagidae: 13) Anthero- phagus spec. 321. Campanula rapuneuloides L. Besucher: A: Hymenoptera Apidae. 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Bombus lapi- darius L. 8, sgd. w Psd. 3) Cilissa haemarrhoidalis F. Q 4. 4) Andrena Gwynana K. ó- 5) Halictus maculatus SM. $. 6) H. albipes K. €. 7) Chelostoma nigricorne NYL. 8 Q- 322— 24. Campanula bononiensis, patula, persicifolia. 325. Jasione montana. 375 S Ch. Campanularum K. 39. 9) Prosopis hyalinata SM. $ C, die 3 letzten zahlreich. B. Diptera Syrphidae: 10) Rhingia rostrata L., sgd., mit bestäubtem Rücken wieder aus der Blüthe kommend. 322, Campanula bononiensis L. (Wandersleber Gleiche in Thüringen). Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Chelostoma florisomne 1.98, in Mehr- zahl. 2) Ch. nigricorne Ni. Q d. 3) Ch. Campanularum K. Q ó, häufig. 4) Halictus flavipes F. Ọ. B. Coleoptera Nitidulidae: 5) Meligethes, zahlreich. 323. Campanula patula L. Besucher: Hymenoptera Apidae: 1) Andrena Gwynana KQ, sgd. u, com 2) Chelostoma nigricorne NYL. $ Q, sgd. u. Psd. | 324. Campanula persicifolia L. Besucher: A. Hymenoptera .4pidae: 1) Prosopis hyalinata Sm.oG8. B. Or- thoptera: 2) Forficula auricularia L., in den Blüthen sich versteckend. Campanula canescens u. colorata, 2 ostindische Arten, haben leisto- gamische Blüthen (H. v. Mont, Bot. Z. 1863. S. 315). Specularia perfoliata. Die kleistogamischen Blüthen, welche schon - LixNÉ kannte, beschreibt H. v. Mom (Bot. Z. 1863. S. 323). Trachelium. Beim Aufblühen haftet der Pollen an den Haaren des Narben- knopfs, da derselbe in der Knospe zwischen den Antheren hindurchwächst; diese —— Haare ziehen sich dann ebenfalls ein und geben den Pollen leicht abwischbar den In- - Sekten preis, Dann erst entfaltet sich die Narbe und bildet ihre Papillen aus. Als Besucher beobachtete DrrPrxo einen Weissling (Pieris) und einen Pollen sammeln- den Halictus. (Ult. oss. p. 71—74. Hırn., Bot. Z. 1870. 8. 624). Bars : Phyteuma spicatum L. Die proterandrische Blütheneinrichtung , welche im Ganzen mit der von Jasione übereinstimmt, wurde bereits von SPRENGEL (S. 113 bis 115) eingehend erórtert. Phyteuma pauciflorum L. fand Rıcca auf den Alpen in 2900 Meter über . dem Meeresspiegel von Hummeln besucht (Atti ‘della Soc. It. di Scienze Nat. Vol. XII. Fasc. III. p. 258). 325. Jasione montana L. ; Die Blütheneinrichtung-von Jasione montana, welche schon von SPRENGEL . Sehend und durchaus richtig beschrieben und durch Abbildungen erläutert ist (S. 115 bis 118, Taf. X) hat vor derjenigen der Campanulaarten zwei Vortheile voraus, in- dem sie 1) viel zahlreichere und mannichfaltigere Insekten zur Gewinnung des Ho- : higs und Blüthenstaubs an sich lockt, 2) die grösseren Besucher zu gleichzeitiger Be- . fruchtung zahlreicher Narben mit Pollen anderer. Blüthen veranlasst, während bei Campanula die Befruchtung jeder einzelnen Blüthe einen besonderen Insektenbesuch erfordert. | ; ; Das Anlocken viel mannichfaltigerer und daher zahlreicherer Insekten wird durch die zwar gegen Regen geschützte, aber den Insekten leicht zugängliche Lage des Honigs bewirkt. Dieser wird, wie bei Campanula, von der Oberseite des Fruchtknotens : abgesondert, liegt aber, vom flachen Kelchsaume umfasst , auf der- selben völlig offen. Die bis zu ihrer Basis in schmale, lineale Zipfel zerschnittne . Blumenkrone gestattet den kurzrüssligsten Insekten, frei zum Honige zu treten, und die Staubgefässe dienen, indem sie an der Basis der Staubbeutel zu einem den Griffel Umschliessenden Ringe vefwachsen bleiben, als Saftdecke nur gegen den Regen, (dessen Tröpfen theils durch die verschrumpften, schräg aufwärts stehenden Staub- beutel, theils durch die Staubfäden vom Grunde der Blüthe abgehalten werden), ein- 376 IIL Von Insekten befruchtete Blumen: 325. Jasione montana. nicht gegen Insekten, da diese ihren Kopf oder Rüssel zwischen den bis zur Basis dünnen und weit auseinander stehenden Staubfäden hindurchstecken können. Dass die grósseren besuchenden Insekten bei jedem Besuche zahlreiche plüthen auf einmal mit Blüthenstaube anderer Blüthen befruchten kónnen, wird durch das Zusammenwirken dreier anderen Eigenthümlichkeiten zu Stande gebracht : dadurch . nemlich, dass 1) dieBlüthen so klein und zusammengedrängt sind, dass grössere In- sekten bei ihrem Besuche viele derselben auf einmal berühren; 2) die Griffel sich so verlängern, dass sie die linealischen Blumen“ zipfel noch überragen, 3) durch die, wie bei Campanula, so auch hier ausgeprägte Dichogamie, in- dem die aus den Blüthen hervor- ragenden Griffel anfangs eine mit Pollen erfüllte Cylinderbürste (Fig. 144, 3), später, nachdem Blüthenstaub und Haare derselben verschwunden sind, eine zwei- lappige Narbe darbieten. Der aus. der Kleinheit der einzelnen Blüthen entspringende Nachtheil wird durch die Zusammenhäufung vieler zu einem kópfchenfórmigen Blüthen- stande völlig aufgewogen. SPREN- GEL gibt die Blüthenzahl eines solchen zu ungefähr 70 an; die von mir zerrupften enthielten weit über 100, selbst bis 180 Blüthen. Diese Blüthengesellschaften machen sich um so leichter zahl- Fig. 144. reichen Insekten bemerkbar, als 1. Geschlechtstheile einer jüngeren Knospe. Die noch Jasione vorzugsweise auf dürrem | ui die yon Ihnen aueiblowene Grikelbtrste an zeigen — E — Bandboden gedeiht, auf weichen 2. Geschlechtstheile einer älteren Knospe. Die Staubbeutel gie in der Regel eine der hérvor- haben sich entleert, ihren Pollen an die Griffelbürste abgegeben und sind zu dünnen, schmalen Láppchenzusammengeschrumpft, 5 die an ihrer Basis zu einem den Griffel umschliessenden Ringe Blumenwelt ist , und welcher zu- Mod p ersten (mánnlichen) Zustande. gleich die Bruthóhlen zahlreicher 4. Blüthe, nach Entfernung des Kelchs und der Blumen- Bienen und Grabwespen beher- krone im zweiten (weiblichen) Zustande. bergt. Auf zwei solchen Plätzen, hinter dem Tannenbaum bei Lipp- stadt und auf der Lippstädter Heide, fand ich im Juli und August 1868 und 1869 folgende Insekten als Besucher der Blüthen von Jasione: stechendsten Erscheinungen der A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Bombus hortorum L. Q 8, sgd. 2) B. silvarum L.8, sgd. 3) B. rupestris L. 9, = 4) Saropoda bimaculata Pz. Q 5, sehr A sgd. u. Psd. 5) Dasypoda hirtipes F. $, in Mehrzahl. 6) Cilissa leporina Pz. 9. 7) Rho- phites halictula Nyr.O, sgd. 8) Andrena Hattorfiana F. $ (ein einziges mal). 9) =: dor- . sata K. O (3, häufig. 10) A. pubescens K. ($ (= fuscipes K.) sgd. 11) A. fulvago CHR. 9: 1 . -~ tyrus Janira L., häufig. 94) S. pamphilus L. 95) 325. Jasione montana. Lobeliaceae. i A helvola L. ©. 13) A. fulvierus K. C. 14) A. argentata Sm. 5. 15) A. pilipes R5. 19 e. coitana K.d9. 17) Colletes marginata L. d- 19) Halictus fasciatus NYL. 9. EP flavipes F. $. 20) H. leucozonius SocuR. $. 21) H. albipes F- Q: 22x H. cy- indricus F.©&. 23) H. villosulus K. Q. 24) H. lucidulus SCHENCK ©. 25) Sphecodes m ds O (var. rufescens FoURC.); die g der 3 letzten Gattungen sgd., die € sgd. u. E . 26) Ceratina caerulea VEL: Q &, in Mehrzahl, Psd. u. sgd. 27) Nomada ruficornis 31 cd 28) N. Roberjeotiana PZ. © 3. 29) N. nigrita SCHENCK Ö. 30) N. lineola PZ. &. © l. Jacobaeae Pz. 32) N. varia Pz. 33) N. Fabrieiana L. 34) Coelioxys quadriden- Ny L. 93, zahlreich. 35) C. conoidea ILL. (punctata LEP. Q .) 36) Coelioxys simplex li b 9 d$, sgd. 37) Epeolus variegatus L. 5%, in Mehrzahl; die Kukuksbienen natür- ch nur sgd. 38) Anthidium strigatum LATR. 5. 39) Diphysis serratulae Pz. ©. 40) Me- gachile maritima K., 4. 41) M. argentata F. $ Q, sgd. u. Psd., häufig. 42; Chelostoma cam- _ citum L.9. 43) Prosopis variegata F.Q d, sehr häufig. 44) P. dilatata K. 8- «ii P. communis Nyr.9 d$, häufig. 46) P. hyalinata SM. 9, häufig. 47) P. pictipes Fe selten. — b) Sphegidae (sgd.): 48) Ammophila sabulosa L. &, in Mehrzahl. 2 sammophila affinis K. $ €. sehr zahlreich. 50) Pompilus rufipes L. 5. 51) P. wia- Sr L. j. 92) Ceropales maculata F., in Mehrzahl. 53) Cerceris arenaria L. Q g, häufig. 34 C. labiata !F.&. 55) C. nasuta Ku. 5: 56) Mellinus sabulosus F., in Mehrzahl. . Miscus campestris LATR. ©. 58) Philanthus triangulum F. 59) Tachytes- pectinipes L. . Ma Lindenius albilabris F. 61) Oxybelus uniglumis L., häufig. 62) O. bellicosus OL. 3) O. mandibularis DHLE. 64) Crabro alatus PZ. Q 3, sehr häufig. 65) Cr. patellatus s d. L.Q, 66) Cr. pterotus F. 9 5, beide nicht selten. c) Chrysidae: 67) Hedychrum ucidulum LATR., sed. B. Diptera a) Bombylidae: 68) Exoprosopa capucina F., nicht selten. b) Empidae: 69) Empis livida L., sehr häufig. c) Syrphidae: 70) Melithreptus aptas L. 71) M. menthastri L. 72) Volucella bombylans L. 73) Helophilus pendulus ^ 14) Eristalis tenax L. 75) E. aeneus Scor, 76) E. arbustorum L. -77) Syritta os L. 78) Melanostoma mellina L. 79) Syrphus pyrastri L. 80) Eumerus sabu- onum FALL. 81) Pipizella sp. d) Conopidae: 82) Sicus ferrugineus L. 83) Physocephala rufipes F., zahlreich. 84) Ph. vittata F. e) Muscidae: 85) Ocyptera brassicaria F., 86) O. eylindrica F., beide sehr zahlreich. 87) Echinomyia tesselata F., sehr häufig. 88) E. ferox Pz. 89) Oliviera lateralis Pz., häufig. Nur die Syrphiden fand ich z. Th. Psd., die übrigen nur sgd. C. Lepidoptera (sgd.) a) Rhopalocera: 90). Polyommatus Phloeas L., . sgd., häufig. 91) P. Dorilis HFN., wiederholt. 92) Lycaena aegon W. V. G. 93) Sa- Hesperia thaumas Hrn. b) Sphingidae : Oedemera virescens L. b) Ce- 96) Ino statices L. D. Coleoptera a) Oedemeridae: 97) 99) Crypto- rambycidae : 98) Leptura livida L., in Mehrzahl, Hld. cœ) Chrysomelidae : Cephalus sericeus L. it des Insektenbesuches gehört eimischen Blumen ; nur einige Umbelliferen und Compositen , welche die hervorgehobenen vortheilhaften Eigen- thümlichkeiten, Allgemeinzugänglichkeit des Honigs und Vereinigung zahlreicher Blüthen mit frei hervorragenden Geschlechtstheilen zu geschlossenen , augenfälligen. Blüthenstánden, mit Jasione theilen , wetteifern mit ihr auch in Bezug auf Mannich- faltigkeit der Besucher. Allen diesen ist Fremdbestäubung völlig gesichert, Sich- selbstbestäubung daher völlig entbehrlich und die Möglichkeit derselben auch in der That verloren gegangen. In Bezug auf Reichlichkeit und Mannichfaltigke demnach Jasione montana zu den bevorzugtesten einh Lobeliaceae. Die 5 Antheren sind zu einem Hohlcylinder zu- Sammen gewachsen, der sich mit Pollen füllt und dessen vordere Oeffnung sich von Oben in den Eingang der Blumenróhre krümmt. Der Griffel reicht in der ersten . Blüthenperiode mit seinen beiden dicht aneinander liegenden. Narbenlappen bis in den Eingang des Hohlcylinders , wächst aber allmählich durch denselben hindurch, mit einem dicht hinter dem Narbenlappen liegenden Haarkranze den Blüthenstaub ` Vor sich her und aus dem Hohleylinder heraus fegend. Aus der vorderen Oeffnung Siphocampylus bicolor. - 378 III. Von Insekten befruchtete Blumen: Lobeliaceae. Compositae. des Hohlcylinders herausgetreten , breiten sich die beiden Narbenlappen auseinander und bieten ihre papillösen Flächen an der Oberseite des Blütheneinganges der Ber rührung besuchender Insekten dar. Diese stossen also in jüngeren Blüthen an die Pollen ausstreuende Oeffnung des Antherencylinders, in älteren an die Narben, und befruchten so regelmässig ältere Blüthen mit dem Pollen jüngerer (HILDEBRAND? Bot. Z. 1866. S. 77. 78. Taf. IV. Fig. 15—24. Geschl. S. 65). ; Viele andere Siphocampylusarten werden nach Derrıxno’s Vermuthung vo honigsaugenden Vögeln befruchtet (Ult. oss. p. 232). Isotoma axillaris hat, bei übrigens gleicher Bestäubungseinrichtung, einen lanzettlichen Anhang an den beiden unteren Antheren, welcher, in den oberen Theil des Blumeneinganges ragend, von besuchenden Insekten angestossen wird und die Bestreuung derselben mit Pollen bewirkt (Hınv., Bot. Z. 1869. S. 476). Lobelia Erinus L.? (Common blue Lobelia), von T. H. FARRER ausführ- lich beschrieben, stimmt in allen wesentlichen Stücken mit Siphocampylus bicolor - . überein und wird von Bienen besucht. (Ann. and magaz. of Nat. Hist. 4 series, vol. 2 [1868] p. 260—263). * i Dzrriwo sah Lobelia Erinus von Halictus besucht (Ult. oss. p. 102—111) HILDEBRAND beobachtete bei derselben Art häufig, dass die Griffelspitze die festge- schlossne Antherenröhre nicht zu durchbrechen vermochte, so dass die NarbenlappeP sich innerhalb derselben öffneten und Sichselbstbestäubung erfolgte (Bot. Z. 1870. S. 638). Lobelia syphilitica, häufig von Bombus italicus und terrestris besucht (Derp., Alcuni app. p. 16. Bot. Z. 1869. S. 790). Lobelia fulgens, nach DErPrxo's Vermuthung von Kolibris befruchtet (Alc. app. p. 16. Bot. Z. 1869. S. 793). Heterotoma unterscheidet sich von Siphocampylus dadurch, dass alle Zipfel der Blumenkrone nach unten gebogen sind, dass der untere Theil derselben in einen langen Sporn ausgezogen ist und die Staubfüden nur ein Stück unterhalb der An- theren mit einander verwachsen (Hırn., Bot. Z. 1870. S. 639. Taf. X. Fig. 14]- Compositae. Das bedeutende Uebergewicht, welches die Familie der Compositen ‘in Bezug auf die Zahl ihrer Gattungen und Arten und die vorherrschende Häufigkeit vieler derselben über alle übrigen Pflanzenfamilien erlangt hat*), erklärt sich aus dem Zu- sammentreffen mehrerer vortheilhafter Eigenthümlichkeiten, von denen wir die meisten, einzeln genommen und zum Theil auch zu mehreren vereint, aber nie 80 vollständig und in so glücklicher Combination wie bei den Compositen , schon bei anderen Pflanzenfamilien kennen gelernt haben. Als solche Eigenthümlichkeiten verdienen hervorgehoben zu werden: 1) die Vereinigung vieler Blüthen zu einer Ge- nossenschaft, 2) die Leichtzugünglichkeit des Honigs, vereint mit reichlicher Abson- derung und völligem Schutz gegen Regen, 3) die Ausprägung eines bei eintretendem Insektenbesuche mit Sicherheit Fremdbestäubung bewirkenden Bestüubungsmecha- nismus. | 1) Die Vereinigung vieler Blüthen zu der Genossenschaft eines Blüthenkórbchens gereicht der Pflanze zum Vortheil; denn: a) die Augenfälligkeit aller Blüthen ist weit grösser, wenn sie vereint, als wen" *) In der Synonymia botanica von Dr. LUDW. PFEIFFER sind etwas über 10000 Pha- nerogamengattungen aufgeführt; davon kommen über 1000 auf die Compositen. Compositae. ‚sie vereinzelt stehen, daher der Insektenbesuch weit reichlicher. Dieser Vortheil wird in den meisten Fällen noch dadurch erheblich gesteigert, dass entweder (a) die Blüthen einzelnen ihre Blumenkronen nach aussen -biegen (Cynareen), oder (8) den Saum derselben zu einem langen nach aussen gerichteten Lappen entwickeln (Cicho- tiaceen), beides in um so höherem Grade, je näher sie dem Rande stehen, oder (y) dadurch, dass die Randblüthen auf Kosten ihrer Staubgefässe oder beider Arten von Geschlechtstheilen sich. zu strahlig vom Blüthenkörbchen abstehenden, gefärbten > Blättern entwickeln, welche die augenfällige Fläche der ganzen Genossenschaft um das Mehrfache vergrössern (Asteroideen), oder endlich (ò) dadurch, dass die innersten - Blüthenstanddeckblätter diese Rolle übernehmen (Carlina). b) Die Insekten können mit weit weniger Zeitverlust zahlreiche Blüthen aus- nutzen und befruchten, wenn diese vereint, als wenn sie vereinzelt stehen; dadurch Steigert sich für jede einzelne Blüthe die Wahrscheinlichkeit befruchtet zu werden in gleichem Verhältnisse. Dieser Vortheil steigert sich häufig noch in hohem Grade dadurch, dass die Scheibenblüthen des Körbchens sich zu einer das Darüberhinlaufen der besuchenden Insekten gestattenden Flüche zusammendrüngen, aus welcher die Geschlechtstheile weit genug hervorragen, um gleichzeitige Befruchtung zahlreicher . Blüthen zu ermöglichen. c) Indem die Hüllblätter des ganzen Blüthenkörbchens als Gesammtkelch die Rolle übernehmen , welche sonst den Einzelkelchen zukommt, nemlich die Blumen Schützend zu umhüllen , werden die Einzelkelche für diesen Dienst entbehrlich und ‚können entweder ganz erspart werden oder sich zu einem höchst nützlichen, neuen Dienste umbilden, zu Fallschirmen, welche die Ausbreitung der Samen durch Wind ; oder zu mit Widerhaken versehenen Stacheln (Bidens) , welche die Ausbreitung der Samen durch Thiere vermitteln. Í 122) Die Leichtzugänglichkeitdes Ho nigs theilen die meisten Compo- siten mit den Umbelliferen; sie wetteifern daher mit diesen an Mannichfaltigkeit der Besucher (siehe Cirsium arvense). Während aber bei den Umbelliferen der Honig völlig offen und dem Regen preisgegeben auf derihn absondernden, fleischigen Scheibe liegt, wird er bei den Compositen von einem die Griffelbasis ringförmig um- Schliessenden Kragen im Grunde einer engen Blumenröhre abgesondert, steigt in den erweiterten, auch kurzrüssligen Insekten zugänglichen, oberen Theil derselben empor . Und wird hier durch die nach oben zusammenschliessenden Staubfäden gegen Regen ‚geschützt. Während daher die Umbelliferen nur eine flache, der fleischigen Scheibe anhaftende Honigschicht liefern können, welche in überwiegender Menge weniger, fleissige , kurzrüsslige Insekten anlockt, ist dagegen bei den Compositen die Honig- absonderung so reichlich, dass derselbe bis in den erweiterten Theil der Róhre oder bis in das Glóckchen, zu welchem sich die Röhre erweitert, aufsteigt und auch für Schmetterlinge und honigsuchende Bienen eine erfolgreiche Lockspeise bildet. | - 3) Der Bestäubungsmechanismus stimmt im Wesentlichen mit dem der Lobeliaceen überein; denn hier wie dort sind die Antheren zu einem Hohleylinder Zusammengewachsen , der sich schon in der Knospe, indem die Staubgefässe nach Innen aufspringen, mit Pollen füllt; auch bei den Compositen liegen die beiden Narbenlappen oder Griffeläste anfangs zusammengelegt im unteren Theile des An~- . therencylinders, fegen, indem der Griffel wächst, bis er endlich mit seinem Ende aus dem Hohlcylinder heraustritt , mittelst auf ihrer Aussenseite befindlicher Haare den Pollen aus demselben hervor und bieten ihn in der ersten Blüthenperiode besuchen- den Insekten dar, um in der zweiten Periode sich selbst auseinander zu breiten und . hre Narbenpapillen der Berührung der Besucher entgegen zu halten; nur zeigt die 380 IIl. Von Insekten befruchtete Blumen: Compositae. Anordnung der Fegehaare und der Narbenpapillen einige Mannichfaltigkeit, indem die ersteren bald, wie bei den Lobeliaceen, als einfacher Ring rings um. die Basis der Griffeläste (siehe Centaurea, Cirsium), bald als an die Spitze derselben zusammen- gedrüngter Büschel (siehe Achillea, Chrysanthemum) den Pollen vor sich her fege? bald über einen mehr oder weniger grossen Theil der Aussenseite des Griffels ver- breitet, den Pollen zwischen sich aufnehmen (siehe Leontodon), und indem letztere bald die Innenflächen der Griffeläste vollständig oder theilweise bekleiden, bald sich auf breitere oder schmalere Randstreifen beschränken. Wesentlich vervollkommnet ist bei vielen Compositen dieser vermuthlich von den Lobeliaceen ererbte Bestüu- i bungsmechanismus durch eine eigenthümliche Reizbarkeit der Staubgefässe, welche bewirkt, dass dieselben, von dem Rüssel eines honigsuchenden Insekts angestossen. sich zusammenziehen, dadurch den Staubbeutelcylinder längs der von ihm umschlos- senen Griffelbürste abwärts ziehen und so Blüthenstaub herauspressen , gerade ZU! rechten Zeit für seine Ueberführung auf andere Blüthen. Fremdbestäubung ist bei eintretendem Insektenbesuche nicht nur durchgängig für die einzelnen Blüthen in derselben Weise wie beiden Lobeliaceen gesichert, son- dern selbst für die ganzen Blüthenkórbchen in vielen Füllen überwiegend wahrschein- lich, in anderen unausbleiblich. Denn in allen Fällen, in denen die Entwicklung der zweigeschlechtigen Blüthen so langsam vom Rande des Kórbchens nach der Mitte fortschreitet, dass immer ein oder mehrere Kreise im weiblichen Zustande be- findlicher Blüthen von mehreren Kreisen im männlichen Zustande befindlicher um“ schlossen sind, wird wenigstens von allen am Rande der Körbchen auffliegenden In- sekten Kreuzung getrennter Körbchen bewirkt (so bei Bellis, Chrysanthemum etc.) : bei vielen Cynareen aber schreitet das Aufblühen so rasch vom Rande bis zur Mitte des Körbchens fort, dass dasselbe erst längere Zeit rein männlich, dann längere Zeit rein weiblich ist, und in diesem Falle ist natürlich bei eintretendem Insektenbesuche Kreuzung getrennter Kórbchen unvermeidlich (Carduus). Bei den wenigen Compo- siten endlich, bei welchen alle Blüthen eingeschlechtig geworden sind, sind entweder in allen Körbchen die äusseren Blüthen weiblich, die inneren männlich (Calendula, Silphium etc.) ; in diesem Falle ist, da die äusseren Blüthen derKórbchen sich früher entwickeln als die innern, die Wahrscheinlichkeit der Kreuzung getrennter Kórb- chen bei eintretendem Insektenbesuche natürlich noch grösser, als bei den Körbchen mit zweigeschlechtigen Blüthen und langsam nach der Mitte hin fortschreitender Ent- wicklung; oder die beiden Geschlechter sind auf verschiedene Körbchen vertheilt, und dann ist natürlich Kreuzung getrennter Kórbchen bei eintretendem Insektenbesuche wieder unausbleiblich. : Bei ausbleibendem Insektenbesuche ist Sichselbstbestäubung bei den zweige- schlechtigen Blüthen oft dadurch ermöglicht, dass die Griffeläste sich bis zur Berüh- rung der Narbenpapillen mit dem, haften gebliebenen Pollen zurückbiegen. Von den genannten vortheilhaften Eigenthümlichkeiten der Compositen wurde die Reizbarkeit der Staubfäden bei Centaurea, Onopordon, Cichorium, Hieracium u. à- bereits vor mehr als hundert Jahren von KOELREUTER beobachtet.*) Eine Zusam- menstellung der Beoháchtungen, welche seitdem von MORREN, COHN, UNGER u. à über dieselbe Eigenthümlichkeit angestellt worden sind, hat S. Axeur (S. 30) gegeben. Die Bedeutung der vergrósserten Randblüthen, des Sichschliessens der Blüthen- körbchen bei Regen, der Fegehaare und der ausgeprügten Proterandrie wurde von *| Dritte Fortsetzung der vorläufigen Nachricht von Versuchen über das Geschlecht . der Pflanzen. Leipzig 1766. p. 199. Compositae. 320. Echinops sphaerocephalus. SPRENGEL (S. 365—384) richtig erkannt. Den Bestäubungsmechanismus der Com- positen, vorzüglich aber die Vertheilung der Fegehaare und Narbenpapillen machte HILDEBRAND zum Gegenstand einer sehr eingehenden und mit zahlreichen, stark ver- grösserten Griffelabbildungen versehenen Abhandlung *), über welche in der Bot. ` Zeitung (1870. S. 486. 487) kurz Bericht erstattet worden ist.) In demselben Jahre gab DELPINO eine vollständige Erórterung der vortheilhaften Eigenthümlich- keiten der Compositen (Ult. oss. p. 111—125) und theilte zugleich einige von ihm an Compositenblüthen beobachtete Bienenbesuche mit. In seiner neusten Arbeit ***) endlich versucht derselbe Forscher den genetischen Zusammenhang der Compositen mit den Campanulaceen und Lobeliaceen und den stufenweisen Uebergang insekten- blüthiger Senecioniden in ausgeprägt windblüthige Artemisiaceen nachzuweisen. Da ich, aus Unkenntniss der meisten von D. in Betracht gezogenen Formen, ausser Stande bin, die Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen zu beurtheilen, so muss ich. mich auf einen allgemeinen Hinweis auf diese auch durch neu eröffnete allgemeine Gesichtspunkte interessante Arbeit des eben so genialen als unermüdlichen Forschers beschränken. Trib. Cynareae. 326. Echinops sphaerocephalus L. +) e Fig. 145. - is Blüthenglóckchen am Ende des ersten (männlichen) Zustandes. 2. Dasselbe im zweiten (weiblichen) Zustande. A 3. Längsdurchschnitt des Griffels und der ihn umschliessenden Blumenröhre, a Staubfäden, b Staubbeutel, c Griffelbürste, d Narbe, e Honig absondernder Ring (Nektarkragen HiLD.). » Ueber die Geschlechtsverhält- ee a auf s m dis a, ed **) Studi sopra un lignaggio sia sopra 1 ppo de Artemisiacee. Firenze 1871. +) af. VI. Fig. 13. 4 4 382 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 327—928. Carlina acaulis, vulg. 329. Cent. Jace- Der vom Nektarkragen abgesonderte Honig steigt in der 5—6 mm langen, voM Griffel fast ganz ausgefüllten Blumenróhre bis in den Grund des Glöckchens in die Hóhe; dieses ist bis fast auf den Grund in 5 lineale Zipfel zerspalten , der Honig: daher auch sehr kurzrüssligen Insekten zugänglich. Die Griffeläste sind nicht nur an der Basis von einem Ringe längerer Fegehaare umschlossen, sondern auch auf ihrer ganzen Aussenfläche mit kurzen Härchen besetzt. Indem daher der Griffel aus dem Staubbeuteleylinder hervortritt, fegt er den grössten Theil des Pollens vor sich - her; mit einem kleineren Theile jedoch bleibt er aussen behaftet. Herausgetreten, bleiben seine beiden Aeste erst noch längere Zeit aneinander gelegt (Fig. 145, 1); so dass besuchende Insekten auch den an der Aussenseite haften gebliebenen Pollen entfernen kónnen; endlich thun sie sich auseinander und bieten ihre glatte aber em- pfängnissfähige innere Fläche der Berührung der Besucher dar. Sichselbstbestäubung kann nicht stattfinden. Als besuchende Insekten fand ich Ende August 1869 auf dem Mühlberger - Schlossberg (Thüringen) : Hymenoptera a) Apidae: 1) Bombus lapidarius L. 8. 2) B. silvarum L. 8 3) B. muscorum F. 8 ($$. 4) Halictus quadricinetus F. Q ($, 5) H. rubicundus CHR. d$, sämmt- lich sgd. b) Vespidae: 6) Polistes gallica L. und var. diadema, häufig, sgd. Echinops Ritro L. fand DELPINO von einer Grabwespe, Scolia bicincta, be- sucht (Ult. oss. p. 121). 1 Calendula, Arctotis, Cryptostemma, Gazania, Xeranthemum und Cnicus siehe Hrrp., Comp. S. 31— 58. Taf. III bis VI. 327. Carlina acaulis L. (Thür., Sept. 1869): i Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus lapidarius L.&. 2) B. con- fusus SCHENCK ($. 3) B. silvarum L.&. 4) B. agrorum F.&. 5) B. muscorum F. ĝ. 6) B. terrestris L. $. 7) B. rupestris L. $, sämmtlich sehr zahlreich , sgd., auch auf den Distelköpfen übernachtend; zahlreiche verschiedenartige Halictusmännchen, darunter am häufigsten S) H. cylindricus F. 3 u. 9) H. quadricinctus F. 3. B. Coleoptera Cureu- lionidae: 10; Larinus senilis F. ; Larven und Puppen finden sich im gemeinsamen Blüthen- boden der Körbchen, die fertigen Käfer meist am Boden unter den Blättern, bisweilen auch auf den Blättern und auf den blühenden Körbchen. 328. Carlina vulgaris L. (Thür., Ende August und Anfang Sept. 1869). Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Bombus lapidarius L. $. 2) B. terre- stris L. g. 3) Halictus cylindricus F. $, sehr zahlreich. 4) H. quadrieinctus F. Ój. 5) Megachile circumcincta K.Q. 6) M. lagopoda K. g (nur einmal!) 7) Coelioxys quadridentata L. Q, sgd. 8) C. acuminata NYL. Q. b) Sphegidae: 9) Ceropales maculata F. $, sämmtlich sgd. 329. Centaurea Jacea L. 60 bis über hundert Blüthen mit 7—10 mm langer Blumenröhre, 3—41 /3mm langem Glóckchen und etwa 5 mm langen, linealen Zipfeln*) sind in ein Blüthen- körbchen vereinigt, dessen die Röhren umschliessender Theil nur $S—10 mm Durch- messer hat. Indem aber die Röhren mit ihrem oberen Ende sich um so stärker nach aussen biegen, je näher sie dem Rande stehen, und indem dadurch die aus dem Blü- thenkórbchen hervorragenden Glöckchen divergiren, stellen die in voller Blüthe be- findlichen Körbchen, von oben gesehen, rothe, kreisförmige Flächen von 20— 30 mm Durchmesser dar. *) Bei allen von mir untersuchten Exemplaren waren Rand- und Scheibenblüthen ganz gleich. 329. Centaurea Jacea. stieg Beginn des Bluheus hat der Griffel die in Fig. 146, 3 dargestellte Lage; vidi eiden Aeste sind zusammengelegt im. obersten Theile des von den ver- \chsenen Staubbeuteln gebildeten Hohleylinders eingeschlossen ; ein Ring schräg auf- wärts gerichteter , die Innenwand des Hohleylinders ringsum berührender Fegehaare (e, Fig. 146, 3. 4) hat allen Blüthenstaub in diesen obersten Theil des Hohloylin- Fig. 146. 1—4. Centaurea Jacea. - Oberer Theil der Blüthe im ersten Zustande (7:1). .' Derselbe im zweiten Zustande. . Der Staubbeuteleylinder vor seiner Entleerung, .. 4. Das Ende des Griffels, aus dem Staubbeuteleylinder herau freit, um die feine Behaarung zu zeigen. 9. Centaurea Cyanus, Griffelende, stárker vergróssert. : a Staubbeuteleylinder, 5 klappenförmige Anhänge der Staubbeutel, welche anfangs oben zusammenneigen und den Staubbeuteleylinder schliessen, € Blüthenstaub, d Griffel, e Ring von Fegehaaren, f Griffeläste, g Narbenfläche, h Haare der Staubfäden (Saftdecke). der Länge nach durchschnitten. ` sgenommen und von dem anhaftenden Pollen be- dass die Griffeläste dicht mit Blüthenstaub umgeben sind. Entwicklungsstufe ein oder zwei Tage unberührt im Zimmer stehen, so öffnen sich die Endklappen der Staubbeuteleylinder, und ein wenig Blüthenstaub kommt oben zwischen denselben heraus. Berührt man aber jetzt mit einer Nadel oder einem spitzen Stifte die Staubfäden (im Freien bewirken in das Blumenglöckchen eindringende Insektenrüssel dasselbe), so sieht man in kurzer Zeit eine grosse Menge Blüthenstaub hervorquellen und den Staubbeutelcylinder durch die sich zusammenziehenden Staubfáden so weit herunter gezogen werden, dass die Griffelàste selbst aus dem Staubbeutelcylinder hervorkommen. Da ihre ganze schrüg aufwürts stehenden Härchen rauh ist, so bleiben sie so dicht rings mit Pollen behaftet, dass "ii zusammengefegt, SO ässt man Blüthen auf dieser Aussenfläche von kleinen, eim Emportauchen aus dem Hohleylinder man sie erst nach Abwischen desselben als Griffeláste erkennt. 384 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 329—30. Centaurea Frott, Scabiosa. Allmählich wächst nun der Griffel immer weiter aus dem Staubbeuteleylinder her- vor (F ig. 146, 2); die mit Narbenpapillen besetzten Ränder der Innenfläche der beiden Griffeläste biegen sich nach aussen (g, 2), und die Enden der Griffeläste klaffen etwas auseinander, so dass auch hier Narbenpapillen der Berührung besuchender Insekten ausgesetzt werden. Sichselbstbestäubung kann bei dieser Einrichtung natürlich nicht stattfinden, und Selbstbestäubung durch Insektenvermittlung ist nur in dem Falle möglich, wenn zu der Zeit, wann die Narbenpapillen zum Vorschein kommen, - die Aussenseite der Griffeláste oder der Ring von Fegehaaren noch mit Pollen be- haftet ist; bei hinreichendem Insektenbesuche ist dagegen Fremdbestáubung durch- aus gesichert. Obgleich die Glöckchen länger sind als bei den meisten übrigen ein- heimischen Compositen und viele kurzrüsslige Insekten (Grabwespen, die Mehrzahl der Fliegen), daher vom Genusse des Honigs dieser Pflanze ausgeschlossen sind, $0 gehórt sie doch in Folge ihres Honigreichthums zu den besuchtesten; namentlich finden sich mannichfaltige Bienenarten zahlreich und dauernd auf ihren Blüthenkórb- chen ein, bringen, zwischen den aus den Blumenglóckchen hervorragenden Staub- beuteleylindern und Griffeln herumkriechend , nicht bloss ihre Unterseite, sonder? den grössten Theil ihres Haarkleides bald mit Blüthenstaub, bald mit Narben in Berührung und bewirken so an zahlreichen Blüthen, wenn auch immer nuran einige? wenigen zu gleicher Zeit, Fremdbestáubung. Befruchtende Insekten: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8 häufig, sgd., an den im ersten Zustande befindlichen Blüthen sich die Stirne bestäubend- 2) Bombus silvarum L. € 8, sgd. 3) B. agrorum F. 2, sgd. 4) B. pratorum L. ĝ, sgd. -5) B. rupestris F. O $, sgd. 6) B. lapidarius L. 2, sgd. 7) B. campestris Pz. g, sgd- Alle Hummeln bestüuben. sich vorzugsweise Kopf, Unterseite und Beine. 8) Saropoda bimaculata Pz. Q ($, sehr häufig. 9) Dasypoda hirtipes F. $, sgd., in Mehrzahl. 10) An- drena pilipes F. Q, Psd.. 11) Halictus maculatus Sw. O 5, Psd. u. sgd. 12) H. quadri- cinctus F. Q 5, Psd. u. sgd., häufig. 13) H. rubicundus CHR. 9 6, Psd. u. sgd. 14) H. leucozonius K. 9 5, Psd. u: sgd. 15) H. interruptus Pz. $, sgd. 16) H. cylindricus F. 9 ($, Psd. u. sgd., sehr häufig. 17) H. nitidiusculus K. $Q, sgd. u. Psd. 18) H. albipes F.(j, sgd. 19) H. longulus Sm. 9 3. 20) H. zonulus Sm. ($, sgd. 21) H. minutus K. 8, sgd. 22) H. lucidulus SCHENCK Q, 23) H. Smeathmanellus K. € , beide sgd. u. Psd. 24) Nomada succincta Pz. $, sgd. 25) Osmia spinulosa K. Q, Psd. (Thür.). 26) Mega- chile centuncularis L. O $3, sgd. 27) M. lagopoda K. €, Psd. (Thür.. 28) Anthidium strigatum LATR. ©, Psd. (Thür.. b) Vespidae: 29) Polistes gallica F. (Thür.). B. Di- ptera a) Empidae: 30) Empis rustica F., sgd. b) Syrphidae: 31) Helophilus pendulus L., sgd. 32) Eristalis tenax L., bald Psd., bald den lang ausgereckten Rüssel in die einzelnen Glóckchen senkend, was aber wegen der Dicke desselben nicht leicht von statten geht. 33) Rhingia rostrata L., sgd. e) Conopidae: 34) Physocephala vittata F., sgd. 35) Conops flavipes L., sgd. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 36) Pieris brassicae De 37) P. napi L. 38) Colias hyale L. 39) Polyommatus Phloeas L. 40) Lycaena sp- 41) Satyrus Galathea L. 42) S.. Megaera L. 43) S. Janira L. 44) S. pamphilus L- 45) Hesperia thaumas HFN. b) Sphinges: 46) Zygaena lonicerae EsP. 47) Z. carniolica SCOP. (Thür.). c) Noctuae: 48) Plusia gamma L. ; 330. Centaurea Scabiosa L.*) stimmt in der ganzen Blütheneinrichtung mt voriger überein, unterscheidet sich jedoch durch noch leichter zugänglichen Honig: Denn während die Röhren der Scheibenblüthen noch länger sind als bei voriger Art (11—12mm), sind die Blumenglöckchen, deren bauchige Erweiterung sich mit Honig füllt, kürzer (3!/,—4mm), und während bei den von mir untersuchten Exemplaren von C. Jacea Rand- und Scheibenblüthen gleich waren, fand ich an C. Scabiosa die Randblüthen ohne Staubgefässe und Griffel, ohne glockenfórmige *) Centaurea Scabiosa, dealbata u. miontada siehe HILD. Comp. S. 50—60. Taf. V. VI Er livida L., sgd., häufig. b) Syrphidae: 6) 330—31. Centaurea Scabiosa, Cyanus. 332. Onopordon Acanthium. 985 Erweiterung , dafür aber erheblich grösser, nemlich mit 16—22 mm langen, ganz nach aussen gebogenen Róhren und am Ende derselben in 5 unter sich wenig ver- Schiedene, lineale Zipfel auslaufend, die etwa 2 mm länger waren als die der Schei- benblüthen. Die geringere Mannichfaltigkeit der von mir beobachteten Besucher erklärt sich einfach daraus, dass ich diese Art nur einige Male (in Thüringen) ins Auge gefasst habe, wührend C. Jacea mir im Sommer auf den meisten Ausflügen begegnet ist. ; Besucher (in Thüringen): A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., zahlreich. 2) Bombus lapidarius L. $. 3) B. terrestris L. $. 4) B. muscorum F. 8 Q, Psd. u. sgd. 5) B. agrorum F. 3. 6) B. silvarum L. &. 7) B. confusus SCHENCK Ó. 8| B. rupestris F.&. 9) Halictus quadricinctus F.Q9 d$, sehr häufig; sámmtlich sgd. - 10) H. maculatus Sw. ©, Psd. 11) Megachile ligniseca K. &. 12) Osmia aenea L. 3, sgd. 13) ©. spinulosa K. Q, Psd. 14) Anthidium manicatum L. $, sgd. B. Diptera a) Syrphidae: 15) Eristalis nemorum L. b) Muscidae: 16) Trypeta cornuta F. C. Lepi- Optera a) Rhopalocera: 17) Satyrus Janira L. 18) Melitaea athalia EsP. b) SpAnges: 19). Zygaena carniolica Scor. C. Coleoptera Chrysomelidae: 20) Cryptocephalus sericeus L. D. Hemiptera: 21) Capsus spec., sgd. 331. Centaurea Cyanus L. (Fig. 146, 5). Auch bei dieser Art dienen die Rand- blüthen ausschliesslich der Anlockung der Insekten, aber in noch wirksamerer Weise als bei voriger; denn indem sie sich als grosse Trichter nach aussen richten, ver- grössern sie die blaugefärbte Fläche des Körbchens von 20 auf 50 mm Durchmesser und machen dasselbe zugleich nach den Seiten hin augenfällig. Der Honig ist noch leichter zugänglich ; denn das Blumenglöckchen, bis in welches er durch eine 5—6 mm ist bis zur Zerspaltung in lineale Zipfel nur 3mm lang. then wird dagegen dieser Art sind wenig zahlreich und lange Röhre empor steigt, Der Vortheil gleichzeitiger Befruchtung zahlreicher Blü . In sehr geringem Grade zu Theil; denn die Scheibenblüthen bilden keine gleichzeitig abzustreifende Fläche, sondern lassen ihre Staubbeutelcylin- der in weiten Zwischenrüumen lang hervortreten. — Die Reizbarkeit der Staubfáden habe ich bei keiner anderen Composite augenfälliger gesehen, als bei dieser. An Blüthen, die ich im Zimmer so weit hatte sich entwickeln lassen, dass die nach oben zusammenschliessenden, klappenförmigen Anhänge der Staubbeutel sich von selbst geöffnet hatten 2 zogen sich die Staubfäden, wenn ich sie anstiess, in dem Grade zusammen, dass der Staubbeuteleylinder sehr rasch 2— 3, dann langsamer bis 9—6 mm weit längs dem Griffel abwärts gezogen wurde, so dass in wenigen Secun- den eine Menge Blüthenstaub aus der oberen Oeffnung des Staubbeuteleylinders hervorquoll und dann allmáhlich auch der Griffel auf 3—4 mm Länge aus derselben Im Freien gelang es mir nicht, so bedeutende Wirkungen ohne Zweifel weil die Staubfäden fast ehe sie den hóchsten Grad der Oeffnung heraustrat. . durch Anstoss der Staubfüden zu erzielen, Stets von besuchenden Insekten" angestossen werden , Spannung erreicht haben. Hi Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, häufig, sgd. u. Psd. 2) Bombus silyarım L: Q, sgd. 9) Megachile maritima K. $, sgd. b) Sphegidae: 4) Psammophila affinis K., sgd. (Zunge 5mm l.) B. Diptera a) Empidae: 5, Empis Eristalis arbustorum L., Pfd. 7) Rhingia 8) Plusia gamma L., sgd. ; Besucher: A. Hymenoptera 89) Tostrata L., sgd. C. Lepidoptera Noctuae : Aion siehe Hxrp., Comp. (8. 61. 62. Taf. VI. Fig. 10—20.) Der vom Nektarkragen abgesonderte Honig 332. Omopordon Acanthium L. D 1 steigt in den einzelnen Blüthen in einer 10—12mm langen Röhre empor bis in ein | rweitertes Glöckchen, das sich 3—4 mm langes, cylindrisches , etwas bauchig e - 25 Mülle r, Blumen und Insekten. Silybum Ma 386 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 332. Onopordon Acanthium. oben in fünf 6— 8 mm lange, linealische Zipfel spaltet, die sich nicht auseinander breiten, sondern gleichlaufend die Richtung des Glöckchens fortsetzen. Die Lang“ röhrigkeit dieser und der meisten anderen Cynareen ist für die Zugänglichkeit des Honigs, da derselbe bis in das Glöckchen emporsteigt und bloss von hier entnommen wird, vóllig gleichgültig; sie ist hier lediglich durch die Entwicklung des Gesammt- kelches bedingt, welcher den Knospen wirksameren Schutz verleiht, indem er sie als tiefer Becher völlig umschliesst; in zweiter Linie dienen die langen Röhren , indem sie sich um so stärker nach aussen biegen, je näher sie dem Rande stehen, zur Ver- mehrung der Augenfälligkeit des Kórbchens. Die 3—4mm langen Griffeläst® scheinen sich bei Onopordon nie auseinander zu breiten, sie bleiben aneinander liegen und tragen an ihren Aussenründern Streifen von Narbenpapillen , die sich i? der zweiten Blüthenperiode stärker nach aussen kehren und der Berührung der be- suchenden Insekten darbieten; 1mm unter seiner Spaltung in 2 Aeste trägt der Griffel einen Ring ziemlich kurzer, schrág aufrecht abstehender Fegehaare, die jedoch lang genug sind, um den 8—10 mm langen, aber sehr engen (aussen nur etwa 1/; mm dicken) Staubbeutelcylinder leer zu fegen. Obgleich nun in der ersten Blü- thenperiode dieser Cylinder, am oberen Ende mit Pollen bedeckt, in der zweite? Blüthenperiode die mit 2 Narbenstreifen besetzte Griffelspitze 5— 7 mm weit über” die linealen Zipfel der Blüthenkrone hervorragt, so werden doch von den besuchen- den Bienen, namentlich von den Bauchsammlern, welche mit Emsigkeit über die Blüthenkórbchen hinwegfegen, zahlreiche Blüthen des Körbchens auf einmal be- fruchtet. An den südlichen Abhängen des Mühlberger und Wandersleber Schlossbergs i? Thüringen, wo ich Onopordon beobachtete, werden die beiden stattlichsten Disteln. Onopordon Acanthium und Cirsium eriophorum, vorwiegend von der stattlichsten Blattschneiderbiene, Megachile lagopoda K. befruchtet. Die Weibchen fliegen stür- mischen Fluges auf einen Distelkopf und fegen hastig über denselben hinweg, wobei sie den Hinterleib zeitweise so weit in die Höhe halten, dass man das rothe Haar- kleid seiner Unterseite oder den in demselben angehäuften, blauen Blüthenstaub- vor weitem sehen kann. Mittel- und Hinterbeine sind dabei in emsig nach hinten kratzender Bewegung und der Kopf in die Blüthen gesenkt. In der Regel kehrt sich das Weibchen während des Blüthenstaub-Zusammenbürstens einmal auf dem Distel- kopfe herum. Nach Verlassen desselben fliegt es sofort auf einen anderen, um, s07 bald es hinreicheud mit Pollen beladen ist, seine Bruthöhle aufzusuchen. Auch die Männchen sitzen ab und zu honigsaugend auf diesen Distelköpfen, doch sind sie weit angelegentlicher mit dem Aufsuchen der Weibchen beschäftigt- DzErPerwo's auf zu spürliche Insektenbeobachtungen gegründete allgemeine Be- hauptung, dass die Compositen mit dicht in eine Ebene zusammengedrüngten Blü- then von Bauchsammlern, die mit weit von einander entfernt lang hervorragende? Geschlechtstheilen dagegen von Halictus befruchtet werden, stellt sich durch diese und viele andere von mir mitgetheilte Beobachtungen als unhaltbar heraus. Besucher (in Thüringen): A. Hymenoptera a) Apidae: 1} Megachile lagopod? K. 9 &$, Psd. u. sgd., in überwiegender Häufigkeit. 2) Osmia fulviventris Pz. Q 3, Psd- u. sgd. 3) O. spinulosa K. €, Psd. 4) Coelioxys conoidea ILL. Q, sgd. 5) Stelis ater- rima Pz.Q 5, sgd. 6) Andrena Schrankella N. Q. 7). Halictus quadristrigatus LATR. ©» sgd. 8) Saropoda bimaculata Pz. Q, sgd. 9) Bombus lapidarius L. 8, sgd. 10) B. terre- stris L. Q, sgd. 11) B. rupestris F. Q, sgd. b) Sphegidae: 12) Psammophila affini K. Q, sgd. B. Lepidoptera a) Rhopalocera: 13) Vanessa urticae L. 14) Satyrus Ga- atea L. b) Sphinges: 15) Macroglossa stellatarum L. ; alle 3 sgd. C. Coleoptera: 16) Coccinella mutabilis SCRIBA, vergeblich nach Honig suchend. D. Hemiptera: 17) Capsus, 2 verschiedene Arten, sgd. 333. Cirsium arvense. 333. Cirsium arvense L. Etwas über 100 Blüthen mit 3—12 mm langen Blumenkronenröhren, die sich Oben in 1—1'/; mm lange Glóckchen mi t5 schwach divergirenden, 4—5 mm langen, linealen Zipfeln erweitern, sind in einem Blüthenkórbchen vereinigt, welches in dem untern, die Röhren umschliessenden und durch Deckblätter geschützten Theile kaum Fig. 147. der Pollen aus dem Staubbeuteleylinder hervorquellend. 2 von aussen gesehen, 3 im optischen Durchschnitt. ES Der aus dem Staubbeuteleylinder hervorgequollne Blüthenstaub der Griffel ragt. weit aus dem Staub- arbenpapillen besetzten Ränder sind 1, Blüthenglöckchen im ersten Zustande, - 3. Einzelne Pollenkörner (Vergr. 400), A = SAAE ee im zweiten Zustande.” i Bán eti entfernt bis auf einzelne am Griffel haften EROHSHEUS Körner z aliat Cylinder hervor; seine Aeste liegen noch dicht aneinander, ihre mit N nach aussen gekehrt und der Berührung besuchender Insekten ausgesetzt. N T RE ‚Das oberste Stück des ungetheilten Griffels mit dem Ringe längerer Fegehaare und das unterste Stück der n zusammenliegenden Griffeläste, auf der Aussenfläche mit kurzen Fegehaaren, an den Rändern mit Narben- Papillen besetzt. (Vergr. 88.) @ Antherencylinder, b Ring langer Fegehaare, c kurze Fegehaare, d. Narbenpapillen, e Blüthenstaub. on oben gesehen aber, da die Blumenkronenróhren mit biegen, je nüher sie dem Rande als rothe Fläche von 20 und mehr Millimeter Durchmesser sich darstellt. Hierdurch von weitem leicht bemerkbar bieten die Blüthenkörbchen, da der Honig bis in die Glóckchen emporsteigt, zahlreichen In- Sekten verschiedener Ordnungen eine reiche Quelle in einzelnen Tropfen zu ge- Nlessenden Honigs dar. Da nemlich nur eine Rüssellänge von 1—1!/; mm erforder- lich ist, um den Grund der Blumenglóckchen zu erreichen, so ist die reiche Honigspende nicht nur Bienen und Schmetterlingen , sondern auch den mannichfal- tigsten Wespen, Fliegen und Käfern zugänglich und wird vonih nen eifrig auf- gesucht. Im ersten Entwicklungszustande derBlüthen ( Wachsenden Griffel hervorgedrüngt. eine reichliche Menge Sg Durchmesser erreicht, v ihren oberen Enden sich um so stärker nach aussen Stehen, und die Glöckchen daher strahlig divergiren, Fig. 147, 1) quillt, von dem empor- von Pollenkórnern aus dem dt 388 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 333. Cirsium arvense. oberen Ende der Staubbeuteleylinder. Durch Klebrigkeit und durch spitze NN sprünge ihrer ganzen Oberfläche (Fig. 147, 2. 3) haften diese Pollenkórner mit Leich- tigkeit an einander und an dem Haarkleide der besuchenden Insekten. Allmählich kommt der Griffel selbst 2—2 !/ymm lang aus dem Staubbeutelcylinder hervor. Er ist am Ende in 2 fast 2mm lange Aeste getheilt, die auf ihrer Aussenfläche dicht mit kleinen, spitzen Fegehaaren besetzt sind (c, Fig. 147, 5). Diese Bekleidung des Grf- | fels schliesst dicht unter seiner Spaltung in 2 Aeste mit einem Ringe längerer Fege” haare (b) ab. Beim Hervortreten aus dem Staubbeuteleylinder ist daher die Griffel- spitze ringsum dicht mit Pollenkörnern behaftet; bei zahlreichem Insektenbesuche; wie er bei schönem Wetter nie ausbleibt, wird er jedoch bald ziemlich vollständig derselben beraubt. Auch in der weiteren Blüthenentwicklung bleiben die Griffeläst® ihrer ganzen Länge nach dicht aneinander liegen; ihre mit Narbenpapillen besetzte? Ränder (d, d) treten aber nach aussen und bieten sich der Berührung der be suchenden Insekten dar. Bei hinreichendem Insektenbesuche ist daher Fremdbe- stäubung vollständig gesichert, indem dann die Fegehaare ihres Pollens beraubt werden, ehe die Narbenstreifen an die Aussenfläche treten. Tritt dagegen Insekten“ besuch erst ein, nachdem die mit Narbenpapillen besetzten Ränder der Griffeläste sich bereits nach aussen gebogen haben, so ist dann, da in diesem Falle die Fege- haare dicht mit Pollen behaftet geblieben sind, auch Selbstbestäubung möglich. Bei völlig ausbleibendem Insektenbesuche kann von den Pollenkórnern, die vielfach zu Klümpchen vereinigt an den Fegehaaren hangen, leicht ein Theil von selbst auf die Narbenpapillen fallen und Sichselbstbestäubung bewirken. Bei gutem Wetter wird dieser Fall im Freien wohl nie eintreten, da Cirsium arvense in Folge seiner kráf- . tigen Anlockung und seines Reichthums an leicht zugänglichem Honige zu den am . reichsten besuchten Blumen der einheimischen Pflanzenwelt gehört. Wie die nach- ‚ folgende Liste seiner Besucher ergibt, gehen nur sehr wenige Insekten seinem Blü- thenstaube, dagegen sehr zahlreiche seinem Honige nach. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica I. 8, in grösster Menge: einzelne Pollen sammelnd, die meisten saugend. 2) Bombus lapidarius L. 8, sgd. 3) B. hortorum L. g, sgd. 4) Dasypoda hirtipes F. 9 $, Psd. u. sgd., die Männchen zahl- reich. 5) Cilissa leporina Pz. $,. sgd., wiederholt. 6) Andrena fulvierus K. Q..7) 4 dorsata K. O 5, in Mehrzahl. 8) A. Gwynana K.Q9 $, wiederholt. 9) A. nana K. Ó- 10) A. pilipes F. g. 11) A. vitrea Sw, (= nitens SCHENCK) &, Cassel. 12) Halictus flavipes F. Q9. 13) H. longulus Sw. 3. 14) H. tarsatus SCHENCK ©. 15) H. nitidiusculus K. ő. 16) H. minutus K. C. 17) H. maculatus Sm. Q. 18) H. cylindricus F. Q ô» sehr zahlreich. 19) H. albipes F. 3$. 20) H. rubicundus CHR. $; sämmtliche Andrena- und Halictusarten nur saugend, ebenso alle folgenden Bienen, .nemlich: 21) Nomada Soli- daginis Pz. Q 5. 22) N. Roberjeotiana Pz.2&. 23) N. lineola Pz. 9 ($, zahlreich. 24) N. nigrita SCHENCK $. 25) N. Jacobaeae Pz. Q $, zahlreich. 26) Epeolus varie- gatus L. Q 5, einzeln. 27) Sphecodes gibbus L. € $, in verschiednen Varietäten, ein- schliesslich ephippia L. 28) Prosopis communis NYL. Q, häufig. 29) P. confusa NYL- (hyalinata Sw.) Q 5. :30) P. sinuata SCHENCK d. 31) P. variegata F. € ($, zahlreich- 32) Heriades truncorum L. Q. b) Sphegidae: 33) Crabro cribrarius L. Q. 34) Cr. alatus Pz. Q 5, sehr zahlreich. 35) Lindenius albilabris F. Q$. 36) Oxybelus trispinosus F. €- 37) O. uniglumis L. Q ($, häufig. 38) Cerceris arenaria L. Q ($, nicht selten. 39) C- nasuta KL. 9 5, häufig. 40) C. variabilis SCHR. € $, sehr häufig. 41) Philanthus trian- gulum F. Q 65, in Mehrzahl. 42) Bembex rostrata L. Q. 43) Dinetus pictus F. 9 Ó- 44) Ammophila sabulosa L. 45) Salius sanguinolentus F.; sämmtlich sgd. c) CArysidae: 46) Hedychrum lucidulum LATR. Q, sgd. d) Ichneumonidae:‘ 47) verschiedene. e) Ten- thredinidae: 48) Tenthredo notha Kr. 49) Mehrere unbestimmte Arten, sgd. B. Di- ptera a) Stratiomydae: 50) Odontomyia viridula F., nicht selten, sgd. b) Tabanidae: 51) Tabanus rusticus L., sgd., wiederholt. c) Bombylidae: 52) Anthrax flava Men. (Thü- ringen). d) Syrphidae: 53) Syrphus spec. 54) Melithreptus taeniatus MaN. 55) Eristalis 333—37. Cirsium arvense, oleraceum, lanceolatum, eriophorum, palustre. 389 ge L. 56) E. aeneus Scor. 57) E. tenax L. 58) E. arbustorum L. 59) E. ne- el Are L., sämmtlich häufig, sgd. 60) E. intricarius L. 61) Syritta pipiens L., häufig. £ AA 62) Conops flavipes L. 63) Physocephala rufipes F., sgd., in Mehrzahl. rS RE 64) Empis livida L., sgd. g) Muscidae: 65) Ocyptera brassicaria F. 66) O. xà = rica F.; beide zahlreich, sgd. 67) Sarcophaga carnaria L., sgd. 68) Onesia floralis E. . 69) Lucilia sericata Man. 70) L. cornicina F., häufig, sgd. 71) Musca corvina 5 sgd., zahlreich. 72) Oliviera lateralis F., sgd. 73) Platystoma seminationis F. C. Le- gptere aj Rhopalocera: 14) Vanessa urticae L. 75) Pieris brassieae L., wiederholt. vul Er rhamni L. 77) Hesperia silvanus EsP. 78) Satyrus Janira L. 79) Thecla i | L. b) Sphinges : 80)" Zygaena carniolica Scor. (Thüringen); sämmtlich sgd. D. Co- E a; Elateridae: 81) Agriotes gallicus LAP. (Thür.)." 82) A. ustulatus SCHALLER L ür). b) Lamellicormia: 83) Trichius fasciatus L. c) Mordellidae: 84) Mordella fasciata | 85) M. aculeata L., beide wiederholt. d) Malacodermata : 86) Telephorus melanurus a äusserst zahlreich, den Kopf in die Blumenglöckchen senkend, auch in Paarung auf en Blüthen. e) Curculionidae: 87) Bruchus spec. 88) Larinus Jaceae L. (Thür.). . 334. Cirsium oleraceum L. l Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1 Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Bombus, sgd. B. Lepidoptera Noctuae: 3) Euclidia glyphica [5 880, Die Blüthen habe ich nicht näher untersucht. 335. Cirsium lanceolatum Scor. unterscheidet sich von C. arvense wesentlich . nùr durch die schwerere Zugänglichkeit des Honigs; denn nicht nur sind mit dem a) Syrphidae: 11) Eristalis tenax PE Sod u Hauptkelche zugleich die engen Blumenróhren weit länger (16—18 mm), was auf die Zugänglichkeit des Honigs keinen Einfluss hat, sondern auch die Glóckchen, in deren Grund sich der Honig ansammelt (4—6 mm gegen 1—11/ymm bei arvense), Wodurch der Insektenbesuch ganz erheblich beschränkt wird; die Blüthen werden aber um so eiliiger von viel nahrungsbedürftigeren und emsigeren , langrüssligeren Bienen, besonders von Hummeln, besucht. . Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8. 2) Bombus ter- E L.8($. 3) B. agrorum F. 8 $. 4) B. lapidarius L. 8 & (noch am 9. Oktober p 691), alle 4 häufig, sgd. 5) B. campestris PZ. $, sgd. 6) Megachile maritima K. €, Sd. b) Fespidae:.1) Polistes gallica L. und var. diadema, Wiederlok; (0b sgd:8). B. Di. Ra Syrphidae: 8) Eristalis tenax L. 9) E. arbustorum L. 10) E. nemorum L.; alle rei Pfd. u. sgd., sehr häufig (noch am 13. Okt. 1871). C. Lepidoptera Rhopalocera: 11) Pieris brassicae L., häufig, sgd. 12) Hesperia sp., sgd. | wird in Thüringen sehr häufig von saugenden 336. Cirsium eriophorum Scor. & besucht: andere Besucher habe ich nicht be- . und Psden. Megachile lagopoda K. 2 _ merkt. (Vgl. Onopordon!). = 837. Cirsium palustre Scor. st und der dadurch bedingten Mannichfaltigkeit ceolatum und arvense in der Mitte , chen 21/ mm lang sind (bei arvense 1—11/5, Stücken der Blütheneinrichtung stimmt es mit beiden überein. eht in Bezug auf die Zugünglichkeit des Honigs des Insektenbesuches zwischen C. lan- indem seine den Honig beherbergenden Glöck- bei lanc. 4—6); in allen übrigen Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, !sehr zahlreich, sgd. 2) Bombus lapidarius b. 8 8, Psd. u. sgd. 3) B. pratorum L. 8, sgd. 4) B. ve- stalis Fourc. Q, sgd. 5) B. Rajellus Inr. 8, sgd. 6) Andrena Coitana K. 9, sgd. 7) A. Gwynana K. &, sgd. 8) Halictus cylindricus F. 9 f, Psd. u. sgd., sehr zahlreich. 9) Me- gachile centuncularis F. &, sgd. b) Sphegidae: 10) Lindenius albilabris F. B. Diptera . Pfd. 12) Volucella bombylans L., desgl. 14) Sicus ferrugineus Is sgd. C; Le- 16) P. rapae L. 17) P. napi L. Noctuae: 20) Plusia gamma I., 21) Agriotes ustulatus SCHAL- háufig. ir Syrphus trieinetus FALLEN, Pfd. b) Conopidae: Pidoptera a) Rhopalocera : 15) Pieris brassicae L. ve Hesperia silvanus EsP. 19) Satyrus Janira Lb) sämmtlich nicht selten, sgd. D. Coleoptera a) Elateridae : LER (Sld.). b) Cerambycidae: 22) Strangalia melanura L. (Sld.), 4 390 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 3383—40. Carduus crispus, acanthoides, nutans. 338. Carduus crispus L. Blüthen mit 21/,—3 mm langen, bauchigen Glóckchen - und 4—51/; mm langen, wenig divergirenden, linealen Zipfeln, zu 35— 78 in einem Körbchen von kaum 10 mm Durchmesser eingeschlossen, aber die 6—7 mm langen Blumenröhren nach dem Rande zu so nach aussen gebogen, und die Glöckchen $80 Stark strahlig divergirend, dass das ganze Kórbchen von oben gesehen als am Rande strahlig zerspaltene, rothe Flüche von 25— 30 mm Durchmesser erscheint und auch E von der Seite her hinlänglich in die Augen fällt. Im Uebrigen stimmt die Blüthen- einrichtung und daher auch die Sicherung der Fremdbestäubung bei eintretendem; die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche mit Cirsium arvense überein; durch die grössere Tiefe des Glöckchens ist aber natürlich der Insektenbesuch weit beschränkter. * Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus agrorum F. 8 $, sgd. 2) B- lapidarius L. 8 $. sgd.; beide häufig (die Männchen noch am 2. Oktober). 3) Halictus cylindricus F. $, sgd. 4) Osmia fulviventris Pz. Q, Psd. 5) Stelis aterrima Pz. 9, sgd- B. Diptera Syrphidae: 6) Eristalis tenax L., sgd. u. Pfd., häufig. C. Lepidoptera: 7) Pieris napi L., sgd. 8) P. rapae L. 339.. Carduus acanthoides L. Die Körbchen sind augenfälliger als bei voriger Art, indem die linealen Zipfel der Glöckchen 7—8 mm lang sind (statt 4—51/, bei crispus) ; zugleich ist der Honig leichter zugänglich, denn die Glöckchen sind etwas ' weiter als bei crispus und nur 2mm lang (statt 21/,— 3 bei crispus). Ueberdiess wüchst C. àcanthoides (bei Mühlberg in Thüringen) in viel grósseren Gesellschaften beisammen als crispus (bei Lippstadt). Diese 3 Umstände erklären hinreichend den sehr viel reichlicheren und mannichfaltigeren Insektenbesuch des C. acanthoides, bei übrigens ganz gleicher Blütheneinrichtung mit crispus. Besucher (bei Mühlberg in Thüringen) : l A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Bombus lapidarius L. 8. 2) B. silvarum L. 8 ©. 3| B. muscorum F.8. 4) B. pratorum L. $. 5) Dasypoda hirtipes F. Q. 6) Cilissa . trieineta K. (leporina Pz.) Ọ. 7) Halictus interruptus Pz. 8. 8) H. nitidiusculus K. $ 9. 9) H. albipes F. $, häufig. 10) H. quadricinctus F. $Q, sehr häufig. 11) H. rubicun- dus CHR. $ Q, in Mehrzahl. 12) H. longulus Sw. $9. 13) H. cylindricus F. 6- 14) H. quadrinotatus K. 5, einzeln. 15) H. maculatus SM. $ Q. 16) H. minutus K. d- 17) H. lueidulus SCHENCK Q. 18) H. Smeathmanellus K. 9 ; sámmtlich (1—18) sgd.; nur H. quadricinetus € auch Psd. 19) H. leucozonius K. $Q, sgd. u. Psd. 20) Osmia spinulosa K. 9, sehr häufig, sgd. u. Psd. 21) O. aenea L. ö,-sgd. 22) O. aurulenta Pz. Q, sgd. u. Psd. .23) O. fulviventris F. Q, sgd. u. Psd. 24) Megachile lagopoda K. Q 3$, Psd. u. sgd. 25) M. centuncularis L. ($, sgd. 26) M. versicolor Sw. Q, sgd. 27) Chelostoma campanularum L. 9j, Psd. u. sgd. 28) Heriades truncorum L. QG; Psd. u. sgd. 29) Stelis phaeoptera K. ©, nicht selten. 30) St. aterrima Pz. 94, in Mehrzahl. 31) St. breviuscula NyL. Q. 32) Prosopis punctulatissima SM. ©; die letzten 4 sgd. Bei weitem die wichtigsten Besucher sind die Pollen sammelnden Bauchsamnler, die in wenigen Secunden ein ganzes Körbchen abfegen (vergl. Onopordon); in eben sol- cher Háufigkeit und Emsigkeit. wie auf Onopordon Megachile lagopoda, fand ich auf Carduus acanthoides Osmia spinulosa. b) Vespidae: 33) Cerceris variabilis SCHRK. Q, sgd. B. Diptera a) Syrphidae: 34) Eristalis arbustorum L., sgd. b) Conopidae: 35) Co- nops scutellatus MGN. 36) Physocephala rufipes F. ; beide sgd. C. Lepidoptera a) Rho- palocera: 37) Pieris brassicae L. 38) Argynnis Aglaja L. b) Sphinges: 39) Zygaena carniolica ScoP. c) Noctuae: 40) Plusia gamma L.; alle sgd. D. Coleoptera a) Ela- teridae: 41) Corymbites holosericeus L. b) Zamellicornia: 42) Trichius fasciatus L. c) Curculionidae: 43) Larinus Jaceae F. d) Chrysomelidae: 44) Cryptocephalus sericeus L. 340. Carduus nutans L. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus hortorum L. &. 2) B. pratorum L.8 8. 3) B. vestalis Fourc. $. 4) Halictus cylindricus F. $$. 5) H. malachurus - K. Q; sämmtlich sgd. B. Lepidoptera: Sphinges: 6) Zygaena lonicerae EsP., sgd. To-— rt Lappa minor, tomentosa. 343. Serratula tinctoria. 344. Achillea Millefolium. 391 Die Blumenglóckchen sind 3mm lang, mit aufrecht- 341. Lappa minor Dc. sie füllen sich oft bis über die stehenden, dreieckigen, nur 1mm langen Zipfeln; Mitte mit Honig. Die wenig über Imm langen nenfläche mit farblosen Narbenpapillen, auf der violetten Aussenfläche mit kurzen, spitzen, schräg aufwärts gerichteten Fegehaaren "besetzt, die sich noch ein Stück unter die Spaltung hinab am Griffel fortsetzen und an ihrer unteren Grenze mit einem Ringe längerer Fegehaare abschliessen (vergl. Hrun., Comp. 8. 46. Taf. V. Fig. 32). Ringes längerer Fegehaare aus dem Der Griffel tritt bis I—2 mm unterhalb des Staubbeuteleylinder hervor und spreizt natürlich seine beiden Aeste, da sie auf der ganzen Innenflüche mit Narbenpapillen besetzt sind, vollständig auseinander. Sich- ` selbstbestäubung kann nicht wohl stattfinden. Von besuchenden Insekten sah ich nur: 1) Bombus agrorum L. $, sgd. 2) Halictus longulus Sm. Ẹ sgd. Dagegen be- merkte ich an der weit häufigeren . 342. Lappa tomentosa Lx. folgende Besucher : A A. Hymenoptera Apidae: ^| Bombus agrorum F. 8 ĝ, sgd. 3) B. campestris PZ. 5; sgd. 4) B. silvarum E. '9, sgd. 5) Megachile centuneularis L. Q, sgd. B. Lepidoptera JVoctuae: 6) Plusia gamma L., sgd., häufig. 343. Serratula tinctoria L. tember 1871): 5 A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus agrorum F. 9 d, sgd., häufig. B. Lepi- doptera Rhopalocera: 2) Colias hyale L., sgd., häufig. Jurinea dilata. Siehe Han., Comp. (8. 58.) Besucher (bei Mühlberg in Thüringen, Sep- Trib. Senecionidae. Silphium doronieifolium und Melampodium divaricatum siehe Hun., Comp. (S. 29—34. Taf. HI.) - Zinnia wird am Itajahy in Südbrasilien fast nur von Schmetterlingen besucht, besonders von Hesperiden (nach briefl. Mittheilung meines Bruders FRITZ MÜLLER). 344. Achillea Millefolium L. Achillea Millefolium lässt in ausgezeichne erkennen , welchen die Vefeinigung und Arbeitstheilung zahlreicher kleiner Blüthen ‚für Anlockung von Insekten und für gleichzeitige then durch einen einzigen Insektenbesuch zu gewähren im Stande ist. Die Blumenkrone der Scheibenblüthen besteht aus einer kaum 2mm langen Röhre, die sich oben in ein etwa 1 mm langes und fast eben so weites, in fünf drei- eckige Lappen endendes Glöckchen fortsetzt. basis ringförmig umschliessende Wulst (f, Fig. 148, 2) absondert, steigt bis in das Glöckchen empor und ist daher selbst den kurzrüssligsten Insekten zugänglich. Die beiden Griffeläste ragen, wenn die Blüthe sich. öffnet, dicht zusammen gelegt, in den üntersten Theil des von den verwachse gefüllten Hohlcylinders (Fig. 148, 2). Da se an der Spitze mit divergirenden Fegehaaren besetzt sind (5), so wird, indem der Griffel sich streckt, der Blüthen- Staub aus dem oberen Ende dieses Hohlcylinders, dessen Endklappen (o, 2) sich ‚auseinander thun, herausgepresst. em dem oberen Ende des Hohlcylinders herv nenseiten nach oben kehrend, auseinander un Spitzen so weit nach innen zurück, dass an denselben e or, krümmen sich , ihre papillösen In- d biegen ihre mit Fegehaaren besetzten twa haften gebliebene Pollen- Griffeläste sind auf der ganzen In- i 1) Apis mellifica L. 8, sehr häufig, sgd. u. Psd.. + deutlicher Weise den Vortheil ; Fremdbestäubung zahlreicher Blü- Der Honig, welchen der die Griffel- - nen Staubbeuteln gebildeten, mit Blüthenstaub Endlich kommen die beiden Griffeläste selbst E MAT 392 II. Von Insekten befruchtete "Blumen : 344. Achillea Millefolium. i körner der Berührung besuchender Insekten entzogen sind (Fig. 148; 4). Während der Blüthenstaub hervorquillt, ragt der Staubbeutelcylinder etwas aus dem Glöckehen hervor (Fig. 148, 3); während die Griffelästeihre Narbenflächen nach oben kehren, sitzt der Staubbeuteleylinder, durch die sich zusammenziehenden Staubfäden mit hinab- gezogen, tiefer im Glöckchen , so dass die Narben unmittelbar über dem Glöckchen, Fig. 148. 1—5. Achillea Millefolium. 1. Einzelnes Blüthenkórbchen, von oben gesehen. a Narben der rein weiblichen Randblüthen, b Narben im zweiten Zustande befindlicher Scheibenblüthen, c Staub- beuteleylinder im ersten Zustande befindlicher Seheibenblüthen, d dem Aufblühen nahe Knospe. : Andere weniger entwickelté Knospen sitzen noch in grosser Anzahl versteckt in der Mitte des Kórbchens. 2. Einzelne Scheibenblüthe, eben aufblühend, im Längsdurchschnitt. e Fruchtknoten, f Honigdrüse, die Basis des Griffels umschliessend (Nektarkragen HILDEBRAND), g Griffel, ^ Blumenkronenröhre, 4 Staubfáden, k die beiden Griffeláste, 1 die mit Fegehaaren besetzte Spitze derselben, m der. von den verwachsnen Staubbeuteln gebildete, mit Blüthenstaub gefüllte Hohleylinder, n Glöckchen der Blumenz krone, o Endklappen der Staubbeutel. i : 3. Einzelne Scheibenblüthe, ein wenig weiter entwickelt, so dass der Blüthenstaub oben aus dem Staubbeutel- cylinder hervorquillt, nebst ihrem Deckblatte, von der Seite gesehen. 4. Aeltere Scheibenblüthe, deren Narben auseinandergespreizt aus dem Glöckehen hervorragen, wührend der Staubbeuteleylinder durch Zusammenziehung der Staubfäden wieder in das Glóckchen zurückgekehrt ist. 5. Griffelspitze einer im ersten (männlichen) Zustande befindlichen Scheibenblüthe. k' Narbenpapillen der beiden Griffeläste, 2 Fegehaare, p Pollenkörner. 6—8. Chrysanthemum leucanthemum. Scheibenblüthe im ersten ( $) Zustande (p Pollenkórner). . Dieselbe im zweiten ( 9) Zustande. . Spitze eines Griffelastes, von der Innenseite gesehen (60 : 1). ^ , an derselben Stelle, wo vorher der Blüthenstaub lag, zu liegen kommen. Dadurch wird bewirkt, dass die über den Blüthenkórbchen hinstreifenden Unterflächen der besuchenden Insekten zahlreiche Blüthen zugleich berühren und zahlreiche Fremd- bestäubungen zugleich verursachen. Zwanzig und mehr Blüthchen der beschriebenen Art, die sich aber nicht gleichzeitig, sondern langsam nacheinander, von aussen nach innen fortschreitend, entwickeln, sind zu einer Scheibe von etwa 3mm Durchmesser vereinigt; indem aber 5 am Rande der Scheibe stehende Blüthen je einen über 3 mm 344. 345. Achillea Millefolium und Ptarmica. langen und noch etwas breiteren Lappen nach aussen breiten, erweitert sich die Scheibe auf 9— 10mm Durchmesser (Fig. 148, 1). Die Randblüthen haben die enormeEntwicklung der Blumenkronenfläche auf Kosten der Staubgefässe erlangt, die Ihnen ganz fehlen; aus ihrer Blumenkronenröhre ragt nur ein Griffel (a, 1) lang her- vor „.der sich ebenfalls in zwei oben mit Narbenpapillen besetzte Aeste auseinander Spreizt, aber der Fegehaare entbehrt. Trotz der Vergrösserung der Blüthenfläche ' durch die Randblumen würden die Körbchen, wenn sie einzeln ständen, ziemlich un- ansehnlich sein; es sind aber in doldenrispigem Blüthenstande sehr zahlreiche, oft über hundert, Körbchen zu einer Fläche vereinigt, die nun nicht nur von weitem leicht bemerkbar ist, sondern auch, indem die besuchenden Insekten meist mehrere Körbchen zugleich mit ihrer Unterfläche berühren und leicht über zahlreiche hin- Schreiten, eine noch weit massenhaftere Fremdbestäubung durċh einen einzelnen In- Sektenbesuch gestattet. 345. Achillea Ptarmica L. unterscheidet sich von Millefolium durch weit grössere Augenfälligkeit der einzelnen Körbchen, die aber dafür zu weit weniger zahlreichen Gesellschaften vereinigt stehen. 80 bis über 100 Blüthchen von im Ganzen kaum 21/) mm Lànge sind zu einer Scheibe von 6—7mm Durchmesser vereinigt, an deren Rande $—19 Randblüthen stehen. Jede derselben breitet einen 4—06 mm langen, Dicht ganz so breiten Lappen nach aussen, wodurch sich der Durchmesser der an- lockenden Fläche des einzelnen Körbchens auf 15—15mm vergróssert. In den. übrigen Stücken stimmen die Blüthen mit denen von A. Millefolium überein. Beide Pflanzen wachsen an denselben Standorten gleich häufig, blühen gleichzeitig und werden von denselben Insekten gleich häufig besucht. Bei beiden, am meisten je- doch bei Millefolium, wird die Kräftigkeit der Anlockung wahrscheinlich noch durch den Geruch der Pflanzen erheblich verstärkt ; denn auf den Blüthen beider, beson- ders aber auf denen von Millefolium, findet man Prosopisarten, welche starkriechende Blüthen besonders lieben, nicht selten in sehr grosser Anzahl. Wie erfolgreich die aus den beschriebenen Eigenthümlichkeiten sich ergebende kräftige Anlockung und leichte Zugänglichkeit des Blüthenstaubes und Honigs die Herbeiziehung der mannichfaltigsten Insekten bewirkt, ergibt sich aus der nach- folgenden Liste der von mir auf Blüthen vonAchillea Millefolium und Ptarmica beobachteten Insekten: / a F. 9 6, sehr zahlreich. 2) «B staub mit dem Munde einsammelnd. 3) Sphe- sgd., häufig. 4) Halictus cylin- 6) H. leucozonius K. O; Psa 9) H. rubicundus CHR. $, sgd. 10) H. quadricinctus F. 8, sgd. 11) Andrena fulvicrus K.Q9 d, Psd. u. sgd., häufig. a K.Qd, Psd. w sgd., in Mehrzahl. 14) A. |. , A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Prosopis variegat pictipes NYL. Q &, beide sgd. und Blüthen codes gibbus L., alle Var., einschliesslich ephippia L., 9 &, dricus F.o&, Pod. u. sgd. 9) H. maculatus Sw., Psd. 7 H. morio F. 9, Psd. 8) H. villosulus K. Q, Psd: DIA, pilipes F. &, sgd. 13] A. dorsata Chrysosceles K. Q. 15) A. fuscipes K.d. 16) A. nana K. d, sgd. 17) A. argentata . M. $, sgd. 18) A. albicans K. Ó. sgd- 19) A. lepida SCHENCK 3, sgd. 20) A. nigri- - Pes K, O, sgd. 21) A. denticulata K. 6, sgd. 22) Colletes fodiens K. 9 5, Psd., Pfd. u. sgd., sehr häufig. 23) C. Davieseana K. Q d, noch weit háufiger. 24) Nomada zonata Pz. Q, sgd. 25) N. ruficornis L. €, sgd. 26) Stelis breviuscula NYL. Q, sgd. 27) He- riades truncorum L. 9 &, Psd. u. sgd. 28) Chelostoma nigricorne NYL. $, sgd. 29) Osmia ‚SPinulosa K. Q, Psd. 30 O. leucomelaena K. €, Psd. b) Sphegidae: 31) Crabro alatus Pz. ler. Q Ss: häufig. 32) s subterraneus F. 9. 33) Lindenius albilabris F., in Mehrzahl. ` a Oxybelus bellus Drs. 35) O. trispinosus F. 36) O. uniglumis L., DLB. ; alle drei zahlreich. 37) Philanthus triangulum F.,@&, in Mehrzahl. 38) Cerceris arenaria L., (Y. d. L.), nieht selten. 39) C. labiata F., häufig. 40) C. variabilis SCHRK., sehr häufig. 41) Dinetus pictus F. 42) Ammophila sabulosa L. 43) Pompilus trivialis Kl. $. 44) P. chalybaeatus Scmi0pTE Q. 45) P. plumbeus Duars. 9 &. 40) P. rufipes L. Q 8. 47) P. 394 IH. Von Insekten befruchtete Blumen: 344. 345. Achillea. 346. Chrysanth. leucanth- viatieus L. &. 18) Ceropales maculata F., in Mehrzahl c) Vespidae: 49) Odynerus sinuatus F. Ọ. 50) O. parietum L. $. 51) Pterocheilus phaleratus: Larr. Q. d) Chy- sidae: 52) Hedychrum lucidulum LATR., DHLB. Q $, in Mehrzahl. e) Tenthredinidae: 53) Tenthredo notha KL., die einzelnen Röhrchen ansaugend, sehr wiederholt. 54) Ten- thredo scrophulariae L.; ausserdem 55) mehrere mir unbekannte Tenthredoarten. B. D1- ptera a) Stratiomydae: 56) Odontomyia viridula F., häufig. b) Tabanidae: 57) Tabanus rusticus L., mehrfach. c) Bombylidae: 58) Exoprosopa capucina F., in Mehrzahl. ' d) Einpidae: 59) Empis livida L., häufig. e) Syrphidae: 60) Melithreptus scriptus L 61) M. taeniatus Men. 62) Volucella bombylans L. 63) V. pellucens L. (Almethal)- 64) Eristalis sepulcralis L. 65) E. tenax L. 66) E. arbustorum L. 67) E. nemorum L-; alle vier häufig, sowohl sgd. als Pfd., in der Regel mit dicht gelb bestäubter Unterseite- 65) Syritta pipiens L., sgd. u. Pfd., häufig. 69) Eumerus sabulonum FALL. fy Cono- pidae: 70) Conops flavipes L. 71) Physocephala vittata F., beide wiederholt, sgd. g) Mu- scidae: 12) Gymnosoma rotundata Pz. 73) Ocyptera cylindrica F. 74) Echinomyia ferox Pz., wiederholt. 75) E. tesselata F. 76) Gonia capitata FALLEN. C. Lepidoptera . a) Rhopalocera: 11) Pieris napi L. 78) Hesperia silvanus EsP. 79) Satyrus pamphilus L. 80) Polyommatus Phloeas L. 81) Lycaena Aegon S. V. b) Crambina: 82) Botys pur-. puralis L.; sämmtlich sgd. D. Coleoptera a) Buprestidae: 83) Anthaxia nitidula L- (Thür.). b) Cerambycidae: 84) Leptura testacea L. 85) L. livida F.; beide Pfd. c) Coc^ cinellidae: 86) Exochomus auritus SCRIBA, häufig. d) Chrysomelidae: 87) Cryptocephalus sericeus L., Blüthentheile fressend. 346. Chrysanthemum leucanthemum L. (siehe Fig. 148, 6—8). 400 bis 500 Blüthchen von kaum 3 mm Blumenkronenlänge sind zu einer gelben Scheibe von 12—15 mm Durchmesser vereinigt; am Rande derselben stehen 20— 25 Blüthen, deren Staubgefässe verkümmert Sind, deren jede dafür aber einen 14 bis 18mm langen, 3—6 mm breiten, weissen Lappen strahlig nach aussen breitet, sO dass die gelbe Scheibe von einem eben so breiten oder breiteren weissen Strahlen- kranze umschlossen wird und die ganze Insekten anlockende Fläche nun einen Durch- messer von 40 oder mehr Millimeter Durchmesser darstellt. Da die Glöckchen der Scheibenblüthen, bis in welche der Honig emporsteigt, kaum 1 mm tief sind, so ist der Honig auch den kurzrüssligsten Insekten zugänglich. Da im ersten Zustande (Fig. 148, 6) der Blüthenstaub, im zweiten (Fig. 148. 7) die Narbenflichen un- mittelbar über den Glóckchen, mithin in einer Flüche, liegen, so werden von auf den Blüthen umherschreitenden Insekten zahlreiche Blüthen auf einmal durch Fremd- " bestäubung befruchtet. Die Griffeläste endigen mit einem dichten Büschel diver- girender Fegehaare (l, 8), welche beim Emporwachsen des Griffels den Blüthenstaub aus dem Staubbeutelcylinder hervordrängen (p, 6). Die Innenflüche jedes Griffel- astes ist mit zwei breiten, durch einen schmalen Zwischenraum getrennten Streifen von Narbenpapillen besetzt (k, 8), welche auch die Aussenränder der Griffeliste ein- nehmen und daher sich regelmässig mit Blüthenstaub behaften, wenn der über dem Staubbeutelcylinder angehäufte Blüthenstaub beim Heraustreten der Griffeläste noch nicht von Insekten entfernt ist. Ebenso unausbleiblich, wie bei eintretendem In- sektenbesuche Fremdbestäubung, ist also bei ausbleibendem Sichselbstbestäubung- Die Griffeläste der Randblüthen stimmen in ihren N arbenpapillen mit denen der Scheibenblüthen überein ; nur sind ihre nutzlosen Fegehaare bedeutend kürzer als die ‘der Scheibenblüthen. Die Röhren der Scheibenblüthen sind, wie aus Fig. 148, 7 zu ersehen ist, un- symmetrisch, indem sie an der Aussenseite sich weiter herabziehen, als an der. Innenseite. Besucher: A, Hymenoptera a) Apidae: 1) Prosopis communis N. Q. 2) Sphe- codes gibbus L. Q 5, alle verschiedenen Varietäten, einschliesslich ephippia L. 3) Ha- lictus maculatus Sw. Q 5, Psd. u. sgd., zahlreich. 4) H. leucozonius SCHR. 9, Psd. 5) H. albipes F. 5, sgd. 6) H. cylindricus F. € ($, Psd. u. sgd., sehr häufig. 7) H.. rthen. 350. Matric. Chamomilla. 395 d 346—49. Chrysanthemum leucanth., inod., corymb., Pa H. rubicundus CHR. Q, Psd. 9) Andrena xanthura K. Q, sgd. 10) A. nigroaenea K. Q, Psd. 11) Colletes Davieseana K. @ &, Psd. u. sgd., sehr häufig. 12) Bombus terrestris L. 8, sgd. (einmal). Auch hier erweist sich DEL- PINO's Unterscheidung von Halictus angepassten Compositen einerseits und Bauchsamm- lern angepassten andererseits als unhaltbar. Denn während die ebene Blüthenscheibe „von Chrys. leuc. nach DELPINO ausschliesslich oder vorwiegend von Bauchsammlern be- fruchtet werden müsste, fand ich auf derselben im Gegentheile zahlreiche Halietus, An- Wena und Colletes , aber keinen einzigen Bauchsammler. b) Sphegidae: 13) Cerceris vari- abilis SCHRK. 14) Crabro cephalotes SHUCK. €. 15) Cr. cribrarius L., DLB. $, in Mehr- zahl. 16) Oxybelus uniglumis L., DLB., häufig. 17) O. trispinosus F. c) Ichneumonidae: 18) verschiedene. d) Tenthredinidae: 19) Tenthredo (Allantus) notha KL., sgd. 20) T. Scrophulariae L. 21) Mehrere unbestimmte Tenthredoarten. 22) Cimbex sericea L. A Diptera a) Empidae: 23) Empis rustica F.,:sgd... bj Stratiomydae: 24) Nemotelus pantherinus L., äusserst zahlreich, den Rüssel in die einzelnen Röhrchen senkend. 25) Odontomyia viridula F., sehr häufig, sgd. €) Bombylidae: 26) Systoechus sulfureus MIKAN, sgd. [Sld.) d) Syrphidae : 27) Pipiza lugubris F. 28) Cheilosia fraterna Men. 29) Syr- - Phus nitidicollis Mean., Pfd. 30) Melithreptus taeniatus MaN., Pfd. 31) Volucella. pellu- cens L. (Sld.) 32) Syritta pipiens L., sgd. 33) Eristalis arbustorum L. 34) E. horticola DEG. Bla.). 35) E. nemorum L. 36) E. sepulcralis L. 37) E. aeneus ScoP.; alle fünf Arten sehr- häufig, Pfd. 38) Helophilus floreus L., Pfd. 39) H. pendulus L. e) Conopidae : 40) Conops flavipes ls; sgd. 41) Sicus ferrugineus L., sgd. f) Muscidae: 42) Echinomyla tesselata F. 43) Pollenia Vespillo F., Píd. u: sgd.. .44) Lucilia cornicina F. 45) L. sil- Varum Man. 46) Pyrellia aenea Zerr. 47) Musca corvina F. 48) Scatophaga stercoraria L. sgd. 49) Macquartia praefica ZETT. 50) Sepsis sp., sgd. C. Lepidoptera a) Rho- -Palocera; 51) Melitaea Athalia Esr. 52) Hesperia alveolus H. 53) Satyrus Janira L. 5) Sphinges: 54) Ino statices L., wiederholt. c) Noctuae: 55) Anarta myrtilli L.; sämmt- lich sgd. D. Coleoptera a) Nitidulidae: 56) Meligethes, sehr häufig. b) Dermestidae : 97) Anthrenus pimpinellae F., Pfd. c) Elateridae: 58) Athous niger L. d) Lamelli- cornia: 59) Cetonia aurata L. (Sld.). 60) Trichius fasciatus L., häufig. 61) Tr. nobilis L. ©) Malacodermata : 62) Malachius aeneus L. 63) Dasytes flavipes F. 64) Trichodes api- . ‚tus L, f) Mordellidae: 65) Mordella aculeata L., häufig. 66) M. fasciata F. g) Ceram- bycidae; 67) Strangalia attenuata L. 68) St. armata HBsT. 69) St. atra F. 70) St. me- lanura L., háufig. 71) Leptura livida F., sehr zahlreich. 12) Pachyta octomaculata F. (Sla. Siebengebirge). - : 347. Chrysanthemum inodorum L. Als Besucher bemerkte ich nur Hedychrum lucidulum DHLB. $ (Chrysidae). 348. Chrysanthemum corymbosum L. (Thür.). ; i Besucher: A. Hymenoptera Sphegidae: 1) Cerceris variabilis SCHRK. ©. B. Dis Ptera Muscidae: 2) Ulidia erythropthalma Max. C. Hemiptera: Capsus sp., sgd. 349. Chrysanthemum Parthenium PERS. Besucher: Lepidoptera Sphinges: Sesia tipu 350. Matricaria Chamomilla L. *) stimmt in der ganzen Blütheneinrichtung mit Chrysanthemum leucanthemum überein, unterscheidet sich jedoch von demselben durch die bekannte Eigenthümlichkeit des immer höher aufsteigenden Blüthenbodens. In dem Grade als die Entwicklung der Blüthen von aussen nach innen fort- » Es Schreitet, erhebt sich der Blüthenboden zu einem Cylinder, dem oben ein abgerun- - deter Kegel aufsitzt. Der verblühte Theil des Kórbchens bildet den Cylindermantel, der noch in Knospe befindliche den abgerundeten Kegel, der gerade in Blüthe be- Ündliche die von den anfliegenden Insekten unmittelbar berührte Grenze zwischen beiden. Durch diese Eigenthümlichkeit des Blüthenbodens wird also bewirkt, dass UE aaa] arm : villosulus K. Ọ &, Psd. u. sgd. 8) liformis L., sgd. "| W. OGLE hat (Pop. Science, Review April 1870. p. 160—164) dieser Pflanze (Feverfew) einen adt d iino; in dem er jedoch nur bereits bekannte gemeinsame igenthümlichkeiten der Senecioniden ausführlieh erórtert. 7 4 C Bu " ZO 7 € N * 396 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 350. Matr. Cham. 351—52, Anth. arv., tinct. die Besucher stets sofort auf das richtige Fleck für ihre Ausbeute und für die Be- fruchtung der Blüthen gelangen, mithin mit möglichst geringem Zeitverlust möglichst zahlreiche Blüthen befruchten. : An Augenfälligkeit der Körbchen steht M. Chamomilla hinter Chrys. leuc. welt zurück; denn dieselben erscheinen hier als weisse Kreise von 18—24 mm Durch- messer (gegen 40 und mehr Millimeter bei Chrys. leuc.) mit gelber centraler Scheibe von 6—8 mm Durchmesser (gegen 12—15 mm bei Chrys. leuc.) ; dem entsprechend wird ihnen ein weit weniger zahlreicher und mannichfacher Insektenbesuch zu Theil. Der starke Geruch, welchen die Kórbchen verbreiten, scheint den meisten Bienen ‚zuwider; nur die selbst stark riechenden Prosopisarten suchen auch die stark riechende Kamille (ebenso Ruta graveolens u. a.) gern auf; den Fliegen dagegen ist dieser Geruch angenehm; sie finden sich in Menge auf den Körbchen der Kamillen ein und bilden die hauptsächlichsten Befruchter derselben : Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Prosopis signata Pz. $9, häufig. 2) Sphecodes gibbus L. O $. b) Sphegidae: 3) Oxybelus uniglumis L., háufig. B. Di- ptera a) Stratiomydae: 4) Nemotelus pantherinus L., sehr häufig, sgd. b) Empidae: 5) Empis livida L., häufig, sgd. c) Syrphidae: 6) Eristalis arbustorum L: 7) E. nemo- rum L. 8) E. sepulcralis L.; alle drei sehr häufig, Pfd. 9) Syritta pipiens I., sehr häufig: Pfd. d) Muscidae: 10) Sarcophaga carnaria L., häufig. 11) S. haemarrhoa Men. 12) Pol- lenia Vespillo F.; alle drei Pfd. 13) Lucilia cornicina F. 14) Spilogaster nigrita FALLEN: C. Coleoptera a) Nitidulidae: 15) Meligethes, häufig. b) Cerambycidae: 16) Leptura livida L. 17) Strangalia attenuata L.; beide nicht selten. Leucanthemum nach DELPINO von Lomatia Belzebub F. (Diptera, Bomby- lidae) besucht. (Ult. oss. p. 121.) à 351. Anthemis arvensis L. steht bei gleicher Blütheneinrichtung in Bezug auf Augenfälligkeit der Körbehen und dem entsprechend auch in Bezug auf Reichlich- keit des Insektenbesuchs zwischen Chrys. leuc. und Matr. Cham.; denn seine Körb- chen erscheinen von oben gesehen als weisse Kreise von 21 bis 27 mm Durchmesser mit centraler gelber Scheibe von 5— 7mm Durchmesser. Da dieselben nicht den starken Geruch der Kamille besitzen ; Werden sie auch von zahlreichen Bienen besucht. E Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) -Andrena Schrankella NyL.Q. 3) A. nigroaenea K. €; beide Psd. u. sgd. 4) A. fulvicrus K.Q, desgl. 5) A. nana K. Q, sgd. 6) A. minutula K.&. 7) Halictus lucidulus SCHENCK C. 8) H. mitidiusculus. K. Ọ. 9) Colletes Davieseana K. Q $, Psd. u. sgd., häufig. b) Sphegidae: 10) Cerceris variabilis SCHRK. ($. 11) Crabro cribrarius L., DLB. Ç. 12) Cr. alatus PZ. € ($$. c) Tenthredinidae: 13) Tenthredo notha Kr. B. Diptera a) Stra- tiomydae: 14) Nemotelus pantherinus L., äusserst zahlreich. b) Syrphidae : 15) Eristalis arbustorum L. 16) E. nemorum É. 17) E. tenax L: 18) E. sepulcralis L., alle 4 Pfd.; häufig. 19) Syritta pipiens L. c) Muscidae: 20) Echinomyia tesselata F. 21) Scatophaga stercoraria L. 22) Sc. merdaria F., alle 3 Pfd. C. Coleoptera a) Elateridae: 23) Athous . niger L. b) Curculionidae: 24) Bruchus sp. c) Cerambycidae: 25) Leptura livida L. 352. Anthemis tinctoria L. (Thür., Juli 1868 und 1870). Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Colletes marginata L. g, sgd. 2) Ha- lictus maculatus Sm. ©, Psd: 3) Heriades truncorum L. Q, sgd. u. Psd. b) Ichneumonidae: 4) verschiedene. B. Diptera a) Syrphidae: 5) Eristalis. arbustorum L. 6) Syritta pipiens. L. 7) Melithreptus taeniatus Mon. ; alle 3 Pfd. b) Conopidae : 8) Myopa spec:, sgd. c) Muscidae: 9) Gymnosoma rotundata L. 10) Ulidia erythrophthalma MGN., zu Hunderten! D. Coleoptera a) Elateridae: 11) Agriotes gallicus LAP. b) Mordellidae: 12) Mordella fasciata F. — DELPINO erwähnt als Besucher dieser Pflanze Lomatia Belze- bub F. (Diptera, Bombylidae). (Ult. oss. p. 121.) Gaillardia, Madaria, Bidens siehe Hınv., Comp. (S: 28. 34. 67- Taf. Ill, VI, L.! 353. Helianthus multiflorus. 354. Tanacetum vulgare. 353. Helianthus multiflorus L: Derrino fand Helianthus vorzüglich durch Heriades truncorum L. befruchtet, welcher mit dem Hinterleib auf die im ersten (d) Stadium befindlichen Blüthen schlug. und den aus den Staubbeutelcylindern hervor- quellenden Pollen behend mit den Bauchsammelhaaren aufnahm ; er schloss daraus, dass diese Pflanze und dieses Thier im Voraus für einander bestimmt seien (Ult. oss. p. 122. 123). Ich habe im folgenden Abschnitte dieses Buches nachgewiesen, dass gerade die Beobachtung der Thätigkeit der Insekten auf den Blumen eine derartige teleologische Auffassung als vollig unhaltbar erkennen lässt. Ich bemerkte als Be- sucher von H. multiflorus : 1) Megachile centuncularis F., Psd.. B. Diptera A. Hymenoptera Apidae: alle drei Pfd. Syrphidae: 2) Eristalis tenax L. 3) Syrphus pyrastri L. 4) S. ribesii L.; und sgd. Artemisia Dracunculus, windblüthig, aber von Melanostoma mellina (Syrphidae) besucht. (Tekl. B.) 354. Tanacetum vulgare L. Me Scheibentörmigen Blumenkörbchen vereinigt , nütz sein würden und daher fehlen, da sehr za einander fast in einer Fläche stehen. Die Vereinigung der Körbchen zu einer ein- zigen goldgelben Fläche ist der Pflanze nicht nur durch Steigerung der Augenfällig- .- keit und dadurch bewirkte Anlockung zahlreicher Insekten von Vortheil, sondern auch, wie bei Achillea, dadurch, dass die besuchenden Insekten nun leicht und ohne Aufenthalt über die ganze Fläche hinschreiten können, wobei sie schon mit den Fusssohlen zahlreiche Blüthen in kürzester Zeit befruchten. Unter den Insekten ist : diess namentlich den Pollen sammelnden Bienen und Pollen fressenden Fliegen von Brósstem Vortheil, da sie ihre Arbeit in raschester, bequemster und ausgibigster Weise vollenden kónnen. Dieser Vortheil der Insekten wirkt aber natürlieh vor- theilhaft auf die Pflanze selbst zurück , da die genannten Pollensucher mit Vorliebe natürlich diejenigen Blumen aufsuchen, welche ihnen so fühlbare Vortheile gewühren. Der Honig ist allgemein zugänglich , da die Blumenglóckchen ,nur | mm tief sind. Der gleichzeitigen Befruchtung zahlreicher Blüthen durch einen einzigen Besucher. | dient, ausser der Vereinigung der Kórbchen in eine Ebene auch die Beschaffenheit des Griffels. Dieser, an der Spitze seiner Aeste mit einem knopffórmigen Büschel di- vergirender Fegehaare besetzt, schiebt im ersten Blüthenstadium den Staubbeutel- Cylinder, aus dessen oberem Ende er den Pollen hervordrängt, nur SO weit aus dem Blumenglóckchen, dass der Blüthenstaub von über die Flüche streifenden Besuchern aufgenommen werden kann, und breitet im zweiten Blüthenstadium seine beiden, auf der ganzen Innenfläche mit Narbenpapillen besetzten Aeste in derselben Hóhe flach àus einander, in welcher vorher der Blüthenstaub sich der Berührung darbot. hrere hundert Blüthehen sind zu einem flach . welchem strahlende Randblumen un- hireiche Blumenkórbchen dicht neben . Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Colletes fodiens K. $Q, sgd. u. Psd., sehr häufig. 3) C. Davieseana K. $9, sgd. u. Psd., noch - häufiger. Beide fressen auch Blüthenstaub und speien, wenn Man sie einfängt und zwi- | Schen den Fingern hält, häufig einen gelblichen, aus Honig und Blüthenstaub beste- henden Tropfen aus. 4) Halictus maculatus SM. 8 €, sgd. u. Psd., sehr häufig. 5) An- ‘drena fulvierus K. &, sgd. 6) A. denticulata K. €, Psd. 7) Sphecodes gibbus L. 58, verschiedne Varietäten, einschliesslich ephippia L., sgd. und in den Haaren etwas Pollen . Mitnehmend. b) Sphegidae: ) Dinetus pictus F. Q &, in Mehrzahl. 9) Mellinus arven- Ss L. 10) Crabro sp. c) Vespidae: 11) Odynerus parietum L: &. B. Diptera a) Stra- tomydae: 12) Odontomyia viridula F., häufig. b) Syrphidae: 13) Eristalis arbustorum L. 14) E. nemorum L. 15) Syrphus ribesii L.; alle 3 Pfd., häufig. 16) Syritta pipiens L., . sgd. u. Pfd., sehr zahlreich. 17) Melithreptus taeniatus MGN., Pfd. c) Muscidae: 18) Sar- Cophaga carnaria L. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 19) Polyommatus Phloeas L., 398 III. Von Ins. befr. Blumen: 355—56. Gnaph. lut., ulig. 357. Arn. mon. 358. Sen. Jacob. noch am 19. Okt). 20) P. dorilis Hrn. 21) Vanessa Atalanta L. (noch am 21. Sept.) b) Noctuae: 22) Hadena didyma EsP. $, sgd. (bei Tage). c) Crambina: 23) Botys pur” puralis L.; sámmtlich sgd D. Coleoptera Coccinellidae: 24) Coccinella bipunctata H 25) C. quinquepunctata L. E. Hemiptera: 26) mehrere Wanzenarten. F. Neuro- ptera: 27) Panorpa communis L., wiederholt. 355. Gnaphalium luteoalbum L. gelangt bei Lippstadt in der Regel erst im Sep- tember zur Blüthe. Auf den nassen, sandigen Stellen, wo sie wächst, ist sie die bei weitem augenfälligste Blume, um so mehr, als die Pflanzen in grosser Zahl beisam- men stehen. Am sonnigen Mittage des 29. Sept. 1869 bemerkte ich auf ihren Körbchen folgende Besucher: Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Sphecodes gibbus L. 88, verschiedne Var., auch ephippia L., sgd. 2) Halictus sexsignatus SCHENCK ($ €, sgd. b) Sphegidae: . 9) Pompilus viaticus L., sgd. 4) Ceropales maculata F., sgd. B. Diptera a) Syrphidae: 5) Melithreptus scriptus L. 6) Melanostoma mellina L.; beide Pfd. b) Muscidae: 7) Lu- cilia, in Mehrzahl. 8) Pollenia rudis F.; beide Pfd. 356. Gnaphalium uliginosum L. Auf den unscheinbaren Kórbchen dieser Pflanze traf ich nur ein einziges Mal Sphecodes ephippia L. sgd. Gnaph. dioicum siehe Hrrp., Comp. (S. 40. Taf. III.) 357. Arnica montana L. (Sld.). Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. u. Psd., zahl- reich. 2) Bombus pratorum L. 8, sgd. 3) Andrena Gwynana K. Q, Psd. B. Diptera: a) Bombylidae: 4) Anthrax hottentotta L. b) Empidae: 5) Empis tesselata F., sgd., zahl- reich. c) Syrphidae: 6) Eristalis horticola MGN.. 7) E. arbustorum L., 8) E. nemorum L.; alle drei sehr häufig, sgd. u. Pfd. 9) Syrphus ribesii L., häufig. 10) S. umbella- tarum Men. 11) Volucella bombylans L., zahlreich. 12) V. pellucens L ; alle sgd. und Pfd. d) Conopidae: 13) Sicus ferrugineus LL. 804. ©, Lepidoptera Rhopalocera: 14) Argynnis Aglaja L. 15) Vanessa urticae L. 16) Vanessa Io L.; alle 3 sgd. D. Co- leoptera a) La«mellicornia: 17) Trichius fasciatus L. b) Chrysomelidae: 18) Crypto- cephalus sericeus L. Doronicum und Cacalia siehe Hrrp., Comp. (S. 25. 15. Taf. IL I) 358. Senecio Jacobaea L. 60—-80 Blüthchen mit 2!/»—3mm langer Röhre und eben so langem Glöckchen sind zu einer Scheibe von 7—10 mm Durchmesser zusammen gedrängt, die jedoch durch die (12—15) strahligen Randblüthen etwa bis zum dreifachen Durchmesser vergrössert wird und daher sehr zahlreiche Insekten an- lockt. Eigenthümlichkeiten des Griffels wie bei Tanacetum. Besucher: A. Hymejnoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. u. Psd. 2) Bom- bus lapidarius: L. 8 3$. 3) B. pratorum L. 8 &; beide Psd. u. sgd. 4) B. campestris Pz. $, sgd. 5) Andrena fulvicrus K. Q. 6) A. denticulata K. Q; beide Psd. 7) Ha- lietus cylindricus bt np ec albipes F. $. 9 H. maculatus Sm. 5: 10) H. nitidus SCHENCK &. sämmtlich sgd. 11) Nomada varia Pz. €, sehr zahlreich. 12) N. zonata Pz: Q. 13) N. furva Pz. 9. 14) N. ferruginata K. Q, sámmtlich sgd. 15) Osmia spinu- losa K. 9, Psd. (Thür.. 16) Heriades truncorum L. € 8, sgd. u. Psd. b) Tenthre- dinidae: 17) Tarpa cephalotes F. (Ihür.), B. Diptēra a) Stratiomydae : 18) Odontomyia viridula F., sgd. u. Pfd., sebr häufig. b) Syrphidae: 19) Eristalis tenax L. 20) E. ne- morum L. 21) E. arbustorum L. 22) E. sepulcralis L. 23) E. aeneus Scop. 24) Syritta pipiens L. 25) Ascia podagrica F., sämmtlich sehr häufig, sowohl sgd. als Pfd. 26) Chei- losia soror ZETT. 27) Ch. praecox ZETT. (Teklenburg Borgst.), zahlreich. c) Empidae : 28) Empis livida L., sehr häufig, sgd. d) Muscidae: 29) Lucilia sp. 30) Pollenia rudis F. 31) Aricia incana WIEDEM. 32) Onesia floralis R. D. 33) O. sepulcralis MGN. 34) Oliviera lateralis Pz., sehr zahlreich. e) Mycetophilidae : 35) Sciara Thomae L- C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 36) Polyommatus Phloeas L. 37) Satyrus hyperanthus L. b) Sphinges: 38) Sesia asiliformis Rott, (Thür), sämmtlich sgd. D. Coleoptera: 39) Oedemera virescens L., Pfd. E. Hemiptera: 40) Capsus sp., sgd. Senecio vulgaris. 359. Senecio nemorensis. 360. Pulicaria dysenterica. 399 Bei Senecio vulgaris sind ebenfalls 60—80 Blüthchen in einem Körbchen vereinigt; die Röhrchen derselben sind 3!/—4, die Glöckchen, in deren Grund der Honig emporsteigt, nur 1—11/, mm lang; der Honig ist also sehr leicht zugänglich, aber da den Körbchen Randblüthen mit nach aussen gerichteten Lappen ganz fehlen RUM sie sich nur als gelbe Flächen von kaum 4mm Durchmesser darstellen, so fallen sie von weitem so wenig in die Augen, dass sie nur äusserst spärlich von Insekten besucht werden. Mir ist es wenigstens noch nicht gelungen, Insekten an den Blü- then von S. vulgaris anzutreffen. | Dagegen findet regelmässige welche der am Ende der Griffeläst Sichselbstbestäubung statt, indem die Pollenkörner, e sitzende Büschel von Fegehaaren hervorgefegt hat, beim Auseinandergehen der Griffeläste, die auf der ganzen Innenfläche und am Rande mit Fegehaaren besetzt sind, theils am Rande derselben haften bleiben, theils Aur dieInnenflüche selbst fallen. Dass diese Sichselbstbestäubung von Erfolg ist, lässt sich aus der vollen Fruchtbarkeit der Pflanze auch in Witterungsperioden, in denen Sie gewiss nicht von Insekten besucht wird, schliessen. 359. Senecio nemorensis L. sah ich (29. August 1869) im Walde bei Rhein- . hardsbrunn (Thür.) von Bombus terrestris L. & besucht. ; i Senecio populifolius siehe Hirp., Comp. (S.27. Taf. I. Fig. 29—36.) | Trib, Asteroideae. Dahlia und Telekia siehe Hrun., Comp. (S. 19. 24. Taf. I. IL.) 360. Pulicaria dysenterica GAERTN. ` Die Scheibe des Kórbchens besteht aus mehr als 600 Blüthchen mit etwa 4mm langer Blumenkronenröhre, welche unten enger, oben weiter und am Ende in 5 drei- eckige Zipfel zerspalten ist. Ein Aufsteigen des Honigs in den weiteren Theil der Röhre konnte ich nicht sehen. Auch ohne diess ist der Honig ziemlich kurzrüssligen Insekten zugänglich. Der Griffel dieser Blüthchen tritt nur mit seinen beiden, etwa Hohleylinder der Staubbeutel hervor und biegt die- /3 mm langen Aesten aus dem selben wagerecht auseinander und nach unten zurück, dicht über dem Glóckchen, an derselben Stelle, wo in der ersten Blüthenperiode der Pollen der Berührung preisge- ‚geben lag, so dass auch hier von besuchenden Insekten zahlreiche Blüthen gleich- zeitig befruchtet werden. Die ganze Innenseite der Griffeläste ist mit Narbenpapillen bekleidet, nur das oberste Drittel der Aussenseite mit schräg aufwärts stehenden Fegehaaren. Am Rande der dreieckigen Klappen, die das obere Ende der Staub- - beutel bilden, findet sich ein Besatz einzelliger Haare, die viel länger und dicker als die Fegehaare sind und den aus dem Staubbeuteleylinder gedrängten Blüthenstaub Die zahlreiche Gesellschaft dieser Scheibenblüthen ist von gegen hundert Randblüthen umgeben, deren jede einen 5— mm langen, bandförmigen, goldgelben Lappen strahlig nach aussen streckt und aus dem 2—3 mm langen Blumenröhrchen einen Griffel hervorragen lässt ; der mit demjenigen der Scheibenblüthen vollständig übereinstimmt, selbst in den für ihn unnützen Fegehaaren. . Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Heriades truncorum L. 9 g, sehr zahl- ag, Psd. u. sgd. 2) Halictus longulus SM. &. 3) H. maculatus Sw. d. 4) H. albipes S- 5) H. cylindricus F. 8. 6) H. nitidus ScHENCK &, sämmtlich sgd. B. Diptera - Syrphidae: 7) Eristalis arbustorum. 1:89) EB. sepulcralis L. ; beide Pfd., sehr häufig. 10) Polyommatus dorilis HFN. ? Melithreptus scriptus L., Pfd. C. Lepidoptera: 1) Lycaena sp. 12) Hesperia thaumas HFN., sgd. D. Coleoptera Chrysomelidae : 13) Cassida murraea L., deren Larven sich von den Blättern der Pflanze nähren, kriecht - nicht selten auch auf den Blüthen herum, wo sie natürlich auch befruchtend wirkt. ` 400 II. Von Insekten befruchtete Blumen : 361. Conyza squarrosa. 362. Chrysocoma Lin- 361. Conyza squarrosa L. Besucher: Hymenoptera a) Apidae: 1) Halictus quadricinctus F. Q (j, Psd. U sgd. 2) H. flavipes F. d. (3) H. morio F. $. 4) H. leucopus K. Q. 5) H. longulus SM. $. 6) H. leucozonius SCHR. &. 7) H. cylindricus F. $. 8) H. maculatus SM. €. Ó: 9, H. albipes F. $$, alle in grosser Zahl, die & sgd., die © sgd. u. Psd. 10) Nomada Solidaginis Pz. C, sgd. b) Sphegidae: 11) Cerceris labiata F. C. 362. Chrysocoma Linosyris L. (Thüringen, Hügel bei Haarhausen). s Alle Blüthen des Kórbchens sind einander gleich; nur die äusseren etwas nach aussen ge- bogen; strahlige Randblüthen . aus demselben Grunde wie bei Tanacetum nutzlos und. daher fehlend. Die goldgelbe Fläche, welche durch das Zusammen- drängen zahlreicher Körbchen in eine Ebene gebildet wird, ist augenfälliggenug, um aus ziem- licher Entfernung Insekten an- zulocken. In der Nähe fallen die im ersten (d) Zustande be- findlichen Blüthen (Fig. 149, 1), | da sie ihre 3mm langen Saum- lappen auseinander gebreitet haben, mehr in die Augen, als die im zweiten (9) Zustande y befindlichen, bei denen sich Fig.149. d: diese Lappen mehr und mehr 1. Blüthe im ersten (männlichen) Zustande. aufrichten. Dadurch wird die der 2. Blüthe im zweiten : weiblichen) Zustande. Pflanze vortheilhaftere Reihen- ^ Narbenpapillen, p Pollen, f Fegehaare, a Antheren, ov Ovarium. folge ten Insektenbesuche be- wirkt. Der Honig ist, da die auf 31/,— 4!/, mm langen Röhren sitzenden Blumenglóckchen, welche ihn beherbergen, nur i!/ymm lang sind, allgemein zugänglich. Die gleichzeitige Befruchtung zahlreicher Blüthen ist hier in anderer Weise ermöglicht als bei Tanacetum ; die 1!/; mm langen Griffeliste sind nemlich an den Aussenrändern bis etwas über die Mitte mit einer Leiste vonN arbenpapillen (», 2) besetzt, die darüber- liegenden, obersten Stücke der Griffeliste-verbreitern sich, sind nicht bloss auf der Aussenseite, sondern auch auf den Rändern dicht mit Fegehaaren bekleidet und bleiben auch im zweiten Blüthenstadium mit ihren Spitzen zusammen geneigt, wäh- rend die Mitten der Griffeläste sich auseinander biegen. Insekten, welche über die Blüthenfläche hinschreiten, biegen mit der Bauchfläche die Griffelenden und streifen daher die Narbenflächen zahlreicher Blüthen auf einmal. Als Besucher bemerkte ich (am 14. Sept. 1871) : ; A. Hymenoptera Apidae: 1) Halictus flavipes F. ($. 2) H. albipes F. $, sehr zahlreich. 3) H. cylindricus F, &, häufig. 4) H. nitidiusculus K. $, in Mehrzahl; sämmt- lich sgd. B. Diptera a) Syrphidae: 5) Syritta pipiens L. 6) Eristalis arbustorum L. 7) E. nemorum L.; alle 3 sgd. u. Pfd., sehr häufig. b) Muscidae: 8) Ocyptera cylin- drica F., sgd. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 9) Polyommatus Dorilis HFN. 10) Ly- caena alsus W. V. b) Noctuae: 11) Plusia gamma L.; alle 3 sgd. 363—64. Solidago virga aurea, canadensis. 365. Bellis perennis. 401 | 363. Solidago virga aurea L. Die Griffel der Scheibenblüthen stimmen in Be- zug auf Form und Vertheilung der Fegehaare und Narbenstreifen ziemlich mit Chry- Socoma überein (Vgl. Hıno., Comp. S. 22. Taf. II. Fig. 7—10); während aber bei Chrysocoma zahlreiche Körbchen sich zu einer Fläche zusammenstellen und daher strahlige Randblüthen entbehren können und auch wirklich éntbehren, stehen bei S. virga aurea die Körbchen über einen langgezogenen Blüthenstand vertheilt und wer- den erst dadurch hinlänglich augenfällig, dass sich die 4—5 mm im Durchmesser hal- tende Blüthenscheibe jedes Kórbchens mit einem Strahlenkranze von 5—7 mm langen, . goldgelben Lappen der Randblüthen umgibt und dadurch zu 14—19mm Durch- ‚messer vergróssert. Die einseitige Entwicklung des Blumenkronensaumes haben die Randblüthen auch hier nur mit Finbusse der Staubgefässe erreicht; ihre Griffeláste haben die ihnen nutzlosen F egehaare fast vollständig verloren und sind ihrer ganzen Länge nach an beiden Rändern der Innenseite mit Streifen von Narbenpapillen - besetzt. TUER Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., häufig. 2) Bom- bus rupestris L. $, sgd. 3) B. campestris L. d, sgd. 4) B. terrestris L: d, sgd. 5) An- drena denticulata K. O &, Psd. u. sgd. (Tekl. Borgst.). B. Diptera Syrphidae: 6) Eri- Stalis arbustorum L. 7) E. nemorum L.; beide Pfd., häufig. C. Lepidoptera Rhopa- ~ locera: $) Thecla ilicis EsP., sgd. 364. Solidago canadensis L. Eristalis arbustorum L. 2) E. nemorum L.. Besucher: Diptera a) Syrphidae: 1) ; Sarcophaga carnaria L., Pfd. 3) Syritta pipiens L. ; alle 3 Pfd., zahlreich. b) Muserdae: 4) 5) zahlreiche kleinere Musciden. | | 365. Bellis perennis L. Zahlreiche, winzige Blüthchen von 1—2 mm Länge sind = einer ebenen, gelben Scheibe von 6 mm Durchmesser vereint, welche sich durch die weissen , Strahlig auseinander stehenden, 5mm langen Lappen der Randblüthen auf 16 mm Durchmesser vergrössert. Die Griffel der staubgefässlosen Randblüthen haben auch hier die nutzlos gewordenen Fegehaare verloren , ihre beiden Aeste sind länglich, der ganzen Länge nach an den Rändern mit Streifen von N arbenpapillen be- kleidet (vergl. Hınp., Comp. 8. 23. Taf. II. Fig. 11—15). Dagegen sind die Griffel der Scheibenblüthchen kurz, breit eifórmig, auf der Aussenseite von der Spitze bis zur breitesten Stelle herab dicht mit Fegehaaren besetzt, welche, indem der Griffel ' aus dem Staubbeutelcylinder hervor wüchst, den Pollen theils vor sich herdrängen, theils auf sich festhalten und so der Berührung der Insekten darbieten ; nur an ihrem untersten Theile, unterhalb der breitesten Stelle, sind die Griffeläste der Scheiben- blüthen am e jederseits mit einem kurzen Streifen von Narbenpapillen _ ‘ersehen. Nach erfolgter Befruchtung ziehen sich die Griffeläste wieder in das Blü- fhenglóckchen zurück; dadurch wird ein nutzloses Absetzen von Pollen an die bereits befruchteten Narben beseitigt. - Beeu : a a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, Psd., in Mehr- Zahl. 2) e C S PUE 3 Halictus minutissimus K. Q, Psd., zahlreich. Y H. cylindricus F. Q, sgd. 5) Sphecodes gibbus L. 9, sgd. 6) Nomada lineola Pz. $, À sgd. 1) N. flavoguttata K. d, sgd. 8) Osmia rufa L. 9, sgd. u. Psd. b) Formicidae: l 5) Myrmica laevinodis NYL., versucht zu saugen. B. Diptera a) Empidae: 10) Empis livida L., sgd., sehr häufig. 11) E. opaca F., sgd. b) Syrphidae: 12) Eristalis arbusto- corum 1p 13) E. sepulcralis L. 14) E. tenax L. 15) E. pertinax SCOP. 16) Rhingia . TOStrata L.; alle 5 Pfd., sehr häufig. 17) Syritta pipiens L., Pfd. u. sgd., háufig. 18) Me- lithreptus scriptus L. Pfd. c) Muscidae: 19) Seatophaga stercoraria L. 20) Sc. merdaria -3 beide Pfd., häufe. 21) Lucilia cornieina F., Pfd., zahlreich. 22) Musca corvina F., esgl. Bei allen untersuchten Fliegen zeigten sich Rüssel, Beine und Unterseite des Müller ; Blumen und Insekten. 26 N D , ( l ; 402 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 366—867. Aster chin., amell. 368. Tussilago farf. Leibes, besonders der Brust, reichlich mit Pollen behaftet. C. Lepidoptera Rhopa- locera: 23) Satyrus pamphilus L. 24) Polyommatus dorilis HvrN., beide sgd. D. Coleo- ptera a) Nitidulidae: 25) Meligethes, Pfd. b) Oedemeridae: 26) Oedemera virescens L- c) Cerambycidae: 27) Leptura livida L., Pfd. 366. Aster chinensis L. Ich bemerkte an den Blüthen in meinem Garten : A. Diptera Syrphidae: 1) Eristalis nemorum L. 2) E. arbustorum L.; beide sgd- u. Pfd., häufig. B. Lepidoptera Rhopälocera: 3) Vanessa urticae L., sgd. C. Hy- menoptera Apidae: 4) Coelioxys simplex NyL, ©, sgd. j 367. Aster amellus L. (Hügel bei Haarhausen in Thüringen.) Ich fand die Blüthen (13. Sept. 1871) nur von zahlreichen Pollen fressenden Eristalis arbu- storum L. besucht. S Agathaea siehe HILD., Comp. (S. 20. Taf. II. Fig. 1—6.) ES Trib. Eupatoriaceae. 368. Tussilago farfara L. 30—40 rein männliche Scheibenblüthen und gegen 300 in mehreren Reihen stehende, rein weibliche Randblüthen sind ineinem Blüthen- ‚körbehen vereinigt, welches sich Nachts und bei trübem Wetter schliesst, im Sonnen- ° schein aber zu einer goldgelben Scheibe von 20—25 mm Durchmesser auseinander breitet und daher mannichfache Insekten in wirksamer Weise anlockt. Die Scheiben- : blüthen haben einen Fruchtknoten mit verkümmerter Samenknospe, um die Basis des Griffels herum einen dickfleischigen, gelben Nektarkragen, der durch die Basis der 4mm langen, weissen Blumenkronenróhre hindurch scheint und dessen Honig bis in das über 1 mm lange, dunkelgelbe, kuglige Glóckchen emporsteigt, mit welchem die Blumenkronenróhre endet; aus diesem Glöckchen ragt der Staubbeuteleylinder her- vor, dessen Pollen durch die bis fast zur Spitze verwachsen bleibenden , aussen und oben dicht mit kurzen Fegehaaren besetzten Griffeläste hervorgefegt wird. Die Rand- blüthen haben in ihren Fruchtknoten entwickelte Samenknospen, eine 3mm lange, honiglose Blumenkronenróhre mit 6— 8mm langem, schmal linealem, sich strahlig nach aussen richtendem Saumlappen ; aus ihrer Blumkronenróhre ragt der Griffel 2 bis 3mm weit hervor und theilt sich am Ende in 2 noch nicht 1| mm lange , sich aus- einander spreizende, innen mit Narbenpapillen versehene Griffeläste, denen aussen und an der Spitze die Fegehaare als nutzloses Erbtheil verblieben sind. Die Arbeits- theilung hat slso hier in der Weise stattgefunden, dass die Randblüthen die Bemerk- . barmachung der Blüthengesellschaft und die Fruchtbildung, die Scheibenblüthen da- gegen die Honigabsonderung und die Pollenproduction übernehmen. Da die Narben der Randblüthen erheblich früher entwickelt sind, als der Pollen aus dem obern Ende der Staubbeutelcylinder hervortritt, so findet bei hinreichendem Insektenbesuche stets Kreuzung getrennter Kórbchen statt. Bei ausbleibendem Insektenbesuche ist natür- lich Sichselbstbestäubung unmöglich. . Besucher (11. April 1869, Stromberger Hügel): A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, zu Hunderten, sgd. u. Psd. 2) Andrena fulvicrus K. Q, desgl. 3) A. Gwynana K. €, sgd. u. Psd., zahlreich. | 4) A. parvula K. Q, desgl. 5) Halictus. nitidus SCHENCK 9, Psd. B. Diptera a) Bombylidae: 6) Bombylius major L., sgd. b) Syrphidae:: 7) Eristalis tenax L., Pfd. C. Coleoptera Nitidulidae: 8) Meligethes, Pfd., zahlreich. Homogyne alpina Cass. fand Rıcca von Dipteren besucht (Atti della Soc. It. di Scienze Nat. Vol. XIII. fasc. III. p. 259). 369. Eupatorium cannabinum. . Petasites officinalis MozwcH siehe HID., Comp. (S. 35. Taf. IV. Fig. 1—19.) | Vial | M * e Eupatorium cannabinum L. (Vgl. Hınn., Comp. 3. 16. aE Ru DI is 18). pp? Fig. 150. Eupatorium cannabinum: 1. Ein vierblüthiges Körbchen im ersteb (männlichen) Zustande. 2. Eine einzelne Blüthe im zweiten (weiblichen) Zustande. : Von a bis b ist jeder Griffelast an jedem der beiden Ränder mit einem Streifen von Narbenpapillen, Y T : 9n P bis c ringsum mit Fegehaaren besetzt. bisweilen sogar nur 4 Blüthen mit 2!/;mm. langer Röhre und kaum 2mm . len, unscheinbaren Köpfchen vereinigt; nur solche Köpfehen in doldenrispigem 5 2 : langem Glöckchen sind'zu einem schma indem sehr zahlreiche (meist mehrere Hundert) - Blüthenstande dicht nebeneinander stehen, werden sie aus der Entfernung leicht be- merkbar, und zwar ertheilen ihnen die rüthlich umrandeten Körbchenhüllblätter,, die aus denselben hervorragenden, röthlichen Blumenglóckchen und die aus diesen heraus- stehenden, weissen Griffeläste von weitem ein róthlich' weisses Ansehen. Die Griffel- äste sind hier reichlich so lang als die ganze Blumenkrone (5 mm); nur im untersten . Viertel ihrer Länge (a, b, Fig. 190; 2) sind sie am Rande jederseits mit einem : Streifen von Narbenpapillen besetzt; die übrigen: drei Viertel sind ringsum dicht mit Fegehaaren bekleidet. In der ersten Zeit nach dem Aufblühen liegen die untersten, narbentragenden Stücke der Griffeläste noch im Staubbeuteleylinder eingeschlossen (Fig. 150, 1), die mit Fegehaaren besetzten Enden derselben ragen dagegen frei hervor i : 26 * 404 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 369. Eupat. SETAN Ewa eS umbell. und divergiren so weit, dass besuchende Insekten ringsum mit ihnen in Berührung kommen und den in den Fegehaaren haftenden Blüthenstaub in ihr Haar- oder Schuppenkleid aufnehmen können. Später treten auch die untersten, narbentragen- den Stücke aus dem Staubbeuteleylinder und aus dem Glöckchen hervor (Fig. 150, 2) und spreizen sich so weit auseinander, dass in das Glöckchen eindringende Insekten ‘ mit ihnen in Berührung kommen müssen. Wenn daher Insektenbesuch in hinreichen- dem Grade eintritt, so dass die Fegehaare ihres Blüthenstaubes beraubt sind, ehe die - Narben derselben Blüthe der Berührung sich darbieten, so ist Fremdbestäubung ge sichert. Sind dagegen die Fegehaare noch mit Pollen behaftet, während die Narben derselben Blüthe sich auseinander spreizen, so ist Selbstbestäubung bei eintretendem Insektenbesuche ebenso möglich als Fremdbestäubung. Bei gänzlich ausbleibendem Insektenbesuche ist die Möglichkeit der Befruchtung, und zwar durch Fremdbestäu- bung, nicht ausgeschlossen, da die sich auseinander spreizenden Griffeläste bisweilen mit Narben anderer Blüthen in Berührung gefunden werden. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Bombus . (Apathus) vestalis FoURC. 4, sgd. B. Diptera a) Syrphidae: 3) Eristalis arbustorum L. 41) E. nemorum L. 5) E. tenax L., alle 3 häufig, Pfd. b) Muscidae: 6) Echinomyia fera L. 7) Dexia canina F. 8) Lucilia albiceps Men. C. Lepidoptera Rhopalocera: 9; Pieris rapae L. 10) Thecla quercus L. 11) Lycaena sp. 12) Vanessa Io L., häufig- 13) Argynnis Paphia L., häufig. 14) Satyrus Galatea L, 15) S. Medusa S. V. 16) S- / Egeria L. 17) Hesperia lineola O. Alle diese Schmetterlinge sah ich gleichzeitig an einem sonnigen Abhange am Waldrande des. Lichtenauer Berges bei Willebadessen (August 1871) in grosser Zahl die Stócke von Eupatorium umflattern und an seinen Blüthen saugen, während sie sich um benachbarte Blumen nicht kümmerten. D. Neuroptera: 18) Panorpa communis L. Der Insektenbesuch von Eupatorium ist durch das Vorherrschen der Schm etterlinge sehr bemerkenswerth! Nach brieflicher Mittheilung meines Bruders Frırz MÜLLER ist am Itajahy in Südbrasilien an Waldrändern Adenostema der Sammelplatz verschiedener Zygae- niden und anderer kleiner Schmetterlinge mit durchsichtigen Flügeln. Liatris siehe Hrup., Comp. (S. 17. Taf. I. Fig. 20—25.) Trib. Vernoniaceae. Vernonia siehe Hrrp., Comp. (S. 14.) Trib. Mutisiaceae. Chuquiraga insignis. Die langróhrigen Blüthen dieser die Gipfel der - Anden (Pichincha) bewohnenden Composite werden nach Prof. JAMESON von einem Kolibri (Oreotrochilus Pichinchae) besucht ( DELP., Artemisiaceae p. 26). Anandria. Die kleistogamischen Blüthen waren schon LINNÉ bekannt (H. v: Mont, Bot. Z. 1863. S. 310. 311). Trib. Cichoriaceae. 370. Hieracium umbellatum L. Die Blumenkronenróhren sind 3— 5, ihre strahlig nach aussen gerichteten Lappen 8—16 mm lang, beide von der Mitte nach dem Rande des Kórbchens zu allmählich an Grösse zunehmend ; das ganze Körbchen bildet im ausgebreiteten Zustande eine gelbe Scheibe von etwa 25mm Durchmesser. Da die Pflanzen an ihren Standorten zu den höchsten blumentragenden gehören und an so augenfälligen Körbchen sehr reich sind, so locken sie zahlreiche Insekten verschiedener Ordnungen an sich. 370. Hieracium umbellatum.. Der vom Nektarkragen abgesonderte Honig steigt in der Blumenkronenröhre mehrere Millimeter hoch empor ; es genügt daher schon ein 2—3 mm langer Rüssel, um ihn zu erreichen. Der Griffel wächst nicht nur mit seinen beiden, 21/, mm langen en , sondern auch noch mit einem 3!/;mm langen Stück unter seiner Spaltung m Staubbeutelcylinder hervor und behält dabei den gesammten Pollen in den stachlig spitzen Fegehaaren (3, d) haften, mit denen die ganze Aussenseite des her-, vorwachsenden Theils bekleidet ist. Alsdann spreizt er seine beiden, auf der ganzen Innenseite dicht mit Narbenpapillen (3, c) besetzten Aeste auseinander und biegt sie Fig. 151. 1—3. Hieracium umbellatum. \ 1. Blüthe im zweiten Zustande (7 31), T 2. Die Griffeláste, noch weiter zurückgerollt, so dass, wenn der Pollen von den Fegehaaren noch nicht entfernt ist, Sichselbstbestäubung erfolgt. 3. Das Stück a b des linken Griffel 4. Hieracium pilosella. Blüthe in € Narbenpapillen, d Fegehaare, e Pollenkórner, f Staubbeutelcylin qronenróhre, k Eingeitiger Blumenkronensaum (Fahne), 7 Haarkelch (Fa rch den Wind), m Fruchtknoten. , astes in 1, stärker vergrössert (60:1). Sichselbstbestäubung begriffen GR I der, g Staubfäden, A Griffel, i Blumen- llschirm bei der Ausbreitung des Samens er Narbenpapillen unter die Fegehaare und allmählich so weit zurück, dass ein Theil d nselben ‚gelangt. Bei ausbleibendem In- Selbst in unmittelbare Berührung mit de Sektenbesuche ist daher, da die Fegehaare dann noch mit Pollen behaftet sind, Sich- selbstbestäubung unausbleiblich. Bei zeitig eintretendem Insektenbesuch ist die Möglichkeit der Selbstbestäubung zwar nicht ausgeschlossen , aber doch, da die an- fliegenden Insekten zuerst die Oberseite zurückgerollter Narben berühren, Frembe- Stiubung, und zwar mit Pollen anderer Blüthenkórbchen überwiegend wahrscheinlich. a Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. u. !Psd., täufig. 2) Bombus lapidarius I 8, sgd. 3) Dasypoda hirtipes F.9 x sgd. u. Psd. fe 406 III. Von Insekten befruchtete Blumen : 371—72. Hier. pil., vulg. 373. Crepis biennis. | 4) Panurgus calcaratus Scop. Q 5, sgd. u. Psd., sehr häufig. -5) Halictus leucozonius : SCHR. 9 ($$, Psd. u. sgd. 6) H. villosulus K. 9 ($, Psd. u. sed. 7) -Megachile argentata F. Q, sgd. 8) M. Willughbiella K. §, sgd. 9) Coelioxys conoidea ILL. Q, sgd. 10), C. ‘simplex NyL.Q, sgd. b) Chrysidae: 11) Hedychrum lucidulum LaTR. $. B. Diptera a) Syrphidae : 12) Eristalis tenax L. (noch am 13. Okt.). 13) E. arbustorum L. 14) Syr- phus balteatus DEG. ; alle 3 Pfd. u. sgd., sehr häufig. b) Conopidae: 15) Sicus ferru- gineus L., sgd. 16) Occemyia atra F., sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 17) Pieris napi L., häufig. 18) Satyrus Megaera L. 19) Vanessa urticae L., nicht selten. 20) He- speria sp.; alle sgd. 371. Hieracium pilosella L. (siehe Seite 405, Fig. 151, 4). 42—64 von der Mitte nach dem Rande zu an Grösse zunehmende Blüthen von 3—6 mm Röhrenlänge und 4—8 mm Fahnenlänge sind in einem Körbchen vereint, das sich bei sonnigem Wetter zu einer gelben Fläche von über 20mm Durchmesser auseinander breitet, bei trübem Wetter aber schliesst. An den karg begrasten Ab- hängen, wo diese Pflanze in Menge wächst, sind ihre Körbchen , trotz der Niedrig- keit der Stöcke, hinlänglich augenfällig, um zahlreiche Insekten anzulocken. Doch ist der, Insektenbesuch im Ganzen weniger reichlich (wenn auch nichtwe- niger mannichfaltig) als bei voriger Art, und dem entsprechend Sichselbstbestäubung, bei übrigens ganz gleicher Blütheneinrichtung, durch stärkeres Einrollen der Griffel- - spitzen (Fig. 151, 4) noch mehr begünstigt. Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Panurgus calcaratus Scop. Q &, Psd. u. sgd., häufig. 2) Andrena fulvescens Sw. 9. 3) A. fulvago CHR. C. 4) Halictus leu- cozonius SCHR. Q. 5) H. villosulus K. Q. 6) H. nitidus SCHENCK 9; sámmtlich Psd., die beiden Andrenen auch sgd. 7) Ceratina caerulea VILLA dj, 'sgd. (einzeln). S) Diphysis serratulae Pz. $, sgd. (einzeln). 9) Nomada Fabrieiana L. Q, sgd. b) Tenthredinidae: 10) Cephus, kleine Art, zahlreich. B. Diptera a) Bombylidae: 11) Bombylius canescens : Mix. (Sld.), sgd. b) Syrphidae: 12) Helophilus floreus L., Pfd. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 13) Pieris brassicae L. 14) Lycaena argiolus L. b). Noctwae: 15) Eucli- dia Mi L.; alle sgd. D. Coleoptera a) Cerambycidae: 16) Leptura livida L. b) Ohry- somelidae: 17) Cryptocephalus Moraei L. 18) C. sericeus L.; beide háufig. 372. Hieracium vulgatum L. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus Rajellus ILL. €. 2) B. terre- ^ stris L. O. 3) B. silvarum L. 9; alle 3 sgd. 4) Andrena Coitana K. d, sgd.‘ 5)-A. fulvescens SM. Q, Psd. 6) A. denticulata K. ö, sgd. . 7) Halictus cylindricus F. 9 d$, Psd. u. sgd., häufig. 8) Panurgus calcaratus Scor. © ($, Psd. u. sgd., häufig. B. Le- pidoptera Rhopalocera: 9) Lycaena icarus ROTT., sgd. 373. Crepis biennis L. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Panurgus calcaratus ScoP. Q $, Psd., sgd., sich in den Blüthen wälzend, sehr häufig. 3) P. Bank- sianus K. © $, ebenso, jedoch seltner. 4) Dasypoda hirtipes F. &, häufig, noch Abends auf den Blüthen sitzend. 5) Rhophites (Dufourea) vulgaris SCHENCK Q ($, sehr zahlreich (Thür. Wald). 6) Andrena dorsata K. Q, Psd. 7) A. denticulata K. Q 6 Psd. u. sgd., .: (Tekl. Borgst., Thür.). 8) A. fulvago CHR. Q, Psd. (Thür.). 9) A. fulvescens Sm. 9, Psd. (Thür.). 10) A. parvula K. $, sgd. 11) Halictus longülus Su. Q. 12) H. maculatus Sx. Q. 13) H. leucozonius SCHR. Q $, zahlreich. :14) H. cylindricus. F. Q 5, häufig. 15) H. albipes F. Q. 16) H. lugubris K.-4. 17) H. flavipes K. $. 18) H. nitidus SCHENCK Q. 19) H. rubicundus CHR. &. 20) H. quadricinctus F. 4, häufig; die 5 der Halictusarten sgd., die © Psd. u. sgd. 21) Osmia spinulosa K. O, Psd. u. sgd., sehr zahlreich (Thür.). 22) Chelostoma campanularum K. Q &; sehr zahlreich, Psd. u. sgd. 23) Heriades truncorum L. Q d, sgd. u. Psd., sehr zahlreich. B. Diptera Syrphidae: 24) Eristalis tenax L. 25) E. nemorum L. 26) E. arbustorum L. 27) E. sepulcralis L. 28) Syritta pipiens L.; alle 5 sgd. u. Pfd., sehr häufig. 29) Syrphus sp., Pfd. 30) Chei- losia chrysocoma Mex., Pfd. C. Coleoptera Nitidulidae: 31) Meligethes, in Menge. ~ 90 bis ü x xc . 90 bis über 50mm Durchmesser auseinander breiten, & | 374—75. Crepis tectorum, virens. 376. Taraxacum officinale. 407 374. Crepis tectorum L. | ee: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Rhophites - (Dutóuren) vilginis vierus E-c &, Psd. u. sgd. 2) Andrena denticulata K.Q9 d (Tekl. Borgst). 9) A. fuls 6 H nodi Psd. 4) Halictus villosulus K. 9, Psd;- 5) HE rdbicondus (UNE pco "dee quadricinctus F. &, häufig. 7) Osmia spinulosa K. €, Psd., häufig (Thür.). 8) He- = truncorum L. &, sgd. b) Sphegidae: 9) Pompilus viaticus L. €, sgd. B. Diptera idae: 10) Cheilosia chrysocoma MGN., Pfd. (Tekl. Borgst.). E ; : 375. Crepis virens VLL. B hen A. Hymenoptera Apidae: 1) Panurgus 3) Rhonhi sich in den Blüthen wälzend, häufig. 2) P. Banksianus K: 9 8, seltner. - ER EL 1tes (Dufourea) vulgaris SCHENCK © ĝ, Psd. u. sgd., háufig. 4) Dasypoda hir- K, 4 :, sgd. 5) Andrena denticulata K. 9, Psd. (Thür., Tekl. Borgst.). 6) A. dorsata dol ur 7) Halictus villosulus K. Q, Psd. 8) H. cylindricus P. 9, Psd. 9) H. mi- er OR. Psd. B. Diptera a) Syrphidae: 10) Eristalis tenax L., Pfd. 11) Meli- 14) cu scriptus L; Píd..12) M. taeniatus Man., Pfd. 13) Syrphus balteatus DEG. Pig Miss L. 15) S. arcuatus FALLEN; alle 3 Pfd. 16) Cheilosia chrysocoma MGN., - (Tekl. B.). b) Conopidae: 17) icus ferrugineus L., sgd. C. Coleoptera Mor- dellidae: 18) Mordella fasciata F. calcaratus SCOP. Q ($5 EPSA Auf einem gemeinsamen Blüthen- zu einem Blüthenkórbchen vereinigt, langen Röhren und 7—15mm r brennend gelben Scheibe von Nachts und bei trübem Wetter E so vollständig zusammenschliessen, dass nur die grünen Körbehenhüllblätter und B schwärzlichen Aussenseiten der Fahnen der äussersten Blüthen sichtbar bleiben. std Honig steigt bis in den oberen Theil der vom Griffel grósstentheils ausgefüllten dn empor und ist daher selbst Insekten von nur einigen Millimetern Rüssellánge : Beh. Aus jeder Róhre ragt ein 21/5—5 mm langer Antherencylinder hervor; i d diesen wächst der Griffel noch 3—5 mm hinaus ; auf seiner ganzen Aussenselte * er hervorragende Theil des Griffels von spitzen Fegehaaren dicht besetzt, die den een Pollen zwischen sich beherbergen ; auf eine Länge von 11/, bis über | Bs sich das Griffelende in 2 Aeste, deren Innenseite mit Narbenpapillen en aee ist. Diese Griffeläste biegen sich nach aussen und rollen sich so welt om ‚ dass ihre Spitze bis 11/2 Umläufe macht; wenn daher kein Insektenbesuch "aitgefunden hat und die Fegehaare noch mit Pollen behaftet geblieben sind, findet Wnausbleiblich Sichselbstbestäubung in grosser Ausdehnung statt. ER Wir ‚haben daher im Löwenzahn eine Pflanze vor uns, welche durch hohe Bo Riekeit ihrer Blüthen, grossen Reichthum und leichte Zugänglichkeit ihres B o und Honigs an sonnigen Frühlingstagen eine ungewóhnliche Man- Uchfaltigkeit verschiedenartigster Insekten zu emsiger Thätigkeit an sich lockt, die aber dennoch, da ihre Blüthezeit so früh beginnt, dass es ihren ersten Blüthen in der egel an Insektenbesuch fehlt, und da auch für die späteren Blüthen der Insekten- esuch durchaus von dem Wetter abhängig ‚und daher unsicher ist, die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung in vollem Maasse behalten oder wieder erlangt hat. - Besucher: A. Hymenoptera aj Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. u. Psd., 3) B. terrestris L. 9. 4) B. muscorum E. Q.. T y 7 zahlreich. 2) Bombus silvarum L. 9. = s lapidarius L. ©. 6) B. confusus SCHENCKQ. 7) B. Barbutellus K. Q. 8) p stalis Founc. Q; sämmtlich sgd. 9) Andrena cingulata Kd 10A: cineraria L. 9 &$. LL xd Taraxacum officinale , Löwenzahn *). von nur 5—7 mm Durchmesser stehen, | nn 100 bis weit über 200 Blüthen mit 3—7 mm ngen Fahnen, die sich bei sonnigem Wetter zu eine Fr (S. 7—13. Taf. I. Fig. IT) *) Vergl. HILD., Comp. 408 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 377—78. Sonchus oler., arv. 379. Picris hierac. 11) A. pratensis NYL. Q. 12) A. niüda K.Q9 d. 13) A. albicans K. Q $, sehr häufig. 14) A. fulva ScHR. Q. 15) A. Gwynana K. Q $, sehr häufig. 16) A. helvola L. Q ó nicht selten. 17) A. mixta SCHENCK Q (Var. der vorigen). 18) A. varians RosSI SÌ» nicht selten. 19) A. -àtriceps K.'Q &. 20) A. nigroaenea K. Q. 21) A. Trimmerana K.Q. 22) A. Smithella K. 9 ð, zahlreich. 23) A. fulvierus K. € ð, äusserst häufig. 24) A. fasciata WESM. O ($. 25) A. albierus Ke 9 $.. 26) A. parvula K. Q 5, häufig- 27) A. argentata Sm. (gracilis SCHENCK) $, häufig. 28) A. dorsata K. Ọ &, häufig. 29) A fulvescens Sm. Q. 30) A. connectens K. Q: 31) A. convexiuscula K. Q; alle Andrena € Psd. u. sgd., die $ sgd. 32) Halictus rubicundus” CHR 9. 33) H. zonulus SM. 9- 34) H. sexnotatus K. 9, häufig. 35) H. sexsignatus SCHENCK CO, häufig (noch am 13. Ok- tober!). 36) H. maculatus Sm. Q. 37) H. albipes F. C, häufig. 38) H. cylindricus 10 häufio,.- 99. HI. flavipes F. €. 40) H. morio F. Q. 41) H. leucopus K. €. 42) H. longulus Sm. €. 43) H. nitidiusculus K. Q, häufig. 44) H. villosulus K. 9. 45) H. lueidulus SCHENCK €. 46) H. nitidus SCHENCK ©. AT) H. minutissimus K.Q; sämmtlich Psd. u. sgd. 48) Sphecodes gibbus L. Q, sgd. und im Haarkleid Pollen mitnehmend. 49) Nomada ruficornis L. € &, sehr zahlreich. 90) N. varia Pz. Q $, häufig. 51) N: Lathburiana K. Q. 52) N. flavoguttata K. $. 53) N. lineola PZ. Q- B4 N. alternata K. Q. 55) N. succincta Pz. 9 4. 56) N. signata JUR, € $; sämmtlich sgd. 57) Osma rufa L. $, sgd. 58) O. fusca CHR. (bicolor. SCHR.) Q, sgd. u. Psd. b) Formicidae : 59) Formica congerens NYL. 8, häufig, sgd. c) Tenthredinidae: 60) Cephus, kleine Art, zahlreich. B. Diptera a) Empidae: 61) Empis livida L., häufig. 62) E. punctata F., in Menge. 63) E. opaca F.; alle 3 sgd. b) Syrphidae: 64) Eristalis. aeneus Scop. 65) E. arbustorum L. 66) E. nemorum L. 67) E. tenax L. (noch am 13. Okt.. 68) E. per . tinax ScoP. 69) E. sepulcralis L. 70) E. intricarius L.; sämmtlich sgd. u. Pfd., häufig: 71) Rhingia rostrata L. 72) Ascia lanceolata Men., sgd. 73) A. podagrica F., häufig, Pfd. 74) Syrphus nitidicollis Men., Pid. 75) S. pyrastri L., Pfd. 76) Melithreptus taeni- atus Mox., Pfd. 77) Cheilosia vernalis FALLEN, Pfd. 78) Ch. chloris MGN., Pfd. c) Mu- ‚seidae: 79) Scatophaga stercoraria L. 80) St. merdaria F.; beide sgd. u. Pfd., häufig- 81) Onesia floralis R. D., zahlreich. C. Lepidoptera Rhopalocera: 82) Vanessa urticae LL. hàufigs. 83) V.\Io L., desgl. 84) Rhodocera rhamni L. 85) Pieris brassicae b- 86) P. napi L. 87) Satyrus Megaera L. SS) Hesperia alveolus HB., sämmtlich sgd. D. Coleoptera a) Nitiduhdae: 89) Meligethes, häufig. b) Buprestidae: 90) Anthaxia nitidula L. c) Malacodermata : 91) Malachius bipustulatus F., Pfd. d) Coccinellidae 92) Coccinella septempunctata L., versucht vergeblich zu saugen. E. Hemiptera 93) Pyrocoris aptera L., sgd., häufig. 377. Sonchus oleraceus L. Besucher: A. Diptera Syrphidae: 1) Syrphus balteatus DEG., Pfd. 2) S. arcuatus FALL. 3) Eristalis arbustorum L.; alle drei sgd. u. Pfd. B. Lepidoptera Rhopa- locera: 4) Pieris brassicae L., sgd. 378. Sonchus arvensis L. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. u. Psd., sehr häufig; sie bestäubt sich über und über. 2) Bombus sp., sgd. 3) Panurgus calcaratus ScoP. O g, sgd. u. Psd., sehr häufig. 4) P. Banksianus K. O 4, seltner. 5) Halictus quadricinctus F. Q, Psd. 6; H. rubicundus CHR. 9, Psd. u. sgd. 7) H- flavipes F. €; Psd. 8) H. lugubris K. $, sgd. 9) Nomada varia PZ. €, sgd. 10) Megachile centun- cularis L..Q, Psd. u. sgd. 11) Osmia spinulosa K. ©, Psd. u. sgd. (Thür). B. Diptera a) Syrphidae: 12) Eristalis tenax L. 13) E. arbustorum L.; beide sgd. u. Pfd., häufig. 14) Cheilosia sp., Pfd. b) Conopidae: 15) Sieus ferrugineus L., sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 16) Hesperia sp., :sgd. D.'Coleoptera a) Curculionidae: 17) Spermo- phagus cardui SCHH., in grosser Zahl. b) Malacodermata : 18) Malachius sp., Pfd.! 379. Pieris hieracioides L. 44—75 von der Mitte nach dem Rande zu an Grösse zunehmende Blüthen mit 4—6 mm langen Röhren und 8—12mm langen Fahnen sind in einem Körbchen vereinigt, welches sich bei sonnigem Wetter zu einer gelben Scheibe von 24— 36mm Durchmesser auseinander breitet, bei trübem Wetter aber bis auf kaum 7mm Durchmesser zusammenzieht. Die E. m 379. Picris hieracioides. 380. Leontodon autumnalis. nd mit zahlreichen Körbchen versehen Der Honig steigt bis in den oberen, daher auch sehr kurzrüssligen In- i f Fuss hohen, verzweigten Stöcke si uh Men dahar stark in die Augen. | ee Theil der Röhren in die Höhe und ist. po eicht zugänglich. Da der Staubbeuteleylinder aus der Blumenkronenröhre ne Griffel aus diesem 21/, — 31/5 mm weit hervortritt, so kriechen die meisten be- E Insekten mehr zwischen als über den Griffelenden umher und bewirken Tm: m. ihren Seiten p als mit ihren Bauchflüchen die Uebertragung des Blüthen- i a doch finden sich auch Pollen sammelnde Bauchsammler auf den Blüthen X ertheilung der Fegehaare und N arbenpapillen wie bei den übrigen Cichoria- Re E Fig. 151. 152) ; Während die etwa 2mm langen Griffeläste sich in der En auseinander spreizen, sah ich ın manchen Blüthen den rechten Griffelast nach Ais , den linken nach rechts sich biegen, jeden so dicht neben dem andern vorbei, er mit seinen mit Pollen behafteten Fegehaaren die Narben desselben berührte und Sichselbstbestäubung bewirkte. i et A. Hymenoptera a) Apidae: 1) P. dv . häufig. 2) Rhophites (Dufourea) vulgaris SCHENCK, Q zahlreich, $ spärlich, 5 mu sgd. (Thür. Wald). 3) Halictus zonulus Sm. €. 4) H. leucozonius SCHR. €. ibus sexnotatus K. Q &. 6) H. maculatus SM. ©. 7) H. cylindricus F. $. 8) H. qua- n lcinctus F. 4. 9) H. rubicundus CHR. ee nitidiusculus K.&. 11) H. albipes d. 12) H. longulus Sm. 9 9. 13) H. minutus K. 9 d. 14) H. Smeathmanellus ua. die meisten dieser Arten in grosser Zahl, die $$ sgd., die € Psd. u.sgd. 15) He- 15e truncorum L.9, Psd. 16) Osmia spinulosa K 297 Psd; (Thür.). bj Sphegidae : TER rabro sexcinctus v. d. L. 9. B. Diptera a) Empidae: 18) Empis livida L., sehr m reich, sgd. b) Syrphidae: 19) Fristalis tenax L. 20) E. arbustorum L. 21) E. ne- norum L, 22) E. sepulcralis L. ; alle 4 sehr háufig. 23) Syrphus balteatus DEG. 24) Me- * dthreptus scriptus L. 25) M. taeniatus Msn. 26) Chrysogaster viduata L.; sämmtlich wohl Pfd. als sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 27) Pieris brassicae L. 28) P. rapae alle 3 sgd. Fe :3 beide sehr häufig. 29) Satyrus Janira L.; (Siehe Abbildung auf folgender Seite!) — 5mm langen Röhren und 7—12mm langen welches sich bei Sonnenschein zu einer - useinander breitet, bei regnerischem Panurgus calcaratus Sco». Q g, Psd. 380. Leontodon autumnalis L. fr Etwa 40—70 Blüthen mit 2!/, ahnen sind in einem Körbchen vereinigt, WE Scheibe von 20—30 mm Durchmesser a IM Stier dagegen bis auf kaum 5 mm Durchmesser zusammen zieht. Der Honig steigt M in den weiteren Theil der Röhre empor; aus dieser ragt der Staubbeutelcylinder (Fig. 152, 1) 4—5, aus diesem der Griffel 3—4 mm weit hervor, aussen dicht mit Spitzen Fegehaaren, auf den Innenflächen seiner Aeste, die er meist nicht völlig aus- | mit Narbenpapillen dicht besetzt. Auch hier berühren 2 de thut (Fig. 152, 2); - daher die Besucher mehr mit den Seiten als mit den Bauchflächen Blüthenstaub und E 3 rs iban. Die gleichzeitige Befruchtung zahlreicher Blüthen findet daher hier, wie Debs dios meisten Cichoriaceen, in beschrünkterem Maasse statt, als bei denjenigen Sene- ` doniden und Asteroideen, bei welchen erst der hervorgedrängte Blüthenstaub, dann die Narbenflächen in einer Ebene liegen. Dagegen sind hier die Blüthen gleich- ten fremden Blüthenstaub mit ihren Rus im Stande, von den besuchenden Insekten arben zu entnehmen und eignen den Insekten anzuheften. à Findet zeitig genug hinreichender Insektenbesuch statt, so ist der Pollen aus en Fegehaaren entfernt, ehe die Narbenflächen zum Vorschein kommen und Fremd- ve lung ist dann allein möglich. Tritt dagegen Insektenbesuch erst ein, nachdem le Griffeläste sich auseinander zu thun begonnen haben, so ist die Möglichkeit der sen. Auch die Mög- 1 bstbestäubung durch Insektenvermittlung nicht ausgeschlos Ew der Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche scheint vorhan- Sn zu sein, da, wenn die Griffeláste sich auseinander thun, auch die Ränder ihrer i 410 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 380— 81. Leont. autum., hast. 382. Thrincia- mit Narbenpapillen besetzten Innenflächen sich nach aussen biegen und daher, wenn selben in unmittelbare Berührung kommen. 2 die benachbarten Fegehaare dann noch dicht mit Pollen behaftet sind, leicht mit dem- Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd. 2) Bombus lapidarius L. 8, sgd. 3) Dasypoda hirtipes F.Q, in grosser Hast mit krabbelnder Be- wegung der Beine über das Kórbchen laufend, dabei den Rüssel einigemale in Blüthen senkend und dann rasch auf ein anderes Körbchen fliegend. Die enorm langen Sammel- haare der Hinterbeine füllen sich mit kolossalen Ballen goldgelben Pollens. 4) Panurgus calcaratus ScoP., sgd. u. Psd., oft tráge zwischen den Blüthen liegend. 5) Andrena ful- vierus K. Q, Psd. 6) Halictus leucozonius SCHR. $9; SEO. Re DAL leucopus K. €* 8) H. longulus SM. 9; beide ebenfalls Psd. u. sgd. 9) H. Smeathmanellus K. d. 10) H. morio F. $. 11) H. maculatus Sw. 5. .12) H. oylindricus F. $, 9 — 12 sgd. 13) Di- physis serratulae Pz. Q 5, einzeln, sgd. 24) Prosopis armillata NYL. d, sgd. b) Sphe- gidae: 15) Pompilus viaticus L., sgd. D. Diptera a) Syrphidae: 16) Syrphus pyrastri L., häufig. 17) S. balteatus DEG- 18) S. nitidicollis Mon. 19) Melithreptus taeniatus Men. 20) Volucella bombylans L. 21) Eristalis sepulcralis L., häufig. 22) E. arbustorum L., sehr häufig (noch am 13. Okt.). 23) E. tenax L., häufig; sämmtlich bald Pfd., bald sgd. b). Cono- pidae: 24) Sicus ferrugineus L., sgd. c) Bombylidae : 25) Systoechus sulfureus F., sgd. d) Muscidae: 26) Sarcophaga car- naria L., nur sgd. C. Lepidoptera a) Rhopalocera: 27) Colias hyale L. (Thür.j. b) Noctuae: 28) Plusia gamma L. (noch * am 14. Okt.!); beide sgd. 381. Leontodon hastilis L. (Kock). Besucher: A. Hymenoptera a) Apidae: 1j Bombus Barbutellus K. €, sgd. 2) B. pratorum L. 8, sgd. u. Psd. 3) Andrena fulvescens Sm. Q, sgd. u. Psd., sich sehr stark mit Pollen behaftend (Möhnethal). 4) A. Coitana K. 9 d$, sgd. u. Psd. (Sauer- land). 5) Halictus villosulus K. 9i Bade zahlreich. 6) H. leucozonius SCHR. € „Pads 7) H. cylindricus F. Q, Psd., häufig. S) H. albipes F.Q (obovatus K, PSU 9) H. Smeathmanellus K. Q, Psd. b) Ten- thredinidae: 10) Tenthredo sp., sgd. B. Diptera a) Bombylidae: 11) Systoechus sulfureus MIKAN, sgd. (Sld.). b) Syrphidae : 12) Cheilosia spec. 13) Melithreptus taeni- Fig. 152 atus MEıG., Pfd. u. sgd. (der Magen war g. : 2 j ganz mit dünnem, gelbem Breie. von Pol- y: AU On Be M . lenkórnern und Honig gefüllt.) 14) Volu- des Kejehäs dad Pcr MD). er N pellucens L., sgd., in Mehrzahl (Sld.). 2. Das Ende des Griffels der vorigen Figur (35:1). 15) Sericomyia lappona La sgd. (Sld.). a Fegehaare, b Narbenpapillen, c Pollenkörner. 16) Eristalis horticola DEG., Pfd. u. sgd. (Sld.), häufig. 17) E. arbustorum L., Pfd. u. sgd., sehr häufig. c) Conopidae: 18) Sicus ferrugineus L., sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 19) Hesperia silvanus EsP., sgd. ; 382. Thrincia hirta Rorn. Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Bombus confusus SCHENCK $, sgd. 2 i alt | RER .. .8ünge machen und Sichselbstbestäubung bei aus -Cichorium Intybus. | 411 383— $4. -Hypochoeris glabra, radicata. 385. 2) Pany: 5 +anurgus calcaratus Scop. $ $, Psd. u. sgd., häufig. 3) Rhophites vulgaris SCHENCKQ, Sd Bo 4) Cilissa melanura Nvr.Q. 5) Andrena denticulata K.Q, sgd. u. Esd. fulvago E 6) A. fulvierus K. 9, Psd. 7) À. fulvescens Sm. €, Psd. (Thür.). 8) A. Sou Q HR.Q, Psd. (Thür.). 9) Halictus villosulus K. 9, Psd. 10) H. leucozonius esa dE Psd. u. sgd., sehr zahlreich (Thür. Wald 30. August 1869) 1M) H. oylin- "Ko e d, Psd. u. sgd. 12) H. maculatus SM. j, sgd. 13) H. Smeathmanellus Syrphid Sd. 14) H. flavipes F. $, sgd. 15) H. lugubris K. 5) sgd. B. Diptera häufig V 16) Eristalis arbustorum L., sgd. u. Pfd. 17) E. tenax L., desgl., beide gamma i ) Syrphus balteatus DEG., desgl. C. Lepidoptera Noctuae : 19) Plusia _ jur , Sgd. (noch.am 14. Okt). 383. Mypochoeris glabra L. A rode. Hymenoptera Apidae: Borgst. sgd. 2) Andrena fulvescens Sm. €, Psd. CELINE 4| H. cylindricus F. Q, Psd. 5) Sphecodes gibbus rkleide Pollen mitnehmend. : 384.. Hypochoeris radicata L. ; ieu gricher: A. Hymenoptera Apidae; 1) Apis mellifica L. 8, Psd. 2) Bombus von Sprr L. 8, sgd. 3) Dasypoda hirtipes F. €, Psd.,- häufig; (wahrscheinlich schon tra re obei (Vergl. S. 369: »In der Mittagsstunde eines schönen Tages solehen re Biene auf derselben an, welche an ihren Hinterbeinen Staubballen von einer com Ese hatte, dass ich darüber erstaunte. Sie waren nicht viel kleiner als der: Packpf. örper des Insekts und gaben demselben das Ansehen eines stark beladenen i. nig »Sie ist ein wenig grösser, aber eben so schlank als die zahme Biene, iie: x eidet ‚sich aber von derselben vorzüglich durch die langen Haare, mit welchen en Interbeine dicht besetzt sind. Auf dem Rücken hat sie vier haarichte Ringe. Die Ted eM bestehen aus kurzen, anliegenden, weissen, der hinterste, am After befind- sed aber aus langen, abstehenden, schwarzen Haaren. «) 4) Panurgus calcaratus SCOP. S d, Se u. Psd., häufig. 5) P. Banksianus KoA sgd. u. Psd., seltner. 6) Colletes Da- ER cana K. O ($, Psd. u. sgd., zählreich. 7) Rhophites (Dufourea) vulgaris SCHENCK®, 8) Andrena xanthura K. 9, sgd. 9) A. denticulata KO d, Pad u. sgd. ., Thür.). 10) A. fulvescens Sw. Q, Psd. (Thür.). 11) A. fulvago CHR. €, 12) Halietus villosulus K. Q9, Psd. : 13) H: malachurus K. Q, Psd. 14) H. 15) H. flavipes F. ó- 16) H. leucozonius SCHR. © &, Psd. u.sgd. 17) H; en F. Q ($, Psd. u. sgd. 18) H: rubicundus CHR. Bund, 19 H. sexstrigatus ^ » Sin S, Psd. 20) H. brevicornis SCHENCK g, sgd. 21) Sphecodes gibbus 1 9. iphysis serratulae Pz.&, sgd. B. Diptera a) Syrphidae 23) Eristalis arbustorum b E E. nemorum L. 25) E. sepulcralis L., Pfd. 26) Pipiza funebris MeN., Pd. ^ Oonopidae: 27) Sicus ferrugineus L., sgd. €) Muscidae: 28) Demoticus plebejus LLEN, sgd. Kan 259. Cichorium Intybus L. (vgl. Hirn., Comp. S. 10. Taf. I. Fig. 8—10). Die o an sind bei regnerischem Wetter geschlossen , bei Sonnenschein breiten sie ^ E zu blauen Scheiben von 30 und mehr Millimeter Durchmesser auseinander ; .diess ` > bei der Armblüthigkeit der Körbchen, durch enorme Fahnenentwicklung der E Blüthen ermóglicht; diese haben nemlich eine Röhre von nur 3 mm und SN Fahne von 13mm Lànge. Blütheneinrichtung übrigens ganz wie bei den: Origen, nur rollen sich die Griffeläste weit stärker spiralig zurück, so dass sie 1—2 bleibendem Insektenbesuche noch 1) Rhophites (Dufourea) vulgaris SCHENCK € , 3) Halictus nitidiusculus K. Q (Tekl. L.9d, sgd. und in dem (3 Weit leichter erfolgt. £ dis Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 1) Apis mellifica L. 8 , sgd., häufig. 2) An- „na fulvierus K. o, Psd. 3) Halictus quadrieinetus F.$. 4 H nitidiusculus K. d. » Tubieundus CHR. $. 6) H. longulus. SM. 9. 7) H. albipes F. 6; sämmtlich sgd. : re spinulosa K. Q, sgd. u. Psd. (Thür.), nicht selten. B. Diptera a) Syrphidae : enira pipiens L: 10) Eristalis tenax L., beide sgd. u. Pfd. b) Conopidae: 11) Sicus p L.,sgd. C. Lepidoptera Rhopalocera: 12) Colias hyale L., sgd. (Thür.). dE Oleoptera Malacodermata : 13) Malachius bipustulatus BS PL, häufig. ; i j 412 II. Von Insekten befruchtete Blumen: 386. Lapsana comm. Rückblick ete- Hyoseris radiata von Megachile centunc. besucht (Derr., Ult. oss. p- 125)- 386. Lapsana communis L. S—17 Blüthen mit 11/5 —2!/; mm langen Röhren und 4—6 mm langen Fahnen sind in einem Körbchen vereinigt, das sich zu einer gelben Scheibe von nur 8—10 mm Durchmesser auseinander breitet. Da die Körb- chen überdiess einzeln stehen, so ist die Augenfälligkeit und in Folge dessen der 1:5 sektenbesuch derselben nur gering. Dafür tritt aber bei ausbleibendem Insekten" besuche regelmüssig Sichselbstbestäubung ein, welche, nach der ausnahmslose? Fruchtbarkeit der Körbchen bei nur spärlichem Insektenbesuche zu schliessen , auc von Erfolg sein muss. Der Griffel, welcher auf 11/—2 mm Länge aus dem die " Blumenkronenróhre um 2—3 mm überragenden Staubbeutelcylinder hervortritt, UP auf der ganzen Aussenseite des hervorragenden Theils weitläufig mit spitzen Fege haaren besetzt ist, spaltet sich nemlich in 2 auf der Innenseite dicht mit Narben“ papillen besetzte, nur 1/,mm lange Aeste, die sich auseinander biegen, und dabel regelmässig ihre Narbenpapillen mit Pollen behaften. Besucher: Diptera Syrphidae: 1) Eristalis arbustorum L. 2) E. nemorum b: 3) E. sepulcralis L., alle drei nur spärlich, Pfd. falls nicht besuchende Insekten vorher den Pollen von den Fegehaaren entfernt haben; . Rückbliek auf die Compositen. Ein Rückblick auf die von uns näher betrachteten Compositenarten ergibt, das® ihnen die vortheilhaften Eigenthümlichkeiten, durch welche die ganze Familie sich auszeichnet und welche in der Einleitung zu derselben hervorgehoben worden sind; meistentheils einen so mannichfaltigen und reichlichen Insektenbesuch sichern, das® sie die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung entbehren können und zum grossen è t Theile auch thatsächlich entbehren, dass jedoch in dieser Beziehung alle Abstufungen : sich vorfinden zwischen denjenigen Arten, welche, wie Taraxacum, Cirsium arvense und Achillea, durch gesteigerte Augenfälligkeit der Körbchen, sowie durch reichliche Absonderung und leichte Zugünglichkeit des Honigs zu einem Tummelplatze de! verschiedenartigsten Insekten werden und denjenigen, welche, wie Senecio vulgaris nur ausnahmsweise einen Insektenbesuch erfahren, dagegen sich regelmässig selbst befruchten. I Arten von letzterer Beschaffenheit machen es erklärlich ; wie es einem Zweige der Senecioniden mit noch weniger augenfälligen Blüthen, den Artemisiaceen, von Vortheil sein konnte, sich mit völliger Einbusse des nur ausnahmsweise eintretenden Insektenbesuchs der regelmässigen Uebertragung des Pollens durch den Wind anzu“ passen. Durch welche kleinen Schritte sich bei den Artemisiaceen dieser Ueber- gang von der Anpassung an Insekten zur. Anpassung an den Wind vollzogen hat, ist von DELPINO in seiner oben erwähnten Arbeit in meisterhafter Weise dargelegt. ur Wir Der Vergleich zwischen Arten derselben Gattung (Senecio Jacobaéá Aind vulgaris- Carduus crispus und acanthoides, Cirsium arvense, palustre und nutans) dder zwi en nüchstverwandten Gattungen mit übrigens gleicher Blütheneinrichtung lässt auch be! den Compositen in unzweideutiger Weise erkennen, dass mit der Augenfälligkeit der Blüthen die Reichlichkeit des Insektenbesuchs, mit der Zugänglichkeit des Honig® die Mannichfaltigkeit des Insektenbesuchs sich steigert; nur bei einzeln stehenden, strahliger Randblüthen entbehrenden, unscheinbaren Blüthenkörbehen (Gnaphalium uliginosum, Senecio vulgaris) ist daher der Besuch von Insekten und Fremdbestäu- bung durch dieselben eine selten vorkommende Erscheinung. Rückblick auf die Compositen. = 413 An Mannichfaltigkeit des Insektenbesuches können, wenn wir nicht einzelne Gattungen (Salix, Scabiosa, Jasione), sondern ganze Familien in Vergleich ziehen, . AN die Umbelliferen den Vergleich mit den Compositen aushalten, ja sie bieten zum Theil selbst eine noch grössere Mannichfaltigkeit verschiedenartiger Besucher dar, ipod die in dieser Beziehung bevorzugtesten Compositen. In der Zusammensetzung der Gesellschaften aber, welche sich an der Befruchtung dieser beiden Familien betheiligen, zeigt sich, entsprechend dem völlig offen liegenden Honige der Umbelliferen und dem m Glóckchen oder Röhren geborgenen der Compositen, ein sehr erheblicher Unter- schied, der sich kurz zusammengefasst so ausdrücken lässt: die Umbelliferen werden vorwiegend von den der Blumennahrung am wenigsten angepassten Insektenord- Rungen besucht und befruchtet, die meisten Compositen in viel höherem Grade, viele selbst vorwiegend, von den der Blumennahrung am meisten angepassten Ordnungen. Um diesen Unterschied ganz unzweideutig hervortreten zu lassen und mich zugleich vor nicht sicher begründeten Verallgemeinerungen zu bewahren, wähle ich aus jeder der beiden Familien 10 der gemeinsten, in Bezug auf ihre Besucher daher mir am Vollstándigsten bekannten Arten aus und stelle die Gesammtzahl der verschiedenen Arten von Besuchern, sowie die Artenzahl von Schmetterlingen, Bienen, Fliegen und sonstigen Insekten, welche jeder der 20 Arten zu Theil wird, zu einer Tabelle zu- * i Tabellaris che Uebersicht des Insektenbesuchs derhäufigsten Compositen und Umbelliferen. Wee & LIE E "Eq Auf 100 die Blüthen besuchende Insektenarten kommen von: w > Zahl der Lepidopteren- arten Insektenarten Zahl der sonstigen Dipteren Lepidopteren Apiden Zahl der Apidenarten. sonstigen Insekten Gesammtzahl der beob- achteten Arten Zahl der Dipterenarten m nen ~ «o eo too Taraxacum officinale ' re arvense - chillea Millefolium “tysanthem. leucanth. ei Jacea uus acanthoides enecio Jacobaea !eris hieracioides anacetum vulgare "patorium cannabin. ~ ~ ^ N QUO» ouem mp mom -1C Q9 -1 i t5. c oo c -1:«-1o0»o0»-1-a cO gU g»g»u 905 ONN QUA / Eu Umbelliferae. Herac] | a 55 Aen eum Sphondyl. *Sopodium Podagraria = » za rıscus silvestris 1, 32 s cus Carota 2. bna Carvi 2 25 . thum graveol Sium larium s ner NN lca silvestris hi 12 8g 12 v EM ms E» Oo dx eU O» t5 b2 Qo — Qu — Qo OO» OO t6 — o» u ~ Qu» > ER E — E» E ~ ~ oc Q5 4 Q» C: O5 05 GC» 0» Q2 i m d Ms Q2 Ov C Qo O» 95 O» 4o Jaéropbhy]lum tem Pimpinella Saxifraga ; ~ SOoroooD oo oOoowoorwooo 414 . III. Von Insekten- befruchtete Blumen: Rückblick auf die Compositen. sammen; um ferner einen unmittelbaren Vergleich zu ermöglichen, gebe ich in den vier letzten senkrechten Reihen dieser Tabelle an, wie viel Procent von der Ge- sammtzahl der auf jeder Blumenart beobachteten Insektenarten die Schmetterlinge: | die Bienen, die Fliegen und die sonstigen Insekten ausmachen. | Aus umstehender Tabelle: ergibt sich nun unzweideutig Folgendes: 1) Von Schmetterlingen werden dieUmbelliferen zum grósseren Theil gar nicht, zum geringeren äusserst spärlich, die Compositen dagegen regelmässig und in ein- zelnen Fällen (Eupatorium) selbst vorwiegend besucht. Von den 10 Umbelliferen- arten haben überhaupt nur 3 irgend welche Schmetterlingsbesuche aufzuweisen, aber auch bei diesen erreicht die Zahl der besuchenden Schmetterlingsarten noch nicht '3,5 Procent der Gesammtzahl der besuchenden Insektenarten, und ich kann hinzu- fügen, dass auch diese wenigen Arten sich nur ausnahmsweise einfinden. ; Von den 10 Compositen dagegen hat jede unter ihren Besuchern auch min- destens einige Schmetterlinge aufzuweisen (7—50 Procent), und diese gehören bel ihnen nicht zu den nur ausnahmsweise sich einfindenden, sondern zu den regel- ‚mässigen Gästen. Eupatorium fand ich, wie schon erwähnt, von sehr zahlreichen Schmetterlingen, die 9 verschiedenen Arten angehórten, umflattert. 2) Bienen finden sich unter den Besuchern fast aller Umbelliferen, jedoch in ge- ` ringer Zahl von Arten (bis 16 Procent) und noch viel geringerem Procentsatz von Exemplaren, fast nur aus den am wenigsten und aus den am meisten der Honig- gewinnung angepassten Gattungen (vgl. Rückblick auf die Umbelliferen). Dagegen locken die an Honig und Blüthenstaub reicheren Blüthen der Compositen in der Regel viel zahlreichere Bienenarten der verschiedensten Gattungen an sich, so dass bei den 10 Compositen der obigen Tabelle die Bienenarten 11—72 Procent der ge sammten Artenzahl und einen noch viel bedeutenderen Procentsatz der gesammten Individuenzahl der Besucher ausmachen und bei ihrem Fleiss in noch höherem Ver- hältnisse sich an der Befruchtung betheiligen. 3) Dipteren und kurzrüsslige Insekten anderer Ordnungen (besonders Hymen- optera und Coleoptera) machen bei beiden Familien einen erheblichen Theil der ge- sammten Artenzahl der Besucher aus, bei den Umbelliferen jedoch in weit stärkerem Verhältnisse als bei den Compositen. Denn bei den 10 Compositen schwankt die Zahl der besuchenden Dipterenarten zwischen 6 und 45, bei den 10 Umbelliferen zwischen 31 und 62 Procent; ebenso schwankt die Zahl der besuchenden kurzrüss- ligen Insektenarten verschiedener anderer Ordnungen bei den Compositen zwischen 2 und 37, bei den Dipteren zwischen 37 und 56 Procent. Fasst man die beiden letzten Klassen der Besucher, Fliegen und kurzrüsslige Insekten anderer Ordnungen, zusammen, so ergeben sich bei den Compositen 14—76, bei den Umbelliferen 83—100 Procent. | Hiernach dürfte es überflüssig sein, auf DxrPrwo's Behauptung, die fast aus- . schliesslichen Befruchter der Compositen seien die Bienen (Ult. oss. p. 121) weiter einzugehen. In.Bezug auf.die fernere Behauptung aber, dass die Compositen mit locker stehenden langen Blüthen von Halictus, die mit dicht in eine Ebene zusam- mengedrängten von Bauchsammlern befruchtet werden *), verweise ich auf die von mir bei Onopordon, Carduus acanthoides und Chrys. leuc. gemachten Bemerkungen- *) Ult. oss. p. 124. Studi sopra un lignaggio anemofilo delle Composte ossia sopra il gruppo delle Artemisiacee p. 25. E bylans L. 12) Helophilus floreus L. 387—838. Valeriana officinalis, dioica. Valerianeae. Valerianeae. - or; er hebt in seiner Arbeit über die Artemisiaceen (p. 24) mit Recht her- suti sich die Einzelkelche der Compositen erst dann zu Fallschirmen umbilden kan er ein aus den Blüthenstandhüllblättern gebildeter Gesammtkelch ihre ak re 3 Function übernommen hatte, und betrachtet desshalb die Valeriane nee von Compositen, welche die von diesen ererbte Entwicklung von tung ih rmen zum Theil beibehalten , zum Theil sich in anderer Weise der Ausbrei- g ihrer Samen durch den Wind angepasst haben, obgleich sie zu einem lockereren B T > ; lüthenstande zurückgekehrt sind. trot 387. Valeriana officinalis L. (vgl. Semewern S. 63- eH cue Pen z ihrer Kleinheit durch Zusammenstellung in eine Fläche in hohem Grade augen- "xd a 4—5 mm langen Blumenkronenróhren haben 1/, mm über ihrer Basis eine ES ussackung mit grünem, fleischigem Boden, welche deu Honig absondert und Ein: ao ergt; dieser ist daher zahlreichen, ziemlich kurzrüssligen Insekten zugänglich, mehr als die Blumenröhren sich oben bis auf 2 mm erweitern. Insektenbesuch ist . : : SUM ^ud zahlreich und mannichfaltig und durch ausgeprägte Dichogamie Fremdbe- ubung bei eintretendem Insektenbesuch gesichert, Sichselbstbestäubung verhindert; rings mit Pollen bedeckt, in der : ES à ersten Blüthenperiode ragen die Staubgefässe, ) ) E. n die 3 auseinander gespreizten Narbenlappen des Griffels frei aus der Blüthe E und werden von den Fusssohlen und Bauchseiten über den Blüthenstand | fisse maer und von den Köpfen Honig saugender Insekten berührt. Die Staubge- - gebo sind in der zweiten Blüthenperiode über den Blüthensaum hinweg nach aussen E und ich habe nie sichselbstbestäubende Blüthen gefunden ; dagegen sind n 9n, welche mit Staubgefässen benachbarter Blüthen von selbst in Berührung . “Ommen, qnd wenn diese noch mit Pollen behaftet sind, auch von denselben bestäubt Werden, nicht selten. bus Besucher: A. Hymenoptera Apidae: 4 B serum L.8, sgd. 3) Kleine Halictus 9 Ó, nt anus luridus Pz. b) Empidae: 5) Empis livida L. Sepul "i Menge, sgd. c) Syrphidae: 7) Eristalis nemorum L. 8) E. arbustorum D 95 eralis L. 10) E. horticola Men. (Sid.) ; alle 4 häufig, Pfd. u. sgd. 11) Volucella ) Chr 13) H. pendulus L. 14) Syritta pipiens L. - Einen tysotoxum festivum L., alle bald sgd., bald pfd. d) Conopidae: | 16) Sicus ferru- E: +19} LU L., sgd. e) Muscidae : 17) Sarcophaga carnaria L. 18) Onesia floralis R. D. RY ooa cornicina F. 20) Musca domestica L. 21) Calliphora erythrocephala MGN. 3 - vomitoria L., sämmtlich häufig, sgd. EEE. “be 388. Valeriana dioica L. *) Honigabsonderun ; bing bei eintretendem Insektenbesuch nicht durch Dichogamie, sondern durch S elhiusigkeit gesichert. Die männlichen Blüthen werden, da sie erheblich grösser. (8 : ; ad, als die weiblichen, von den anfliegenden Insekten fast immer früher besucht als htete. Schon SPRENGEL hebt mit Run öiblichen, wie ich wiederholt direct beobac | po dass gerade diese Reihenfolge des Besuchs d Pflanze die allein nütz- trieht E. " ‚Da die Röhren der männlichen Blüthen 2103 J mm lang und nach oben 5 MS SH erweitert, die weiblichen nur 1mm irae sind > e der Honig sehr s üssligen Insekten zugänglich. Die Augenfälligkeit der in einer Ebene zusam- B eden Blüthchen ist zwar viel geringer als bei V. officinalis, dafür aber auch : lüthezeit so früh, dass die Concurrenz; welcher die Blüthen ausgesetzt sind, eine ; Exc. 1) Apis mellifica L. 8, häufig. 2) Bom- sgd. B. Diptera a) Tabanidae: 6) E. rustica F.; beide in g wie bei voriger, aber Fremd- Vgl. SenENGEL S. 65—67. 7 416 III. Von Insekten befruchtete Blumen: 388. Valeriana dioica. ; : i aber viel geringere ist. Der Insektenbesuch ist daher zwar wenig mannichfaltig , 8 doch ziemlich zahlreich. Besucher: A. Hymenoptera'Apidae: 1) Apis mellifica L. 8, sgd., sehr Wee 2) Andrena albicans K. Q, in Mehrzahl. B. Diptera a) Syrphidae: 3) Eristalis EM tum L.; sgd. 4) Rhingia rostrata L., Pfd. b) Tipulidae: 5) Tipula sp., sgd. fo doptera Rhopalocera: 6) Pieris napi L., sgd. D. Coleoptera JNitidulidae: 7) Melige thes, in grösster Menge. Valeriana cordifolia L. nach Rıcca ausgeprägt proterogyn /Atti della 500- It. di Sc. Nat. Vol. XIII. fasc. III. p. 259). . : ragt Centranthus ruber, Fedia cornucopiae nach DELPINO ausgeprag" . proterandrisch (Ult. oss. p. 127. 128). Vierter Abschnitt. Allgemeiner Rückblick. A. ; i „gemeine Begründung der Auffassung gewisser Eigenthümlichkeiten der umen und der sie besuchenden-Insekten als durch natürliche Auslese erworbener Anpassungen. chnitte mitgetheilten Einzeluntersuchungen sind in die für die Erkenntniss der ursächlichen Bedingt- deit de Be r einheimischen Blumenformen unerlässliche Grundlage feststehender That- Obgleich meine Beobachtungen nur den kleinsten Theil der Vollständigkeit sicherlich bei so reichen sie gleichwohl der E im vorhergehenden Abs | Sicht angestellt worden, 8 l "valen gewinnen. einer E Blamen umfassen und eine erschópfende Ba oq a ın tonc gézogenen PM erreicht haben * "süchenden i et auf die Wirkung gewisser Blumeneigenthümlichkefien auf die be- Ässige Sch] nsekten und dadurch mittelbar auf die Befruchtung der Pflanzen zuver- gleich |. à üsse zu gestatten. Ich habe diese Schlüsse nicht nur stillschweigend s0- Eee sondern auch bei der Besprechung der einzelnen Arten das Zen, inde po derselben sogleich mit der Mittheilung des Thatsächlichen verschmol- sh ich die Blütheneigenthümlichkeiten meist sogleich als Anpassungen an der AR : Insekten dargestellt habe. Zu dieser kurzen, zusammenfassenden Art denn n PH eas ich durch die Beschrünktheit des Raumes durchaus gezwungen ; erst die E nemen vielmal grösseren Raum nöthig gehabt haben, um jedesmal Sich las. n des Blüthenbaues und des stattfindenden Inscktenbesuches für Sachen en) darauf die in Wechselbeziehung stehenden beiderseitigen That- combiniren und in ausgeführter oder auch nur angedeuteter Schlussfolge al A Die Verschmelzung des Thatsächlichen mit dem den Falle um so unbedenklicher, he nach die allgemein be- ht die beob- Schälen. kann 2S j ie 3 Conil Jedoch auch für diejenigen Leser, weniger gelüufig ist, über den Grad Müller er, Blumen und Insekten. welche der Zuverlässigkeit der im 21 418 IV. A. Allgemeiner Rückblick. den über gegenseitige Anpassung von Blumen und Insekten erlangten Ergebnisse keinen Zweifel übrig zu lassen, erscheint es nöthig, die bei der Betrachtung der ein- zelnen Blumen- und Insektenformen absichtlich unterdrückte Schlussfolgerung, durch welche sich gewisse Eigenthümlichkeiten als gegenseitige Anpassungen ergeben, nachträglich vollständig auszuführen und die Voraussetzungen, auf welchen sie ba- sirt, in Bezug auf ihre Begründung ins Auge zu fassen. i Die Selectionstheorie beruht auf folgenden drei Voraussetzungen : 1) dass Thiere und Pflanzen variiren, 2) dass Eigenthümlichkeiten der Erzeuger sich auf die Nachkommen vererben, 3) dass jede Thier- und Pflanzenart eine grössere Zahl vo? Nachkommen erzeugt, als zur Erhaltung der bereits vorhandenen Individuenzabl nóthig würe. Die beiden ersten dieser Voraussetzungen werden durch so alltügliche Erfahrungen bestätigt, dass noch Niemand die thatsächliche Richtigkeit derselben in Zweifelzu ziehen versucht hat. Durch welche Art von Einwirkungen aber das Variiren der Thiere und Pflanzen überhaupt bestimmt wird, durch welche einzelne? Ursachen bestimmte erbliche Formenveründerungen der einzelnen: Arten bewirkt werden und welche Gesetze die Erblichkeit regeln, darüber sind wir noch fast voll- ständig im Dunkeln; selbst Dan wrN's umfassende Zusammenstellung und eingehende Erörterung aller bis jetzt über das Variiren der Thiere und Pflanzen und die Erblich- keit ihrer Eigenthümlichkeiten festgestellten Thatsachen*) dient, indem sie unsere Unwissenheit über die ursächliche Bedingtheit des Variirens und der Erblichkeit i? fast allen einzelnen Punkten und nach fast allen Richtungen hin klar darlegt, weit | mehr zur Anbahnung auf Erkenntniss des ursächlichen Zusammenhanges gerichtete? Untersuchungen als zur unmittelbaren Ausfüllung dieser grossen Erkenntnisslücke; die Thatsächlichkeit der beiden Voraussetzungen des Variirens und der Erblichkeit aber ist durch Damwiw's angegebenes Werk ganz unbestreitbar festgestellt. Wir nehmen daher diese beiden Voraussetzungen der Selectionstheorie als feststehende Thatsachen hin, auf welche sich zuverlässige Schlüsse gründen lassen, bleiben uns- jedoch dessen wohl bewusst, dass das ursüchliche Verstündniss dieser Thatsachen bei dem jetzigen Stande der Erfahrungen unserer Erkenntniss noch unzugänglich ist. Die dritte Voraussetzung wird nicht nur als thatsüchlich richtig durch die all- tägliche Erfahrung bewiesen, dass alle uns näher bekannten Thier- und Pflanzen- arten eine Mehrzahl von Nachkommen erzeugen, sondern ist auch in ihrem ursäch“, lichen Zusammenhange leicht verständlich. Denn bei den mannichfachen feindlichen Einwirkungen, denen jede Thier- und Pflanzenart in dem Grade ausgesetzt ist, das® durch dieselben háufig oder doch zeitweise eine frühzeitige Vernichtung von Einzel- wesen bewirkt wird, muss eine Art von so schwacher Fruchtbarkeit, dass die Zahl der Nachkommen die der Erzeuger nur eben erreicht, unausbleiblich bald aussterben; Erzeugung einer Mehrzahl von. Nachkommen ist mithin nothwendige Bedingung dauernder Erhaltung durch geschlechtliche Fortpflanzung. : Aus diesen drei Voraussetzungen, deren thatsächliche Richtigkeit nicht bestritte? werden kann, ergibt sich als nothwendige Folge das von der Selectionstheorie be- hauptete Erhaltenbleiben der ihren Lebensbedingungen am besten entsprechenden Abünderungen und das Auseinanderweichen ursprünglich einfacher Formen in ge- trennte, immer mehr specialisirte Zweige. Denn wenn jede Thier- und Pflanzenart eine Mehrzahl von Nachkommen erzeugt, so sind von Generation zu Generation nu *) CHARLES DARWIN, On the variation of animals and plants under domestication. Aus dem Englischen übersetzt von VICTOR CARUS: »Das Variiren der Thiere und Pflan- zen im Zustande der Domestication«. 419 Anwendung der Selectionstheorie. ? Fälle müglich: entweder alle Nachkommen gelangen zur vollen Entwicklung und ha Fortpflanzung, oder ein Theil derselben geht vor Erlangung der Fortpflanzung zu Grunde. Da der erstere Fall eine Zunahme der Individuenzahl in geometrischer ; Reihe in sich schliesst, so setzt ihm die Beschränktheit der Erdoberfläche eine un- Überschreitbare Grenze, welche noch dadurch in wirksamster Weise eingeengt wird, 9 s jede Art sich mit allen übrigen Arten in den vorhandenen Raum theilen und mit ihnen um die nothwendigen Lebensbedingungen kämpfen muss. : Zunahme in geometrischer Reihe ist daher nur unter ausnahmsweise g Bedingungen, z. B. bei Uebersiedlung auf einen neuen. Erdtheil, zeitweise móglich; | ' Ganzen genommen kann bei allen Thier- und Pflanzenarten in der Regel nur der “weite Fall stattfinden; d. h. ein Theil der N achkommen muss vor erlangter Fort- Pflanzung zu Grunde gehen, nur ein Theil kann zu voller Entwicklung und zur Fort- Pflanzung gelangen. Da nun die Nachkommen desselben Elternpaares nie absolut Eun sind, so kann auch die Wahrscheinlichkeit, zur vollen Entwicklung und zur Fortpflanzung zu gelangen, für dieselben nicht gleich sein. Jede Abänderung, welche bu Lebensbedürfnisse eines Einzelwesens beschrünkt, oder welche dasselbe zur An- "IBhung seiner Lebensbedürfnisse oder zur Vermeidung oder Ueberwindung feind- Boe m i : cher Einwirkungen geeigneter macht als seine Geschwister und Artgenossen, oder w de elche es zur Ausfüllung eines noch unausgefüllten Platzes im Naturhaushalte be- fhigt und dadurch den Wettkampf um die Lebensbedingungén, den es mit gleich- àartigen und ungleichartigen organischen Wesen zu bestehen hat, beschränkt, kurz Jede in Bezug auf die gegebenen Lebensbedingungen vortheilhafte Abänderung eines heinlichkeit seines Erhaltenbleibens und unzelwesens steigert folglich die Wahrsc ; ; ; „mer Fortpflanzung, jede nachtheilige Abänderung dagegen steigert die Wahrschein- lichkeit seines frühzeitigen Todes und seines Aussterbens ohne Hinterlassung von Nachkommen. Da von Generation zu Generation dieselbe Verknüpfung von Ursache und Wirkung sich wiederholt und im Ganzen die Eigenschaften der Erzeuger sich *uf die Nachkommen vererben, so müssen ihren Lebensbedingungen besser ent- "prechende Abünderungen , sobald sie einmal entstanden sind, von Generation zu | Generation ein grósseres Uebergewicht über ihre Artgenossen er Ich. allein übrig bleiben, wührend ihre unvollkommneren Artgenossen aussterben. Da - auch jede Eigenthümlichkeit , welche zur Ausfüllung eines noch unbesetzten lätzes im Naturhaushalte führt, im Kampfe um das Dasein ein unbestreitbarer Vor- theil ist, so führtderselbe ursächliche Zusammenhang, welcher eine immer vollkomm- EM Anpassung der Lebensformen an ihre Lebensbedingungeh bewirkt, falls es am Erscheinen neuer Abänderungen nicht fehlt, mit gleicher Nothwendigkeit auch ^t einer stetigen Divergenz der Lebensformen. Diese Grundzüge der Selectionstheorie , welche DARWIN In seiner »Entstehung -T Arten« ausführlich entwickelt und in seinem »Variiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication« weiter begründet hat, sind eben so unbestreitbar, als die thatsächliche Richtigkeit der ihnen Zu Grunde liegenden Voraussetzungen. Wir aben daher, dud e Zuverlüssigkeit der in den beiden vorigen Abschnitten erlangten "gebnisse zu prüfen, nur noch die Berechtigung derjenigen Schlüsse ins Auge zu assen, welche von "al Grundlage der Selectionstheorie aus zu jenen Ergebnissen ge- führt haben. E "ues auf diejenigen Eige Era " en als Anpassungen an die Ces A A ist diese Schlussfolge eben so einfa! arten überhaupt aus gemeinsamen, glei ünstigen ten der blumenbesuchenden Insekten, nung der Blumennahrung gedeutet wor- ch als sicher. Wenn die heutigen In- chartigen Stammeltern dadurch entstan- pria nthümlichkei M nne ream p Fe Is OR M 420 IV. A. Allgemeiner Rückblick. den sind, dass individuelle Eigenthümlichkeiten, welche den Besitzern unter ihren Lebensbedingungen von Vortheil waren, oder ihnen noch unbesetzte Stellen im Natur“ haushalte eróffneten, erhalten blieben und sich im Laufe der Generationen immer weiter ausprügten und differenzirten, so müssen diej enigen Eigenthümlichkeiten be- stimmter Insektenarten, welche ihnen erfolgreiche Gewinnung von Blüthenstaub und Honig ermöglichen, dagegen für alle übrigen Lebönsthätigkeiten nutzlos sind, nach | erfolgter Gewóhnung dieser Insekten an Blüthenbesuch und Blüthennahrung dadurch entstanden sein, dass die zu erfolgreicherer Gewinnung der Blumennahrung passen” deren Abünderungen im Kampfe um das Dasein den Sieg über weniger begünstigt? Artgenossen davontrugen und die allein überlebenden blieben; der lange, in ver- schiedener Weise einziehbare Rüssel gewisser Bienen, Schmetterlinge und Schweb- fliegen, die Pollen-Sammelapparate der Bienen müssen sich, mit anderen Worten. unter stetiger Wirkung der natürlichen Auslese, in allmählichen Abstufungen als Anpassungen an die Blumennahrung entwickelt haben. In Bezug auf die Eigenthümlichkeiten, welche im vorigen Abschnitte als An- . passungen der Blumen an die sie besuchenden Insekten gedeutet wurden, ist die Schlussfolge insofern weniger einfach und weniger unmittelbar sicher, als sie sich auf eine vierte, besonderen Beweises bedürftige Voraussetzung stützen muss, auf die im ersten Abschnitte ausführlich besprochene Voraussetzung nemlich, dass Fremdbestäu- bung kräftigere und entwicklungsfähigere Nachkommen liefert, als Selbstbestüubung- Diese Voraussetzung lässt sich zwar für jeden einzelnen Fall mittelst der in der ‚Einleitung beschriebenen, von Darwın so zweckmässig ausgesonnenen Unter- suchungsmethode *) durch den Versuch erproben ; bis jetzt aber ist diess nur bei einer verhältnissmässig geringen Zahl von Pflanzen geschehen ; auch wenn wir alle bis jetzt bekannt gewordenen Beispiele von selbstimpotenten Pflanzen hinzurechnen, bildet die Zahl derjenigen, für welche die überwiegende Wirkung der Fremdbestäubung thatsächlich festgestellt ist, nur einen kleinen Bruchtheil derjenigen, deren Blüthen- einrichtung man aus der Voraussetzung des Vortheils der Fremdbestäubung oder des Nachtheils der Selbstbestäubung zu erklären versucht hat. So lange man den Be- weis des eines strengen Beweises unfähigen KnısHt-Darwın'schen Satzes als Ziel der Blumenuntersuchungen ins Auge fasste, konnte und musste man sich mit Wahr- scheinlichkeitsgründen begnügen. Sobald man dagegen, völlig unbekümmert um den Knıe#r-Darwın’schen Satz, nur die Erkenntniss der ursächlichen Bedingtheit der Blumenformen als Ziel der Blumenuntersuchungen ins Auge fasst, kann und muss man als unerlässliche Grundlage einer solchen Erkenntniss den thatsüch- lichen Beweis der vorausgesetzten überwiegenden Wirkung der Fremdbestäubung für alle Blumen, auf welche sich die Erklärung erstrecken soll, unbedingt fordern. Wir müssen es desshalb als wesentlichste Lücke ‘der im vorhergehenden Ab- schnitte gegebenen Erklärungen von Blumeneigenthümlichkeiten ausdrücklich her- vorheben, dass dieser Nachweis bis jetzt nur für die wenigsten in Betracht gezogenen Beispiele beigebracht ist. Erst dann, wenn die Versuche, die aus Selbstbestäubung und die aus Kreuzung hervorgegangenen Nachkommen derselben Pflanzen Gene- rationen hindurch in den Kampf um das Dasein miteinander zu versetzen, in der um- fassendsten Weise durchgeführt sind und ausnahmslos das vorausgesetzte Resultat des schliesslichen Unterliegens der Selbstbestüubten ergeben haben, erst dann kónnen wir die Selectionstheorie mit gleicher Sicherheit auf die Anpassungen der Blumen an die sie besuchenden Insekten, wie auf die Anpassungen derInsekten an die von ihnen *) Siehe Seite 8. 421 Anwendung der Seleetionstheorie. en Blumen anwenden. Ers wozu wir bis jetzt nur in Bezug a Wen oap Pus was wir allgemein nur mit Bie: = aus Fremdbestäubung hervorgegangenen N mem über die aus Selbstbestäubung hervorgegangenen ausnahmslos den Sieg da- T E Di mussten von jeher bei den Stammeltern der heutigen Pflanzen und Tow noch jetzt bei diesen selbst von den mannichfachen gelegentlich auftretenden m ee der Blüthen diejenigen, welche die Wahrscheinlichkert eintretender vs E V steigern , im Kampfe um das Dasein die Ueberlebenden Pen han em natürlichen Transportmittel, welches den Blüthenstaub einer bestimmten coi orm gelegentlich auf die Narben anderer Blüthen derselben Art übertrug, hr, ganz er Eigenthümlichkeiten die Wahrscheinlichkeit der Fremd- E. NER erhöhen, und dem entsprechend durch natürliche Auslese erhalten und ONG weiter ausgeprügt werden, bei unter "Wasser sich óffnenden Blüthen lange om orm des Pollens oder der Narben, y: gelegentlich dés Insekten besuchten Feki n bunte Farbe , Wohlgeruch , Honigabsonderung ; sich anheftender Pollen, Thier 8e ane warzig rauhe Narben, bei an der Luft blühenden, von übertragenden = ÉL nicht besuchten Leichtausstreubarkeit des Pollens, zum. Auffangen desselben er Luft geeignete Narben ete. Wenn wir daher eine Blüthe mit bestimmten Eigenthümlichkeiten ausgestattet sehen , welche ausschliesslich für die Uebertragung d s i i 1 > es Pollens durch ein bestimmtes Transportmittel nützlich sein können, und wenn a zugleich direct beobachten, dass dieses Transportmittel thatsächlich in ausge- E Maasse den Blüthenstaub auf Narben anderer Blüthen überträgt, so Sr Et schliessen , dass diese Eigenthümlichkeiten ursprünglich als indivi- E Abänderungen entstanden sind und dadurch, dass sie ihren Inhabern eine a igere Nachkommenschaft verschaffen , sich erhalten und ausgeprägt haben, mit Em d Worten, dass diese Eigenthümlichkeiten sich unter stetiger Wirkung der ürlichen Auslese als Anpassungen an das bestimmte natürliche Transportmittel entwickelt haben.« = Auf dieser Schlussfolge beruhen alle im vorigen Abschnitte enthaltenen Deu- Ch bestimmter Blütheneigenthümlichkeiten als Anpassung an die besuchenden s ten. Die Schlussfolge in sich ist unbestreitbar richtig; von den Voraus- eb ungen, auf welche sie sich stützt, sind die drei ersten als thatsächlich richtig Poenfalls unbestreitbar feststehend ; die vierte, die Voraussetzung des Uebergewichtes Es Fremdbestäubung hervorgegangenen Nachkommen über die selbstbestäubten, St für einige Fälle ebenfalls fhatsächlich festgestellt; für die übrigen Fälle bleibt die Bestätigung der ‚vorläufigen Voraussetzung durch den Versuch abzuwarten. Wir is ben uns ausserdem beständig zu erinnern, dass wir über die Ursachen des "riürens, der Erblichkeit und der überwiegenden Wirkung der Fremdbestäubung noc ; ch fast nichts wissen. t dann können wir mit Sicherheit allgemein uf einen kleinen Theil der Pflanzen be- Wahrscheinlichkeit vermuthen können: achkommen im Kampf um das nn it unserer Ergebnisse geprüft und die liegenden Voraussetzungen ausdrücklich . um ungere Auffassungsweise als die uns jetzt e Berechtigung abweichender Ansichten einer Sch: Nachdem wir nun die Zuverlüssigke e as nwäche der unseren Schlüssen zu Grunde erv : p all vorgehoben haben, müssen Wir; er m . v * n mögliche nachzuweisen, noch di x üfung unterwerfen. DELPINo, von dessen Arbeiten in ‘der Einleitung und im vorigen Abschnitte ze sachliche Inhalt kurz mitgetheilt worden ist, legt seinen Erklärungen bald ,4€ teleologische Auffassung SpnENGEL'S, bald eine eigenthümliche teleologische 7 499. IV. A. Allgemeiner Rückblick. Descendenztheorie zu Grunde. Die Natur ist für ihn, wie für SPRENGEL, ein mensch- lich denkendes Wesen ,. welches sich bestimmte , mit Nothwendigkeit zur Fremdbe- Stáubung führende Blumenformen ausgedacht hat, die es dann, in verschiedenen Pflanzenfamilien durch Benutzung verschiedener Blüthentheile zu demselben Zwecke; gleich vollkommen in Ausführung bringt.*; Dieser dem talentvollsten Menschen noch überlegene **) Blumenschöpfer hat gewisse Blumenformen für gewisse Insekten, gewisse Insekten für gewisse Blumenformen im Voraus bestimmt und beide für einan- - der passend eingerichtet***! ; er kann es aber ebensowenig wie der Sprenger'sch® Blumenschópfer hindern, dass Blumen, die er eigentlich für ganz bestimmte Insekten . eingerichtet hat, auch von anderen Insekten ausgenutzt werden) ; ebenso muss er es geduldig geschehen lassen, dass Insekten, die nach seiner Absicht eigentlich ga?” bestimmte Blumen besuchen sollten, fürwelche er sie zweckentsprechend eingerichtet | hat, ihrer eignen Neigung folgend sich auch auf den mannichfachsten anderen Blu- men weidlich umhertreiben.-+-}) X i Wir sehen, der DeLPINoO’schè Blumenschópfer gleicht dem SPRENGEL schen, und beide gleichen in ihren Vollkommenheiten und Schwächen einem menschlichen Spiegelbilde, wie ein Ei dem anderen. An anderen Stellen seiner Schriften bekennt sich DELPINO als entschiedene? Anhänger der Descendenztheorie, aber als eben so entschiedenen Gegner der 5e- lectionstheorie, indem er sich durch Combination Darwın’scher Sätze und teleologi- scher Voraussetzungen eine eigenthümliche Entwicklungstheorie der organischen Natur zurecht legt, die sich, wenn ich sie richtig verstanden habe, in folgendem Satze zusammen fassen lässt Tri): »die heutigen Thier- und Pflanzenarten sind aus ein- fachen, gemeinsamen Stammeltern durch den Lebensbedingungen entsprechende, in- dividuelle Abänderungen hervorgegangen, welche durch Vererbung befestigt wurden: aber der Grund ihres Variirens ist nicht in irgend welchen physikalischen Bedingunge? zu suchen, sondern in dem freien Willen der organischen Wesen selbst, welche ver- möge der ihnen inwohnenden Einsicht erkennen, welche Abänderung ihnen unte? gegebenen Lebensbedingungen nützlich sein werde und dieser Einsicht entsprechend aus freiem Willen und aus eigner, den physikalischen Gesetzen nicht unterworfene! Kraft abändern.« Für diese Theorie führt DeLpıno folgende Gründe an: 1) So wunderbar vollkommene Anpassungen, wie sie uns in den Wechsel- ; beziehungen zwischen Blumen uád Insekten entgegentreten, könne man sich unmóg- *) Es wird genügen, wenn ich jede meiner Behauptungen in Bezug auf den DEL- PINO'schen Blumenschópfer mit einer einzigen Stelle belege; jeder Leser der D.'schen Schriften wird auf zahlreiche weitere Belege stossen. Ult. oss. p. 76: Quella gran verita che nella natura il pensiero è uno, mentre lå esecuzione e molteplice, e che il concetto biologico è sempre il fondamentale mentre subordinato e secondario è il concetto mor- fologico. l **, Ult. oss. p. 77: Poteva un uomo dotato anche di fertile imaginazione trovare per la soluzione del problema un numero di formule maggiore di quello trovato ed eseguito dalla Natura? ELE ***) Ult. oss. p. 123: Heriades truncorum è predestinato per le calatidi degli Heh- anthus e dei generi affini, e le calatidi degli Helianthus e dei generi affini sono predesti- nate ad essere fecondate dalle Heriades truncorum o da insetti costrutti analogamente. +) Ult. oss. p. 57: Gli artieolati che visitano le caldaje florali di dette piante devono essere divisi in due categorie: la prinia comprende quelle che vi accorrono conformamente allo scopo prefisso dalla natura; la seconda invece quelli che vi accorrono per altre incentivo. : ++) Ult. oss. p. 124: | Quest insetti, sebbene siano reperibili presso una quantità di fiori diversissimi, nondimeno jo credo che siano i veri predestinati per tutte quelle com“ poste etc. ; ; +) Applic. p. 1. 2. 31. 32. Vgl. auch Pensieri sulla biologia vegetale. DELPIN o's teleologische "Auffassung. 493 Es mit Nothwendigkeit waltender Naturgesetze , sondern lediglich als ` 2) = - öpfungen intelligenter and zweckmässig handelnder Wesen vorstellen. aa gue ensch sei ein mit freiem Willen und Verstand begabtes West welches en m en seinen Zwecken entsprechend einrichte ; alle organischen Wesen ac andae durch eine susrenubaxe Stufenleiter pahensi und fernerer reino: en : verbunden j folglich sei auch bei allen organischen Wesen irgend En a freiem willen, von Einsicht und von zweckmässigem Handeln an- wá er in diesem die Ursache des Verürens und des Entstehens so wunder- : BISRFE Anpassungen durch das Varnuren zu suchen. = A ASPT sei zwar eine blosse T heorie, deren Richtigkeit sich E eweisen lassen, aber die entgegengesetzte Auffassungswelse ; welche jode ne. 8 "a Be bestimmte physikalische Ursachen bedingt betrachte, sel nicht LN ER losse Theorie; bei übrigens gleicher Berechtigung beider müsse er sich, sstsein seines eigenen freien Willens, für die erstere entscheiden (Vgl. Applie. P- 2. Anmerkung). Et "ed in welcher Weise DIRO diese teleologische Entwicklungstheorie mit ^m Bo charakterisirten V orstellung eines mit menschlichen Vollkommenheiten E cali ächen behafteten Blumenschópfers in Einklang zu ‚bringen vermag, geht E uc Schriften nicht hervor. Diese Entwicklungstheorle selbst entzieht sich, / E. E als Grundbedingung irgend welcher ursächlichen Erkenntnis den Satz for- N eine Wirkung ohne ausreichende Ursache ; keine Ursache ohne sine ihr ge- ES Ss ia Wirkung«, vollständig jeder weiteren Discussion, da sie ja für die E Bin e Welt die Aufhebung des ursächlichen Zusammenhanges fordert. Sehen E Ey ab von dieser zwar unbeweisbaren , aber jeder Forschung nothwendig zu EU liegenden Voraussetzung >. so bleiben auch dann noch die beiden ersten e, also überhaupt alle positiven Stützen der Dzrriwo schen Entwicklungs- theori : at. A ? b orie durchaus hinfällig. ; Denn 1) ıst es durchaus unrichtig, dass sich so wunder- ` ar v FOCUS " : 2 vollkommne Anpassungen, W1e sie uns in den Wechselbeziehungen zwischen als Producte mit Nothwendigkeit waltender Mean und Insekten entgegen treten , N | | ; E Lupeee nicht erklären lassen ; vielmehr bietet uns die Selectionstheorie, welche bm ELPINO in keinem einzigen Punkte widerlegt, oder auch nur zu widerlegen x p) über a wie oben kurz angedeutet wurde und wie BARS in seinem Werke ausr Pn miehuse der Arten ausführlich gezeigt hat, einen eben so einfachen als 2: en Schlüssel zu dieser natürlichen Erklärungsweise. Derprxo zieht weder atsächliche Stattfinden des Variirens der Thiere und Pflanzen nach den ver- Schiedensten Richtungen hin, noch die Erblichkeit ihrer Eigenthümlichkeiten 3 noch das Er ur 1 ; S Erzeugtwerden einer Mehrzahl von Nachkommen ın Zweifel, noch weist er m den Folgerungen des Kamp aus d; ; n am besten entsp 5 Ueberlebens der ihren Lebensbedingung? rechenden Abänderungen hkeit unbegrenzter Vervollkommnung und Diffe- proe ‚dadurch eröffneten Möglic | irung irgend eine Unrichtigkeit nach. Durch die zum Theil sehr vollkommnen gegenseitigen Anpassungen der Blumen und Insekten wird daher die von DELPINO gemachte Annahme des Variirens der Thiere und Pflanzen aus freiem Willen und E nach bestimmten zweckmässigen Richtungen in keiner Weise unterstützt, dagegen durch das thatsüchlich nach den verschiedensten Richtungen hin stattfindende Varüren der gezüchteten Thiere und Pflanzen, wenn-nicht unmöglich, so doch in hohem Grade unwahrscheinlich gemacht. PE : SER 2) Der sogenannte freie n einfacheren Fällen mit gr ursächlich bedingt in | schen lásst sich als o diess nicht gelingt, theit erkennen; W Wille des Men össter Bestimm 424 | IV. A. Allgemeiner Rückblick. ist daher der Grund des Misslingens nur in dem verwickelteren Zusammenwirken zahlreicherer Factoren zu suchen. | . Nieht nur werden wir uns der ursächlichen Bedingtheit unserer eigenen Willensacte in vielen Fällen nachträglich bewusst; wir sind auch bei unseren Kindern und Schülern, überhaupt bei Personen, deren geistige Entwicklung wir einigermassen vollständig über“ blicken können, oft im Stande, im Voraus mit Sicherheit zu bestimmen, welche Willens richtungen durch bestimmte äussere Einwirkungen bewirkt werden müssen. Die Stufenleiter des verwandtschaftlichen Zusammenhanges aller organischen Wesen mit dem Menschen und die directe Erfahrung berechtigen uns allerdings Zu der Behauptung, dass Wille, Verstand und zweckmässiges Handeln innerhalb des Thierreichs alle Abstufungen von der von uns selbst erreichten Stufe der Ausbildung bis zu Null hinab darbieten und legen uns die Annahme nahe, dass die geistigen Kräfte auch der höchsten Organismen durch die Grundeigenschaften der organischen Stoffe bedingt sind, aber diese geistigen Krüfte desshalb auch für Pflanzen anzu- nehmen ist ebenso unstatthaft, als die Fähigkeiten zu sehen , zu hören , zu riechen, zu schmecken und zu fühlen, die ja ebenso alle Abstufungen bis zu Null hinab ‚darbieten, den Pflanzen beizulegen. — Endlich würde aber DzrrrNo's Schlussfol- gerung selbst dann, wenn wir für alle organischen Wesen freien Willen, Einsicht und zweckmässiges Handeln annehmen wollten, völlig unbegründet sein. Denn die Menschen, welchen Wille, Einsicht und zweckmässiges Handeln im höchsten Grade der Ausbildung zukommt, variiren doch sicher desshalb nicht willkürlich. Oder sind etwa die Eigenthümlichkeiten der Neger, der Mongolen u. s. w. dadurch ent- standen, .dass ihre Stammeltern es für nützlich erkannten, eine bestimmte Hautfarbe, Behaarung, Gesichtsausprägung u. s. w. zu besitzen, und dass sie in Folge dieser Einsicht willkürlich und zweckmässig abänderten ? Vermag uns DELPINO überhaupt irgend ein Beispiel einer willkürlichen Abänderung eines Menschen anzuführen ? Wenn so alle positiven Stützen der DErPrNo'schen Entwicklungstheorie in sich selbst zusammenfallen, so bleibt derselben als einzige Zufluchtsstütte die grosse Lücke unserer Erkenntniss in Bezug auf die Ursache des Varürens der Thiere und Pflanzen. Wir kennen zwar eine ziemliche Anzahl von Beispielen bestimmter Ver- änderung gewisser Organismen durch unmittelbare Einwirkung bestimmter äusserer Ursachen, wie Feuchtigkeit, Wärme, Licht, Ernährung u. s. w. (vgl. Darwın, Das Variiren der Thiere und Pflanzen, Cap. 22— 26), aber diese unmittelbaren Wirkungen verschwinden wieder mit der wirkenden Ursache; sie sind nicht erblich; es sind nicht die Abänderungen, welche wir zur Erklärung der Entstehung neuer Thier- und Pflanzenformen nöthig haben. Wir können daher nur sehr allgemein und unbestimmt vermuthen, dass in den höchst complicirten Wechselwirkungen, welche im Innern des Organismus selbst stattfinden, eine Gleichgewichtsstörung durch äussere Ein- wirkungen veranlasst werden kann, welche auch nach Beseitigung des ersten An- stosses fortdauert und zum Auftreten erblicher Abweichungen führt. Aber welcher Art diese Anstösse, welcher Art diese Wirkungen sind, darüber bleiben wir vorläufig im tiefsten Dunkel. Wir gestehen daher gern zu, dass wir nicht im Stande sind, und voraussichtlich , wenigstens auf lange Zeit, nicht im Stande sein werden , die Dzrrrwo'sche Annahme, dass die organischen Wesen absichtlich und zweckmässig variiren, direct durch thatsächlichen Nachweis zureichender Ursachen des Variirens zu widerlegen, sondern dass wir die DxzrrPrwo'sche Entwicklungstheorie als unan- nehmbar nur desshalb zurückweisen, weil sie jeder positiven Begründung entbehrt und selbst durchaus entbehrlich ist. á l | | j " Wirkung der Blumeneigenthümlichkeiten.. rterung schuldig zu sein, te Beobachtungen und Ibe legt und sie ber weil Nune dieser Theorie eine eingehendere Eró Binder, m er Urheber, dem wir $0 zahlreiche interessan jeder Gel. Suinugen verdanken, den gróssten Werth auf diese ; genheit hervorhebt. E ede teleologische Erklärung einer E. ig ectionstheorie ohne Weiteres in die natürl i innen e up könnte es als völlig gleichgültig erscheinen , ie eine oder andere Auffassungsweise Zu Grunde legen; aber diess ist in- Sofer : 5 ern nichts weniger als gleichgültig, als die ursächliche Auffassung uns die Lücken . uns 3 j erer Erfahrung beständig klar im Bewusstsein erhält und uns daher zur Ausfüllung e teleologische Auffassung diese re fortwährend anregt, während dagegen di E unbegründeten V oraussetzungen gefällig überdeckt und damit die Ver- E. Sn Ausfüllung derselben beseitigt. Wer daher die Nothwendigkeit der sollte = Bag Won Ursache und Wirkung als allumfassendes Naturgesetz anerkennt, : e aus der teleologischen Periode der Naturauffassung stammenden Ausdrücke Beflissentlich vermeiden.*) Anpassung organischer Wesen mit iche Auffassungsweise über- ob wir unseren Er- B. Allgemeiner Rückblick auf die Eigenthümlichkeiten der Blumen und ihre Wirkung. hen, durch welche Ur- d, müssen wir uns damit be- A das Leben der Pflanze der ersten Ursachen we- - hnen folgenden Erschei- |. en und nicht zu ermitteln verste Es lange wir nicht wiss zu © -wg ren Abünderungen der Blumen bedingt sın eu die Wirkung gegebener Blumenabänderungen au ellen, um mit vorläufigem Verzicht auf Erkenntniss nig : : ; R g&tens den ursüchlichen Zusammenhang der mittelbar aus 1 u i s : ngen zu erfassen. Nachdem der Versuch, diesen Zusammenhang nachzuweisen, "eig Abschnitte dieses Buchs an zahlreichen einzelnen Beispielen durchgeführt iu Vu 1st handelt es sich hier hauptsächlich nur darum , die hervorstechendsten, ^ lelen einzelnen Beispielen sich wiederholenden Eigenthümlichkeiten der Blumen ihre Wirkung zusammenzufassen und im Ganzen zu überblicken. a ihrer Wirkung auf das Leben der Pflanze ordnen sich die im dritten Ab- itte besprochenen Eigenthümlichkeiten der Insektenblüthen (Blumen) in folgende Gruppen : f . f 1) Eigenthämlichkeiten, a) Allgemeine Anlockung a, durch Bemerkbarmach 9. durch Darbietung von EE S ooo welche Insektenbesuch bewirken. blumenbesuchender Insekten ung der Blume (durch Farbe und Geruch), Genussmitteln (Honig, Blüthenstaub, Obdach). - Ein * Vgl. Hrup. über Aristolochia Clematidis (Jhrb. f. wiss. Bot. V) »eine so weise winriehtung , wie sie nur ihres Gleichen sucht«. Derselbe, Comp. (S. 4j »Die von der Sm beabsichtigte Fremdbestäubung « Sıcns, Lehrbuch der Bot. U. Aufl. S. 106: nn Zweck wird in der Pflanze erreicht« und zahlreiche andere Stellen. SACHS SEL B. 667 seiner Botanik jedenfalls mit Unrecht: »Wenn mam YOR der Zweck- lássigkeit im Baue der Pflanzen redet, so ist damit thatsächlich auch nur gemeint, dass rgane den Lebensbedingungen der Pflanze. d x Form und sonstigen Eigenschaften der O gepasst sind. — Die Ausdrücke Zweckmässigkelt, Adaptation und Metamorphose be- zeichnen also dieselbe Thatsache, sie können daher als Synonyme gebraucht werden. « Die der Eine als zweckmässig, der Andere als ursächlich thatsächl; : Be ehlichen Verhältnisse, welche l : té ingt auffasst. sind allerdings dieselben, die Auffassungen aber sind entgegengesetzt, Ausdrücke daher nichts weniger als gleichbedeutend. ae T ERE ` e c ER eser IV. B. Allgemeiner Rückblick, b) Ausschluss gewisser, verstärkte Anlockung anderer blumenbesuchender Insekten. æ. Durch Farbe und Geruch, B. durch Bergung der Genussmittel, y. durch Blüthezeit und Standort. 2) Eigenthümlickeiten, welche Befruchtung bewirken. a) Passende Beschaffenheit des Blüthenstaubes und der Narbe. b) Sicherung der Fremdbestäubung bei eintretendem , der Sichselbstbestäu- bung bei ausbleibendem Insektenbesuche. yd. Eigenthümlichkeiten der Blumen, welche Insektenbesuch bewirken. a. Allgemeine Anlockung blumenbesuchender Insekten. a. Wirkung der Augenfälligkeit N des Geruches - der Blumen. Im dritten Abschnitte sind so zahlreiche Vergleiche nächstverwandter und daher in den übrigen Stücken grösstentheils übereinstimmender Blumenformen in Bezug auf Augenfälligkeit, Reichlichkeit des Insektenbesuchs und Wahrscheinlichkeit von Fremdbestäubung und Sichselbstbestäubung angestellt worden, dass es hier zur Feststellung des Gesammtergebnisses genügt, auf einige derselben zu verweisen. Wir haben in der genannten Beziehung namentlich gleich gemeine Gattungen der Um- belliferen, Arten der Gattungen Ranunculus, Geranium, Malva, Polygonum, Stel- laria, Cerastium, Epilobium, Rosa, Rubus, Veronica, Carduus, Hieracium, verschie- dene Blüthenformen von Euphrasia officinalis, Rhinanthus crista galli und Lysimachia vulgaris miteinander verglichen, und es hat sich in allen Fällen in un- zweideutiger Weise ein und dasselbe Resultat herausgestellt, welches sich in folgen- den Sätzen zusammen fassen lässt: 1) Unter übrigens gleichen Bedingungen w ird eine Blumenart um so reichlicher von Insekten besucht, je augenfälliger sie ist- 2) Wenn nächstverwandte und in ihrer Blütheneinrichtung übrigens übereinstim- mende Blumenformen in der Augenfälligkeit und zugleich in der Sicherung der Fremdbestäubung bei eintretendem, der Sichselbstbestäubung bei ausbleibendem In- sektenbesuche differiren, so hat unter übrigens gleichen Umständen ohne Ausnahme diejenige die am meisten gesicherte Fremdbestäubung, deren Blumen die augenfäl- ligsten sind und deren Insektenbesuch in Folge dessen der reichlichste ist. Dagegen haben 3) unter denselben Bedingungen diejenigen Blumen die gesichertste Sichselbst- bestäubung, welche am wenigsten in die Augen fallen, deren Insektenbesuch daher "am spärlichsten ‚und deren Fremdbestäubung in Folge dessen am ünsichersten ist. Diese drei Sätze sind durch die im vorigen Abschnitte mitgetheilten Beobachtungen für zahlreiche Pflanzen mit unbestreitbarer Sicherheit als Erfahrungssätze festgestellt. Der Gewinn aber, für die Beurtheilung einer so schwierigen und umfassenden Gruppe von Erscheinungen, wie die Wechselbeziehungen zwischen Blumen und Insekten offenbar sind, irgend eine nicht auf Vermuthungen oder indirecten Schlüssen be- ruhende, sondern thatsüchlich festgestellte Grundlage erlangt zu haben, scheint mir werthvoll genug, um den grossen Aufwand von Zeit und Mühe debitiiiicgui, welche ich auf die Aufstellung so zahlreicher, umfassender Listen der Besucher unserer Blumen verwendet habe. Auswahl der Blumen durch die Insekten. een letzten der drei im engsten Zusammenhange stehenden Sätze be E. wise M irkungen auf die Befruchtung. Wir fassen daher zunächst nur den d Ll ins Auge. Die wichtigste Folgerung , welche sich ani demselben er- nn dass im Allgemeinen blumenbesuchende Insekten nicht durch einen ceca M auf Aufsuchung bestimmter Blumenarten beschränkt sein können, OMA rei umher suchend die Blumennahrung nehmen, wo sie.sie finden. Denn RS — der Fall, hätte jede blumenbesuchende Insektenart iie: bestimmten cO Egi auf die sie sich in derselben Weise beschränkte, wie sich Zi B. die ode aupen auf gewisse Futterpflanzen beschränken, so würde die Reiehlichkeit em z ape einer Blume von ihrer Augenfälligkeit eben so wenig abhängig E. a Reichlichkeit des Raupenbesuchs einer Br von ihrer Augenfälligkeit, E ist. Sehen wir zu, wie diese unvermeidliche Folgerung mit der direien n ung der Blumenbesuche der einzelnen, zu einem sichern Urtheil hinreichend ufig beobachteten Insektenarten übereinstimmt. : In einzelnen Füllen sehen wir allerdings eine bestimmte Insektenart sich aus- h einer bestimmten Blumenform be- \ pe oder fast ausschliesslich auf den Besuc E Aus meiner Erfahrung kann ich folgende Beispiele solcher Beschränkung Saga Andrena florea wurde ausschliesslich auf Bryonia dioica, Halictoides aus- schliesslich in Campanulablüthen von mir gefunden ; Andrena Hattorfiana beschränkt i Sich fast ausschliesslich auf den Besuch von Scabiosa arvensis, ebenso Cilissa mela- Nura auf Lythrum Salicaria, Macropis labiata auf Lysimachia vulgaris, Osmia adunca "und caementaria auf Echium; aber diese Beispiele zusammengenommen bilden von allen von mir beobachteten Insektenarten noch nicht ein Procent, und selbst in diesen - wenigen Füllen ist die Beschrünkung meis st ausschliessliche, nur in 3 Füllen vielleicht eine ausschliessliche. : Dagegen habe ich sehr zahlreiche Fälle im dritten Abschnitte einzeln angeführt, und in dem alphabetischen Verzeichnisse der blumenbesuchenden Insekten durch * ‚hervorgehoben, in welchen Insekten in solchen Blüthen nach Honig suchen, die gar keinen Honig enthalten, oder in welchen sie den Honig nicht erlangen können. 90 finden sich z. B. auf den honiglosen plüthen von Hypericum perforatum Schmetter- | linge ein, die mit der Spitze ihres ausgestreckten Rüssels an verschiedenen Stellen des Blüthengrundes umhertasten , ohne dass es ihnen gelingt, Honig zu gewinnen oder Saft zu erbohren; die Honigbiene bemüht sich an den Blüthen von Iris Pseuda- | corus, Rhingia an den Blüthen von Dianthus deltoides und Lamium maculatum ver- | Bombus ter- .geblich,- mit lang ausgerecktem Rüssel den Honig zu erreichen etc. bu Testris versucht an Aquilegia vulgaris, Primula elatior, Vicia Faba u. a. vergeblich auf normalem Wege zum Honige zu gelangen, gewinnt aber schliesslich den Honig | durch Diebstahl mit Einbruch ; verschiedne kleinere Insekten (Meligethes, Andrena . parvula, Spilogaster semicinerea) besuchen die Blüthen des Frauenschuh’s, ohne etwas anderes als schliesslichen Hungertod in denselben zu finden. Derartige Bei- Spiele glaube ich im dritten Abschnitte in hinreichender Zahl mitgetheilt zu haben, dass die meisten blumenbesuchenden Insekten nicht |// h bestimmter Blumen hingeleitet werden, son- Wi o sie dieselbe erlangen t nur eine fa E ausser Zweifel zu stellen, . did ererbten Instinkt auf den Besuc dern frei umherfliegend ihre Blumenna können. hrung nehmen, W ebenso unzweideutig, dass die der bau am wenigsten angepassten In- Jumennahrung am dümm- n Thatsachen zeigt ng in ihrem Kórper nd Gewinnung der B ` G Eine andere Gruppe vo d : m t der Blumennahru e : : j S kten sich auch in der Aufsuchung " 428 — | IV. B. Allgemeiner Rückblick. sten und ungeschicktesten anstellen, dass überhaupt die blumenbesuchenden Insek- ten in der Auffindung und Ausbeutung der Blumen im Ganzen um so mehr Klugheit und Gewandtheit entwickeln, in je hóherém Grade ihr Kórper der Gewinnung der Blumennahrung angepasst ist. Als umfassender Beleg dieses Satzes kann die weiter unten gegebene Liste blumenbesuchender Insekten und der von ihnen besuchten Blumen dienen. Zur Erläuterung desselben wird es genügen, wenn wir uns fol- gende Beispiele vergegenwärtigen: Die der Blumennahrung gar nicht angepasste Coccinella septempunctata gewinnt in den Blüthen von Erodium cicutarium den Honig in so komisch dummer und ungeschickter Weise, dass sie in der Regel ihre eigne Standfläche ablöst und nicht selten mit derselben zu Boden stürzt; auch durch ‚mehrmals wiederholte Erfahrung wird sie nicht belehrt; Sarcophaga carnaria sucht an den Blüthen von Polygonum Bistorta eifrig nach Honig, gleitet aber in der Regel mit dem Rüssel an der Blüthe vorbei: Andrena albicans geht es anfangs längere Zeit ebenso, sie lernt aber allmählich die Sache geschickter anfangen und den Rüssel mit grösserer Sicherheit in die Blüthen senken ; die Honigbiene verfehlt von Anfang an keine Blüthe. Mit der in ihrer ursächlichen Bedingtheit leicht verständlichen Thatsache , dass sich im Ganzen in gleichem Verhältnisse mit der Anpassung des Körperbaus auch die Anpassung der Geistesthätigkeit an die Blumennahrung gesteigert hat, steht e8- nun auch im engsten Zusammenhange, dass diejenigen kurzrüssligen Insekten, welche noch gar keine Anpassung an Gewinnung von Blumennahrung zeigen, meist nur völlig offnen Honig, wie ihn Listera, Parnassia, Cornus, Umbelliferen etc. dar- . bieten, aufzufinden wissen, wührend der ihnen sehr wohl zugängliche, aber nicht unmittelbar sichtbare Honig mancher anderen Blüthen ihnen entgeht , und dass aus geprägtere Blumenbesucher am eifrigsten diejenigen Blumen aufsuchen und aus- beuten, welche ihnen die reichste Ausbeute gewähren, z. B. die Bauchsammler Blumen,. die ihnen den Blüthenstaub von unten anheften, langrüsslige Bienen er-- gibige Honigbehälter, von deren Benutzung das kurzrüsslige Geschmeiss ausge- schlossen ist, die an Rüssellänge alle.andern Insekten übertreffenden Sphingiden die langen, honigreichen Blumenröhren , deren Honig ihnen allein zugänglich ist. Diese Auswahl wird durch die in gleichem Schritt mit der Anpassung des Körperbaus fortgeschrittne Anpassung der Geistesthätigkeit an die Gewinnung der Blumennah- rung mit Nothwendigkeit bewirkt; denn die genannten Insekten müssten so unausge- prägte Blumenbesucher sein wie Coccinella, wenn sie nicht ergibige Nahrungsquellen rasch von unergibigen unterscheiden lernen und mit Vorliebe aufsuchen sollten. Andererseits ist aber der Ausprägung einseitiger Liebhabereien zur erblichen Ge- wohnheit durch zeitweise eintretende Nahrungsnoth, welche fast jeden Blumen- ‚ besucher nóthigt, bisweilen auch zu den unergibigsten Nahrungsquellen seine Zu- flucht zu nehmen, eine enge Grenze gesetzt. Wir finden daher die oben bezeichneten Insekten ausser auf den ihnen ergibig- sten auch auf den mannichfachsten anderen, zum Theil auf höchst unergibigen Blu- men, wenn auch nicht so häufig: Nur in ganz vereinzelten Fällen ‚bietet sich eine reichblumige und ausbeutereiche Pflanze während der ganzen Flugzeit eines Insekts in solcher Häufigkeit dar, dass sich das Insekt auf den Besuch dieser einen bestimm- ten Blumenart beschränken kann. Dass in solchen Fällen dann Vererbung der viele Generationen hindurch fortgesetzten Gewohnheit eintritt, ist im höchsten Grade wahrscheinlich; aber gelegentliches Spärlicher- Auftreten der auserwählten Pflanze muss auch in solchen Fällen die Insekten bisweilen zum Aufsuchen anderer Nah- r t und des Duftes der Blumen. Wirkung der Augenfälligkei Tung pp A : : 8squellen nöthigen, denn wir finden die Beschränkung auf bestimmte Blumenarten f 4 * ast niemals streng ausgeprägt. Die directe Beobachtung des Blumenbesuchs der einzelnen Insektenarten be- . condim durchaus die aus dem reichlicheren Insektenbesuche augenfälligerer Blü- cm * ergebende Folgerung, dass im Allgemeinen blumenbesuchende Insekten frei E einen ererbten Instinkt auf gewisse Blumen beschränkt sind, sondern ersuchend die Blumennahrung nehmen, wo sie sie finden. er dim damit ist zugleich dass ursüchliche Verständniss des ersten der drei oben via s ellten Erfahrungssätze gewonnen. Denn es ist selbstverstündlich , dass Blu- n von den in der Luft umherfliegenden und ihrerNahrung nachgehenden Insekten en übrigens gleichen Umständen um $0 leichter aufgefunden werden kónnen, Je genfälliger sie sind. Da nun Insektenbesuch für alle hier in Betracht kommenden so begreifen wir, dass me die erste: Bedingung der Fremdbestäubung ist, Ea Auslese bei diesen Pflanzen alle sich darbietenden Abänderungen, welche Ee augenfälliger machten, als der Pflanze vortheilhafte Eigenthümlichkeiten | E vua musste. Hierdurch ist die Ausprägung vom Grün der Pflanzen abstechen- Tia non der Blumen, die Vergrósserung und augenfällige Stellung der gefárbten 2 chen, die Vereinigung vieler Blüthen zu einer gtärker in die Augen fallenden enossenschaft, die Theilung der Mitglieder der Genossenschaft in die Arbeiten des monkens der Insekten und des Fruchttragens , das Vorauseilen der Blüthen vor er Entwicklung der Blätter bei Salix, Cornus mascula etc. ‚erklärt. ME Wirkung des ‚Blumenduftes. ind ft der Blumen dad Dass den Pflanzen auch der Du bemerkbar macht dieselben den Insekten von weitem Sektenbesuch und häufigere Fremdb unzweifelhaft und kann durch eben er Wirkung der Augenfälligkeit; es j nsektenbesuchs mit voller Sicherheit feststellen, dass Bl ftenden Blüthen von Convol- Anlockungsmittel ist als bunte Farben. Die würzg du leich reichlicher von Insekten besucht, als, bei Tage die Augen fallenderen, Veilchens viel reichlicher, als des Stiefmütterchens ; die Lepidium sativum über- und dadurch gesteigerten In- ^ estäubung bewirkt, erscheint von vornherein so entscheidende Beispiele belegt werden, wie lässt sich sogar durch directe Beobachtung des umenduft ein weit kräftigeres vulus arvensis werden z. B. ung rns MEER die viel grósseren und in en von: C. sepium, die wohlriechenden Blüthen des die grösseren und auffallender gefärbten, aber geruchlosen, kleinen, unscheinbaren, aber kräftig duftenden Blüthen von treffen an Reichlichkeit des Insektenbesuchs die viel auffälligeren, aber geruchlosen Blüthen anderer Cruciferen. Wie uns selbst der angenehme Geruch einer Speise viel wirksamer zur Esslust reizt, als der Anblick derselben, $0 ist es also auch mit der Wirkung der Blumen auf die Insekten der Fall. Auch ist die Ursache dieser ^ Erscheinung leicht einzusehen ; denn der Geruch einer Speise gibt von der stofflichen Beschaffenheit derselben unmittelbare Gewissheit, der Anblick nicht. Genussmittel. p. Wirkung dargebotener der Anpassung an irgend welches. lüthenstaube selbst eine gtickstoff- ' dürftigen Insekten gern genossen u wiederholten Besuchen veran- Abschnitté an zahlreichen Beispielen gezeigt zt Jede Pflanze bietet, ganz abgesehen von lransportmittel des Blüthenstaubes, in ihrem B reiche Nahrung dar, welche von manchen fahrungsbe Wird, und, einmal aufgefunden, dieselben leicht z lasst. Daher werden, wie im vorigen urch von Vortheil ist, dass er PA. aber geruchlosen Blü- |» 430 í IV. B. Allgemeiner Rückblick. worden ist, nicht selten auch ausgeprägteste Windblüthen von Insekten aufgesucht und ausgebeutet. *) Die Feststellung dieser Thatsache ist für die Entstehung der — überhaupt von Wichtigkeit; denn der Umstand, dass die niedrigsten und ältesten Phanerogamen**) windblüthig sind, nöthigt uns zü dër Annahme, dass alle insekten- - blüthigen Pflanzen aus einem gemeinsamen Stamme windblüthiger ihren Ursprung genommen haben, dass also die ersten Anpassungen an Insektenbesuch an der Ueber- tragung ihres Pollens durch Wind angepassten Blüthen zur Ausprägung gelangt sind, dass mithin zuerst Windblüthen von Insekten besucht worden sind; diese Annahme wird aber durch die mitgetheilten Beobachtungen jetzt noch stattfindenden Insekten- besuches auf Wihdblüthen thatsächlich begründet. Nur bei verhältnissmässig wenigen Insektenblüthen ist die Darbietung von Ge- nussmitteln, welche die Besucher zu wiederholten Besuchen veranlassen, auf den der Pflanze selbst unmittelbar nóthigen Blüthenstaub beschrünkt; bei weitem die meisten erzeugen entweder einen Ueberfluss von Pollen, oder mado Honig ab und bieten in diesem den Besuchern ein zweites Genussmittel dar. Die Thatsache, dass manche Pflanzen (vgl. Orchideae, Vandinae und Epidendrinae S. 85.) auch ausserhalb der Blüthe Honig absondern, der zwar ebenfalls von Insekten begierig geleckt wird, aber für die Befruchtung natürlich nutzlos ist, macht es wahrscheinlich, dass die Honig- absonderung den Pflanzen, auch abgesehen von der Vermittlung der Befruchtung; nützlich ist und daher auch vor aller Anpassung an Insektenbesuch sich hat aus- prägen können. Mag nun die in Insektenblüthen stattfindende Honigabsonderung vor oder nach der eı“ten Anpassung an den Insektenbesuch, durch irgend welche Ursache bedingt, als Abänderung aufgetreten und durch natürliche Auslese erhalten, ‘und als erbliche Eigenthümlichkeit ausgeprägt worden sein, in jedem Falle erweist sich der Honig als das wirksamste und die grösste Mannichfaltigkeit verschiedenartiger Insekten anlockende Genussmittel. “Dass unter übrigens gleichen Umständen eine Blume, welche Honig absondert, viel reichlicher und, falls der Honig leicht zugäng- lich ist, zugleich von viel mannichfaltigeren Insekten besucht wird, als eine honig- lose, ergibt sich ganz unzweideutig, wenn man in Bezug auf ihren Insektenbesuch Genista mit Lotus, Helianthemum vulgare mit Ranunculus acris, repens, bulbosus, Spiraea filipendula und Ulmaria mit salicifolia, ulmifolia, sorbifolia vergleicht. Ein drittes Genussmittel, welches Insekten zu wiederholten Blüthenbesuchen veranlasst, ist der in fleischigen Blüthentheilen eingeschlossene Saft. Für unsere Wiesenorchideen (Nr. 15—18) ist es durch Darwın’s und meine eigenen directen Beobachtungen ausser Zweifel gestellt, dass das saftige Zellgewebe der Spornwand ‚von den Besuchern erbohrt wird; für Cytisus, Laburnum und Erythraea Centaurium ist ein solches Erbohren eingeschlossenen Saftes nach den von mir berichteten That- sachen sehr wahrscheinlich. Der Umstand, dass viele Fliegen (Empiden, Cono- piden, Bombyliden) sowie die ausgeprägteren Bienen und Schmetterlinge an der Spitze ihrer Saugorgane mit Bohrwerkzeugen versehen sind (siehe II. Abschnitt) lässt sogar schliessen, dass in fleischigen Blüthentheilen eingeschlossener Saft in weit ausgedehnterem Maasse von blumenbesuchenden Insekten erbohrt und genossen wird, als die bisherigen Beobachtungen nachweisen. Von vornherein lässt sich indess vermuthen, und der verhältnissmässig immerhin spärliche Insektenbesuch unserer Wiesenorchideen bestätigt diese Vermuthung, dass eingeschlossener Saft, da er nur *) Siehe Gramineae S. 87, Cyperaceae S. 88, Amentaceae S. 88, Poterium S. 210, Arte- misia S. 397. : **) Siehe Gymnospermae S. 61. Wirkung dargebotener Genussmittel. E Zeitverluste und spärlicherer Ausbeute zu gewinnen ist, eine geringere ng auf blumenbesuchende Insekten ausübt, als frei abgesonderter Honig. E ausser den genannten Stoffen auch Antheren, Staubfäden, Blumen- En Bo kurz alle zarten Blüthentheile, von gewissen Besuchern, namentlich ba s got cgientheh benagt und weggefressen werden, so können sie doch nicht als ida > vortheilhafte Genussmittel der blumenbesuchendes. Insekten mit aufge- Pc groen, da ihr Genuss im Gegentheile oft die geschlechtliche Fortpflanzung glich macht. : ; n E: manchen Orchideen sollen fleischige ‚Vorsprünge der Unterlippe von Pol ser Insekten benagt werden, bei einer brasilianischen Malaxidee Er ya) fas Labellum sich mit losen Zellen füllen, die als Lockspeise a doch fehlen noch die nöthigen Beobachtungen, um die Wirkung dieser Ge- Beo ittel auf den Insektenbesuch zu beurtheilen. Dass auch das Obdach gegen gen und Wind, welches manche Blumen ihren Besuchern gewähren, wiederholten und a 5 : : di nt Insektenbesuch bewirkt, beweisen von unseren Blumen namentlich e y P . . D . ampanulaarten, in deren Blüthenglocken zahlreiche, verschiedenartige Bienen- rberge nehmen, $80 wie die ein vorüber- mà > ` innchen des Nachts und bei Regen He den Blumen von Aristolochia und Arum, C Eee Gefüngniss ihrer Besucher bilden » denen kleine Dipteren einen Schlupfwinkel suchen. Von allen aufgezählten Ge- ussmitteln ist indess ausschliesslich offen dargebotener Honig geeignet, blumen- E Insekten aller Ordnungen zu nützen, und selbst dieser wirkt, indem er n einer bunten Mannichfaltigkeit verschiedenartigster kurzrüssliger Insekten ge- E wird, mittelbar beschrünkend auf den Besuch. langrüssliger Insekten ein, so SAAB die Wirkung dargebotener Genussmittel überhaupt zweckmässiger unter der folgenden Gruppe von Blumeneigenthümlichkeiten zusammenhängend betrachtet wird. ekung anderer blumenbesuchender b. Ausschluss gewisser, verstärkte Anlo Insekten. Pflanze von Vortheil ist, wenn ihre Blüthen von möglichst mannichfachen Insekten besucht werden, insofern sich mit der Zahl der Besucher die Wahrscheinlichkeit der Fremdbestäubung steigert, SO hat andererseits. die Herbeilockung aller möglichen blumenbesuchenden Insekten für die Pflanze auch ihre unverkennbaren Nachtheile; denn 1) befinden sich unter dieser bunten Gesell- schaft auch schädliche Gäste, namentlich gefrüssige Küfer, welche mit den entbehr- e Blüthentheilen zugleich auch die zur Fruchtbildung nothwendigen verzehren; 2) wird jede einzelne Klasse von Besuchern natürlich um so weniger zu wiederholten Besuchen veranlasst, je mehr ihr die vorhandene Blüthennahrung von anderen Be- Suchern entzogen wird: allgemein zugänglicher Honig kann daher gerade die emsig- sten, langrüssligeren Insekten am wenigsten Zu eifrigem Besuche veranlassen ; 3) ist allgemein zugänglicher Honig (und Blüthenstaub) auch dem Regen und damit dem Verderben am meisten ausgesetzt. Eine Beschránkung des allgemeinen Insekten- Zutrittes kann demnach insektenblüthigen Pflanzen vortheilhaft sein, wenn dadurch entweder schädliche Gäste ausgeschlossen, oder bestimmte Klassen von. Besuchern zu eifrigeren Besuchen veranlasst, oder Honig und Blüthenstaub gegen Regen geschützt, oder mehrere dieser Wirkungen zugleich hervorgebracht werden. Bei weitem der grösste Theil der Blumen zeigt daher Eigenthümlichkeiten ; ‘durch welche der allge- meine Insektenzutritt mehr oder weniger beschrünkt wird. Wenn es einerseits für eine 432 | IV. B. Allgemeiner Rückblick. us Beschrünkung des allgemeinen Insektenzutritts durch Eigenthümlichkeiten der Farbe und des Geruchs. Von unmittelbarer Beschränkung des allgemeinen Insektenzutritts durch die Blumenfarbe scheinen die von uns betrachteten Pflanzenarten nur eine Klasse von Beispielen darzubieten. .Die Thatsache nemlich, dass alle trübgelb (schmutziggelb; . braungelb, gelblichweiss) gefärbten Blumen (Bupleurum, Anethum, Pastinaca, Rhus Cotinus, Galium Mollugo, Ruta, N eottia, Evonymus, Euphorbia, Adoxa, Alchemilla) vom Besuche der Käfer gänzlich oder fast gänzlich verschont bleiben, während nächst verwandte, aber lebhaft gefärbte Blumen (die weissgefärbten Umbelliferen, Rubus, Rosa, Galium verum) in mehr oder weniger verheerender Weise von Käfern heim- gesucht werden, dass ferner lebhaft gefärbte Blumen, selbst wenn sie geruchlos sind und keinen offenen oder gar keinen Honig darbieten (Ranunculus, Helianthemum, Papaver, Genista etc.), Käfer an sich locken, lässt sich kaum anders deuten, als dass Käfer ausschliesslich oder vorwiegend durch lebhafte Farben zu den Blüthen gelockt werden. Ist diese Deutung richtig, so musste es Pflanzen mit offen liegen- dem Honige unter Umständen von Vortheil sein, durch trübgelbe Farben den Besuch dieser schádlichen Gáste auszuschliessen. Die Richtigkeit der angegebenen "Deutung gewinnt noch dadurch bedeutend an W ahrscheinlichkeit, dass sich trübgelbe . Farben thatsächlich nur bei Blüthen mit offen liegendem, auch den Käfern leicht zugänglichem Honige finden. DzrrrNo geht in der Annahme einer den Insektenbesuch unmittelbar beschrün- kenden Wirkung der Blumenfarbe sehr viel weiter, indem er behauptet, dass trüb- gelb und purpurngefleckte Blumen nur von Dipteren besucht würden. In Bezug auf ' trübgelbe Blumen wird aber DELPINO’s Ansicht durch meine Besucherlisten, welche für fast alle oben genannten trübgelb gefürbten Blumen auch Hymenopteren, für manche in grosser Zahl und Mannichfaltigkeit, nachweisen, vollständig widerlegt; von purpurngefleckten Blüthen finden sich unter den von mir untersuchten nur zwei, Cypripedium Calceolus, deren als Lichtschirm fungirendes Staminodium mit purpur- nen Flecken geziert ist, und Lycopus europaeus, mit purpurrothen Flecken auf der Unterlippe, aber auch diese Arten stehen mit DELPINO’S Behauptung in directem Widerspruche, da sie vorwiegend von Insekten verschiedener Ordnungen besucht werden. Mittelbare Beschrünkungen des allgemeinen Insektenzutrittes durch Eigenthüm- lichkeiten der Blumenfarbe lassen sich noch mehrere andere erkennen, sie sind aber, da dieselben Blumen, an welchen sie auftreten, gleichzeitig weit durchgreifender . wirkende unmittelbare Beschränkungen des Insektenzutrittes darbieten, von sehr untergeordneter Bedeutung. Mehrere lebhaft gefärbte und besonders zierlich ge- zeichnete Blumen, namentlich Dianthusarten, locken in wirksamster Weise Tagfalter an sich; dadurch, dass diese den vorhandenen Honig wegsaugen, würde, selbst wenn derselbe anderen Insekten zugänglich wäre, der Besuch anderer Honig suchender Insekten beschränkt werden ; aber der Honig befindet sich hier im Grunde so enger Blumenröhren, dass er nur den dünnen Rüsseln der Schmetterlinge zugänglich ist. — Ebenso fallen manche hell gefärbte Blumen, indem sie an schattigen Standorten wachsen oder. das Licht nur schwach reflectiren, bei Tage wenig, bei Abend stark in die Augen (z. B. Plantanthera) und machen sich daher vorzüglich den des Abends fliegenden Schmetterlingen bemerkbar, aber auch hier sind andere Insekten in noch wirksamerer Weise als durch die Farbe durch die Bergung des Honigs im Grunde langer, enger-Röhren vom Genusse desselben ausgeschlossen. durch Farbe und Geruch. 433 Beschränkung des Insektenzutritts i esse des ‚allgemeinen Insektenzutritts durch Eigenthümlichkeiten li oic " sind wahrscheinlich in grósserer Mannichfaltigkeit ausgeprägt, aber die "te BIN iegenden Beobachtungen des Insektenbesuches sind noch zu wenig ein- HNPMUNE — am abschliessende Urtheile Ph pre. Dass um mit Pista: vorsügheon geeignet sind, Aas- und Fleischfliegen anzulocken, ist von vorn san sepas aber inwieweit dieser Geruch zugleich andere blüthenbesuchende KL m. zurückschreckt, muss erst noch durch directe Beobachtung festgestellt wer- erat e piece Blumenwelt bietet dazu keine Gelegenheit dar. — Br ei a ves zweifeln, dass der urinóse Geruch von Arum besonders kräftig an- lieri i. > Psychoden wirkt, da sich diese auch an Abtrittsfenstern in Menge Grae E. se ob aber dieser Geruch zugleich ncn Blumenbesuchemn, in dem He ist, dass er sie vom Besuche ausschliesst, lässt sich an Arum nicht ohne a 4 ens da das den Blätheneingang verschliessende Gitter (S. 72, Fig. 21, 2) inch nsekten überhaupt nicht zulässt. — Dass so starke Gerüche wie die von ; ef Ruta, wie Dzrrrwo behauptet, von Fliegen ims besonderer Vorliebe naut = von anderen piinab ir besonders von Bienen, gomieden werden, TR vn ER mitgetheilten Beobachtungen mit Bestimmtheit 1n Abrede zu Fr lenn nicht nur finden wir dieselben F liegen, welche Anethum und Ruta be- E ies d auch auf den mannichfaltigsten andern, theils wohlriechenden, theils geruch- dm Fe in gleicher Häufigkeit und mit gleichem Eifer beschäftigt, sondern auf 25 Ven en von Anethum wurden ausser 15 Fliegenarten auch 6 Bienenarten und Arten anderer Hymenopteren, auf den Blüthen von Ruta ausser 19 Fliegenarten au : : E 3 Bienenarten und 11 Arten anderer Hymenopteren angetroffen. Weit eher Würde Dxzrerxo's Behauptung auf Sambucus passen, aber die Blüthen dieser Pflanze lich besucht, dass sich aus der bisher fehlen- We en von Insekten überhaupt so spär 1 Beobachtung durchaus nicht schliessen lässt, dass sie nicht gelegentlich auch von den. — Die Prosopisarten, welche selbst E >», bs > sammelnden Bienen besucht wer ? "e starken Geruch entwickeln, finden sich auch auf stark riechenden Blumen teseda, Lepidium, Ruta, Anethum, Achillea, Matricaria) mit besonderer Vorliebe B Jedes Vordrüngen einer Klasse von Besuchern wirkt beschránkend auf andere, . Xr auch diese Wirkung des Geruchs der Blumen ist in keiner Weise eine durch- Steifende. i j : dou dist aromatische, E aiia 5 sclepias. syriaca, Rosa Centi A usées mit Recht hervorhebt , i rang deserti Grade auf die verschied ind sa allgemeinen Insektenzutritts nen in erster Linie durch Bergung der dargebote auch dem Menschen angenehme Blumengerüche, wie sie folia, Thymus, Lavendula entwickeln, wirken, in hohem Grade anziehend auf Bienen; aber in enartigsten anderen Insekten; die Beschrün- finden wir daher auch bei wohlriechenden nen Genussmittel bewirkt. gewisser Klassen blumenbesuchender hränkung oder Bergung der Genussmittel. B. Ausschliessung Insekten durch Bese dargebotenen, E DE Viel durchgreifender als Eigenthümlichkeiten der Farbe und des Geruchs pants EI des Honigs und versteckte Lage des Blüthenstaubes oder Honigs be- u end auf den allgemeinen Insektenzutritt ein. Honiglose Blüthen mit offen vorstehenden Staubgefässen werden fast nur von Pollen fressenden Fliegen, : nam . i S entlich Syrphiden, und von Pollen sammelnden Bienen andauernd besucht, Mü x üller, Blumen und Insekten. 28 3 434 | . IV. B. Allgemeiner Rückblick. Schmetterlinge und nur saugende Fliegen (Empiden, Conopiden, Bombyliden) wer- den an honiglose Blüthen hóchstens durch Anbohren saftiger Blüthentheile auf einige Zeit gefesselt, meist fliegen sie nach wenigen Secunden, von ihrer Hoffnung auf Honig enttäuscht, zu anderen Blüthen; Käfer und Grabwespen verzehren zwar auc Blüthenstaub honigloser Blumen; unvergleichlich häufiger finden sie sich aber in Blumen ein, die ihnen neben Blüthenstaub auch Honig darbieten; nur einige 8°- früssige Lamellicornia (Cetonia, Trichius) weiden mit gleichem Wohlbehagen An- theren, Stempel und Blumenblätter honigloser wie honighaltiger Blumen ab.*) Da hiernach honiglose Blüthen von honigsuchenden Insekten meist vergeblich und daher nur ganz flüchtig besucht werden, ohne desshalb vom Besuche der Blumen verwüstenden Käfer befreit zu sein und ohne die auf Pollenausbeute ausgehenden Insekten unmittelbar zu lebhafterem Besuche zu veranlassen, so sind diese Blüthen honighaltigen gegenüber, unter übrigens gleichen Umstünden, durchaus im Nach-. theil; in den meisten Fällen ist aber dieser Nachtheil durch irgend welche vortheil- haften Eigenthümlichkeiten einigermassen aufgewogen, am häufigsten durch über- schwengliche Pollenproduction, in manchen Fällen (Papaver, Hypericum perf.) ausserdem durch ungewöhnliche Augenfälligkeit, welche auch solche Insekten herbei- lockt, die zwar wenig oder keine Ausbeute finden, aber doch, indem sie auf einigen , Blüthen umhersuchen, durch Pollenübertragung der Pflanze nützen. Wo dagegen à in boniglosen Blüthen mit offnen Staubgefässen. die Pollenproduction und die Augen- | fälligkeit auf niederer Stufe stehen bleibt, wie bei Solanum, Hypericum hirsutum, | quadrangulum, humifusum, Agrimonia Eupat., Anagallis, ist der Insektepbesuch | ein so spärlicher, dass nur regelmässig eintretende Sichselbstbestäubung die Erhal- tung der Art sichert. i Honiglose Blüthen mit geborgen liegenden Staubgefässen lassen sich leichter verstehen, wenn man zuvor die Wirkung der Bergung des Honigs sich klar gemacht hat; wir fassen desshalb zunächst diese ins Auge. Die Bergung des Honigs in einen durch überragende Blüthentheile, Vorsprünge, Haare u. s. w. gedeckten Safthalter hat einen doppelten Vortheil für die Pflanzen im Gefolge: 1) Den Schutz des Honigs gegen Regen und damit die Erhaltung dieses kostbaren Anlockungsmittels der Befruchter auch bei wechselnder Witterung. 2) Die Ermöglichung reichlicher Absonderung und Ansammlung des Honigs und dadurch wirksamere Veranlassung der Befruchter zu wiederholten Besuchen. Mit diesen Vor- theilen ist der doppelte Nachtheil verbunden, dass 1) der Honig um so weniger leicht ' unmittelbar bemerkt wird, je vollständiger er gegen Regen gedeckt ist, wodurch eine grosse Schaar weniger einsichtiger Blumenbesucher vom Genusse desselben aus- geschlossen wird, und dass 2) die einsichtigeren Besucher, welche auch den ver- - steckten Honig aufzufinden wissen, denselben nicht so rasch weg nehmen können, : als wenn er vóllig offen liegt, dass sie also zu langsamerem Ausbeuten der Blumen *j Die auf ihren Insektenbesuch von mir am genauesten untersuchten honiglosen Blumen mit frei hervor stehenden Antheren sind: Clematis recta, Thalictrum aquilegiae- folium und flavum, Anemone nemorosa, Papaver Rhoeas, Chelidonium majus, Helianthe- mum vulg., Hypericum perf., Agrimonia Eup., Spiraea Ulmaria, filipendula und Aruncus. An diesen 12 Arten wurden zusammen 145 verschiedenartige Insektenbesuche von mir beobachtet und zwar: 40 Psde, 6 Pfde, 4 Saft erbohrende Bienen, 2 Pfde, 2 auf Flie- genraub ausgehende, 4 anscheinend vergeblich nach Honig suchende andere Hymenopteren, 57 Pfde Syrphiden, 5 Pfde Musciden, 2 Saft erbohrende Bombylius, 3 anscheinend ver- geblich nach Honig suchende Dipteren, 18 meist Pollen und Antheren fressende, zum Theil jedoch auch andere Blüthentheile (Stempel, Blumenblätter) abweidende Käfer, 2 vergeblich nach Honig suchende Schmetterlinge. Honigs. Wirkung der Bergung des nmi auch zu langsamerer Befruchtungsarbeit veranlasst werden. Beide Nach- E en Er durch besondere Blütheneigenthtimlichkeiten wieder beschränkt E du st in\ ortheile umgewandelt werden. Denn der Ausschluss der überwiegen- aar wenig einsichtiger, kurzrüssligster Blüthenbesucher 1st bloss so lange ein Nachtheil, als langrüssligere Besucher sich in zu spärlicher Menge einfinden, um für ren; sobald aber die durch Ausbildung een das Befruchtungsgeschäft auszufüh E afthalters und einer Saftdecke ermöglichte reichlichere Honigabsonderung und A! ammlung thatsüchlich stattfindet, wird durch diese selbst eine $0 erfolgreiche CR der Anlockung langrüssligerer Insekten bewirkt, dass durch diese Steige- AM Ausschliessung der kurzrüssligen oft mehr als vollstándigen Ersatz findet. xu LACEE der Befruchtungsarbeit durch Bergung des Honigs aber finden mind urch die mannichfachsten untergeordneten Anpassungen 1n jedem. Grade ge- ert und bisweilen vollstindig beseitigt: den Nachtheil, dass gegen Regen m gckter Honig nicht unmittelbar gesehen werden kann, beseitigen nach dem Saft- ü er hin gerichtete, besonders gefärbte Flecken oder Linien, durch welche einsich- siga Besucher augenblicklich über die Lage des Honigs orientirt werden (das Saft- Kin SPRENGEL's); den Nachtheil, dass geborgener Honig langsamer erlangt werden x n als völlig offen liegender, beseitigen bequeme Anflugflächen, Führungen des BR und Rüssels durch bestimmt angepasste Form des Blütheneinganges (vgl. Labiaten, Echium etc.) und Zusammendrängen der Blüthen zu dichteren Gruppen, Welche rasches Uebergehen von Blüthe zu Blüthe ermöglichen (Thymus, Mentha, Jasione) . Die Scabiosen und Compositen endlich liefern uns den thatsächlichen Beleg, dass durch freies Hervorragen der Befruchtungsorgane und dichogamische Ausbil- dung derselben in geschlossenen Blüthenständen selbst massenhafte Befruchtung mit B : ergung des Honigs vereinbar ist. In der eben gegebenen Darstellun s er weniger tief geborgenem Honige ist V eil, welcher die Ausbildung derselben bedingt hat, der Schutz gegen Regen und die Ermöglichung reichlicherer Honigansammlung gewesen sei und erst mittelbar zum Ausschluss der kurzrüssligsten Insekten geführt habe. Man könnte dagegen ein- Wenden, dass sich mit eben $0 viel Berechtigung voraussetzen liesse, der Ausschluss der kurzrüssligsten Insekten sei der nächste, die Bergung des Honigs bedingende Vor- E: theil gewesen, und dieser habe erst in zweiter Linie zum Schutze des Honigs gegen Regen geführt. Aber da die langen Rüssel blumenbesuchender Insekten und die langen Röhren von Insekten besuchter Blumen nur in gegenseitiger Anpassung an . “Mander sich ausgebildet, und nur in gleichem Schritte sich gesteigert haben können, . 80 muss man durchaus annehmen , dass die ersten honigführenden Insektenblumen. offnen Honig dargeboten und dass die ersten blumenbesuchenden Insekten nur zum Ablecken offnen Honigs ausreichende Saugorgane besessen haben. Was konnte nun s erste Entstehung einer Bergung des Honigs und einer Streckung der Rüssel be- dingen? Eine Streckung des Rüssels konnte blumenbesuchenden Insekten keinen r . Vortheil gewähren, so lange e$ nur offnen Honig abzulecken gab; wohl aber war d eine reichlichere Honigabsonderung den I Deckung des Honigs gegen Regen un nsektenblumen von Nutzen, auch ehe sich die blumenbesuchenden Insekten in lang- Tüsslipere und kurzrüssligere gesondert hatten. Die Ausbildung eines Safthalters | "hd einer Saftdecke hat also ohne Zweifel früher ihren Anfang genommen, als ) die Rüsselverlángerung blumenbesuchender Insekten. Erst nachdem bei gewissen Blumen Safthalter, Saftdecke und reichlichere Honigabsonderung sich "ausgeprägt "hatte, war die Möglichkeit gegeben, pf um das Dasein langrüssligeren g der Entstehung von Blumenformen mit mehr orausgesetzt worden, dass der erste Vor- dass der Kam 28 * 1 ‚IV. B. Allgemeiner Rückblick. Abänderungen an Blumennahrung gewöhnter Insekten den Sieg über kurzrüssligere verschaffte. Diese Wirkung der natürlichen Auslese musste bei jeder Insektenab- theilung, falls überhaupt geeignete Abänderungen sich darboten, um so sicherer erfolgen, je abhängiger dieselbe in Folge der angenommenen Ernährungsweise von der Blumennahrung war. So erklärt sich in einfachster Weise einerseits die Ber- gung desHonigs in denGrund der Blüthe unter eine Decke von Haaren oder anderen vorragenden Theilen, andererseits die Anpassung der Rüssel auf Blumennahrung sich beschränkender Insekten an die Gewinnung geborgenen Honigs. Um die Wirkung der blossen Bergung des Honigs in Blüthen mit offenen Staubge- fässen klar zu überblicken, habe ich die Besucher umfassender Gruppen von Blumen mit völlig offnem, mit etwas tiefer liegendem, aber noch unmittelbar sichtbarem, endlich mit völlig gedecktem Honig in eine tabellarische Uebersicht geordnet , deren summarisches Ergebniss ich hier mittheile: . a) Auf den 25 im III. Abschnitte näher besprochenen Umbelliferenarten (Nr. 29—53); deren Blüthen völlig offen liegenden Honig in flacher, adhärirender Schicht. enthalten, beobachtete ich 757 verschiedenartige Insektenbesuche, auf einer Art also durchschnittlich etwa 30. b) Auf 38 Blumenarten, deren Honig ebenfalls unmittelbar sichtbar ist, aber im Grunde einer mehr oder weniger tiefen, regelmássigen Blume sitzt und sich in etwas reichlicherer Menge ansammelt (Cruciferen Nr. 80—85, 85b, $6—93; Polygonum Nr. 128 bis 133; Alsineen Nr. 135—142; Rosifloren Nr. 157—160, 163, 178, 180) beobachtete ich 582 verschiedenartige Insektenbesuche, auf einer Art also durchschnittlich 15—16. c) Auf 27 Blumenarten, deren Honig nicht unmittelbar sichtbar, aber doch den kurz- rüssligsten Insekten zugänglich ist (Geraniaceen Nr. 113—120; Malva Nr. 124— 121;, Epilobium Nr. 153; Campanula Nr. 319—324; Jasione Nr. 325; Ranunculus Nr. 62— 65) beobachtete ich 384 verschiedenartige Insektenbesuche, auf einer Art also durchschnittlich 13 — 14. Wenn man diese verschiedenartigen Besuche nach den Insektenabtheilungen, denen die Besucher angehóren, und innerhalb derselben nach den verschiedenen Rüssellángen ordnet, So kommen auf jede der drei Blumenklassen von je 1000 Besuchen folgende Zahlen auf die einzelnen Insektengruppen : 1) Orthoptera, Neuroptera und Hemiptera: a) 12, b) 3, c) 3. 2) Coleoptera: a) 84, b) 168, c) 76. 3) Langrüsslige Diptera: a) S4, b) 167, c) 78 und zwar Bombylius, Empis und Co- nopiden a) 15, b) 40, c) 26; Eristalis, Helophilus und Volucella aj 69, b) 105, c) 36; Rhingia, die langrüssligste und einsichtigste der Syrphiden a) B bI, TU. 4) Kurzrüsslige Diptera: a) 289, b) 250, cj 180. 5) Apidae: a) 127, b) 292, c) 524 und zwar Prosopis a) 25, b) 14, c) 42; Sphecodes, Andrena und Halictus a) $6, b) 175, c) 250; sonstige mittelrüsslige Bienen a) 15, b) 70, c) 180; Bombus und Anthophora a) 1, b) 33, c) 52. 6) Sonstige Hymenoptera: a) 332, b) 69, c) 91. 7) Lepidoptera: a) 8, b) Al, c) 44. S. TANDEU ax) 0, b) 19; ej 5. F Mit wie viel Zufälligkeiten die Besucherlisten, aus welchen dieses Ergebniss abge- leitet ist, auch behaftet sein mögen, und wie wenig Gewicht daher auf die einzelnen Zahlen auch zu legen sein mag, so ergibt sich doch in unzweideutiger Weise, dass mit ‚der Bergung des Honigs die Zahl der kurzrüssligen Insekten erheblich abnimmt, während - dagegen die der langrüssligeren sich bedeutend steigert und dass namentlich die Bienen zum Uebergewichte gelangen über Käfer, Wespen und kurzrüsslige Fliegen. ' Diejenigen Blumen, welche ihren Honig im Grunde von Röhren bergen, bieten in Bezug auf Röhrenlänge alle Abstufungen, bei den einheimischen Arten von kaum 1 bis zu 30mm, dar. Bei den kurzróhrigsten, z. B. Veronicaarten, wirkt die innen mit einem Haarkranz versehene Röhre ganz ebenso wie die Saftdecke der Malven und Geranien, so dass sie einer besonderen Betrachtung nicht bedürfen. Die Stei- gerung der Röhrenlänge aber erklärt sich allgemein aus dem Vortheile, den es für Wirkung der Bergung des Honigs. wA Sea haben muss, wenn ihre Blüthen von einer bestimmten Gruppe auf E iy Susi sich beschränkender Insekten mit besonderer Vorliebe besucht wer- large: 1 ortheil, der um so grósser sein muss, Je nahrungsbedürftiger und je N ihren Blumenbesuchen die betreffende Insektengruppe ist. Dieser Vor- Seren les ev En ertoioit, je ausschliesslicher der bestimmten Insektengruppe E er zugänglich ist, in Bezug auf langrüsslige Insekten also ud Ver- Euh er honigführenden Blumenröhre, apense erklärt sich die Steigerung der Corre aus dem Vortheile, den es für eine auf Blumennahrung beschränkte art haben muss, wenn ihr der der Mehrzahl der übrigen Insekten unzugäng- liche Honig gewisser honigreicher Blumen zugänglich ist. SN e die. Steigerung der Rüssellänge in gleichem Ve x ea lürftigkeit und Emsigkeit des Blüthenbesuches der Irksamkeit für die Befruchtung der Blumen, so würden die aus diesen sich d ue bedingenden Vortheilen sich ergebenden Anpassungen ziemlich einfach nor zu übersehen sein. Das ist aber keineswegs der Fall. Die nahrungs- ou "aen und emsigsien, daher AR die Befruchtung wirksamsten Blumenbesucher Se Fe die Bienen, da sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Brut aus- ne ich mit Blumennahrung beköstigen; aber der Umstand, dass sie ihre Mund- E V Zur Herstellung der Du gebrauchen müssen, hat der Anpassung en T. ga die Gewinnung tiefer liegenden Honigs gewisse Schranken gesetzt, e für die Schmetterlinge, da sie im fertigen Zustande ausschliesslich der Liebe sita dem Honiggenusse leben, nicht existiren. Obgleich es daher den Bienen ge- dis ist, die in weit geringerem Grade von der Blumennahrung abhängigen Di- can an Rüssellinge weit zu überholen (unsere langrüssligsten Dipteren, Bom- E m und Rhingia, haben 10—12 mm,. unsere langrüssligsten Bienen, Anthophora —n Bombus hortorum, . über 20 mm Rüssellànge), so sind sie doch von den ad e. weit überholt worden (Sphinx ligustri hat 37 —42, Convolvuli 65 ls mm Rüssellänge, die beide freilich nur in Gegenden, wo Blumen mit eben so ngen Röhren wachsen, erlangt haben können). Obgleich daher, der überwiegenden Blüthen d eer Rohrenblumen ihre honigführenden d urch den Ausschluss aller kurzrüsslige C VOR = erer oder engerer Kreis ausgeprägter Bienen um so erfolgrei gezogen wird, und obgleich sich viele von diesen Blumen über epe Form des Blütheneinganges un en durch Bienen angepasst habe . Aüssel der Schmetterlinge in allen diesen B untergeordnete Befruchter nützlich für die Pflanze, oft au Er ae meisten Blumen mit in Röhren geborgenem Honige haben zugleich mehr ds kan e geborgenen Blüthenstaub oder differiren, wenn derselbe offen liegt, ausser qe öhrenlänge in anderen wichtigen Verhältnissen und sind daher nicht geeignet, die Wir- = E tieferer Bergung des Honigs für sich deutlich erkennen zu lassen. Umfassende Gruppen Tar lesem Zwecke sehr geeigneter Beispiele bieten jedoch die Compositen dar. Wenn man tief NED abweichenden Formen absieht, SO liegt im Allgemeinen der Honig am wenigsten ion E den Senecioniden, tiefer bei den Cichoriaceen, am tiefsten bei den Cynareen. 357 I auch von diesen, nemlich a) von 10 Senecioniden (Nr. 344, 346, 350—352, 354, b » 8, 360, 365 — mit 335, durchschnittlich also 33,5, verschiedenartigen Besuchen ; Tid 15 Cichoriaceen (Nr. 310—316, 318—385 — mit 356, durchschnittlich also 23—24, 189 rasen Besuchen) ; c) von 10 Cynareen (Nr. 321—332, 335, 331—339 SEGN ; E en also 18—19, verschiedenartigen Besuchen) eine tabellarische Ueber- à er nach Insektenabtheilungen unc rhültnisse mit der Nah- Insekten, also auch mit thätigkeit der Bienen entsprechend, Röhren so weit verlängert haben, ren Insekten vom Honiggenusse ein cher von denselben _ diess durch Grösse hen unverkennbar speciell der d der Anflugfläc n, so behalten doch die langen und dünnen itt, oft als lumen zum Honige freien Zutr ch derselben vóllig nutzlos. | innerhalb derselben nach Rüssellängen gruppirten ——Ó EQ 2 IV. B. Allgemeiner Rückblick. « Besucher angefertigt, nach welcher auf jede der drei Compositenabtheilungen von je | Blüthenbesuchen folgende Zahlen auf die einzelnen Insektengruppen kommen: 1) Langrüssligste Bienen, Bombus und Anthophora a) 15, b) 48, cj 211. Bauchsammler (langrüsslig) a) 27, b) 48, c) 131. Sonstige lang- und mittelrüsslige Bienen a) 42, b) 126, c) 85. .Sphecodes, Andrena, Halictus (mittelrüsslig) a) 167, b) 399, c) 196. Prosopis und Colletes (kurzrüsslig) a) 30, b) 8, c) 5. Sonstige Hymenopteren (meist sehr kurzrüsslig) aj 137, b) 17, c) 35. - Langrüsslige, nur saugende Dipteren (Bombylius, Empis, Conopiden) a) 42, bj 42, c) 35. : ) Langrüssligste Syrphide (Rhingia) a) 3, b) 3, c) 10. ) Weniger langrüsslige Syrphiden (Eristalis, Helophilus, Volucella) a) 92, b) 84. c) 55. | Kurzrüsslige Dipteren a) 242, b) 121, c) 10. Lepidoptera a) 80, b) 67, c) 171. Coleoptera a) 116, b) 34, c) 45. ) Hemiptera und Panorpa a) 9, b) 3, c) 10. red Dieser Ueberbliek zeigt deutlich, wie mit der tieferen Bergung des Honigs bei den Compositen der Besuch der ausgeprägteren Bienen sich steigert, während der der Fliegen, trotz der offnen Lage des Blüthenstaubes, abnimmt. Er zeigt diess allerdings nur in Be- . zug auf die Mannichfaltigkeit der Arten, aber wenn es möglich wäre, die Häufigkeit der Besuche der einzelnen Arten durch Zahlen auszudrücken, so würde die Steigerung des Bienenbesuchs in noch weit stürkerem Verhältnisse hervortreten, wie ich nach vielfachen Beobachtungen auf das bestimmteste versichern zu können glaube. i Von diesen ersten Stufen der Röhrenverlängerung-und der Steigerung des Bienen- besuchs durch Ausschliessung kurzrüssliger Insekten vom Honiggenusse führen nun die ' mannichfachsten Abstufungen zu immer längeren Blumenróhren und damit zur Beschrän- kung auf einen. immer engeren Kreis immer langrüssligerer Bienen, die dann immer aus- schliesslicher die Honigausbeute für sich allein davon tragen*) und daher zu um so emsigerem Besuche veranlasst werden und um so speciellere Anpassung der Blumenform ermöglichen, am Ende dieser Reihe stehen Blumenformen von 16—20 mm Röhrenlänge, deren Honig nur noch den langrüssligsten unserer Bienen (einigen Bombus- und Antho- phoraarten) zugänglich ist. (Aquilegia, Delphinium, Pedicularis, Lamium maculatum etc.) Diese Stufenfolge röhriger Blumenformen nach der Beschränkung des Bienenbesuchs auf einen immer engeren Kreis immer langrüssligerer Arten geordnet hier zusammen zu stellen, hindern mich Schwierigkeiten, welche sich nur durch weit eingehendere und um- fassendere Beobachtungen überwinden lassen. Die Röhrenlänge der Blumen allein ist nemlich für die zur Erlangung des Honigs erforderliche Rüssellänge nicht maassgebend, da oft die Erweiterung des Blütheneinganges dem Besucher auch den Kopf und selbst den vorderen Theil des Leibes mehr oder weniger tief einzuführen gestattet, und da ferner QU do M9 n es Nerape UON sg -1 O5 .der den Grund der Röhre füllende Honig oft bis zu betrüchtlicher Höhe in derselben sich ansammelt. Ich verweise daher auf die specielle Erórterung der Blütheneinrichtungen der Sileneen, Boragineen, Serophulariaceen, Ericaceen u. s. w. Obgleich, der überwiegenden Blüthenthätigkeit der Bienen entsprechend, in den bei weitem meisten Fällen die Verlängerung der Röhren durch den Vortheil gesteigerten Bienenbesuchs bedingt gewesen ist, so ist diess doch keineswegs allge-. mein der Fall. Die Blumenglóckchen von Scrophularia und Symphoriearpus ent- sprechen in ihrer Weite gerade den Köpfen der Vespaarten, die, durch die unge- wöhnlich reiche Honigabsonderung angelockt, in überwiegender Menge diese Blumen besuchen und dadurch den Zutritt anderer Insekten, denen der Honig natürlich ebenfalls zugänglich ist, erheblich beschränken. *) Abgesehen natürlich von dem Honigraube durch Einbruch, den besonders Bom- bus terrestris häufig verübt. Blüthenstaubes. Wirkung der Bergung des i is m Blumen haben den Hönig im Grunde so langer and enger Róhren ge- ai Š dass er nur den langen, dünnen Rüsseln der Schmetterlinge zugänglich ist; linge PRIOR bei der geringen Nahrungsbedürftigkeit und Emsigkeit der Schmetter- icut ER derartige Beschränkung nur einer verhältnissmässig geringen Zahl von enarten von Vortheil sein. Von einheimischen Blumen zählen dahin: a) Tag- Dianthusarten, Lychnis Githago. b) Naghtblumen : ymnadenia conopsea, Platantheraarten, Saponara off., Lychnis vespertina, Loni- re und Perielymenum. Die genannten T agblumen schliessen durch ngigkeit, die genannten Nachtblumen zugleich durch Länge der honigführenden sch alle übrigen Insekten, vom Genusse Rö T OEN > hren die Bienen, und noch mehr natürlic des Honigs aus. À Ebenso wie in den meisten Röhrenblumen die gesteigerte Verlà Röhren, wirkt in manchen Blumen ein Verschluss des Zuganges zum Honige, der wohl von den Bienen, nicht aber von den Fliegen geöffnet werden kann, aus- schliessend auf den Besuch der letzteren; steigernd auf den Besuch der ersteren. Es genügt, in dieser Beziehung an den geschlossenen Blütheneingang von. Antirrhinum Symphytum, Salvia, und Linaria, an den Verschluss des Honigzuganges bei Borago, Anchusa, an das an den zugleich als Saftdecke dienenden Blüthenverschluss von is, Vicia sepium, cm Zusammenschliessen der Blumenblätter bei Lathyrus pratensi Em sativum und einigen anderen Papilionaceen zu erinnern. Auch zwischen der- artigen Verschlüssen dringen in vielen Fällen die dünnen Rüssel der Schmetterlinge unbehindert hindurch. blumen : Anacamptis pyramidalis, ngerung der | Wirkung der Bergung des Blüthenstaubes. Offen liegender Blüthenstaub ist dem Verderben durch Regen, dem Verzehrt- . . werden durch Fliegen und Käfer, dem Weggeschlepptwerden durch Pollen sam- . melnde Bienen am meisten ausgesetzt; die erste dieser 3 Möglichkeiten ist für die. Pflanze unbedingt ein Nachtheil, die zweite kann ihr nur dann nachtheilig werden, wenn der Blüthenstaub von Fliegen und Käfern verzehrt wird, ohne in hinreichender viel leichter dagegen vortheilhaft, Menge auch auf Narben verschleppt zu werden, indem letzteres geschieht, die dritte führt bei eintretendem Besuche Pollen sammeln- für die Pflanze nur vortheilhaft. is Bienen fast stets zur Befruchtung und ist daher Wie die Bergung des Honigs, so muss daher auch die Bergung der Staubgefásse | zuerst durch den Vortheil, welchen der Schutz derselben gegen Regen der Pflanze gewührt, bedingt gewesen sein. ' Da" dieser Vortheil mit dem Nachtheile, dass ge- borgener Blüthenstaub nicht so leicht von jedem beliebigen Besucher berührt und auf Narben verschleppt werden kann, untrennbar verknüpft ist, so hat sich Bergung der Staubgefüsse keineswegs in grosser Allgemeinheit ausgebildet ; selbst von den- jenigen Blumen, welche ihren Honig iefere Bergung auf einen immer durch immer t engeren Kreis langrüssliger Insekten beschränkt haben , bieten viele ihren Blüthen- staub, dann aber auch ebenso ihre Nar be der freien Berührung beliebiger Besucher, < die dann in untergeordneter Weise als Befruchter wirken , dar, (vgl. Compositen, . Sileneen, Aesculus, Echium, Oenothera, Lonicera etc.), und alle Blumen mit gebor- genen Staubgefässen haben den Vortheil, denselben gegen Regen geschützt zu be- halten, nur erlangen können, indem der Nachtheil weniger allgemein möglicher | Pollenübertragung durch besond ere Anpassung an um so sicherere Uebertragung durch bestimmte, vorzugsweise angelockte | Insekten aufgewogen “oder selbst in ent- schiedenen Vortheil umgewandelt wurde. Daher bieten uns die Blüthen mit gebor- UB n MI MI IT LUN qt M dud I || i | EB n nd 440 IV. B. Allgemeiner Rückblick. genem Blüthenstaube die engsten Anpassungen der Blumenformen an die bestimmten Formen und Dimensionen eines mehr oder weniger engen Kreises bestimmter Be- sucher dar (vgl. Orchideen, Iris, Fapiliahadeun, einige Boragineen, Labiaten, Sero- phulariaceen, Apocyneen, Ericaceen u. a.), Anpassungen, welche ausnahmelos be- wirken, dass der Blüthenstaub einen er Körpertheil dieser bestimmten Besucher behaftet und von demselben auf dieNarben anderer, seltner auch derselben Blüthen übertragen wird. Diese Anpassungen nützen also in erster Linie durch Sicherung der Fremdbestäubung bei eintretendem Besuche bestimmter Insekten und gehören daher in die folgende Klasse von Blumeneigenthümlichkeiten; je vollkomm- ner aber derartige Blumen. der Fremdbestäubung durch bestimmte Insektenformen angepasst sind, um so mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass beliebige andere Besucher ebenfalls fremdbestäubend wirken, um so mehr wird der Zutritt beliebiger anderer Besucher zum Pollen nutzlos für die Pflanze oder durch Vertilgung . des Pollens direct schädlich, in zweiter Linie nützt daher die Bergung des Pollens auch durch Beschränkung d trachten. Bergung des Pollens ide einen Kegel zusammengeneigter Antheren (Viola, Bo- rago, Symphytum) verhindert das Verzehrtwerden desselben durch Käfer und Fliegen und erschwert auch den Bienen sein Einsammeln, wührend honigsuchende Bienen nur zum Honige gelangen können, indem sie den Kegel öffnen und sich mit Pollen behaften. — ; Bergung der Staubgefässe in offnen Röhren (Myosotis, Vinca, Syringa u. a.) hindert ebenfalls Käfer am Verzehren, Bienen am Einsammeln desselben, gestattet jedoch, wenn die Róhre weit genug ist (Syringa), dem entwickelteren Rüssel gewisser Syrphiden, in die Röhre eindringend den Pollen zu verzehren, während engere Röhren (Myosotis, Vinca) auch alle Dipteren am Pollenfressen verhindern und über- m Insektenbesuchs, und diese Wirkung ist hier zu be- haupt den Besuchern nur Ausbeutung des Honigs gestatten; durch das Schliessen der die Staubgefässe enthaltenden Röhren (Anchusa, Linaria, Antirrhinum) werden alle Insekten ausser Bienen, Schmetterlingen und winzigen Eindringlingen nicht nur - vom Genusse des Honigs, sondern auch des Blüthenstaubes ausgeschlossen. — Auch in herabhängenden, nicht zu weiten Glöckchen eingeschlossene Staubgefässe (Aspa- ragus, Convallaria, Erica, Vaccinium) sind der Ausbeutung ihres Pollens durch Fliegen (Asparagus, Convallaria) oder überhaupt (Erica, Vaccinium) entzogen ; diese Glóckchen werden daher überwiegend oder ausschliesslich von Honig suchenden Insekten besucht. — Die Bergung der Staubgefässe unter einem gewölbten Regen- dache (Iris, die meisten Labiaten) hindert zwar nicht, beschränkt aber in hohem - Grade die Ausbeutung des Pollens durch die Besucher; Käfer finden denselben gar nicht, von Dipteren verstehen nur einige EMPIRE. besonders Rhingia, den so geborgenen Pollen zu gewinnen, von Bienen zahlreichere. — Der vollstindigste Ab- schluss des Pollens ist in denjenigen Blumen erreicht, in welchen die Staubgefässe von Blumenblättern völlig umschlossen liegen (Fumariaceen, Papilionaceen, Rhinan- thus, Melampyrum, Pedicularis, Salvia) oder in welchen die Pollenkórner, zu zu- sammenhangenden Massen vereint, rings umschlossen in Taschen versteckt sind (Asclepiadeen, Orchideen). Bei diesen Pflanzen treffen wir, der verschwundenen Möglichkeit gelegentlicher .Pollenübertragung durch beliebige Besucher entsprechend, die vollkommenste Anpassung an sichere Anheftung des Pollens an die vorzugsweise angelockten Insekten und an sichere Uebertragung durch dieselben auf Narben anderer Blüthen, indem bei den ersteren die Honig oder Pollen suchenden Bienen durch den Blüthenmechanismus genóthigt sind, durch die Gewinnung der Blüthen- ts durch Blüthezeit und Standort. 441 B E s re eschränkung des allgemeinen Insektenzutrit ci selbst Antheren oder Blüthenstaub aus der Bansehietang hervor zu drän- nn aedi mit Pollen Zu behaften, der dann in weiter besuchten Blüthen auf die n pot wird, wührend bei den letzteren ebenso unvermeidlich die besuchen- : en die Pollinien sich anklemmen oder ankitten, aus ihren 'Taschen ziehen u » nd auf Narben übertragen. er Blüthenmechanismus ist bei diesen Pflanzen so prácis und sicher wirkend, d us s E er bei manchen derselben selbst bei Beschränkung der dargebotenen Blumen- E auf blossen Blüthenstaub (Genista, Sarothamnus etc.) oder auf Blüthenstaub zu-erbohrenden Saft (Cytisus) oder lediglich auf zu erbohrenden Saft (Orchis) bos T ügt, die Fremdbestäubung der Pflanze zu sichern. ER zen die bisher betrachteten Beschränkungen des allgemeinen Insektenzutrittes | dis e ur zwei Abtheilungen blumenbesuchender Insekten die ausschliessliche CORE Ü d erg Ausbeute der Genussmittel gewisser Blumen zu Theil, nemlich 1 Br zahlreichen Fällen den Bienen, die aber den Honig in der Kegel mit "T erlingen theilen müssen, 2) in verhältnissmässig wenigen Fällen den Schmet- gen, die aber dann, wenn der Blüthenstaub offen liegt, den Fliegen das Ver- Eo ehren, den Bienen das Sammeln desselben und die Rolle untergeordneter Befruchter über 7 Ea. Jod indo eii à : lassen müssen.. Mit viel strengerer Ausschliesslichkeit werden gewissen win- a einen geschützten Schlupfwinkel suchenden Dipteren die Genussmittel der- E DH Blumen zu Theil, welche sich aufs engste dieser besonderen Neigung dieser e p» Gäste angepasst haben und von denselben den Vortheil der Fremdbestäubung d Beer? (Aristolochia Clematidis, Arum maculatum) ; denn den meisten anderen , Sexten ist schon durch die Enge der Eingänge der Zutritt in d Verwehrt. ; Y- Beschränkung des allgemeinen Insektenzutritts durch | Blüthezeit und Standort. Neh anal kann jede Blumenart nur von denjenigen Insekten besucht Pf. efruchtet werden, welche gerade zur Blüthezeit und an den Standorten der "ge auf Blumennahrung ausgehen ; der Kreis der Besucher einer Pflanze ist also ER die Jahreszeit und Tageszeit ihres Blühens, durch ihre geographische Verbrei- g und die besondere Natur ihrer Standorte bedingt. Umgekehrt lässt sich mit = gig (Alc. appunti) annehmen, dass die geographische Verbreitung vieler Blumen Sols re Grenze findet, wo ein Mangel zu ihrer Befruchtung geeigneter Insekten ein- ug „Die speciellen Beispiele aber, welche Derrıno dafür anführt, gründen sich | os auf noch unzureichende Beobachtungen. *) Auch um den Kreis der Be- er einzelner Blumenarten in allen Einzelheiten als durch Blüthezeit, Standort, a: anderer Blumen und beschränkende Eigenthümlichkeiten der. Blumen st bedingt nachzuweisen, sind die bis jetzt vorliegenden Beobachtungen noch bei wei ; eitem nicht ausreichend. l l * Dass Blumen, welche nur des Nachts geöffnet sind, durch ihre Blüthezeit allein n Besuch aller nur bei Tag fliegenden Insekten ausschliessen, ist selbstverständlich, Rosen durch das Vorkommen der Dn. yilobium und Myosotis ausschliesslich 3^ c) E ^ " á | So soll die geographische Verbreitung der Besucherlisten widerlegt wird. toni M Rs Glaphyriden bedingt sein (pag: 18), Ej i ienen befruchtet werden (pag: 19), Was durch meme en Schlupfwinkel IV. B. Allgemeiner Rückblick. aber die einheimische Blumenwelt bietet kaum deutliche Beispiele dafür dar. Von den weiter oben angeführten, der Befruchtung durch Schwärmer und Nachtfalter angepassten Blumen óffnet sich Lychnis vespertina des Abends, ohne jedoch dess- halb bei Tage unzugünglich zu sein; auch die übrigen schliessen nur durch ihre langen, engen Róhren die Taginsekten vom Honiggenusse aus und locken durch helle Farbe und Abends am stärksten entwickelten Duft Schwärmer und Nachtfalter besonders wirksam an. 2. Eigenthümlichkeiten der Blumen, welche Befruchtung bewirken. a. Passende Beschaffenheit des Blüthenstaubs und der;Narbe. Alle bisher besprochenen Eigenthümlichkeiten der Blumen können den Pflanzen - nur von Vortheil sein, insofern sie mittelbar dazu beitragen, dass die besuchenden Insekten Blüthenstaub auf die Narben anderer Blüthen übertragen. Diese Wirkung - wird aber erst dadurch möglich, dass sowohl der Blüthenstaub die geeignete Beschaf- fenheit besitzt, um den Besuchern sich anzuheften, als auch die Narbe die geeignete Beschaffenheit, um den angehefteten Blüthenstaub den Besuchern wieder zu ent- reissen ; sie wird begünstigt durch eine derartige Anordnung der Geschlechtstheile oder Reihenfolge ihrer Entwickluhg, welche sicheres Uebertragen des Pollens auf Narben anderer Blüthen herbeiführt; sie wird endlich in hohem Grade gesteigert - dadurch, dass viele dichogamische Blüthen mit frei hervorragenden Geschlechts- theilen sich der Art vereinigen, dass ein einziger Besucher massenhafte Fremdbe- stäubung bewirken muss. i Während bei den-Windblüthen der Pollen, der gleichmässigen Wirkung seines Uebertragers entsprechend, sehr übereinstimmend aus losen, glatten, leicht ver- streubaren Körnern besteht, bietet derselbe bei den Insektenblüthen eine grosse Mannichfaltigkeit das Anheften an die Besucher ermöglichender Eigenthümlichkeiten dar; in allen Fällen aber steht die Beschaffenheit der Narbe in engster Beziehung ZU der Beschaffenheit des Blüthenstaubs und ist durch Klebrigkeit oder "vorspringende Papillen zum Festhalten desselben geeignet. — Bei den Pflanzen mit Bestreuungs" vorrichtung (mehrere Scrophulariaceen, Ericaceen u. a) finden sich die losen, glatten Pollenkörner der Windblüthen, aber eingeschlossen in Behältern, aus denen sie erst ` durch den Stoss eines Besuchers befreit und, oft durch besondere. Haare in ihrer Fallrichtung gesichert, auf die Oberseite desselben gestreut werden. Bei Syringà und Symphoricarpus wird der Rüssel oder Kopf des Besuchers erst durch Benetzen mit Honig, bei Vinca und Polygala durch einen von der Narbe, bei Bryonia, Marru- - bium, Sideritis u. a. durch einen von kugligen Zellen der Antheren gelieferten Klebstoff zum Anheften des Pollens befähigt; bei weitem in den meisten Fällen, namentlich bei den allgemein zugänglichen Blüthen, ist der Pollen an sich so klebrig . oder stachlig rauh, dass er mit Leichtigkeit an der meist behaarten Oberfläche der - Besucher haften bleibt; bei Cypripedium bildet er eine steife, schmierige Masse, die sich dem unter ihr hindurch zwüngenden Insekte anklebt und von demselben an der. rauhen Narbenflüche der náchstfolgenden Blüthe abgestrichen wird; bei Orchis ist eT . zu Klümpchen verwachsen, die mit elastischen Füden zu einem Staubkölbchen ver- einigt sind, und das ganze Staubkölbchen kittet sich mittelst besonderen Klebstoffs dem Besucher an, die Narbe ist klebrig genug, um die sie berührenden Klümpchen so fest zu halten, dass beim Zurückziehen des Besuchers die elastischen Fäden der- m an" 9 u eh Fremdbestäubung bei eintretendem, Sichselbstbest.bei ausbleibendem Insektenbesuche. 443 : selben zerreissen ; bei Asclepias sind alle Pollenkörner derselben Antherenhälfte zu I einzigen Platte verwachsen, die mittelst des Klemmkörpers einer Kralle des esuchers angeheftet, in einem engen Spalte der Narbenkammer gefangen und im Ganzen abgerissen wird. : Nicht nur die Massenbeschaffenheit des Pollens und die Oberfläche der Narbe, welche denselben fest halten muss, bedingen sich gegenseitig, auch die Grösse der Pollenkörner und die Länge der Griffel, welche von den aus ihnen sich entwickeln- den Pollenschliuchen durchlaufen werden müssen, stehen in engster Wechselbe- Zehung zu einander, wie sich aus der verschiedenen Grósse der in verschiedner Hóhe entwickelten Pollenkórner dimorpher und trimorpher Pflanzen ergibt (vgl. Lythrum). b. Eigenthümlichkeiten der Blumen, welche Fremdbestäubung bei eintretendem, Siehselbstbestáubung bei augbleibendem Insektenbesuche bewirken. n der Blüthen an den Insektenbesuch bedingende Vortheil in der durch die besuchenden Insekten bewirkten Fremdbestäubung besteht, 80 müssen Blumeneigenthümlichkeiten, welche bei eintretendem Insektenbesuche ` Fremdbestäubung unausbleiblich, Selbstbestäubung unmöglich machen, von ganz, besonderem Vortheile für die Pflanzen sein, aber nur unter der Bedingung, dass Insektenbesuch wirklich reichlich genug stattfindet, um Fremdbestáubung zu sichern. S Wird diese Bedingung nicht regelmässig erfüllt, so ist es offenbar weit vortheilhafter für die Pflanzen, in jedem Falle durch Sichselbstbestäubung sich fortpflanzen zu können und bei eintretendem Insektenbesuche nur die Möglichkeit der Fremdbestáu-. i bung offen zu behalten, als bei eintretendem Insektenbesuche unausbleiblich Fremd- bestäubung zu erleiden und bei ausbleibendem Insektenbesuche ganz unbefruchtet zu bleiben. Dieser unbestreitbare ursächliche Zusammenhang zwischen thatsächlich Stattfindendem Insektenbesuche und Sicherung der Fremd- oder Sichselbstbestäubung erklärt in einfachster Weise den aus der Beobachtung der Blumeneinrichtungen und ihrer Insektenbesuche sich ergebenden, bereits weiter oben ausgesprochenen Erfah- tungssatz: »Wenn nächst verw andteundin ihrer Einrichtung übri- Sens übereinstimmende Blumenformen in der Reichlichkeit des Insektenbesuchs (die, wie wir sahen, durch verschiedengradige Entwicklung de Augenfälligkeit, des Duftes, der dargebotnen Genussmittel oder der Bergung - Sicherung der Fremd- derselben bedingt sein kann) und zugleich in der bestäubung bei eintretendem, der Sichselbstbestäubung bei aus- bleibendem Insektenbesuche differiren, so hat unter übrigens 3 gleichen Umständen ohne Ausnahme diejenige Blumenform die Io em meisten gesicherte Fremdbestäubung, welcher der reich- B liehste Insektenbesuch zu Theil wird, diejenige dre ge ne aru Sichselbstbestäubung, welche am spärlichsten von Insekten be- Sucht wird. *) as Nur im engsten Zusammenhange mit dem thatsächlich stattfinden- den Insektenbesuehe lassen sich daher der Vortheil der Fremdbestäubung und der Sichselbstbestäubung richtig beurtheilen, und nur die völlige Vernachlässigung dieses M. Zusammenhanges macht es erklärlich, dass HIEDEBRAND und Axrrı in ihrer Werth- Wenn der die Anpassunge MEINES = S Si Np seien. rennn ER *\ ` s . ae - pi iu 1 Malv; Vgl. Rhinanthus, Lysimachia, Euphrasia off., Rosa, uem Epilobium, Geranium, va, Polygonum, Stellaria, Cerastium, Veronica, Hieracium, Senecio u. a. ‚444 X IV. B. Allgemeiner Rückblick. schützung der beiden Bestäubungsarten zu gerade entgegengesetzten Ergebnissen gelangt sind, indem HILDEBRAND in seiner » Geschlechtervertheilung« die Blüthen- einrichtungen nach abnehmendem Grade der Verhinderung der Selbstbestäubung ordnet und diejenigen als die vollkommensten zu betrachten scheint, bei denen Selbst- bestäubung am wenigsten möglich ist, während dagegen AxxErr nachzuweisen sucht, dass die Blütheneinrichtungen der Phanerogamen in einer und derselben Entwick- lungsreihe fortgeschritten seien, als deren letzte vollkommenste Glieder er die sich regelmässig selbstbestäubenden Pflanzen betrachtet. *) Beide Ansichten sind nur theilweise richtig; die Wahrheit liegt in der Mitte. Durch den schon in der Ein- leitung dieses Buches durch allgemeine und im III. Abschnitte durch zahlreiche spe- cielle Thatsachen begründeten Satz, dass Fremdbestäubung einer Pflanze nützlicher ist als Selbstbestäubung, Fortpflanzung durch Sichselbstbestäubung aber immer noch unendlich vortheilhafter als gänzliches Ausbleiben der Befruchtung und: der Fort- pflanzung, wird HILDEBRAND s Grundgedaüke eines Gesetzes der vermiedenen Selbst- bestäubung wesentlich modifieirt; auch was H. von der Verhinderung der Selbst- bestäubung durch Dichogamie sagt, ist nur in beschränktem Maasse richtig. Dass aber auch AxzELr's Ansicht von einer einzigen Vervollkommnungsrichtung der Pha- nerogamenblüthen keineswegs haltbar ist, stellt sich mit vollster Sicherheit heraus, sobald man die Sicherung der Fremd- und der Sichselbstbestäubung in Pha- — /nerogamenblüthen im Zusammenhange mit der Sicherung des Insektenbesuches , überblickt. NEL a su =, cs EARUM Die ältesten Phanerogamenblüthen, welche sich der Uebertragung ihres Blüthen- staubes durch Insekten anpassten, besassen ohne Zweifel diejenigen Eigenthümlich- keiten, durch welche Insekten vorzugsweise zu häufigen Blüthenbesuchen veranlasst werden, nemlich Augenfälligkeit, Duft, Honigabsonderung, noch in so wenig aus- gebildetem Zustande, dass ihnen Insektenbesuch in der Regel nicht in. einem die , Fremdbestäubung sichernden Grade zu Theil wurde; unter diesen Umständen musste ' es vortheilhaft für sie sein, beide Geschlechter in derselben Blüthe zu vereinen und dadurch die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung zu gewinnen. Damit stimmt die Thatsache überein, dass, während die Gymnospermen diklinische Windblüthen be- sitzen, bei der grossen Mehrzahl der insektenblüthigen höheren Phanerogamen beiderlei Geschlechter in derselben Blüthe vereint sind.**), Sobald aber bei irgend welchen insektenblüthig gewordenen Pflanzen durch Stei- gerung der Augenfälligkeit oder des Geruchs oder der dargebotenen Genussmittel die *) Vgl. die geschichtliche Einleitung, Seite 18 u. 19. **| Mein Bruder Fritz MÜLLER ist der Ansicht, dass nicht nur bei den Pflanzen, sondern ebenso auch bei den Thieren Getrenntgeschlechtigkeit das Ursprüngliche war und begründet diese Ansicht in einem Briefe an mich mit folgenden Worten: »Für die Pflan- zen scheint mir namentlich der (schon von DErPINO hervorgehobene) Umstand von Be- . deutung, dass die getrenntgeschlechtigen Gymnospermen nicht nur die untersten, sondern auch die ältesten aller Phanerogamen sind. Für die Thierwelt wird die entgegengesetzte Ansicht gewöhnlich durch die im Allgemeinen richtige Behauptung gestützt, dass Herma- phroditismus sich gerade bei den niederen Formen der verschiedenen Kreise findet. Man führt die Synapten unter den Echinodermen, die Rankenfüsser unter den Crustaceen, die Protula Dysderi unter den Anneliden an. Ist aber HÄCKEL’s Ansicht über den Ursprung der Echinodermen richtig, und sie hat jedenfalls viel für sich, so stehen gerade die Syn- apten der Urform am fernsten. Bei ihnen mag die Lebensweise unter der Erde zum Hermaphroditismus geführt haben, wie das Festsitzen bei den Rankenfüssern und Protula. Bei den Borstenwürmern sind die Geschlechtstheile der eingeschlechtigen Arten von äusserster Einfachheit, die der hermaphroditischen Regenwürmer höchst complicirt, was jedenfalls nicht die letztere Bildung als die ursprüngliche kennzeichnet. Bei den Ranken- füssern dürften die von DARWIN entdeckten sonderbaren »complemental males« als letzter Rest der früheren Getrenntgeschlechtigkeit anzusehen sein.« YN 5 ausbleib endem Insektenbesuche. 445 remdbestäubung bei eintretendem, Sichselbstbest. b. Häufigkeit des Insektenbesuchs sich in dem Grade gesteigert hatte, dass Fremdbestäu- Y bung regelmässig stattfand und die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung völlig nutz- N los wurde, konnte letztere, wie jede nutzlos gewordene Eigenthümlichkeit, wie ja ^ selbst die Wirksamkeit der Fremdbestäubung bei andauernd nur auf ungeschlecht- lichem Wege vermehrten Pflanzen, auch wieder verloren gehen und ist in zahlreichen Füllen thatsächlich wieder verloren gegangen, und zwar bei verschiedenen Pflanzen m ganz verschiedener Weise, je nach den Abünderungen, welche sich darboten und Je nach den bestimmten Anpassungen an Insektenbesuch, welche bereits erlangt Waren, bald durch zeitliches, bald durch räumliches Auseinanderrücken der Ge- schlechter derselben Blüthe, bisweilen auch durch Zurückkehren zum Diklinismus. E. (Asparagus off., Ribes alpinum, Rhus Cotinus, Lychnis vespertina u. a. bieten Y unzweideutige Beispiele zum Diklinismus zurückgekehrter oder zurückkehrender A witterblüthiger Pflanzen diei dao F ET. - z .. Bei unzureichendem Insektenbesuche war es also ei tenblüthiger Pflanzen, von Diklinismus zum Monoklinismus -Telchlichén Insektenbesuch gesicherter Fremdbsstäubung W Umwandlung eine Vervollkommnung.*) ; Ebenso ist es mit allen anderen Blumeneige bestäubung oder: Sichselbstbestäubung sichern. So Sanzen Gattungen und Familien in solcher Allgemein : Zweifeln ist, dass sie schon von den gemeinsamen Stammeltern dieser Gattungen oder Familien als vortheilhafte Bigenthümlichkeit erworben wurde; aber die unschein- barsten, den spärlichsten Insektenbesuch an sich ziehenden Arten dieser Gattungen und Familien sind zu regelmässiger Sichselbstbestäubung zurückgekehrt und haben Sich vervollkommnet, indem sie diese entgegengesetzte Richtung der Umbildung ein- Seschlagen haben (vgl. Senecio vulgaris, Malva rotundifolia, die kleineren Geranium- Bien, Stellaria modia a à... Bei Hhinsnibns crista galli "se Fremdbestäubung bei ausreichendem Insektenbesuche durch räumliches Auseinanderrücken der Geschlechter j gesichert, der Griffel hat sich so gestreckt, dass die Narbe von den besuchenden |X Insekten berührt werden muss, aber die weniger augenfällige Abart krümmt die ausbleiblich Sichselbstbestäubung erfolgt. Es ne Vervollkommnung insek- überzugehen, bei durch ar die entgegengesetzte nthümlichkeiten, welċhe Fremd- findet sich die Dichogamie bei nheit ausgeprägt, dass kaum zu Lr Griffelspitze so weit zurück, dass un N Würde nutzlose Wiederholung sein, wollten wir alle im dritten Abschnitte eingehen- N. der erörterten Fälle nochmals aufzählen, in denen die den spärlichsten Insekten- besuch erfahrenden Varietäten, Arten oder Gattungen sich regelmässig selbst bestäu- ben, während ihre reichlicher besuchten nächsten Verwandten bei. völliger Sicherung der Fremdbestäubung die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung eingebüsst haben. | Wi Wenn man überhaupt von verschiedengradiger Vollkommenheit ua Blüthen- \ emrichtungen sprechen will, so kann man meines Erachtens nur diejenigen Blüthen- einrichtungen besonders vollkommen nennen, welche ihren Dienst für das Leben der Pflanze besonders vollkommen leisten, d. h., welche unter den gegebnen Lebens- bedingungen thatsächlich die Fortpflanzung der Art auf geschlechtlichem Wege in besonders hohem Grade sichern. Dann muss man aber zugestehen, dass weder die EN Sicherung der Fremdbestäubung bei eintretendem Insektenbesuche noch die Unaus- ne Cea : * DanwINv's und HILDEBRAND'S Ansicht, dass aus der Zwitterblüthigkeit Getrennt- M blüthigkeit hervorgegangen sei, ist also für gewisse Fälle eben so richtig, als die ent- „A Begengesetzte Ansicht AxELL'S für andere Falle. > Durch Berücksichtigung des thatsäch- ‚ich stattfindenden Insektenbesuchs wird für beide entgegengesetzten Ansichten erst das Verständniss des ursächlichen Zusammenhanges gewonnen; die beiden Gegensätze ver- schwinden in einer höheren Einheit. IV. B. Allgemeiner Rückblick. lobleibliehkeit der Sichselbstbestäubung für sich allein als Maassstab zur Beurtheilung der Vollkommenheit einer Blütheneinrichtung dienen kann; denn sowohl unter den sich regelmässig selbst bestäubenden als unter den die Möglichkeit der Sichselbst- bestäubung gänzlich entbehrenden Pflanzen finden wir zahlreiche Arten, die durch ihre grosse Häufigkeit den Beweis der Vollkommenheit ihrer Blütheneinrichtung | | liefern (auf der einen Seite z. B. Senecio vulgaris, Veronica hederaefolia, Stellaria | media, Lamium purpureum, auf der anderen Pedicularis silvatica, Malva silvestris, || Echium u. a.). Es soll hiermit keineswegs behauptet werden, dass alle Blüthen- einrichtungen in ihrer Art gleich vollkommen seien, es ist vielmehr bei verschiedenen ' Blumen auf bestimmte Unvollkommenheiten ausdrücklich hingewiesen worden (vgl. ` Posoqueria fragrans, Faramea, Malva silvestris, Euphrasia Odontites, Geum rivale u. à.) ; es fehlt auch nicht an Arten, welche, nachdem sie die Möglichkeit der Sich- : selbstbestäubung eingebüsst haben, von erfolgreicheren Concurrenten so überholt ( | worden sind, dass ihnen nur spärlicher Insektenbesuch zu Theil wird (z. B. Ophrys, e | muscifera) ; es soll hiermit nur festgestellt werden, dass die von AxELL behauptete | einheitliche Vervollkommnungsrichtung in der Natur nicht existirt. Gegen diese Widerlegung liesse sich einwenden, dass AXELL von einem ganz | anderen Begriffe der Vollkommenheit ausgeht, in dem er in jeder Ersparniss an Raum, Zeit und Material eine Vervollkommnung erblickt, und dass ihm unter dieser Vor- aussetzung die Rückkehr monoklinischer Blüthen zum Diklinismus, ‘der Uebergang homogamischer Blüthen zur Dichogamie u. s. w. als Rückschritt erscheinen muss, wenn auch diese Umwandlungen für die geschlechtliche Fortpflanzung der betreffen- den Pflanzen von entscheidendem Vortheile sind. Mit diesem Einwurfe würde aber nur der Vorwurf der Unnatürlichkeit auf den von Axzrr zu Grunde gelegten Begriff der Vollkommenheit selbst zurückfallen. Aber selbst abgesehen von irgend welcher Definition. der Vollkommenheit einer Blütheneinrichtung, läuft nichts der Natur mehr zuwider, als die Behauptung einer einfachen Entwicklungsreihe oder auch nur einer en Vervollkommnungs- richtung der Blumeneinrichtungen. z Wie in Bezug auf Augenfälligkeit, Geruch, Entwicklung und Bergung der Ge- .nussmittel, so lässt sich auch in Bezug auf die von Axzın allein berücksichtigte Begünstigung oder Sicherung der Fremdbestäubung bei eintretendem, derSichselbst- bestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche die grösste Mannichfaltigkeit ver- schiedener Entwicklungsrichtungen erkennen. Bei Blumen mit reichlichem Insekten- besuche ist bald durch Zurückkehren zum Diklinismus, bald durch zeitliches, bald durch räumliches Auseinanderrücken der Geschlechter derselben Blüthe, bald endlich durch einen besonderen, die Anheftung des Blüthenstaubes an die Besucher und von diesen an die Narbe bewirkenden Mechanismus Fremdbestäubung unausbleiblich ge-^ worden. Das zeitliche Auseinanderrücken der Geschlechter besteht, trotz AxELLs Widerspruch, bei den Insektenblüthen ebensowohl in manchen Fällen in einem Vor- auseilen des weiblichen Geschlechts (Aristolochia, Evonymus, viele Rosifloren u. à.); als in anderen in einem Vorauseilen des männlichen. Die räumliche Auseinander- rückung beider Geschlechter hat sich bald in den Blüthen aller Stócke auf eine und dieselbe Art, bald in den Blüthen verschiedener Stócke in verschiedener, aber durch die besuchenden Insekten in engster Wechselwirkung stehender Weise entwickelt; im ersteren Falle genügt sie für sich allein zur Sicherung der Fremdbestüubung, wenn sie entweder bewirkt, dass dieselbe Kórperstelle eines Besuchers in jeder Blüthe zuerst die Narbe, dann die Staubgefásse berühren muss (Anthericum, Con- vallaria majalis, Lonicera Caprifolium, Periclymenum, viele Labiaten' eto.), oder dass 4 bei ausbleibehdem Insektenbesuche. 447 ‚Fremdbestäub ung bei eintretendem, Sichselbstbest. Ge jeder Blüthe eine beliebige Stelle des Rüssels, Kopfes oder Leibes der Besucher. die Narbe, die entgegengesetzte die Staubgefässe berührt (Myosotis, Omphalodes, Ribes nigrum, Berberis, Cruciferen u. a.); in letzterem Falle (bei der Ausprá- ` gung von dimorphen [Primula, Hottonia, Pulmonaria, Polygonum fagopyrum] und irimorphen Blüthen [Lythrum]) ist Fremdbestäubung dadurch unausbleiblich ge- worden, dass die Besucher in jeder Blüthe zwar Narbe und Staubgefässe gleichzeitig, aber mit denjenigen Körperstellen die besuchten Blüthen Staubgefässe berührt haben. Die erstaun bieten die Blüthenmechanismen dar, an bestimmte Stellen der Besucher un lichste Mannichfaltigkeit d von diesen an die Narben bewirken, Eigen- thümlichkeiten, die sich natürlich um so leichter ausprägen konnten, je mehr die Bergung der Blüthennahrung. nur einem engen Kreise bestimmter Insektenformen den Zutritt zu derselben gestattete, die sich daher vorzugsweise bei mit Röhren, Spornen oder einem Honig- oder Pollen etwas näher auf ihre Mannichfaltigkeit hinzuweisen, reichen, verschiedenen Bestreuungsvorrichtungen der Ericaceen, Scrophulariaceen, Boragineen, des Galanthus etc., an die fast unerschöpflich mannichfaltigen Ankit- tungsvorrichtungen der Orchideen, an die Anklemmungsvorrichtungen der Ascle- Piadeen, an die verschiedenartigen Hebelwerk Lopezia u. a., welche das besuchende Insekt nöthigen, Blüthennahrung selbst den Pollenverschluss zu öffnen un len zu behaften, an das entgegengesetzt wirkende Hebelwerk der Salvien, an die einfache Wirkung der drehbaren Staubgefüsse bei Ve ten, welche von der thatsächlich Die hier angedeuteten Blütheneigenthümlichkel stattfindenden Mannichfaltigkeit der bei eintretendem Insektenbesuche Fremdbestáu- bung sichernden Einrichtungen nur einen verschwindenden Bruchtheil bilden, sind, Wie ein Blick auf ihre Vertheilung über die Zweige des S. usd Mae. ausser Zweifel setzt, in den. verschiedensten älteren und jünger. Zweigen ") der. Insektenblüthig und monoklinisch gewordenen Phanerogamen völlig unabhängig von ' einander entstanden; sie haben sich überall nur da ausgeprägt, Y» a a Bes merkbarmachung und gesteigerte Darbietung von Genussmitteln es des Insektenbesuchs bis zu einem die Möglichkeit der Sichselbstbestäubung nutzlos machenden Grade gesteigert hatte; W? dagegen der Insektenbesuch bei weniger wirk- Samer Anlockung spärlicher blieb, hat sich die mit Möglichkeit der Sichselbstbestäubung erhalten; WO stä bung durch wirksamere Anlockung concurrirender Blumen (vgl. Malva rotundifolia, Geraniumarten) oder durch Ungunst des Standorts (vgl Lysimachia vulgaris, Euphrasia Odontites) oder der Witterung (vgl. - Veronica Sicher geworden ist, haben sich die Fremdbestäubung sicher Vielfach wieder in der Weise umgebildet, dass Sichselbstbes : i Wirksamkeit gelangen kann; in einzelnen Füllen ist selbst Rückkehr zur W indblü- ; thigkeit erfolgt (Artemisiaceen: Thalictrum). * D; : : ! mbelliferen und Com- ) Die Fremdbestäubung sieherntin Me. der Delphinium, Aquilegia, Linaria, Pedi n r Gattungen, die von olveonur Re Ba en Stammeltern dieser ee Fi er enformen von Rhinanthus rten erlangt worden, während , acts a eaa Bei- - Crista galli, Veronica spicata, Euphrasi Pos Ses Coni . Spiele der Ausprágung verschiedener onzen emer und derselben Art liefern. l welche ein sicheres Anheften des Blüthenstaubes verschluss versehenen Arten finden. Um | erinnern wir nur an die zahl > e der Papilionaceen, Fumariaceen, der . durch die Ausbeutung der b d seine Unterseite mit Pol- *. Veronica Chamaedrys und Circaea. fe der Zwitterblüthigkeit erlangte bereits gesicherte Fremdbestäu- \ Beccabunga) wieder un- | nden Eigenthümlichkeiten | täubung von Neuem zur | Narbe berühren, mit welchen sie in früher A US \ 448 P. IV. B. Allgemeiner Rückblick. Von den zahllosen Eigenthümlichkeiten, durch welche Pflanzen mit gesicherter Fremd- ` bestäubung bei unzureichendem Insektenbesuche zur Sichselbstbestäubung zurückkehren, seien hier nur folgende kurz angedeutet: Dichogamen krümmen ihre Narben bis zu den noch mit Pollen behafteten Staubgefássen oder Fegehaaren zurück (Stellaria graminea, Malva rotundifolia, Geraniumarten, Compositen) ; Narben, welche, indem sie am meisten hervorragen, von den Besuchern zuerst berührt werden, krümmen sich bis in die Fall- linie des Blüthenstaubes (Melampyrum pratense) oder bis zwischen die Antheren selbst (Rhinanthus minor); Staubgefässe, welche die Narbe im Kreise umstehen und bei statt- findendem Insektenbesuche immer von der entgegengesetzten Seite des Besuchers berührt werden als die Narbe, biegen sich bei unzureichendem Insektenbesuche über der Narbe zusammen, -so dass dieselbe mit Pollen derselben Blüthe bedeckt wird. (Myosotis, Litho- spermum, Cruciferen); selbst Mechanismen, welche bei eintretendem Insektenbesuche mit staunenswerther Prácision Fremdbestäubung bewirken, bilden sich bei "unzureichendem Insektenbesuche nicht selten so um, dass Sichselbstbestäubung unausbleiblich ist (Orchi- deen, Fumariaceen, ia) oder finden in dem Auftreten kleistogamischer, sichselbstbe- . fruchtender Blüthe nen Ersatz für die in den gewöhnlichen Blüthen verloren gegangene Möglichkeit der Sichselbstbestäubung (Viola). Im Gegensatze zu ÁxEzrL, dessen ganzes Werk sich in der Behauptung zu- ' spitzt: »Wir sehen also, dass die Entwicklung der Bestäubungsvorrichtungen bei den Phanerogamen in derselben Richtung fortgeschritten ist und noch fortschreitet «*) , beschliessen wir daher unseren allgemeinen Rückblick mit dem Satze: Die Abhän- gigkeit der Insektenblüthen von so mannichfaltigen, in verschiedener Art sich bewe- genden, in ihren Häufigkeitsverhältnissen schwankenden, in ihrer Auswahl der auf- zusuchenden Blumen von wechselnden, äusseren Bedingungen abhüngigen Gásten, die in ibrer Nahrungsbedürftigkeit und ihrer Anpassung an die Gewinnung der Blumennahrung so mannichfache Abstufungen darbieten, musste der Wirkung der natürlichen Auslese nicht eine, sondern zahllose, verschiedene, oft auch rücklüufige Richtungen der Vervollkommnung eróffnen und konnte nur so zur Ausbildung so wunderbar mannichfaltiger Blumenformen führen, wie sie uns thatsächlich vorliegen. i EI »Vi ansa således, att utvecklingen i anordningarna för kónens förening hos de fanerogama váxterna fortgätt och fortgär i nämmda riktning« S. 95, *) Nachträgliche Bemerkung. | ^W Mein Bruder Farrz Mütter theilt mir in einem Briefe, der erst in meine Hände fo] angte, als der Druck des vorliegenden Werkes fast vollendet war (24. Nov. 1872), ‚folgendes von ihm entdeckte Gesetz mit, welches die Erklärung der Ausprägung ^ Scharf : ; scharf unterschiedener Arten durch natürliche Auslese wesentlich erleichtert : »Sobald bei einer veränderli je Auswahl in be- SE pham Art eine d. mter Richtung stattfindet, wird in Folge der Auswahl, ganz Eu von äusseren Verhältnissen, ein Fortschreiten der Ab- E e in derselben RichtuDg von Generation zu Generation B Dadurch wird natürlich die Umwandlung in neue Formen sehr er- tert und beschleunigt. Beispiele: 7 E Bei dem hier (am Itajahy) geb ihen, ziemlich häufig in 10, se auten Mais stehen die Kórner meist in 12 oder Itner in 8 oder 16, sehr selten in 18 Reihen. d» X mehr als 100 Kolben, die ich 1867 zur Saat kaufte, fand sich ein einziger reihiger. Unter 205 Kolben, die aus den Kórnern dieses 18 reihigen Kolbens E waren, fanden sich schon 22 mit 18 Reihen, ausserdem einer, der oben 18, | E. 20, sowie einer, der oben 18; in der Mitte 20, unten 29 Reihen hatte. — Im sten Jahre, 1868/69, fanden sich unter den 460 aus 18 reihigen Samen gezo- E Kolben 18,2 % 18reihige, 4,4 % 20 reihige, 0,2% 22reihige. Im folgenden ahre erschien unter den aus 22 reihiger Saat gezogenen Kolben einer mit 26 Rei- hen Thef. NY e ; 2) Bei dem Abutilon vom Capivary is E. aus einer 9griffligen Blüthe hatte un tiffeln, während bei der Mutter unter 100 Blüthen nur 3 mi 7 Griffeln sich fanden (siehe meinen Abutilonaufsatz). i 3) Bei Abutilon kommen bisweilen, doch bei den meisten Arten sehr selten, Sechsblättrige Blumen vor. Aus der Frucht einer sechsblättrigen Blu einer fünfblättrigen Blume des Vaters F, wurde eine Pflanze gezogen t die Normalzahl der Griffel 10 ; ein Säm- ter 100 Blüthen 9 mit 7 und 27 mit 8 t 8 und gar keine mit 2 me des Bastards EF*), bestäubt mit (EF.F), an 3 *) E bedeutet das vog dex Brasilianern Embira branca genannte Abutilon, F das A utilon vom Pocinho (vgl. „ Bestäubungsversuche an Abutilon-Arten« von FRITZ MÜLLER, era Fatehin 1872, B. 33—45), EF den Bastard, welcher E zur Mutter, F zum er hat. ER | 29 X e Müller, Blumen und Insekten. Nachträgliche Bemerkung. der ich 3 Wochen lang (vom 17. August bis zum 6. September 1869) die Blumen- blätter zählte. Sie brachte in dieser Zeit: fünfblättrige Blumen: 145 ; sechsblüttrige ^ - 103, siebenblättrige - 13. i derselben Zeit brachte eine andere Pflanze, die von denselben Eltern stammt, aber von fünfblättrigen Blumen, und die die reine Art (F) Zur Mutter, den Bastard (EF) zum Vater hat (F.EF), fünfblättrige Blumen: 454, ` sechsblüttrige - Er siebenblättrige - 0. g Ut Die einfachste Erklärung dieser Thatsachen scheint die zu sein, dass jede Art die. Eigenschaft besitzt, in einer gewissen Breite zu variren; die Kreuzung der ver- schiedenen Individuen erhält, so lange keine Auswahl in bestimmter Richtung statt- findet, die Mitte, um welche die Schwankungen stattfinden, auf demselben Punkte, und so bleiben auch die Extreme dieselben. Wird aber eine Seite durch natürliche oder künstliche. Auswahl bevorzugt, so findet eine Verschiebung der Mitte nach . dieser Seite zu statt, und damit werden auch die extremen Formen nach derselben Seite hin über die ursprüngliche Grenze hinausgerückt. Indess befriedigt mieh diese Erklärung nicht für alle Fálle.« Systematisch- alphabetisches Ve der in diesem Werke er blumenbesuchende von jeder Art besuchten nebst Andeutung der Hinter den Namen eing ke Abkü j en der Beobachtungsorte: : Sauerland, Th. TT ee auf deren Aria, vta durch dieselben Ziffern ange seti schnitte aufgezählt sind. Zu 3 en Insektenarten sin xus M gehóren, mi MR EU die Befruchtung nutzlosen E ind dG: exp verknüpften (ebenfalls B. rch Æ hervorgehoben. Diejenigen wurde vergeblich nach Honig, oder nach , sind mit * bezeichnet. I. Coleoptera \ A. Buprestidae (| Art, 4 Besuche.) Anthaxia nitidula L., L.; omp. 344. 376. 17 Arten, 80 Besuche.) B. Cerambycidae ( Clytus arietis L. (Fig. 1, 27 Er eo dem 163. 178. 2a. ysticus L., L. Ros. 160. tammoptera laevis 'g. (Fig. 23, RE 13, Corn. 28. T lurida F., L. FR ruficornis Pz., L. T., Umb. 32. , Bos. 160. 161b. 164. 174. eu livida F. (Fig. 1, 3.) T: Umb. 32. 39. 80, fos. 103. 115. 350 Scab. 316, Jas. 325, Comp. 944. . 350. 351. 365. 371. — testacea L., L., Comp. 344. eklammerte Zahlen bezeic — Thüringen. Blüthen die einz deutet, unter bequemerer ausserdem die mit ihren Anfangsbue Insektenbesuche sin für die Befruchtung Fälle endlich, Blumennahrung über (129 Arten, 469 ver Ran. 63, Ros. 160, : rl 8 T., Corn. 28, Umb. 48. | 38. 49, ! T., List. 13 | Convolv. | 346. | rzeichniss wähnten n Insektenarten Blumen. hnen die Rüssellängen in mm. L. = Lippstadt, T, — Teklenburg, elnen Insekt welchen dieselben Pflanzenarten im Uebersicht der Blüthenthätigkeit der Familien oder Gattungen, zu welchen diese hstaben angedeutet. d durch d-; die mit gewalt- nutzlosen) Insektenbesuche in welchen ein Insekt auf einer haupt, suchend angetroffen schiedenartige Besuche). mb. 48. T. Siebengeb., 162. 163. | Pachyta collaris | — octomaculata Umb. 32. 34. 45. 4 316, Comp. 346. I: 21954 Scab. Sid., | Rhagium inquisitor L-, |= Ros. 168. ` Strangalia armata Hssr.( | Corn. 28, Ros. 161. 163. 178, Scab. 316, ‚Comp. 346. — atra 1615. 163, ——— attenuata Ros. 161b. 175. 346. 350. - ___ bifasciata MÜLL., Th, Umb. 42. 47. —— melanura ^. T. Sld., Umb. 48, Ros. 163, Scab. 316 Comp. 337. 346. 348. L. Sid., Umb. 45, Ran. 63, 161. 163. 178, Plant. 295. Umb. 45, 7b. Sid. T., Corn. 28, Ros. Scab. 316, Comp. 346. L. que 1589 L., Corn. 28, 178, Scab. 316, Comp. — nigra L.; | Cist. 102, Ros. enarten beobachtet worden ^. calcarata F.) L. Sid., 2 452 Toxotus 316. meridianus L., Siebengeb., Scab. C. Chrysomelidae (17 Arten, 32 Be- suche.) Adimonia sanguinea F., L., Ros. 159. Cassida murraea L., L., Comp. 360. nebulosa L., L., Cruce. 85b. - Ceythra cyanea F., L., Ros. 160. scopolina L., Th., Umb. 34. 42. Crioceris 12 punctata L., L., Umb. 33. Cryptocephalus Moraei L., L., Papil. 200, Comp. 371. sericeus L., Sld. T. Th., Umb. 45. 48, Ran. 63, Hyperic. 105, Papil. 200--, Scab. 316. 317, Jas. 325, Comp. 330. 339. 344. UO iudi. vittatus F., Sld., Papil. 2004: Donacia dentata Horre, L., Nuph. 54. Galeruca calmariensis F., T., Umb. 52. Haltica fuscicornis L:, L., Malv. 124. nemorum L., L., Crucif. S5b, Helodes aucta F., L., Ran. 63. phellandrii L., L., Umb. 39, Ran. 61. Luperus flavipes L., L., Ros. 161. Plectroscelis dentipes E. H., L., Crucif. 855. D. Cistelidae (2 Arten, 9 Besuche.) Cistela murina. L., L. T., Umb. 32. 48, Ran. 63, Geran. 115, Ros. 161b. 178, Comp. 371. rufipes F., L., Seroph. 2444. E. Cleridae (1 Art, 5 Besuche.) Triehodes apiarius L., L. T. Th., All. 4, Umb. 32.42. 45. 53, Comp. 346. F. Coceinellidae (6 Arten, 14 Besuche.) Coccinella bipunctata L., L., Comp. 354. mutabilis SCRIB., Th., Comp. 332. —— l4punctata L., L., Umb. 40, Berbe- rid. 72, COruc. 92; Parn. 97, Ros. 158 —— 5punctata L., L., Comp. 354. Tpunctata L., L., Umb. 40, Parn. 97, Geran. 120, Comp. 376. Exochomus auritus ScrıB., L., Umb. 45, | Comp. 344. G. Cryptophagidae (1 Art, 2 Besuche.) Antherophagus pallens OL., L. Sld., Digit. 243+, Camp. 320. H. Curculionidae (18 Arten, 24 Be- suche.) Apion columbinum Gmw,, L., Adoxa 314b. — onopordi K., L., Chrysospl. 22b. —— varipes GRM., L., Chrysospl. 22b, spec., L., Ros. 159. | Bruchus sp., L., Umb, 33. 48, Comp. 333. 351. Ceutorhynchus pumilio GYLH., L., Cruc. 85b, Sp. i5; Grue. 87. Gymnetron campanulae L., Sld., Camp. 319. — graminis GyLH., Th., Camp. 324. | Otiorhynchus ovatus L., L., Camp. Verzeichniss blumenbesuchender Insekten. | Larinus Jaceae L., Th., Comp. 333. 339. | senilis F., Th., Comp. 327. d | Nanóphyes lythri F., L., Lythr. 19 319. | —— pieipes- E., L., Corn. 28. | Phyllobius maculicornis GRM., L., | Ph. oblongus L., L., Umb. 33. | Rhynchites aequatus L., L., Ros. | Spermophagus cardui ScHH., Th., 47, Comp. 378, Ros. 159- 158: Umb. 32- I. Dermestidae (6 Arten, 44 Besuche.) 5 4b Anthrenus claviger ER., L., Ros. 160. p dert 3 —— museorum L., L., Ros. 159. 175. —— pimpinellae F., L., Umb. 29. 32. 45. 47. 49. 50. 53, Crue. 90, Rhus 11 Ros. 160. 161. 161b. 164. 175. 177. Comp.- 346. scrophulariae L., L., Umb. A Ros. 160. 161. 161b. 164. 177. 178. Attagenus pellio L., L., Berber. 72, Ros. 159. 160. 178. Byturus fumatus F. (einschliesslich tomen- tosus F.) L., Corn. 28, Ran. 63. 64, Geran- T15, Ros 159. 102. 100. ok DIS K. Elateridae (16 Arten, 36 Besuche.) Adrastus pallens ER., L., Umb, 39. Agriotes aterrimus L., L., Umb. 32, Ros 159. à gallicus LAP., Th., Umb. 47. 51, Ru- biac, 304, Comp. 333. 352. sputator B. TH. Umb, A7: " ustulatus SCHALL., Th., Umb. 45. Comp. 333. 337. Athous niger L., L., Corn. 28, Umb. 32. Comp. 346. 351. 93 Cardiophorus cinereus HBsT, L., Ros. 178. Corymbites haematodes F., Siebengeb.; Umb. 45. holosericeus. L., L., Ump. 45, Ros- 159, Comp. 339. quercus ILL., L., Umb. 48. Diacanthus aeneus L., L., Ros. 163. Dolopius marginatus L., L., Corn. 28, Ros- 159. | Lacon. murinus L., L., Umb. 32. 48, Ros- ers. Limonius cylindricus Payk., L., Ros. 159. 163. —— parvulus Pz., L., Cruc. 855, Salix 104, Ros. 159. Synaptus filiformis F., L., Umb. 48. L. Hydrophilidae (1 Art, 1 Besuch.) Cercyon anale PK., L:, Cruce. 85b. M. Lagrüdae (1 Art, 1 Besuch.) Lagria hirta L., L., Ros. 160. N. LathridW (1 Art, 1 Besuch.) Corticaria gibbosa HasT, IL., Chrysospl. 22b. O. Lamellicornia (6 Arten, 39 Besuche.) Cetonia aurata L., Sld. Th., Umb. 32. 45, 45 48, Coleoptera Crue. 85 | uc. 85, Ros. 159. 161. 161b. 175, Rubiae. | 30 icd RA 314, Comp. 316. AE Ne tons Ae er vulgaris L., L., Ros. 159. 1615. i61 ER horticola L., L., Umb. 32, Ros. Trichius f . 178, Caprif. 313. iA i. L..l1. Bid, U 163. qnt 53, Clem. 57, Comp AT SEU Caprif. 314, $ TSE nobil: . 339. 346. 357, Valer. 387. l ilis L., L., Comp. 346. mb. 32. 56, "P. Ma Malacodermata (13 Arten, 51 Be- suche.) A an fasciatus L., - ES 86. 90, Ros. 161. 20 ES ip: F., L., Umb. 346. ma: 119, Ros: E patios Pz., Th., Umb. 47. Tig L., Bry. 103+, Philad. vi Me Scroph. 243+- ge Emus aeneus F., L. T., Umb. 48. 49 Geran. 115, Ros. 159, ; 161», Plant. 295. 33. 34, Cruc. Sid., Umb. 22. ——— bipustulatus F., L. T. 164. 178, Papil. a. Crue. 90, Ros. 163. TAN E pon. 376. 385. Telephorus er ig V lividus L., L. "Umb melanurus L. 3 Sl - 45, Comp. 333. pellucidus F., L., Corn. 28. — rusticus F., L., Umb. 33. 48 - testaceus L., L., Ros. 160. Umb. 32. 45. 48. EM 45. 48. 49. 40 d., Umb. 34. 36. Ros. 163. — Q. Mosdolii Mordellidae (9 Arten, 35 Besuche.) Anaspi spis fr i 160. e I dus: TR maculata FoURC., D UE GyLH., T. —— ruficolli Mor ruficollis F., L., Ros- Mordella ee 1 =I, ROA Po. cuc L., L., Umb. 32. 41, Ran. 63, 304. ec i61. 164. 175. 178, Rubiac. SERM aprif. 313, Comp. 333. 346. er Umb. 32. 36. 45. AT. 3, Rubiae. 304, Comp. 333. 346. 392. 375. ae Gym., L., Umb. 48, Ran. 418. L., Ros. 2, Ros. Umb. 3 1615. C—— pusilla Dss., L., Ran. 63. R. Nitidulidae (4 Arten, 65 Besuche.) C iguimar uuu F., Sid. T., Umb. Epurae I: puroen sp. L., Umb- 48, Q 32, Cruc. 87; Ros. Meligethes sp., L., Lil. 2, Cypriped. 12*, Corn. Ba mb. 40. 45. 48. 49. 50. 53, Nuph. 54, 83 iod 63. 64. 65. 60, Papav. 73, Cruc. 137 1. 91, Salix 101, Oxalis 1225, Cary. 37. 142, Lythr. 151, Onagr. 154, Philad. Sid., Umb. 45, | Thal. 58, Ros. | cab. 316, | L. Umb. 33. 49, | 164. 168. 178, Comp. | 156, Ros. | Plant. 295, Comp. i Umb. 32. 49, Ros., a ; Diptera. 453 161. 1615. 163. Ros. 158. 159. 160. 119. 180, 168. 173. LUC Convolv. 4 2434-, Plant. 295, Ca 316, Camp. 9 2: 365. 368. 313. 376, 156, 164. 169. Papil. 199. 203, Bor. 221, Scroph. prif. 813, Scab. Comp. 346. 350. | ler. 388. | 'Thalycra sericea ER.; L-» Corn. 28, Umb. 45. S. Oedemeridae (3 Arten, 12 Besuche.) L., Ros. 160. L. Th., Umb. 51. Th., Umb. 43. Sl, Convolv. 358. 365. | Asclera coerulea L., | Oedemera flavescens ^ Re ^. virescerns Le, Be ^ Ran. 63, Cary. 137, Ros. 163, 216, Ech. 219, Jas. 325, Comp. 4*5 (3 Arten, 4 Besuche.) ospl. 22b, Ros. ds Phalacridae | Olibrus aeneus Pu Ga 158. hee affinis ST |. bicolor F Chrys urm, L., Cary. 135. io Scab. 316. (2 Arten, 7 Besuche.) U. Staphylinidae. gld., Papil. 203, Camp. | Anthobium spec.; 919 Omalium fl 122b, Cerast. 83, Oxalis L., Crue. rim. 296. orale PK., Pulm. 225, p 139, V. Tenebrionidae (1 Art, 1 Besuch.) Microzoum tibiale F., b» Ros. 159. IL Diptera (253 Arten, 1598 ver- schiedenartige Besuche.) (232 Arten, 1557 versch. Brachycera Besuche.) 3 Arten, 3 Besuche.) Om. Ras 63. sid., Umb. 45. Sid., Umb. 34, A. Asilidae ( Dioctria atri — Reinhardi Isopogon brevirostris FALL., B. Bombylidae \ Anthrax flava A4. 45. 47, ———— hottentotta L sse mat Ban Fb Um sinuata FALL., -Oruc 9%, 43 Lo Hyper. 105 Bombylius can Comp. 371. _— discolor MON. (11—1 77-+, Cruc. 83, Viol. 99. 100, Bor. 223 Lab. 272, Vinca 290, Prim. 296. ——— major L. (10), L. T., Umb. 52, Co- ryd. 764-. 77-+, Cruc. 83, Viol. 101, Sa- Hx 104. 104b, Ros. 157, Bor. 225. 225 Lab, 261. 272, Vinca 290, Syr. 292, Prim. 295, Comp. 368. | Exoprosopa capucina Re L., Scab: 317, Jas. 325, Comp. 344. : Systoechus sulfureus F., |. Malv. 127, Ros. 169, escens MIK., Th., Hyper. 105, 2), L., Cor Sid. Th., Lin. 121, Papil. 185*. 195--. 454 Verzeichniss blumenbesuchender Insekten. Seroph. 236. 251, Lab. 278. 279, Rubiac. 303. 306, Camp. 319, Comp. 346. 380. 381. C. Conopidae (13 Arten, 54 Besuche.) Conops flavipes L. (4—5), L. Sld. T., Papil. 182--, Phlox 218, Lab. 279, Rubiac. 304, Comp. 329. 333. 344. 346. quadrifasciatus DEG., L., Umb. 34. scutellatus MGN., Th., Comp. 339. Myopa buccata L. (41/5—5), L., Salix 104. 104b, Papil. 1834. 196. polystigma RoNp., L., Ros. 178, Lab. 281. testacea L. (3!/5», L. Sid. Th., Salix 104, Ros. 159, Papil. 183+. 196. 200*, Lab. 279. variegata MGN., L., Lab. 281. sp., Th., Comp. 332. Occemyia atra F., T., Comp. 370. Physocephala rufipes F., L Th., Ros. 163. 178, Jas. 325, Comp. 333. 339. vittata F., L., Ech. 219, Jas. 325, Comp. 329. 344. Sieus ferrugineus L., L. Sld. T., Ros. 168, Papil. 185*. 200*, Lab. 279. 281, Scab. 316. 318, Jas. 325, Comp. 337. 346: 357. 310. 375. 378. 380. 381. 384. 385,. Valer. 381. Zodion zinereum F., Sld., Umb. 45. D. Dolichopidae (2 Arten, 2 Besuche.) Dolichopus aeneus DEG., L., Umb. 36. Gymnopternus chaerophylli Men., L Umb. 42. “I E. Empidae (13 Arten, 81 Besuche.) Empis leucoptera MGN., L., Hott. 298. livida L. (21/5—3, trocken!), L., All. 4, Orch. 17, Corn. 28, Umb. 32. 38. 45, Ran. 64, Papav. 74, Crue. 80. 81, Hyper. 105, Lin. 121, Cary. 140, Onagr. 153, s. 157. 159. 160. 163. 164. 180, Papil. , Convolv. 216, Scroph. 246, Lab. 280. $1. 281, Hott. 298, Scab 316. 317, Jas. Comp. 331. 333. 344. 350. 358. 365. . 379, Valer. 387. opaca F. (3—31/2, trocken!) L., Cruc. 83, Cary. 137. 139, Ros. 178, Bor. 228, Caprif. 312, Comp. 365. 376. pennipes L., L., Hottonia 298. —— punetata F., L., Cyprip. 12*, Umb. 32. 48, Ros. 178, Comp. 376. —— rustica FALL., L., Umb, 38, Cary. 139, Onagr. 153, Ros. 159. 179. 180, Lab. 281. 284, Comp. 329. 346, Valer. 387. stercorea L., L., Umb. 48. tesselata F. (3—31, trocken!) L., Umb. 52, Ran. 63, Cary. 137, Ros. 163. 178, Lab. 284, Scab. 316, Comp. 357. sp., L., Umb. 36, Salix 104, Convolv. Microphorus velutinus Macao, L., Ros. 160. Rhamphomyia plumipes FALL., L., Camp. 319. suleata Farr., L., Salix 104. | Tachydromia connexa MeN., L., Ros. 160- F. Leptidae (2 Arten, 2 Besuche.) Atherix ibis F., L., Umb. 38. Leptis strigosa Man., L., Cary. 139. G. Muscidae (85 Arten, 387 Besuche.) Alophora hemiptera F., T., Umb. 40. Anthomyia aestiva Man., L., Cary. 139. obelisca MaN., L., Rut. 112. ——— pratensis MGN., L., Rut. 112. z radicum L., E., Umb. 49, Ran. 65°, Rut. 112, Ros. 158. TE E sp., L., OCyprip. 12*, Umb. 30. 94 Sat 62. 63. éd ds. 66, Berb. 72, Cruc- 83. 89, Geran. 113, Cary. 142. 146, Onagr- 152, Ros. 164. 168. 170. 175. 177. 118. 179. Plant. 1923 Aricia incana WIEDEM., L., Comp. 358. obscurata MGN., L., Umb. 32. ——— serva MGN., L., Ros. 160. -—— vagans FALL. L.; Umbe $9: Borborus niger MaN., Adoxa 314b. Calliphora erythrocephala Mav., L., Gross. 27, Umb. 45, Salix 104, Rhus 110, Rut- 112, Ros. f58, Scroph. 249, Valer. 381. vomitoria L., L., Umb. 36. 45. 53, Evon. 107, Valer. 387. Calobata cothurnata Pz., L., Bor. 226. Chlorops circumdata Mex., L., Cary. 138. Sp., L., Ros. 160. 179. Cyrtoneura coerulescens Maco., L., Ran. 63- curvipes Maco., L., Umb. 39. 43. simplex LoEw, L., Umb. 31. 36. 43- 49, Ros. 178. sp., L., Ros. 160. Demoticus plebejus FALL., L., Comp. 384- Dexia canina F., T., Comp. 369. rustica F., Th., Umb. 44, ; Echinomyia fera L., L. T., Umb. 30. 32. 33- 40. 45. 48, Geran. 115, Ros. 159. 160. 178, Caprif. 313, Comp. 369. —— ferox Pz L., Jas. 335, Comp: ME grossa L., L., Umb. 45. i magnicornis ZETT., L. T. Th., Sed. 22, Umb. 45, Ros. 178. j tesselata: F., L., Bor. 226, Lab. 279, Scab. 316, Jas. 325, Comp. 344. 346. 351. Exorista vulgaris FALL., L., Umb. 45. 49. Gonia capitata FALL., (4—5) L., Comp. 344. Graphomyia maculata Scor., L., Umb. 45. 48, Ros. 160. 3 Gymnosoma rotundata L., L. Th., Umb. 33- Umb. 36, 344. 352. Helomyza affinis Men., L., Neottia 14. Hydrotaea dentipes F., L., Cary. 137. Lucilia albiceps MGN., L., Ros. 178, Comp- 36% caesar L., L., Umb. 30. 36. 45. : —— cornicina F., L., Umb. 29. 31. 32. 36. 39. 43. 45. 53, Evon. 107, Rhus 110, Rut. 112, Til. 123, Fagop. 128, Ros. 158. 168. 178, Lab. 279. 282. 283, Scab. 317, | | Comp. 333. 346. 350. 365, Valer. 387. a ə T Macq 42. 43. 46. 47. 49. 50, Lab. 178, Comp- Lucil Co 44 La — Sc Me Sq Rd Mic Milt >q 455 Diptera. erdaria F., L., Gross. 24, Umb. Ran. 60. 61. 62. 65. 65b. Lucilia sericata MGN., L., Umb. 45. 48, Ros. 158. 159. 168. 179, Scatophaga m Comp. 333. 32.407 -.45. 48, 5 Oliviera lateralis Pz., L-, —— silvarum Men., L., Um 44. 45, Rut. 112, Cary. 146, Ros. 16 Lab. 282. 283, Comp. 346 —— spec., L., Ümb. 32. 47. à esee 317, Comp. 355. 358. Macquartia praefica ZETT., L., Mesembrina meridiana L., L-; Ros. 160. 178. E Rope fulgens MGN., D., Scab. 316. ~ Ro punctata MeN., L., Umb Musca corvina F., L., Umb. 32. 36. 43. 45 48, Berb. 72, Fagop. 128, Cary. 138, Ros 158. 164. 178, Bor. 226, La biac. 303, Comp. 333. 346. 365. ~—— domestica L., L., Ran. 67, Berb. 72 um 107, Til. 123, Cary. 138, Onsgr M 52, Ros. 158, Valer. 387. m. vibrans L., L., Aristol. 56. "ragen sp., L., Umb. 45. cyptera brassicaria F., pL., Umb. 36. 45 lab. 279. 281, Ascl. 2894, Jas. 325 Comp. 333. - cylindriea F., L., Jas. 325, Comp. 333. 34 Comp. 346 Umb. 36. 40 4. 362. uis. Sn Jas. 325, Comp nesia cognata 1 165. 118 em floralis R. D., L., Umb. Berb. 72, Cary. 146, Ros. 163. 165. 178, Bor. 226. 227. | 283. 284, Comp. 333. 358. 376, V —— sepulcralis Max., Th., Umb. 44. 4 Berb. 72, Ros. 160, Bor. 226, Lab. 283 284, Comp. 358. Phasia analıs F., Th., Ph crassipennis F., Th; orocera assimilis FALLEN, latystoma seminationis ollenia rudis F., L., Rut. 112, Salix 114, Cary. 141, Comp. 355. Vespillo F., L., Thalict. 59, Parn. 97 Fagop. 128, Cary. 141, Ros. 158. 163 - Bor. 226, Lab. 282, Comp. 346. 350. 358 rosena siberita F., (6, trocken !) L., Clem 57, Lab. 281. Psila fimetaria L., L.; Umb. 48. yrellia aenea ZETT., L., Sed. 30, Umb. 45 Comp. 346. S cadaverina.L., L.; Cary: ! yon apicalis LOEW, L., . "Barcophaga albiceps MeN., b.; 47, Rut. 112, Ros. 178, Lab. 282. 283, —— carnaria L., L. Th., Umb. - 44. 45, Parn. 97, Evon. 107, Rut. 112, Til. 123, Fagop- 129, Cary. 146, Ros. 279. 284, Comp. 933. 350. 364. —— dissimilis Mex., b. — haemarrhoa MGN., Rut. 112, Comp. 350. — spec., L., Umb. 40. 4 L., Berb. 72, Ros 45, Nuph. 54 157. 159. 160 Lab .| Comp. 333. Umb. 82, Ran: 67 Ros. 158 46, Lab. 283 Arist. 56. Umb. 32. 33 Rhus. 110 8, Lab. 284. b. 32. 36. 40. 8. 178, 48, Asel. 289+, ` J b. 284, Ru- 2 ? 2 Lab. 281, Scab. 216, . 2 SIN j ? ? b , ? 379. 280. 30. 31. 93. b jo. 160. 168. 178, Lab. | 7 66, Salix 104, Bor. 226, Rub 354. 365., 376. —— stercoraria b., Umb. 32. 40. 48. 9 Evon. 107, Geran. "Seroph. 245, Com 31 iac. 303, Comp. 333. 351. Ln, T. Gross. 91 27 3, Ran. 60, Salix 104, 115. 117, Ros. 179, p. 333. 346. 351. 365. Sciomyza cinerella FALLEN: L., Chrysospl. 22b. Sepsis cynipsea L., L., Umb. —— putris L.; L., Cruc. 855. COE 280. ; E Umb. 32..36. 43. 47. 48. 49. 53, Ran. 69. 67, Rut. 112, Cary. 139, Ros. 158. 159. 168, Ros. 179, Convolv. 216+, Comp. 346. Tachina erucarum ——— praepotens Mox., L., U Tetanocera ferruginea FALL., Trypeta cornuta +., Th., Comp. 330. Ulidia erythropthalma Men., Th, R 304, Comp. 348. 352. Zophomyia tremula Scor:, L., Umb. 33. 48. ubiac- (11 Arten, 45 Be- he.) H. Stratiomydae > suc Chryşomyi 33.43, 90, ——— polita L., emotelus pantherinus 1, Comp. 346. 350. Odontomyia argentata F. 2-3), Fagop. 128, Cary. 139, Ros. 165. | —— yiridula F., L., Umb. 39, Fagop. 128, Lab. 283, Rubiac. 303, Comp. 333. 344. 346. 354. 358. |. Cruc. 86, >? Sargus Ros. 112, M i ~- Umb. i. Umb. 33. L., Umb. 36. 47, Fagop. - ——— longicornis — — riparia MON., 128, Ros. 178. = Wbena id Cary. 139. (89 Arten, 916 verschieden- artige Besuche.) 2 Max., L., Ros. 178, Comp: I. Syrphidae Ascia lanceolata 376. —— podagrica 45.41. 48, R 89. 90, Cist. 102, Geran. 115. 117. 132. 133, Cary. 14 Ros. 158. 163. 168. 1 244. 245, Lab. 281. 28 358. 316. | Bacha elongata E., | Brachypalpus valgus 104, Ros. 161 m..19, Umb. 4; Orüc. 85b. Rut. 112, To Lo R, Ads an. 66, Chelid. 7 Hyper. 105, 118, Polygon. 130. 131. 3. 146, Onagr. 152, 10. 178, Seroph. 238. 4, Plant. 295, Comp. L., Umb. 50, Onagr. 152. Pz., L., Ran. 65, Salix 456 Cheilosia spec., L., Lil. 2, Cypr. 12*, Umb. 50, Ran. 62. 64. 66, Papav. 73, Ros. 169, Comp. 378. 381. albitarsis MGN., L , Ran. 63. barbata LoEw, L., Ros. 1:8. brachysoma EGG., L., Salix 104. chloris Mex., L., Salix 104, Comp. 376. chryscoma Men., L. T., Comp. 373 844.315. fraterna MaN., L., Comp. 346. | modesta Ece., L., Salix 104, Ros. 165. pictipennis Ece., L., Salix 104, praecox ZETT., T., Salix 104, Ros. 165, Comp. 358. pubera, ZETT., L., Ran. 63. seutellata FALL., L. Sid. T., Umb. 43. 45. 50, Fagop. 128, Eric. 300. soror ZETT., L., Umb. 47, Comp. 358. 316. Chrysochlamys cuprea ScOP., L., Papav. 73. rufieornis F., L. Sld., Camp. 320. Chrysogaster aenea MGN., T., Cruc. 86. Chrysotoxum arcuatum L., Sld., chalybeata Mex., T., Umb. 32. coemeteriorum L., Le T., Umb. 32. 50, Macquarti Loew, L., Ran. 63, Cruc. 80. viduata L., L., Umb. 32. 45. 47, Ran. 61. 63, Ros. 1615. 178, Bor. 227, Comp. 319. Ran. 63, Ros. 163. bieinetum Pz., Sld. T., Umb. 44. 45, Geran. 115, Ros. 169, Pap. 200*. . festivum L., L. T., Umb. 43. 45, Ran. 63, Fagop. 128, Ros. 178, Valer. 387. octomaculatum CURT., T., Eric. 300. Eristalis aeneus Scor., L., Gross. 27, Umb.: 33. 306. 45, Oruc. 92, Cary. 146, Ros. 161b, Lab. 284, Jas. 325, Comp. 333. 346. 358. 376. arbustorum L. (4—5), L. Sld. T. Th., ihob. 290. 90.91. 32. 99.-50. 9T."98. 99. 43. 45. 47. 48. 49, Clem. 57, Thal. 58. 59, Ran. 61. 63, Berb. 72, Cruc. 80. 81. 90. 92, Parn. 97, Salix 104, Hyper. 105, Til. 123, Fagop. 128, Polygon. 130, Cary. 137. 139. 142. 146, Ros. 158. 159. 160. 168 175. 176. 178. 179. 181, Convolv. 216, Bor. 226, Scroph. 236, Lab. 279. 281. 284, Ascl. 289, Ol. 292, Plant. 295, Hott. 298. Eric. 302, Caprif. 313. 314, Scab. 316. 917, Jas. 325, Comp. 31,833. JODQ 3007 344. 346. 350. 351. 352. 354. 357. 358. 360. 362. 363. 364. 365. 366.. 307. 369. 370. 913. 377. 378. 379. 380. 381. 382. 384. 386, Valer. 387. 388. (im Ganzen 91 Besuche.) intricarius L., L., Ran. 66, Salix 104, Fagop. 128, Ros. 158. 160. 178. 179, Lab. 272, Eric. 302, Seab. 316. 317, Comp. Bio. eod0 horticola MGN., L. Sld., Orch. 18, Umb. 33. 34, 45, Ros. 159. 175, Lab. 269, Eric. 302, Samb. 314, Comp. 346. 357. 380. 381, Valer. 387. nemorum L., L. Slid T. Th., Umb. .90. 32. 36. 38. 43. 45. 49. 50, Thal. 58. vernalis FALL., L., Ran. 65b, Comp. Eumerus sabulonum FALL., L. Verzeichniss blumenbesuchender Insekten. 59, Ran. 61. 63, Berb. 72, Cruc. 86. S9. 90, Parn. 97, Hyper. 105, Til. 123, Fa- gop. 128, Cary. 139. 146, Onagr. 155, Ros. 158. 159. 160. 161b. 175. 176. 175. 179, Scroph. 236, Lab. 256. 219. 281. 284, Ascl. 289, Ol. 293, Hott. 298, Caprif. 313. 314, Scab. 316. 317. 318, Comp. 330. 399. 335. 344. 346. 350. 351. 354. 3957. 395. 362. 303. 364. 366. 369. 373. 376. 379. 384. 386, Valer. 387. (im Ganzen 65 .Be- suche.) pertinax Scor., L., Umb. 40. 45. 45 51, Salix 104, Fagopyr. 128, Philad. 150, Ros. 160. 178, Comp. 365. 376. sepuleralis L., L. Sid. Th., Alism. 19. Umb. 31. 38. 43. 45. 47, Clem. 57, Thal. 58. 59, Ran. 63, Cruc. 90, Hyper. 105, Rut. 112, Til. 123, Polygon. 128. 130. 131, Cary. 139, Ros. 160. 163. 164. 163. 110. 175. 178, Bor. 226, Scroph. 245, Lab. 279. 283. 284, Ol. 292, Caprif. 313, Scab. 317, Comp. 333. 344. 346, 350. 351. 358. 360. 365. 373. 376. 379. 380 384. 386, Valer. 387. (im Ganzen 48 Besuche.) tenax L. (7—8), L. Sid. Th., Sed. 20. 21, Umb. 30. 43. 45, Thal. 58. 59, Ran. 63, Berb. 72, Cruc. S5. 87, Sal 104, Hyper. 105, Evon. 107, Geran. 113, Til 123, Polygon. 128. 130, Onagr. 155, Ros. 158. 160. 163. 175. 178. 181, Phlox 218, Solan. 231, Ascl. 289, Caprif. 313. 314 Scab. 316. 317. 318, Jas. 325, Comp. 329. 3393. 335. 337. 338. 344. 351. 353. 358. 365. 368. 369. 370. 373. 375. 376. 378. 379. 380. 382. 385. (im Ganzen 55 Be- suche.) AS. ; Jas. 325, Comp. 344. Helophilus floreus L., L., Umb. 30. 31. 32. 93. 36. 40. 45. 47. 48. 50, Clem. 57, Ran. 61, Berber. 72, Cruc. 85. 90, Parn. 97, Evon. 107, Rhus 110, Rut. 112, Geran. 115, Til. 122, Fagop. 128, Ros. 159. 160. 161. 168. 175. 176. 178, Convolv. 216, Scroph. 238. 246, Caprif. 313, Scab. 317, Comp. 346. 371, Valer. 387. -—— lineatus F., L., Ran. 63, Cary. 112, Lythr. 151. E pendulus L., L., Umb. 33, Berb. 72, Cruc. 83, Cist. 102, Hyper. 105, Rhus 110, Geran. 113. 117, Cary. 143, Lythr. 151, Ros. 160. 163. 168, Lab. 281. 284, Caprif. 313, Scab. 317, Jas. 325, Comp. 329. 346, Valer. 387. trivittatus F. (6—7), L. Th., Hyperic. 105, Lythr. 151, Papil. 195, Ech. 219, Lab. 284, Scab. 318. Melanostoma ambigua FALL., L., Ech. 219. mellina L., L. T., Alism. 19, Umb. 33. 50, Ran. 63, Cruc. 85, Parn. 97, Hyperic. 105, Cary. 139, Onagr. 152, Ros. 158. 170, Papil. 182, Seroph. 244, Lab. 264. 284, Plant. 294. 295, Jas. 325, Comp. 355. Diese kleine Schwebfliege zeichnet sich durch ihre Vorliebe zu Windblüthen aus. Ausser den Plantagoarten sah ich sie Seir- pus palustris, verschiedene Gramineen und x "Diptera. vieta 451 110, Rut. 112, Geran. 117, Polygon. 128. 199*. 130. 131. 132.-133, Cary. 138. 139. 140. 142. 146, Lythr. .151, Ros. 158. 161. . Artemisia Dracunculus besuchen und die | Antheren mit den Rüsselklappen bear- | beiten. i Melithreptus menthastri L., L., Umb. 45, 161b. 163. 164. 165. 168. 170. 175. 176. Parn. 91, Polygon. 132. 133, Ros. 164, 178, Bor. 226, Solan. 231. 232, Scroph. Jas. 325, Comp. 349. ` | 336. 938. 245. 246, Lab. 279. 280. 282. — pictus Now BEN Umb: 48, Ran. 983. 984, Ol. 292, Prim. 297, Eric. 300, 63, Crue. 89, Hyper. 105, Rut. 112, Ge- Rubiac. 303, Jas. 325, Comp. 333. 344. ran. 114. 115, Polygon. 132, Cary. 143. 346. 350..:851. 392. 354. 358. 302. 364. 146, Ros. 170. . 365. 373. 385, Valer. 397. (im Ganzen pu x aem L., L. Sld., Alism. 19, Umb. 89 Besuche.) - ye 48. 5 Er ) - á ER Cist. ee 106 ud Syrphus arcuatus bane hides Umb. 33, lygon. 198. 130, Cary. 143, Ros. 169. 170. Ros. 166, Bor. 219, Comp. 315. SD à 174, Convolv. 216, Solan. 233, Lab. 282. balteatus Do. (2), L.. T«, Papav. 74 2383, Asel. 2894, Eric. 300, Jas. 325, Cruc. 89, Parn., 97, Salix 104, Hyper. Comp. 344. 355. 360. 365. 375. 379. 105, Geran. 115, Cary. 146, Convolv. 216, strigatus STAEG., L., Ros. 178. Plant. 295, Camp. 320, Comp. 310. 315. —-— taeniatus Man., L. T. Th., Umb. 32. 377. 379. 380. 382. 33. 47, Ran. 62. 63, Cruc. 89. 90, Parn. corollae F., L., Umb. 48, Comp. 946. 97, Cist. 102, Geran. 115, Polygon. 128. decorus MeN., T., Crue. 81. 130, Cary. 146. 151, Ros 1085179 €on- | 7777 excisus ZETT., L., Parn. 97, Ros. 178. voly. 216, Seroph. 251, Lab. 208. 983, | — glaucius L., L., Umb. 45. - Ascl. 2892-, Comp. 333. 344. 316. 35% nitidicollis Men., L- T. Umb. 32. 34, 354. 315. 376. 319. 380. 381. Rut. 112, Ros. 178, Convolv. 216, Comp. spec., L., Crue. 85». 346. 376. 380. "m: did Merodon aeneus Men., Th., Antheric. 5. ochrostoma ZETT., L., Caprif. 309. Pelecocera bicincta Mex., T., Ger. 115. — pyrastrı lE T. Umb. 32. 33. 35. Pipiza chalybeata MGX., L., Ran. 63, Cruc. 90. 43. 45. 41, Clem. 57, Parn. 91, Cist. 102, funebris Man p L., Umb. 47, Ran. 65, | / Salix 104, Geran. 115, , Fagopyt- 128, Fagopyr. 128, Ros. 178, Comp. 384. 386. Cary. 148, Ros. 157, Bor. 219, Lab. 284. lugubris F., L., Comp. 346. Scab. 317, Jas. 325, Comp. 353. 376. 380. — notata Man., L., Ros. 160. Do HbsH D. Sow. be [e DD. 25 38; Pipizella annulata Maca., L. Umb. 3T. 36. 45. 48, Ran. 63, Parn. 97, Cist. 102, 45. 4T. Salix 104, Hyper. 105, Evon. 107, Rut. vircinc Equi TUE. 92: 33. 40. 45, 112, Geran. 115, Polygon. 129, Cary. 137, Ran. 65b. . Onagr. 153, Philad. 156, Ros. 178, Plant. spec., L., Jas. 325. 294, Rubiac. 303, Scab, 316, Comp. 353. Platycheirus albimanus EO OUS Ben69,1. 354. 357. 375. Bor. 227. -__ umbellatarum Men., Sld., Comp. 351. manicatus Man., L., Cary. 139. ——— spec., L., Oruc. 80, Cary. 139, Ros. ——— peltatus Men., L., Umb. 33, Geran. 164. 165, Scroph. 251, Eric. 300, Comp. 113, Cary. 137. 333. 375. de Pyrophaena sp.. L., Umb. 33, _. Tropidia milesiformis F Rhingia rostrata wur ure cam- | 305. pestris MGN.), L., (Fig. 4) Lil. 8*, Ir. 93- ; A cw Thal. 58, Ran. 66, Berb. 72, Papav. 74, Volucella bombylans Lo = Sid. T.; Orch. j a QT " 18, Polyg. 129, Cary. 136, Ros. 172. 119. Cruc. 81. 83. 86. 87. 92, Geran. 113. 115. i a gra A ses 900 11 x Pap. 183. 185*, Lab. 269. 279, Eric. 299. . 416. 117. 119, Malv. 124, Polygon. 129, | . xs d de à Se ines Scab. 310, Jas. 325, Comp. 337. 344. 351. Cary. 137. 141. 1457. 148. 150*, Lythr. £ 5 ; vim = x 380, Valer. 387. 5 151, Philad. 156, Ros. 157. 159. 160. 161. Wirken haemarrhoidalis ZETT E Eric 299 162. 163. 164. 165. 170. 108-5119; 181; VUA. T ane Pani 3 kai : —— pellucens L., L. T. Sid., Umb. 32, apil. 203, Convolv. 217, Bor. 219. 221. re a AEn 2 A dS j Cruc. 86, Ti. 123, Ros. 162. -163. 172, 295. 226, Solan. 232, Scroph. 237. 244, Plant >94. Samb. 314, Scab. 316, Comp. Lab. 257. 259-+. 260*. 967. 268. 272; Ol. re ; à B : .292 Plant. 295, Hott. 298, Eric. 302, | Ud. 346, 085p, N : puma 209 ET 312 : q i 316. 217. | plumata 3... ds, Caty. 148, Lythr. 151, a ER eh . 9175, | Ros, 178, Pap. 215, Eric. 299, Scab. 316, . - Umb. AI. bes Rubiac. € 32 1.329, % gc ope ; vale Se ae | Xanthogramma citrofasciata Dre, bh; Sericomyia borealis FALL., T. Th., Eric. 300. 31, Evon. 107, Ros. 171. ' —— lappona L., Sld., Comp. 381. | Xylota femorata T5, E; Umbe 52, Syritta pipiens L., L. Sid. Th., Alism. f. -—— florum F., Sld., Umb. 45. -"Gross. 24. 27, Umb. 31. 39. 33. 36. 37. | —— ignava Pz.,; L., Clem. 57, Ros. 178. 38. 39. 40. 43. 44. 45. 4T. 48. 49. 50, | ZI lenta Pz., L., Clem. 57, Ros. 178. Clem. 57, Thal. 59, Ran. 62. 63, Papav. | —— segnis L., L., Ros. (68. 118; 06.292, 74, Crue. 80. 81. 89. 90, Res: 94, Parn. | Caprif. 309. l 91, Viol. 98, Salix 104, Evon. 107, Rhus | —— silvarum L., Sid., Lab. 267*. 458 K. Tabanidae (4 Arten, 9 Besuche.) Chrysops coecutiens L., L., Umb. 34, Cary. 146, Ros. 168, Lab. 284. Tabanus luridus Pz., L., Valer. 387. —— micans MGN., L., Umb. 34. rusticus L., L. Sid. Th., Umb. 45, Comp. 333. 344. L. Therevidae (1 Art, 1 Besuch.) Thereva anilis L., L., Umb. 32. Neumatocera (22 Arten, 41 Besuche.) M. Bibionidae (5 Arten, 12 Besuche.) Bibio hortulanus F., L. T., Umb. 33. 48. 49, Evon. 107, Ros. 178. —— Johannis L., L., Salix 104. Marci L. L., Salix 104, Ros. 160. 179. Dilophus vulgaris MGN., L., Ros. 157. 159 160. Scatopse soluta LoEw, L., Aristol. 55. N. Cecidomyidae (x Arten, 2 Besuche.) Unbestimmte: Adoxa 314b, Chrysospl. 22». O. Chironomidae (3 Arten, 4 Besuche.) Ceratopogon sp., L., Aristol. 55, Ros. 178. Chironomus sp., L., Aristol. 55. Unbestimmte Gattung: Chrysospl. 22b. P. Culicidae (1 Art, 1 Besuch.) Culex pipiens L., L., Rhamn. 106. Q. Mycetophilidae (x-+ 2 Arten, 5 Besuche.) Unbestimmte: Adoxa 314b, Chrysospl. 22b. Platycera sp., L., Umb. 45. Sciara Thomae L., L. Th., Umb. 39, Comp. 398. R. Psychodidae (1 Art, 1 Besuch.) Psychoda phalaenoides L., L., Arum 41. S. Simulidae (x Arten, 2 Besuche.) Simulia spec., Adoxa 314b, Chrysospl. 22b. T. Tipulidae (5 Arten, 13 Besuche.) Tipula. oleracea L., L., Parn. 97, Ros. 163. spec., L., Umb. 33. 43, Valer. 388. Pachyrhina crocata L., L. Sid. T., Umb. 32. 34. 48, Rubiac. 303. —— histrio F., L., Umb. 32. 45. ` — pratensis L., L., Umb. 48, Ros. 178. HI. Hemiptera (6 Arten, 15 Besuche.) Anthocoris sp., L., Umb. 36, Salix 104. Capsus sp., L. Th., Umb. 45, Lythr. 15 Papil. 197*, Comp. 330. 332. 348. 35 358. Nabis sp., L., Convolv. 216-+. 1, 2. / Verzeichniss blumenbesuchender Insekten. Pyrocoris aptera L. (4.), L., Comp. 376. Tetyra nigrolineata L., Th., Umb. 47. Unbestimmte Gattungen, L., Umb. Comp. 354. 45, IV. Hymenoptera (368 Arten, 2750 verschiedenartige- Besuche.) A. Apidae (205 Arten, 2191 verschieden- artige Besuche.) Andrena (51 Arten, 219 verschieden- artige Besuche.) Andrena albicans K., (2—2!/) L. T., Cypr. 12, Gross. 24. 27, Umb. 32. 33, Clem. 5%, Ran. 60. 63. 65. 66, Berber. 72, Coryd. 15+, Crue. 86, Viol. 98*, Salix 104. 1045, . Rhus 110, Polygon. 129, Cary. 138. 139, Philad. 156, Ros. 157. 158. 159. 160. 161. 161b. 165. 178. 179. 181, Papil. 199, Myos- 226. 227, Lab. 259-L. 272*, Caprif. 311*, Comp. 344. 376, Valer. 388. albierus K. (3), L., Umb. 29. 32, Ran. 62, Cruc. 82, Salix 104, Fagop. 128, Cary. 138, Ros. 159. 162. 163. 165. 166. 178; Papil. 200*, Ech. 219, Comp. 376. apicata SM., L., Sal. 104. argentata SM. gracilis SCHENCK (2—21/) L., Cary. 139, Salix 104, Ros. 165, Jas. 325, Comp. 344. 376. — atriceps K. = tibialis- K. (31/3 De Cypr. 12, Salix 104, Ros. 159. 160. 179, Papil. 199, Eric. 302, Comp. 376. bicolor F. = aestiva Sm., L., Fagop. 128. . ——— Cetii SCHR., L., Scab. 317. i chrysosceles K., L., Salix 104, Ros- 160. 165, Comp. 344. cineraria L., (4), L., Salix 104, Cary- 137, Comp. 376. r cingulata F., L., Sed. 20, Ran. 64. Comp. 376. coitana K., Sld. Th., Umb. 45, Hyper. 105, Geran: 114, Malv. 127,- Ros. 175, Scroph. 243--, Lab. 264, Camp. 319. 324 Jas. 325, Comp. 337. 372. 381. Collinsonana K. = proxima K., L^ Umb. 32. 48. 50, Salix 104, Ros. 158. . connectens K., L., Salix 104, Ros. 160, Comp. 376. t convexiuscula K., L., Ros. 159, Papil. 182. 196. 213, Scab. 317, Comp. 376. denticulata K. = Listerella K., L. Sld. T. Th., Ros. 169, Papil. 195. 196, Lysim. 297*, Comp. 344. 354. 358. 363. 372. 373. 374. 375. 382. 384. dorsata K. (3), L. T., Umb. 32. 43, Papav. 73, Crue, 83. 88, Salix 104, Hy- .per. 105, Geran. 113. 115, Polygon. 128: 130, Cary. 138, Philad. 156, Ros. 159. 160. 161b; 164. 165. 178. 179, Papit 159. 192, Serophs- 237, Eric. 300, Jas. 325, Comp. 333. 344. 373. 375. 376. eximia SM. (31/), L., Salix 104. Hymenoptera : Apidae. L., Philad. . Andrena fasciata Wzsw. (3—4), Myos. 227, 156, Ros. 179, Papil. 185%, Comp. 376. Flessae PZ., florea LEP. Bry. 103: - fucata Sm. = clypearis NYL., Sld. I. Umb. 32. 45. A8, Ros. 101. 178. - fulva SCHR. (3), L., Lil. 2, Gross. 26. 27, Berb. 72, Ros. 160. 179. 181, Scroph. 237*, Lab. 272*, Eric. 302, Comp. 376. I fulvago CHR., D. Umb. 32. Geran. 115, Jas. 325, RD: 382. 384. . fulvescens SM., L. Sld., Umb. 34, Ran. 65b, Pap. 200*, Comp. 371. 372. 373. 376. 381. 382, 383. 384. = fulvierus R (3= 31/0 b. The Cypr. 12, Umb. 33, Ran. 60. 63, Berb. 72, Papav. 73, Cruc. 91, Cist. 102, Bry. 103, dix 104, Geran. 113, Malv. 124, Fagop. 128, Philad. 156, Ros. 160. 165. 178. 119, Pa- pil. 183. 185*. 195. 900. 202. 203, Scroph. 244, Lab. 272, Eric. 300, Camp. 320, Jas. 325, Comp. 333. 344. 351. 394. 358. 368. 374. 376. 380. 382. 385. fuscipes K.'— pubescens | GANE Ere V Eric. 300, Jas. 325, Comp. 344. (21), L. Sld. a cops Gwynana K. (23/9 Gross. 24. 27, Clem. 57, Ran. 65, Cruc. S3. 91, Salix 104. 1045, Geran. 115. 117, Malv. 124, Fagop. 128, Cary. 138, Ros. 158. 160. 163. 179, Scroph. 240. 244, Prim. 296, Eric. 302, Scab. 316, Camp. 319 390. 391. 323, Comp. 255. 981. 991. 368. 316. , Hattorfiana F. (6—1), Tanda Ph. 320: Cary. 144, Scab. 316, Jas. L., Salix 104. — rubricata SM.. (3), L., helvola L. (einschliesslich varians ROSSI Umb. 32, Berb. und mixta SCHENCK.), L., Ros. 160. 173*. 72, Salix 104, Fagop. 128, 118, Jas. 325, Comp. 376. —— labialis K., L. Th., Papil. 215, Ech. 219, Lab. 257. lepida SCHENCK., dz nos 344. minutula K., L., Umb. 33. 42, Comp. 351. Hana Kc, D.; GTONS. 94. 26, Umb. 33. Crue. 91. 92, Salix 104, Fagop. 66, Comp. 333. 344. 351. 1/5), b. Sid., Cypr. , hes. 95, Bıy. 102, il. 215, Lab. 46. 351. 916. Comp. 344. L., Gross. 27, Coryd. Ros. 160, 182.219, 53, Comp. 219, Eric. 301 nigriceps N nitida K. (31/2); 7164+, Salix 104, Cary. 145*, "Lab. 257*. 259, Comp. 376. parvula K., TIRAS die Sed. 20, Umb. 32. 33. 34. 35. Ran. 65. 65b, Cruce. 89. uL. 90. Geran. 115, Malv. 124, Cary. Ros. 158. 160. 169. 169. -178. Seroph. 238. 2 365. 368. 373. 376. pilipes F. (3) L. Cypr. jos 43. 41. 48, Salix 104, 137.138, 179. 180, T., Umb. 32. 40, 45. 248, Eric. 300, Comp. |. 459 Cruc. 90, Salix 104, Fagop. 128, Ros. 1615, Scroph. 236, Eric. 302, Jas. 925, - Comp. 329. 333. 344. Andrena pratensis NYL. — ovina Kr. (4—5), L., Cypr. 12, Salix 104. 104b, Comp. 376 —— punctulata SCHENCK, L., Salix 104. ee RZ, er 1. obo Umb. 30. 35. 45, Salix 104, Ros. 179. — — Schrankella NYL. (4), L. Th., Cruc. 80, Salix 104, Ros. 160. 178. 179, Papil. 185*, Comp. 332. 351. T., Eric. 300. simillima SM., — — Smithella K. (2), L., Gross. 26, Berb. 72, Salix 104, Ros. 159, Comp. 376. ___+thoracica K., L., Ros. 163. 3 __—_ Trimmerana K., L., Berb. 72, 104, Philad. 156, Ros. 160. 178. L yarians Ross, L., Salıx 104. — — ventralis IMH. (2—21/5), L., Salix 104. 104b. 4 Z< vitrea SM. — nitens ScHEnck, Cassel, Comp. 333. — — xanthura K. (3), 185. 186. 196. 199. 200, —— spec., L., Aesc. 105. Salix L. Sid., Papil. 182. Comp. 376. 384. Anthidium (3 Arten, 16 Besuche.) Anthidium manicatum L. (9—10), L. Sid. Th., Pap. 182. 185. 198*, .Seroph. 240, Lab. 358. 267. 274. 215. 285, Comp. 330. punctatum LATR., Sid. Th., Pap. 182. 198*. 200*. : ——— strigatum LATR., L. Sld. Th., Papil. 182, Jas. 325, Comp. 329. Anthophora (5 Arten, 32 Besuche.) Anthophora aestivalis Pz. — Haworthana K. (15), Th., Papil. 187, Lab. 273: ——— furcata Pz. (11—12); L. Sid. Th, Eck, 219, Lab. 258. 267. al; pilipes F. (19—21), L. 15, Coryd. 76. 77... Mel: 99, Ros. 197, Papil. 185. 312, Bor. 221. 225, Lab. 251. 259. 261. 262. 2p Vinc. 290, Ol. 292, Prim. 296. ———— quadrimaculata F. (9—10), T. Sid. Th., Malv. 125, Papil. 198*, Ech. 219, Scroph. 256, Lab. 258. 267. 285. — 2 gena la. (10—175 L., Pedic. 255. Apis. mellifica L.8 (6) lw soll due, (189 Besuche), Lil. 5. 6, Smil. 7, TE. m Gal. 10, Orch. 15. 16. 17, Berg. 23, Gross. 7" Umb. 30. 32. 45. 48. 49, Clem. 60, Ran. 61. 68. . 12, Diel. 794-7; T... T4312, Be) Viol. 9 102, Bry. 103 104», Rhamn. 106, Aesc. 108, Rhus 110. 111, Í 4%, Lin. 155, Phila 161. 162. 163. 164. 178.-179. 181, Papil. 1 460 186. 158. 190. 191. 192. 193. 1944-. 195. 196. 195. 199. 200. 201. 202. 203. 204. 206, 207. 211. 2194. 213+. 914. EIOS Uonvolv, 216, Ech. 219. Bor." 2967 RT, 222, 227, Solan. 233. 234, Scroph. 237. 238. 240. 244. 245. 241. 250. 951. 254, Lab. 257. 258. 259-L. 261. 262. 263-1. 211. 272, 215. 276. 978. 219. 280. 281, Ascl. 289, Ol. 292, Plant. 294, Prim. 296*, Eric. 299-E. 300. 301. 302, Rubiac. 306, Caprif. 308. 309. 311. 312, Scab. 316. 317. 318, Camp. 319. 320. 321, Jas. 325, Comp. 329. 330. 331. 333. 334. 335. 337. 342. 3591. 354. 357. 358. 363. 305. 308. 369. 370. 373. 376. 378. 380. 384. 985, Valer. 387. 388. Bombus (17 Arten, 509 Besuche.) Bombus agrorum F. (= muscorum L., wel- cher Name als der ältere den Vorzug ver- v dient) (10-15), L. T. Sid. Th., Smil. S, Ir. 9, List. 13--, Orch. 15, Sed. 22, Aq. 68, Papav. 74, Coryd. 78, Viol. 100, Hy- peric. 105, Rhamn. 106, Til. 123, Malv. 124. 125, Cary. 148, Lythr. 151, Onagr. 153. 155, Ros. 157. 162. 163. 173, Papil. 182. 185. 189. 205. 211. 212. 215, Ech. 219. 221. 222. 225, Solan. 234, Scroph. 230. 241. 242. 243. 251. 954. 255, Lab. 256. 263. 264. 265. 266. 267. 268. 269. 272, Gent. 286, Vinc. 290. 291, Eric. 299. 301. 302, Symphor. 308, Dips..315. 316. 317, Comp. 327. 329. 330. 335. 338. 341. 342. 343. Im Ganzen 68 Besuche. —— Barbutellus K. (Apathus*) (12) L. Sld., Philad. 156, Papil. 185, Ech. 219, Sceroph. 246. 253, Lab. 272, Scab. 316, Comp. 376. 381. 9 Besuche. campestris Pz. 'Apathus) (10-12), L. a Or. 15. Sed. 23; Onagr. 153, Ros. 163. 185. 215, Ech. 219, Eric. 302, Scab. 316, Comp. 329. 335. 342. 358. 363. 14 Besuche. _ —— confusus SCHENCK (12— 14), L. Th. Orch. 15. 16. 17, Onagr. 153, Ros. 173, Papil 185. 213. 215, Lab. 257. 272, Prim. 296, Eric. 302, Comp. 327. 330. 376. 382. | 16 Besuche. fragrans Kirby **) (15), L., Orch; Te Salix 104, Ros. 173, Pap. 185. 4 Besuche. | hortorum L. ***), (18—21), Fig. 14: 16, | *) Wie mir Dr. KRIECHBAUMER mit- | theilt, ist der Name Psithyrus älter thus, und Ps. saltuum Pz. àlter als tellus K. **, Nach Dr. KRIECHBAUMER'S briefl. | als Apa- | Barbu- | i ! i f Mittheilung ist B. fragrans K. keineswegs | mit B. fragrans PALL., Art, identisch. desshalb für sie aufgegeben und durch B. einer sibirischen | Der Name fragrans müsse distinguendus MORAW (vielleicht = B. ele- | gans SEIDL) ersetzt werden. "**) Tinschliesslich ruderatus F., den als besondere Art von hortorum ich ‚ ebenso wenig zu L.: Verzeichniss blumenbesuchender Insekten. ; L. Sid. Th., Colch. 1, Smil. 8, lr. 9 Orch. 15. 16. 17, Berg. 23, Aq. o5 Ds 69. 70, Aconit. 71, Diel. 75, Vio (82 Salix 104, Malv. 124, Pom, 157, Ros. 213. 163. 173. 181, Pap. -197.- 209, vado at Ech. 219, Bor. 225, Scroph. 238. 240. TT. 243. 253. 254. 955, Lab. 257. 259. 207. 261. 263. 267. 272, Vinc. 290, Ol. zd Prim. 296, Eric. 302, Caprif. 310, hr d 316, Jas. 325, Comp. 333. 340. 49 be suche. 3 d Bombus hypnorum L. (10—12), L. S Taks Th., Ros. 173, Ech. 219, Scroph. Be 256. 258, Ascl. 289, Scab. 316. 1 be suche. ud lapidarius L. (8—14) . Sid. T. Eon Orch. 15. 16. 17, Sed, 22, Viol. pee 101, Salix 104, Aesc. 108, Polygal. 109, Malv. 124, Fagop. 128, Cary. 148, Onagr- 153. 155, Ros. 157. 173. 181, Papil. 185. 186. 198. 199. 203, 204. 212. 213, de 219, Bor. 221-b. 222. 325, Scroph. i 250. 255, Lab. 257. 258. 259. 266. ai: 272, Vine. 290, Ol. 292, Prim. 296, os 301, Dips. 315. 316. 317. 318, Camp. ie 321, Comp. 326. 327. 328. 329. 330. MIS 333. 335. 330. 337. 338. 339. 358. 970. 976. 380. 384. 65 Besuche. muscorum F. (= senilis F., SMITH, welcher Name den Vorzug verdient, wel unter dem Namen muscorum schon früher von LINNÉ eine andere Art, der B. agro- rum des FABRICIUS, beschrieben wor ist. Ich habe, auf diese Sachlage zu spå aufmerksam geworden, mit muscorum ^ stets dunkler gefárbte Abarten, mit seni lis F. oder senilis SurTH stets die schön gelb gefärbte Varietät dieser Art bezeich- net) (10—14), L. T. Th., Orch. 15?. 16. 1i Cist. 102, Papil. 185. 187. 195. 197. 219, Ech. 219, Bor. 222, Scroph. 237. 292, Lab. 257. 258, Rubiac. 306, Caprifol. 308. 312, Comp. 326. 327, 330. 339. 376. 23 Besuche. * pratorum L. (8—12), L. Sld., All. 5, Oreh. 15. 16. 18, Gross. 27, Berb. E Chelid. 74, Dielytr. 154-, Salix 104, Onagr- 153, Philad. 156, Ros. 162. 163. 173, Pa- pil 183. 1854, 208, 215, Ech. 219, Bor. 220. 2214. 222. 225. 234, Sceroph. 251. 253. 254. 256, Lab. 257, 259. 261., 262. 263. 267. 271. 272. 279, Plant. 294, Eric. 302, Caprif. 308. 312, Scab. 316. 317, Camp. 319, Comp. 329. 337. 339. 340. 357. 358. 381. 387, 52 Besuche. —— Rajellus ILL. (10—13), L., Ir. 9, Sed. 20, Papav. 74, Die]. 75=&, Viol. 99, Cary. 148, Papil. 185. 186. 211. 212, Ech. 219, Bor. 221. 225, Seroph. 253, Lab. 258. 259. 260+, 262. 263. 272, Eric. 299, Scab. 316, Comp. 337. 372. 23 Besuche. rupestris F. (Apathus) (1 1-15, L. Ah, PüpiL.180.. 215. Boh 349, L2 rr T. L T 58. trennen im Stande bin, als B. lucorum L. von B. terrestris L. 2 Hymenoptera : Apidae. 272, Dips. 315. 316. 317, Jas. 325, Comp. Wert 329. 330. 332. 363. 14 Besuche. ombus Scrimshiranus K. (10) Fig. 11, Sad, L. T. Th., Gross. 27, Salix 104, Ros. e 173. 178, Papil. 211. 215, Seroph. 238. 253. 2554+. 259, 264, aric. 301. 13 Besuche. senilis F., SMITH (vgl. die Bemerkung bei B. muscorum F.) (11—15), L., Orch. 17, Ros. 173. 178, Papil. 185. 213. 215, Bor. 225, Scroph. 253. 259, Gent, 286, Eric. 299. Scab. 317. 12 Besuche. — silvarum L. (9—14) Fig. 15, L. E Orch. 16, Sed. 22, Malvy. 124, Lythr. Onagr. 155, Ros. 162. 159.5 419, Papil. 197. 212. 213. 215, Ech. 219, 221. 222. 225, Scroph. 241. 250. 253, Lab. 257. 258. 259. 263. 264. 266. 211. 272. 274. 275, Gent. 287, Prim.. Eric. 299. 302, Scab. 316. 317, Jas. Comp. 396. 321. 329. 330. 331. 339. . 812. 316, 48 Besuche. — terrestris inclusive lucorum L (1—9), Yo Sid. T. Ph, dub 4.4 Orch. 15. 17, Gross. 27, Umb. 45, Clem. 57, Ran. 61. 64. 66, Aq. 684+, Berb. 72, Diel. 75-F, Coryd. 76=. 77#, Cruc. 83, Sal. 104. 104b, Hyper. 105, Aesc. 108, Polygal. 109, Cary. 148, Lythr. 151, Onagr. 193, Ros. 157. 158. 163. 119-L.. 178. 181, Papil. 182. 1854. 198. 199. 200. 203. 1124-. 2134-. 215, Ech. 219, Bor. 2214. 225.. 290, Scroph. 236. 240. 241. 243. 2534. 2544-. 255-L.' Lab. 2594-. 260-. 2634. 264. 268. 271. 2724. 281, Ascl. 159, Vine. 290, . Ol. 292, Plant. 295, Prim. 296, Eric. 299. 300. 301. 302, Scab. 316. 317, Comp. 397. 328. 330. 332. 335. 346. 359. 3063. 319. 376. 79 Besuche. vestalis FovRCR. (Apathus) (13), b. Sid. T. Th., Ir. 9, Ros. 163, Papil. 185. 311, Ech. 219, Scroph. 246, Lab. 272, Vinc. 290, Eric. 302, Scab. 316. 317, Comp. 337. 340. 369. 376. 15 Besuche. Ceratina coerulea VILL. (4—5), L-, Ech. 219, Jas. 325, Comp. 371. Chalicodoma muraria F. (10)-Th., Papil. 215. TM 151, 185; Bor. 255, 268. 296, 325, 342, "Chelostoma (3 Arten, 29 Besuche.) Chelostoma campanularum K. (3) L. Sld. - T. Th., Maly. 124, Lab. 27154, Camp. 319. 320. 321. 322, Jas. 325, Comp. 339. 313. florisomne L. — maxillosum L., L. Th, Ran. 63. 64, Camp. 322, Comp. 316. nigricorne NYL. (44!/o), L. T : Th., Geran. 114. 115, Malv. 124. T, Ech. 219, Lab. 285, Camp. 319.. 320. 321. 322, 323, Comp. 344. Cilissa (3 Arten, 16 Besuche.) Cilissa haemarrhoidalis F. (9—31/5), L. Sld., Malv. 124. 126, Lab. 271, Comp. deis ET NE leporina PZ. = trieineta K. (31/2) L. Th., Sed. 20, Papil. 185. 186. 195. 198, Jas. 325, Comp. 333. 339. | Halictus albipes F. 461 Cilissa melanura NYL. (3—4), L. 8ld. 25 Lythr. 151, Comp. 382. Coelioxys (6 Arten, 28 Besuche.) Coelioxys acuminata NYL., Th., Comp. 328. spec., L., Ros. 166, Papil. 182, Lab. 972. 279; Ascl. 289, Comp. 316. ——— conoidea Inr. — punctata LEF., L. Th., Papil. 215, Ech. 219, Lab. 285, Scab. 316, Jas. 325, Comp. 332. 370. ` ———- quadridentata L, = conica L. = acuta NYL., L., Papil. 192, Ech. 219, Scab. 316, Jas. 325, Comp. 328. simplex NYL. (41/5), L., Bry. 103, Malv. 124, Ech. 219, Jas. 325, Comp. 366. 370. umbrina Sw. — parvula SCHENCK, L. Th., Ros. 163, Ech. 219, Lab. 285. Colletes (4 Arten, 16^ Besuche.) Colletes cunicularia L. (31/5—4), b. Salix 104, Erit. 302. — — Davieseana K., L. Sld., Onagr. 155, Papil. 200, Comp. 9344, 346. 381. 354. 370. 384. Lo fodieng Ds 344. 354. —— marginata L., Comp. 352. Orocisa scutellaris PZ., Dasypoda hirtipes : NM Th., Jas. 325, Comp. 375. 380. 7 Besuche. Diphysis serratulae Pz. (1—8) L. Bld. T., Ros. 163, Papil. 182. 185. 186. 200*. 205. 211, Ech. 219, Eric. 300, Scab. 316, Jas. 325, Comp. 329. 371. 380. 384. 15 Be- suche. Epeolus variegatus Ls: les 333. Eucera longicornis L. (10—12), L. Sld., Orch. 16. 17, Ros. 160, Papil. 182. 185. 208. 310. 211. 215, Ech. 219, Bor. 221, Lab. 959, Ol. 292, Plant. 295, Caprif. 308. 15 Besuche: ; Halictoides dentiventris NYL., L. Sld., Camp. 319. 320. (21/5) L., Papil. 185, Comp. L. Papil 186, Jas. 826, T. Th., Lab. 285. 5) Fig. 10, 1., L. 333. 339. 370. 373, Jas. 325, Comp. (32 Arten, 440 Besuche, davon 181 an Compositen.) — obovatus K. (ein- schliesslich affinis 'ScHENCK), L. Sld. Th., Umb. 32. 33. 47, Ran. 65, Salix 104, Ge- ran. 119, Malv. 124, Polygon. 130, Ros. - 163. 178. 179; Papil. 188: 200. 215, Ech. 219. Seroph. 246. 248, Lab. 281, OL. 292%, Plant. 295, Scab. 316, Camp. 321, Jas. 325, Comp. 399. 333. 339. 346. 358. 360. 361. 362. 373. 376. 379. 380. 381. 385. 37 Besuche. LL. brevicornis SCHENCK, Th., Comp. 384. —— cylindricus F. = fulvocinetus K. = malachurus K. 3—4), L. Sid. T. Th., Lil-4, Umb. 30. 32. 45, Ran. 60. 62. 63. 65. 65b, Papav. 13. 74, Cruc. 83. 91, Salix 104, Geran. 113. 114. 115, Lin. 122, Malv. 126, Halietus 462 Cary. 137, Lythr. 151, Ros. 160. 163. 165. 179, Papil. 188. 202. 217, Ech. 219, Solan. 235, Scroph. 238. 243-+, Lab. 261*. 262*. 281. 284, Ascl. 289, Plant. 295, Eric. 302, Scab. 316. 317, Camp. 320, Jas. 325, Comp. 927. 328. 329. 333. 337. 338. 339. 340. 344. 346. 358. 360. 361. 362. 365. 379. 373. 375. 376. 379. 380. 381. 382. 383. 384. 65 Besuche. Halictus fasciatus NYL., L., Jas. 325. flavipes F. *) — seladonius F. (21/5), L. Th., Umb. 45, Ran. 62. 63, Papav. 73, Geran. 113, Ros. 165. 167. 178, Pap. 182. 185. 190. 196. 215, Scroph. 242, Lab. DE. Eric. 302, Camp. 322, Jas. 325, Comp. 339..361. 362. 373. 376. 318. 382. 384. 26 Besuche. fulvicornis K., L., Umb. 47. interruptus Pz., Th., Umb. 37. Comp. 329. 339. 4 Besuche. leucopus K., L. Sld. T. Th., Umb. 45, Cruc. S6, Ros. 165, Sceroph. 239. 248, Lab. 261*, Comp. 361. 376. 380. 9 Be- suche. —— leucozonius SCHR, (4), L. Sid. T. Th Orch. 17, Umb. 42, Ran. 63, Aq. 68, Cruc. 92, Geran. 114, Ros, 163. 166, Scab. 316. 317, Jas. 325, Comp. 329. 339. 344. 346. 361. 370. 371. 373. 379. 380. 381. 382. 384. 24 Besuche. ——— longulus Sw. = pauxillus SCHENCK, L. Th., Umb. 30. 41, Ran. 63, Papav. 13, Geran. 113. 114, Convolv. 216, Scroph. 244, Lab. 284, Comp. 329. 333. 339. 341. 942. 360. 361. 373. 376. 319. 380. 385. 21 Besuche. lucidulus ScHENCK, L., Cruc. 90, Ge- ran. 114, Ros. 163. 164, Lab 272*, Jas. 325, Comp. 329. 339. 351. 376. 10 Be- suche. lucidus SCHENCK, L., Ran. 65, Ros. 162. lugubris K. — laevigatus K., L. Th., Papil. 215, Lab. 259, Comp. 373. 378. 382. 384. 6 Besuche. —— maculatus SM., L. T. Th., Umb. 33. 52, Ran. 63, Papav. 73, Geran. 114. 115. 116, Malv. 124, Ros. 166, Papil. 183, Lab. 284, Camp. 321, Comp. 329. 330. 333. 339. 944. 346, 352. 354. 358. 360. 361. 373. 376. 379. 380. 382. 28 Besuche. minutissimus K., L., Lythr. 151, Comp. 865.316. minutus K., L. T., Umb. 32, Comp. 329. 333. 339. 375. 379. 6 Besuche. morio F., L. Th., Malv. 124. 125, Cary. 147, Convolv. 216+, Scroph. 241-4, Lab. 274+, Comp. 344. 361. 376. 9 Be- suche. nitidiusculus K., L. T. Th., Gross. 24, Ran. 63. 65, Cruc. 80. 90, Geran. 113, Ros. 162, Convolv. 216, Ech. 219, Scroph. 248, Lab. 274+. 284, Comp. 329. 333. 339. 351. 362. 376. 379. 383. 385. 21 Be- suche. 47, E *) Nach F. SMITH = tumulorum L. Verzeichniss blumenbesuchender Insekten. Halictus nitidus ScHEncK, L. Th., DH Ros. 161, Ech. 219, Lab. 274-- 219. Fe Comp. 358. 360. 368. 371. 373. 970. 12 Besuche. quadricinctus F.*), Fig. 9, Th., Umb. 42, Ran. 63, Papil. Ascl. 289, Comp. 326. 327. 328. 339. 344. 361. 373. 374. 378. 18 Besuche. quadrinotatus K., Th., Comp. E —— quadristrigatus Larr. *) (6—7) ? Comp. 332. Th rubicundus L. uS 1. ICH 186. 195, 339. 330. 319. 385. CHR. (4— 41h), Gross. 27, Ran. 63, Berb. 72, Aesc. e Ros. 158. 159, Papil. 182. 200, Eric. eh Scab. 317, Comp. 326. 329. 333. 339. 94%- 346. 373. 374. 376. 3:8. 379. 384. 385. 23 Besuche. ] —— Seabiosae ILL., Freiburg HILD., Asc 289. ` sexnotatus K. (4), L. T., Lil. 6, Umb. 33, Clem. 57, Thal. 58, Ran. 63, Pa 73. 74, Cruc. 82, Bry. 1034-, Rhus 110, Rut, 112, Geran. 110, Cary. 142, Ros. 157. 101^. 162. 163. 176, Papil. 210, Bor. 220. 2214+, Scroph. 237. 242, Lab. d Eric. 302, Caprif. 308. 309. 313, Scab. 316, Comp. 376. 379. 31 Besuche. * sexsignatus SCHENCK, L., Ran. 69) Comp. 355. 376. en sexstrigatus SCHENCK, L., Papav. a Bry: 103+, Rhus 110, Ros. 1615. 3 165. 166. 167. 178, Scroph. 245, Lab. 274+, Eric. 302, Comp. 384. 13 Be suche. Smeathmanellus K., L. T. Sid. Th., Umb. 48, Aq. 68, Res. 94, Geran. 119, Malv. 124, Scroph. 238. 241+, Camp. 319, Comp. 329. 339. 379. 380. 381. 382. 14 Besuche. tarsatus SCHENCK, L., Pap. 183, Comp. 333. 2 Besuche. F villosulus K. = punctulatus K., L. T. Th., Ran. 63, Cist. 102, Ros. 163, Con- volv. 216, Jas. 325, Comp. 344. 346. ` 370. 371. 374. 375. 376. 380. 381. 382. 384. 16 Besuche. EA zonulus Sm. (4), L. Tekl. Th., Sed. 22. Ran. 63, Resed. 94, Geran. 113, Maly. 124, Ros. 159. 1615. 163. 168. 176, Papil- 186. 203, Bor. 220. 229, Seroph. 2414-- 242, Lab..257*, Prim. 297*,- Comp. 329. 358. 376. 379. 22 Besuche. ; *) Wie mir Dr. KRIECHBAUMER mit- theilt, ist die von KrinBy und. späteren Autoren als quadricinctus F. beschriebene Art nicht der FABRICIUS'sche quadricinctus; sondern eine besondere Art, welcher der Name tetrazonius Kl. zukommt. Da- gegen ist Halictus quadristrigatus LATR. — 'quadrieinctus F. und muss letzteren Namen als den -älteren annehmen. (Nach GER- STÀCKER im Archiv für Naturgeschichte, XXXIV. Jahrg., I. Bd.) Hymenoptera : Apidae. Halictus spec., T., Cruc. 84, Geran. 117, Cary. 139. 144, Ros. 170,. Lab. 280, Ascl. 2894, Plant. 294. 295, Valer. 387. 10 Be- | suche. | Heriades truncorum L., L Papil. 192, Ol. 29, 333. 339. 344. 352. 358. 360. 379. 13 Besuche. Macropis labiata PZ., Fig. 11, un 38, Rhamn. 106, Ros. 163, Es ; ! T. Th., Umb. 35, | Scab. 316, Comp. 373. 374. 1, 9,21% Prim. Megachile 9 Arten, 77 Besuche. Megachile argentata F., (0) L., Jas. 325, Comp. 370. 3 SFT eehtunenlaris L., (6—7) L. Sid. Th., Lil. 6, Sed. 20, Umb. 45, Dicl. 15+, Lythr. 151, Ros. 1615, Papil. 200*, Con- volv. 217, Bor. 220, Scroph. 241-F, Lab. 285, Caprif. 208. 311, Scab. 316, Comp. LU320. "897. HP: 349. 353. 9318. 20 Be- 204. 211. 215, Lab. 279, Plant. 295, 328. 16 Besuche. lagopoda L., (10) Th., Umb. 42, Comp. 398. 329. 332. 330. 339. 6 Besuche. —— ligniseca K., L. Th., Malv. 124, Comp. 330. — — maritima K., L. (8—9), Sed. 21, Papil. 136. 198. 205. 211, Seroph. 240, Scab. 316, Jas. 325, Comp. 341. 385. 9 Be- suche. pyrina LEP. Th., Papil. 182. 194. 19 274. 285. 7 Besuche. versicolor Sm., L- Sld. Th., Pap. 198. | 200. 205. 211, Comp. 339. 5 Besuche. ser Willughbiella K., L. Sid. Th., Malv. 124, Papil. 182. 183. 200*. 211, Ech. 219. Lab. 271. 285, Scab. 316, Comp. 370. 10 Besuche. Melecta armata PZ. Lab. 259. 261. luctuosa Scor., L. Th., Ech. 219. — fasciata SM. *, L. Sld. 8*. 210, Lab. 258. — punctata dt. UE. Nomada (21 Arten, 89 Besuche.) Nomada alternata K. L., Comp. 376. armata SCHAEFF. = cin L., Scab. 316. Fabriciana L., . 163, Scab. 316, Jas. —— .ferruginata K.. L. Umb. 45, Papil 195, BOR e flavoguttata K., L., Car 09.2816: cticornis NYL., L., Coryd. 164-, Ros. | 325, Comp. age Sid. Th., Sed. 20, Erie. 302, Comp. y. 137, Comp. R wohl = rina LEP., Name .*) Nach Dr. KRIECHBAUME pyrina SMITH, aber nicht = PY sondern — ericetorum LEP., welcher = Marshamella KH Sm. den Vorzug | Nomada furva Pz. minuta F., L., Comp. 358. 2 germanica Pz., L. T., Lab. 279, Comp. —.— Jacobaeae PZ., L., Onagr. 153, Lab. 266, Scab. 316, Jas. 325, Comp. 333. sic. Iutotalis Pus; Lo Tho Umb. 47, Cruc. . 83, Hyper. 105, Malv. 124, Ros. 163, Scroph. 251. —- Tahbunesna K. rufiventris K., L., Salix 104, Comp. 376. l lineola Pz. (6), L., Cruc. 83, Salix 104, Hyper. 105, Ros. 163, Scab. 316, Jas. 325, Comp. 333. 365. 376. nigrita SCHENCK, L., Jas. 325, Comp. 333. —— Robe Onagr. 193, J ——— ruficornis L. L. Th., Umb. 30, as. 325, Comp. 333. — flava Pz. (3—4); L. Sld., Salix 104, Cary. 137, Ros. 159. 160. 163. 164. 165, Pap. 182, Eric. 302, Jas. 325, Comp. 344. 376. sexfasciata PZ., Ech. 219. solidaginis PZ., 299*, Comp. 333. —— signata JUR., L; 160. 165, Comp. 376. succincta PZ. (61/9—1) , Ros. 166. 179, Comp. 329. 316. varia Pz. = fucata Pz. (5ifo—6), L. Th., Salix 104, Papil. 195, Lab. 272, Jas. 325, Comp. 358. 376. 378. icta K., L., Ros. 166. — — ganthosti a zongte Pz.; u, T. Pho Comp. 344. 355. rjeotiana P2., 2 Orch. 27, Ros. 164, L. T., Papil. 195, Eric. - 361. Salix 104, Ros. 159. ` L., Salix 104, Osmia (19 Arten, 100 Besuche.) 10, L. T. Sid. Th., —— aenea L. (9—10), L. Sid. Th., Maiv. 124, Papil 182. 185. 198, Hoch, 219, Scroph. 240, Lab. 257. 258. 259. 272. 975. 285, Scab. 316, Comp. 330. 339. Se mente. (8-9) Sld. Th., Pap. 182. 195. 197. 198. 215, Lab. 258, Comp. S — — caementaria GERST. = Spinolae SCHENCK, Th., Papil. 186, Ech. 219. cornuta. LATR. (8—9); T. Ros. 181. LL fulviventris PZ, 4. Th., Lab. 258, Scab. 316, Comp. 332. 338. 339. —— fusca CHR. = bieolor. Scug. (8, L. Sid. T. Th.,-Orch. 17, Ran. 60. 64, Viol. 101, Geran. 115, Ros. 163. 165, Papil. 203, Ech. 219, Pulm. 225, Lab. 257. 2532; Comp. 376. — — interrupta SCHENCK, x. T, Papi 182. : — — ]eucomelaena K. Scroph. 240, Comp. 344. : —— pilicornis SM., L., Pulm. 225. —— rufa L. = bicornis L. ( Tz dap €-ow DEO Orch. 16, ER, Ran. 63. 66, Diel. 75, Cruc. 83, Viol. 99 101, Salıx 104, Aesc. 108, Geran. 114, 160. 178. 179. Osmia adunca LATR. ( Pap. 211, Ech. 219 (Hh) L., Ech. 219, als der ältere vor fasciata verdient. $ed Cary. 138. 148, Ros. 157. 464 181, Papil. 2124. 213, Ech. 219, Bor. 225. 230, Lab. 257. 979. 274. 275. 285, Vine. 290. 292, Prim. 296* Eric. 302, Comp. 365. 376. 37 Besuche. Osmia spinulosa K.,(5). In Thüringen, wo Slé In verlassnen Gehäusen von. Helix ericetorum nistet, sehr háufig. Papil. 215, Comp. 329, 330. 332. 339. 344. 358. 313. 314. 378. 379..385. 12 Besuche. - spec., L., Pap. 192. -— villosa SCHENCK (nach Dr. KRIECH- BAUMER'S briefl. Mittheilung identisch mit platycera GERST., der Name villosa ver- dient als älter den Vorzug), Sid., Papil. 200. Panurgus (2 Arten 16 Besuche.) Panurgus Banksianus LATR. — ater LATR., mds. 16 2, L. P Th. Cemp. 373. 375. 318. 384. calcaratus ScoP. = lobatus F. (3), L. T. Th., Ran. 63, Onagr. 155, Comp. 370. 971. 372. 373. 375. 378. 319. 380. 389. 384. 12 Besuche. Prosopis (Fig. 6. 1., 15 Arten, 88 Besuche.) Prosopis annularis Sm., Th., Lil. 6, Res. 94. armillata NyL., L. T. Sld., Sed. 20, Umb. 29. 43. 45. 49, Cruc. 90, Res. 94. 95, Hyper. 105, Polygon. 130, Philad. 156, Ros. 166, Comp. 380. 13 Besuche. brevicornis NyL., L., Sed. 20, Umb. 33. —— clypearis SCHENCK., Th., Umb. 32. communis NYL. (1—1!/), L. T. TES Umb. 32. 33. 43. 49, Cruc. 90, Res. 94. 95, Rhus: 111, Geran. 113. 114, Maly. 124, Cary. 142, Ros. 161. 161b. 163. 164. 175, Seroph. 236. 247, Lab. 2744. 2754, Jas. 325, Comp. 333. 346. 24 Besuche. dilatata K., L., Malv. 124, Jas. 325. —— excisa SCHENCK., L., Ros. 163. hyalinata SM. = confusa NYL., L’Th., Ran. 63, Geran. 114, Mal. 124, Cary. 142, Ros. 166, Ech. 219, Camp. 319. 320. 921. 324, Jas. 325, Comp. 333. pictipes NYL., L., Res. 94, Malv. 121, Jas. 325, Comp. 344. ——— propinqua NyL., L., Ros. 161b. ——- punetulatissima SM. = obscurata SCHENCK, Th., Lil. 4, Comp. 339. — signata Pz. (11/5), L. Th., Umb. 29, Clem. 57, Thal. 58, Res. 94, Malv. 124, Ros. 177, Seroph. 236, Comp. 350. 8 Be- suche. sinuata ScHEnox, L. Th., Umb. 43. 47, Rut. 112, Comp. 333, variegata F., L. Th., Sed. 20, Umb. 39. 42. 46. 47, Ros. 163, Jas. 325, Comp. 333. 344. spec., L., Umb. 38. 40, Til. 123. Psithyrus. Die Arten dieser Gattung sind zu Bombus gestellt. ° Rhophitoides canus Evrrsm., Th., Papil. 182.. 195. Rhophites halictula NYL., L., Jasione 325. Verzeichniss blumenbesuchender Insekten. Y | Rhophites vulgaris (Dufourea) ScHENCK, T. IQ ec Th., Comp. 313. 374. 375. 319. 382. 383. Saropoda bimaculata Pz. — rotundata pz. (9), Fig. 10, 3., L. Th., Hyper. 105, Lythr. 151, Ech. 219, Scroph. 256, Lab. 279, Eric. 300, Jas. 325, Comp. 329. 332. 9 Besuche. Sphecodes gibbus L. (einschliesslich rufe- scens; ephippia etc.), L. T. Sid. Th., Sed. 20, Gross. 24, Umb. 31. 34. 39. 43. 45. 47. 51, Coryd. 75, Cruc. 85b, Salix 104, Geran. 115, Fagopyr. 128, Onagr. 153, Ros. 166, Jas. 325, Comp. 333. 344. 346. 350. 354. 355. 356. 365. 376. 383. 384. 28 Besuche. Stelis aterrima Pz, (5—5'/, Th., Ger. 114, Ascl. 289, Comp. 332. 339. 339. 5 Be- suche. ; breviuscula NYL. — pygmaea SCHENCK, LI, Ros 169, RoN 219, Scab. 316, Comp. 339. 344. 5 Besuche. phaeoptera K., L. Th. Eeh 219, Comp. 339. . B. Chrysidae (8 Arten, 23 Besuche.) Chrysis bidentata L., Th., Umb. 43. cyanea L., L., Ros. 161b. ignita L., L, Th., Umb. 43. 51, Rut. 112, Ros. 161b, 175*. spec., L., Umb. 30. Cleptes semiaurata F., L., Ech. 219. Elampus auratus Wesm., L., Ros. 175*. Hedychrum coriaceum DLE., L., Cary 134. lucidulum LATR., L. Th., Umb. 32. 42. 43. 47, Cruc. 90, Ros. 175*, 178, Jas. 325, Comp. 333. 344. 347. 370. C. Cynipidae (1 Art, 1 Besuch.) Eucoila spec., L., Chrysospl. 22b, D. Formicidae (4 Arten, 18 Besuche.) Formica congerens Nvr., L., Ros. 159, Comp. 376. Lasius niger L., L., Chrysospl. 1225, Ros. 158. 159, Myrmica laevinodis NYL., L., Chrysospl. 225, Comp. 365. M. ruginodis Nyr., Chrysospl. 22b. Unbestimmte: Umb. 43. 4$. 49, Ran. 655, Cary. 146, Ros. 157. 158. 159, Scroph. 240, Ascl. 289. E. Ichneumonidae und Verwandte (13 Arten, 43 Besuche.) Alysia, L., List. 13. Campoplex, L., List. 13. Cryptus, L., List. 13. Eulophus, L., Adoxa 314b. Foenus jaculator F., L. Th., Umb. 32. 43. 51, Rut. 112, Cary. 140. affectator F., L. Th., Umb. 32. 40, 43. 50, Rut. 112." Ichneumon uniguttatus L., L., List. 13. Microgaster rufipes F., L., List. 13. . O Hymenoptera : Sphegidae. P PEN Perilampus ?, L., Salix 104. fezomachus, L., Adoxa 314^. quegadeuon, RR RER > popben, L., List. 18. contes Umb. 32. 33. 31. 36. 37. 39. V 2 44 45, 47. 48. 49. 52. 53, Cruc. 121 arn. 97, Rut. 112, Salix 104, Malv. , Ros. 178, Lab. 284, Adoxa 314b. F. Sphegidae (im Sinne der Fossores LATR.) (81 Arten, 275 Besuche.) Rut. 112. L. Sid. T. Th., 82, Bry- 103, ; en punctum F., L., mmophila sabulosa L. (4), Sed. 20, Umb. 30, Cruc. neo: 115, Onagr. 153, Ros. 163. 166. 178, Papil. 192, Ech. 219, Lab. 279. 280, p 289, Rubiac. 303, Caprif. 308, Jas. no), Comp. 333. 344. 19 Besuche. »embex rostrata F., (7.) L., Scab. 316, ... Comp. 333. YA E Cemonus unicolor F., L. Th., Umb. 33. 40, E Cruc. 90. Cerceris albifasciata DLB., — arenaria L., L. Th., Res. Jas. 325, Comp. 333. 344. : —— labiata F., L. Th., Umb. 30, Res. 96, Fagop. 128, Scroph. 247, Jas. 325, Comp. 344. 361. — nasuta KL. (quinquefasciata Rossı, v. d. L., Sm., interrupta Pz.), b. Th., Umb. 30, Fagop. 128, Onagr 153, Ros. 163, ~ Beroph. 247, Jas. 325, Comp. 333. . —- variabilis Scrgk. (ornata F.), L- wh Umb. 30. 32. 47, Cruc. 90, Res. 94. 96, Cary. 143, Lab. 279, Comp. 333. 339. 344. 346. 348. 351. ) Ceropales maculata F., L. T: Th., Umb: 42. 45. 46. 41, Jas. 325, Comp. 328. 344. 355. variegata F., Th., Umb. 42. Crabro alatus Pz., L., Onagr. 153, Jas: 325, Comp. 333. 344. Balls; Th., Umb. 30. 96, Ros. 175, —— cephalotes Pz. (SHK., LEPEL., H. Sen.) L., Umb. 32. 48, Comp. 346. — — cribrarius L., Les, Umb 42 45. 50, Comp. 333. 346. 351. — — dentierus H. SCH., Th., Umb. 43. EX. dies Hr Sch., b. Umb. 36. — elongatulus v. d. L. (luteipalpis LEP-); Do Le Rury 112. — lapidarius PZ Dıs. (chrysostomus LEP., xylurgus SHK.), L. Th. Sid. Tekl., Umb. 32. 33. 36. 40. 45, Ros. 178. Comp. 344. . —— patellatus v. d. L., L., Ros. 161b. 163, Ech: 219, Jas. 325. - —— podagricus H. ScH., —— pterotus F., L., Umb. — —- gexcinctus v. d. L., L. PUN TT 32. 43. 44. 48, Comp. 379. ^— subterraneus E., H- Th., Umb: 51, L., Umb. 33. , Umb. 32. 36. 42. Th., Umb. 43. 33. 36, Jas. 325. Umb. Th., Umb. 43. — vexillatus 735 L., L. Th., Umb. 43, » —— Wesmaeli v. d. Cruc. S0. Müller, Blumen und Insekten. -Lindenius albilabris F., L., —— unicolor. v. d 465 Comp. 354. Crabro spec., L., i Umb. 45, Comp. 333. Dinetus pictus F., L., 344. 354. Entomognathus brevis v. Gorytes campestris L.*), L. Sid., Umb. 33. A5, Parn. 97, Rhus. 110. Af G. mystaceus LE T SCN 57, Bry. 103, Ros. 162. aticinctus LEP., Th., Umb. 32. 48. Lab. 279, Jas. dL L5 Umb25 32. Hoplisus 1 325, Comp. 333. 337. 544. Mellinus arvensis I., D., Comp. 354 ___ gabulosus DLP., L., Jas. 925; Mimesa bicolor SHUCK, Th., Umb: 45. Ga L2 E565 Umb. 45. ° Miscus campestris LATR. (4),. L. Th.. Al. 4, Ros. 163, Jas. 325. Mutilla europaea L., Myrmosa melanoceph 20 Ag, a Nysson maculatus v. Oxybelus bellicosus Jas. 325. bellus DLB. (14 guttatus Su.) L., Sed. 20, Umb..32, Crac. 90, Rut. 112, Ros. 167. 168. 178, Comp. 344. —— bipunctatus OL., L., Umb. 32. 39. 41. mandibularis DLB., L., Jas. 325. — — trispinosus F., D., Comp. 333. 944. 346. — — uniglumis L., L. T., Sed. 20, Umb. 39.43. 45. 46. 41. 49, Clem. 57. 63, Crue. | 90, Rhus. 110, mil. 123, Cary. 146, Ros. 163. 164. 166. 167. 168. 178, Jas. 325, Comp. 333. 944. > 350. 23 Besuche. uci SDBO odas Geran. 116. Passaloeceus monilieornis DLB , T; Ros. 118. Philanthus triangulum +., L. Th., Umb. 30. 32. 40. 45, Jas. 325, Comp 333. 344. Pompilus chalybeatus Scur, L., Comp. 344. sinotellus 8. da bosch, Umb. 43. —— intermedius SCHENCK, L. Th., Umb. AT. 50. neglectus WESM., L. Th., Umb. 32. 48, Ros. 178. 15 air Umb. 32 41. xcd La LA BR d. L., Ch, Umb. 42. Or., L., Umb. 32. 46, 43. 4T. niger F., pectinipes A5. 49. 51. plumbeus rufipes F., dics — spissus SCHI., ——— trivialis KL., L., 128, Comp. 344. E Malicus- SR (Fas nicht L.!) b. Umb. DLB., L., Comp. 344. Jas. 325, Comp. 344. L, Umb. 32. 49. Umb. 39. 53, Fagop. —— — — *) Nach FREDERICK SurTH's brieflicher Mittheilung ist Gorytes campestris L. nach den Originalexemplaren der LiNNÉischen Sammlung nichts anderes als das ($ von G. mystaceus L., und was in diesem Werke Gorytes campestris L. genannt ist, muss G. Fargei SHUCK. genannt werden. ** Nach FREDERICK &MrTH's brieflicher Mittheilung ist diese Art nach den Exem- plaren der "LixNÉischen Sammlung identisch mit Sphex fusca L. und ist desshalb P. fus- cus L. zu nennen. 30 466 Sld. Th., Umb. 39. 41. 49. 45. 47. 48, Parn. 97, Hott. 298, Jas. 325, Comp. 344. 355. 374. 380. Pompilus spec., L., Corn. 28. Priocnemis bipunctatus F. 3 odbhe; 30. 42, ~ exaltatus F., Th., Umb. 45. —— obtusiventris SCHI., Th., Umb. 42. 47. Psammophila affinis K. Y^ ds Th Pap. 186, Ech. 219, Lab. 276, Ascl. 289, Scab. 316, Jas. 325, Comp. 331. 332, —— viatiea L., L. Th., Umb: 42, Veron. 247, Scab. 316. Psen atratus Pz., L. Th., Umb. 43, Ros. 178. Rhopalum clavipes L., L., Rut. 112. Salius sanguinolentus F., L., Comp. 333. ros bicincta, hortorum, 4 punctata, Ascl. 289. Tachytes pectinipes v. d. deje. ooh Umb. 42. 43, Jas. 325. —-.— unicolor Pz., Th., Umb. 49. Tiphia femorata F., L. Th., Umb. 30. 42. 49. 44. 45.-41. ——- minuta v. d. L., L., Cruc. 80, Rut. 12. ruficornis Kr., L., Umb. 39. Trypoxylon clavicerum LATR., Th., Umb. 43. re Bsus da, Li, Bü, 112, Umb. G. Tenthredinidae (38 Arten, 125 Besuche.) Athalia rosae L., L. Th., Umb. 36. 39. 40. 45. 47. 48, 51. spinarum F., L., Umb. 33, 128. ‚ Cephus pallipes Kr., L., Ran. 64, Cary. 137. spinipes Pz., L., Ran. 63, Cruc. 92. troglodytes L., L., Umb. 33. Fagop. spec., L., Ran. 63. 64, Cruc. 92, Comp. | 311.810: Cimbex sericea L., L. Sld., Umb. 32. 33. 34. 45, Comp. 346. Dolerus cenchris Hre., T., Umb. 48. —— eglanteriae F., L., Umb. 33, Salix 104. 104b, ——- gonager KL., L., Salix 104, Ros. 158. 179. madidus Kr., L., Salix 104. Hylotoma coerulescens F., L. T., Umb. 33. 45. 52. enodis L., L. Th., Umb. 33. 51. femoralis Kr., 5. 4T. 48. *) Nach F. Smitu = variabilis Rossi. **) Nach F. SwrrH ist diese Art, nach den Originalexemplaren der FABRICIUS’ schen Sammlung in Kiel, identisch mit lutaria Ewy welcher Name also als der ältere den Vor- zug verdient. : N | **%) Nach F. Swrrn ist Sphex pectini- pes F., wie die LINNÉischen Typen beweisen, |——À'8poeH > Ir cha b. Th; Uniw 32.33. | ein Pompilus, und was im vorliegenden Werke | Tachytes pectinipes L. genannt ist, muss | Tachytes pompiliformis PZ. heissen. I j | Verzeichniss blumenbesuchender Insekten. Hylotoma rosarum F., L. Th., Umb. 32. 33. 34. 37. 45; — - segmentaria Pz., Th., Umb. 51. ustulata L., L. Sld., Umb. 32. 45. 4T. vulgaris Kr., L. Th., Umb. 32. 45. Macrophya neglecta KL., T., Umb. 48. Nematus capraeae L., L., Ros. 158. hortensis Hre., L., Umb. 48. myosotidis F., T., Umb. 48. rufescens H., L., Salix 104. —— vittatus LEP., L., Umb. 48. 53. 2 Selandria serva F., L., Umb. 32. 33. 34. 36. 45. AT. 48. Tarpa cephalotes F., Th., Comp. 358. Tenthredo annulata F., L., Umb. 45. 48. atra L., L., Umb. 32. —— bieincta L., L. Sld., 178. : —— bifasciata L., L. Th., Umb. 32. 33. 34. 45, 51. k flavicornis L., T., Umb. 32. 50. 52. marginella Kr., L., Rhus 110. ——- notha Kr., L. T. Th., Sed. 22, Umb. 32. 33. 34. 36. 41. 45. 46. 47. 4S. 50. 51, Comp. 333. 344. 346. 351. . rapae Kr., L., Umb. 4$, Rubiac. 304. rustica L., L. T., Umb. 48. 50, Ros. 162. ea scrophulariae L., L. T., Onagr. 153, Comp. 344. 340. tricincta F., L. T., Umb. 33. 45. Umb. 99. 2381534. £3. 53, Hyper. 105*, Ros. Comp. 333. 344. 346. Umb. 34, Ros. :44. 45. 48. 50. 51. 162, Papil. 192*, 381. H. Vespidae (18 Arten, 74 Besuche.) Eumenes pomiformis Rossi, L/, Umb. 43, Bry. 103, Rhamn. 106, Rhus 110. Odynerus debilitatus Sauss., Th., 40. 48. —— elegans WEsm., T., Umb. 32. 48. —— parietum L., L. T. Th., Umb. 30. 43. 44. 45. 46. 50, Clem. 57, Res. 96, Bry. 103, Salix 104, Rut. 112, Cary. 146, Po- terium *, Ech. 219, Prim. 297*, Scab. 316, Comp. 344. 354. quinquefasciatus F. (spinipes L.), L: T., Umb. 32, Ran. 63, Rhus 110, Ge- ran. 115, Ros. 178. simplex F. = reniformis WEsM., L. "Th., Cary. 146, Papil. 211*. sinuatus F. (nach SMITH bifascia- tus L.), L. Sld., Umb. 40. 45. 47, Rhus 110, Ros. 177%, Comp. 344. ——— spinosus H. Scm., L., Ran. 63. trifasciatus F. (gazella Pz.), L. Sld., Umb. 45, Papil. 200*. spec., L., Ol. 292*, Caprif. 308. Polistes gallica F. (einschliesslich diadema) Th., Umb. 30. 37. 42. 43. 44, Seroph. 238, Lab. 282, Ascl. 289, Symphor. 308, Comp. 326. 329. 335. gts Pterocheilus phaleratus LATR., L., Comp. 344. Vespa germanica F., L., Salix 104, Scroph. 242. Umb. Lepidoptera. Vespa holsatica F..(3—3!/9, L. Th., Umb. 45 j ib Berb. 72, Scroph. 242, *Eric. 300, ymphor. 308. 7 media DEG., L. - Symphor. 308. BES L., L., Umb. 40. 45, - PEroph. 242, Eric. 302, Symphor. 308. LE saxonica Tu Ey Symphor. 308. vulgaris L., L., Umb. 45, Scroph. 242. Th., - V. Lepidoptera (19 Arten, 365 verschiedenartige Besuche.) | A, Dombyces (3 Arten, 3 Besuche.) Dasychira pudibunda L. (0). L., Caprif. 309*. penela Jacobaeae L., L., Crue. 82. orthesia auriflua S. V., L., Pap. 182*. 5. Microlepidoptera (6 Arten, 13 Besuche.) Adela Sulzella S. V., L., Ros. 178. = spec., L., Umb. 33, Salix 104, Lab. E 282, ‚Scab. 316. phestia elutella HÜBN., L., Seroph. 236. otys purpuralis L., L., Scab. 316. 37, Jas. 325, Comp. 314. 394. Tou Nemotois HB. spec., bs ortrix plumbagana qa I, 05 nb. Ar 118. C. Noctuae (10 Arten, 42 Besuche.) "uh pronuba L., L., Dianth. 145, Eryth. 88. Anarta myrtilli L., L., Comp. Brotalamia meticulosa L., L., Cucullia umbratica L. (18—22), 309. Dianthoecia capsincola S. V. Caprif. 309. Euclidia glyphica L., L., Ran. 63, Cruc. 92, Cary. 148, Papil. 1824+. 1954-. 215+, Seraph 253, Lab. 257, Scab. 316, Comp. Mi L., L., Comp. 371. Hadena didyma ESP., L., Comp. 354. "Mamestra serena S. V., Th., Scab. 316. Plusia gamma L. (15), L. Th., Lin. 122, Dianth. 144. 145, Papil. 185. 194. .199--. 287-4. 2154; Ech. 219, Bor. 222, Lab. 268. 274+, Eryth. 288, Caprif. 309, Scab. 317, Comp. 329. 331. 337. 339; 342. 362. 380. 382. 23 Besuche. 346. Dianth. 145. L., Caprif. 194-295), de, 46 Arten, 259 Besuche.) D. Rhopalocera ( Lab. 279, Argynnis Aglaja L. Sid. Th; Comp. 339. 351. Paphia L., Th. Westf., Umb. 40, Ros. 163, Lab. 258, Comp. 369. Colias Hyale L., L. Th., Dianth. 144, Pa- . pil. 194, Ech. 919, Lab. 258, Scab. 316, Comp. 329. 343. 380. 385. em (Rhodocera) rhamni. L., L. Cruc. 83, Viol. 99. 100. 101, Dianth. 144, Lythr. 151, Papil. 207, Bor. 225, Lab. LG 357. 270, Comp. 333. 376. Scroph. 242, Berb. 72, Sid. Th., alveolus HB., L. Sld., Hesperia (Syrichthus) Lab. 257, Comp. Viol. 101, Papil. 182, 346. 376. ———- Jineola: O., L., Umb. 47, Scab. 316, Comp. 369. - (Carterocephalus) paniscus EsP., E Ros. 163. silvanus ESP., Malv. 127, Cary. Ech. 219, Lab. 211, 344. 381. ——— (Erynnis) tages L., L.. Papil. 1824r. .—— thaumas Hrn. (linea S. V), L., Papil. 185. 186. 1944-, Bor. 223, Jas. 325, Comp. 329. 360. — spec., Viol. 101, Papil. 183+- Comp. 346. 316. .— Lycaena aegon 8. V4 L 344. ME alsus S- Ve Th.j Papil. 197*, Comp. 362. ET OR argiolus D., L., Salix 104, Papil. 194, Lab. 271, Eric: 302, Comp. 371. icarús RoTT. (alexis Sr V3, Ey Ras 8d, Oam 148, Papil. 182+, Bor. 228, Lab. 279, Comp. 312. —— spec., Th., Papil. 195-4. 215+, Lit. 5, L. Sld.. Hyper. 105*, 150, - Papil. 185. 208; Comp. 333. 397. L. Th., Delph. 704-, 195-L, ‚Lab. 257, Jas. 325, Comp- Ech. 219, Comp. 329. 360. 369. Melitaea Athalia EsP., Sid. Th., Papil. 271, Comp. 330. 346. ioc mnza Le, hg Hch. 219. Papilio Machaon L. (18), L. Th,, T ENS Ol. 292. Scab. 316. Podalirius L., L., Lab. 257, Ol. 292. Pieris brassicae L. (19), L. Th., Crue. 83. 86, Cary. 148. 150, Viol 100, Fagop. 128, Ros. 181, Papil. 1834-. 185. 194, Ech. 219, Bor. 224, Lab. 257. 258. 269. 212. 277, Ol. 292, Comp. 329. 333. 335. 337. 339. 371. 376. 377. 379. 27 Besuche. — — [Anthocharis) cardamines L., L., Cruc. 83, Viol. 100, Ol. 292. -——— crataegi L., L., Ros. 163. zc HDI Cruc. 83. 86. 88, Viol. 100. 101, Bry. 103, Geran. 119, Fagop. 128, Cary. 137, Ros. 163. 181, Papil. 191. 2154-, Bor. 224, Lab. 251, Ol. 292, Comp. 399. 337. 338. 344. 370. 316, Valer. 358. 23 Besuche. —— rapae L. (12), L., Umb. 46, Cruc. 86. 88, Viol. 100. 101, Geran. 113, Malv. 124, Polygon. 130, Dianth. 143, Cary. 148, Lythr. 151, Ros. 181, Papil 185. 194. 206. 207. 211, Labs 201a: 2068; „O8 292, Scab. 317, Comp. 337. 338. 369. 379. 25 Besuche. 62 vy Polyommatus dorilis Hex.. (circe S. V.), I»; Jas. 325, Comp. 354. 360. 362. 365. ——- euridice RoTT., L., Polygal. 109. ——- phloeas L., L. Th., Ran. 03, Fagop. 128, Cary. 139. 144, Scab. 317, Jas. 325, Comp. 329. 344. 354. 358. 10 Besuche. Satyrus (Pararga) Egeria L., Westf., Comp. 369. à - : — — (Epinephele) Galatea L., Westf., Comp. 329. 332. 369. 30 * 468 . Verzeichniss blumenbesuchender Insekten. Satyrus (Epinephele) Hyperanthus L., L. Sld., Lab. 977. 281, Comp. 358. lees (Epinephele) Janira L., L., Hyper. 105*. Dianth. 143, Papil. 185, 279. 281. 283, Jas. 325, Scab. 316. Comp. 329. 330. 333. 331. 346. 319. —— (Erebia) Medea S. V., Sld., Scab. 316. Per nia) Medusa S. V., Westf., Comp. 909. —— (Pararga) Megaera L., L., Papil. 185. 200*, Comp. 329. 370. 376. —— (Coenonympha) Pamphilus L., L. Sid. Tr Ran 82, 68," Lab: 279, Jas. 325, Comp. 329. 344. 365. Speo D. Delph. 70-L, Thecla ilicis ESP., - quercus L., a 0 Ea Comp. 333. spec., L., Camp. 329. 364. 365. Vanessa atalanta L., L., Comp., 354. C-album L., L., Umb. 39. cardui L., L. Th., Lab. 258. PeO L. Sld., Salix 1045, Papil. 207, Comp. 357. 369. 376. urticae L., L. Sld.,-Viol. 99, Salix 104, Fagop. 125, Papil. 185. 194. 207, Lab. 258, Ol. 292, Scab. 316, Comp. 332. 333, 397. 366. 370. 376. 15 Besuche. Papil. 206. L., Comp. 363. Westf., Comp. 369. Papil 196, Eric. 302, E. Sphinges (44 Arten, 48 Besuche.) Io statices L., 153, Scab. Comp. 346. Macroglossa fuciformis L., L., Lab. 257. 272, Ol. 292. Stelar L e.: STi TDuanth. .141, Onagr. 155, Ech. 219, Lab. 258. 212, Eryth. 288, Ol. 292, Comp. 332. Sesia asiliformis RoTT. (cynipif. Esp.), Th., Papil. 1954-, Comp. 358. : empiformis Esp., Sld. Th., Papil. 182+, Lab 279. L. T. Sld., Cary. 148, Onagr. 316, Camp. 319, Jas, 325, Cary. 148, Im Ganzen verzeichnet : Coleoptera : Diptera: Hemiptera : Hymenoptera: 368 - Lepidoptera : 19:12 - Neuroptera : 4 - Orthoptera : 3.08 2 Thysanoptera: 1 - - 253 - 6 x E Ich. 219, Lab. | 3117, Neuroptera, Orthoptera, Thysanoptera Sesia tipuliformis L., L. T., Cruc. 90, Lab. 279. 280, Comp. 349. z Sphinx convolvuli L. (65—80), L., Convolv. 217, Caprif. 309. —— (Deilephila) elpenor L. Caprif. 309. i pi —— Busi aE 7A b Sapon. 141, Caprif. 309. NE pinastri'L. (23—33), L., Caprif. 309. - (Deilephila) porcellus L (20), L^ Cary. 149, Caprif. 309. —— (Smerinthus) tiliae L. 309%, , ' Zygaena carniolica Scop. (onobryehis S. V-); Th., Dianth. 114, Pap. 195-4. 2154; Comp. 329. 330. 333. 334. Ps —— lonicerae Esp-, L. Th., Papil: 1824-; Ech. 219, Lab. 269, Scab. 316, Comp. 329. .340. , (20 24), L., (3), L., Caprif. it VI. Neuroptera {4 Arten, 13 Besuche.) Agrion spec., L., Ros. 178. Hemerobius spec., L., Umb. 47. 48. Panorpa communis L., L. Sid. T., Umb. 22. 34. 40, Rhus 111, Ros. 178, Seroph. 236, Comp. 354, 369. Sialis lutaria L , L., Umb. 33. 48. VH. Orthoptera (3 Arten, 3 Besuche.) Forficula auricularia L., Camp. 324. Podura spec., L , Convolv. 217. L., Papav. 413; VOL Thysanoptera (18 Besuche.) Thrips spec., L., Ran. 65 65b, Oruc. 83. 91, Res. 94, Cary. 137. 138. 139. 142, Lythr. 151, Ros. 158. 164, Convolv. AB: Scroph. 236, Lab. 282, Vinc. 290, Eric. 300. sind in dem vorliegendeu Werke von blumenbesuchenden Insekten 129 Arten mit 469 verschiedenartigen Besuchen. - 1598 15 - 2150 365 13 3 15 Im Ganzen: Alphabetisches Verzeichniss der in diesem Werke erwähnten Pflanzenarten, n Blüthen jeder Art beobachteten Insekten, nebst Andeutung der auf de Pflanzenarten, Diejenigen aufgezählt sind , Insektenarten Artnamen verzeichnet un und Insektenbesuch versehen. zungen, nur ganz allgemein, angedeutet: € = Coleoptera, D = Rhingia, He Hemiptera, haupt, A* = Apis mellifica, Apiden, L = Lepidoptera überhaupt, Falter, Ln= Orthoptera, Th — Thrips. zeichnen die Zahlen der beobachteten besuchen, ohne befruchtend zu wirken, Diejenigen Pflanzenarten, finden sich in diesem Verzeic mit Hinweisung auf die finden sich Abutilon S. 173. Acacia S. 262. Acanthaceae, Acanthus S. 305. Acer, Acera, Aceraceae S. 154. Achillea Millefolium Nr. 344. Fig. 148. 25, D 21, L 0, C 5) 8. 391—394. Ptarmica Nr. 345. 8. 393. Aconitum S. 123. Lycoctonum Nr. 71. (B 1) S. 123. Adenostoma S. 404. Adlumia S. 130. Adoxa moschatellina . Nr. (D4, H3, C f) S. 366. Aegiphila S. 306. Aegopodium Podagraria Nr. 32. (D 34, C 21, H 33, A 15, N 1) 8. 99. | Aesculina S. 154. Aesculus Hippocastanum (A T) S. 154. Agathaea S. 402. (A 30, 314b, Fig. 141. Nr. 108. Fig. 47. d mit Hinweisung auf fortlaufende Letzterer: ist Diptera überhaupt, H = Hymenoptera ausser den Biene B — Bombus und Ld = Lepidoptera diurna, bei Lepidoptera nocturna, bei Nacht flieg Die hinter diesen Abkürzu Arten. sind in eckige Klammern eingeschlossen. an welchen ich besuchende Ins hnisse meist nur mut Gattung Seitenzahl verzeichnet. .| Alisma natans S. 90 vom welchen im dritten Abschnitte dieses Werks besuchende in diesem Verzeichnisse mit Gattungs- und Nummer, Figur, Seitenzahl (eingeklammert) mittelst folgender Abkür- M = Muscidae, 8 = Syrphidae, Rh — n, A — Apidae über- Anthophora, (unsere langrüssligsten Tage fliegende sende Falter, N = Neuroptera, O = ngszeichen stehenden Ziffern. be- Insektenabtheilungen, welche die Blüthen ekten nicht beobachtet habe, s- oder Familiennamen und Agrimonia Eupatorium Nr. 170. (S9, M 1, A 1) S. 209. Ajuga S. 308. —— reptans Nr. 257. S. 307. Alchemilla vulgaris Nr. 171. Fig. 68. (S 1) S. 209. (A 15, S 1, L 7) — — Plantago Nr. 19. Fig. 25. (S5) S. 88. Alismaceae S 2 : Alliumarten S. 63. : Era Nr. (A: : 3, D) S. 63. (B ——- ursinum Nr. 3. 1) S. 63. Alocasia S. 13. Alopecurus pratensis S. 87. Alpinia. S. 86. 1 Alsineae, Rückblick, S. 185. ; Amarantaceae S. 174. Amaryllideae S. 11. | Amentaceae S. 90. 470 Alphabetisches Verzeichniss d Amherstia S. 262. Amorpha S. 230. Amorphophallus S. 73. Amphicarpaea S. 257. Amsinckia S. 273. Amygdaleae S. 215. Anacamptis pyramidalis S. 82. Anacardiaceae S. 157. Anaga S. 349. . Anandria S. 404. Anchusa officinalis Nr. 222. Fig. t ALL 1 o8. $80. Androsace S. 318. Anemone nemorosa Nr. 60. SL 2: Ancthum graveolens Nr. 43. A 6). S. 102. Angelica silvestris Nr. 40. H9, L1, N 1) S. 101. Anoda S. 173. ` Anonaceae S. 127. Anthemis arvensis Nr. 351. C3) S. 396. —— tinctoria Nr. 352. (A S. 396. Anthericum ramosum Nr. 5. S. 63. i Anthoxanthum odoratum S. 87. Anthriscus Cerefolium Nr. 49. H5, A3) S. 105. — —,. silvestris Nr. 48. H 20, A 5, N 2) S. Anthurium S. 73. 74. Antirrhinum majus Nr. 241. | S. 280. lis arvensis und coerulea Fie ig. 129. (A 6, (A5,M3,Cn (D 15, H 35, (D11, C6 A2, (A 8, H 4, D 9, 3, H 1, D 6, C 2) (A1, 81, L2) (D 11, C 7, Fig. 33. (D 26, C 20, 104. (B 5, [A 3) Aphelandra S. 306. Apocyneae 8. 338. Aquilariaceae S. 191. " Aquilegia vulgaris Nr. 68. S. 118. Arabis hirsuta Nr. 82. xs Araceae S. 73. Arachis S. 255. Araliaceae S. 96. ^ Arauja S. 337. Arbutus S. 356. Arctotis S. 382. Argemone S. 127. Arisaema S. 73. Arisarum S. 73. Aristolochiaarten S. 110. ——- Clematidis Nr. 55. (D 3) S. 109. —— Sipho Nr. 56. (D 5) S. 109. Aristolochiaceae S. 109. Armeria S. 342, Arnebia S. 273. Arnica montana Nr. 357. C2) S. 398... Artemisia S. 397. Artemisiaceae S. 381. Artorhizae S. 66. Arumarten S. 72. 73, —— maculatum Nr. 11, Fig. 21. (D 1) S. 72. Asarum S. 109. Asclepiadeae S. 334. (A3, D10, L3 b er erwühnten Pflanzenarten. Asclepiasarten S. 337. curassavica Fig. 123. S. 337. 2 —— syriaca Nr. 289. Fig. 122. (A 10, HT D S. 334; Asimina S. 127. Asparagus Nr. 6. Fig. 18. 64. Asperula S. 358, — — eynanchica Nr. 306. A 1) S. 358. —— — odorata Nr. Aspicarpa S. 154. Aspidistra S. 66. Aster Amellus Nr. 367. (S 1) chinensis Nr. 366. ( 402. (A 5) 8. Fig. 136. 307. (A S o9 004 b: f \ 2, Ld; Am Asteroideae S. 399. Astragalus S. 230. Astrantia major Nr. 29. Fig. 31. (A 3, D 3, Cp wo Atherurus S. 73. Ataccia S. 67. Ballota nigra Nr. S. 308. Balsamineae S. 170. Batrachium aquatile Nr. 61. S. 113. Bellis perennis Nr. 365. ( É 2, C3) S. 401. Berberideae S. 124. Berberis vulgaris Nr. 72. A 19, EDNO 2) S 1 Bergenia crassifolia Nr. 23. (A 2) S. 94. Betonica officinalis Nr. 269. Fig. 115. ( i2 5.40.87 310i Bicornes S. 352. Bidens S. 396. Bignoniaceae, Bignonia S. 306. Bonjeania S. 230. Boragineae S. 264—274. Borago officinalis Nr. 220. S. 200. Borreria S. 359. Brassica oleracea Nr. 91. DE: —— Rapa S. 140. 258. Fig. 112. (A 14, L7) D6,43; C1) 2 AS, H 1, D13, Fig. 40. (I Fig. 92. (A 5) | Browallia S. 276. Brugmansia S. 110. Brunoniaceae S. 373. Bryonia dioica Nr. 103. C 1, L 1) S. 148. Bryophyllum S. 92. Bucerosia S. 337. Bupleurum falcatum Nr. 37. ( S. 101. Burlingtonia S. 75. Fig. 44. (A. 7, H 4, D4, H3, A 1) Cacalia S. 398, Caesalpiniaceae S. 262. Cajophora S. 146. Calamintha Acinos 2251 Clinopodium Nr. 277. (L 2) S. 325. Calceolaria S. 277. Calendula S. 382. Callitricheae, Callitriche S. 191. Nr. 278.. (A 1; D 1) S. (C1, A9, Th) 23 Alphabetisches Ve Calluna vulgaris Nr. 300. Fig. 132. (A 9, A H 1, D 6, Th 1) S. 393. alogyne S. 373. Calonyction S. 264. Caltha palustris Nr. 66. Fig. 98. (D, „AM S. 116. Calycanthaceae, Calycanthus 5. 204. 'Camarea S. 154. Campanulaarten S. 375. Bow bosonienals Nr, 822-12] O D patula Nr. 323 (A 2) S. 315. —— persicifolia Nr. 324. (Al, = rapunculoides Nr. 321. d 5344. ; — — rotundifolia Nr. 319. C 3). 8. 374. : Trachelium Nr. 320. S. 314. Campanulaceae S. 318. Campanulinae 3. 312. Cannaceae, Canna S. 87. Capparideae. Capparis S. 142. Caprifoliaceae S. 360. Capsella bursa pastoris Nr.69 40; MA) S. 138. 2 Cardamine pratensis Nr. 83. 62, Th 1) S. 134. Cardiospermum 8. 154. - Carduus acanthoides N. 999. (A 32, Hl, D3, L4, C 4) 8. 390. ' —— crispus Nr. 338. (A 5,81, L2) S. 290. — nutans Nr. 340. (A 5, L 1) 8.390. Carex hirta S. 88. : Carlina acaulis Nr: 327. 9, —— vulgaris Nr. 329. (A 8, H Carum Carvi Nr. 33,-(D 91, € 5, L1, N1) S. 100. Caryophyllinae, Caryophylleae S. 150. Cattleya S. 75. 82. . Celastraceae $. 15% Celtideae S. 90. Centaurea Cyanus Nr. I4. DEE S. 385. ii Jacea Nr. 329. Fig: 146, 1—4. (A 28, Hi 05.-b 13) S. 382. HE 02,159: € 1; p, (A10, D2, L1, (A9, D2, C2) (A 9, D 0, E 4, (A 8, 331. Fig. 146, 5. (A 3, . 12 Seabiosa Nr. 330. (A 14, He 1). S. 384. - Centhranthus S. 416. Centrospermae B. 174. Centrostemma S. 337. Centunculus S. 349. Cerastium arvense Nr. 139. Fig. 61. (D 15, > 04 ETE 1) S. 183. ——— gemidecandrum Nr. 14. (Di, À f) S. 184. : ——— triviale Nr. 140. (D 3) S. 184. Ceropeja S. 338. Chaerophyllum hirsutum Nr. 51. H 11, À 1) S. 106. .—— temulum Nr. 50. =S 3206; Chamaedorea S.. 74. Chamissoa S. 174. Chapmania S. 255. ‚Chasalia S. 359. Chelidonium majus S. 128. Bl E \ (D10/C5, HT,AN) rzeichniss der erwähnten Pflanzenarten. Chelone S. 281. Chenopodiaceae, Chenopodium S. 114. Chimonanthus S. 204. Chrysanthemum corymbosum Nr.348. HI, D 1, He 1) 8. 395. —L. inodorum Nr. 347. (H 1) S. 395. L Jeueanthemum Nr. 316. Fig. 148, 6—8. (A 12, H 10, D 38, L 5, € 17) 8. 394. — L. Parthenium Nr. 349. (L 1) S. 39. Chrysocoma Linosyris Nr. 362. Fig. 149. (À 4, D4, L3) S. 400. Chrysosplenium alternifolium Nr. 225. (D 5, 4, C 4) S. 9. Chuquiraga S. 401. Cichoriaceae S. 404. Cichorium Intybus Nr. 385. (A 8, C 1) S. 411. Cinchona S. 359. Circaea lutetiana Nr. 152. Fig. 65. (D 5) S. 192. Cirsium arvense Nr. 333. Fig. 147. (À 32, H 17, D24, L 7. C8) S. 387- —— eriophorum Nr. 336. (AUS. 389. — —— Janceolatum Nr. 335. (A6, H1, 83 12) 8. 389. . —— oleraceum Nr. 331. (A 2, Li) 5.389. . — palustre Nr. 337. (A 9, H 1; D4, L 6, |. (02) S. 389. Cistaceae 8. 147. Clematisarten B. [TE : Ve eol. NF- 0t: (AU, ET C 1) S. 111. Cleome S. 142. $ Clinopodium siehe Calamintha 5. 325. Cnicus S. 382. Cochlearia officinalis Nr. 85. (S 3, 8.395. ; D3, Bi Ci) | Cocos S. 74. Coffea S. 359. Colchicum autumnale Nr. 1. (B 1) Collinsia S. 285. Columniferae S. 170. Combretaceae, Combretum 8. 191. Commelineae, Commelina S. 90. Compositae S. 318. Coniferae S. 61. Conium maculatum Nr. 53. Fig. : Qa Lb A 1) S. 107. 'ontortae S. 333. Convallaria majalis Nr. T. 19, (A*) Fig. | 2 gepium Nr. 217. (Ln 1! [D | Conyza squarrosa | Corniculatae S. 90. | Cornus sanguinea S. 65. multiflora- Nr. 8. *onvolvulaceae S. 262. Convolvulus arvensis Nr. 216. Fig. 90. (A 6, 3 uA t C3, H 1) S. 202. 3 A2, C1, 'Th 1]) S. 268. Nr see er (B2, Rh 1) S. 66. RK: O 1, Coriaria S. 154. Corneae S. 96. Nr. 28. Fig. 30. (€ 12, H 1j S. .96. ! 61. S DDOS (A*) S. 295. D 2, Coronariae S. Coronillaarten varia Nr. 214. u ———— nn 0 nenn 172 Correa S. 158. Cortusa S. 348. Corydalisarten S. 131. Ga Lwa Nr TB 1, S. 130. ; —— lutea Nr. 78. (B 1) S. cc BdaNr o ef. Corylus Avellana S. 90. Crassulaceae S. 90. Crataegus Ox A 19) S. 20 [A 6, 3 E. > 9 2. D 2]) S. 1 2 Alphabetisches Verzeichniss D 2)) yacantha Nr. 160. (D 24, € 11, Crepis biennis Nr. 373. (A23, D 5, C fp S. 406. — — tectorum Nr. 374, S. 407. (A 8, H1, D 1) -——- virens Nr. 375 (4 9, D 8, C 1) S. 407. Crinum $. 71. Croeus S. 70. 71. Cruciferae S. 133—141. Cryphiacanthus S. 305. Cryptostemma S. 382. Cueurbitaceae S. 148. Cuphea S. 196. Cuscuta S, 264. Cycadeae S. 61. Cynanchum Vincetoxicum Sed. Cynareae S. 381. Cyperaceae S. 88, Cyphiaceae S. 373. Cypripediumarten S. 78. Calceolus Nr. 12. Fig. 22. (A D4, C 1) S. 76. Cytisusarten S. 235, Laburnum Nr. 199. C 1]) S. 234. b. 2; Fig. 79. (A6, [L Dahlia S. 399. Dampiera S. 373. 1 rl, 3 Daucus Carota Nr. 47. (D19, C10, H 19, A 9, 12, He 1, N 1) S. 104. Delphiniumarten S. 122. 123. —— Consolida Nr. 70. (B 1, [L 2] ——— elatum Nr. 69. Fig. 39. (B 1) Dendrobium S. 75. Dianthus Carthusianorum Nr. 144. [A 1]) S. 186. —— chinensis Nr. 145. (Ld 3) 58.4187, deltoides Nr. 14% 5185; Dieclytraarten S. 130. — spectabilis Nr. 75. Dieotyleae S. 90. Dietamnus S. 159. Digitalis purpurea Nr. 243. [A 2, C 3]) S. 283. Dionysia S. 348. - Dioscoreae, Dioscorea S. 66. Diosmaceae S. 158. Diplaeus S. 283. — Dipsaceae S. 367. SUAE oir Dipsacus silvestris Nr. 315. (B 3) S. 367. Disa, Disperis S. S1. Doronicum S. 398. - -Draba verna Nr. 84. (A 3) S. 13 Droseraceae S. 145. Fig. 100. (B 5. 3 ) S. 122. | S. 120. (L d yi . Fig. 62. (Ld 2, [S4]) (B 2, [A 6]) S. 129. der erwähnten ‚Pflanzenarten. Drummondia S. 92. Drymispermum 8. 191. \ Echinops Ritro S. 382. —— sphaerocephalus Nr- 926: (A5, H 1) S. 381. eg Echium vulgare Nr. 219. Fig. 91. (A44, H5, DOSES ON 8.364. Ensatae S. 67. i Epacrideae, Epacris S. 352. Epidendrinae, Epidendrum S. Epilobiumarten, Rückblick S. Fig. 145. 15. 85. 86. 200. angustifolium ‘Nr. 153. D3, L 1j S. 198, — — hirsutum Fig. 67. S. 199. » z parviflorum Nr. 154. Fig. 66. (C 1), S. 199. Epipactis S. 74. 75, 80. 81. Epipogon S. 81. Eranthis hiemalis Nr. 67. (EN, Ericaceae S. 352, ` Erica cinerea S. 353. ; tetralix Nr. 299. Fig. 131. (A 7, 83, L 1) S. 352. Eritrichium S. 273. Erodium Cieutarium Nr. 120. S. 166. i Eryngium campestre Nr. 30. Fig. 32. (H 11, À 5, D 8) S; 98. Erythraea Centaurium Nr. 5.4983. Erythrina S. 257. Erythroxyleae, Erythroxylon S. 154. Eschseholtzia S. 127. Eupatoriaceae S. 402. ; Eupatorium cannabinum Nr. 369. Fig. 150. 03 f ` (A 10, H 4, A*) S. 181. (& 1; 0d) 288. (Ld 3) Euphorbiaceae, Euphorbia S. 160. | Euphrasia lutea Nr. 259. Fig. 107. S. 293. i Odontites Nr. 250. Fig. 105. (A 3) 289 [A 1) officinalis Nr. 251. Fig. 106. (A4, D3) 291. Evonymus europaea Nr. 107. ( D 12; H 1) S. 153 | Faramea S. 339. Fedia S. 416. Festuca pratensis S. 87.. Fieus S. 90. Fragaria vesca Nr. 164. AS8, Hi) S. 207., Franciscea Fig. 98. S. 276. Frangulaceae S. 152. Fumariaarten S. 133. —— officinalis Nr. 79. (A*) S. 132. Fumariaceae S. 128. (DS cT, RE Gaillardia S. 396. Galactia S. 257. Galanthus nivalis Nr. 10. (A*) S. 71. Galeobdolon luteum Nr. 263. (B 5 [B 1, A1]) S. 313. Galeopsis Ladanum Nr. 266. (B3, A Sal Alphabetisches Galeopsis ochroleuea N. 365. Fig. 114, 45, B 1) S. 314. . —— tetrahit Nr. 264. Fig. 114, ono 9, [A t, S 1]) S. 313. (——— Versicolor S. 315. Galiumarten S. 358. —— boreale Nr. 305. (D 1) S. 358. * E e Nr. 303. Fig. 134. (DS, H 1) - 991. ——— verum Nr. 304. Fig. 139. (D 2, C 4, H 1) S. 358. Gaudichaudia S. 154. Gazania S. 382. NV Genista anglica Nr. 201. Fig. 81. (A 3) S. 239. —— pilosa Nr. 202. (A*) S. 240. —— tinetoria Nr. 200. Fig 80. (A16, Hi, D3, L 1, C 3) S. 235—239. Gentianaarten S. 333. —— - Amarella Nr. 287. (B 1) S. 849.7 7^ —— Pneumonanthe Nr. 286. (B2) S. 332. Gentianeae S. 333. Geraniaceae S. 160—167. . . Geraniumarten S. 165. 166. — molle Nr. 117. Fig. 5f. (D 5, =: 163. i palustre Nr. 113. (A 9, D-6, EPHE) ARTE 2 zd — pratense Nr. 114. (A 12, D 1) S. 161. —— pusillum Nr. 118. Fig. 52. (S 1) 5. 164. '—— pyrenaicum Nr. 115. Fig. 50. (A 10, H 2, D 12, C 3) S. 161. robertianum Nr. 119 (Rh1, C£, L1) S. 166. sanguineum Nr. 116. (A2, H 2, Rh 1) 8, 162. ; "fH . Gesneraceae, Gesneria S. 306. Goum iue Nr.173. (B íl, [A 2], Rh f, C 1) S. 210. | urbanum Nr. 174. (S 1, C 1) S. 211. Gladiolus S. 70. Glaucium S. 127. Glechoma siehe Nepeta S. 319. Gloriosa S. 62. ~- Glycine S. 257. Gnaphaliumarten S. 398. ` zi — — ]uteo-album Nr. 355. (A 2, H2, D 4) S. 398. , ——— uliginosum Nr. 356. (A 1) S. 398. Gnetaceae S. 61. Godetia S. 200. Goethea S. 173. Gomeza S. 75. 89. Gomphocarpus 8. 337. Goodeniaceae, Goodenia B. 313. Goodyera S. 78. e - Gramineae S. 87. Gregoria S. 348. Gruinalis S. 160. Guttiferae S. 149. — Gymnadenia S. 82. (15.) Gymnospermae S. 61. Gypsophila paniculata Nr. 146. Fig. (D 15, H5) S. 187. Ero . Hedera S. 96. Hedychium 5S. 86. Hedyotis S. 359. Verzeichniss der erwähnten Pflanzenarten. | Hedysareae S. 355. Helianthemumarten S. 147. vulgare Nr. 102. (S 6, A 4, C 1) S. 147. Helianthus multiflorus Nr. 353. (A-1, 83) S. 397. Helleborus S. 118. Hemerocallis S. 63. Heracleum Sphondylium Nr. 45. H 34, A 13, He 1) S. 103. Herminium 8. 81. Er Hesperis matronalis Nr. 86. (D6, ASTE, C53 I Heterocarpaea S. 255. Heterotoma S. 378. Heterotropa S. 109. Heuchera S. 92. Hieracium pilosella Nr. 371. Fig. 151, 4. (A9, H1, D2, L3, C 3) S. 406. ; —— vulgatum Nr. 372. (A 8, L 1) S. 406. ——— umbellatum Nr. 370. Fig. 151,-1—3. (A10, H1, D5 L 4) S. 401. Himantoglossum S. 82. Hippocastaneae S. 154. Hippoerepis S. 255. Hockinia S. 273. Homogyne 8. 402. Hordeum S. 88. Hottonia palustris Nr. D 6) S. 350. Hoya 8. 337. Hugonia S. 196. Bic orientalis Nr. 2. (A 4, D1, C1) 2 63. : Hydrocharideae, Hydrocharis S. 67. Hyoscyamus niger Nr. 235. (A 2) S. 275. Hyoseris S. 412. Hypecoum S. 128. 129. Hypericaceae S. 175. Hypericum hirsutum Fig. 45. S. 151. — - humifusum S. 152. —— perforatum Nr. 105. (A 8, H 1, D 15, I: 3, 01) 8. 180. i quadrangulum S. 151. ; Hypochoeris glabra Nr. 383. (A 5) S. WI Sei radicata Nr. 384. (A 22, D 6) S. A11. 398. Fig. 130. (H 1, Janusia S. 154. | Jasione montana Nr. 325. Fig. 144. (A 47, H20, D22, L 7, C 3) 8 375. Jasmineae, Jasminum 8. 341. Ilieium S. 127. Illecebrum S. 180. Impatiens S. 170. Indigofera S. 230. Jocroma S. 276. Jonidium S. 146. Ipomea S. 264. Irideae S. 67. Iris Pseud-Acorus Nr. 9. Fig. 20. (B 4,- [A 2], Rh 1) S. 671—710. Isotoma S. 378. ; Juncaceae, Juncus S. 61. Juncagineae S. 88. Jurinea S. 391. Kaia m Knautia siehe Scabiosa S. 368. (D49, C21, LLLA ———— aa —————————————————— 414 Alphabetisches Verzeichnis der erwühnten Pflanzenarten. Knoxia S. 359. Krascheninikovia S. 181. Lagerstroemia S. 196. Lamium album Nr. 259. Fig. 113. (A 11, [A 5], Rh 1) S. 309. —- amplexicaule S. 312. ——- incisum Nr. 262. (A 5) S. 312. EN n asss Nr. 260. (A2, [A 2], Rh) —— purpureum Nr. 261. (A 9, D 1) S. 312. Lappa minor Nr. 341. (A 2) S. 391. tomentosa Nr. 342. (A 5, L 1) S. 391. ‚ Lapsana communis Nr. 386 (S. RIR 412; Larix 8. 61. Lathyrusarten S. 247. -— montanus Nr. 208. (A 2, [L 1]) S. 246. pratensis Nr. 205. Fig. 84. (A 5) 8.1 244—409. ——— silvestris Nr. 207. (A 1, [L tuberosus Nr. 206. (A 1, [L 2 vernus Nr. 209. (A 1) S. 247. Lavendula vera Nr. 285. (A 11) S. 330. Lechea S. 147. Lechenaultia S. 373. Leguminosae S. 217. : Leontodon autumnalis Nr. 380. Fig. 152. (A14, H1, D 11, L2) S. 409. — — hastilis Nr. 381. (A 9, H 1, D 8, Li) S. 410. Lepidium sativum Nr. 90. /D 10, H 9, A 6, 0-4, L 1) S. 139. Lespedeza S. 255. Leucanthemum S. 396. Leucosmia S. 191. Liatris S. 404. Ligustrum vulgare Nr. 293. Fig. 126. (A 1, S 1) 8.340. Liliaceae S. 62, Limnanthemum S. 334. Linaria vulgaris Nr. 240. (A 5, IH. 1]) S. 279. Lineae S. 167. Linumarten S. 169. —— catharticum Nr. 121. Fig. 53. (D 2) S. 167. usitatissimum Nr. 122. (A 2, L1) 8.168. Liparis S. $86. Listera ovata Nr. 13. Fig. 23. (C2, H7, [B 1]) S. 78. (75.) Lithospermum, dimorph S. 273. —— arvense Nr. 224. Fig. 94. (L.d2). S. 210. Loasaceae S. 146. Lobeliaceae, ‚Lobelia S. 377. 378. Lloydia S. 62. Loniceraarten S. 364. - Caprifolium Nr. 309. Fig. 138. (Ln! 7, EES,-A X D 31 8,888. Perielymenum Nr. 310. (Ln! [B 1] S. 363. | —— Xylosteum Nr. 312. (A 3, D 2) S. 364. Lonicerinae S. 357. Lopezia S. 197. 198. Lotus corniculatus Nr. 182. Fig. 71. (A22, [D 2, L, 6) S. 217—220. Luculia S. 359. Lupinusarten S. 244. 5] S. 246. 31) S. 246. Lupinus luteus Nr. 204. Fig. 83. (A 3) S. 243. Luzula S. 61. Lychnisarten S, 188. S —— flos euculi Nr. 148. (A 7, L 6, S 9) S. 188. — Githago Nr. 150. (Ld 2, [Rh 1j) S. 159. ——— sespertina Nr. 149. (Ln I) S. 189. = Lycium barbarum Nr. 234. Fig. 97. (A E 5. TD. ; Lycopsis arvensis Nr. 203. (Ld 1) S. 270. Lycopus europaeus Nr. 282. (H 1, D 6, He 1, L1, Th 1) S. :338. Lysimachia nummularia S. 349. pira Nr.:297. (A .3,kb dy 0 48. Lythraceae S. 191. Lythrumarten S. 196. 4 —— Balicaria Nr. 151. Fig, 64. (A 9, 87; L2, C2, Th 1, He 1) S., 191—196. Madaria S. 396. Magnoliaceae, Magnolia S. 162. Malachium aquaticum Nr. 142. (D 5, € b Th 1, A3) S. 184, Malaxideae S. 86. Malpighiaceae S. 154. Malvaceae S. 171—174. Malva Alcea Nr. 126. (A 3) S. 172. moschata: Nr. 127. (A. 3, D 1, L 1) S IE rotundifolia Nr. 125. . Fig. 54, 5. (A 4) S. 171. 172, : | — silvestris Nr. 124. Fig. 54, 1—4. (A26, HÍ1,D3,LEI DI 9 n DE Mandragora S. 276. Manettia S. 359. Marantaceae, Maranta S. $6. 87. Marcgraviaceae S. 152. Marrubium S. 318. Martiusia S. 257. Martha siehe Posoqueria S. 360. Matricaria Chamomilla Nr. 350. (A 2, H 1, D 11, (5) 8. 395, Maurandia S. 281. Maxillaria S. 276. Medicago faleata Nr. 195. Fig. 76. (A 11, D 2, [L 5]) S. 229. UNS —— lupulina. Nr. 196. (A4,7D,8, EB S. 230. . sativa Nr. 194. Fig. 75. (Ld 9?, [A 2] S. 225—229. Melampodium S. 391. Melampyrum pratense Nr. 254. Fig. 109. (A 3, [+ 3, D 1] S. 297. , Melanthiaceae S. 62. Melilotus. officinalis Nr. 192. Fig. 74. (A 55 Hi [4-1]) S. 225. vulgaris Nr. 193. (A*). S. 225. Melvilla S. 196. Mentha aquatica Nr. 284. Fig. 121, 5. (A 4, H 1, D 18) S. 330. - arvensis Nr. 283. Fig. 121, 1—4. (D 10, L 1) S. 329. Mertensia S. 274. Methonica S. 62. Mimosaceae S. 262. Alphabetische Mimulus S. 283. Mitchella S. 393. Mitella S. 92. Moehringia trinervia Nr. 135. (C 1) S. 180. Monochora 8. 62. Monocotyleae S. 61—90. Montia S. 180. -Morina S. 367. Morus S. 90. Musa, Musaceae S. 74. Mutisiaceae S. 404. BR Myosotis hispida Nr. 229. (AU 5.2738. —.. intermedia Nr. 227. Fig. 90. (A3, D2) SUAE A palustris Nr. 228. (L1, D 1) S. 273. — — Silvatica Nr. 226. Fig.95. (A 1, D 10) Se. 2125 Sia Myosurus minimus S. 113. : Myrrhis odorata Nr. 52. Fig. 34. (D 3, € 1, "H1, A f S. 106. Myrtiflorae S. 191. Narcissus 8. 72. Nardus stricta S. 87. Nasturtium amphibium Nr. 81. (H 1, D 4) 8. 133. silvestre Nr. 80. Fig. 41. (ii 2... 9, D 5) S. 133. Neea S. 180. Neotinea S. 75. Neottia nidus avis Nr. 14. Fig. 24. (D114- 2) S. 80. (75.) ; Nepeta Glechoma Nr. 972. (A. Da S. 319. : 3. (A 1) S. 321. Nesaea S. 196. Neurocarpum S. 257. Nigella S. 118. Notylia S. 75. 89. Nuphar luteum Nr. 14. (D1, C1) 8. 108. Nyctagineae S. 150. Nymphaeaceae, Nymphaea 8. 108. Ocymum S. 381. Odontites siehe Euphrasia S. 289. Oenanthe fistulosa Nr. 38. (D 9, C1, A3) S. 101. — —. Phellandrium Nr. 39. (C 7, Q 3 dE A2, L 1) S. 101. Oenothera biennis Nr. 155. (Ln 1, A 6, 83) S. 200. Oleaceae S. 339. ; Omphalodes verna Nr. 239. | Onagraceae S. 192. Oncidium S. 75. 85. Onobrychis sativa Nr. 215. Fig. 88. (A 22, S1, L5 S. 256. Ononisarten, kleistogam 8. 234. —— spinosa Nr. 198. ‚Fig. 78. (A 13) 8. 232. Onopordon Acanthium Nr. 332. (A 11, H 1, L3, C1, He 2) S. 385. Ophiorhiza S. 359. Ophrys S. 75. 81. Orchideae S. 74—86. s Verzeichniss der erwähnten Pflanzenarten. Orchidinae S. 82. Orchisarten S. 75. LL ]atifolia Nr. AT. (A 12, D) 8. 82-65: L2. maculata Nr. 18. (B1, -DAS 82— 85. ——— mascula: Nr. 15. (B.8): S. 8289. cc. more Nr.16. 14 9) 8 92-499 | Origanum vulgare Nr. 281. (A 5, D 12, L2) Oryza 8. 87. Oxalideae, Oxalis. S. 169. Oxalis Acetosella Nr. 1225. (C 2, APIS) S. 169 Anm. Paeonia S. 123. Paliurus S. 153. Palmae 8. 74. Pancratium S. 72. Papaveraceae 8. 127. Papaverarten S. 127. 128. — Bhoeas Nr; 78. (Ars 490€«1, O 1) Sr d2. = Papilionaceae S. 211—202; Rückblick 5. 259 bis 262. Parietales S. 144. Parietaria S. 90. Paris quadrifolia S. 65. Parnassia palustris Nr. 97. (M. 15, H 4, C 2) S. 144. Parochetus S. 230. Passifloraceae, Passiflora S. 147. "Pastinaca sativa. Nr. 44. (D.7, H 7) S. 102. Paullinia S. 154. Pavia S. 156. Pedieularisarten S. 903. L silvatica Nr. 255. Fig. 110; (B^6. [-E-1]) S. 299—303. à Pelargonium S. 166. Pemphis S. 196. Pentstemon 8. 281. Peponiferae S. 148. Periploca 8. 338. Petasites 8. 403. C prm: sativum. Nr. 34. (DAS A) 290: Peucedanum Cervaria Nr. 42. (D4, € 2,. H 15, A 5) S. 102. Phaseoleae, Phaseolus Fig. 89. B. 257. Philadelpheae, Philad. coronarius Nr. 156. (A 9, 83, C 2) 8. 200. 1 Phlox paniculata Nr. 218. (Lx, D2) 8. 264. Physianthus S. 337. Physostegia S. 318. Phyteuma 8. 375. Picris hieracioides Nr. 379. (A 16, H 1, D 9, L3) 8. 408. Pimpinella magna Nr. 35. (A 3998, 101. — — Saxifraga Nr. 34. (D8, 04, H 7, A 3, N 1) S. 100. . 5 Pinguicula 8. 341. Pinus S. 61. Pisonia S. 180. Pisum sativum Nr. 210. Fig. 85. (A 3) S. 241—250. Plantagineae S. 243. Plantago lanceolata Nr. 294. Fig. 127. (A 3 S83) 8. 342. jiu Mis " Bine ú ae ` d k x COME YET — a E AT tI " " PU »Á SR ES RR ra "n UTRUM TT E RAI z i : ee a ai Fe 476 Plantago media Nr. 295. Fig. 128. (A6, D 7, C 4) S. 344. Platanthera S. 75. S1. 82. Plectranthus S. 331. Plumbagineae, Plumbago S. 342. Poa annua S. 87. Polanisia S. 142. Polemoniaceae, Polemonium Polycarpicae S. 111. x Polygaleae S. 156. Polygalaarten S. 157. —-- comosa Fig. 48. S. 156. —— vulgaris Nr. 109. (A DE D Sed 7. Polygoneae S. 174. Polygonum aviculare Nr. 5:178. —— Bistorta Nr. 129. Fig. 56. (A 2, D 5) 8. U5 S. 264. 133. Fig. 59. (S 3) —— fagopyrum Nr. 128. Fig. 55. A2 H 4, men LAS TM uw i: —— lapathifolium Nr. 131. (S 3) S. 178. —- minus Nr. 132. Fig. 58. (84) S. 178. ——- Persicaria Nr. 130. Fig. 57. (S 7, A 3, L 1) S. 176. Polygonumarten, Rückblick S. 179; Polystachya S. 86. Pomaceae S. 201. Pontederiaceae, Pontederia S. 62 Portulaceae S. 180. Posidonia S. 8$. Posoqueria S. 360. Potameae, Potamogeton S. 88. Potentillaarten S. 209. Š : anserina Nr. 167. (12,091 SE 995. fruticosa Nr. 168. (A 2, H2, D 15, C 2\ S. 208. i —— reptans Nr. 166. (A a XD S. 208. d Tormentilla Nr. 169; (A 2, D 4) S. 209. verna Nr. 165. (A 15, D9, C 1) S. 207. Poterium Sanguisorba S. 210. Primulaceae, Primulaarten S. 346. Primula elatior Nr. 296. (A 9, D 2, [C 1]) S. 346. —— officinalis S. 347. ' Primulinae S. 341. Prostanthera S. 308. . Proteaceae S. 191. Prunella vulgaris Nr. 271. Fig. 116. (A 8, L 3) S. 318. Prunus avium, Cerasus, domestica Nr. 181. (A8, S3, L 3) S. 216. Padus Nr. 180. (D2, A 1, C 1) S. 215. spinosa Nr. 179. A 15, H 1, D 10, C1) S7 215. Pulicaria dysenterica Nr. 360. (A 6, S3, L3, C 1) S. 399. | Pulmonaria officinalis Nr. 225. OI 38:5; bd OT 8,270. Pyrus communis Nr. 158. (D 16, A 7, H 3, C4, Th 1) S. 302. —— Malus Nr. 157. (A 9, H 1, D6) S. 201. Rafflesiaceae, Rafflesia S. 110. Ranunculaceae 111—123, Rückblick 123, 121. Alphabetisches Verzeichniss der erwähnten Pflanzenarten. Ranunculus acris, bulbosus, repens Nr. 69. (D 23, C 11, H 4,.A 20, LA) S. 114. aquatilis S. 113. auricomus Nr. 655. Fig. 37. (A 3, Hl, D 4, Th 1) S. 116. — — bulbosus Nr. 63 (siehe acris!) S. 114. ficaria Nr. 65. (D4, C1, Th !, A S) SEN flammula Nr. 62. LAS, 113. lanuginosus Nr. 64. (D3, C2, H 1, A4) S. 116. Fig. 36. (D 5, A 2, repens Nr. 63. (siehe acris!) S. 114. Raphanus Raphanistrum Nr.93. (A 1) S. 140. . Resedaceae S. 142. Reseda lutea Nr. 96. (H 4) S. 143. luteola Nr. 95. (À 4) S. 143. —- odorata Nr. 94. Tig. 45. [A Se D f," Th ff 8-142. Rhamni S. 152, Rhamnusarten S. 153. frangula Nr. 106. Fig. 46. 55.5.1395. Rheum S. 180. Rhinacanthus S. 306. Rhinanthus crista galli Nr. : (B 9, [L 1]) S. 294. Rhodea S. 66. Rhododendron S 357. Rhoeades S. 127. Rhus Cotinus Nr. 110. Fig. 49. H.6, A 44 S.Cf57. i typhina Nr. 111. (A 2, N 1) 8. Rhynchospermum S. 339. Ribes alpinum Nr. 24. Fig. 28. (A 6, D3) S. 94. ; Grossularia Nr. 27. (A 9, D 4) S. 95. —— nigrum Nr. 25. (A*) S. 94. rubrum Nr. ?6. (A 3, H 1) S. 95. Rosa canina Nr. 161. (A 6, S 2, C 12) S. 204. Centifolia Nr. 1615. (A 10, H 3, S 5, C 16) S. 204. Rosaceae S. 204. Rosiflorae S. 201—216, Rückblick S. 216. Rosmarinus S. 221. Rubiaceae S. 357. Rubus fruticosus Nr. 163. (A 31, H 5, D 12, C 15, L 4) S. 206. idaeus Nr. 162. (A 11, H2, $2, C 2) S. 205. Ruellia S. 305. Rumex S. 180. Rutaceae S. 158. Ruta graveolens Nr. 112. (D 19, H 11, A 3) S. 158. Sabal S. 74. Sagina S. 180. Saliceae S. 149. Salix cinerea, Caprea ete. Nr. 104. (A 46, Hs, D26, L3, C 2, Het) S. 149. repens Nr. 1045. (A6, H 1, D2, Lt) 8.150. Salviaarten S. 321—325. officinalis Nr. 275. Fig. 118. (A 6 [-+2, 1) S. 323. i pratensis Nr. 274. Fig. 117. (A 4, [4-5, 3] S. 321. (A.3, ME . 108. (D'6 03, 158. Alphabetisches Verzeichniss der erwähnten Pflanzenarten. Salvia silvestris. Nr. 216. (A1, HD 8.329: Sambucus nigra Nr. 314. Fig. 140. 0.2) S.. 365. Sanguisorba officinalis N. 172. (8 2) S. 210. Sapindaceae S. 154. Sarothamnus scoparius Nr. 203. (A 6, S1, C 2) S. 240—243. Eus officinalis Nr. 147. (La 1, [D 1]) . e T5 d Saxifrageae, Saxifraga 02: Saxifraginae S. 90., : Scabiosa arvensis Nr. 316. Fig. 142. (A 34, H 4, D 15, L 11, C 12) S. 368. - —— Columbaria Nr. 318. (A 2, D 4) S. 312. ia Nr. 311. PiE 4193. (A4. D11, . L5, C 1) S. 371. Scaevola S. 373. Schizanthus S. 277. Schomburgkia S. 75. Scirpus palustris S. 88. Scleranthus perennis Nr. 134. (H 1) S. 180. Scopolina S. 276. Scrophularia nodosa Nr. 242. Fig. 99. (Vesp. 5; . A 4) S. 281—283: EN Scrophulariaceae S. 276, Rückblick S. 304. . Scutellaria galericulata Nr. 270. (L 1, 8.318. Secale S. 87. Sedumarten S. 92. acre Nr. 20. Fig. 26. (A 11, H 2, D 2) 8.90. dude 3i- IA. 0 S. 91. Telephium Nr. 22. Fig. 27. (A 5, H1, D1-8. 91. Senecioarten S. 399. Jacobaea Nr. 358. (A 10, H 1, D 1$, L3, C1, He 1) S. 398. ; nemorensis Nr. 359% (A 1) Senecionidae S. 391. Serapias S. 81. Serjania S. 154. . Serpentariae S. 109. Serratula tinctoria Nr. 343. (A 1, L1) S- 901. Sideritis S. 317. Silaus pratensis Nr. 41. (H 2, A 1) S. 102. Silene S. 188. Silphium S. 391. Silybum S. 385. Sinapis arvensis Nr. 92. L1) S. 140. Siphocampylus S. 315. Sisymbrium Alliaria Nr. 87. S. 137. officinale Nr. 88. (A 1, L 2) 8. 138. Sium latifolium Nr. 36. (D 20, Q3, HH . He 1) 8. 101. Smilaceae S. 65. Solaneae S. 274—216. Solanum Dulcamara Nr. 232. (S 1) S. 274. —— nigrum Nr. 233. (S2, A 2) S. 275. — — tuberosum Nr. 231. (S 2) S. 275. Solidago canadensis Nr. 364. (D 5) S. 401. —— virga aurea Nr. 363. (A 5, 82, Li) S. 401. Sonchus arvensis Nr. 378. (A 11, Du. L1, C 2) S. 408. | Sisuepua Nr. 377. (9.2, 19) S. 408. Sorbus aucuparia Nr. 159. (A 11, H 3, D 1% C 18) S. 202. Fig. 82. S, 399. (S3, H 1, A3, C1, (A 1, D 3, C 3) (D 6, Specularia 8. 375. Spiraea Aruncus Nr. 117. C 4) S. 213. —— filipendula. Nr. 176. S. 2827 x — — salicifolia, sorbifolia. ulmifolia Nr. Fig. 70. (D 42, H 14, A Ti CH, 12) 8. 213. —— ulmaria Nr. 175. S89, € *F S. 211. Spiranthes S. 75. Stachys palustris Nr. 268. S. 316. 7 silvatica Na ub BE +1] S. 315. Stapelia S. 337. Statice S. 342. Stellaria graminea Nr. S. 181. _— holostea Nr. 137. (D LIT a 9 media Nr. 188. A Th 1) 8. 182. Stigmatostalix S. 79. Strelitzia S. 14. Stylidiaceae S. 372. , Stylosanthes S. 255. Subularia S. 140. Succisa siehe Scabiosa S. 34. Syagrus S. 74. Sympetalae S. 262. (A T, 41 2, (A 2, 84, Fig. 69. (A93, (Bi, SEE. 136. Fig. 60. (8.1). TSAO, EL ' Symphoricarpus racemosus Nr. 308. Fig. 137. (Vesp. 61, A 7, H1) S. 360. Symphytum offieinale Nr. 221. (A 5, [+ 9], Rh 1, [C 1]) S. 268. i Syringa vulgaris Nr. 292. Fig. 125. (A 8, PE 19) 8. 339. Tabernaemontana S. 339. Taccaceae S. 67. Tanacetum vulgare Nr. 354. (A, H4,D7, 15,02 Hei, N D PT 29m Taraxacum officinale Nr. 376. (A 58, H2; D 21, GACA He I) S. 407. E Teesdalia nudicaulis Nr. 85b. Fig. 42. (Hl, C 6, D 3) S. 135. Teleki le S Terebinthinae S. 157. — Teucrium Scorodonia Nr. 256. Fig. 111. (A5, S 1) S. 306. ; : Thalia S. 87. u Thalictrum aquilegiaefolium Nr. 58. (A 3 gu; Cp SHE E m flavum Nr. 59. (S5, M 1, A*) S. 112. Thrincia hirta Nr. 382. LASS SE) S. 410. 5 Thunbergia S. 305. Thymeleae S. 191. Thymus Serpyllum Nr. 219. Fig. 119, (A 7, H 3, D 14, L 6) S. 326. — — vulgaris Nr. 280. Fig. 119, 4—6. H 1, D3, L 1) S. 328. Tiliaceae S. 170. Tilia grandifolia Nr. 123. (A dy H1, Bec WAR qs Torilis Anthriscus Nr. 46. DIE EEE 1,4) 203. Trachelium S. 375, r. D 9) 478 Trieoccae S. 160. Trifolium arvense Nr. 186. (A 11; B. 224. — filiforme Nr. 188. LAS) m fragiferum Nr. 184. (A 1) ——— medium Nr. 189. (A 2) 7 montanum Nr. 191. (A n 3 224. 7 pratense Nr. 185, Fig. 73. (A 24, [t 4, D3, L'S} S. 222. — procumbens Nr. 190. (A 2) 8. 224. 7 tepens Nr. 183. Fig. 72. (A 6 [D 3, S. H1, [L 1) 224. p.222. ijo S. 299. rubens Nr. Triglochin S. ss. tim S. 88. Tropaeoleae, tva S. 170. Tubiflorae S. 262 Tussilago iMi Nr. 402. 187. (A 2) S. 224. 368. (A5, D2, C f) ‘ Typhonium S. 73 Ulex S. 243. Umbelliferae S. 96—108. Umbelliflorae S. 96. Urticinae S. 109. triculariaceae, Utrieularia S. 34 Ya a Nr. (A 5, [+ 1)j S. — E N. 302. Fig. 133, 2. B. Sa, L 2} S. 355. Yelbriane dio dioica Nr. 388. 1 officinalis Nr. 387. cordifolia S. 416 Valisneria S. 67. Vandellia S. 283. Vandinae S. 85. Velleja S. 373. Verbascum Lychnitis Nr. 239. (A 1) S. 279. nigrum Nr. 236. (A5, D A EORR; Th1, N 1) S. 271. — phoeniceum Nr. 237. (A 5, S 1) S. 278. —— Thapsus: Nr. 238. (A6, H 1, 83) 8.278. 301. Fig. 133, 1. (A 23, [A 5: art (A 3, D 19) S. 415. E | -—— canina. Nr. 101. Alphabetisches Verzeichniss der erwähnten Pflanzenarten. Verbenaceae S. 306. Vernoniaceae, Vernonia S. 404. Veronicaarten, Rückblick S., 289. „Beecabunga Nr. 215. Fig. . A 3) S. 280.* —— aeo s Au T SS bed Nr. 248. (A 4). S. 288. 4 officinalis Nr. 246. (D 3, A 3) S. 287. serpyllifolia Nr. 249. Fig. 101. (D 1) S. 288. 102. (D 4, 244. Fig. 101. (S 3, Fig. 103. (A 2, H 3) (D 1, spicata Nr. 247. E OST. Viburnum Th f Nr. 313. Fig. 139. APO es. an S. en Cracca Nr. 211. Fig. 86. D 1, $18. 250—252, Faba Nr. 213. (A 8, [ sepium Nr. 212. Fig. 87. A 2] S. 252—254. Vicieae S. 244. Victoria regia S. Villarsia S. 334. Vinca major Nr. 291. (B 1) S. 339. minor Nr. 290. Fig. 124. (A Th 1) S. 338. Vincetoxicum S. 337. Violaceae S. 145. Violaarten S. 146. 108. € d (A3,D1,L2 $1 odorata Nr. 99. (A6, D 1, L 2i silvestris Nr. 100. Uk du JA E 5) BC: tricolor Nr. 98. (B Voandzeia S. 287. Wulfenia 8. 46. 4t 1, [A 1, S 1)) S. 145. 289. Xeranthemum $. 382 Zingiberaceae S. $6 Zinnia S. 391. Zostera S. 74 Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig. ot doc Cu ee Druckfehler: RENTET UER Seite 29 Anm. lies: Willebadessen statt Willebadissen. 49 Zeile 6 von unten lies: la statt ma. 41 Erklärung der Fig. S, 4 lies: von unten statt von oben. 61 Zeile 16 von oben lies: Smilaceae statt Smiliaceae. 82 - unten ihre statt, seine. 96 - Nitiduliden statt Nitituliden. 110 í - halte statt hatte. : 137 oben Selbstbestäubung statt Fremdbestáubung. 173 ice nahe statt noch. i 183 unten- opaca statt Opoca. 201 26 oben Pomaeeae statt Pormaceae. 223 unten fragrans K. statt fragrans PALK. ; 233 - =- - Pumpenkolben statt Pumpenknollen. 299 $ der Besucherliste lies: 1871 statt 1870. 354 von oben lies: als statt al. E 354 - - - gebogener statt gebogeners. 354 - unten - KExicaceen statt Eriaceen. ea irai ea dein En sadi m ion ia Sa ane he UN UFU S RR. et Fe ] P n A f i Ai L3] OU EH . 1. i T 4 Sy fr =j A, 1m m f! | fh "lt HA 5 p > PAPIA Apfpholr ier 3 P f "i